FuA 456 Das Apostelamt ist für die gesamte Kirche Christi gegeben. Es hat die Aufgabe, das Heil in Jesus Christus allen Menschen anzubieten. (...) Die Vermittlung von Heil erfolgt bis zur Wiederkunft Christi durch die Apostel in Wort und Sakrament.

(Unter jeder Grafik liegt eine andere Karikatur)

"Erzbischof Desmond Tutu: "Riskiert, euch so zu verhalten, als wäret ihr vereint, und laßt die Theologen dann die nötigen Aufräumungsarbeiten machen." Die Lehre trennt, aber das Leben vereint. Und nur was sich wandelt, bleibt." (Zahrnt Artikel lesen)

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NAK – ACK - Ökumene

 

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Zur Einführung: NAK und ACK – Wirklich Ökumene oder Werbegeklapper um Anerkennung? (Artikel von DS 8.7.2016)

Anmerkungen zu "Wandel und Öffnung" der NAK:

(Leserbrief schreiben, auf Wunsch auch gerne anonym)

Artikel und weitere Kommentare

8.7.2016  NAK und ACK – Wirklich Ökumene oder Werbegeklapper um Anerkennung? (DS)

Auf örtlicher Ebene gab es in den letzten Jahren bereits viele Kontakte und lokale Gastmitgliedschaften von einzelnen Gemeinden in der ACK (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen), die sicher zu begrüßen sind, implizieren sie doch eine Annäherung zumindest dieser Gemeinden an die Landeskirchen und damit letztlich eine Öffnung. Wie bedeutsam sind aber diese Gastmitgliedschaften? Stehen sie tatsächlich als sichtbares Zeichen für den allgemein und unisono in den letzten Jahren immer wieder behaupteten Wandlungs- und Öffnungsprozess der NAK?

Zunächst einige Anmerkungen zur jüngsten Historie. In Fulda kamen "vom 20. bis 22.2.2013 Vertreter unterschiedlicher Kirchen zu einer Fachtagung unter der Überschrift „Der neue Katechismus der NAK und die Ökumene“ zusammen, um sich im Detail über Entstehungsprozess, Veränderungen in der Lehre und Inhalte des Katechismus zu informieren und die Konsequenzen für die Ökumene zu diskutieren. (...) Zwei Frageebenen prägten die Fachtagung: Im Vordergrund stand die inhaltliche Würdigung des Katechismus der NAK in seiner Gesamtheit und seine theologische Befragung im Gespräch mit Vertretern der NAK. Im Hintergrund stand aber auch die Frage, ob sich die angekündigte ökumenische Öffnung im Katechismus der NAK derart widerspiegelt, dass sich zukünftig Wege ökumenischen Miteinanders beschreiten lassen.(...) Im Gespräch mit den Vertretern der NAK wurde deutlich, dass die Versiegelung nicht eine Steigerung des in der Taufe zugeeigneten Heils darstellt, sondern eine spezielle Funktion im Blick auf das eschatologische Konzept der NAK besitzt: Die Empfänger der durch die neuapostolischen Apostel gespendeten Versiegelung werden so für die erste Wiederkunft Christi (Erstlingsschaft) vorbereitet. Dass für diese als Erwählung vorgestellte Berufung die Bezeichnung Gotteskindschaft gewählt und beibehalten wurde, ist etwas unglücklich, da sich mit diesem Begriff in anderen Konfessionen ein inklusiverer Vorstellungshorizont verbindet. (...) Der deutlich geäußerte Wunsch der NAK, Teil der Ökumene zu werden, dem sichtbare Weichenstellungen durch Veränderungen in der Lehre Rechnung tragen, verdient Respekt und wohlwollende Begleitung. Zugleich wird aber auch sichtbar, dass weder innerhalb der NAK noch im Raum der in der ACK zusammengeschlossenen Kirchen auf breiter Ebene die Dynamik angekommen ist, die der Öffnungsprozess der NAK für die direkt daran Beteiligten hat. Eine gewisse Ungeduld der Vordenker ist verständlich. Das Bild der neuapostolischen Gemeinden war und ist jedoch vielerorts (noch) von Abschottung geprägt. Dass Türen und Fenster geöffnet werden können oder bereits geöffnet worden sind, ist noch nicht überall angekommen. Eine vorsichtige Haltung gegenüber der Nachhaltigkeit der Veränderungen ist darum nachvollziehbar. Anzustreben ist daher, dass nicht nur auf der Ebene maßgeblicher Amtsträger das Gespräch gesucht und gepflegt wird, sondern sich gegenseitiges Kennenlernen auf mehreren Ebenen vollzieht. Das theologische Gespräch mit freundlich verbundenen anderen Kirchen kann dazu beitragen, dass offene Fragen wie die der „Gotteskindschaft“, der Pneumatologie oder der Eschatologie besprochen werden. Weitere vertrauensbildende Aktivitäten sind erforderlich. Dies alles braucht Zeit – auch damit sich die Verlässlichkeit der Öffnung der NAK, nicht zuletzt über den angekündigten Wechsel des Stammapostels im Verlauf des Jahres 2013 hinaus, erweisen kann. "  (Quelle EZB 2013)

Kai Funkschmidt, Dr. Lamprecht und viele andere nahmen das Treffen sehr positiv auf. Funkschmidt kommentierte die Tagung in einem Rundbrief:

Der Katechismus dokumentiert durchaus weitreichende Lehränderungen, aber das „Wording“ ist zum Teil noch spürbar der Vergangenheit verhaftet, was sich z.B. im Begriff der „Gotteskindschaft“ niederschlägt und zu Inkongruenzen im  Katechismus führt. (…) Die Frage einer etwaigen ACK-Gastmitgliedschaft spielte auf der Tagung nur am Rande in Form kontroverser persönlicher Einschätzungen eine  Rolle. Das Treffen hatte auch gar kein Mandat, dazu eine Einschätzung  abzugeben. Es diente nur der theologischen Debatte und Meinungsbildung. Die konkrete Frage "NAK in die ACK oder nicht" stellt sich allenfalls für die ACK und wird gegebenenfalls von ihr beantwortet werden. Die  ACK-Mitgliederversammlung (13.-14.3.2013) wird einen Bericht über die Gesprächsreihe erhalten, die 2011-2012 zwischen Bundes-ACK und NAK stattgefunden haben (auch dies waren keine Aufnahmegespräche, sondern  reine Lehrgespräche) und die auch auf der Tagung referiert wurden. Danach wird sie entscheiden wie es weitergeht.

Ich habe dazu einen offenen Brief verfasst, der von Pfarrer Gandow kurz eingeleitet und an alle Sektenbeauftragten weiter geleitet wurde:

Thomas Gandow: Gegenwärtig gibt es Bemühungen seitens der "Neuapostolischen Kirche", in Deutschland Mitglied oder Gastmitglied der ACK zu werden. Es hat keine wesentlichen Lehrkorrekturen bei der Sekte gegeben (Vgl.Brautgemeinde weiter exklusiv: Kritische Gedanken zum neuen „Neuapostolischen Glaubensbekenntnis“)
Vielmehr gab es vor allem die Bemühung um "ökumenisch verträgliche" Umformulierungen, von NAK-Vertretern als "wording" bezeichnet. Der folgende Offene Brief  eines kenntnisreichen NAK-Aussteigers dürfte auch diejenigen ACK-Mitglieder und kirchlichen Sektenbeauftragten interessieren, die von dieser Entwicklung noch gar nichts gehört haben oder jedenfalls nicht teilgenommen haben an der Fachtagung von ACK und EZW.
Aus grundsätzlichen Erwägungen gibt das Dialog Zentrum Berlin diesen Offenen Brief als sachkundigen kritischen Beitrag zur Diskussion ungekürzt weiter:

 Die NAK auf dem Weg – aber auf welchem? D. Streich / Offener Brief an die Teilnehmer der Fachtagung in Fulda vom 20. bis 22. Februar 2013 zum Thema: „Der neue Katechismus der NAK und die Ökumene“ (28.2.2013); Auszug aus dem Anschreiben vom 1.03.2013:

"Sehr geehrte Damen und Herren,
mit Befremden habe ich dem GK-Magazin (Glaubenskultur) entnehmen müssen, dass Sie innerhalb der Tagung zu dem Schluss (Beschluss?) gekommen sind, dass einer Aufnahme der NAK in den ACK nichts mehr im Wege steht. Angesichts aktueller Aussagen des designierten Stammapostels J.L. Schneider und der nach wie vor gleichen und nun im Katechismus festgeschriebenen exklusivistischen Grundhaltung der NAK möchte ich als langjähriges Mitglied dieser Glaubensgemeinschaft darüber mein außerordentliches Bedauern mitteilen. Sie alle wissen um die schädigenden Wirkungen dieser Gemeinschaft, und dies nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in Gegenwart und Zukunft. Vermutlich kennen Sie auch meine Homepage Nak- Ausstiegshilfen http://nak-aussteiger2010.beepworld.de/index.htm und wissen um die in vielen Jahren entstandenen und dort eingestellten, um Sachlichkeit und Wissenschaftlichkeit bemühten Ausarbeitungen. Mir ist es rätselhaft, wie Sie in Ihrer Funktion und mit Ihrem Wissen Lehre und Predigten der NAK durch diesen Schritt auf den Ansatz einer Legitimation bringen können. Gerade die ersten mir vorliegenden Predigtabschriften vom designierten Stammapostel J.L. Schneider sind so überaus deutlich weder ökumenefähig noch theologisch haltbar, dass diesen Aussagen Ihrerseits deutlich hätte widersprochen werden müssen. Näheres entnehmen Sie bitte dem angefügten Kommentar. Über eine erklärende Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen.
"

Eine Antwort erhielt ich natürlich nicht. Pfarrer Gandow selbst sah die Entwicklung der NAK weniger rosig in einem ganz anderen Licht und entgegnete Funkschmidt:

“ Die ACK ist eine Arbeitsgemeinschaft und keine Kirche.  Es ist die Frage, ob  und auf welcher Basis die ACK  bei  eigener ungeklärter theologischer Kompetenz überhaupt  "Lehrgespräche" führen kann. Wegen dieser Unklarheiten ist deshalb weiter zu fragen, ob ausgerechnet der kaum zu widerrufende Gaststatus der ACK tatsächlich ein Abkühlbecken für sektiererische Gruppen sein kann? Ein Beobachter fragte sich z.B. „warum die Tagung schon so eilig kurz nach Veröffentlichung und Vorstellung des Katechismus aber auch kurz vor der ACK-Bundestagung angesetzt wurde“ - womit sich die Frage schon selbst beantworten könnte. Denn vermutet wird sowohl aus ökumenisch gesinnten Kreisen innerhalb der NAK als auch aus eher kritischen ACK-Kreisen, daß die erschienenen ACK – Delegierten, die zwar gesprächsinteressiert erschienen, aber nicht immer mit übersteigerter theologischer Kenntnisfülle brillierten, durch diese Tagung positiv eingenordet werden sollten. Diese Vermutung wird bestätigt durch den deutlich kirchenpolitischen Anspruch vieler Voten, hinter dem eine theologisch-inhaltliche Auseinandersetzung eher zurücktrat. Ist nicht doch das Hauptmotiv eine "Anerkennungsökumene" ohne jede wesentliche ökumenische Öffnung, auf die gerade innerhalb der NAK die Reformkräfte hofften? Von solcher Seite wird zum Beispiel notiert, daß in dem NAK-Katechismus der Begriff "Ökumene" gar nicht vorkomme.

Manche (extreme?) römisch-katholische Stimmen haben nicht erst jetzt deutlich gemacht, daß angesichts ihres eigenen distanzierten Verhältnisses zur organisierten Ökumene die Gastmitgliedschaft einer weiteren protestantischen „kirchlichen Gemeinschaft“, in der ACK, - noch dazu einer katholisierenden-, als unproblematisch empfunden werde. „Je mehr davon, desto besser." Dies belaste nicht, sondern verdeutliche vielmehr die ekklesiologischen Relationen. Die ACK sei eben keine Gemeinschaft von gleichrangigen Kirchen auf kleinem gemeinsamem Nenner, sondern eine bloße kirchenpolitische Arbeitsgemeinschaft von christlichen „Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften.“

Funkschmidt dann 2015 resümierend: „Die strittigen Fragen des Verhältnisses von Taufe und Versiegelung und der NAK-Eschatologie (Entrückung der Braut und Entschlafenenwesen) verlangten demnach theologische Gespräche, „stellen aber kein Hindernis für ökumenische Kontakte dar“. Neu ist in dem Dokument vor allem, dass den Kirchen und Ortsgemeinden nun ausdrücklich ökumenische Beziehungen zur NAK empfohlen werden. Seit 2006 ist die NAK Gastmitglied in weit über 20 lokalen ACKs geworden. (…) Das ist auch deshalb wichtig, weil mancherorts immer wieder kritisiert wurde, die NAK verhandele an der Spitze ökumenisch, das dringe aber nicht in Konkretionen zur Gemeindeebene durch, hier bleibe die Kirche praktisch unverändert. (…) die Ökumenische Centrale hat eine detaillierte Zusammenfassung der Ergebnisse erstellt. Dabei zeigte sich, dass die bisherigen Erfahrungen von den lokalen ACKs überwältigend positiv eingeschätzt werden. Die NAK arbeitet dort, wo sie ACK-Mitglied ist, und bisweilen auch dort, wo sie es (noch) nicht ist, aktiv und konstruktiv mit. Sie straft damit jene Lügen, die immer gemutmaßt hatten, es gehe ihr bei dem ganzen Prozess nur um das Gütesiegel „ACK-Mitglied.“ (Quelle)

Heute ist die NAK neben vielen lokalen Gastmitgliedschaften vor Ort auch  regionales Gastmitglied der ACK in Mecklenburg-Vorpommern. Dazu nochmals Funkschmidt aaO:

Mit Mecklenburg-Vorpommern hat sie hierfür diejenige Region Deutschlands gewählt, in der der christliche Bevölkerungsanteil am geringsten ist und Christen eine ums Überleben kämpfende Minderheit sind.“

In Kürze strebt die NAK nun  sogar die Mitgliedschaft in der Bundes-ACK an. Aber hat sich tatsächlich die „Kirche“ - also faktisch ihre Amtsträger und Mitglieder - so gravierend entwickelt? Heißt der neue Schlüsselbegriff z.B. wirklich auch auf der Ebene des riesigen AP-Bezirkes NAK Nord-Ost auf breiter Basis "Koinonia", also "Einheit als Gemeinschaft der bleibend Verschiedenen" bzw. oft verkürzt als versöhnte Verschiedenheit? Hat sich die NAK tatsächlich dergestalt im Großen wie im Kleinen vor Ort gewandelt und geöffnet, dass diese regionale Gastmitgliedschaft berechtigt erscheint oder sogar demnächst die Gastmitgliedschaft in der Bundes-ACK?  Wie stimmen die aktuellen Reden von Stap Schneider damit überein? Verkünden er und die Apostel vorbehaltslos das Evangelium oder predigen sie die Notwendigkeit des Glaubens an das  Apostelamt, um das Heil zu erlangen? Ist dieses aktuelle Fallbeispiel vor Ort nur noch ein zu bedauernder Einzelfall, dass eine nicht ausreichende Loyalität gegenüber dem Apostelamt höher eingeschätzt wird als das Bekenntnis zu Jesus Christus und zur Aufgabenentbindung führt, oder letztlich immer noch gängige Umgangspraxis? Der von seinen Aufgaben entbundene Blogautor Matthias Schröter sieht das so:" Insbesondere dieser Post gibt ein Beispiel dafür, wie Ökumene in Ortsgemeinden gelebt wird. Dieses Umgehen ist ein Beleg dafür, dass die derzeitige Kirchenleitung im Apostelbereich Uli Falk nicht ökumenefähig ist und so im Kreis der ACK nichts verloren hat. Geht es um die Ökumene, muss die NAK Norddeutschland leider als Wolf im Schafspelz angesehen werden, der lediglich für Verlautbarungen nach außen Kreide gefressen hat."

Welche Bedeutung haben also die lokalen Gastmitgliedschaften gegenüber dem Rest, allein in Deutschland also ca. 2000 Gemeinden, wirklich? Funkschmidt zog aus den genannten 20 Gemeinden (aktuelles NAK-Info ?? 80 ?? neuapostolische Kirchengemeinden Mitglied in knapp 40 lokalen ACKs)  diesen schon mehr als frech anmutenden und anmaßenden Schluss: "Die NAK arbeitet dort, wo sie ACK-Mitglied ist, und bisweilen auch dort, wo sie es (noch) nicht ist, aktiv und konstruktiv mit. Sie straft damit jene Lügen, die immer gemutmaßt hatten, es gehe ihr bei dem ganzen Prozess nur um das Gütesiegel „ACK-Mitglied“.

Oder ist es eben doch nur das nach außen geänderte "wording" und alles blieb und bleibt eigentlich beim Alten? Haben sich NAK und ACK auf ein gemeinsames wording geeinigt und wenn ja warum die ACK? Wording  ist ja lediglich eine Sprachregelung für die wirksame Öffentlichkeitsarbeit und hat mit faktischen Inhalten wenig bis nichts zu tun!  Dann würde der kritische Satz zutreffen: "Der neuapostolischer Exklusivismus etc. in unserem Katechismus hat christliche Elemente an Bord, die uns christlichen Stallgeruch vermitteln, ohne unser Sektendenken aufgeben zu müsse." (RS) (klick Predigtbeispiel vor Ort) Und dann bliebe es auch bei diesem Spruch:  Nachfolge bis zuletzt, alles Denken ist Leerlauf! Von einer offenen Diskussion (siehe weiter unten AP. Kühnle:" Ausgehend von dieser Grundüberzeugung laden wir zur weiteren theologischen Auseinandersetzung mit den spezifischen Inhalten der neuapostolischen Glaubenslehre ein, also insbesondere den Lehren über das Apostelamt, die Wiederkunft Christi und das Entschlafenenwesen ein) innerhalb der NAK über die wesentlichen NAK-Dogmen oder einer Veränderung der Predigtpraxis ist jedenfalls nichts zu bemerken. Auch gemeinsame Gottedienste finden nicht statt, nur gemeinsame Andachten - ein für die NAK wesentlicher Unterschied! Man muss sich allen Ernstes also fragen, worauf Funkschmidt, Lamprecht und Co vom ACK oder EZW fußen, wenn sie eine Mitgliedschaft der NAK in der Bundes-ACK vehement befürworten.

Lediglich bei Pfarrer i.R Gandow vom Berliner Dialog  ist bis heute keine andere Meinung als eine sehr kritische zur NAK und den Ökumenebeauftragten zu finden. Ich  habe  bei ihm direkt angefragt, und er hat mir gegenüber am 12.7. 2016 ausdrücklich bestätigt, dass seine bisherige theologische Einschätzung und Kritik nach wie vor gültig ist, also auch aktuell noch Bestand hat und durch die letzten Entwicklungen in der NAK erneut bestätigt wird. (Genaueres hier: Berliner Dialog)

Was Stap Schneider von solchen Diskussionen hält,  machte er allerdings bereits im Jahr der Fuldatagung in Saarbrücken am 3. Februar 2013 deutlich:

"Heute ist es so, es gibt ja nicht nur die Gespräche in der Gemeinde, im Familienkreis mit Freunden, am Telefon – heute gibt’s sogar Internet. Und da wird ja sehr viel//kommuniziert, da wird sehr viel ausgesagt, jeder kann da sagen was er will und es in alle Welt veröffentlichen und so weiter, und so weiter.  Ich bin kein Fan davon und kenn mich da auch nicht sehr viel aus. Ich bin nur immer entsetzt, wenn man mir zeigt, was da alles geschrieben wird."*
 

Siehe auch den Artikel: Wir glauben an die wahren Apostel Christi.Stap Schneider und meinen Offenen Brief an Pastor Densky zu seiner Kritik an der Hessenschau NAK Pfingsten 2016.

