Stap. Leber Pfingsten 2011 zur Zukunft der NAK:

"Ja, es sieht nicht unbedingt so rosig aus ...“      

 

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  • Demografische Entwicklungen der NAK bis 2020 DS
  • Theologische Entwicklungstendenzen DS
  • Buchauszug aus „Was sagen die Anderen“ von Bezirksapostel Gottfried Rockenfelder von 1953 zur Sektenfrage
  • Zitataktualisierungen zu theologisch relevanten Äußerungen von NAK-Funktionären
  • Aktuell wichtige Artikel (Linksammlung)

 

Demografische Entwicklungen der NAK bis 2020 (DS)

Auf die Frage, "Wo sehen Sie die NAK dann 2020?", antwortete der ausgetretene Apostel Gerrit Sepers 2007 in einem Interview: "Als eine kleine fundamentalistische Bewegung."

Dies sagt ein „Ehemaliger“! Und wohin steuert die NAK mit ihren aktiven Kirchenpräsidenten tatsächlich? Stap Leber meinte im Pfingst-GD 2011:

"Wie geht es wohl in der Zukunft weiter? Wir stellen fest, dass die Gemeinden ausdünnen. Es fehlt vielleicht an Zuwachs, wenig Zuwachs ist da. Das sind auch Gedanken, die einen beschäftigen. ... Alles das sind Dinge, die offenbar sind und damit mein Eindruck so zusammen gefasst: „Ja, es sieht nicht unbedingt so rosig aus in den Gemeinden.“

Überlegungen zur zukünftigen Entwicklung werden jedenfalls bereits angestellt: "Europäische Bezirksapostel beraten Strategien zur Stärkung der Gemeinden." Zitat: "Es bleibt den regionalen Kirchenleitungen in begründeten Einzelfällen keine andere Wahl als Gemeindestandorte zu schließen." (Liste der Schließungen 2011)

Bez.Ap. Klingler z.B. sieht allerdings konkret von den derzeit noch 25 Gemeinden im Großraum Hannover für 2020 "als Ziel ... in der Stadt Hannover zwei bis drei Kirchenzentren ... Der Veränderungsprozess  ist auf die nächsten zehn Jahre angelegt." Und vermutlich bedeutet das auch die Schließung der Umlandgemeinden. Eingeleitet hat er diese sogenannten "Strukturveränderungen" wie folgt:

 "Am Sonntag, 9. Januar 2011 wurde in den hannoverschen Gemeinden der folgende Brief des Bezirksapostels verlesen:

 Liebe Geschwister,  die Zukunft unserer Kirche liegt mir sehr am Herzen. Daher ist es mir ein wichtiges Anliegen, dass auch die nachwachsenden Generationen ihr geistliches Zuhause in starken Gemeinden haben. Gemeinsam mit dem Apostel und dem Bischof habe ich die Entwicklung unserer Gemeinden in den letzten zehn Jahren intensiv beobachtet. Dabei sind wir zu der Feststellung gekommen: Wir müssen handeln, solange wir noch genügend Kräfte und Mittel dafür haben!"

Denn, so Klinger an einer anderen Stelle, "Bis 2020 wird die Zahl der Mitglieder der NAK in Deutschland um etwa ein Drittel zurückgehen. Die Hälfte dieses Rückgangs resultiert aus weniger Jugendlichen. Es wird 25 % weniger Kinder geben, die Senioren werden überwiegen".

Diese Schrumpfung als zukünftige "starke Gemeinden" zu bezeichnen, ist aber schon fast ein Beispiel Orwellschen Neusprechs, oder germanistisch ausgedrückt, zumindest ein typisch verschleiernder NAK-Euphemismus.

NRW veröffentlicht Statistik:

"2007 gab es in Nordrhein-Westfalen 324 Taufen von Kindern und 281 Versiegelungen von Kindern im ersten Lebensjahr. Gleichzeitig erhielten 536 Jugendliche den Segen zur Konfirmation. Rein statistisch halbiert sich diese Zahl aufgrund der geringen Zahl an Taufen und Versiegelungen bis zum Jahr 2021. ... Die Prognose der Experten: 2020 hat die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen etwa 15.000 aktive Glaubensgeschwister weniger. Der Rückgang entspricht etwa 30 Prozent des heutigen aktiven Mitgliederbestandes."

