Aquarell D. Streich

"Wenn Kinder wegen ihres ungöttlichen Verhaltens gestraft werden müssen, dann ist es eine schlimme Sache, wenn die Eltern selbst durch ihr Benehmen dazu die Aussaat gemacht haben. (...)  Das beste Mittel bei der Erziehung unserer Kinder ist die Botschaft unseres Stammapostels."

Quelle NAK-Amtsblatt 11, 1955  "Belehrungsstunde für Eltern"  Artikel ganz lesen

NAK GB 1925 Nr. 356

Ein Christ kann ohne Kreuz nicht sein.

Drum lass dich´s nicht betrüben,

wenn Gott versucht mit Kreuz und Pein,

die Kinder, die ihn lieben.

Je lieber Kind, je ernster sind

des guten Vaters Schläge.

 

Sie finden auf dieser Seite:

  • 28.6.2016 "Die richtige Gesinnung" - Kinderindoktrination in der Schweiz
  • 13.7. 2014 Adoptivkind wieder abgeschoben: Olaf Wieland berichtet
  • 25.6.2014 Eine Zeitreise 20 Jahre zurück: GEFAHREN FUER LEIB UND SEELE -  NAK-Hamburg, im März 1993
  • 8.5.2014 Die Fußfesselindoktrination aus Krefeld /Viersen
  • Zur Neukonzeption der Zeitschrift »Wir Kinder«  - Anmerkungen von Detlef Streich (Nov. 2012) mit einem NAK-Predigtbeispiel aus einem ´normalem` Kindergottesdienst in der Neuapostolischen Kirche
  • Jugendgottesdienste  in der NAK -Predikale "Gehirnwäsche oder beispielhafte Gemeinschaft? DS, Nov. 2011
  • „Komm und Siehe“  Videowerbung für den Hamburger NAK-Jugendtag 2012 mit RTL-Jingle, Ikea, Hornbach etc ...
  • Segen Gottes DS Ein aktuelles Beispiel für die haarfeine und auf den ersten Blick wenig spektakulär erscheinende Indoktrination der Kinder in der NAK
  • Mütterlein - ein Reim zum Muttertag
  • NAK-Broschüre: Erziehung zum Glauben NRW (aktuelle Erziehungsvorgaben)
  • Konfirmation in der NAK - Zitate aus Konfirmandenbriefen von Stap. Leber
  • Gedicht "Entsagungen" DS
  • Links: freie Downloadartikel zur Bewusstseinsmanipulation in Sekten
  • Zusammenfassung der Arbeit  Risiken für die Selbstbildung durch Erziehung und Sozialisation in fundamentalistisch religiösen Gemeinschaften  am Beispiel der Neuapostolischen Kirche Verfasserin:Ulrike Bär-Streich April 2003, (Hinweis DS: Da immer wieder auf die besondere Problematik von Kindern und Jugendlichen in der NAK hingewiesen wird, habe ich die sehr umfangreiche Arbeit meiner Frau U. Bär nun auf die wesentlichen Darstellungen hin verkürzt und weiter unten online diese Auszüge der schnelleren Lesbarkeit wegen eingestellt.)
  • NAK-Erziehung und –Sozialisation (Leserbrief eines Zeitzeugen)
  • Link: Kann das denn wirklich rechtens sein? Rechtliche Grundlagen für den Bereich unter dem speziellen Blickwinkel des Kinder- und Jugendschutzes - Sekten und Psychogruppen - IDS - Informations- und Dokumentationsstelle

NAK GB 1925 Nr. 342 Strophe 2

Wenn er dich lobet, bücke dich;

wenn er dich liebt, so ruh´!

Wenn er dich aber schilt, so sprich:

"Ich brauch´s, Herr, schlage zu!"

 

28.6.2016 "Die richtige Gesinnung" - Kinderindoktrination in der Schweiz

Zitat ohne Kommentar:


Brunnersberg, 27. - 29. Mai 2016:
Bei strahlendem Sonnenschein fanden sich viele Kinder und Lehrkräfte für ein Reli-Week auf dem Brunnersberg ein. Der Samstag stand ganz im Zeichen des Religions-Unterrichtes, wo folgende Themen in Gruppenarbeit behandelt wurden:

  • Die richtige Gesinnung
  • Notwendigkeit des Vergebens
  • Barmherzigkeit
  • Heiliges Abendmahl

Die freie Zeit verbrachten wir mit Sport, Spiel und Spass. Auch das Lagerfeuer durfte nicht fehlen.

(...) Am Sonntagmorgen konnten alle den Gottesdienst miterleben. (...)
Priester Th. Waller erzählte eine Geschichte von zwei Wanderern. Der eine (Satan) trägt in seinem Rucksack Hass, Streit und Lüge mit sich. Der andere (Engel) hat im Gepäck ein Kuvert, dessen Inhalt voller Reinheit, Liebe und Freude ist. Satan prahlt vor dem Engel, dass er den Inhalt seines Rucksacks viel eher loswerden kann. Wir möchten nichts aus dem ersterwähnten Gepäckstück mitnehmen, sondern entscheiden uns für das Engel-Kuvert.
(Quelle klick)

 

13.7. 2014 Adoptivkind wieder abgeschoben: Olaf Wieland berichtet in Beitrag 60 bei Quo Vadis NAK

„In meiner Herkunftsgemeinde hatte eine Familie ein Kind adoptiert, welches sich im Nachhinein für die Adoptiveltern als zu aufsässig erwies. Ich kannte den Jungen gut und ging mit ihm oft nach dem Gottesdienst zurück nach Hause. Er stellte viele Fragen bzw. stellte vieles in Frage, was die NAK betraf. Er war in meinen Augen überhaupt nicht "aufsässig", sondern nur wißbegierig und außerdem auch sehr gut in der Schule. Mit dieser Einstellung würde der Junge bestimmt in Konflikt mit seinen treuen neuapostolischen Adoptiveltern kommen, war meine Befürchtung. Meine Ahnung traf ein, denn es gab nach einiger Zeit Gespräche mit den Amtsträgern bis hoch zum Apostel, dass man mit dem Jungen überfordert sei (quasi neuapostolische "Ballastexistenz") Diese Informationen wurden in meiner Familie und in der Gemeinde hinter vorgehaltener Hand und teilweise auch mit schadenfreudigem Gesicht weitergetratscht.

Als man ihn erfolgreich abgeschoben hatte, konnten sich die Adoptiveltern vom Gemeindechor ein Lied wünschen (ich weiß nun nicht mehr, aus welchem Anlaß). Sie entschieden sich für "Ich bete an die Macht der Liebe". Nachfragen über den Verbleib des Jungen wurden nicht beantwortet. Jeder müsse selbst wissen, was er tue. Er war einfach nicht mehr existent.“

 

25.6.2014 Eine Zeitreise 20 Jahre zurück: GEFAHREN FUER LEIB UND SEELE -  NAK-Hamburg, im März 1993 (Seiten 1-19).

Quelle: http://waechterstimme.orgfree.com/gefahr.html

Vorbemerkung DS: Viele Jugendliche halten die heutige Ausprägung der NAK für weltoffen, modern, gewandelt und lächeln oder halten es für übertrieben, wenn ihnen jemand von sogenannten „alten Sektenzeiten“ erzählen will. Eine kleine Auswahl aus der vorliegenden Schrift und der damit damals umfassenden Lehrmeinung der NAK soll hier Klarheit bringen. Der eine oder andere Leser wird zudem bemerken, dass viele der Ansätze durchaus auch heute noch gelehrte und geforderte Standpunkte darstellen

Worddatei  der gesamten Schrift

Zitate aus Gefahren für Leib und Seele:

Hinweise zu Gefahren fuer Leib und Seele sind mehr als eine Lebenshilfe; sie sind ein Angebot der Hilfe zur Erreichung des Glaubenszieles. Als solches haben sie eine auf dem Glaubensgehorsam beruhende Verbindlichkeit.

       Der Rat gilt noch immer:
         Lerne in diesem Leben unterlassen,
         was du im Jenseits nicht fortsetzen kannst.

                            J.G. Bischoff

Die Ausfuehrungen gehen auf vielfaeltigen Gedankenaustausch mit unserem Bezirksapostel und den Aposteln zurueck und beziehen auch Hinweise mit ein, die in den vergangenen Jahrzehnten von den Stammaposteln und den Aposteln zur Jugendpflege erteilt wurden.

Diskothekenbesuch:

Gefahren speziell fuer Gotteskinder:

Bekanntschaften mit Menschen, die ausgesprochen weltlich gepraegt und gesinnt sind; unkontrollierte Verbindung zu solchen, die gezielt beeinflussen wollen; versaeumte Heiligung fuer den Gottesdienst.

Uns wird geraten, die genannten Staetten nicht aufzusuchen. Vielmehr suchen wir nach Moeglichkeiten, mit Gotteskindern Gemeinschaft zu pflegen, und wir nutzen sie. Dann entsteht erst gar nicht das Beduerfnis nach derartiger Zerstreuung. 

 

Film:

Viel entscheidender sind die geistigen Einfluesse, denen man als Zuschauer ausgesetzt ist. Fremde Werte und Normen werden transferiert. Die praegende und manipulierende Wirkung ist hinreichend bekannt. Jeder Film bringt eine Botschaft des Geistes, der ihn erstellt hat.

Wenn schon der Gesetzgeber erkennt, welches Unheil von manchem ausgeht, was gedreht wird, wieviel mehr sollten wir als Gotteskinder darauf achten, was auf uns als Eindruecke zukommt.

Wenn es um die Erhaltung unseres Leibes geht, meiden wir Gift. Wir sollten gleiche Masstaebe auch anlegen, wenn wir an das Wohl und Leben unserer Seelen denken. Wer ein feines Empfinden fuer das seelische Leben entwickelt, merkt auch sehr schell, was ihm im Geistigen zutraeglich ist oder schadet. 

Literatur:

Zur Literatur gehoeren aber auch pornographische Schriften und einschlaegige Magazine. Diese nehmen wir nicht in die Hand. Schon eine fluechtige Betrachtung laesst uns zurueckschrecken; die Wuerde des Menschen als Krone der Schoepfung wird empfindlich verletzt. 

Auch hierin wollen wir bemueht sein, uns die Reinheit der Gefuehle zu bewahren.

Gegenwaertig erfreut sich die Fantasy-Literatur grosser Beliebtheit. Sie uebermittelt Gedankengut der New-Age-Bewegung und der Esoterik (vgl. Kapitel 2.14). Vor ihr muss mit Nachdruck gewarnt werden.

Beachten wir: Das grossartigste Buch ist die Heilige Schrift. Wir wollen darin regelmaessig lesen.

 

Musik:

Die Beeinflussung des Unterbewusstseins ist bei bestimmter Art von Musik verborgenes Ziel; und das macht sie so gefaehrlich.