Die folgenden Texte sollen dem Leser nun helfen, eine eigene Antwort zur Ökumenefähigkeit der NAK zu finden. Gerne sind Leserbriefe zum Thema willkommen!

Anmerkungen zu "Wandel und  Öffnung" der NAK:

 

 

Anmerkungen zu "Wandel und Öffnung" der NAK

Zwei Vorbemerkungen von Kirchensprecher Johanning:

Kirchensprecher Bischof Johanning zur Frage nach Druck durch die Kirche in der Hessenschau am 15.5. 2016:

“Das gehört eben mit zu unserer Biographie, zu unserer Geschichte der Neuapostolischen Kirche,  dass aus der Vergangenheit heraus manche überkommenen Vorstellungen da sind, die wir aber zur Seite legen möchten.“

Auf Nachfrage erläuterte er  in einer Mail an mich vom 14.6.2016:

"Die Änderungsliste innerhalb der Lehre der Neuapostolischen Kirche ist doch beachtlich lang. Das bestätigt uns jeder Insider: Kirchenverständnis, Amtsverständnis, Sakramentsverständnis - überall wurden Profile geschärft. Ich kenne keinen vergleichbaren Vorgang innerhalb der deutschen Kirchenlandschaft. Die Adventisten sind ähnliche Wege gegangen, nur hat es dort noch länger gebraucht. Unser Katechismus ist allgemein-christlich mit neuapostolischem Profil. Das bringt uns in die Nähe der Kirchen und gewährt uns dennoch eine Existenzberechtigung"

Die folgenden Auszüge aus neuapostolischen Quellen sollen zeigen, ob die behaupteten Änderungen sich auch in den aktuell eigenen Schriften finden lassen. Katechismus und F&A lügen jedenfalls in dem Sinn nicht, als dass sie genau die offizielle Lehre der NAK benennen. Was einzelne Apostel in ökumenischen Gesprächen daraus machen, können zumindest beschönigende Halbwahrheiten sein:

 

Was sagen Stammapostel und Apostel zur Ökumene?

Stap. Fehr 2001 in einem Schreiben alle Bezirksapostel und den Bezirksapostelhelfer in Europa:

„Die Maßgaben unserer kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit,  Profil und Identität unserer Kirche nach außen deutlich zu machen,  sind zu beachten.“ 

 Stap. Leber  im Wort zum Monat Juni 2006:

Mancher hegt den Gedanken, die Neuapostolische Kirche müsse ein bisschen reformiert werden. Man meint, die eine oder andere Vorstellung hineintragen zu können. – ... Aber dagegen spricht Grundsätzliches: Wir dienen dem Herrn und nicht den Menschen! Da geht es nicht um menschliche Gedanken und Überlegungen, die man einbringen möchte

Stap Schneider am 23.09.2012 in Berlin – Eberswalde:  

„Es gibt keinen Grund zur Panik, das Werk Gottes geht weiter! Wir sehen auch keinen Grund dafür, unser Glaubensgebäude jetzt auf den Kopf zu stellen. - Darf ich das Mal ganz klar sagen: Das Apostelamt, die Wiedergeburt aus Wasser und Geist, die Wiederkunft Christi sind und bleiben festen Bestand unseres Glaubens. Das gehört einfach dazu, da sehen wir keinen Grund, etwas zu ändern."

Stap Schneider Wort zum Monat Februar 2014:

Es muss das Wasser, das ins Boot eingedrungen ist, ausgeschöpft werden – Wir wollen unermüdlich gegen schädliche Einflüsse auf die Kirche kämpfen: (...) das Infrage stellen des Apostelamtes (...)

12.01.2016 Stap Schneider in Yamoussoukro (Elfenbeinküste ):

Zitat aus der Predigt: „Jesus ist mitten unter uns!“ Er ist nicht „im Himmel“, er ist wirklich gegenwärtig unter uns. Jesus wirkt in seiner Kirche. Hier hören wir sein Wort, hier haben wir Gemeinschaft mit ihm. Jesus wirkt und bereitet mich auf seine Wiederkunft vor. Deswegen komme ich zur Kirche, um sein Wort zu hören und ganz nahe bei ihm zu sein. Wo das göttliche Leben in uns pulsiert, haben wir das Bedürfnis, in den Gottesdienst zu kommen, um sein Wort zu hören und Gemeinschaft mit ihm zu haben. Schließlich, wenn die Gemeinde Abendmahl feiert, bekennt sie auch ihren Glauben an das Apostolat, weil der Herr den Aposteln gesagt hat: „So oft ihr das tut, tut es zu meinem Gedächtnis.“ Den lebenden Aposteln gab er die Verantwortung, den Auftrag, Heiliges Abendmahl zu feiern. Nur wo lebende Apostel wirken, ist Leib und Blut Jesu wirklich präsent. Das ist unser Glaube. Wenn wir Heiliges Abendmahl feiern, sagt die Kirche den Menschen und dem Geist von unten: „Ich glaube, dass die Apostel vom Herrn Jesus gesandt sind.“ Deshalb folge ich ihnen nach. (...) Und wo das Amt wirkt, da ist Jesus wirklich präsent in der Gemeinde."

 

Ap. Kühnle 2014 zur Ökumene: "Wer glaubt durch ökumenische Gespräche würde unsere Kirche ihre Identität verlieren, der hat den Katechismus nicht gelesen." (Quelle)

Ap Kühnle 3/2013: Volltext MD 2013-03 NAK, darin: „Erwartungen an unsere ökumenischen Gesprächspartner

Ausgehend von dieser Grundüberzeugung laden wir zur weiteren theologischen Auseinandersetzung mit den spezifischen Inhalten der neuapostolischen Glaubenslehre ein, also insbesondere den Lehren über das Apostelamt, die Wiederkunft Christi und das Entschlafenenwesen. Damit verbinden wir den Wunsch und die Hoffnung, dass diese spezifischen neuapostolischen Interpretationen des Evangeliums als offene Anfragen an die anderen Kirchen gewertet werden. Darüber hinaus erwarten wir eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der neuapostolischen Glaubenslehre, die auch die Frage beinhaltet, was die Neuapostolische Kirche eigentlich für andere Kirchen ist. Es kann schließlich nicht nur darum gehen, wie die Neuapostolische Kirchedie anderen Kirchen versteht und sich zu ihnen verhält.

Für künftige Gespräche wünschen wir uns, dass

• die Apostolischen insgesamt als eigenständige Konfessionsfamilie anerkannt und die großen Gemeinsamkeiten der Neuapostolischen Kirche mit den klassischen Konfessionskirchen wahrgenommen werden.

• die Neuapostolische Kirche nicht mehr als Gegenstand der Sekten und Weltanschauungsbeauftragten, sondern vielmehr als gleichberechtigter Gesprächspartner im ökumenischen Dialog wahrgenommen wird.

• wahrhaftig theologisch-ökumenische Gespräche auf gleicher Augenhöhe geführt werden.

• Anfragen an die Neuapostolische Kirche nicht andere Qualität und Inhalt haben als solche an Kirchen und christliche Gemeinschaften, die bereits ACK-Mitglied sind.

die (Gast-) Mitgliedschaft der Neuapostolischen Kirche in der ACK möglich wird.

• die Neuapostolische Kirche in der Öffentlichkeit als christliche Kirche wahrgenommen wird, die in einer zunehmend säkularisierten Welt zusammen mit anderen Christen ihren Teil zur Ausbreitung des Evangeliums Jesu Christi beiträgt.

Stellenbewerbungen neuapostolischer Christen in kirchlich geführten Einrichtungen ausschließlich aufgrund der fachlichen Qualifikation und persönlichen Eignung für die zu besetzende Stelle entschieden werden und nicht aufgrund fehlender Kirchenmitgliedschaft oder fehlender ACK-Zugehörigkeit.

Apostel Jörg Steinbrenner Juni 2016 in der ACK-Sitzung: Wir freuen uns über die Möglichkeit, als apostolische Stimme die Botschaft vom wiederkommenden Herrn in der gesamten Kirche Christi freudig zu bezeugen.“ (Quelle)

Bezirksapostel Brinkmann 2014:  Die Ökumene als solche spielt für die Vollendung der Braut Christi eine untergeordnete Rolle. Bei der Ökumene handelt es sich um das gemeinsame Herangehen an die Herausforderungen unserer Zeit. Es ist ein Prozess, der mit Bedacht weitergeführt werden muss – unter deutlicher Wahrung neuapostolischer Identität. (Quelle)

Was sagen Katechismus und Glaubensbekenntnis zu Kirche, Heil und Apostel? (fett DS)

Katechismus:

(6.5 Quelle) Verbindende Elemente zwischen den einzelnen christlichen Kirchen sind die Taufe, das Bekenntnis zu Jesus Christus und der Glaube an ihn. Durch die Getauften, die ihres Glaubens leben, wird Kirche als Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe erfahrbar. Insofern ist Kirche Christi auch in den Kirchen sichtbar, in denen Einheit, Heiligkeit, Allgemeinheit und Apostolizität auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichem Umfang vorhanden sind.

ABER:

(8. Quelle)"Durch die Heilige Wassertaufe gelangt der Mensch in ein erstes Näheverhältnis zu Gott — er wird ein Christ und gehört durch seinen Glauben und sein Bekenntnis zu Christus der Kirche an (siehe 8.1). Durch die Heilige Versiegelung schenkt Gott dem Getauften die Gabe des Heiligen Geistes. Beide Sakramente gemeinsam bilden die Wiedergeburt aus Wasser und Geist. Durch sie erlangt der Mensch die Gotteskindschaft ...."

2.4.3 (...)  Die Kirche ist zum anderen apostolisch, weil in ihr das apostolische Amt in gegenwärtig wirkenden Aposteln geschichtliche Realisierung erfährt. … Sie ist dort am deutlichsten wahrnehmbar, wo das Apostelamt, die Spendung der drei Sakramente an Lebende und Tote sowie die rechte Wortverkündigung vorhanden sind. Dort ist das Erlösungswerk des Herrn  aufgerichtet, in dem die Braut Christi für die Hochzeit im Himmel bereitet wird. …

2.4.3  Unter dem Begriff „Erlösungswerk des Herrn“ versteht man im Allgemeinen die Heilstat Jesu, die abgeschlossen ist. Wird dieser Begriff hier verwendet, ist damit der Teil der Kirche gemeint, in dem die Apostel wirken und jene Heilsgaben vermitteln, die der Bereitung der Erstlinge, der Braut Christi, dienen.

2.4.7 (...) Durch das Apostelamt und die dadurch bevollmächtigten Amtsträger wird die Gegenwart von Leib und Blut Christi in Brot und Wein ermöglicht

6.4.1.4 Die Kirche Christi in zweierlei Hinsicht apostolisch: In ihr wird apostolische Lehre verkündigt und in ihr wirkt das apostolische Amt. Das apostolische Amt ist das von Christus gegebene und vom Heiligen Geist gelenkte Apostelamt mit seinen Vollmachten: Verkündigung des Evangeliums, Spendung der Sakramente, Vergebung der Sünden (Mt 28,19; Joh 20,23).

7.6.6 Der Stammapostel ist oberste geistliche Autorität; ihm kommt im Kreis der Apostel die führende Stellung zu.… Es ist notwendig, dass die Apostel im Einssein mit ihm stehen: Nur auf diese Weise kann die dem Apostolat insgesamt obliegende Aufgabe erfüllt werden, Menschen das Heil zugänglich zu machen. (noch mehr lesen)

Glaubensbekenntnis:

Erläuterungen zu 3. : "(Die Kirche Christi) ist dort am deutlichsten wahrnehmbar, wo das Apostelamt, die Spendung der drei Sakramente an Lebende und Tote sowie die rechte Wortverkündigung vorhanden sind. Dort ist das Erlösungswerk des Herrn aufgerichtet, in dem die Braut Christi für die Hochzeit im Himmel bereitet wird.

Erläuterungen zu 4.:"(...) Er (Jesu Christi) ist es, der seine Kirche regiert; denn „er ist das Haupt des Leibes“ (Kol 1,18). Diese Regentschaft findet unter anderem ihren Ausdruck in der Sendung der Apostel. Der Missionsbefehl (Mt 28,19.20) zeigt, dass Evangeliumsverkündigung und Sakramentsspendung mit dem Apostolat ursächlich verbunden sind. (...)"

Erläuterungen zu 5.:"Der Mensch, so wird im Glaubensartikel ausgedrückt, trägt sein Amt aufgrund göttlichen Willens und nicht menschlicher Entscheidung. Verwirklicht oder umgesetzt wird dies durch das Apostelamt. Amt und Apostolat hängen unmittelbar zusammen. Wo das Apostelamt wirkt, gibt es folglich auch ein geistliches Amt (siehe 7).(...) Da aus dem Apostelamt „Vollmacht, Segnung und Heiligung zu ihrem [der Amtsträger] Dienst hervorgehen“, steht jeder Amtsträger in einer unaufhebbaren Relation zum Apostelamt.

Erläuterungen zu 6.:"Die Heilige Wassertaufe enthält noch nicht alles, was zum neuen Sein des Menschen vor Gott notwendig ist. Sie ist „der erste Schritt zur Erneuerung des Menschen im Heiligen Geist“. Dieses Erneuerungsgeschehen im Heiligen Geist, das mit der Heiligen Wassertaufe begonnen hat, findet seine Fortsetzung durch die Vermittlung Heiligen Geistes in der Heiligen Versiegelung. Erst dann ist der Mensch wiedergeboren aus Wasser und Geist."

Erläuterungen zu 7. :"Brot und Wein müssen „von einem vom Apostel bevollmächtigten Amtsträger ausgesondert und gespendet werden“. Durch das Apostelamt und die dadurch bevollmächtigten Amtsträger wird die Gegenwart von Leib und Blut Christi in Brot und Wein ermöglicht (siehe 8.2.22)"

8. Glaubensartikel: Ich glaube, dass die mit Wasser Getauften durch einen Apostel die Gabe des Heiligen Geistes empfangen müssen, um die Gotteskindschaft und die Voraussetzungen zur Erstlingsschaft zu erlangen.

Erläuterungen zu 8.:" Der achte Glaubensartikel handelt von der Heiligen Versiegelung oder der Geistestaufe, also von der Vermittlung der Gabe des Heiligen Geistes an den Glaubenden. Die Heilige Versiegelung ist das Sakrament, das allein dem Apostelamt zugeordnet ist. ... ."

Erläuterungen zu 9.:"Mit der Wiederkunft Jesu Christi ist verbunden, dass der Herr „die Erstlinge aus den Toten und Lebenden, die auf sein Kommen hofften und zubereitet wurden, zu sich nimmt“ (vgl. 1Thess 4,16.17). Die „Erstlinge aus den Lebenden und Toten“ werden mit einem geistlichen Leib versehen und zum wiederkommenden Christus entrückt. Die „Erstlinge“ sind diejenigen, die Gottes Eigentum geworden sind, die eine lebendige Erwartung des wiederkommenden Herrn hatten und die sich auf die Wiederkunft Christi vorbereiten ließen."

 

Stammapostel  Schneider drückte das zusammenfassend am 15.09.2013 in Metz wie folgt aus (Predigt im Wortlaut):

 „Gott hat seine Kirche gegründet und Jesus hat uns diese zu unserem Heil gegeben. Er hat die Kirche Christi gegründet, er hat die Grundlagen dazu gelegt und er hat seiner Kirche Apostel gegeben. Man kann nicht das Apostolat, das Apostelamt von der Kirche Christi trennen. Sie sind auf das engste miteinander verbunden. … Die Kirche Christus ist apostolisch und die Kirche braucht die Apostel. Jesus hat ihr die Apostel gegeben zum Segen und zu ihrer Vollkommenheit. (…) Ich habe heute Morgen nichts Neues erfunden, es ist dies ganz einfach die neuapostolische Lehre: Was ist die Kirche Christi, was ist die Aufgabe der Apostel und dass die Botschaft der Apostel sich an die ganze Kirche Christus richtet. Es ist der Herr, der dieses so wollte.“

 

Was sagen die „Fragen und Antworten“ der NAK?

Anmerkung DS: Aus den  kurz gefassten "Fragen und Antworten" zitiere ich zunächst einige tatsächlich bemerkenswert offene Passagen, die sicherlich bei den ACK- oder EZW-Beauftragten auf Wohlwollen stoßen und bei sehr wohlwollender Betrachtung eine gewisse Ökumenebereitschaft bekunden. Sie brechen die grundsätzlich immer noch exklusivistische Grundhaltung etwas auf, indem die Aussagen zumindest leicht relativiert werden (fett). Danach folgt eine nur kleine Auswahl (ausführlich ist unter Katechismus und Glaubensartikel zitiert, was dagegen spricht) von Antworten, die durchaus dagegen sprechen. Die Erläuterungen zu Frage 530 (Gotteskindschaft) zeigen klar in einer Antwort den vorhandenen Zwiespalt.

38 (…) Gottes Liebe, Gnade und Allmacht können nicht erschöpfend beschrieben werden. Sie sind immer noch größer als das, was Menschen von ihnen sagen können. Das Glaubensbekenntnis zieht somit keine Grenze, die anderen Christen eine Teilhabe am Heil abspricht.

43 Zur „Gemeinschaft der Heiligen” zählen im engeren Sinn alle Glaubenden, die wiedergeboren sind aus Wasser und Geist, sich durch die Apostel Jesu Christi auf den Tag des Herrn vorbereiten ließen und von ihm als seine Braut angenommen wurden. Wer zu dieser Gemeinschaft gehört, wird also erst bei der Wiederkunft Christi offenbar. Im weiteren Sinn gehören zur „Gemeinschaft der Heiligen” alle, die zur Kirche Christi zählen. Es sind also damit all jene gemeint, die schon heute Heil aus Jesus Christus empfangen.

371 Unterscheiden sich die Kirche Jesu Christi und die Neuapostolische Kirche?
Ja, sie unterscheiden sich. In der Neuapostolischen Kirche und in den anderen christlichen Kirchen wird die eine Kirche Jesu Christi auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichem Umfang offenbar.

406 Gehören alle Getauften zur Kirche Jesu Christi?
Zur Kirche Jesu Christi gehören die Menschen, die an Jesus Christus glauben und den Gottessohn als ihren Herrn bekennen. Sie sind getauft im Namen des dreieinigen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes.

514 Welche Bedeutung haben die Abendmahlsfeiern anderer Kirchen?
In den Abendmahlsfeiern anderer Kirchen sind wichtige Elemente des Heiligen Abendmahls vorhanden. Auch dort wird des Todes und der Auferstehung Jesu Christi dankbar und gläubig gedacht. Neuapostolische Christen sollten allerdings bedenken, dass sie sich durch eine dauerhafte Teilnahme an der Abendmahlsfeier anderer Kirchen im Grunde zu deren Lehre bekennen.

481 Was geschieht durch die Heilige Wassertaufe?
Durch die Heilige Wassertaufe wird das Verhältnis des Menschen zu Gott grundlegend verändert. Indem die Erbsünde abgewaschen wird, wird der Täufling aus der Gottferne herausgeführt: Er gelangt in die Nähe Gottes. Er wird Christ. Durch seinen Glauben und sein Bekenntnis zu Christus gehört der Getaufte der Kirche Christi an.

561 Wer wird bei der Wiederkunft Christi entrückt?
Die Entrückung bei der Wiederkunft Christi ist zunächst jenen zugesagt, denen die Wiedergeburt aus Wasser und Geist zuteil geworden ist und die an Jesus Christus glauben und ihm nachfolgen. Diese Schar wird auch „die Brautgemeinde“ oder der „Knabe“ (Offenbarung 12,5) genannt. Ob darüber hinaus Gott Anderen die Gnade der Entrückung zuteilwerden lässt, entzieht sich menschlicher Beurteilung und unterliegt der Entscheidung Gottes.