Daraus folgt:

"Die Ziele der aktuellen Maßnahmen sind demnach, die Bezirke zukunftsorientiert aufzustellen und Fehlinvestitionen im Baubereich zu vermeiden. ... Daher gilt es ganz konkret, die Gemeinde-Landschaft der Bezirke schon heute für die Zukunft aufzustellen und aktuelle Standorte auf ihre Zukunft zu überprüfen."

Denn, so auch hier euphemistisch, "Die Trends zeigen, dass es sinnvoller ist, noch funktionierende Gemeinden in eine neue funktionierende, freudige, lebendige Gemeinde zu integrieren als abzuwarten, bis beide nicht mehr lebensfähig sind." In Lünen läuft als exemplarisches Beispiel gerade die Entwicklung, vier Gemeinden auf eine zu reduzieren. Und in der NAK Immobilien GmbH kann man sich unter vielen Angeboten bereits seine eigene Kirche als Wohnstätte kaufen.

Laut einem Artikel   vom Juli 2010 wurden in NRW "in den letzten drei Jahren rund 50 Kirchenstandorte aufgegeben und die Gemeinden mit Nachbargemeinden zusammengelegt." Das heißt also im Klartext für ganz Deutschland: Drastische Zusammenlegungen aller Orten ohne Rücksicht auf Befindlichkeiten, weil sonst der wirtschaftliche Kollaps droht und nicht einmal die Pensionen für die bezahlten Führungskräfte zur Verfügung stehen. Stap Leber am 1.12.06: "Können Investitionen noch verantwortet werden, wenn in den nächsten fünf Jahren drastische Einbußen zu erwarten sind und die Mitgliederzahl nicht aufrechtzuerhalten ist? Das muss mit den finanziellen Überlegungen in Einklang gebracht werden. Und dann bleibt keine andere Wahl, als die eine oder andere Kirche zu schließen." 

Für den Kölner Raum heißt das Projekt der Gemeindeschließungen wiederum euphemistisch: Gemeinde im Leben. Und in Berlin-Brandenburg spricht man schlicht von Bezirksreformen mit geplanten Schließungen von 30 Standorten! Die Zeitschrift Unsere Familie stellt online in einem Artikel vom Juni 2011 fest, dass die "Gebietskirche von Hessen/Rheinland-Pfalz/Saarland mit einem jährlichen Betrag von 120 Euro im Jahr für jeden Platz, gleich ob besetzt oder leer," rechnet. Laut Stap. Leber hätten bereits 2006 "10 Prozent der neuapostolischen Kirchengebäude allein in Deutschland ausgedient." So stellt sich die weitere Frage, an wen verkauft wird, denn " schließlich könnte eine Weiternutzung des Ortes, an dem Taufen und Trauerfeiern stattgefunden haben, als Spielhalle oder Kneipe die Gefühle von Gläubigen verletzen." In diesem Zusammenhang gab es die interessanteste Umwandelung durch den Verkauf übrigens vor einigen Jahren in Minden. Aus dem Kirchengebäude der NAK wurde die Gay-Sauna "Himmelreich". Beworben wir das schlüpfrige Etablissement  mit dem Satz: "Die GAYSAUNA HIMMELREICH in Minden bietet Dir die Möglichkeit Dich in einer ehemals neuapostolischen Kirche zu entspannen und zu erholen."

Versucht man nun, ein Licht in die tatsächlichen Mitgliederzahlen Deutschlands zu bringen, muss man hochrechnen, denn die angegebene Zahl 360.000 entspricht keinesfalls den aktiven, also zahlungsfähigen Mitgliedern!