Wer sich verantwortungsbewusst mit diesem Thema beschaeftigt, erfaehrt, dass sich Gewalt, perverse Sexualitaet und Satanismus durch Rockmusik ausbreiten. Der jugendliche Zuhoerer soll durch Konzertbesuche, satanische Poster und Literatur in den Satanismus einbezogen werden. Man hat herausgefunden, dass Stuecke von Rockgruppen gespickt seien mit Botschaften wie "Satan, wir lieben dich" und "Satan ist mein Koenig", wenn man sie rueckwaerts spielt.

Wir hueten uns dafuer, uns mit Musik zu stimulieren oder selbst zu manipulieren.

Der Umgang mit Musik will gelernt sein.

Der musikliebende Jugendliche mag durchaus auch in ein Konzert gehen, das eine Musik darbietet, die im Ursprung zum Lobe Gottes eingerichtet ist und deren Schoepfer von Herzen schrieb, um wieder zu Herzen zu gehen. 

Jedoch sollte er sich fragen, ob er die Zeit nicht besser im Werk Gottes nutzbringender verwenden kann. Dass er deswegen keinen Gottesdienst versaeumt, versteht sich von selbst.

 

Voreheliche Beziehungen

Die Ehe ist die einzige von Gott gewuenschte Einrichtung fuer die Vereinigung zwischen Mann und Frau. Die Apostel missbilligen ausdruecklich nichteheliche Partnerschaften, ganz gleich, ob es sich um "Ehen auf Probe" oder um "freie Verbindungen ohne jegliches oeffentlich anerkanntes institutionelles Band" handelt.

Desgleichen lautet der Rat der Apostel, in der Freundschafts- und Verlobungszeit keusch und enthaltsam zu leben. 

… Als Konsequenzen dieser Haltung unserer Apostel ergibt sich auch, dass wir als nichtverheiratete oder verlobte Paar

- nicht gemeinsam in einer Wohnung wohnen und

- nicht gemeinsam Urlaub machen (ausgenommen in Begleitung unserer Eltern).

 

Sport:

Wenn man Sportveranstaltungen besuchen will, soll man bedenken, welche Atmosphaere dort herrscht. Oftmals sind Massenhysterie und Gewalt Begleitumstaende, denen man unfreiwilligerweise unterworfen wird.

Sportliche Aktivitaeten sollen eine sinnvolle Foerderung des gesundheitlichen Wohlbefindens darstellen. Vereinsbezogenes Engagement darf nicht zu Ueberschneidungen mit kirchlichen Aktivitaeten fuehren. 

 

Moderne Geisteströmungen:

Der Fuerst der Finsternis findet immer neue Methoden, und sein Angebot wird immer raffinierter. Unter wunderschoenen Deckmaentelchen, die mit dem Namen des Christentums gefaerbt sind, treibt er sein verderbendes Handwerk mit grossem Erfolg. Die Menschen werden in hellen Scharen verfuehrt und kommen in den ausausweichlichen Bannkreis der teuflischen Maechte.

- Die "New Age" zugehoerigen Gruppierungen und Einrichtungen zielen darauf ab, eine neue Weltordnung aufzubauen und die Welt fuer Luzifer einzunehmen.

- Die New-Age Bewegung will den Glauben an Gott ganz aufloesen.

- Es wird ein neues Weltbild begruendet, in dem der Mensch als Teil des Kosmos selbst Schoepferqualitaeten hat.

- Selbstverwirklichung, Bewsusstseinserweiterung und Selbstfindung gelten als Leitweg in das Neue Zeitalter (= in das "New Age"). …

Bei der "New Age"-Bewegung haben wir es mit einer Irrlehre zu tun, die

- schleichend den Glauben abtoetet
- von Gott entfremdet
- den Menschen zu Gottaehnlichkeit erhoeht.

Die gefaehrliche, glaubensschaedigende Kraft von "New Age" liegt in der unmerklichen Einflussnahme auf den Kern der Persoenlichkeit mit Auswirkungen auf den ganzen Menschen, bestehend aus Seele, Geist und Leib. Letztlich fuehren die Lehre und die Ziele der "New Age"-Bewegung zur totalen Abhaengigkeit des Menschen von den Geistesmaechten, die auf ihn einwirken.

Bei den Glaubensgeschwistern, die sich diesen Ideen ergeben,

- unterbleiben allmaehlich Aufschauen, Demut und Nachfolge
- Wort und Sakramente erscheinen ueberfluessig.

Schlussbemerkung

Gefahr erkannt - Gefahr gebannt! lautet ein Sprichwort. Wenn wir den Hinweisen unserer Segenstraeger folgen, bleiben wir vor Schaden bewahrt.

Als Gotteskind sind wir zu Hoechstem berufen. Unser himmlischer Vater will uns in seiner Liebe begegnen, genauso wie es auch sein Wille ist, allen Menschen zu helfen.

Dazu erfahren wir zeitgemaess seinen Willen.

In diesem Sinne sind diese Hinweise zu verstehen.

-Zitate Ende-

 

 

Zur Neukonzeption der Zeitschrift »Wir Kinder«  - Anmerkungen von Detlef Streich (Nov. 2012)

http://www.bischoff-verlag.de/public_vfb/pages/de/family/news/121102neukonzeption.html

Frei nach dem alten Witz „Wollen Sie zuerst die gute oder die schlechte Nachricht hören“ fange ich einmal mit der guten Nachricht vom 2.11.2012 an: Zitat(e) aus dem Bischoffverlag online:


 

Weil die Aboauflage der neuapostolischen Kirchenzeitschrift »Wir Kinder« zurückgegangen ist, kann sie als eigenständige Zeitschrift nicht erhalten bleiben.“

Da freut man sich doch gleich zweimal. Erstens über die zurückgegangenen Abos und zweitens über die Produktionseinstellung der „wertvollen und glaubensfördernden Inhalte“, will sagen, der gefühls- und meinungsmanipulativen Indoktrinationsansätze, die die „Kinder im Glauben durch ihren Alltag begleiten – das ist das Ziel. „Wir Kinder“ will durch pädagogisch wertvolle Lese-, Spiel- und Bastelangebote den Kindern neuapostolische Glaubensinhalte ihrem Alter entsprechend vermitteln und sie somit in die Kirchengemeinschaft integrieren.“ (Quelle: http://www.nak.org/de/news/nak-international/article/15524/ ) Eine Gefühlsvorgabe gibt es natürlich gleich dazu: „Die jungen Glaubensgeschwister sollen fühlen: Ich bin geborgen, ich bin sicher, ich werde geliebt.“

Aber hier hat man sich doch ein wenig zu früh gefreut, wenn man denkt, dass dieses Machwerk nun gänzlich beendet wird. Hier also die schlechte Nachricht:

Deshalb hat der Verlag gemeinsam mit der Kirchenleitung entschieden, die wichtigsten Rubriken aus »Wir Kinder« ab Januar 2013 in »Unsere Familie« zu integrieren… . Jede ungerade Ausgabe von »Unsere Familie« (Ausgabe zum 5. eines jeden Monats) enthält künftig einen achtseitigen Kinderteil mit den wichtigsten Rubriken aus »Wir Kinder«.“

Nebenaspekt dieser Veränderung: „Somit haben UF-Abonnenten die Möglichkeit, den Kinderteil z. B. für die eigenen Kinder oder Enkelkinder zu nutzen. Sie können den Kinderteil aber auch an Kinder in der Gemeinde weitergeben, die kein Kinderheft haben.“

So gelangen also auch Kinder in den zweifelhaften Genuss dieser „speziell für Kinder aufbereiteten Themen“, deren Eltern eigentlich gar kein Abo haben. Sprachgebrauch in UF: Die Kinder können damit „versorgt werden“.

Und dann noch ein schöner UF-Euphemismus am Ende:

Damit wird der künftige Inhalt der Zeitschrift noch mehr dem Titel »Unsere Familie« gerecht.“
 

Ist doch immer wieder schön, wie Sachverhalte (hier der durch den Kinder- und Mitgliederschwund bedingte Rückgang der Abos) positiv umgemünzt werden. Allerdings fragt man sich dann doch, wieso dann 1998 die Rubrik „Der gute Hirte“ aus der Zeitschrift UF ausgegliedert wurde und 2008 auch noch das 10-jährige Jubiläum der Zeitschrift gefeiert wurde, zu dem entsprechend hohe Funktionäre auch gratulierten (siehe hier: http://www.nak.org/typo3temp/pics/78ea2f01fc.jpg und hier: http://www.nak.org/typo3temp/pics/539242cc88.jpg ), wenn die neue Lösung wenig anderes ist als das, was zuvor bis 1998 praktiziert wurde? Nun ja und zugegeben, die Feinheiten der Indoktrination haben deutlich an Qualität gewonnen. Insofern hatte der 14jährige Ausflug durchaus seinen Sinn, und die Kinder, die das lesen, können unbeschwert weiter „fühlen sollen“ lernen, dass ein Leben ohne NAK völlig sinnlos ist! Ist doch schön, wenn nun jede zweite Familienausgabe völlig kostenlos so ein schönes Kinderheft dabei hat.  Ach übrigens habe ich gehört, dass sich der Bezugspreis von UF um 18% erhöhen wird ...

Wehe dem, der ein Kind in Furcht erzieht, und wenn es die Furcht vor Gott wäre! Denn er schändet unabsehbare Menschengeschlechter.
(Walther Rathenau, dt. Politiker, 1867-1922)

 

 

 

Jugendgottesdienste  in der NAK - Predikale „Gehirnwäsche“ oder beispielhafte Gemeinschaft? Eine Untersuchung von D. Streich am Beispiel des NAK-Jugendtages (EJT) 2009, November 2011

Lassen wir zu Beginn der Ausführungen einen Teilnehmer des EJT mit seinem Eintrag ins Gästebuch selbst zu Wort kommen:

#1900: Danièl

(23) - 16.12.2010, 20.07 Uhr,

„Ich bin gerade wieder im absoluten EJT-Fieber!
… Gedanke: Ach, irgendwie habe ich Lust ein bisschen die Lieder der EJT-CD zu hören.
Kaum das erste Lied angeklickt der nächste Gedanke: Ach ja, ich hab doch letztens ein paar Bilder wiedergefunden. Und die Diashow ist schon gestartet.
Zack ist es wieder soweit! Diagnose Akutes EJT-Fieber!!!
Einige Symptome, Krokodiltränen auf den Wangen, ein nicht Enden wollendes Lächeln,
Mitsummen der sehr, sehr laut erschallenden Lieder der oben angegebenen CD und eins der wichtigsten: Eine schier unbändige Sehnsucht wieder in den absolut tollen großen Kreis der Teilnehmer, sowie genießen können dieses Flairs von diesem immernoch absolut atemberaubendem Wochenende!

DANKE(!) an all diejenigen, … die mit dazu beigetragen haben, dass ich genau dies wie hier beschrieben selbst nach bald 2 Jahren immernoch erleben darf..!“

Ist eine solche Reaktion von Daniel der Ausdruck eines schönen Gemeinschaftserlebnisses gleichgesinnter, christlicher  Jugendlicher (so wird es innerhalb der NAK gesehen) oder ist sein Schreiben ein Beleg für eine optimal funktionierende Gehirnwäsche im Sinne praktizierter „mind control“ durch eine Psychosekte?  