562 Wer zählt zur "Brautgemeinde"?
Jesus Christus hat seinen Aposteln den Auftrag gegeben, die Kirche Christi auf die Vereinigung mit ihm bei seiner Wiederkunft vorzubereiten. Apostel Paulus schreibt dazu: „Ich eifere um euch mit göttlichem Eifer; denn ich habe euch verlobt mit einem einzigen Mann, damit ich Christus eine reine Jungfrau zuführte“ (2. Korinther 11,2). Das Bild von der „reinen Jungfrau“ verweist auf die „Braut“ (Offenbarung 19,7). Wer dazu zählt und mit Jesus Christus vereinigt wird, zeigt sich erst bei der Wiederkunft Christi.

632 Was bedeutet die Anrede „Unser Vater“?
Die Anrede „Unser Vater“ zeigt, dass dieses Gebet ein Gemeinschaftsgebet ist. Sprechen Menschen Gott als „Vater“ an, kommt damit zum Ausdruck, dass er sie erschaffen hat, ihr Herr ist und für sie sorgt. Sie dürfen zu Gott ohne Furcht, in Liebe, vertrauensvoll „Vater“ sagen.
↗ Gotteskind: siehe Erläuterung zu Frage 530


ABER:


403 Wo wirken gegenwärtig Apostel?
Die Apostel wirken gegenwärtig in der Neuapostolischen Kirche. Das Apostelamt ist jedoch nicht nur für die Neuapostolische Kirche, sondern für die gesamte Kirche Jesu Christi gegeben. Das Apostelamt hat den Auftrag, in alle Teile der Kirche hineinzuwirken. Die Apostel sind zu allen Völkern gesandt, sie erfüllen diesen Auftrag, indem sie weltweit Gemeinden gründen und die Gläubigen zu Jesus Christus hinführen.


428 Was bedeutet: „Amt des Geistes“?
Das „Amt des Geistes“ ist „das Amt, das den Geist gibt“ (2. Korinther 3,8). Durch die Spendung der Gabe des Heiligen Geistes wird dem mit Wasser Getauften die Gotteskindschaft und die Voraussetzung zur Erstlingsschaft geschenkt. (...)


456 Ist das Apostelamt für die gesamte Kirche Christi gegeben?
Ja, das Apostelamt ist für die gesamte Kirche Christi gegeben. Es hat die Aufgabe, das Heil in Jesus Christus allen Menschen anzubieten. Apostel Paulus beschreibt seinen Auftrag als Apostel so: „Denn so hat uns der Herr geboten: ‚Ich habe dich zum Licht der Heiden gemacht, damit du das Heil seist bis an die Enden der Erde‘“ (Apostelgeschichte 13,47).  Das Heil wird allein durch den Sohn Gottes möglich. Die Vermittlung von Heil erfolgt bis zur Wiederkunft Christi durch die Apostel in Wort und Sakrament.


459 Welche Aufgaben hat der Stammapostel?
Der Stammapostel erhält das Einssein unter den Aposteln. Er stärkt die Apostel (vgl. Lukas 22,32) und „weidet“ die Herde Christi (vgl. Johannes 21,15-17): Er wacht darüber, dass das Evangelium unverfälscht verkündigt wird. Er erschließt aus dem Heiligen Geist Erkenntnisse und Zusammenhänge in der Lehre der Kirche und ist verantwortlich für ihre einheitliche Ausbreitung. Weiterhin legt er die Kirchenordnung fest.  All diese Aufgaben machen die „Schlüsselvollmacht“ des Stammapostelamts aus. (…)
 „Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein“ (Matthäus 16,19).


460 Welche Aufgaben hat der Bezirksapostel? (Anmerkung d.V.: Nur formale Aufgaben werden genannt, alle geistlichen Funktionen liegen im Stammapostelamt!)
Der Bezirksapostel hat – über die Aufgaben hinaus, die jeder Apostel hat – die Verantwortung, innerhalb eines bestimmten Arbeitsbereichs („Bezirksapostelbereich“) die seelsorgerische Pflege und die Versorgung der Gemeinden sicherzustellen. Zudem ist er für die geistliche Ausrüstung der Amtsträger verantwortlich. (…)


515 Was ist die Heilige Versiegelung?
Die Heilige Versiegelung ist das Sakrament, durch das der Gläubige unter Handauflegung und Gebet eines Apostels die Gabe des Heiligen Geistes empfängt. Er wird ein Gotteskind und ist zur Erstlingsschaft berufen.


682 Welche Folgen hat es, wenn man die Gottesdienste versäumt?
Dem, der die Gottesdienste leichtfertig versäumt, entgehen der Segen, die Gnade und die Kräfte, die im Wort Gottes und im Heiligen Abendmahl liegen.
Bleibt man häufig den Gottesdiensten ohne zwingenden Grund fern, kann es sein, dass der Glaube nachlässt und das Verlangen nach dem Wort Gottes schwindet.
Sünde ist es, wenn der Gottesdienst und die Gnade bewusst abgelehnt oder als gering geachtet werden.

 

Was sagt die ACK?

Kai Funkschmidt: „Die ökumenische Öffnung, das zentrale Thema der NAK im neuen Jahrtausend!

Dr. Lamprecht von der ACK schreibt im Artikel "Neues Haus mit alten Möbeln" :

Ausblick

Es wäre vermessen zu verlangen, dass ein ganzes Schloss sofort komplett neu möbliert sei. Da würden viele alte Bewohner, die an ihrer Umgebung hängen, schlicht nicht umziehen. Ihnen muss man wohl zugestehen, auch stilistisch unpassende Einrichtungsgegenstände zu behalten. Der Stilbruch fällt dann weniger auf, wenn man die Fenster schließt und die Jalousien herablässt. Andere Bewohner des neuen Schlosses werden das nun gerade nicht wollen, sondern gern die Fenster öffnen um die frische Luft zu atmen. Die wünschen sich dann freilich auch eher eine neue Inneneinrichtung. Solange sie diese nicht bekommen können, sollte es ihnen erlaubt sein, die alten dysfunktionalen Kommoden mit einem Tuch und einem Blumenstrauß zu bedecken. Einige ausgewählte antike Stücke kann man in einer Wohnung durchaus verkraften, sie können sogar das Ambiente aufwerten. Aber wer möchte in einem Museum wohnen? Immerhin – das neue Haus enthält sogar Zimmer, die noch gar nicht bezogen sind. Die Frage nach Frauen im Amt wird im Katechismus bewusst nicht behandelt und damit offen gelassen. Bei der Präsentation hieß es, zukünftig sei das durchaus vorstellbar, es gelte aber verschiedene kulturelle Gegebenheiten in der weltweiten Kirche zu beachten.

Harald Lamprecht, zitiert aus einem katholischen Bericht aus Halle:

Die NAK habe sich seit ihrer Gründung Mitte des 19. Jahrhunderts lange als die „direkte und unmittelbare Fortsetzung der ersten, apostolischen Kirche“ und als „alleinige Kirche Christi“ verstanden. Im Katechismus der NAK sei nun aber davon die Rede, dass in der NAK und in den anderen christlichen Kirchen „die eine Kirche Jesu Christi auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichem Umfang offenbar“ ist. Aber etwa auch im Blick auf die Bibel als entscheidender Richtschnur christlichen Lebens habe sich viel verändert, so Lamprecht. Stand früher das Wort der Apostel (Leitende Amtsträger der NAK) im Mittelpunkt und gab es „fast eine Geringschätzung der Bibel und auch der Theologie“, sei heute ein „ehrliches, lebendiges Interesse an der Bibel“ feststellbar. (...)
Mit dem einstweiligen Festhalten an Vorstellungen wie der von der „Gotteskindschaft“ oder auch im Blick auf das „Erlösungswerk des Herrn“ gebe es in der NAK auch noch Überzeugungen, die hinsichtlich der Ökumene schwierig seien, so der Lutheraner Lamprecht. Entscheidend für ein gutes ökumenisches Miteinander sei, sich an der Bibel zu orientieren, sich als Gemeinden gegenseitig kennenzulernen und voneinander zu lernen.

Weiteres bei  Dr. Lamprecht (ACK) und den bei "confessio" eingestellten Texten zur NAK

Dr. Kai Funkschmidt, März 2013 (Quelle): Aus evangelischer Sicht achtet die NAK die göttliche Gnade zu gering und die Unverzichtbarkeit des Apostelamtes als Mittler zwischen Gott und Gläubigen zu hoch. Die problematische Überbewertung eines menschlichen Amtes, das als notwendiges Heilsmittel zwischen Gott und Mensch treten soll, ist aus anderen Kirchen bekannt. Im Entschlafenenwesen wird diese Überbewertung sogar gesteigert, indem sie von der diesseitigen Welt in ein postmortales Jenseits fortgeschrieben wird. Hier wird die priesterliche Funktion des Apostelamtes heilsnotwendig, insofern Gott in seinem Gnadenhandeln selbst im Jenseits nicht frei ist, sondern sich noch immer der Apostel und sichtbarer Zeichen (Sakramente) bedienen muss. Nach dem Verständnis der ökumenischen Christenheit gilt der Sendungsauftrag der Apostel aber nur für diese Welt (Matth 18,18; 28,19-20; Joh 20-21-23). Die neuapostolische Auslegung ist exegetisch oft kaum nachvollziehbar.

Durch das Entschlafenenwesen werden das Skandalon des Todes als absolute Grenze und die irdische Existenz als Entscheidungsort des christlichen Lebens verharmlost. Damit wird auch die Bedeutung der Auferstehung Jesu relativiert. Erweist sich denn die den Tod überwindende Macht des Christusgeschehens, also der Auferstehung, wirklich in der fortdauernden Gemeinschaft von Lebenden und Toten (s. o.)? Damit würde die Auferstehung als Sieg über den Tod mit der Fortexistenz toter Seelen vermischt. Hier ist auch die ausgefeilte neuapostolische Eschatologie mit ihrem detaillierten Fahrplan von Entrückung, erster und zweiter Auferstehung usw. inkonsistent. 

Flyer zur NAK 2015 (Funkschmidt): Einschätzung
(Auszug) Die ökumenische Öffnung der NAK in den letzten Jahren ist unübersehbar und weitreichend. Früher geäußerte Befürchtungen, es handele sich dabei nur um Kosmetik zwecks ökumenischer Anerkennung, haben sich nicht bestätigt. Die zahlreichen ökumenischen Gespräche und die Aufwertung von Theologie und Bibellektüre haben Spuren hinterlassen. So sind an vielen Stellen im Katechismus sprachliche und sachliche Aufnahmen ökumenischer Impulse zu finden, z. B. schließt sich der Kirchenbegriff teilweise an CA VII an. Es besteht keine offizielle Tisch- oder Kanzelgemeinschaft mit anderen Kirchen, gemeinsame Gottesdienste und Segenshandlungen sind derzeit weder möglich noch
erwünscht. Doch die NAK erlaubt ihren Gläubigen die gastweise Teilnahme am Abendmahl anderer Kirchen und lädt auch ihrerseits Gäste zu ihrem Abendmahl ein.
Bei der ökumenischen Einschätzung sind theologische und organisatorische Aspekte zu unterscheiden. Die großen Lehrunterschiede begrenzen ökumenische Lehrannäherung, aber sie schließen ökumenische Mitgliedschaften oder Zusammenarbeit nicht aus. Die Lehrunterschiede zwischen der NAK und anderen Kirchen sind nicht größer oder substanziell anders als zwischen jetzt schon ökumenisch kooperierenden Kirchen.

12.12.2012 Trotz neuem Katechismus bleiben Fragen offen ( Quelle Adventistischer PressedienstKonfessionskundliches Institut nimmt Stellung zum Katechismus der Neuapostolischen Kirche

Zitate: "Pfarrer Walter Fleischmann-Bisten gab jedoch zu bedenken, dass aus konfessionskundlicher Sicht die von der NAK offensichtlich gewollten ökumenischen Gespräche durch eine Reihe neuapostolischer Sonderlehren belastet würden. Denn durch den Katechismus “werden eine Art exklusives Heilsverständnis und mit der Heiligen Schrift unvereinbare Lehren jetzt bestätigt (...) Nach Artikel 8 des GNAK müssten “die mit Wasser Getauften durch einen Apostel die Gabe des Heiligen Geistes empfangen”, um “die Gotteskindschaft und die Voraussetzungen zur Erstlingsschaft zu erlangen”. Da dieses Sakrament der Geistversiegelung wie auch die beiden anderen Sakramente Taufe und Abendmahl nur durch einen vom Stammapostel bevollmächtigten Amtsträger gespendet werden könnte, dürften alle anders getauften Christen nicht die Gotteskindschaft haben. Damit sei auch die seit einiger Zeit von der NAK erklärte gegenseitige Taufanerkennung problematisch, betonte Fleischmann-Bisten. (...) Neben der Offenbarung Gottes durch Schöpfung, Geschichte und Heilige Schrift vermittele der Heilige Geist “darüber hinaus” dem Apostolat neue Einsichten über Gottes Wirken und seinen Heilsplan. Diese seien in der Bibel angedeutet, aber noch nicht vollständig enthüllt. “Es obliegt dem Stammapostel aufgrund seiner lehramtlichen Vollmacht, derartige Aufschlüsse aus der Heiligen Schrift zu verkündigen und zur verbindlichen Lehre der Neuapostolischen Kirche zu erklären” (Seite 48). (...)

Als Fazit sei festzuhalten, dass die Veröffentlichung des NAK-Katechismus die gegenwärtige Lehre der NAK offen und verständlich darstelle. Sonderlehren, die sich darin zahlreich fänden, würden alle christlichen Konfessionen und Kirchen kennen, die zu einem erheblichen Teil auch deren Selbstverständnis ausmachten. Sie könnten eine ökumenische Bereicherung im gegenseitigen Verstehens- und Lernprozess sein und gemeinsam nach der biblischen Begründung und dem Fundament der christlichen Wahrheit suchen lassen, schlussfolgert der Freikirchliche Referent des Konfessionskundlichen Instituts. Die entscheidenden Fragen seien aber: “Werden Sonderlehren vertreten, die der eigenen Gemeinschaft oder einzelnen ihrer Mitglieder eine ausschließliche Stellung im Heilsgeschehen einräumen, und gibt es Sonderlehren, die keinerlei Wurzeln in der biblischen Botschaft haben?”

 

 

Was sagt das Dialog Zentrum Berlin (Hrsg. Pfarrer i.R. Thomas Gandow)

Anmerkung: Da bis heute keine andere Meinung zur NAK und den Ökumenebeauftragten auf der Seite von Herrn Gandow zu finden ist  habe ich bei ihm direkt angefragt. Pfr i.R. Gandow hat mir gegenüber am 12.7. 2016 ausdrücklich schriftlich bestätigt, dass seine hier folgende theologische Einschätzung und Kritik nach wie vor gültig ist, also auch aktuell noch Bestand hat und durch die letzten Entwicklungen in der NAK erneut bestätigt wird.

Pfarrer i.R. Gandow war von 1978-2011 Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Ev. Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. 2012 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen "als Auszeichnung für seine außerordentlichen Verdienste als Sektenbeauftragter der Evangelischen Kirche. Aus der Laudatio von André Schmitz: „Wenn ich Ihnen Herr Gandow jetzt im Auftrag des Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz am Bande überreichen darf, dann geschieht das vor dem Hintergrund einer über vier Jahrzehnte reichenden Tätigkeit als wichtiger Aufklärer und Vermittler. Sie haben sich während Ihrer Amtszeit intensiv und erfolgreich in der Beratung von Gemeinden und Einzelpersonen zu Fragen der bestehenden Sekten und Weltanschauungen sowie in der Begleitung von Menschen, die in Konflikt mit diesen geraten waren, engagiert. Ihre profunde Kenntnis der inneren Regeln und Abläufe von weltanschaulich problematischen Gemeinschaften konnte vielen Betroffenen helfen. (...)  Sie haben sich so in außergewöhnlicher Weise für unsere Gesellschaft und das menschliche Zusammenleben verdient gemacht. " (Quelle)

 

Des Apostels neue Kleider

Stark gekürzte Auszüge (originale Zitate)  aus einem Beitrag von Thomas Gandow vom 25. April 2013 mit freundlicher Genehmigung des Verfassers

Um den heutigen Glaubensstand der NAK zu erheben, reicht der Blick in dem Katechismus leider nicht. Es sind mindestens fünf Quellen zu betrachten und gegeneinander abzuwägen:

  1. Das zuletzt vorgelegte, derzeit geltende Glaubensbekenntnis von 2010 (2.4);
  2. der vorgelegte Katechismus von 2012 als dessen verbindliche Auslegung;
  3. die darüber hinaus in der NAK in Gottesdiensten, Predigten, Stellungnahmen
  4. und sonstigen Veröffentlichungen zu erhebenden Glaubensansichten, wie z.B. die Serie ‘Lehre und Erkenntnis’, die von 1995 bis 2009 in der Zeitschrift ‘Unsere Familie’ erschien, usw.; davon am „amtlichsten“ und wirkungsmächtigsten vielleicht die „Hausregeln für die Mitglieder der neuapostolischen Kirche (letzte mir vorliegende Version von 1999, 4. Auflage) und die „Richtlinien für die Amtsträger der Neuapostolischen Kirche“ von 1993, ergänzt 1997 und 2003 (unveränderter Nachdruck 2004);
  5. das Glaubensverständnis des „normalen“ Gemeindeglieds einer neuapostolischen Gemeinde;
  6. das sogenannte „Apostolat“ selbst (7.6,1); genauer gesagt das Stammapostelamt (7.6.6) als Glaubensgegenstand und Glaubensquelle(1.3).

Eine geschickte und professionelle Öffentlichkeitsarbeit hat sich mit Erfolg daran gemacht, die sektiererischen Sonderlehren (Anmerkung: der NAK) nicht mehr abzustreiten und schon gar nicht abzuschaffen. Vielmehr wird das Sondergut, werden die Geheimnisse der neuapostolischen Sekte nach außen hinter einem Wortschwall aus ökumenischem Allerweltsvokabular verborgen. Was nach wie vor sperrig ist, wird als bloße nostalgische Marotte mit der Formel der „versöhnten Verschiedenheit“ als ökumenisch hinnehmbar deklariert: andere Glaubensgemeinschaften, die bereits Gäste in der ACK sind, seien viel exzentrischer.

Gotteskindschaft: Ausdruck des Glaubens oder Atavismus?

Bisherige Krönung der auf eine ACK-Aufnahme gerichteten Öffentlichkeitsarbeit war eine Veranstaltung von ACK und EZW, bei der NAK-Funktionäre den Katechismus auch kirchlichen Sektenexperten und Vertretern der ACK vorstellen konnten. Dabei konnten nicht nur die Verfasser des Katechismus nicht nur Lob erhalten für ihre kosmetische Verpackung der neuapostolischen Glaubenswahrheiten in gefälliger Sprache, wie man sie von „großkirchlichen“ Akademie-Tagungen kennt. Ein Konfessionskundler äußerte einem Bericht des Internet-magazins „glaubenskultur“ zufolge, er betrachte schon seit langem die in der Zeitschrift „Unsere Familie“ publizierten Bilder sehr genau und habe dabei festgestellt, dass beispielsweise die Kleider der Frauen des jeweiligen Stammapostels immer heller würden. – Die Veränderungen in der NAK seien auch an solchen kleinen Details zu erkennen. Kritiker monierten dagegen, das entstandene „erstes Näheverhältnis“ von Projektgruppen-Aposteln und wohlmeinenden Beobachtern habe zu einer kritiklosen Kuschelatmosphäre geführt.

In der Tat: Sich selbst als „hochkarätig“ darstellende Außenstehenden, die sich zum begutachten berufen fühlten, trieben es bisher mit ihrer kritischen Sachkunde nicht sehr weit, weder im öffentlichen Teil der Tagung, noch in ihren Berichten. Um in der Diamantensprache zu bleiben: Tiefschürfend waren ihre Einsichten nicht gerade: weder in die NAK-Glaubenslehre noch in die kirchlichen und ACK-verbindlichen Setzungen.