Also noch einmal zurück. Mit Stand von 2008 hieß es für NRW prognostisch: „2020 hat die Neuapostolische Kirche Nordrhein-Westfalen etwa 15.000 aktive Glaubensgeschwister weniger. Der Rückgang entspricht etwa 30 Prozent des heutigen aktiven Mitgliederbestandes.“

Daraus leiten sich also in etwa 50.000 aktive Personen ab. Die offizielle Angabe aller Mitglieder in NRW wurde für 2010 mit  85.711 Mitgliedern beziffert. Die 50.000 Aktiven entsprechen also einem Prozentsatz von ungefähr 60%. Nimmt man nun ein ähnliches Verhältnis für ganz Deutschland an, wären von den genannten heutigen 360.000 Mitgliedern noch 60% aktiv, also 216.000 Menschen. Wenn auch hier der Schrumpfungsprozess um 30% zurückgeht, blieben im Jahr 2020 in der BRD noch 150.000 Mitglieder übrig. Wenn von denen aber möglicherweise und zugegeben hypothetisch wieder nur 60% aktiv sind, wären es faktisch noch ca. 91.000 Menschen. Wer sich die offiziellen Zahlen für die BRD genauer ansehen möchte, kann dies bei dem Datenspeicherdienst Wayback von 2001 an bis heute tun. Demnach ist die Gesamtzahl der Gemeinden in Deutschland von damals 2 824 auf heute nur noch 2216 geschrumpft. Dies sind bei 608 Schließungen in 10 Jahren knapp 22%! Die Mitgliederzahlen schrumpfen dort aber nur um ca. 1% pro Jahr. Die Schweizer rechnen bis 2020 jedoch auch mit einer Schrumpfung um 15% und auch Österreich plant unter dem Stichwort "Regionalstrategien" Fusionen von Gemeinden.

Für Norddeutschland gab Bez.Ap Krause in einer Videoansprache unlängst bekannt, dass die NAK 2010 dort 42.537 Mitglieder hatte. "Die Zahl werde sich bis zum Jahr 2030 kontinuierlich auf 32.400 Mitglieder abbauen. Das entspricht einem Mitgliederschwund von nahezu 24 Prozent." Die altermäßige Verteilung beschreibt er wie folgt: "1960, also den heute 51jährigen, haben wir 775 Mitglieder. Danach stellen wir fest, dass die Entwicklung rückläufig ist. So haben wir mit dem Jahrgang 1970 noch 559 Mitglieder, mit dem Jahrgang 1980 noch 503 Mitglieder, mit dem Jahrgang 1990 noch 466 Mitglieder, mit dem Jahrgang 2000, den heute elfjährigen noch 288 Mitglieder und mit dem Jahrgang 2010 noch 126 Mitglieder." In einer Grafik (nur im Video zu sehen) wird deutlich, dass die Geburten der Jahrgänge 1945 bis 1970 den Hauptteil der Mitglieder ausmachen (zwischen 600 bis 800 pro Jahrgang), das entspricht den heute 40-65jährigen Menschen. Danach geht es kontinuierlich und rapide mit den Zahlen bergab. Von jeweils noch ca. 500 aus den Jahren 1975 bis 1985 geht ab 1990 die Treppe hinunter bis zu den genannten 126 Mitgliedern aus dem Jahrgang 2010. Die heißt, dass von der Gesamtzahl der Mitglieder heute ca. 15% im Alter von 1- 20 Jahren liegen. Auf der Homepage finden sich diese Angaben unter der doppeldeutig euphemistischen Rubrik "Zusammenwachsen  - Zusammen wachsen".

Angaben zur Alterstruktur gibt es u.a. auch noch für den Großraum Ravensburg , für die Schweiz und Berlin-Brandenburg.

 Fazit und These: Wenn Klingler nun für Hannover 2020 von 2-3 zentralen Großkirchen ausgeht, könnte man verallgemeindernd in den 80 größten Städte Deutschlands im Schnitt also jeweils 2 Kirchenzentren als "zukunftssichere Standorte" annehmen. Dann blieben in der BRD von zurzeit 2.200 Gemeinden im Jahr 2020 noch 160 mit durchschnittlich jeweils knapp 500 Mitgliedern übrig. Führt man den gleichen Rechenweg nochmals für den Großraum Stuttgart durch, der 2011 mit 13.600 Mitgliedern geführt wird, schrumpfte dieser bis 2020 auf knapp 3500 aktive Mitglieder zurück. Wie sich das im Detail in den einzelnen Regionen entwickeln wird, ist unklar, aber zugemacht wird bestimmt, weil mit dem Verkauf der Immobilien wohl die offensichtlich schon jetzt schrumpfenden Opfergelder ausgeglichen werden müssen und Neu- oder Umbauten finanziert werden. Und mit dem Ausdörren der Landgemeinden wird die Schrumpfung wohl rapide zunehmen, weil die Leute keine Lust haben, weite Wege in eine "fremde Gemeinde" zu machen oder schlicht nicht mehr so mobil sind aus Altersgründen.