Dieser Frage soll in den folgenden Ausführungen in sehr verdichteter Form nachgegangen werden und sie ist zunächst einfacher zu beantworten, als es den Anschein hat, weil prinzipiell kein wirklicher Widerspruch zwischen beiden Aussagen liegt. Jeder christliche „Jugend- oder Kirchentag“ wird, wenn er gelungen ist, ein emotionales Gemeinschaftserlebnis sein und Elemente von „mind control“ haben! Vergleicht man z.B. Einträge im Gästebuch  des Evangelischen Jugendwerkes Württembergs (ejw) mit denen der NAK-Jugend finden sich auffallend ähnliche Anmerkungen wie „Hammer, super Erlebnis, vermisse die Gemeinschaft, viele liebe Leute getroffen, coole Musik, wie im Himmel, tolle Stimmung, traurig über das Ende“ etc. Und sicher wird über die Seminare und Gottesdienste auch immer eine „mind control“ ausgeübt im Sinne von Denkvorgaben, Bindungen an die Kirche, Festigung der Beziehungsstrukturen, Lebenssinnstiftungen, spirituelle Erlebnisse  und anderes mehr. Dieses sind die Ziele solcher tradierten Veranstaltungen als „eine der wichtigsten Inspirationsquellen des Gemeindelebens“ mitimmer wieder belebenden Impulse für die Kirche“.

Die entstehenden Korrelationen zwischen Musik, Begegnungen in der Gemeinschaft, Losgelöstheit vom Alltag, Wortbeiträgen in den Seminaren und Gottesdiensten sind dabei psychologisch besonders auf das Gefühl gerichtete und wirken im Einzelnen wie auch gebündelt auf den in der Gruppe anonymisierten jungen Menschen, die auf der Suche sind nach Orientierung, Vorbildern und Halt. Hinzu kommen bei diesen Veranstaltungen ganz besondere, großgruppenspezifische Phänomene und Interaktionen mit sich gegenseitig ansteckenden Tendenzen (kollektive Dynamiken) zu irrationalem Handeln, abhängig von den Intentionen und Gedanken ihrer Mitglieder. Je ähnlicher dabei die Einstellungen der Gruppenmitglieder sind, desto höher ist die Kohäsion der Gruppe und das übereinstimmende Denken („groupthink“). Nach Janis ist Groupthink ein "Denkmodus, den Personen verwenden, wenn das Streben nach Einmütigkeit in einer kohäsiven Gruppe derart dominant wird, dass es dahin tendiert, die realistische Abschätzung von Handlungsalternativen außer Kraft zu setzen".

Ob beabsichtigt oder nicht verbinden sich die kurz beschriebenen, einzelnen Phänomene multifaktoriell dergestalt, dass sie den in sie eingewobenen Menschen bis zu seiner völligen Unterwerfung (ver-) führen können, (ver-) führen „müssen“, wenn er Mitglied dieser Gruppe bleiben oder werden möchte. Je enger nun der Denkhorizont der Gruppe ist, desto problematischer wirkt sich das auf den Jugendlichen aus. Und hierin unterscheidet sich der EJT der NAK deutlich von den anderen Kirchentagen nicht nur in den dort breiten und vielfältigen Angeboten zu den unterschiedlichsten Themen, sondern vor allem in der Durchführung und den Themen der Gottesdienste.   Hier finden Sie als Beispiel und zum Vergleich mit dem EJT einen in bewusst einfacher Sprache gehaltenen ev.  Einführungsgottesdienst aus Dresden.                          weiterlesen

 

 

Aktuelle Ergänzung aus einem Bericht von NAK-NRW: Neue Impulse für Jugendgottesdienste vom 21. 11.2011

Apostel Franz-Wilhelm Otten, GD am Vormittag für die Jugendbeauftragten, Bibelwort aus Matthäus 13,16: „Aber selig sind eure Augen, dass sie sehen, und eure Ohren, dass sie hören.“

Nach ewig langen Vorbemerkungen und der Anregung: „Zeigt den Jugendlichen, wie schön es ist, ein Glaubensziel zu haben, gibt es am Ende dann den Hauptpunkt, um den sich alles dreht:

Gott sieht das Ganze und immer weiter als wir Menschen“, so der Apostel in der Predigt. Sein Aufruf an die Zuhörer: „Lasst uns mehr sehen und zu tieferer Erkenntnis kommen.“ Zudem gelte es, zu erkennen, wann Gott mit einem spreche, beispielsweise im Gottesdienst.

 

 

 

Schwarzweißer geht nicht:

Zitat aus: ´Christi Jugend` Rundschreiben für die Jugend im Apostelbezirk Berlin-Brandenburg – Hrg. BezAp Schröder, Mai 1996

Wer da steht, sehe wohl zu, daß er nicht falle! 1. Korinther 10, 12

            Gestern                      Heute

war man so:    ist man vielleicht schon so:

 

            gläubig            ungläubig

            fromm            gottlos

            liebevoll          lieblos

            barmherzig     unbarmherzig

            tiefgründig      oberflächlich

            weise              töricht

            demütig          hochmütig

            sanftmütig      zornig

            friedfertig       streitsüchtig

            treu                untreu

            ehrlich            unehrlich

            rein                 unsauber (in Gedanken)

            wahrhaftig      unwahr

            eifrig               träge

            betend            fluchend

            vertrauend      mutlos

            trostreich        verzweifelt

            glücklich         unglücklich

            hoffnungsvoll  verzagt

            opferfreudig   selbstsüchtig

            erleuchtet       verfinstert

            begnadigt       verschuldet

            erlöst              gebunden

            erwählt           verloren

            gesegnet         unfruchtbar

            geheiligt         unheilig

            mit Jesu vereint    von Jesu getrennt

            das Siegel       die Kindschaft verloren

            empfangen

im Geist           im Fleisch vollendet

begonnen

 

Aus dieser Gegenüberstellung können wir ersehen, in welcher Gefahr sich die Kinder Gottes täglich befinden, denn der Fürst der Finsternis benutzt jede Gelegenheit, das Göttliche in uns ins Gegenteil zu verkehren.

 

 

„Komm und Siehe“ Ein Werbe-Video zum Hamburger Jugendtag 2012

Videowerbung für den Hamburger NAK-Jugendtag 2012 im Look der Tagesschau, mit dem RTL-Jingle und Wortmarken von der Bildzeitung, Ikea und Hornbach. Ins Netz gestellt von Rafael Gebert.

Ich lasse meine Inhaltsbeschreibung des Videos ohne Kommentar hier erscheinen, weil das Machwerk für sich selbst genügend spricht!

Zunächst erscheint ein Jugendlicher (voll cooler Typ), macht den Fernseher an und schaltet in eine Pseudotagesschau ( ... vielen Dank Frau Merkel ...). Unter dem Slogan "Komm und siehe" (0.27) wird für den Hamburger Jugendtag 2012 dann von jedem Jugendlichen gefordert: Bring einen Gast mit!

Der insgesamt 11minütige Spot fährt nach dem folgenden Interview mit Bez.Ap Krause (= "Initiator dieses Events" 0.45) drei Bauarbeiter mit Bierflaschen auf, die von einem "richtig großen Ding mit 10.000 Leuten" sprechen (1.29). Danach kommt ein pseudoausländischer Koch zu Wort, der jetzt schon die Bewirtung fürs nächste Jahr vorbereitet (2.33). Nach diesem peinlichen Auftritt gibt es die immer wiederkehrende "Große Reportage" mit einem Wahnsinnstrailer zum Thema "Einladen". Zunächst erscheinen einige Negativbeiträge (peinlich arrangiert) (2.50). Dann folgt(3.49) zu "Mein NAK" der RTL-Jingle und eine Sequenz zum Thema "Zwang und Druck", die es " in der Vergangenheit schon mal hier und da gegeben hat“, aber heute natürlich nicht mehr. Bei 4.43 gibt es "Bild dir deine Meinung", natürlich mit dem Logo dieser Zeitung und ein Telefongespräch zwischen einem langhaarigen, rasterzopfigen Jugendchorleiter in schwarzer Hose mit Schlips, der seiner Freundin Tipps fürs Einladen gibt. Ein Chor singt schlecht einen peinlichen Vers: Jesus ist für alle da! Ab 5.30 gibt es unter dem Slogan "Oblaten - Die Regeln der Einladung" einen vom Himmel fallenden Fußballer, der in der Kirchenbank landet (mit Ball). Kommentiert wird das mit "Gotteskinder fallen nicht vom Himmel“. Dann geht die Große Reportage (5.58) weiter mit der Frage "Schon mal eingeladen?". Nach einer NEIN-Stimme folgen 44 Sekunden gefühlte 100 "Ja", unterbrochen von wenigen Neins.

Und wieder die RTL-Adaption, nun mit dem Spruch " Die NAK nur ein spot",  und ein häusliches Streitgespräch zum Einladen, das in das Ikealogo mündet mit dem Satz "GLAUBE - Entdecke die Möglichkeiten" (7.18). Es folgen 30 Sekunden zur Frage "Wen hast du eingeladen", dann "Wozu ...". Nach dem erneuten "Mein RTL-NAK-Jingle“ (8.22) knallen zunächst die Bierflaschen ( "Prost" mit Zigarette bei 8.39) und ein Rapp ertönt mit "der Party des Jahres" im Text.

Wieder geht es mit der großen Reportage weiter und der Frage "Was liebst du an deiner Kirche?" (8.54). Eine markante Antwort: "Ich liebe, dass ich mir aussuchen kann, was ich opfere und dass es keine Kirchensteuer gibt". Anschließend folgt ein bisschen Sport und ein (Pseudo?-)Behinderter wird im Rollstuhl dazwischen geschoben (8.59): Die Jugendlichen formieren ein Kreuz, singen "ja ja, jippijipijei" und im Anklang an den Baumarkt Hornbach erscheint die Schrift: "WEINBERG - Es gibt immer was zu tun" (10.20). Als Schluss wieder der Typ vor dem Fernseher, der den Kasten ausschaltet, sich umdreht und sagt: "Also ich lade ein! Und du?" Fetzige Musik mit markig eingeblendeten "Save the date"- Spots  und "es kommt auf jeden von uns an" beenden das beispielhafte Machwerk zum Thema "Hamburger Jugendtag".