Dr. Harald Lamprecht, Weltanschauungsbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen, der der NAK grundsätzliche Ökumenefähigkeit bescheinigen möchte, meinte bei der Tagung z.B., die NAK solle zu ihrer Reform nun noch den Begriff der „Gotteskindschaft“ fallen lassen. Man könne ihn ja als ein „Relikt aus der Vergangenheit auf ein Häkeldeckchen legen und in einer Ecke ablegen“.

Anscheinend war ihm völlig entgangen, dass dieser wichtige neutestamentliche Begriff sogar eines der Kriterien für eine ACK-Mitgliedschaft ist. In der „Orientierungshilfe über die Grundlagen der ökumenischen Zusammenarbeit in den Arbeitsgemeinschaften Christlicher Kirchen auf nationaler, regionaler und lokaler Ebene“ (PDF, externer Link)heißt es nämlich über die Grundlage der Gemeinschaft in der ACK:

  1. „In der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK) schließen sich Kirchen und kirchliche Gemeinschaften zusammen, die den Herrn Jesus Christus gemäß der Heiligen Schrift als Gott und Heiland bekennen und gemeinsam erfüllen wollen, wozu sie berufen sind, zur Ehre Gottes, des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.
  2. Die Grundlage ihres gemeinsamen Glaubens und ihrer Zusammenarbeit ist das Wort Gottes, wie es in Jesus Christus endgültig geoffenbart und in der Heiligen Schrift, Altes und Neues Testament, bezeugt ist. Ein wichtiger Ausdruck dieses Glaubens und der Suche nach Einheit ist das Ökumenische Glaubensbekenntnis von Nizäa-Konstantinopel (381).
  3. Durch ihre Mitgliedschaft in der ACK bringen sie zum Ausdruck, dass sie miteinander in der Gemeinschaft der einen Kirche Jesu Christi an der Gotteskindschaft teilhaben (Röm 8,15). Dies gilt unbeschadet unterschiedlicher Auffassungen von Taufe und Kirche.“

Der zu Recht nicht nur für die NAK zentrale theologische Begriff ist kein süßlicher Häkeldeckchenbegriff aus einer verstaubten sächsischen Sonntagsschule: Für die ökumenisch gesinnten Kirchen ist die gegenseitige Zubilligung der Gotteskindschaft zentraler Ausdruck der Anerkennung der Teilhabe und der ökumenischen Gemeinschaft – für die NAK ist die „Gotteskindschaft“ diametral dagegengesetzt ein Ausdruck ihrer Exklusivität (8.3.9).

Die NAK hat also in ihrem Glaubensbekenntnis und ihrem Katechismus nicht nur anschlußfähiges „Wording“ betrieben, sondern gleichzeitig harte Positionen abgesteckt, die den ACK-Kriterien direkt widersprechen. Wenn es mit rechten Dingen zuginge, wäre der Traum von der ACK-(Gast-)Mitgliedschaft mit diesem Konzept der „Gotteskindschaft“ erst einmal ausgeträumt: Denn entweder haben die Verantwortlichen auf Seiten der NAK nicht in die ACK-Grundlagentexte geschaut oder sie haben bewusst und ohne Rücksichtnahme dagegen formuliert.

Ein Fazit

Die Apostel hätten den Durchmarsch in die ACK fast geschafft, wenn sich bei den Mitgliedskirchen die theologischen Kurzschlüsse eines Weltanschauungsexperten durchsetzten, der allen Ernstes meinte, die Sondern- und Irrlehren der NAK seien auch nicht schlimmer als das, was schon bislang in der ACK vertreten würde: Es sei nicht mehr zu sehen, „dass das ekklesiologische Selbstbewusstsein der NAK steiler wäre als bei der orthodoxen Kirche, dass die Amtstheologie und die Abendmahlslehre ausgrenzender wäre als bei der röm.-kath. Kirche“. Selbst das spiritismusnahe Entschlafenenwesen zur Nachbesserung von mit den Sakramenten ihrer Kirchen versehenen christlichen Verstorbenen dürfe nicht strenger beurteilt werden als z.B. die adventistische Sonderlehre vom Dienst Christi im himmlischen Heiligtum seit 1874.

Es dürfte interessant sein, einmal zu erfahren, was orthodoxe und römisch-katholische Theologen zu diesen Vergleichen eines „hochkarätigen“ Ökumenekenners sagen.

Frechheit siegt“ oder eher Sieg der Beliebigkeit? Hat die Mogelpackung „Katechismus“ schon ihre Wirkung getan? „Was die NAK nach Vorliegen dieses Katechismus von den Kirchen der Ökumene faktisch trennt, ist nicht mehr ihre Lehre“ wurde ahnungslos behauptet. Aber was denn sonst?

Richtig bleibt: Bei Durchsicht des Katechismus der NAK ist nicht zu erkennen, dass die NAK ihre besonderen, von ihr exklusiv vertretenen und als heilsnotwendig betrachteten Sonderlehren wirklich verändert oder gar aufgegeben hätte. Im Gegenteil: Mit dem Glaubensbekenntnis von 2010 und dem Katechismus von 2012 hat die NAK vermutlich bewusst ökumeneunverträgliche Texte vorgelegt. Kein Wunder auch, dass man Sache und Begriff der „Ökumene“ vergeblich im Katechismus sucht. Auf die Stichwortsuche „ökumenisch“ findet man im Vorwort und unter (11.2.1) die altkirchlichen „ökumenischen Konzilien“, unter (6.5) in einer Fußnote über „verbindende Elemente zwischen den einzelnen christlichen Kirchen“ einen Hinweis auf die Basiserklärung des Ökumenischen Rates. Im Abschnitt (13.5.2) geht es um das „Verhältnis [sc. der NAK] zu anderen Religionen und Religionsgemeinschaften“ Hier heißt es am Schluss lapidar: „Das Verhältnis der Neuapostolischen Kirche zu anderen christlichen Kirchen ist unter Wahrung des jeweiligen Selbstverständnisses offen und betont Gemeinsamkeiten des christlichen Glaubens (siehe 6.5)“. Inzwischen wurde die „Projektgruppe Ökumene“ schon umbenannt in „Arbeitsgruppe Kontakte zu Kirchen und Religionen (AG KKR)“.

Prüfen wir am konfessionskundlichen Sektenbegriff, beispielhaft definiert im „Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen der VELKD“ von 2006: „Christliche Sekten sind Gemeinschaften, die mit christlichen Überlieferungen außerbiblische Wahrheits- und Offenbarungsquellen verbinden, aus denen sie wesentliche Sonderlehren ableiten.“ Hier wird deutlich: die Neuapostolische Kirche muss wegen ihrer außer-biblischen Offenbarungsquelle „Apostelamt“, das selbst durch außerbiblische Offenbarung entstand und ihrer (teilw. auch aus diesem Amt entspringenden) eschatologischen Sonderlehren – einschließlich der Lehren über Heilsvermittlung im Jenseits – weiterhin zu den klassischen christlichen Sekten gezählt werden.

 

Pfarrer i.R. Gandow vom Pfarramt für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche formulierte in dem Grundlagenpapier 2009 Kriterien zum Gespräch:

"Die „Neuapostolische Kirche“ („NAK“) ist eine christliche Sekte, deren Führung „ökumenische Kontakte“ sucht, ohne sich tatsächlich und inhaltlich der Ökumene anzunähern. Denn dabei geht es bisher von Seiten der „NAK“-Leitung nicht um die Bemühung um eine Ökumene der inhaltlichen Übereinstimmungen etwa auf der Grundlage der „Basiserklärung“ des Ökumenischen Rates der Kirchen, sondern eher um eine „Anerkennungsökumene“ auf der „Basis gegenseitigen Respekts“."

12.2010 Brautgemeinde weiter exklusiv Kritische Gedanken zum neuen „Neuapostolischen Glaubensbekenntnis“ (klick)

Zitat:"Das nun vorliegende, neue neuapostolische Glaubensbekenntnis von 2010 enttäuscht sämtliche Erwartungen und verdeutlicht, dass es sich bei der NAK weiterhin um eine christliche Sekte handelt, die sich nicht öffnet, sondern im Gegenteil ihre Sonderlehren sogar „schärft“, auch wenn da und dort versucht wurde, „verträgliche“, anschlußfähige Formulierungen einzuarbeiten. (...) Die wahre Kirche werde, so heißt es in den „Erläuterungen“ zum dritten Artikel  „dort am deutlichsten wahrnehmbar, wo das Apostelamt, die Spendung der drei Sakramente an Lebende und Tote sowie die rechte Wortverkündigung vorhanden sind. Dort ist das Erlösungswerk des Herrn aufgerichtet, in dem die Braut Christi für die Hochzeit im Himmel bereitet wird.“ Mit diesen ihren notae ecclesiae, diesen ihren Kennzeichen der wahren Kirche proklamiert die NAK erneut ihren Exklusivitätsanspruch gegen jede ökumenische Verständigung."

2012 Ökumene der kleinen Schritte oder:„Ja wo laufen sie denn?“ NAK: Anerkennungsökumene oder substantielle Veränderungen  Kommentar von Thomas Gandow: Bestätigung unseres Eindrucks „alles bleibt wie es war“

2013 NAK: Kirche des Wordings oder Kirche des Wortes? Kommentar von Eduard Trenkel

„Durch das Apostelamt … wird die Gegenwart von Leib und Blut Christi in Brot und Wein ermöglicht“.
Man habe die Formulierung als „nicht so schwerwiegend aufgefaßt, habe für eine nicht-theologisch versierte Zielgruppe geschrieben“, erklärten Pressesprecher Johanning und Apostel Kühnle. Man habe
„charmant“ formulieren wollen und dabei sei wohl „zu weit reduziert worden.“ – Die Image-DVD wurde zurückgerufen.

Gefälligere Formulierungen hatte Apostel Kühnle auch beim 2. Berliner Studientag [des DZB] angekündigt, als die Frage nach in der NAK und außerhalb unterschiedlichen Begriffen (z.B. Gotteskindschaft) aufkam. Am „wording“ werde noch gearbeitet, war die konkrete Formulierung.

Was „wording“ ist, haben wir bei wikipedia im Artikel „Öffentlichkeitsarbeit“ gefunden:
„Das Hauptziel der externen PR ist der strategische Aufbau einer Beziehung zwischen Unternehmen, gemeinnützigen Institutionen, Parteien u.a.m. einerseits und ... anderseits  um Sympathie und Verständnis dieser Gruppen gegenüber dem Unternehmen zu erzeugen. Dazu gehört die Gewinnung von Meinungsführern (Lobbyismus), die Okkupation von Begriffen (Wording), d.h. die Bereitstellung eines Katalogs an Euphemismen, deren Nutzung den Aufbau eines konsistenten Bildes in der Öffentlichkeit fördern soll. ...
Hauptaufgabe der internen PR ist der Aufbau einer Corporate Culture und eines Corporate Image.
"

1.2014 Veränderungen in der #neuapostolischen Kirchevom #Christen zum #Gotteskind  

Juni 2015: Zitat "Die Wirkung der Sakramente ist für Lebende und Tote gleich. Verstorbene, die die Wiedergeburt aus Wasser und Geist erfahren haben, sind den in Christus Gestorbenen gleichgestellt. (9.6.3)“
Hier wird es deutlich unter Bezug auf den „neuen“ NAK-Katechismus ausgesprochen:
Im Gegensatz zu Darstellungen sog. Ökumeneexperten handelt es sich beim NAK-#Entschlafenenwesen nicht um seelsorgerliches Handeln an Hinterbliebenen, sondern um #Heilsvermittlung an Verstorbene, zugleich Einbeziehung in die exklusive sog. #Brautgemeinde der #NAK.

"Dossier NAK" 2010

Isoliert auf der Insel der Erstlinge (Gandow) 2010 zu den neuen, noch gültigen Glaubensartikeln

Links auf andere Webseiten zum Thema NAK:

Artikel der EZW Berlin

Confessio Sachsen

Was sagen die Kritiker?

Folkmar Schiek 2013  (vollständig lesen)

Auszug: Mit Einführung des „Katechismus der Neuapostolischen Kirche“ im Jahr 2012 präsentiert sie nun entgegen ihrer bisherigen Lehre ein scheinbar offeneres Verständnis von dem, was Kirche ist. Es heißt: „Verbindende Elemente zwischen den einzelnen christlichen Kirchen sind die Taufe, das Bekenntnis zu Jesus Christus und der Glaube an ihn. Durch die Getauften, die ihres Glaubens leben, wird Kirche als Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe erfahrbar. Insofern ist Kirche Christi auch in den Kirchen sichtbar, in denen Einheit, Heiligkeit, Allgemeinheit und Apostolizität auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichem Umfang vorhanden sind.5“ Sehen die Neuapostolischen die Taufe wirklich als verbindendes Element zwischen den christlichen Kirchen an? Es mag sein, dass es in ihren Gemeinden gutgläubige Menschen gibt, die das so sehen.
Bei genauerem Hinschauen wird man bemerken, dass die NAK andere In-halte mit der Taufe verbindet als die christlichen Konfessionen und dass das entscheidende Sakrament der NAK die „Heilige Versiegelung“ ist, die bekanntlich ganz exklusiv nur von Aposteln gespendet werden kann: „Durch die Hinnahme der beiden Sakramente Heilige Wassertaufe und Heilige Versiegelung geschieht die Wiedergeburt aus Wasser und Geist (Joh 3,5).“6 Die Taufe wird in der NAK als „Wassertaufe“ bezeichnet. Inhaltlich hat sie keine größere Bedeutung wie die „Johannestaufe“. Dies lässt sich daran erkennen, dass die eigentlichen Taufinhalte von der NAK über die Jahrzehnte ihrer Geschichte hinweg in die „Heilige Versieglung“ verschoben wurden. Damit ist sie exklusiv und hat etwas, was andere nicht haben – ein Alleinstellungsmerkmal. (...) Für eine Einschätzung seitens der Ökumene wird es langfristig notwendig sein, die Glaubenspraxis der NAK zu beobachten und hinzuhören, was in den Gottesdiensten gepredigt wird. Wir werden den Verdacht nicht los, dass es sich bei der scheinbaren ökumenischen Öffnung der NAK nicht um einen echten Wandel handelt sondern um einen taktischen Schachzug zur Überwindung des Sektenimages."

 

R. Stiegelmeyr Ökumenisches Reinheitssiegel hat nichts mit aufgeklärter Vernunft und religiöser Wahrhaftigkeit zu tun - Teil I (15.06.16)

Zitat daraus: " Die Neuapostolische Kirche scheint mit ihrer Taktik erfolgreich zu sein, sich das ökumenische Gütesiegel mit augenwischerischer Kirchendiplomatie zu erkaufen …

(...) Im System Neuapostolische Kirche entscheiden im Grunde sachunkundige Laien über Dinge, die nicht selten weit über ihren Entscheidungshorizont hinausgehen und bei kundigen Mitgliedern wesentlich besser aufgehoben wären. Sodann ist es gelinde gesagt eine besonders heuchlerische Verdrehung der Tatsachen, wenn beispielsweise die jüngsten Lehrschärfungen z.B. zur Eschatologie, vor allem aber das exklusivistische Zurückrudern in den Glaubensartikeln usw., nun lediglich als ‚detailverliebte Schwerpunktsetzun-gen‘ hingestellt werden, ganz zu schweigen von den im Katechismus verbindlich festgelegten neuapostolischen Apostellehren – die wohl auch jene beinhalten, dass alle diejenigen, die nicht an diese Apostel glauben bzw. sie kritisch beäugen zum Feind Gottes (siehe meinen offenen Brief vom 5. April 2015) erklärt werden. Hier werden eindeutig sektiererische Züge eines geschlossenen Glaubenssystems unbesehen ihrer geschichtlichen wie spirituellen Verwerfungen als „bereits in der Bibel angelegte Strukturen“ kaschiert und ihr totalitärer Charakter verniedlicht.
Deutlicher kann man den Sektencharakter doch gar nicht mehr darstellen. Selbst ACK-Pfarrerin Anette Kick konnte vielen der im Katechismus getroffenen Lehrbehauptungen keinen christlichen Mehrwert abgewinnen und die Frage stellt sich zunehmend mehr, was wohl noch alles geschehen müsse, damit die Herren und Damen Ökumenevertreter aus ihrem diplomatischen Sündenschlaf – oder ist es gar schon eine noch diplomatischere Vetternwirtschaft …? – aufwachen und ihre Pappenheimer nicht nur mit einem einheitlichen, sondern auch mit einem dezidiert christlichen Maßstab messen? Der Verdacht liegt nahe, dass dieser betont einseitigen Kirchendiplomatie in Wahrheit ganz andere Ursachen zugrunde liegen. Ursachen, die u.U. Teil des ungleich größeren Problemfeldes innerhalb des Kirchenchristentums selber sind. Gemeint sind hier die seit Jahrhunderten unaufgearbeiteten Kellerleichen der zahllosen Lehrirrtümer und geistigen Irrwege im eigenen Haus, die, stünden sie zur Debatte, mit der gleichen Berechtigung angegangen zu werden hätten wie jene der Neuapostolischen Kirche."

Siehe auch:

"Eine weißwaschende Ökumene fühlt sich zunehmend weniger den Werten von Aufklärung und Wahrheit verpflichtet – Teil Il" von Rudolf J. Stiegelmeyr, im Juli 2016

 

Detlef Streich  Offener Brief an Herrn Densky als PDF-Datei

Zitat daraus: "Sehr geehrter Herr Densky,
Sie haben als Referent der ACK offiziell in Ihrem Schreiben an den HR bezüglich der Pfingstsendung der Hessenschau Kritik an der einseitigen Darstellung geübt und behauptet, dass der Bericht nicht dem heutigen Stand der Entwicklung der NAK entspricht. Gerade aber die im Katechismus benannte und von Ihnen argumentativ zitierte „Überzeugung, dass Gottes Geist auch vor und außerhalb der neuapostolischen Kirche gewirkt hat und weiterhin wirkt“ ist im Gesamtwerk des Katechismus nicht nur schon rein quantitativ absolut marginal und somit eher ein formales Lippenbekenntnis, sondern hat auch für die Predigtpraxis und das eigene Kirchenverständnis weder in der oberen noch unteren Etage der neuapostolischen Amtsträger, von wenigen Ausnahmen abgesehen, keinerlei Bedeutung. Aus ihr abzuleiten, es gäbe „also keinen „Absolutheitsanspruch" mehr“ ist deswegen und angesichts aktueller Zitate gerade vom Kirchenführer Stammapostel Schneider absolut unhaltbar und entspricht nicht der Glaubenswirklichkeit der NAK. Ferner behaupten Sie, dass die NAK „in den vergangenen Jahren einen bemerkenswerten Wandlungs- und Öffnungsprozess vollzogen hat.“
Dieser Sicht auf die NAK möchte ich argumentativ entschieden widersprechen.
"

Siehe auch:

22.7.16 Korrespondenz mit Apostel Kühnle zur Frage: Wording oder Veränderung im Denken?  Notabene: Gotteskinder (oder Gottes Kinder?) und Heil – Fehlversuch einer Klärung

18.7.Gotteskind 1 und Gotteskind 2

 

Ex-Apostel Gerrit Seepers zur Frage "NAK" und "ACK" Gastmitgliedschaft BRD?

Zitat daraus: "Es ist jetzt viel zu einfach zu billig zu sagen: ?Ja, jetzt ist alles anders. Sie reden über 20 oder längere Zeiten zurück. Das alles ist vorbei?. Meiner Erachtens muss die Kirche ihre Verantwortung nehmen und MEA CULPA zum Ausdruck bringen. Nicht nur in Worte aber auch in der Tat! Und dass muss sowie die neue Katechismus implementiert worden in jeder Gemeinde. Das letzte gilt auch für das Öffnungsprozess! Aber wenn das macht muss das Idee fahren lassen die Leute zurück zu bringen in der Kirche. Das ist eine überhebliche und typisch altmodische Apostolische Gedanke! (…)?..