Ich halte diese Rechnung jedoch für relativ großzügig und ohnehin sehr unsicher aufgrund der widersprüchlichen und sehr undurchsichtigen Zahlenlage, gehe aber selbst von einer vermutlich stärkeren Schrumpfung aus. Der offizielle Gottedienstbesuch liegt laut NAKI 2010 bei weltweit sogar nur 30%, wenn man so will, also eigentlich 30% aktive Mitglieder. Dazu ungefähr passend eine noch andere Zahlenangabe von 2007 aus NRW: Heute vor 4 Jahren gab es in dieser Gebietskirche noch 479 Gemeinden mit über 93.000 Sitzplätzen. Davon wurden rund 35.000 Sitzplätze pro Gottesdienstveranstaltung benötigt. Die Auslastung betrug also nicht einmal 40%! Und das will sagen: Man könnte und wird 60 % der Gebäude verkaufen! Für persönliche Befindlichkeiten der betroffenen Geschwister ist da kein Raum. Im süddeutschen Raum laufen zum Thema Seelsorgekonzept/ Standortplanung gerade umfangreiche Befragungen der Gemeindevorsteher.

Wenn oben nun die offizielle Angabe aller Mitglieder in NRW für 2010 mit 85.711 Mitgliedern beziffert wurde, meine Rechnung dann auf ca. 50.000 Aktive kam, durchschnittlich 2007 aber nur 35.000 Sitzplätze benötigt wurden, sieht die Entwicklung also wohl noch schlimmer aus, weil die Zahl der Aktiven wohl eher den Angaben der GD-Besucher entspricht. Aus den 479 Gemeinden sind jedenfalls bis 2011 offiziell 420 geworden,knapp minus 13% also in vier Jahren! Und wieder stimmt aber die Zahlenangabe nicht, denn im oben angeführten Artikel war allein von 50 Schließungen in den letzten drei Jahren die Rede! Eine Aufstellung der weltweiten Einahmen und Ausgaben von 2006 bis 2010 finden Sie hier.

 Weitere Links zum Thema:

 

Theologische Entwicklungstendenzen (DS)

 Auch wenn sich die NAK in den letzten Jahren in einigen Punkten und Verboten verändert hat und ein in seinen Resultaten aber noch abzuwartender Prozess in Amerika sich anbahnt, ändert dies nichts an den zum Teil verheerenden psychischen Schädigungen, die sie auch laut eines offenen Briefes des  ausgetretenen Apostel Sepers vom Dez. 2007 mit ihrem "exklusivistischen Opium" als "geistiges Konzentrationslager" und mit "eiserner Faust als sektaristische Sondergruppe"  bisher hervorgebracht hat und durch weiteren geistlichen Missbrauch gerade durch die vorgenommenen Verschärfungen immer noch hervorbringen wird. Vielleicht beschleunigt dies aber auch den oben beschriebenen Schrumpfungsprozess.

In der aktuellen Neufassung der Glaubensartikel vom Juni 2010  heißt es:  

"8. Glaubensartikel:
Ich glaube, dass die mit Wasser Getauften durch einen Apostel die Gabe des Heiligen Geistes empfangen müssen, um die Gotteskindschaft und die Voraussetzungen zur Erstlingsschaft zu erlangen."

Also bleibt auch in Zukunft die "Gotteskindschaft" ausschließlich den Mitgliedern der NAK vorbehalten, denn - so die Erläuterung zum 5. GA - "nur dort, wo das Apostelamt wirkt, kann es folglich auch ein geistliches Amt geben", aus dem die "rechte Lehre, Sakramentsspendung und Sündenvergebung" hervorgehen.