 Anmerkung: Mittlerweile (15. Jan. 2012) ist das Video nicht mehr öffentlich zu sehen. Die missbräuchlich verwendeten Firmen sind von einem Berliner Bürger (nicht von mir) angeschrieben und informiert worden. Die Tagesschau hat, so ein Forumsbericht (S. 1 ganz unten), geantwortet:

"Sehr geehrter Herr XXXXXXXXX,
vielen Dank für Ihren aufmerksamen Hinweis. Sie liegen richtig mit Ihrer Einschätzung, dass die Marke Tagesschau hier zweckentfremdet wird, wir gehen dem umgehend nach.
Mit herzlichen Grüßen,
Franziska Storz
Erstes Deutsches Fernsehen
Programmdirektion
"

 

Segen Gottes DS

"Geistlicherweise wird es euch gut gehen, wenn ihr euch zum Herrn haltet und Jesus Christus in den Mittelpunkt eures Lebens stellt. Es ist unsere Überzeugung, dass wir als Gotteskinder im Werk des Herrn stehen dürfen und berufen sind, an der Wiederkunft Christi teilzuhaben.So möge es euch auch geistlicherweise im kommenden Jahr gut gehen! Bleibt an der Hand des Herrn, indem ihr seinen Aposteln nachfolgt! Seid treu im Opfern, um vielfältigen Segen Gottes erleben zu können"  Grußwort an die Jugend von Bez.Ap. Ehrich 2009

Ein aktuelles Beispiel für die haarfeine und auf den ersten Blick wenig spektakulär erscheinende Indoktrination der Kinder in der NAK: Unter dem Motto „Segen Gottes“ fand ein Gottesdienst für Religionsschüler (04.09.2011) in Hannover-Herrenhausen mit Apostel Achim Burchard und Bischof Winfried Sommer statt. Der Bericht:

Bibelwort Sirach 34, aus 19 und 20 vor:
„Die Augen des Herrn sehen auf die, die ihn lieb haben. Er ist ein gewaltiger Schild, ein Schutz gegen die Hitze; er erfreut das Herz und macht das Angesicht fröhlich und gibt Gesundheit, Leben und Segen.“

„Nach dem Lied des Kinderchores „Gott gibt mir seinen Segen“ wandte sich der Apostel an die junge Gemeinde: Sicher gäbe es verschiedene Antworten auf die Frage, was „Segen“ ist. Zum einen komme Gottes Segen „von oben“. Dazu gab es ein Experiment: Mehrere unterschiedliche Gefäße wurden auf einen Tisch verteilt – einige mit weiter Öffnung, andere mit einem ganz engen Hals, wieder andere mit einem Deckel oder verkehrt herum. Nun schütteten Kinder mit einer Kanne Wasser über die Gefäße aus. Ergebnis: Am meisten Wasser war in den Gefäßen mit weiter Öffnung, die verschlossenen und die auf dem Kopf stehenden Gefäße blieben leer… So sei es auch mit unserem Herzen, fuhr der Apostel fort. Wenn wir „dicht machen“, komme Gottes Wort und sein Segen nicht in unsere Herzen.“

„Zum anderen bedeute Gottes Segen auch Schutz. Jetzt zeigten Kinder in einem kleinen Rollenspiel, wie man sich unter einem Regenschirm geschützt und geborgen fühlen kann. Hierauf ging Bischof Sommer in seinem Dienen ein. Gottes Segen sei solch einem Regenschirm vergleichbar. Wir dürften nur nicht vergessen, diesen Schirm immer dabei zu haben.“

 

Kurze Erläuterungen:
Die banale Ableitung, Segen komme von “ oben“ und sei vergleichbar mit dem Menschen als einem bloß hohlen und offenen Gefäß, ist keine vereinfachte, sondern eine fälschlich reduzierte Sicht des Menschen als ein „hohles Gefäß“, das den über alles prasselnden Segensstrom nur aufnehmen muss. Dieses sogenannte "Experiment" ist nun nicht nur peinlich lächerlich, sondern im Prinzip nichts anderes als sich scheinlogisch gebende, pseudowissenschaftliche Indoktrination, die aber in der Psyche (=Herz) hängen bleibt und entsprechende Denkstrukturen hinterlässt. Dass von „oben“ nun in der NAK immer die oben gedachten und Gott stellvertretenden Amtsträger bedeutet, ist ebenfalls jedem Kundigen klar. Dies unterscheidet eine vielleicht ähnliche Unterrichtsstunde durch einen Religionslehrer in der Schule wesentlich von der hier vollzogenen Gedankenmanipulation: Die Kinder in der Schule werden bei einem solchen pädagogischen Ansatz nicht auf den Pfarrer oder Lehrer fixiert.

Die Regenschirmfortführung ist nun noch simpler. Und hier hat das Rollenspiel eine zentrale Bedeutung. Erstens ist es von den entsprechenden Lehrern bereits indoktrinierend vorbereitet und einstudiert worden, von dem Apostel und dem Bischof wird diese Haktung und Sicht jetzt verfestigt in klaren schwarz-weißen Denkmustern. Und zweitens fühlen sich die Kinder mit ihrem Spiel vom Apostel angenommen und bestätigt in folgender Denke:

Gott- Segen/Schutz/Schirm- Amtsträger- brav sein, nicht sich dicht machen, keinen Widerstand, sonst …..!!!!

... keinen Segen, keinen Schutz. Auch wenn dieses „Sonst“ nicht explizit gesprochen wird, ist es natürlich deutlich im Denkmuster als die Negation des hier dargestellten „Guten“ im Raum.

Interessant ist allerdings auch noch der nicht bemerkte, aber offensichtliche, paradoxe Widerspruch beider Aussagen:

Einmal ist das von oben Kommende göttlicher Segen, für den man ja schön brav und hohl sein muss, um sich davon füllen zu lassen. Im Schirmbeispiel hingegen ist es das das Böse, vor dem es sich zu schützen gilt ...???


Also: Gott schützt vor seinem Segen durch seinen segensreich aufgespannten Schirm ...

Bis soweit also auch im vermeintlich fortschrittlichen Hannover …

 

Drohung oder Zuspruch?


"Mit frohem Klang", Siegen 1977, Kinderliederbuch


        Paß auf, kleines Ich, werd nicht groß!
    Denn der Vater im Himmel schaut herab auf dich,
    drum paß auf, kleines Ich, werd nicht groß!

 

 

Mütterlein - ein Reim zum Muttertag

Hier ein rühriges "Gedicht", was bis in die heutige Zeit immer wieder herausgeholt wird als "leuchtendes Vorbild" für die Kinder und für die Mütter zum Muttertag gesungen wird:

 "Mütterlein"

Im Glauben ich mich zu Dir wandte, weil ich Dein Mutterherz erkannte,
das gläubig meinen Weg bewacht und mich zum Glauben hat gebracht !
Mütterlein, Mütterlein, mein liebes Mütterlein,
wie dankbar bin ich Dir, mein Mütterlein, dass du mich glauben hast gelehrt.

Die Liebe, die ich stets erfahren durch dich in meinen Kinderjahren,
läßt mich als Gotteskind nicht ruh'n, um, Mutter, dir es gleich zu tun!
Mütterlein, Mütterlein, mein liebes Mütterlein,
wie dankbar bin ich Dir, mein Mütterlein, dass du mich lieben hast gelehrt.

Und wenn ein Unrecht mich getroffen, auf dein Verständnis durft ich hoffen,
und alles wurde wieder gut, denn Hoffen heißt ja: habe Mut!
Mütterlein, Mütterlein, mein liebes Mütterlein,
wie dankbar bin ich Dir, mein Mütterlein, dass du mich hoffen hast gelehrt.

Du lehrtest mich in allen Nöten, zu Gott, dem Vater, kindlich beten
und beugtest mit mir deine Knie, o Mutter, das vergess ich nie!
Mütterlein, Mütterlein, mein liebes Mütterlein,
wie dankbar bin ich Dir, mein Mütterlein, dass du mich beten hast gelehrt.

 

NAK-Broschüre: Erziehung zum Glauben NRW (Elternbrief 09.2009)

Ebenfalls Interessantes zum Thema "Wie binde ich Kinder und Jugendliche an unsere Gruppe" findet sich in einem Elternbrief aus NRW zum Thema "Erziehung zum Glauben" vom September 2009. Wer die dann nachfolgenden Ausführungen von Ulrike Bär liest und mit den in dem Elternbrief aufgestellten "Anregungen" vergleicht, wird feststellen, dass sich im Wesentlichen nichts verändert hat. So heißt es in dem Schreiben, dass zur Erziehung zum Glauben gehört das "elterliche Engagement in der Gemeinde (zum Beispiel die Mitwirkung im Chor, beim Reinigen der Kirche, beim Schmücken des Altars usw.). Dies schließt auch die Anteilnahme am Leben der Glaubensgeschwister (Krankenbesuche, praktische Unterstützung und Hilfe für in Not Geratene usw.) sowie das vertrauensvolle Verhältnis zu Amtsträgern und Lehrkräften (Aufnahme der Amtsträger beim Seelsorgebesuch, das Anvertrauen in besonderen Verhältnissen usw.) ein. Je mehr sich die Eltern im Zentrum des Gemeindelebens befinden, desto mehr werden Kinder die Gemeinde als ihr „Zuhause“ erleben."

Ferner gibt es unter der Überschrift "Förderung der Glaubensentwicklung" die folgende Auflistung:

"Für die Glaubensentwicklung der Kinder ist es wichtig, dass ihre Eltern

den engen Kontakt mit Lehrkräften und Amtsträgern suchen

Interesse zeigen am kirchlichen Unterricht, an den Kinder- und Jugendgottesdiensten

und Gespräche darüber ermöglichen

die Kinder im Beten und Opfern unterweisen

ihnen den Wert der Gotteskindschaft bewusst machen und

die freudige Erwartung der Wiederkunft Christi fördern."

 

Im Weiteren gilt:

"Kritische oder abwertende Äußerungen über Gottesdienst, Amtsträger und Geschwister vor den Kindern sind nicht förderlich für die Glaubensentwicklung. Selbstverständlich kann es vorkommen, dass (auch jüngere) Kinder eine kritische Sichtweise gegenüber Gemeinde, Gottesdienst oder Gemeindemitgliedern einnehmen. Hier sind ein offener Umgang mit der geäußerten Kritik und ein ernsthaftes vertrauensvolles Gespräch mit den Kindern erforderlich und hilfreich, sodass wiederum der Wert des Glaubens und Gemeindelebens bewusst gemacht werden kann.

Kinder und Heranwachsende sollten immer wieder zu einem freien und offenen Bekenntnis ihres Glaubens in ihrem persönlichen Umfeld angeregt werden. Damit wird die bewusste Identifizierung mit dem Glauben, mit „seiner“ Kirche, mit der Gemeinde gefördert."

Welche besonderen "Werte" den Kindern der NAK "vermittelt" werden sollen, wird im aktuellen Elternbrief „Kinder brauchen Werte“ vom September 2011 aufgezeigt:

"In Bezug auf die Lehraussagen unserer Kirche kommt den genannten christlichen Tugenden oder Werten entscheidende, tief greifende Bedeutung zu. Hier ist besonders hervorzuheben, dass (vgl. Glaubensartikel der Neuapostolischen Kirche):

Gott zur Bereitung der Brautgemeinde seines Sohnes Apostel sandte und heute noch sendet - Liebe zu Gott und Gottesfurcht führen zur Aufnahme der Boten Jesu Christi

■ Jesus Christus wiederkommt, um seine Brautgemeinde zu sich zu nehmen (Tag des Herrn) - Vertrauen auf die Erfüllung der Verheißung Jesu Christi führt zum Streben nach Gerechtigkeit, die vor Gott gilt und auch zu versöhnlichem, friedfertigen Verhalten dem Nächsten gegenüber

auch Entschlafene das Heil Gottes empfangen können - unsere Nächstenliebe äußert sich in der Fürbitte.