 

Franz-Christian Schlangen: Brief mit kritischen Einwänden an Pastor Densky

Zitat daraus:" Glauben Sie wirklich, die NAK meine den zu Beginn des Jahrhunderts begonnen Öffnungsprozess ernst? (…)
Es wird zugegebenermaßen einiges etwas lockerer gehandhabt in der NAK – aber das betrifft Äußerlichkeiten wie Kinobesuche, Haar- und Barterlass etc.
Wobei das mit den Kinobesuchen und ähnlichen Freizeitvergnügungen durchaus eine Sünde sein kann, wenn dadurch nämlich ein Gottesdienst versäumt wird oder man während des Gottesdienstes dem Wort Gottes nicht die gebührende Aufmerksamkeit widmet!(…)

Sie schreiben (ich zitiere ein weiteres Mal):
„[…] Auch wenn Teile der NAK der Öffnung ihrer Kirche kritisch gegenüberstehen, ist es in keiner Weise gerechtfertigt, die Kirche und ihre Mitglieder einfach in die Reihe der Sekten zu stellen. […]“ (Zitatende)
Und ich behaupte, dass dies ein falscher Blick auf die Dinge ist!

Zugegeben: Es gibt die progressiven Kräfte in der NAK. Aber sie sind erstens in der Minderheit (das Gros der NAK-Mitglieder gehört der Altersgruppe 65+ an, und hält überhaupt nichts von dem „neumodischen Kram“) und zweitens sind sie außerhalb jeder Entscheidungsebene. Wir reden hier von subalternen Funktionären allenfalls auf Dekanatsebene und gewöhnlichen Mitgliedern.  (…)

Ganz im Ernst, Herr Densky… beim Lesen Ihrer Zeilen an den Hessischen Rundfunk  muss ich Ihre Autorität, die Entwicklung in der NAK kompetent zu kommentieren, bezweifeln. Was Sie äußern, entspricht im Wesentlichen dem Wording der NAK-Führung und dem von deren Öffentlichkeitsarbeitern. Was die Ihnen erzählen, ist aber schwerlich die ganze Wahrheit."

Siehe auch:

15.7. Selbstdarstellung mit Unwahrheiten (wie die NAK wahrgenommen werden will)

23.7. Darf ein Apostel Jesu Christi lügen?

 

Dieter Kastl  auf seiner Hp naktalk

Zitat daraus: Die Neuapostolische Kirche ist tatsächlich so schamlos, allen ehrlichen und aktiven Christen dieser Welt zu sagen: Ihr seid nicht Kirche im Sinne Christi! Dabei ist wichtig was unter „Kirche“ in seiner ursprünglichen und eigentlichen Bedeutung zu verstehen ist. Das Wort stammt von „ekklesia“ und bedeutet soviel wie „die Herausgerufene“. Auch einberufene Versammlungen im der Antike wurden so bezeichnet. Im übertragenen Sinn ist Kirche die Versammlung der an Jesus den Christus gläubig gewordenen. Alle die an ihn glauben, die sich zu ihm bekennen und die ihn durch sich wirken lassen, können als „Kirche“ bezeichnet werden. Jesus fasste es noch einfacher und direkter zusammen:


„Aber auch sage ich euch: Wenn zwei von euch auf der Erde gemeinsam um irgend etwas bitten, wird es ihnen von meinem Vater im Himmel gegeben werden. Denn wo zwei oder drei in meinem Namen zusammenkommen, da bin ich selbst in ihrer Mitte.“

Oder auch:


„Wahrlich, wahrlich ich sage euch: Wer an mich glaubt, der hat das ewige Leben.“

Wie können neuapostolische Apostel ungestraft behaupten, Menschen die außerhalb der Neuapostolischen Kirche an Jesus den Christus glauben sind nicht Kirche im Sinne Christi? (…)

Artikel ganz lesen

 

Was sagen die Leser?

28.10.16 Leserbrief von Rudolf Stiegelmeyr zur avisierten Aufnahme der NAK 2019 als Gastmitglied in die ACK

31.7.2016  ACK als Beihelfer der Stabilisierungsbemühungen der NAK?

30.07.2016  Umgang der NAK mit ihren (Ex-)Mitgliedern

29.7. 2016 Seit Jahrzehnten hechelt die NAK  der Realität hinterher

29.7. 2016 Apostel der NAK = Apostel aller Christen. Alles andere ist defizitär!

20.7.2016 Keine Änderung im Mindset

9.07.2016 Keine ausreichende Loyalität gegenüber dem Apostelamt!

11.07.2016 In der NAK existiert keinerlei Ökumene-Kultur

 

28.10.16 Leserbrief von Rudolf Stiegelmeyr zur avisierten Aufnahme der NAK als Gastmitglied in die ACK:

Fairerweise sollte man sagen, dass die genannte Problematik nicht nur das Verhältnis der NAK zur ACK betrifft. Im Grunde tun sich offizielle Verbände (ACK, EZW, Evangelische Allianz, VELKD usw.) heute alle sehr schwer mit dem Sektenbegriff und den damit verbundenen Restriktionen, wie die ähnlich gelagerte Diskussion in der Schweiz oder die Diskussion in der Sektenfrage bezügl. der Zeugen Jehovas zeigen.

Da spielen neben den genannten Säkularisationsängsten sicherlich mehrere Gründe eine Rolle.

Ein für mich ganz entscheidender Punkt ist dabei auch das teilweise extrem patriarchalische Menschen- und Gottesbild der Bibel, welches die Kirchen übernommen und z.T. sogar noch weiter gezüchtet haben. Daraus mussten Weltbilder entstehen, die Klerikalismus und Dogmatismus (und damit menschliche Unfreiheit) zum wichtigsten Kirchenziel werden ließen. Von daher sind im Grunde alle Kirchen mit einer Art Sektenstempel versehen, der es ihnen schwer macht, mit dem Finger auf andere zu zeigen.

Noch etwas spielt dabei mit rein:

So recht Pfarrer Hartmut Hühnerbein, Vorsitzender der Stiftung für Christliche Wertebildung, hat, wenn er darauf verweist, dass "Christlich abendländische Kultur neben dem christlichen Glauben auch römisches Recht und griechische Philosophie zur Grundlage hat", so falsch ist m.E. sein Schluss, dass die christlich abendländische Kultur zusammenbräche, wenn man eines dieser Standbeine abschlüge. Die christlich abendländische Kultur hat sich, wie alle Kulturen, weiter entwickelt und ist im Begriff, ihr antikes patriarchalisches Erbe zu verlassen. Und wenn einzelne Kirchenführer dies auch beklagen möchten oder vielleicht sogar nicht mitzumachen gewillt sind - sie werden nicht gegen den Strom der Zeit und den kulturellen Wandel angehen können. Bestenfalls werden sie ihn ein wenig aufhalten, aber der Geist der Aufklärung wird sich nicht mehr dämpfen lassen.

Vielleicht liegt dieser Gedankengang auch der NAK-Akzeptanz zugrunde, so nach dem Motto: Wenn die erst mal drin sind, dann müssen sie sich auch an aufgeklärten Welt- und Menschenbildern beteiligen bzw. diese übernehmen (sonst droht u.U. das Druckmittel Ausschluss). Dabei hoffen die ökumenischen Verbände sicherlich auch auf die reformatorischen Kräfte innerhalb der NAK, die ihre Kirche nicht länger als exklusiven Gottesverein zu sehen gewillt sind. Von da ist es kein allzu großer Schritt mehr zum Wunsch, die Glaubensheimat nicht alleine von Aposteln gesteuert sehen wollen usw.

Auch diese modern-pädagogische Herangehensweise ist ein Kind der Aufklärung, indem hier versucht wird, anstelle der patriarchalisch orientierten Revolution oder der schwarzpädagogischen Problemlösung mittels Guillotine, der sanften Variante einer Reform von unten den Vorzug zu geben. So gesehen hätte auch die NAK als Ganzes die Chance auf eine gesunde Veränderung (was bei den Betonköpfen in der Kirchenleitung sicherlich ein wenig Zeit in Anspruch nehmen wird). Da freilich die Alternative der Guillotine nicht möglich ist und eine echte Revolution bei der gängigen NAK-Klientel ebenfalls nicht in Frage kommen dürfte, erscheint den Ökumenikern die 'sanfte Revolution von unten' vielleicht als die vertretbarste Lösung. Zumindest hat man so die bessere Kontrolle über einen Verein, dem im Grunde nicht zu trauen ist ...

 

 

31.7. 2016  ACK als Beihelfer der Stabilisierungsbemühungen der NAK?

Der Kirchenpräsident Dr. Bezirksapostel Hagen Wend sagte 2003 in einer Jugendstunde:

„Wir werden da und dort als gefährliche Sekte bezeichnet, wobei mich das wirklich ärgert, weil die Leute, die das von unserer Kirche behaupten, letztlich keine Ahnung haben. Die haben die Vorstellung, … unsere Kirche sei so wie vor 50 Jahren.“

Ich nehme an, dem Kirchenpräsidenten war nicht bewusst, dass er damit indirekt zugab, dass die Neuapostolische Kirche vor 50 Jahren eine gefährliche Sekte gewesen sei.
Ist die ACK in der Lage, die gefährlichen Mechanismen, die in der Neuapostolischen Kirche auch heute noch immer wirken, zu durchschauen? Gezielte Verlautbarungen und sogenanntes Wording sind nämlich nur eine Seite einer komplexen Indoktrinationskultur.

Sollte die ACK der Neuapostolischen Kirche die Mitgliedschaft zeitnah gewähren, hätte sie damit öffentlich anerkannt, dass die wirklichen Motive der  Neuapostolischen Kirchenleitung für die ACK-Mitgliedschaft in einer tatsächlichen Annäherung an andere Kirchen liegen würden. Daran erheben aber zumindest die vielen, vielen verheerend geschädigten Aussteiger - insbesondere ehemalige und von Geburt an geprägte "NAK-Sektenkinder", zu denen ich auch gehöre - , erhebliche Zweifel.

Die ACK würde sich dadurch zum Beihelfer für die Verbesserung der Missionierungs- und Stabilisierungsbemühungen der Neuapostolischen Kirche machen.
Jahrzehntelang (insbesondere vor dem Internetzeitalter) wurden die Zweifel und Irritationen von Suchenden und Mitgliedern mit Argumenten wie, die NAK ist eine Körperschaft des Öffentlichen Rechts, beschwichtig. In totalitären Gruppen mit Elitebewusstsein sind öffentliche Anerkennungen nur Mittel zum Zweck und können Bestandteil raffinierter Missionsmethoden sein.

Interessant in diesem Zusammenhang ist z. B., dass die NAK die ehemalige Arbeitsgruppe „Ökumene“ am 8. Februar 2011 umbenannt hatte in „Kontakte zu Konfessionen und Religionen (KKR)“? Begründung dafür:

Damit ist die Zielrichtung klar: Der internationalen Kirchenleitung ist es ein Anliegen, Kontakte über die Konfessionsgrenzen hinaus zu pflegen. „Kontakte zu anderen Weltreligionen sind einbezogen mit dem Ziel, durch das Miteinander-Reden bestehende Vorurteile und Ängste abzubauen und gegenseitige Achtung zu fördern“, hieß es 2011 in einer entsprechenden  Presseerklärung.“  (Quelle)

Ich kann nur hoffen, dass die ACK sich ihrer umfassenden Verantwortung bewusst ist und sich nicht zum Beihelfer für das Verstecken hinter einer schönen Fassade macht.

"Wer Opfer einer subtil inszenierten Indoktrination - einer Form von seelischer Gewalt - wird, findet keinen Richter, der die Tat sühnt." Stamm, H. (1996), Sekten, S. 199.

Frühberentete NAK-Geschädigte Anita, Hamburg 30.07.2016

 

30.07.2016   Umgang der NAK mit ihren (Ex-)Mitgliedern

Bei dem Thema, ob eine Gastmitgliedschaft der NAK im Bundes- ACK berechtigt ist oder nicht, stellt sich für mich die Frage; wie bewerten die Vertreter der ACK den Umgang der NAK mit ihren Mitgliedern?
In wie weit hat es eine Relevanz, ob eine Religionsgemeinschaft, die einmal als Sekte bezeichnet wurde und die durch jahrzehntelanger Indoktrination auch entsprechende Opfer zu beklagen hat, in ihrem Öffnungsprozess auch einen entsprechenden Umgang mit Selbigen pflegt?


Mir persönlich, die ich unter psychischen Folgen der Indoktrination in meiner Kinder-und Jugendzeit zu leiden habe, wurde bei der jahrelangen Suche nach Hilfe in der Reihen der Amtsträger bis hin zur höchsten Ebene hilfloses Verständnis entgegen gebracht und bei meinem Ausstieg keine Steine in den Weg gelegt. Dass sicher auch nur, weil ich mein Anliegen weitgehend sachlich angebracht und nur mäßig Kritik geübt habe.


Vielen meiner Leidensgenossen ist es im Umgang mit Amtsträgern und Geschwistern ganz anders ergangen, wenn sie ihre Verletzungen laut, vorwurfsvoll und voller Kritik - dem Schmerz durchaus angemessen- hinausgerufen und im Netz verbreitet haben.
Ist hilfloses Verständnis und schweigende Billigung meines Ausscheidens das Maximum, was ich von einer ökumenefähigen Gemeinschaft erwarten kann?


Wenn schon in den eigenen Reihen die Folgen der Indoktrination keine Beachtung finden, kann ich dann wenigstens von den Vertretern der ACK oder EZW eine Hinwendung erfahren?
„Eigene Reihen“ deswegen, weil ich noch immer Mitglied der neuapostolischen Kirche bin und auch meinen Mann, nach wie vor, mit der gebotenen Toleranz in seinem Priesteramt begleite!

Bei allen inhaltlichen Fragen der Ökumenefähigkeit scheint mir der christliche Umgang, der den menschlichen noch um einiges überschreiten sollte, ein wesentlicher Aspekt zu sein, den es zu beachten gilt.

Sonja Cassens

 

29.7. 2016 Seit Jahrzehnten hechelt die NAK  der Realität hinterher

Man kommt nicht umhin, das Dilemma herauszustellen, mit welchem die NAK zu kämpfen hat. Einerseits will man aus der Sektenecke heraus und bemüht sich daher um Anerkennung durch die ACK. Mit der Herausgabe ihres Katechismus vermittelt die NAK nach außen, eine berechenbare Grundlage geschaffen zu haben.
Nach innen hat sie die Peinlichkeit, eine Exklusivlehre so zu relativieren, dass der ältere – und wahrscheinlich zahlungstreuste Teil ihrer Mitglieder nicht in eine verständnislose, verwirrte Sprachlosigkeit abgleitet.

Seit Jahrzehnten hechelt diese Organisation der Realität hinterher. Zuerst waren die zahllose Abspaltungen zu erklären und zu bewältigen. Dann, unter J.G. Bischoff, sollte durch die Heimführung der Braut zu dessen Lebenszeit allem Erdenleid ein Ende bereitet werden. Als auch das nicht gelang, sollte der Josua der Endzeit, Herr Schmidt aus Dortmund, die Sache zu Ende bringen. Spätestens seit Herr Schmidt unvollendeter Dinge verstorben war, kämpfen alle Nachfolger im Felsenamt mit zunehmender Tendenz um Anerkennung des „wieder aufgerichteten Apostolats“. Je länger die Braut auf die Heimführung wartet, desto verzweifelter arbeitet die Apostelriege an ihrer gepredigten Exklusivberufung.

Irgendwann hat man begriffen, dass man sich mit dem Festhalten an der Exklusivität des „Werkes Gottes“ als einzig autorisierte Nachfolgerin der Urkirche mehr und mehr von der Christenheit distanziert. Um diesem Erscheinungsbild entgegen zu wirken, begann man sich der Theologie zu entsinnen, wobei peinlich darauf zu achten war, die neuapostolische Lehre nicht abzuschwächen.

Als die Beschlagnahme des Heiligen Geistes durch das neuapostolische Apostelamt schließlich nicht mehr erfolgreich verteidigt werden konnte, entstanden Erklärungen, wonach auch in anderen Religionsgemeinschaften „Elemente von Geisteswirken“ zu finden seien.
Schließlich begann man die Exklusivität still und leise dahingehend abzubauen, dass man das „Werk des Herrn“ als Teil der Kirche Christi verstanden haben wollte. Hierbei gab es viele unklaren und teils „verschwurbelten“ Erklärungen. Wichtig scheint dabei gewesen zu sein, dass solche Aussagen in unterschiedliche Richtung interpretiert werden konnten, um den Spagat zwischen Außendarstellung und Innendarstellung verbal händeln zu können.

Als Stammapostel Leber am Ende seiner Dienstzeit die „unverarbeitet zugeschüttete Botschaftslüge“ sowie die damit verbundene Erweiterungslüge der „Willensänderung Gottes“ ins „rechte Licht“ setzen wollte, wurde denkenden und hinterfragenden Gliedern der NAK die Brisanz dieser Erklärung bewusst. Man frug sich spätesten seither, von welchem Geist Stammapostel Bischoff inspiriert war. Der Heilige Geist konnte es nicht gewesen sein, denn es gab keine Erfüllung einer angeblich gemachten Verheißung. Auch Stammapostel Schmidt konnte nicht vom Heiligen Geist geführt gewesen sein, als er die Willensänderung Gottes predigte. Wo also war der Heilige Geist in all diesen Jahren? Warum nur hat der Allmächtige über viele Jahre dieses ungeheuerliche, unbiblische Fehlverhalten zugelassen. Wo war die Klarheit des Herrn im neuapostolischen Apostolat geblieben?

In jener Zeit des Heimgangs von J.G. Bischoff war die Apostelriege ebenso wie die NAK-Herde derart geschockt, dass sie es als rettenden Ausweg sah, als Walter Schmidt sich als weiterleitender Stammapostel bereitfand. „Wohin sollten wir gehen, Herr, du allein hast Worte des ewigen Lebens“. Mit diesem Bibelzitat wurde die Weiterführung des Gnaden- und Apostelamts im Werk des Herrn bestärkt. Die über Jahrzehnte hinweg herausgehobene Erwählungsbevorzugung wurde nicht mehr so vordergründig herausgestellt. Sie durfte und musste aber im Hintergrund präsent bleiben, um ein Alibi für all die aufopferungsvolle Weinbergsarbeit, den Spott des Umfelds, sowie das Selbstbewusstsein der neuapostolischen Kirchenmitglieder und dessen ausgeprägten Amtskörper zu haben.

Durch die Klarstellungsarbeit im Internet war und ist die NAK-Kirchenleitung gezwungen, viele aufgeworfene Fragen zu beantworten und insbesondere die Authentizität des neuapostolischen Apostelamtes zu erklären. Leider sind die hierbei getätigten Versuche ziemlich kläglich und unter Betrachtung der Bischoff/Schmidt-Ära letztlich auch nicht zu leisten.

Irgendwann wird man dem Apostelamt die Funktion eines „kirchenleitenden Amtes ohne Verfügungsgewalt des Heiligen Geistes“ zubilligen müssen. Dann kann man – so es die NAK noch geben sollte – dem Sendungsauftrag Jesu, wie er im Markusevangelium beschrieben ist, ohne Belastung gerecht werden.

WES

.

29.7.2016 Apostel der NAK = Apostel aller Christen. Alles andere ist defizitär!

Kleine Standortbestimmung meinerseits, angeregt durch den Minden-Blog und den Kiefervortrag
vor dem Hintergrund der jüngst erworbenen ACK-Gastmitgliedschaft der NAK Mecklenburg-Vorpommern.

Jeder hat seine Art mit dem was einen bewegt klar zu kommen. 2010 dachte ich bei mir selbst, dass die NAK grundlegend reformiert werden muss. Und ich dachte, dass doch eigentlich fast alle mit dem System irgendwie unzufrieden sein müssten.  Das war gleichermaßen Fehleinschätzung, wie Utopie. Und diese Utopie hat mich verändert - keinesfalls die NAK.  Das System NAK funktioniert aus meiner Sicht nach wie vor sehr gut. Wille oder Mut zur grundlegenden Änderung oder Reform ist für mich in der NAK an keiner Position erkennbar.