In exklusivistischer Arroganz kommentierte Stap Leber im Wort zum August 2010 diesen Glaubensartikel noch mit den Worten: "Wir können nicht ausschließen, dass Gott im Einzelfall auch außerhalb der von uns erkannten Ordnungen wirkt". Folgerichtig ziehen fortschrittlich und ökumenisch orientierte Amtsträger oder Mitglieder daraus immer deutlicher ihre Schlüsse für die Zukunft oder distanzieren sich von solchen Aussagen ...

 Grundlegende theologische Veränderungen, dies belegen die aktuellen Bezüge und vorliegenden Ausarbeitungen, die sich positiv auswirken könnten, hat es bislang nicht gegeben. Die Problematik wird noch deutlicher in den vielen Drohbotschaften der Kirchenführer, denn "Wer das Schiff (Anm.= NAK) verlässt, ertrinkt!", so Stap. Fehr in den Leitgedanken zum Gottesdienst am  18.7.2004. Ähnliches wurde auch von Stap Leber im Wort zu November 2010 geäußert:

 „Ein weiteres Boot (siehe Matthäus 4,21.22) unserer Tage ist das Boot der eigenen Meinung. Viele Menschen haben ihre eigene, feststehende Meinung und sagen: Ich lasse nichts anderes gelten als das, was ich denke. Besonders was die Zukunft und die geistigen Dinge betrifft: da beharren solche Menschen auf ihren eigenen Theorien und Ideen und sind nicht zur Nachfolge bereit. Wir können aber nicht auf unsere eigene Meinung pochen, sondern wir wollen bereit sein, dem Herrn Jesus nachzufolgen.…

Die so genannte „Nachfolge Jesu“ als Prinzip devoter Unterordnung wird dann wie folgt definiert:

„Der Weg des Herrn hat zwei Merkmale: Es ist der Weg der Demut und des Gehorsams. Folgen wir doch in der gleichen Richtung: Bleiben wir demütig und gehorchen dem Wort Gottes. …“

Und das ist natürlich nur zu erreichen durch „ den Besuch der Gottesdienste; wir können ihm in unseren Gebeten nahe sein; wir sind ihm nahe in der Gemeinschaft untereinander und mit den Gottesknechten, besonders mit den Aposteln. …“

Nach Stand vom Februar 2011 gelten nun nach einer Teilveröffentlichung von Auszügen aus dem neuen Katechismus in Zukunft folgende Glaubensgrundsätze:

Auszüge aus einer Sondernummer   der LEITGEDANKEN der NAKI,  Februar 2011

 „Die Kirche bedarf, um ihrer Aufgabe in allen Aspekten gerecht zu werden, des Apostelamtes. Wo das Apostelamt in der Einheit mit dem Stammapostel, der den Petrusdienst versieht, vorhanden ist, gibt es das geistliche Amt und die rechte Verwaltung der drei Sakramente.“

Das Heilige Abendmahl aller anderen christlichen Konfessionen wird so lediglich als  „Gedächtnis-, Gemeinschafts- und Dankesmahl“ betrachtet, denn nur  „im Werk Gottes ist das möglich, was in den anderen Institutionen, die zur sichtbaren Kirche zählen, wegen der Ablehnung der gegenwärtig wirkenden Apostel nicht ausgeführt werden kann, nämlich die Wiedergeburt aus Wasser und Geist zu ermöglichen und Heiliges Abendmahl mit der wahren Gegenwart von Leib und Blut Jesu zu feiern.“ Denn allein „dem Apostelamt ist nach biblischem Zeugnis die Aufgabe vorbehalten, die Gabe des Heiligen Geistes zu spenden.“  

Dadurch werde „zum einen die Gotteskindschaft konstituiert und zum anderen die Berufung zur Erstlingsschaft zugesagt.“ Und das hört mit dem Tod natürlich nicht etwa auf! In einem Schreiben an die Apostel vom Juni 2011 bemerkte Stap. Leber, dass die Gottesdienste für die Entschlafenen (Toten) nicht nur die Gelegenheit bieten, " uns der Gestorbenen zu erinnern, sondern auch, ihnen eine Hilfe und ein Segen zu sein." Besonders gilt das denen, die sich "am Herrn geärgert (haben), d.h., sie haben sich an ihm gestoßen und hatten so ihre eigenen Vorstellungen." Manche Menschen haben sich wohl sogar an den Aposteln geärgert. "Mit dieser Einstellung sind sie dann in die jenseitige Welt gegangen. Wie viel Geduld, wie viel Hilfestellung ist nötig, um sie von ihrer falschen Sehensweise zu befreien!"