Es bleibt eine wichtige Aufgabe, diese Glaubensstandpunkte und die darin enthaltenen Werte unseren Kindern zu vermitteln. Dies geschieht sicherlich in den verschiedenen Unterrichten unserer Kirche (Vorsonntagsschule bis Konfirmandenunterricht), entbindet die Eltern aber nicht von der Aufgabe, insbesondere durch ein authentisches Glaubensvorbild bei der heranwachsenden Generation die Entwicklung eines stabilen Wertesystems zu fördern."

Zur Erläuterung der Auswirkungen dieser institutionellen Erziehungsvorgaben auf die Entwicklung von Kindern lesen Sie bitte die unten folgenden Ausführungen von Ulrike Bär-Streich.

 

Konfirmation in der NAK

Die Konfirmation oder Firmung als feierliche Handlung ist ein "Ja" zum christlichen Glaubensbekenntnis und markiert grundsätzlich den Übertritt des Jugendlichen ins christliche Erwachsenenalter, verbunden mit der Selbstentscheidung und Verantwortungsübernahme für glaubensrelevante Fragen. In der NAK hat die Konfirmation jedoch das wie folgt definierte Ziel: "Der empfangene Segen soll die jungen Gotteskinder befestigen im Erlösungswerk Christi und bestärken, ... im Gehorsam des Glaubens treu zu bleiben bis zuletzt." Dazu ist es Brauch, dass für den jeweiligen Konfirmandenjahrgang vom Stammapostel ein offener Brief verfasst wird, der den jungen Menschen an diesem Tag übergeben wird. Interessant ist auch hier wieder, wie Glückwünsche und allgemeinchristliche Gedanken durch geschickten Einbezug von Bibelworten deutlich mit nak-spezifischen Einschwörungsformeln verknüpft werden, damit die Jugendlichen konkret an die NAK gebunden bleinen. Der scheinbare Glückwunsch entartet, dies zeigt ein historisches Dokument aus dem Jahr 1973 von Stap. Schmidt genauso wie die Zitate aus den letzten Jahrgängen,  sogleich zur Einschwörung auf die eigene Gruppe mit den immer wiederkehrenden, drei zentralen Punkten:

Opfern - denn ohne Geld läuft nichts;

Verbundenheit und (absolutes) Vertrauen zu den Amtsträgern - ohne das funktioniert die Machtausübung nicht;

Mitarbeit - die durch die starke, zeitliche Anbindung und Einbindung verhindert, dass der Jugendliche sich zu stark für andere Dinge interessiert und damit der Gruppe entfremdet wird!

Das Gelübde:

"Ich entsage dem Teufel und all seinem Werk und Wesen und übergebe mich Dir, o dreieiniger Gott Vater, Sohn und Heiliger Geist im Glauben, Gehorsam und ernstlichem Vorsatz: Dir treu zu sein bis an mein Ende. Amen."

Unkommentierte Auszüge aus den Konfirmandenbriefen der letzten Jahre:

2011:

… Hier geht es um die Gottesfurcht. Diese ist eine Grundvoraussetzung, um den Segen Gottes immer wieder erleben zu können. Gottesfurcht darf keine „Eintagsfliege“ und kein „Notnagel“ sein.  … nein, sie soll in eure Herzen geschrieben sein und euer Handeln alle Tage bestimmen.

Der Gottesfürchtige wird stets für die Wohltaten Gottes dankbar sein. Daraus folgt dann der Wunsch, dem Herrn zu dienen. Ich möchte euch ausdrücklich dazu ermuntern. Bitte dient dem Herrn! Das bedeutet für euch: Seid aktiv in der Gemeinde.

Nun werdet ihr gleich das Konfirmationsgelübde ablegen. … Damit begebt ihr auch ganz in die Hand Gottes. Das öffnet euch dann die Tür zum Segen.“

2010:

"... Auf Gott könnt ihr euch immer verlassen! … Nun wird weiter zum Ausdruck gebracht, dass wir zur Gemeinschaft mit dem Sohn Gottes berufen sind. In vollem Umfang werden wir die Erfüllung dieses Wortes bei der Wiederkunft Jesu Christi erleben, wenn wir von ihm angenommen werden. Die Frage stellt sich: Werden wir wohl dabei sein? Meine Antwort ist:

Wir werden dabei sein, wenn wir heute schon den Ruf Gottes hören und ihm folgen.

Bitte hört den Ruf Gottes. Von jetzt an zählt ihr zur Jugend, und da werdet ihr noch vermehrt wahrnehmen: Der Herr ruft

− zum Bekenntnis, dass ihr neuapostolisch seid und euer Leben nach dem Willen Gottes ausrichtet, ...

− zu den Gottesdiensten und Jugendstunden und zu den Jugendgottesdiensten,

− zur Betätigung in seinem Werk, zum Beispiel im Chor, vielleicht auch im Orchester.

So, nun sollt ihr dem Herrn eure Treue versprechen. Bitte denkt daran, dass dieser Augenblick heilig ist. Das Gelübde, das ihr sprechen werdet, soll für euer ganzes Leben gültig sein."

2009:

"Habt bitte stets vor Augen: Der Herr prüft das Herz. Er führt also in Verhältnisse hinein, in denen deutlich wird, wie ihr zu ihm steht. Mögt ihr selbstkritisch genug sein, um euch selbst richtig zu erkennen. 

Seid aufrichtig – aufrichtig vor Gott. Seid bitte auch aufrichtig zu den Amtsträgern, die euch gegeben sind. Schenkt ihnen euer Vertrauen, sie sind es wert.

Warum ist Aufrichtigkeit so wichtig? Nun, wir lesen in Sprüche 2,7:

„Er (der Herr) lässt es den Aufrichtigen gelingen ...“

2008:

Bei allem, was man tut, möchte man, das es gelingt. Das gilt für die Aufgaben in der Schule und im Beruf, das gilt auch bei allen Vorhaben im persönlichen Leben. Von Hiskia, einem König im Reich Juda, heißt es: „ … und alles, was er sich vornahm, gelang ihm“ (2. Könige 18, 7). Wie kam es dazu? In den Versen davor wird gesagt, dass er dem Herrn vertraute, an ihm hing, nicht von ihm abwich und die Gebote hielt. Das ist wahrhaftig eine gute Grundlage, damit das, was man tut, gelingen kann. Bitte, vertraut auch ihr dem Herrn, hängt an ihm, weicht nicht von ihm ab und beachtet die göttlichen Weisungen. …

Möge es euch gelingen, dem Herrn die Treu zu halten! Dann werdet auch ihr das Ziel unseres Glaubens, die ewige Herrlichkeit erreichen.“

2007:

"Lasst euch nicht durch mancherlei und fremde Lehren umtreiben"  ...

Man könnte meinen, der Schreiber des Hebräerbriefes hatte Einblick in die Verhältnisse unserer Tage, denn heute gibt es in der Tat viele religiöse Ansichten, ... Lasst euch bitte von diesen Meinungen nicht beeinflussen. ...

Bitte haltet euch zu euren Lehrern im Hause Gottes. Schenkt ihnen euer Vertrauen und nehmt ihren Rat an. Dann habt ihr Frieden im Herzen und bleibt bewahrt."

2006:

„Du aber bleibe bei dem, was du gelernt hast und was dir anvertraut ist; du weißt ja, von wem du gelernt hast.“

 Ihr habt im Hause Gottes glauben gelernt, ihr habt auch beten und opfern gelernt. Bitte bleibt dabei!"

 In einem Gedicht zusammengefasst heißt das Ergebnis der Indoktrination in seinen psychischen Auswirkungen wie folgt:

entsagungen

du lebst in der enge
denn manche sagten dir
das ist dein schutz

du lebst mit begrenzungen
denn manche sagten dir
das bewahrt dich vor vielem

du lebst in geistiger armut
denn manche sagten dir
darin läge wahrer reichtum

du lebst gebunden
denn manche sagten dir
genau das ist doch dein glück

du lebst
sagten sie dir
wenn du so lebst
wie wir es sagen

nun lebst du
und traust dich nicht
selbst zu atmen
obwohl du fast erstickst
an dem gesagten
ohne hoffnung auf veränderung
und manchmal sagst du dir
heute sogar schon selbst
dass das was ist
vielleicht ja doch besser ist
als das was kommen könnte
du lebst
die entsagungen

Detlef Streich aus:

 Ziel hinter dem Horizont – Liebesgedichte

Hier ein Link zum Reinlesen ins Buch. Gerne versende ich davon auch signierte Exemplare. Bestellung bitte per E-Mail (Impressum)

 

Weitere Artikel zum Thema, die als Downloads verfügbar sind:

 

Kirchliche Erziehung in der Neuapostolischen Kirche (3.1 ff), Ulrike Bär-Streich

 Hinweis: Literaturhinweise und Quellenangaben finden sich in der vollständigen Arbeit

 "Kein Tier vermag ein Menschenkind zu menschlichem Verhalten zu erziehen! Kein Menschengeist vermag ein Gotteskind zur gottgewollten Entwicklung zu verhelfen, die dem Wesen der Gotteskindschaft entspricht.“ ( undatiertes internes Arbeitspapier für die Schulung von Sonntagsschullehrern, BaWü;)

In Deutschland werden die meisten Mitglieder in die Neuapostolische Kirche hineingeboren. Dies bedeutet, viele Kinder sind bereits in der dritten oder vierten Generation neuapostolische Christen und werden von  zumindest einem neuapostolischen Elternteil erzogen. Der Beitritt zu dieser fundamentalistischen Gemeinschaft ist folglich nicht von den Kindern frei gewählt, sondern von den Eltern vorgegeben und damit keine freie Willensentscheidung! Die Kinder wachsen ohne jede Chance auf eine alternative spirituelle Denkweise auf. Sie sind von Anfang an eng an ihre Gemeinschaft gebunden und ihr verpflichtet. …

Bereits ab dem frühesten Kindesalter lernen die Kinder, die Wichtigkeit des Gottesdienstbesuches zu verinnerlichen und ihn als etwas Selbstverständliches zu achten, selbst wenn das mit persönlichen Einschränkungen verbunden sein sollte. Das Kind saugt, quasi mit der Muttermilch, den zwingenden Besuch der Gottesdienste auf.

Der neuapostolische Christ besucht regelmäßig die Gottesdienste, weil er ein herzliches Verlangen nach dem lebendigen Gotteswort hat, das der Herr durch die Apostel und die Amtsträger verkündigt. (...) Es treibt ihn die Erkenntnis in das Haus des Herrn, dass der Glaube aus der Predigt kommt und das Wort des Herrn die Speise seiner Seele ist, ohne die das neue Leben aus Christo in ihm nicht erhalten bleiben und vollendet werden kann. (...)