Die meisten NAK-Mitglieder sind zufrieden mit der NAK wie sie ist und durch ihre Sozialisation auch stark eingebunden. Der einzige Makel, der bisher noch für die jüngere Generation im Raum stand: NAK = Sondergemeinschaft! Durch die jüngst offiziell erfolgte Anerkennung der NAK als Kirche und als ökumenisches Mitglied der ACK ist nun aber dieser letzte Punkt ebenfalls abgehakt. Die in den letzten drei Jahrzehnten schmerzlich vermisste und so sehr herbeigesehnte gesellschaftliche Anerkennung ist endlich hergestellt.

Das Selbstbewusstsein der Kirche und ihrer Mitglieder wird sich nun euphorisch und unermesslich steigern.  Und damit hat die ACK, bzw. die im Prozess federführende EZW, der NAK vordergründig jeglichen denkbaren Reformdruck genommen.

Der nächste Schritt wird sein, dass die Apostel der NAK und deren bezahlte theologischen Berater
den NAK-Mitgliedern ein extrem exklusives Status- und Wertgefühl vermitteln werden können:
Endlich sind wir als vollwertige Christen anerkannt (Auch der letzte Kritiker muss das jetzt erkennen und zugeben)!

Endlich ist die apostolische Stimme in der Christenheit laut und deutlich zu vernehmen!
Endlich können die Apostel der NAK ihren Autoritätsanspruch als einzig legitimierte Apostel der Neuzeit geltend machen!
Endlich können die Apostel der NAK ihren von Gott zugedachten (Führungs-)Auftrag in der Kirche Christi wahrnehmen.

Apostel der NAK = Apostel aller Christen. Alles andere ist defizitär!

Ist das nicht ein Ritterschlag für eine so kleine und über mehr als 130 Jahre geächtete durch Laien geführte ehemalige Sekte, bzw. Sondergemeinschaft?! Es werden nun Vorträge à la Kiefer gehalten werden, um das eigene Profil nach innen und außen, dem jeweiligen Empfänger gemäß, zu schärfen.
Das war es!

Wer also bzgl. der NAK eine Änderung herbeiführen möchte, der sollte diese nach meiner Einschätzung eher bei sich selbst herbeiführen.

So zumindest meine grobe Einschätzung zur neuen Sachlage und dem künftigen Verlauf der Dinge bzgl. NAK.

A.

 

20.7.2016 Detlef Möller schrieb: Keine Änderung im Mindset

Die NAK Gastmitglied in der ACK? Das ist ein Hohn! Alles was sich in der NAK angeblich ändert, ist meines Erachtens reine Augenwischerei, da sich im Mindset nichts ändert.

Ein Beispiel aus Schwerin: der Gemeindechor wollte ein gemeinsames Projekt mit zwei evangelischen Chören machen. Dazu wurde auch der zuständige Bezirksälteste gefragt: "Zu denen sind schon so viele von uns gelaufen, und mit denen wollt ihr was gemeinsam machen???" Das Projekt hat stattgefunden, aber diese Aussage ist, finde ich, bezeichnend für die Denkweise.

Aktualisierung vom 28.7.:

Apostel Steinbrenner war ja in Zarrentin bei der Aufnahme der NAK-Mecklenburg-Vorpommern in die ACK mit Gaststatus  in seiner Funktion als Ökumenebeauftragter dabei. Dann sollte man erwarten können, dass ihm das Thema Ökumene wichtig ist und er es in gewisser Weise verinnerlicht hat. 
Ich frage mich, wie passt es dann dazu, wenn er in seiner Predigt am gestrigen Abend in Wismar (27.07.) davon spricht, dass die Getauften mit der Heiligen Versiegelung in den Erstlingsstatus versetzt werden? Vielleicht sollte er dann in der ACK auch gleich einen Erstlingsstatus beantragen, das wäre dann doch angemessen.
Weiter führte er aus, das der Unglaube um die NAK herum immer größer werde und daher sollten die NAK-Mitglieder sich nicht scheuen, den Ungläubigen von ihrem Glauben zu erzählen und sich nicht damit abzufinden, dass es innerhalb der NAK immer weniger würden. Wenn die Erstlinge dann die Falschen zu fassen kriegen, könnte es auch Stress im Kreis der ACK geben, oder?
Und wenn so die lehrsetzenden Pseudogeistlichen predigen, was soll dann weiter "unten" dabei heraus kommen?
Ich bin davon überzeugt, dass man spätestens, wenn man genauer hinhört, erkennen muss, dass die NAK nie ökumenetauglich werden wird. Sie braucht allerdings wenigstens den Gaststatus in der ACK, um den eigenen Mitgliedern zu zeigen, wie akzeptiert und anerkannt sie als christliche Kirche sind und dass sie eben keine Sekte sind.
 
17.7.2016 Dirigent wird wegen des Vorwurfs der Illoyalität gegenüber dem Apostelamt von seinen Aufgaben entbunden (Aktualisierung)
 
Matthias Schröter aus Eutin schrieb am 9.10.2016:
Nachricht: Sehr geehrte Damen und Herren,
ich möchte Sie gerne auf meinen Blog aufmerksam machen: In eigner Sache
Insbesondere dieser Post gibt ein Beispiel dafür, wie Ökumene in Ortsgemeinden gelebt wird. Dieses Umgehen ist ein Beleg dafür, dass die derzeitige Kirchenleitung im Apostelbereich Uli Falk nicht ökumenefähig ist und so im Kreis der ACK nichts verloren hat. Geht es um die Ökumene, muss die NAK Norddeutschland leider als Wolf im Schafspelz angesehen werden, der lediglich für Verlautbarungen nach außen Kreide gefressen hat.

(Auszüge aus "In eigner Sache"):

„Ecclesia semper reformanda“ - Drei Worte, ein Programm.

In deutscher Sprache: „Die Kirche ist immer zu reformieren.“

Liebe LeserInnen, liebe Geschwister,

am 26.5.2016 bin ich von meinen Aufgaben als Dirigent und Musikbeauftragter der Gemeinde Holstein-Eutin entbunden worden. Eine Begründung wurde mir in dem Gespräch nicht genannt. Angedeutet wurde ein fehlender Gehorsam der aktuellen Gemeindeleitung gegenüber.
Am 29.5.16 wurde die Gemeinde darüber informiert. Es wurde meine musikalische Arbeit gewürdigt und anerkannt, aber erneut keine Gründe genannt.
 
In der Auseinandersetzung zuvor spitzte sich die Unzufriedenheit mit mir auf eine nicht ausreichende Loyalität dem Apostelamt gegenüber zu. Ich wurde aufgefordert, ein über den Katechismus der NAK (KNK) hinausgehendes Bekenntnis zum Apostelamt abzugeben, was ich abgelehnt habe. Ein Bekenntnis zum Apostolischen Glaubensbekenntnis (siehe S. 477 des KNK) hat nicht ausgereicht, um meine Aufgaben fortführen zu können.
 
Letztlich handelt es sich also inhaltlich um eine Auseinandersetzung um das Kirchenverständnis. Hierzu schreibt der KNK unmissverständlich: „Insofern ist nicht nur dort Kirche Christi, wo das Apostelamt wirkt“ (S. 282). Allerdings hat auch ein Bekenntnis zur Kirche Christi nicht ausgereicht, um die Arbeit mit dem Chor fortsetzen zu können.
 
Zusätzliche Brisanz erhält „mein Fall“ auch dadurch, dass die NAK selber in einer intensiven Auseinandersetzung um ein neues und damit verändertes Amtsverständnis ringt (siehe dazu NAKI.org). Es steht also derzeit nicht unveränderlich fest, sondern ist in der Diskussion. Trotzdem werden in Einzelfällen Konsequenzen gezogen.
 
Ein verändertes, zeitgemäßes Amtsverständnis, was ja in der NAK eng mit dem Kirchenverständnis verknüpft ist, hat sich an dem sogen. „Communiomodell" zu orientieren:
„Das alte Kirchenbild wird durch das sog. "Hierarchiemodell" beschrieben, in dem der Papst [Stammapostel; MS] der absolute Bezugspunkt für die kirchliche Gemeinschaft" darstellt; es ist durch ein neues Kirchenbild, dem sog. "Communiomodell" abzulösen, "in dem alle Amtsträger und Gläubige in einer lebendigen wechselseitigen Beziehung zu- und miteinander stehen und eine grundsätzliche Gleichheit aller Glieder des Volkes Gottes besteht" (25f), denn „Kraft der Taufe werden alle Gläubigen zu einem heiligen Priestertum geweiht und sind dadurch befähigt wie auch beauftragt, die göttliche Heilsbotschaft allen Menschen kundzutun. Gemeinsames Priestertum heißt also, dass jedes einzelne Glied des Volkes Gottes in, mit und durch die Taufe berufen ist, an der Sendung der Kirche mitzuwirken" (27). Quelle: Sabine Demel: Zur Verantwortung berufen. Nagelproben des Laienapostolats. Freiburg: Herder, 2009.
Weiter heißt es dort:
  • "Volk Gottes ist die Kirche insofern, als sie die Versammlung all derer ist, die an Christus glauben, Gottes Volk insofern, als diese Versammlung sich nicht einer menschlichen Initiative verdankt, sondern Gott" (25). Siehe dazu auch KNK Teil 6 „Die Kirche Jesu Christi“, 257ff. 
  • "Alle sind gemäß ihrer je eigenen Stellung in der Kirche zur Ausübung der Sendung berufen, ..." (25).
  • "Das amtliche Priestertum ist für das gemeinsame Priestertum aller Gläubigen da und nicht umgekehrt; ja, man kann sogar sagen: Gäbe es das gemeinsame Priestertum nicht, gäbe es auch das amtliche Priestertum nicht" (29)! 
 
Meine Suspendierung ist ein weiteres Beispiel dafür, dass es immer wieder im Denken der Kirchenleitungen und in der Sprache nach innen zu Verschmelzungen von Apostelwirken und Evangelium kommt, die mit der christlichen Lehre nicht vereinbar und so natürlich ökumenisch schwer zu ertragen sind. Im Zweifels- und Konfliktfall steht nach wie vor „der Apostel“ über Jesus Christus. Dies ist für jeden Christen unannehmbar. Dies beklagt auch Lamprecht in seinem Zwischenfazit „Ist die NAK reif für die ACK?“ (In: Funkschmidt, EZW Hefte 228, 10/13)
 
Offenbar sind wir jedoch hier und heute in dieser Gemeinde mit ökumene-kritischen bis hin zu die ökumenische Bewegung gänzlich ablehnenden Strömungen und Haltungen konfrontiert. So wurden meine Bemühungen äußerst kritisch bewertet und als „irritierend und provozierend" bezeichnet.
 
Mein Engagement, das durch ein christliches und durch die ökumenische Bewegung geprägtes Tun gekennzeichnet war, ist von der neuen Gemeindeleitung nicht gewünscht. Die Kirchenleitung zog die Konsequenzen und handelte im oben beschriebenen, nicht-christlichen Sinne!
 
"Ecclesia semper reformanda!"
 
In den Worten von Erich Fried heißt das dann:
 
Wer will
dass die Welt (Kirche)
so bleibt
wie sie ist,
der will nicht,
dass sie bleibt.
(Erich Fried)
 
17.7. Aktualisierung (Auszüge eines Artikels von glaubenskultur)

„In diesem seelsorgerischen und somit vertraulichen Gespräch sagte Bruder Paugstadt, dass er nichts gegen mich persönlich habe. Aber er müsse die Frage klären, wie ich es mit der Loyalität gegenüber dem Apostelamt halten würde.“ Schröter antwortete darauf: „Ich bin loyal Gott und Jesus Christus gegenüber!“ Der Vorsteher soll nur entgegnet haben: „Das habe ich mir gedacht!“  (…)

„Am 26.5.16 erfolgte schließlich meine Demission. An diesem ‚Gespräch‘ nahmen Priester Raimund Paugstadt, Apostel Ulrich Falk und ich teil. Es verlief wie folgt: Ohne ein bei solchen Treffen übliches gemeinsames Gebet kam Apostel Falk sofort zur Sache. Ohne lange Vorrede teilte er mir verbindlich im Ton aber hart in der Sache mit, dass ich von meinen Aufgaben als Musikbeauftragter und Chorleiter der Gemeinde entbunden bin. Als Begründung wurde meine nicht ausreichende Loyalität dem Apostelamt gegenüber genannt. Dabei zitierte Falk aus dem oben angegebenen seelsorgerischen und somit vertraulichen Gespräch zwischen Paugstadt und mir. Ausdrücklich sagte Ulrich Falk: ‚Wir sind eine apostolische Kirche!‘ Sinngemäß führte er aus, dass ohne eine enge Verbindung zu ‚Ihrem Apostel‘ Aufgaben in der NAK nicht durchgeführt werden könnten.“  (…)

In einem aktuelle gültigen „Leitfaden für die Arbeitsgruppe der Musikbeauftragten im Bezirk Kiel“ heißt es schon im ersten Punkt: „Raum für Ideen geben – denken, reden, handeln. Quer denken ist erlaubt und sogar erwünscht, auch scheinbar verrückte Gedanken und Ideen habe eine Daseinsberechtigung, Innovationen sind stets willkommen.“ Als er darauf hingewiesen habe, so Schröter, sei dies als „provokant“ bezeichnet und zurückgewiesen worden. 

Den gesamten Artikel finden Sie unter In eigener Sache II - Vorwurf Illoyalität


11.7.2016 In der NAK existiert keinerlei Ökumene-Kultur
In der NAK existiert keinerlei Ökumene-Kultur. Wenig überraschend, denn die exklusiv ausgerichtete Lehre verbietet eine Vermischung von Gotteskindern (NAKler) und anderen Menschen resp. Christen. Ein frommer neuapostolischer Christ wird sich Anderen gegenüber immer überlegen fühlen, eine Begegnung auf Augenhöhe schließt das NAK-System aus.
Besonders deutlich wurde mir dies im Frühjahr 2015. Damals war ich noch Vorsteher einer größeren neuapostolischen Stadtgemeinde im Apostelbereich Ulm (Apostel Bauer). In dem Dorf, in welchem ich wohne, dirigierte ich (unentgeltlich) den evangelischen Kirchenchor bei Beerdigungen, weil dieser aufgrund Dirigentenmangels sonst nicht mehr hätte singen können. Seitens des evangelischen Chores kam die Idee auf, mit dem hiesigen neuapostolischen Kirchenchor einen gemeinsamen Beerdigungschor zu initiieren. Auf dieses Thema habe ich im März 2015 Bischof Gründemann angesprochen. Seine Reaktion war niederschmetternd. Erstens würde es ihn sehr verwundern, dass ich den evangelischen Chor dirigieren würde, er rät mir dringend davon ab, und zweitens käme es überhaupt nicht in Frage, einen gemeinsamen Beerdigungschor zu gründen. Es ginge darum, unsere Glaubensgeschwister vor zeitlicher Überbeanspruchung zu schützen. Die bittere Miene des Bischofs und sein unterdrückter Zorn waren furchterregend. Er hat es noch nicht einmal für nötig erachtet, durch Nachfragen Interesse zu bekunden (welche Lieder werden gesungen? Wie viele Beerdigungen sind es pro Jahr? Etc...)

Seine Reaktion sowie das schweigend zustimmende Kopfnicken des beim Gespräch ebenfalls anwesenden Bezirksvorstehers und dessen Stellvertreters offenbarten, was die Kirchenleitung von der Ökumene hält.

Stefan Z.

Artikel und weitere Kommentare

27.10.2016 Bestätigung von der ACK-Deutschland: Aufnahme der Neuapostolischen Kirche im Frühjahr 2019 als Gastmitglied in der ACK avisiert

Am 27.7.2016 schrieb ich einen Brief an die Vorstandsmitglieder der ACK-Deutschland. Hier zunächst mein Brief und nachstehend die  Antwort von Herrn Bernd Densky, in der es u.a. wörtlich heißt: „Die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) hat in ihrer Mitgliederver­sammlung am 29. September 2016 in Augsburg einen Zeitplan beschlossen, der die Aufnahme der Neuapostolischen Kirche (NAK) im Frühjahr 2019 als Gastmitglied in der ACK anvisiert. (…) Der Vorsitzende der ACK, Bischof Karl-Heinz Wiesemann, wies im Prozess der Entscheidungsfindung darauf hin, dass gegenüber der NAK die gleichen Maßstäbe angelegt werden sollten, wie sie auch gegenüber anderen Kirchen gelten, die in die ACK aufgenommen werden wollen. Nach seiner Ein­schätzung ist der Prozess der ökumenischen Öffnung der NAK inzwischen unumkehrbar.“

Leider wird im Antwortschreiben mit keinem Wort auf die gravierenden, theologischen Bedenken, die ich im Anschreiben deutlich machte, eingegangen. Offensichtlich geht es dabei also um keine wirklich ökumenische Übereinkunft, sondern um kirchenpolitische Entscheidungen, bei der Fragen der „Gotteskindschaft“ schlichtweg ausgeschlossen werden können. Welchen Wert also eine solche Arbeitsgemeinschaft auf Bundesebene haben soll, möge jeder für sich selbst beantworten. Für die NAK ist es sicherlich eine Prestigefrage und bestätigt sie in sämtlichen Positionierungen. Man sollte die weitere Entwicklung dennoch genau und kritisch begleiten.

 

Brief an die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland
Ökumenische Centrale
Ludolfusstraße 2-4
60487 Frankfurt

Alle Vorstandsmitglieder
Bischof Dr. Karl-Heinz Wiesemann (DBK) - Vorsitzender
Erzpriester Radu Constantin Miron (OBKD)
Reverend Christopher Easthill (AAEG)
Bischöfin Rosemarie Wenner (EmK)
Bischof Prof. Dr. Martin Hein (EKD)
 

Betrifft: Angestrebter Gastmitgliedsstatus der NAK in der Bundes-ACK

27.7.2016

Sehr geehrte Damen und Herren vom Vorstand des Bundes-ACK,

In einem Artikel der NAK vom 27.6.2016 ist online zu lesen:

„Eine Gastmitgliedschaft will die Kirche auch deutschlandweit erreichen. Hier laufen die Gespräche noch. Eine von der ACK in Deutschland beschlossene dreijährige „Kommunikations- und Reflexionsphase“ geht im Herbst dieses Jahres zu Ende. „Es bleibt die Herausforderung der AG, die Gastmitgliedschaft auf Bundesebene jetzt zügig zu erreichen, nachdem auf örtlicher Ebene bereits so viel in Bewegung gekommen ist“, betont der AG-Vorsitzende, Apostel Volker Kühnle. Inzwischen sind bundesweit über 80 neuapostolische Kirchengemeinden Mitglied in knapp 40 lokalen ACKs, überwiegend im Gaststatus.“ (Quelle: http://nac.today/de/home/365486)

Ich selbst bin ein ehemaliges Mitglied der NAK und verfolge ihre Entwicklung intensiv seit 15 Jahren. In allen Gesprächen bzw. Äußerungen von Vertretern der ACK und auch EZW ist in den letzten Jahren seit Herausgabe des Katechismus 2013 gleichlautend von „Wandel und Öffnung“ der NAK zu lesen. In der Tat ist eine Veränderung nicht von der Hand zu weisen. Die Entwicklung auf lokaler Ebene ist ein deutliches Zeichen dafür und sehr zu begrüßen, weil sie den Öffnungsprozess  unterstützen und beschleunigen  kann. Die dafür verantwortlichen Amtsträger der NAK tragen dieses Prozess auch in die Gemeinden und sorgen für vielfältige Kontakte zu anderen Religionsgemein- schaften und Kirchen. Merkwürdiger Weise schwankt die Zahl auf der lokalen Ebene zwischen 20 (=ACK) und 80 (=NAK). Vielleicht haben Sie hier genaue Zahlen?