Aber zurück zu den lebenden Menschen. Für sie gilt:

Am deutlichsten ist die Kirche Jesu Christi dort wahrnehmbar, wo das Apostelamt, die Spendung der drei Sakramente an Lebende und Tote sowie die rechte Wortverkündigung vorhanden sind. Dort ist das Werk Gottes aufgerichtet, in dem die Braut Christi für die Hochzeit im Himmel bereitet wird.“

Alle anderen christlichen Kirchen und Denominationen werden damit zwar verbal zur "sichtbaren Kirche" hinzugezählt, Gotteskindschaft aber, sakramentale Heilskompetenz und darüber hinaus Sündenvergebung und Versiegelung sogar im Totenreich gibt es jedoch nur und ausschließlich durch die NAK, dem einzig wirklichen "Werk Gottes"! (Siehe dazu auch meinen satirischen Kommentar: Abendgebet von Dr. Willi ) Ergänzend dazu äußerte sich am 26./27. März 2011 Bezirksapostel Michael Ehrich in einem Gottesdienst in Ulm:

 Die Predigt der Apostel ist verbindlich, denn sie macht deutlich, was zum Heil des Menschen unbedingt notwendig ist. Sie macht den gegenwärtigen Willen Gottes deutlich und bereitet auf die Zukunft mit ihm vor. ….. die Kirche Christi … ist in ihrer sichtbaren Natur immer unvollkommen. Dort, wo das Apostelamt wirkt, ist sie am deutlichsten mit dem „Mehrwert Apostelamt“ wahrnehmbar. Anders ausgedrückt, ist sie folglich dort, wo das Apostelamt nicht wirkt, gleichwohl vorhanden, aber defizitär.“

 Im Vorfeld des Jugendgottesdienstes am 26. Juni 2011 formulierte "Cheftheologe" Dr. Reinhard Kiefer in einem Vortrag zu den Glaubensartikeln der NAK diese Haltung auf den fundamentalistischen Punkt gebracht, frei nach dem Motto "I am right, you are wrong, go to hell!", wie folgt:

"Bei uns ist der Apostel der Repräsentant Christi. Diesen Anspruch erheben wir eben. Das ist ein ganz wichtiger Punkt, der soll auch zeigen: Die Apostel sind nicht eine Sache irgendeiner Winkelgemeinschaft oder neuapostolische Spezialwürdenträger, sondern gehören in den Raum der gesamten Kirche hinein. Dass nur die Neuapostolischen das wahrnehmen, ist eigentlich ein Betriebsunfall, das soll ja gar nicht so sein. Die sollen in der Mitte der Kirche Christi stehen und nicht am Rande, wie es jetzt ist."

Also wird nach Kiefers Vorstellungen der nächste  Kirchenpräsident der NAK dann standesgemäß gleichzeitig auch Papst und Vorsitzender der EKD?

Ein Buchauszug aus „Was sagen die Anderen“ von Bezirksapostel Gottfried Rockenfelder von 1953 soll hier das Schlusswort bilden. Die damals bereits in dem Buch zitierte Kritik an der NAK durch den Evangelischen Pressedienst unterscheidet sich letztlich wenig von dem heutigen Geschehen, weder in Form der im Prinzip richtigen Darstellung der neuapostolischen Glaubens- und also Sektenproblematik noch in der Art der neuapostolischen Entgegnung im Sinn von meist simplifizierenden oder verschleiernden Gegendarstellungen.