Wer dem Gottesdienst ohne zwingenden Grund fern bleibt, mißachtet die Arbeit des Heiligen Geistes. Er begeht somit nicht nur eine Sünde, sondern entzieht sich des Segens, den Gott seinen Kindern zugedacht hat. (...)“ ( Katechismus der NAK „Fragen und Antworten“, Ausgabe 1992)

Vorsonntagsschule und Sonntagsschule

Früher besuchten die Kinder, sobald sie sich von der Mutter trennen konnten, die Sonntagsschule. Diese wurde damals als eine Mischform aus Kindergottesdienst und Schule durchgeführt. Im letzten Jahrzehnt hat sich die NAK etwas modernisiert. Ab dem 3. Lebensjahr kann das Kind nun eine Vorsonntagsschule besuchen. Spielerisch und altersgerecht werden in diesen Stunden, die parallel zum Gottesdienst der Erwachsenen abgehalten werden, die Überzeugungen der NAK übermittelt. Neben biblischen Geschichten, die immer wieder in scheinbare direkte Zusammenhänge mit dem ‚Werk Gottes heutiger Zeit‘ (NAK) gebracht werden, werden dem Kind vor allem die Besonderheit seiner Erwählung durch Gott selbst und die absolute Notwendigkeit des Apostelamtes und des Stammapostelamtes übermittelt. Ebenso wird der Zusammenhang von Glaubensgehorsam und göttlichem Segen dargestellt und daraus folgend der Zusammenhang zwischen Dank und Opfertreue (Zeit und Geld) erklärt. Dies geschieht in kindgerechter  Form anhand kleiner Geschichten, Spiele, Bastelarbeiten und entsprechenden Kinderliedern. Die Vorsonntagsschule wird von Müttern oder jugendlichen Frauen geleitet.

Apostelamt/Stammapostelamt

Das Wort „Apostel“ bedeutet „Botschafter“ oder „Gesandter“. Der Apostel ist der von Gott erwählte Bevollmächtigte Jesu Christi in seiner Kirche, der berechtigt ist, durch die Kraft des Heiligen Geistes und im Namen Jesu Menschen mit Gott zu versöhnen (...).

Welche Aufgabe und Macht hat demnach die Apostel durch das empfangene Amt?

Die Aufgabe der Apostel Christi ist, dem Herrn eine Gemeinde auf Erde zu sammeln, sie zu leiten und durch die Gnadenmittel auf die Vereinigung mit Jesu Christo zuzubereiten. Dazu ist ihnen die Macht des Amtes gegeben, wie dies aus den Worten Jesu hervorgeht:

Was ihr auf Erden binden werdet, soll auch im Himmel gebunden sein, und was ihr auf Erden lösen werdet, soll auch im Himmel los sein‘(...) 

Das Zitat stammt aus dem Katechismus der Neuapostolischen Kirche „Fragen und Antworten“. Selbstverständlich werden die Inhalte dieser Texte den Kindern altersgerecht übermittelt. Das klingt dann so:

Als der Apostel Petrus wegen seines Glaubens im Gefängnis saß, beteten die Brüder und Schwestern der Gemeinde Jerusalem unablässig für ihn. Sie erlebten, wie der liebe Gott den Apostel Petrus wunderbar bewahrte.

Der Apostel Paulus wirkte in Philippi in großem Eifer. Der Kerkermeister jener Stadt und seine Familie wurden gläubig und ließen sich taufen.

Auf der ganzen Erde wirken heute Apostel im Auftrag Jesu. Sie bereiten die Gläubigen auf die Wiederkunft Christi vor. Alle Gotteskinder freuen sich darüber und sind dankbar dafür."

Begleitend zu diesem Text gibt es im Kinderbuch für die Sonntagsschule folgendes Kinderlied:

 „Wir lieben die Boten, die Jesus gesandt,

als seine Apostel sind sie uns bekannt.

Sie taufen, versiegeln, wie Jesus gelehrt,

sie spenden die Gnade dem, der sie begehrt.

Sie führen uns alle, ob nah oder fern,

mit göttlichen Kräften zum Tag unsres Herrn.“

  (Quelle: Herr Jesus komm Buch 2, Verlag Friedrich Bischoff GmbH, 1. Auflage 1994, Seite90/91)

Weiter steht im Buch zu diesem Thema geschrieben: „Jesus Christus bereitete die ersten Apostel auf ihre Arbeit vor, damit sie sein Werk weiterführen konnten. Er lehrte sie gut Knechte zu sein und die Verbindung zu ihm zu suchen. Jesus lehrte die Jünger: Ihr seid das Salz der Erde und das Licht der Welt. Der Sohn Gottes sendet auch heute Apostel. Durch sie vollendet Jesus sein Werk. Er ist ihr Vorbild.“

Auch hierzu lernen die Kinder ein passendes Lied:

„Apostel sind das Salz der Erde,

das helle Licht in dieser Welt,

das unser Glaube kräftig werde,

der Weg des Lebens wird erhellt.

Apostel dienen in der Treue

Als Boten Jesu nah und fern.

Voll Eifer wirken sie aufs neue,

in hohen Auftrag ihres Herrn.

 

Wir wollen die Apostel lieben

Und folgen ihrem Worte gern,

uns im Gehorsam fleißig üben,

das bringt uns zu dem Tag des Herrn.“

  (Quelle: Schülerbuch zur Sonntagsschule, „Herr Jesus, komm!“, Buch 2)

 „Die Predigten, so weit ich ihnen als kleines Kind folgen konnte, machten mir Angst. Vor allem dann, wenn laut (oft sogar unter Tränen!) gefleht wurde: „Herr, schlag‘ an mit deiner Sichel und ernte und hole uns in dein Vaterreich!“ Ich hatte damals schon große Angst vor dem Tod, obwohl meine Oma mir versprach, dass es mir und allen anderen ‚dort‘ besser ginge und selbstverständlich auch mein Herzfehler weg sei! (Aussteigerbericht, Autor der Verfasserin bekannt)

  An dieser Stelle möchte ich auf einen ganz wichtigen Aspekt der neuapostolischen Lehre hinweisen: die sprachliche Verwischung bis hin zur Gleichsetzung des Todesbegriffes mit dem des ‚ewigen Lebens‘. Der neuapostolische Christ glaubt wie jeder andere Christ ebenfalls an ein ‚Leben nach dem Tode‘. Dennoch liegen seinem Glaubensverständnis andere Vorstellungen zu Grunde. Der neuapostolische Christ betrachtet sein Leben als eine Art ‚Übergangsstadium‘ für das ‚eigentliche Leben‘. Das heißt konkret: er bereitet sich in seinem natürlichen Leben auf ein ‚ewiges Leben‘ vor. Hierbei ist sein Körper lediglich stofflicher Träger des Eigentlichen, der Seele. Wobei auch sie nur dann vollständig ist, wenn sie durch die sakramentalen Handlungen ein geistliches ‚Erbgut‘, die ‚Gotteskindschaft‘, erhalten hat. Der Todesbegriff wird in der Lehre sprachlich so verdrängt, dass er offen nicht mehr ausgesprochen wird. Der Gläubige baut völlig auf eine mutmaßliche Vorstellung von einer ‚jenseitigen Welt‘ auf, die ihm in jedem Falle wichtiger ist, als sein eigentliches endliches, stoffliches Leben.

Der Tod gilt als Übergang in ein anderes Sein, oder als Einzug in die ‚Heimat der Seele‘. Mit ihm erlischt die Möglichkeit, für das ewige Leben, für einen ‚guten Platz im Himmel‘, etwas tun zu können. Nach neuapostolischem Verständnis kommt der Mensch nach seinem Tode in ein besonderes Bereich, in welchem sich nur Menschen seiner Art befinden, also solche, die genau den gleichen Lebenswandel führten. Im Klartext heißt dies: Ein Alkoholiker kommt nur unter Alkoholiker, ein Lügner unter lauter Seelen, welche die Unwahrheit sprechen. Diese Bereiche werden auch als Gefängnisse bezeichnet, in welchen diese Seelen gebunden liegen müssen, bis der Stammapostel die Bereiche ‚aufschließt‘ und missionierende verstorbene NAK-Mitglieder die dort lebenden Seelen mit Gott und seinem Willen bekannt machen können. Ist einer jedoch ein gläubiger neuapostolischer Christ, kann er sich unter seinesgleichen gesellen und ist frei.

„Wie sehen wohl diese Gefängnisse aus? Bestimmt hat der eine oder andere von Euch einmal eine Burg besichtigt. Dabei konntet Ihr vielleicht auch einen Blick in das Gefängnis der Burg, das Verlies, werfen. Ihr werdet eine Gänsehaut bekommen haben, als Ihr Euch vorgestellt habt, Ihr selbst wäret in solch einem Loch eingesperrt worden.“  

Ganz gezielt wird hier bei den Kindern eine Assoziation hervorgerufen, um sie in eine bestimmte psychische Verfassung zu versetzen, damit die weiteren Worte des Predigers auch wirklich tief in das Innere des Kindes eindringen können. So heißt es weiter:

„ Nun, so sehen die Gefängnisse in der Ewigkeit nicht aus und doch ist die Gefangenschaft der Seelen oft noch schrecklicher, als was ein Mensch in seinem Burgverlies erlebt hat. Die Gefangenschaft der Seele beginnt nicht erst, wenn sie in die Ewigkeit geht, sonder schon hier.

Aber wie muss man sich die Seelengefängnisse nun vorstellen? (...)

Sicher habt Ihr schon einmal den Ausspruch gehört: ‚Der ist ganz gefangen von seinen Ideen!‘ Damit ist gemeint, dass ein bestimmter Geist von einem solchen Menschen Besitz ergriffen hat und er sich nicht mehr frei entscheiden kann. Die meisten Menschen sind Gefangene eines Geistes, ohne es zu merken. Und so gehen sie schließlich in die Ewigkeit.

Auch für sie gibt es nur einen Weg in die Freiheit. Den hat der Herr Jesus im Gnaden und Apostelamt gegeben.“ (zitiert nach Sylvia Kranefeld, S. 79)  

Noch einmal wird die Assoziation des Kindes verstärkt, um dann mit absolutem Wahrheitsanspruch die NAK-Dogmen in die Kinderseele einzugravieren. Aus dem Text sprechen versteckt und offen Drohungen und Gewalt, die in einer Kinderseele Spuren hinterlassen werden. Auch das ist eine Methode, einen noch so kleinen Menschen gefügig zu machen. …

Der Titel des Buches ‚Herr Jesus komm‘, das in der Sonntagsschule benützt wird, lässt auch heute noch keine Fragen offen. Die Kinder sollen lernen, sich auf den Tag der Wiederkunft Jesu zu freuen. Sie sollen nach und nach ihren natürlichen Lebenswillen unterdrücken bzw. verdrängen, und nur noch ein ewiges Leben herbeisehnen. Denn ist der Wunsch nach einem erfüllten Leben auf dieser Erde zu vordergründig, läuft das Kind Gefahr, am Tag der ‚ersten Auferstehung‘ nicht mitgenommen zu werden.

Diese Naherwartung der Wiederkunft Jesu mit all ihren beliebigen und unberechenbaren Voraussetzungen, diese ‚Ewigkeit‘ mit ihren möglichen Gefängnissen, können auf das Kind einen schier unerträglichen Druck ausüben. Ein dergestalt beeinflusstes Kind lebt möglicherweise in ständiger Angst, jedes noch so kleine Vergehen könnte von Gott mit dem Zurücklassen auf dieser Erde, auf der dann großes Leid und großes Elend herrschen wird, bestraft werden, oder es käme zumindest nach dem Tode in eines der oben genannten Gefängnisse.