Seit Juli 2016 hat die NAK nun auch einen regionalen Gastmitgliedsstatus in der ACK MV, und das betrachte ich mit großen Bedenken.  Es heißt in den Grundlagen der gemeinsamen Arbeit in der ACK unter 3.: „Durch ihre Mitgliedschaft in der ACK bringen sie zum Ausdruck, dass sie miteinander in der Gemeinschaft der einen Kirche Jesu Christi an der Gotteskindschaft teilhaben (Röm 8,15). Dies gilt unbeschadet unterschiedlicher Auffassungen von Taufe und Kirche.“

Gerade zu diesem Punkt „Gotteskindschaft“ zeigen die Erläuterungen zu Frage 530   in den "Fragen und Antworten"“ der NAK  aber einen deutlich vorhandenen Widerspruch zu Ihrer klar benannten Voraussetzung der gemeinsamen Arbeit.  Die NAK versteht nur ihre Mitglieder nach wie als Gotteskinder. Zur Bedeutung der (Wasser-)Taufe wird Folgendes gesagt:

404  Zur (Wasser-)Taufe: (…) Die Heilige Wassertaufe ist der Kirche als ganzer anvertraut: Überall, wo im Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, mit Wasser getauft wird, werden gläubige Menschen in die Kirche Jesu Christi eingefügt.
410 Was verbindet die einzelnen Kirchengemeinschaften miteinander? (…) Durch die Getauften, die ihres Glaubens leben und Christus als ihren Herrn bekennen, wird Kirche als Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe erfahrbar.
481 Was geschieht durch die Heilige Wassertaufe? Durch die Heilige Wassertaufe wird das Verhältnis des Menschen zu Gott grundlegend verändert. Indem die Erbsünde abgewaschen wird, wird der Täufling aus der Gottferne herausgeführt: Er gelangt in die Nähe Gottes. Er wird Christ. Durch seinen Glauben und sein Bekenntnis zu Christus gehört der Getaufte der Kirche Christi an.

Zwischenbemerkung: Aus Sicht der NAK ist also jeder Wassergetaufte zwar Teil der Kirche Christi, aber noch kein Gotteskind! Ich zitiere weiter:

515 Was ist die Heilige Versiegelung? Die Heilige Versiegelung ist das Sakrament, durch das der Gläubige unter Handauflegung und Gebet eines Apostels die Gabe des Heiligen Geistes empfängt. Er wird ein Gotteskind und ist zur Erstlingsschaft berufen. 

530 Welches sind die Auswirkungen der Heiligen Versiegelung? (…) Der Mensch ist nun Gotteskind, er ist zum Erstling berufen: Die Wiedergeburt hat also eine gegenwärtige Auswirkung in der Gotteskindschaft und eine zukünftige in der Erstlingsschaft.  Als Gotteskind ist der Glaubende Gottes Erbe und Miterbe Christi. Der „kindliche Geist“, der durch die Heilige Versiegelung im Menschen wirkt, spricht Gott vertrauensvoll als „lieber Vater“ an. (…)

Der Begriff „Gotteskind“ hat unterschiedliche Aspekte:

  • Jeder Mensch ist ein Kind Gottes, denn er ist von Gott erschaffen und darf daher den Allmächtigen „Vater“ nennen.
  • In alttestamentlicher Zeit sorgte Gott wie ein Vater für das Volk Israel. So wird Israel „Gottes erstgeborener Sohn“ genannt (vgl. 2. Mose 4,22.23). Israel steht also in einem Kindschaftsverhältnis zu Gott. Als Jesus in der Bergpredigt zu den Juden sprach, bezeichnete er Gott auch als ihren „Vater im Himmel“.
  • Uns Christen ist das Vaterunser gegeben, und wir wenden uns in diesem Gebet vertrauensvoll an Gott, unseren Vater.
  • Darüber hinaus ist mit „Gotteskindschaft“ jene Situation vor Gott gemeint, die durch den Empfang aller Sakramente, durch den Glauben und die Ausrichtung des Lebens auf die Wiederkunft Christi gekennzeichnet ist. Erlangt wird die Gotteskindschaft durch die Wiedergeburt aus Wasser und Geist. Den Wiedergeborenen ist als „Kindern Gottes“ verheißen, Erben des Allerhöchsten zu werden.  (Zitat Ende)

Die NAK teilt also in zwei Arten der Gotteskindschaft auf: Jeder Mensch und Christen dürfen zwar „Vater“ zu Gott sagen und befinden sich in einem Näheverhältnis zu ihm, aber nur durch die „Wiedergeburt aus Wasser und Geist“ erlangt man aus Sicht der NAK die gültige Gotteskindschaft. Und dies kann nur in der NAK exklusivistisch durch ihre Apostel vollzogen werden. Das ist auf Erden so und gilt selbst im Jenseits. Stammapostel Schneider lud im Abendmahl für die Verstorbenen am 13.03.2016 in Albisrieden (Schweiz) explizit die aus seiner NAK-Sicht unvollkommenen Wassergetauften ein mit den Worten:

Kommt alle ihr Wassergetauften, die Jesus Christus suchen und finden im Werk der Erlösung wo die lebenden Apostel wirken. Kommt alle und empfängt nun, was ich hineinlege in die Hände und Herzen dieser Männer Gottes: Der Leib und das Blut Jesu ist für euch gegeben zu ewigen Freude, zur vollkommenen Gemeinschaft mit Jesus Christus und zur ewigen Gemeinschaft mit Gott und mit uns, wenn der Herr uns zu sich ruft.“

Noch deutlicher wird es in der konkreten Versiegelungshandlung an verstorbenen, wassergetauften Christen, die schlicht nur als Menschenkinder bezeichnet werden:

Stap Schneider am 05.07.2015 Saarbrücken:

Heilige Versiegelung.
Nun rufen wir alle den Wassergetauften zu, die vorbereitet sind, die Gabe der Heiligen Versiegelung zu empfangen. Wir können sie nicht sehen, unsere Seele mag es verspüren, aber der Herr kennt sie, der Herr kennt ihr Herz. Wir laden sie ganz herzlich ein: Kommt alle und nehmet nun hin die Gabe des Heiligen Geistes in dem Namen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes. Ihr seid jetzt nicht mehr nur Menschenkinder, ihr seid Gotteskinder. Gott versiegelt euch zur Erlösung. Empfanget nun das Unterpfand zur ewigen Herrlichkeit. Ihr seid nun Gotteskinder, die die Möglichkeit haben, Erstlinge zu werden im Reich Gottes. Ihr seid unsere Brüder und Schwestern in Christus.
Der Heilige Geist möge euch erfüllen und euch weiterhin versorgen. Er möge euch mit uns auf das Kommen des Herrn vorbereiten. Ihr seid nun Miterben Christi und sollt mit uns die Herrlichkeit Gottes ererben. Der Friede des Auferstandenen sei mit euch und der Segen Gottes des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes sei mit euch. Amen.

Selbst das Abendmahl ist aus Schneiders Sicht ein Bekenntnis zum Apostolat. Am 12.01.2016  predigte Stap Schneider in Yamoussoukro (Elfenbeinküste ):

 „Schließlich, wenn die Gemeinde Abendmahl feiert, bekennt sie auch ihren Glauben an das Apostolat, weil der Herr den Aposteln gesagt hat: „So oft ihr das tut, tut es zu meinem Gedächtnis.“ Den lebenden Aposteln gab er die Verantwortung, den Auftrag, Heiliges Abendmahl zu feiern. Nur wo lebende Apostel wirken, ist Leib und Blut Jesu wirklich präsent. Das ist unser Glaube. Wenn wir Heiliges Abendmahl feiern, sagt die Kirche den Menschen und dem Geist von unten: „Ich glaube, dass die Apostel vom Herrn Jesus gesandt sind.

Mit den Worten „Wenn wir Heiliges Abendmahl feiern, sagt die Kirche den Menschen und dem Geist von unten“ sind deutlich auch Sie als Vertreter der Kirchen und Glaubensgemeinschaften gemeint. Ich sehe in diesen klaren Formulierungen keine Basis einer gemeinsamen ökumenischen Arbeit auf der regionalen oder Bundesebene. Nochmals Schneider am 28.10.2015 in  Rio de Janeiro/Brasilien:

Das Wirken der Apostel auf der Erde ist das Zeichen, dass wir noch Gelegenheit haben, das Evangelium zu verkündigen und zu wirken. Noch ist es möglich - und es ist auch der Wille Gottes - dass Menschen Gotteskinder werden. So lange Apostel auf der Erde wirken, wird das so sein.“ (zum weiter lesen: Ökumene unverträgliche Katechismusaussagen)

Damit sind alle Christen explizit von der Gotteskindschaft ausgeschlossen! Auf lokaler Ebene kann man solche Gedanken und Dogmen sicher einfach ausklammern, ebenso die „Geistestaufe (Versiegelung)“ und exklusive Entschlafenenpraxis, auf regionaler Ebene allerdings schon weniger. Völlig unmöglich scheint mir das aber in der Bundes-ACK. Auch eine nur vorläufige Gastmitgliedschaft würde alle diese spezifischen Sonderlehren auf immer zementieren und sie kirchengesellschaftsfähig machen. Da helfen einige Änderungen am Wording in den Fragen und Antworten auch nicht. Ich zitiere:

38 (…)Das Glaubensbekenntnis zieht somit keine Grenze, die anderen Christen eine Teilhabe am Heil abspricht.

43 Zur „Gemeinschaft der Heiligen” zählen im engeren Sinn alle Glaubenden, die wiedergeboren sind aus Wasser und Geist, sich durch die Apostel Jesu Christi auf den Tag des Herrn vorbereiten ließen (…) Im weiteren Sinn gehören zur „Gemeinschaft der Heiligen” alle, die zur Kirche Christi zählen. Es sind also damit all jene gemeint, die schon heute Heil aus Jesus Christus empfangen.

406  Zur Kirche Jesu Christi gehören die Menschen, die an Jesus Christus glauben und den Gottessohn als ihren Herrn bekennen.

514  In den Abendmahlsfeiern anderer Kirchen sind wichtige Elemente des Heiligen Abendmahls vorhanden. Auch dort wird des Todes und der Auferstehung Jesu Christi dankbar und gläubig gedacht. Neuapostolische Christen sollten allerdings bedenken, dass sie sich durch eine dauerhafte Teilnahme an der Abendmahlsfeier anderer Kirchen im Grunde zu deren Lehre bekennen.

561 Wer wird bei der Wiederkunft Christi entrückt?
Die Entrückung bei der Wiederkunft Christi ist zunächst jenen zugesagt, denen die Wiedergeburt aus Wasser und Geist zuteil geworden ist (…) Ob darüber hinaus Gott Anderen die Gnade der Entrückung zuteilwerden lässt, entzieht sich menschlicher Beurteilung und unterliegt der Entscheidung Gottes.

Neben diesen kleinen Aufweichungen wären bei einer Prüfung des Aufnahmeantrages die kurz aufgezeigten exklusivistischen Festschreibungen der Sonderlehren deutlich in die Überlegungen einzubeziehen, ebenso das Glaubensverständnis des „normalen“ Gemeindeglieds einer neuapostolischen Gemeinde, das Selbstverständnis laut Katechismus der NAK des „Apostolats“ (7.6,1) und besonders das Stammapostelamt (7.6.6) als Glaubensgegenstand und Glaubensquelle(1.3) sowie die sonntägliche Predigtpraxis der leitenden Amtsträger.  Gerne reiche ich jeder Zeit direkte Mitschriften der Predigten Stammapostels Schneider aus 2016 zur Prüfung an Sie weiter.

Im „Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen der VELKD“ von 2006 heißt es zur Definition von Sekten: „Christliche Sekten sind Gemeinschaften, die mit christlichen Überlieferungen außerbiblische Wahrheits- und Offenbarungsquellen verbinden, aus denen sie wesentliche Sonderlehren ableiten.“  Die Verleugnung der Gotteskindschaft anderer, getaufter Christen sowie die dargestellten, aktuell gültigen Sonderlehren der NAK lassen keinen anderen Schluss zu, als sie weiterhin zu den Christlichen Sekten zu zählen. Ich zitiere als Ps. noch aus einem eindrücklichen Schreiben von Pfarrer i.R. Gandow und verbleibe mit der Hoffnung auf eine ernst gemeinte Antwort von Ihnen.

Mit freundlichen Grüßen

D. Streich
 

PS: Des Apostels neue Kleider - Zitat aus einem Beitrag von Thomas Gandow vom 25. April 2013 

Dr. Harald Lamprecht, Weltanschauungsbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsen, der der NAK grundsätzliche Ökumenefähigkeit bescheinigen möchte, meinte bei der Tagung z.B., die NAK solle zu ihrer Reform nun noch den Begriff der „Gotteskindschaft“ fallen lassen. Man könne ihn ja als ein „Relikt aus der Vergangenheit auf ein Häkeldeckchen legen und in einer Ecke ablegen“. (…)

Der zu Recht nicht nur für die NAK zentrale theologische Begriff ist kein süßlicher Häkeldeckchenbegriff aus einer verstaubten sächsischen Sonntagsschule: Für die ökumenisch gesinnten Kirchen ist die gegenseitige Zubilligung der Gotteskindschaft zentraler Ausdruck der Anerkennung der Teilhabe und der ökumenischen Gemeinschaft – für die NAK ist die „Gotteskindschaft“ diametral dagegengesetzt ein Ausdruck ihrer Exklusivität (8.3.9).

Die NAK hat also in ihrem Glaubensbekenntnis und ihrem Katechismus nicht nur anschlußfähiges „Wording“ betrieben, sondern gleichzeitig harte Positionen abgesteckt, die den ACK-Kriterien direkt widersprechen. Wenn es mit rechten Dingen zuginge, wäre der Traum von der ACK-(Gast-)Mitgliedschaft mit diesem Konzept der „Gotteskindschaft“ erst einmal ausgeträumt: Denn entweder haben die Verantwortlichen auf Seiten der NAK nicht in die ACK-Grundlagentexte geschaut oder sie haben bewusst und ohne Rücksichtnahme dagegen formuliert.

Ein Fazit

Die Apostel hätten den Durchmarsch in die ACK fast geschafft, wenn sich bei den Mitgliedskirchen die theologischen Kurzschlüsse eines Weltanschauungsexperten durchsetzten, der allen Ernstes meinte, die Sondern- und Irrlehren der NAK seien auch nicht schlimmer als das, was schon bislang in der ACK vertreten würde: Es sei nicht mehr zu sehen, „dass das ekklesiologische Selbstbewusstsein der NAK steiler wäre als bei der orthodoxen Kirche, dass die Amtstheologie und die Abendmahlslehre ausgrenzender wäre als bei der röm.-kath. Kirche“. Selbst das spiritismusnahe Entschlafenenwesen zur Nachbesserung von mit den Sakramenten ihrer Kirchen versehenen christlichen Verstorbenen dürfe nicht strenger beurteilt werden als z.B. die adventistische Sonderlehre vom Dienst Christi im himmlischen Heiligtum seit 1874.

Es dürfte interessant sein, einmal zu erfahren, was orthodoxe und römisch-katholische Theologen zu diesen Vergleichen eines „hochkarätigen“ Ökumenekenners sagen.

Frechheit siegt“ oder eher Sieg der Beliebigkeit? Hat die Mogelpackung „Katechismus“ schon ihre Wirkung getan? „Was die NAK nach Vorliegen dieses Katechismus von den Kirchen der Ökumene faktisch trennt, ist nicht mehr ihre Lehre“ wurde ahnungslos behauptet. Aber was denn sonst?

Richtig bleibt: Bei Durchsicht des Katechismus der NAK ist nicht zu erkennen, dass die NAK ihre besonderen, von ihr exklusiv vertretenen und als heilsnotwendig betrachteten Sonderlehren wirklich verändert oder gar aufgegeben hätte. Im Gegenteil: Mit dem Glaubensbekenntnis von 2010 und dem Katechismus von 2012 hat die NAK vermutlich bewusst ökumeneunverträgliche Texte vorgelegt. Kein Wunder auch, dass man Sache und Begriff der „Ökumene“ vergeblich im Katechismus sucht. Auf die Stichwortsuche „ökumenisch“ findet man im Vorwort und unter (11.2.1) die altkirchlichen „ökumenischen Konzilien“, unter (6.5) in einer Fußnote über „verbindende Elemente zwischen den einzelnen christlichen Kirchen“ einen Hinweis auf die Basiserklärung des Ökumenischen Rates. Im Abschnitt (13.5.2) geht es um das „Verhältnis [sc. der NAK] zu anderen Religionen und Religionsgemeinschaften“ Hier heißt es am Schluss lapidar: „Das Verhältnis der Neuapostolischen Kirche zu anderen christlichen Kirchen ist unter Wahrung des jeweiligen Selbstverständnisses offen und betont Gemeinsamkeiten des christlichen Glaubens (siehe 6.5)“. Inzwischen wurde die „Projektgruppe Ökumene“ schon umbenannt in „Arbeitsgruppe Kontakte zu Kirchen und Religionen (AG KKR)“.

Prüfen wir am konfessionskundlichen Sektenbegriff, beispielhaft definiert im „Handbuch Religiöse Gemeinschaften und Weltanschauungen der VELKD“ von 2006: „Christliche Sekten sind Gemeinschaften, die mit christlichen Überlieferungen außerbiblische Wahrheits- und Offenbarungsquellen verbinden, aus denen sie wesentliche Sonderlehren ableiten.“ Hier wird deutlich: die Neuapostolische Kirche muss wegen ihrer außer-biblischen Offenbarungsquelle „Apostelamt“, das selbst durch außerbiblische Offenbarung entstand und ihrer (teilw. auch aus diesem Amt entspringenden) eschatologischen Sonderlehren – einschließlich der Lehren über Heilsvermittlung im Jenseits – weiterhin zu den klassischen christlichen Sekten gezählt werden.

 

Anmerkung: Da bis heute keine andere Meinung zur NAK auf der Seite von Herrn Gandow zu finden ist  habe ich bei ihm direkt angefragt. Pfr i.R. Gandow hat mir gegenüber am 12.7. 2016 ausdrücklich schriftlich bestätigt, dass seine  theologische Einschätzung und Kritik von 2013 nach wie vor gültig ist, also auch aktuell Bestand hat und durch die letzten Entwicklungen in der NAK erneut bestätigt wird.

Pfarrer i.R. Gandow war von 1978-2011 Beauftragter für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Ev. Kirche in Berlin-Brandenburg-schlesische Oberlausitz. 2012 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen "als Auszeichnung für seine außerordentlichen Verdienste als Sektenbeauftragter der Evangelischen Kirche. Aus der Laudatio von André Schmitz: „Wenn ich Ihnen Herr Gandow jetzt im Auftrag des Bundespräsidenten das Bundesverdienstkreuz am Bande überreichen darf, dann geschieht das vor dem Hintergrund einer über vier Jahrzehnte reichenden Tätigkeit als wichtiger Aufklärer und Vermittler. Sie haben sich während Ihrer Amtszeit intensiv und erfolgreich in der Beratung von Gemeinden und Einzelpersonen zu Fragen der bestehenden Sekten und Weltanschauungen sowie in der Begleitung von Menschen, die in Konflikt mit diesen geraten waren, engagiert. Ihre profunde Kenntnis der inneren Regeln und Abläufe von weltanschaulich problematischen Gemeinschaften konnte vielen Betroffenen helfen. (...)  Sie haben sich so in außergewöhnlicher Weise für unsere Gesellschaft und das menschliche Zusammenleben verdient gemacht. " (Quelle)

 

Am 27.10 2016 erreichte mich folgende Antwort von der Bundes-ACK:

27,10.2016

Ihr Brief an den Vorstand der ACK vom 27.07.2016 bezüglich einer Gast-Mitgliedschaft der N AK in der ACK

Sehr geehrter Herr Streich,

die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Deutschland (ACK) hat in ihrer Mitgliederver­sammlung am 29. September 2016 in Augsburg einen Zeitplan beschlossen, der die Aufnahme der Neuapostolischen Kirche (NAK) im Frühjahr 2019 als Gastmitglied in der ACK anvisiert. Im Entscheidungsprozess wurden Stimmen zur Kenntnis genommen, die der NAK die Öffnung zu ande­ren Kirchen - im speziellen auch zur ACK - nicht abnehmen. Letztlich haben aber die Berichte und Erfahrungen den Ausschlag gegeben, die aus den lokalen und regionalen ACKs kamen, in denen es Beziehungen zur NAK gibt. Hier wurden eine Offenheit und ein hohes Engagement der Vertreter der NAK gerade auf der lokalen Ebene deutlich, die es aus Sicht der Mitgliederversammlung der ACK weiter zu stärken gilt.