Buchauszug:

„Solange Männer unter den ersten Christen waren, die als Apostel ihr Leben in den Dienst des Herrn stellten, wurde an allen Enden dieser Sekte widersprochen (Apostelgeschichte 28, 22). Wie aber in der Urkirche und in der Schlußkirche dieselben Kräfte wirken, so sind auch die sie umgebenden Kräfte die gleichen geblieben. Um abschließend zu verdeutlichen, daß es heute in der Endzeit und in dem Vollendungsabschnitt des göttlichen Erlösungswerkes nicht anders ist als bei seinem Anfang, diene eine Nachricht vom „Evangelischen Pressedienst", die uns kurz vor Drucklegung dieses Büchleins überreicht wurde. Es heißt dort in der Zentralausgabe Nr. 11 der Redaktion Bethel bei Bielefeld:

Die Neuapostolischen  bleiben  Sekte
epd Stuttgart, 14. Januar 1953
In Nordwürttemberg wie auch in einigen anderen Bundesländern hat die Neuapostolische Gemeinde, nachdem sie die Körperschaftsrechte erhalten hat, ihren Namen in „Neuapostolische Kirche" umgewandelt und erklärt, die Bezeichnung „Sekte" sei nunmehr unzutreffend. Dazu geht dem Evangelischen Pressedienst von kirchlicher Seite folgende Stellungnahme zu: Die Bezeichnung „Sekte" hängt nicht von dem Besitz oder Nichtbesitz der Körperschaftsrechte ab. Die Körperschaftsrechte werden dann einer religiösen Gemeinschaft verliehen, wenn sie auf Grund ihrer Mitgliederzahl die Gewähr einer gewissen Dauer bietet. Dieser äußerliche Gesichtspunkt hat jedoch nichts mit der inneren Struktur einer religiösen Gemeinschaft zu tun. Auch wenn die Neuapostolischen jahrhundertelang bestünden und ihre Mitgliederzahl vervielfachten, könnten sie in der Sicht der Kirche den Charakter einer Sekte nicht verlieren. Denn „Sekten" sind solche Gemeinschaften, die bewußt die biblische Grundlage verlassen und in der Folge davon auch die geistliche und brüderliche Gemeinschaft mit der Kirche zerschnitten haben. Das ist bei den Neuapostolischen der Fall, denn sie lehren, ihre angeblichen neuen Apostel ersetzten mit ihrem Wort die Bibel und seien die alleinigen Mittler des Heils, das es außerhalb der neuapostolischen Gemeinschaft nicht gebe. —


     Wir haben dem nichts mehr hinzuzufügen.
      Es konnte im Rahmen dieser Aufzeichnungen nicht Aufgabe sein, Worte für die Schönheit und Lieblichkeit der Braut des Herrn zu finden oder gar „Beweise" dafür zu liefern, daß sie seine Erwählte ist. Das bleibt den Gottesdiensten vorbehalten. Nur zeigen wollten wir, was die anderen sagen, die auch etwas von dem Klang der Stimme vernehmen, mit welcher der Geist und die Braut rufen: KOMM!“     

Bis soweit der Auszug! Ich habe diesen Ausführungen denn auch nichts mehr hinzuzufügen ...  

Druckversion des Auszuges

Zitat- Aktualisierungen zu theologisch relevanten Äußerungen und/oder Veröffentlichungen von NAK-Funktionären:

2012, 15. Januar: Apostel Schneider in Künzelsau im Ämtergottesdienst für Vorsteher (Quelle: Artikel bei "Religionsreport" und CiD ):
„Einerseits sollen wir Zeugen sein für den Herrn in der Gegenwart (ihn und sein vergangenes und gegenwärtiges Wirken bezeugen).  Aber wir sollen auch später einmal Zeugen sein können, wenn nach der Wiederkunft Jesu sich das Christentum mit allerlei Ausreden entschuldigen will. Dann sollen wir bezeugen können, dass es trotz aller subtilen Verführungskünste der Geister möglich war, Glauben zu halten. ….
Vorsteher sind Statthalter des Apostelamtes vor Ort in Christi Gemeinde.


 

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* siehe dazu auch meine Satire

Vertiefende Gräben mit allerhöchster Autorität - Eine satirisch-ernste Betrachtung über die neuesten theologischen Tendenzen in der NAK von Detlef Streich (11.2011)