„Kaum, dass wir (Geschwister) das Licht der Welt erblickt hatten, begriffen wir, dass wir diese Welt auch gleich wieder verlassen würden: man rechnet täglich, stündlich mit dem Kommen des Herrn, der uns Gotteskinder zu sich holen würde in ein schönere Welt. Die anderen, die Zurückgebliebenen würden dann „ihr Fett abbekommen“. (Aussteigerbericht,“ Bin ein königlich Kind“)

Es ist deutlich zu machen: Die Ängste der Kinder beziehen sich nicht nur  ausschließlich auf die ‚Erlösung durch Jesu in seiner Wiederkunft‘ (sprich auf das Aufhören ihrer Existenz auf dieser Erde), sondern vor allem auch darauf, die nötigen Voraussetzungen dafür nicht  wirklich aufbringen zu können. So berichten fast alle Menschen, die sich aus der NAK gelöst haben davon, wie sie als Kinder Todesängste ausgestanden hätten, wenn die Eltern einmal nicht pünktlich zu einem verabredeten Termin zu Hause gewesen wären. Nicht zu unterschätzen ist in diesem Zusammenhang die dahinterstehende Drohung, möglicherweise allein auf der Erde zurückgelassen zu werden, wenn die Eltern von Jesus in sein Himmelreich mitgenommen werden und sie selbst nicht.

Es gibt für Kinder keine bedrohlicheren Zustände als Ängste vor dem vollständigen Verlassensein. Jedes Kind weiß instinktiv, hiermit wäre seine Existenz gefährdet. Diese indirekten ‚Erziehungsmittel‘ sind geeignet,  Kinder gefügig und gehorsam zu machen, damit sie auch im späteren Alter nichts anderes kennen, als die totale Abhängigkeit von der Institution NAK und ihren Führen. Dabei ist dies in der Regel weder den Eltern noch den Amtsträgern bewusst. Nur wenige handeln aus despotischen Motiven heraus so. Weitaus größer ist die Zahl der Menschen, die felsenfest an die Lehre glauben und der Meinung sind, das Beste für die Kinder zu tun. Es steht meist eine große Liebe zu den Kindern hinter jenen Erziehungsbemühungen. Es wird deutlich, wie Kinder Opfer von Menschen werden, die selbst als Kinder Opfer der bewusstseinsmanipulierenden Lehre geworden sind. Wieder einmal wird Eltern- und Menschenliebe für die Zwecke des Systems missbraucht. …

Es folgen weitere Ausführungen zu den Themen:

Glaubensgehorsam

„Und wie können wir unsere Kraft dem Herrn weihen? Ganz einfach: indem wir tun, was der himmlische Vater von uns erwartet. Oder anders ausgedrückt: indem wir ihm gehorsam sind (...) Es ist gut, wenn man schon ganz früh lernt, gehorsam zu sein. (...) Wer ungehorsam ist, hat meist den Schaden. Deshalb noch einmal: Gehorsam zu sein, sollte man so früh wie möglich lernen. Natürlich brauchen wir nicht jedem zu gehorchen. Dem Teufel zum Beispiel darf man nicht gehorchen. Da sollte man gar nicht erst hinhören, wenn er uns etwas einflüstern will. Aber was der liebe Gott uns durch den Stammapostel, die Apostel und die treuen Brüder sagt, das tun wir, weil wir glauben; das ist Glaubensgehorsam. Ja das tun wir sogar gern, denn wir möchten doch angenommen werden, wenn der Herr Jesus die Seinen zu sich nimmt, oder? (...) Oder stellt Euch vor, der Teufel wollte Euch einflüstern: „Was ist schon dabei, wenn Du die Narrheiten der Welt mitmachst. Sieh doch nur, wie viel Freude das den anderen macht!“ Dann hört Ihr bestimmt gar nicht erst hin, denn dazu habt Ihr den lieben Gott ja viel zu lieb. Und darum verzichtet Ihr auch mit Freuden auf das, was die Welt für Freude hält, aber gar keine echte Freude ist. (...)

Ich höre Euch schon sagen: „Wenn der liebe Gott über uns traurig ist, dann wird er uns nicht segnen, und auf seinen Segen können wir doch nicht verzichten. Wir möchten ihm immer Freude bereiten.“ Recht habt Ihr. Und darum denkt immer daran, dass der liebe Gott sich dann über Euch freut, wenn Ihr seinen Knechten, aber auch Euren Eltern gehorsam seid. Wenn Ihr’s so seht, wird der Gehorsam schon viel leichter. Stimmt’s? (...)

Und noch ein Rat: „Tut doch immer sogleich, was man Euch sagt! Je mehr Zeit Ihr nämlich verstreichen laßt, bis Ihr’s tut, desto mehr Gelegenheit findet der Teufel, Euch zum Ungehorsam zu verführen.“ (zitiert nach S. Kranefeld, S 82)

 Sowohl die sehr geschickte Indoktrination schon in sehr jungen Jahren, in welchem dem Kind noch jede Fähigkeit zur Reflexion fehlt, als auch die Eltern-Kind-Institutions-Verflechtung, die für das Kind immer undurchschaubarer werden kann, stellen für das Kind eine Umweltsituation dar, in welcher es immer schwieriger wird sich zurecht zu finden. Alle möglichen Menschen wissen, was für das Kind gut und richtig ist. Es selbst hat wenig, ja manchmal sogar gar keinen Handlungsspielraum mehr, um sich selbst zu erproben und sich seiner Stärken und Schwächen bewusst zu werden. Eine scheinbar behütete Kinderzeit, die dem Kind fast jede Möglichkeit nahm, sich für irgend etwas selbst zu entscheiden. Eine Erziehung, die dem Kind keine andere Alternative ließ als diesen ‚goldenen‘ Käfig aus anerzogener Bedürftigkeit nach scheinbarer Sicherheit, Geborgenheit und Heilsgewissheit. Eine Entwicklungszeit, die im Kind psychische Welten erschaffen hat, die es ein ganzes Leben lang begleiten werden und die es nie wieder verlieren wird. … (...)
 

Der Konfirmandenunterricht

 Spätestens jetzt werden die Jugendlichen konkret darauf hingewiesen, dass das Leben lediglich eine Vorbereitungszeit für das ewige Leben nach dem Tode darstellt, sozusagen nur ein Übergangsstadium voller Prüfungen und Herausforderungen ist, die dazu dienen, sich vor Gott zu bewähren. Zudem wird die Wichtigkeit der persönlichen Erwählung durch Gott unterstrichen. Wer sich seiner Erwählung bewusst ist, folgt daher dankbar dem nach, was Gott durch seine ‚Knechte‘, die Amtsträger, zu sagen hat.

Zitat aus dem Lehrerhandbuch zum Konfirmadenunterricht in der Neuapostolischen Kirche:

 „Die Konfirmanden lernen, das zu schätzen, was Gott ihnen für das irdische Leben gibt. Sie streben aber zuerst nach ewigen Gütern. (Kapitel 16)

Die Konfirmanden versuchen als Erdenbürger ein Gott wohlgefälliges Leben zu führen.“ (Kapitel 18)

  Welche als absolut wahr geltenden ‚göttlichen Gesetze‘ hinter allem stehen und welche zwingend notwenig sind für eine Berechtigung zum ewigen Leben, wird den Konfirmanden so übermittelt:

 „Wer ist berufen und fähig, die Bibel auszulegen? (...) Die mit der Führung des Erlösungswerkes auf Erden von Christo beauftragten Boten, der Stammapostel und die Apostel, haben zu ihrer Aufgabe das aus dem Heiligen Geist kommende Amtsvermögen empfangen. Mit diesen Gaben sind sie befähigt, die Absichten Gottes zu verstehen, sie den Gläubigen mitzuteilen und die ihnen nachfolgenden dem göttlichen Willen entsprechend an das Ziel des Glaubens zu führen.“

  Zur Bedeutung der Bibel selbst wird folgendes gesagt:

Lesen in der Bibel kann die Wirksamkeit der Apostel Jesu in der Verkündigung der Lehre und Spe„ Die Bibel ist die Grundlage der Neuapostolischen Kirche. (...)  (Anmerkung: Aber!:) Das kann die Spendung der Sakramente allerdings nicht ersetzen.“ ( „ Fragen und Antworten“)

 Damit ist jedem Missbrauch Tür und Tor geöffnet. Unter dem Deckmantel scheinbar christlich biblischer Lehre werden die institutionserhaltenden Eckwerte vermittelt. Wie bereits gezeigt, können gerade sie den Menschen abhängig, unfrei und unfähig machen, das eigene Leben selbstverantwortlich in die Hand zu nehmen und entsprechende eigenverantwortliche Entscheidungen zu treffen.(...)

Die Jugendzeit

Nach der Konfirmation wird der Konfirmand in den Kreis der Jugend aufgenommen. So kommt der Jugendliche  mit weiteren neuapostolischen Jugendlichen zusammen, die gemeinsame besondere Gottesdienste besuchen, spezielle Chor- und Orchesterproben abhalten und bestimmte Freizeitaktivitäten  planen. Diese gemeinsamen Aktivitäten dienen auch als Kontaktmöglichkeit, um potentiell Heiratswillige zusammenzuführen. In den Gottesdiensten für die Jugend werden die jungen Menschen vor allem auf den korrekten neuapostolischen Lebenswandel  ‚vorbereitet‘. Diesem Lebenswandel liegen klare, moralische und als absolut göttliche Wahrheiten deklarierte Vorstellungen zugrunde. …

Da Gottes Wille nur durch die Amtsträger der NAK übermittelt werden kann, sind die Empfehlungen oder ‚Ratschläge‘ für die Jugendlichen verbindlich. Es wird immer wieder betont, dass es keine ausdrücklichen Verbote von Seiten der Kirchenleitung gebe, dennoch wird in den Predigten der göttlicher Segen eng an die Befolgung eben dieser indirekten Handlungsanweisungen gebunden. Wird der ‚Wille Gottes‘ nicht befolgt, steht der junge Christ also nicht im ‚Glaubensgehorsam‘, ‚muss er sich nicht wundern, wenn Gott seine Hand von ihm nimmt und der Segen ausbleibt.‘

Ich lasse noch einmal ein Predigtzitat zu diesem Thema folgen:

Die Mittel, die der Teufel verabreicht, haben oftmals verheerende „Nebenwirkungen“. Selbst unbedenklich erscheinende Angebote dieser Welt weisen manche Risiken für unser Glaubensleben auf (...) Darum gilt es, vorsichtig zu sein und den  Rat der Segensträger in Anspruch zu nehmen und zu befolgen (...)

Mancher Jugendliche hat ein Hobby, gegen das an und für sich nichts einzuwenden ist. Möglicherweise handelt es sich um eine sportliche Betätigung oder um die Wahrnehmung von Bildungsangeboten. Bei sorgfältiger Betrachtung zeigt sich jedoch eine schwerwiegende „Nebenwirkung“: Das Hobby nimmt so viel Zeit in Anspruch, dass für den Herrn nichts mehr übrigbleibt und auch der Gottesdienstbesuch leidet. In solchen Fällen ist es ratsam, das Engagement für solche Interessen aufzugeben oder zumindest stark einzuschränken (...)

 Es stellt sich in diesem Zusammenhang immer die Frage: Sind irdische Interessen und Gemeinschaften es wert, das Ziel unseres Glaubens aufs Spiel zu setzen? Ist das Risiko nicht zu groß? Wir wollen klug handeln und bei allen Entscheidungen die möglichen Nebenwirkungen bedenken.“ (Quelle: nach S. Kranefeld, S. 95)

 Das Ausbleiben göttlichen Segens kann sich aus der Sicht des NAK-Christen im Misslingen von Schule, Beruf, Partnerschaft usw. zeigen, sicher aber im ‚Nichtwürdigwerden‘ auf den ‚Tag des Herrn‘, der Wiederkunft Christi.

Mehr als deutlich zeigt sich im obigen Zitat die bewusst anerzogene Abgrenzung zur ‚Welt‘ und somit zu allem, was sich außerhalb der NAK-Sozialisation befindet. Ebenso unmissverständlich deutlich ist das Mittel der Angst, mit dem operiert  wird und  durch welches Gehorsam eingefordert wird.  (...)

Zusammenfassung und Schluss

Wie ich im Verlaufe dieser Arbeit zeigen konnte, sind die Umweltbedingungen unter welchen ein Kind in einer fundamentalistisch religiösen Gemeinschaft aufwächst, nicht dazu geeignet, es in seiner Selbstbildung und in seiner Individuation zu fördern. Die jahrelangen schleichenden Prozesse der Erziehung zu Abhängigkeit und Autoritätsgläubigkeit hemmen die Ausbildung eines gesunden Gefühls für Autonomie und Selbstverantwortung. Die manipulative Beeinflussung des einzelnen Menschen bis hin zum absolut gehorsamen Institutionsmitglied ohne eigenen Willen schädigt die Entfaltung des Individuum in großem Maße. Komplexe auswendig gelernte, scheinbiblische Argumentationsgebilde sollen helfen, den Wahrheitsanspruch der neuapostolischen Lehre zu stützen. Gehorsamsdenken gegenüber den geistlichen Führen dieser Glaubensgemeinschaft stellt die einzige Antwort auf die vielschichtigen und komplizierten Fragen des Lebens dar. Ein gesunder Lebensentwurf soll durch eine krankmachende Jenseitssehnsucht ersetzt werden. Die destruktive Sicht auf die Realität des Jetzt, das scheinbar vom ‚Zeitgeist‘ regiert wird, ‚heiligt‘ Resignationsdenken und verhindert selbstbestimmtes Handeln zum eigenen Wohl. Opferrollendenken ist unter anderem die Folge aus solcher Lehre. Ausgrenzung Anderer und Überhöhung der eigenen Gruppierung zeigen die fundamentalistischen Züge dieser religiösen Gemeinschaft. Abwertung anderer Lebensentwürfe führt vielfach zu oberflächlicher Verurteilung und damit zu mangelnder Toleranz anderen gegenüber. Unbewusste Projektionen helfen mit all den vielen ausgesprochenen und unausgesprochenen Verboten zurecht zu kommen, verhindern aber nicht selten ein vertrauensvolles Miteinander unter den Menschen. Die Methoden der jahrelangen religiösen Erziehung sind in der Lage, sämtliche Persönlichkeitsanteile mit Institutionsanteilen zu be-, und  in manchen Fällen sogar sie ganz zu ersetzen. Der Mensch wird zur Marionette der Institution.  (...)

Artikel ganz lesen

NAK-Erziehung und –Sozialisation

Mit freundlicher Genehmigung von Otto (21.01.2011 naktuell)

Während meiner Kindheit, Jugendzeit und Jungmännerzeit war das Leben in
der NAK insoweit durch 'Strenge' und 'Verbote' gekennzeichnet, als durch
neuapostolische Gottesdienste mit Predigern aller Amtsstufen (einschl.
Sonntagsschule, Jugendstunden), durch die dazugehörige NAK-Literatur
(Guter Hirte, Jugendfreund, Wächterstimme, Unsere Familie), durch
Hausbesuche von lokalen Amtsträgern mit Nachdruck vor Augen geführt
wurde, dass die in in der Bevölkerung vorhandenen Bereiche der Kultur
(Bücher lesen, Film, Theater), des Sports (Vereinssport jeglicher
Sportart), des Nachbarschafts- und Vereinslebens (einschl.
Gaststättenbesuche, Tanzveranstaltungen) zur 'bösen Welt' gehörten, in
der der 'Widersacher' Gottes sein Wesen des Unglaubens treibe und wo die
'Gotteskinder' nicht hingehörten und wo schon der Versuch, sich damit zu
beschäftigen, die Gefahr in sich geborgen habe, vom Herrn nicht erkannt
und nicht angenommen zu werden, d.h. auf ewig von Gott verstoßen zu sein.

Da war den jungen Leuten, die zum Glauben an das, was in der Kirche
gepredigt wurde, von Geburt an exzessiv erzogen wurden und die dann auch
versuchten, alles zu glauben, keine Alternative gegeben, also folgten
diese in der Regel treu und taten Woche für Woche alles in und mit ihrer
NAK-Gemeinde das, was durch die entsprechenden Leute in der NAK amtlich
und so liebevoll, wie es hiess, gelehrt wurde. Sicher waren unter ihnen
auch solche, die aus Angst vor sonst schlimmen Folgen eines Ungehorsams
einfach den 'schmalen Weg', den Jesus (!) so die Apostel gelehrt habe
(so hieß das damals), im eingeforderten 'kindlichen Glauben' gingen -
unter Verzicht auf Dinge der 'Welt'.

Ich halte fest: Das, was als 'Welt' und 'Gefahren der Welt' bezeichnet
wurde, beruhte nich auf Ideen und Ansichten von einfachen
Kirchenmitgliedern, von lieblosen Eltern unter ihnen, auch nicht von
Amtsträgern unterer Stufen in den örtlichen NAK-Gemeinden, nein, es war
das Ideen-, Gedanken- und Lehr'gut' aus dem damaligen NAK-Apostolat,
angefangem beim Stammapostel bis zum jeweilig örtlich zuständigen
Apostel, natürlich hochgehalten und auch hier und da noch angereichert
durch apostelseits bekannte (!)'Verschärfungen' der NAK-Bischöfe und
Bezirksämter! Wobei zu beachten ist, dass die Apostel aus diesem Kreis
hervorgingen und daher die Dinge vor Ort aus eigenem Erleben kannten.

Ich will hier weiter eine Lanze für die Eltern damaliger Zeit brechen:
Sie, längst verstorben, wage ich nicht als ohne Liebe und Verständnis
für die Kinder zu bezeichnen. Sie liebten ihre Kinder genauso wie es die
heutigen Eltern tun! Aber ihre Liebe zu den Kindern war durch Parameter
ihrer eigenen NAK-Erziehung und -Sozialisation geprägt in einer Weise,
dass sie es als Liebesausdruck ansahen, die Kinder in den Grenzen, die
das NAK-Apostolat verbindlich vorgab, zu halten, damit sie nicht
verderben sollten und als etwa Verlorene eine Beute des Teufels würden.
Hier den seinerzeitigen als Eltern gelebten Kirchenmitgliedern einen aus
ihnen selbst hervorgegangenen Fanatismus auch nur ansatzweise
vorzuwerfen, ist das Schlimmste an Verleumdung dieser Menschen, was
geschehen könnte.

Wenn 'Fanatismus', wenn 'Fehlgeleitetes' im Zusammenhang mit
NAK-Verhalten der Vergangenheit geäussert wird, dann kann sich das
allenfalls auf das Apostolat der NAK beziehen, denn dort war, wie schon
gesagt, die Geburtsstätte der Verbote. Das war damals schon das einzige
Gremium, das das Sagen in der NAK hatte und seine absolute
Herrschaftsgewalt und Verehrung durch die Mitglieder in dieser Kirche
durchsetzte. 'Wo Apostel stehn, Gottes Winde wehn', hiess die Devise und
die Mitglieder waren durch entsprechende Liedansagen immer mit dabei,
solches zu bestätigen. Also handelten sie entsprechend - denn wer von
ihnen wollte nicht 'beim Hirten', sprich: Stammapostel sein, wenn der
Herr kommt?

Und nun noch etwas zur Frage 'Schaden' oder 'nicht Schaden' für die
damaligen Kinder (Kirchenmitglieder).

Was soll man darunter verstehen? Erleidet ein Mensch, dem Kultur in
unserem Lande verschlossen bleibt, einen Schaden? Hat ein Mensch, der
keinen Sport im Club betreibt, dadurch Schaden?

Ich beantworte die Frage mal so: Es kommt auf denjenigen selbst an!

Natürlich kann jeder hier sagen, dass er (subjektiv empfunden)
durch Verbote der NAK keinen Schaden genommen habe.

Es mag ja Menschen geben, die nie ein Buch lesen, nie ins Kino gehen,
nie ins Theater, die also allem, was wir unter Kultur verstehen, ein
Nein entgegenbringen, sich nirgends dran beteiligen, und die damit hoch
zufrieden sind. Die nichts an Entbehrung empfinden, weil sie sich anders
beschäftigen, z.B. mit ihrer Kirche.

Aber die Tatsache, dass es solche Menschen gibt, die auf alles
verzichten wollen und können, was die Welt um uns herum anbietet,
rechtfertigt nicht eine Feststellung etwa der Art, dass Verbote der
Kirche, diese Dinge betreffend, da nicht zu Schaden führend, als
'belanglos', 'harmlos', 'unbedeutend' einzustufen seien! Das gilt für
Kultur, Sport, Gemeinschaft unter Bürgern, Vergnügungen wie Kirmes,
Tanz, Schützenfeste, Gartenpartys usw.usf.

Das zu diesem Thema von dem Zeitzeugen

Otto

entsagungen DS

du lebst in der enge
denn manche sagten dir
das ist dein schutz

du lebst mit begrenzungen
denn manche sagten dir
das bewahrt dich vor vielem

du lebst in geistiger armut
denn manche sagten dir
darin läge wahrer reichtum

du lebst gebunden
denn manche sagten dir
genau das ist doch dein glück

du lebst
sagten sie dir
wenn du so lebst
wie wir es sagen

nun lebst du
und traust dich nicht
selbst zu atmen
obwohl du fast erstickst
an dem gesagten
ohne hoffnung auf veränderung
und manchmal sagst du dir
heute sogar schon selbst
dass das was ist
vielleicht ja doch besser ist
als das was kommen könnte
du lebst
die entsagungen

Detlef Streich aus:

 Ziel hinter dem Horizont – Liebesgedichte

Gerne versende ich davon auch signierte Exemplare. Bestellung bitte per E-Mail (Impressum)

Zurück zum Seitenanfang