Der Vorsitzende der ACK, Bischof Karl-Heinz Wiesemann, wies im Prozess der Entscheidungsfindung darauf hin, dass gegenüber der NAK die gleichen Maßstäbe angelegt werden sollten, wie sie auch gegenüber anderen Kirchen gelten, die in die ACK aufgenommen werden wollen. Nach seiner Ein­schätzung ist der Prozess der ökumenischen Öffnung der NAK inzwischen unumkehrbar.

Auch wenn Sie persönlich dieser Entscheidung kritisch gegenüberstehen, hoffen wir auf Ihren Res­pekt gegenüber dieser Entscheidung der ACK.

Mit freundlichen Grüßen

Bernd Densky

Siehe auch den  Leserbrief von R. Stiegelmeyr zur avisierten Aufnahme der NAK 2019 als Gastmitglied in die ACK

 

D.Streich 2016: Anmerkungen zum Vortrag von Evangelist Dr. Reinhard Kiefer über „Das neuapostolische Verständniss von Apostolizität“ am 1.7.2016

Gehalten beim Netzwerk Apostolische Geschichte, Archiv Brockhagen

Eine Videoaufzeichnung dieses Vortrags wurde beim Internetmagazin „Glaubenskultur.de“ veröffentlicht und kann auch bei youtube angesehen werden (klick). Die Abschrift des Vortrages stammt von D. Kastl , eingestellt bei naktalk am 21.10.2016 (klick); alle verwendeten Zitate stammen, wenn nicht anders bezeichnet,  aus dieser Abschrift.

Zur Person: Dr. Reinhard Kiefer, geboren 1955, Studium der Germanistik und der
evangelischen Theologie, Promotion und Habilitation mit Tätigkeit als Privatdozent für
neuere deutsche Literaturgeschichte. Veröffentlichungen als  Lyriker, Prosa-Autor, Essayist und Romancier, zahlreiche Lyrik- und Prosabände, Erzählungen und Aufsätze. Hauptberuflich ist Kiefer für die Neuapostolische Kirche als theologischer Berater des Stammapostels tätig  und ist verantwortlicher Redakteur der Leitgedanken; ehrenamtlich ist Kiefer seit 2014 Evangelist einer NAK-Gemeinde.

 

 „Die Apostel sind der Kirche im Ganzen gegeben, aber ich habe keine Lust heute Morgen einen Kurs darüber zu halten." (Stap Schneider 3.11.2013 in Aachen)

Wenn also der Stammapostel keine Lust hat, muss sich qua Auftrag  Dr. R. Kiefer,  seit 2010 Mitglied der theologischen Abteilung des Verlags und theologischer Berater des Stammapostels, um die Kurse/Vorträge hinsichtlich der Apostolizität  kümmern. Die Ergebnisse des „Kümmerns“ liegen dank Dieter Kastl lesbar nun also wieder einmal als intellektuelle und theologisch verschwurbelte Pseudorechtfertigung vor mit dem Postulat: Die neuzeitliche Erneuerung des Apostolates sollte der Gesamtkirche und ihrer Einheit dienen. Die eine Kirche sollte eine Kirche unter Aposteln sein und die Apostel sollten Garanten und Zeichen der Einheit sein. Also es ist eigentlich eine sehr sehr ökumenische Angelegenheit zunächst.

Eine sehr merkwürdige Auffassung von Ökumene. Zudem bezeichnet Kiefer den eigenen Ursprung als, man höre und staune, Notgeburt: „Dieses Apostelamt ist trotzdem nicht nur für eine kleine Kirche da. Sondern dass es uns gibt - dass es schon die apostolisch-katholische Kirche gab – äh – ist eigentlich aus dieser Not geboren, dass die Apostel nicht anerkannt wurden von allen Christen, sondern dass sich dann um diese Apostel herum Gemeinden bildeten, die sagen ja doch wir glauben das Gott diese Leute berufen hat, diese Männer berufen hat.“

Auch in Bezug auf die Zeit ohne Apostel äußert sich Kiefer, allerdings auch hier nicht wirklich schlüssig:

"Wir sehn ja auch, zwischen dem 2. Jahrhundert und dem 19. Jahrhundert war das Apostelamt zwar vorhanden, aber personal nicht besetzt. Das ist natürlich ein Geheimnis. Jetzt könnte man fragen, warum hat Gott es dann gemacht? Also nach hundert Jahren dieses wichtige Amt ist einfach eingeschlafen oder ausgestorben und dann nach so langer Zeit ersteht es wieder. Das ist ja ein Problem. Haben auch, muss ich sagen, sehr darüber nachgedacht. Könnte jetzt ein bisschen tricky sein und sagen, ja am Anfang der Kirche muss es Apostel geben und dann in der Endzeit wieder. Das ist ja auch eine Möglichkeit, das so zu sehen. Aber der Katechismus legt sich da nicht fest, der sagt das das – äh – wissen wir nicht. Wir können das nicht – äh – wir können da nicht wirklich Auskunft drüber geben, weil auch die Bibel darüber keine Auskunft gibt."

Wer aber sind nun die richtigen Apostel? Auch andere Denominationen behaupten, Apostel zu haben. Kiefer weiß die Antwort und erklärt mit unnachahmlicher Geistesschärfe:

„Äh deshalb stellt sich für uns immer die Frage, ja – oder wir auch immer wieder gefragt – ja wer ist denn jetzt Apostel?  Doch nicht jeder der sagt jetzt ich bin Apostel. Das, das geht ja nicht. Also hier ist so ein Versuch das deutlich zu machen, nämlich der ist für uns, sag ich jetzt mal, für uns Neuapostolische Apostel, der auf der einen Seite in dieser Traditionslinie von 1832/35 steht und ’65 steht und – äh – auf der anderen Seite – äh – in Gemeinschaft mit dem Stammapostel steht. Als dem Petrusdienst, als dem der sozusagen Gemeinschaft unter den Aposteln schafft. Und wer sich als Apostel sag ich mal von dem Stammapostel trennt, der wird auch nicht mehr in dieser Weise zu dieser Einheit gehören, wird also kein Apostel sein. Oder wer nie dazugehört hat, kann kein Apostel sein. Das ist relativ einfach. Äh – es gibt allerdings manchmal so Unwägbarkeiten an manchen Stellen wo man, wo man so fragen kann, ja ist das nicht doch irgendwie dazugehörig? Aber das ist sozusagen – äh – der Grundsatz.“

Exklusiv ist das Ganze aber dennoch nicht,denn:

"Hier ist der Punkt, wo man sagen muss, ja da muss ich mich entscheiden – ja? Das ist ein Glaubenssatz zu dem sich der, der neuapostolisch oder apostolisch erst mal sein will, bekennen muss. ... Es ist für viele heute schwierig das so zu unterschreiben und das so nachzusprechen. Man sagt ja, die andern haben auch was und - äh - wieso eigentlich immer wir, das ist ja so exklusiv und so weiter und so weiter. Das ist in gewisser Weise auch exklusiv. Da darf man sich nichts vormachen. Es schadet aber auch gar nichts, weil diese exklusiven Elemente werden durch inklusive Elemente ergänzt. Das ist nicht so, das soll nicht abgrenzen, sondern es soll deutlich machen, wie Gott seine Kirche oder wie Jesus Christus seine Kirche gestaltet haben will."

Der Satz hat Zukunft: "Die exklusiven Elemente werden durch inklusive Elemente ergänzt!" Großartige Leerformel! Kiefer sieht dabei seine eigene, exklusive theologische Beratungs- und Begründungserfindungsaufgabe heutzutage sozusagen inklusiv als Notgeburtshelfer und großer Kümmerer wie folgt:

Also früher war Glauben eine Herzensangelegenheit. Dieser Glaube musste nicht unbedingt intellektuell verantwortet werden. Das ist heute anders. Heute wird eben gefragt, wie ist denn das System, das dahinter steckt? Wie kann ich das rechtfertigen, was ich lehre? Wie ist der biblische Zusammenhang oder der allgemein theologische Zusammenhang (…)? Und darum kümmere ich mich dann.“ (Quelle)

Aber stimmt das, dass der NAK-Glaube früher eine „Herzensangelegenheit“ und heute wirklich eine „Hirnangelegenheit“ ist? Und wäre Kiefer in diesem Fall die richtige Person für diesen Job? Alle Dinge (Objekte) sind Vorstellungen eines denkenden Ichs (Subjekt). Betrachtet man die erste Ursache aller weiteren Entwicklungen der NAK, also die geglaubte Notwendigkeit, dass Gott wieder Apostel geben muss(te) und den darauf gründenden Satz, bzw. Induktionsschluss, „Bist du nicht auch ein Apostel“ der Anfangsphase der apostolischen Bewegung (erste Rufungen in London zwischen 1832/1835 und 1863/Abspaltung in Deutschland), so ist der Rest der NAK-Geschichte nichts weiter als ein einziger, zum Teil chaotisch sich darum im Kreis drehender Zirkelschluss, weil schon die erste Grundannahme, also die Notwendigkeit neuer und weiterer Apostelrufungen, falsch war. Der 1833 als Apostel gerufene Henry Drummond erkannte und bekannte bereits 1843 den grundlegenden Irrtum, dass Apostel unbedingt notwendig sind,  und änderte in Folge sogar den Schluss des ursprünglichen Testimoniums von 1837:

Apostel Drummond:„ 57: Wenn eine Sekte dem ganzen Rest der Christenheit sagt: Nur ich bin die Kirche“, dann heißt dies: „Nur ich bin der Leib Christi, nur ich werde entrückt werden, um dem Herrn zu begegnen in der Luft, nur ich werde den Tod nicht schmecken.“ Es heißt, dass man sagt: „Hier ist Christus.“ Aber wir werden ermahnt, solchen nicht nachzugehen, (…)
454: Es gibt keinen Grund zu der Annahme, dass Apostel und Propheten, wenn sie wieder aufgerichtet würden, ihre Pflichten besser erfüllen würden als sie alle anderen Menschen erfüllt haben; oder dass die Menschen sich unter ihrer Regierung und Führung mehr freuen werden als sie es jetzt tun unter der Regierung ihrer Könige und der Führung durch ihre Priester.“ (Quelle und erläuternder Kommentar)

Kiefer hingegen behauptet: „Wir verweisen auf ein historisches Datum zurück, das nicht 2000 Jahre zurückliegt, sondern das das das äh 170 Jahre zurückliegt oder 180 Jahre. Nämlich dieses Geschehnis da, einmal in London und dann einmal in Hamburg. Gott hat gesprochen, der Heilige Geist hat gesprochen. Glaubst Du das? Sagst Du ja? Hat er da wirklich gesprochen? Oder war das nur eine Art von Wunschdenken.“

Laut Drummond hatte Gott aber offensichtlich nicht gesprochen, sondern die „Apostel“ hatten sich geirrt. Hinter der im Vortrag geäußerten (Schein-)Kausalität und den daraus entwickelten Bezügen und (Kurz-)Schlüssen steht bis heute ausschließlich der Wille, dass es eben so sei.  Zur Legitimation des Apostelamtes führte Kiefer bereits 2003 folgenden gedanklichen Geniestreich an:

Aus der Zukunft des wiedergekommenen Christus wird den Aposteln die eigentliche Legitimation zuteil, ... Hier haben wir ein Gegenmodell zur apostolischen Sukzession, also zur historischen Ableitung der Legitimation etwa des Bischofsamtes in der Römisch-Katholischen Kirche. Eine solche gleichsam historisierende Sicht auf das Amt kann es im neuapostolischen Glauben nicht geben, sie würde im unüberbrückbaren Gegensatz zu seiner grundsätzlich eschatologischen Ausrichtung stehen.”

Und dieser Legitimationsunsinn ist nicht etwa aufgegeben worden! Auch im Vortrag „Das neuapostolische Verständnis von Apostolizität2011 hieß es: „Insofern kann die Legitimierung des neuzeitlichen Apostelamtes nicht durch den historischen Beweis geschehen, sondern allein durch den wiederkommenden Herrn.“ (Quelle) Und aktuell im Vortrag 2016:“ Wie legitimieren sich die neuzeitlichen Apostel? Also nicht durch Menschen. Ich hab schon gesagt, nicht durch Verifikation, nicht durch uns, sondern durch den wiederkommenden Herrn.“

Wohl auch deswegen hieß es früher sehr oft im NAK-Sprachgebrauch, dass der Mensch das Werk Gottes mit dem natürlichen Verstand nicht begreifen/erkennen könne, man müsse es mit dem Glauben erfassen. Zu Recht, wie man an dieser Bemerkung sieht, denn die „Berufung“  bzw. Legitimation der NAK-Apostel ist nur eine völlig aus der Zukunftsluft gegriffene Behauptung, aber beileibe keine mit dem Hirn zu begreifende Tatsache. Aber die Zirkel- und Fehlschlüsse von Schneider, Kiefer und Co gehen weiter, weil man die subjektive Vorstellung oder besser gesagt Hybris, das eigentliche Werk Gottes auf der Basis der ersten Apostel in direkter Rufung durch Christus damals wie heute zu sein, niemals aufgeben wird. Revidierte  man diese exklusivistische Positionierung, bräche das ganze kiefersche Kartenhaus zusammen.  Oder, um nochmals mit dem  Chefideologen selbst aus dem Jahr 2003 zu sprechen:

Die reformatorische Relativierung des Amtes erscheint in diesem Kontext de facto als ein Akt der Auflösung von Kirche.“ 

So war es, so ist es, so bleibt es, basta! Also auf mit missionarischen Eifer in die Bundes-ACK.  Apostel Jörg Steinbrenner meinte ja auch schon im Juni 2016 in der ACK-Sitzung:

 Wir freuen uns über die Möglichkeit, als apostolische Stimme die Botschaft vom wiederkommenden Herrn in der gesamten Kirche Christi freudig zu bezeugen.“ (Quelle)

Oder Stap Schneider 2016 in Pucallpa: "Wir sind so dankbar, dass Gott, dass Jesus seine Apostel auf diese Erde gesandt hat. Wir glauben, dass dies wahre Apostel Christi sind. Sie arbeiten mit der Autorität und der Kraft der Heiligen Geistes. Aber bitte sagt es nicht nur, wie wollen es beweisen. Wir wollen es durch unsere Motivation beweisen."

Kiefer geht damit konform und fabuliert: „Zunächst einmal denk ich mal, Apostolizität, wie wir sie verstehen, wie ich sie eben skizziert habe, ist Frage und Aufgabe. Also zunächst einmal ist sie Anfrage auch an andere Christen. Ja – äh und zwar wie sie es mit dem Apostelamt halten. Wie sie es mit dem neutestamentlichen Befund halten. Und wie sie dazu stehen, dass Gott auch in der Neuzeit unmittelbar wirkt, in seine Kirche hineinwirkt. (…) Und wie ist das eigentlich mit unseren Gemeinden selber? Was ist denn, geben wir denn so ein Zeugnis dafür ab, dass da was Besonderes da ist? Das wir aus dieser Gewissheit leben, dass Gott gehandelt hat und handeln wird in der Zukunft, wenn er, wenn – äh – Jesus Christus wiederkommt. Also das da ist doch eine riesige Aufgabe. Äh - wir setzen uns gerne und sagen ja wir haben das Apostelamt und ist toll, und die anderen haben das nicht, das ist ja alles sehr schön, nur welche Konsequenzen hat das? Merkt man das, ist das dann in unseren Gemeinden auch so anziehend? Wenn die doch diese Apostel haben, diese Gottesmänner, so sagen wir ja. Ist das denn, sind wir besser als die anderen, sind wir freundlicher, – äh – vergnügter, hoffnungsvoller, barmherziger usw. usw. Das sollten wir uns fragen. Insofern denke ich – die Antworten liegen ja auf der Hand – ja. Da brauche ich jetzt nicht darüber zu reden. Das wir da natürlich der Sache nicht gerecht werden, diesem Anspruch. Aber das sollte uns mal klar werden, dann kriegt das nämlich auch diesen Zug der Selbstgerechtigkeit weg. Das man ja auch davor vor dieser Sache sozusagen ganz klein wird und und immer wieder merkt, dass man ihr auch nicht gerecht wird, diesem Anspruch auch nicht gerecht wird. Ja wir haben die Tendenz zu sagen, das ist alles so und wir werden total der Sache gerecht. Aber das stimmt ja so nicht. Wir werden der Sache nicht gerecht, das merkt jeder von uns.“

Beim Lesen dieser Ausführungen fällt mir nur noch der Sponti-Spruch ein: „Heutzutage reicht es nicht mehr aus, keine Gedanken zu haben. Man muss auch noch seine Unfähigkeit unter Beweis stellen, sie  ausdrücken zu können.

Wer diesen Vortrag gehört oder gelesen hat, der sollte laut lachend schleunigst diesen unseligen Verein verlassen. Es ist peinlich, dort Mitglied zu sein und sich zu diesen geistlosen Untiefen zu bekennen!

Aber innerhalb der NAK bleibt es auch in Zukunft dabei ( zwar etwas demütiger aber dennoch immer weiter): mutig vorwärts, aufwärts, himmelan, Zeugnis geben den anderen Christen und immer fleißig und exklusiv spenden, nämlich Apostel, Heiligen Geist und vor allem Geld, was knistert und nicht klimpert! Davon sprach Kiefer allerdings nicht!

PS (23.10) Zitate von Stap Schneider am 6. April 2016 in Pucallpa (Peru) über die "wahren Apostel" der NAK

Lasst uns heute dankbar sein, für den Segen den wir durch den Apostel und durch den Heiligen Geist bekommen haben.(...)

Kannst du beweisen, dass du ein wahrer Apostel bist? Hast du uns ein Empfehlungsschreiben das uns belegen kann, dass du ein echter Apostel bist. …. Die Kirche, die Gemeinde ist der Beweis für sein Apostelamt. Wenn jemand auf die Gemeinde schaut, dann wird er erkennen, dass es die Arbeit eines echten Apostels ist. Und so soll es auch heute sein.
Manchmal werdet ihr vielleicht gefragt: „Hey, ihr sagt ihr hättet lebende Apostel. Könnt ihr das beweisen? Es gibt viele die sagen sie wären Apostel, aber sie können nicht mal ein Wunder vollbringen. Die sind nichts Besonderes. Wie kannst du dir sicher sein, dass dies wahre Apostel sind?“ Der Beweis ist sind die Gemeinden, die Kirche, die Kinder Gottes, dass ein echter Apostel an der Arbeit ist. Die Kinder Gottes sind der Beweis, dass die Apostel die Arbeit eines Apostels tun. Nun stellt sich die Frage: Was ist die Arbeit eines Apostels? Ein Apostel hat das Evangelium zu predigen und die Kraft des Heiligen Geistes zu übermitteln, um den wahren Willen Gottes zu verkündigen und die Kinder Gottes zu lehren, wie sie diesen Willen um-setzen können. (…)

So kann man die Apostel als wahre Apostel sehen: Weil die Kinder Gottes ein großes Wissen über Jesus Christus haben. Sie haben die Liebe Jesu verstanden. (…)

Der Beweis, ob die Apostel wahre Apostel sind, liegt im Volk Gottes. Gott möchte, dass ich ein Zeugnis des Apostelamtes bin. Durch die Wiedergeburt aus Wasser und Geist, durch das Wort und die Aufnahme des Heiligen Abendmahls werde ich wie Jesus. (…)

Gott möchte, dass ich ein Beweis der Wirksamkeit des Apostelamtes bin, dann sollte ich nicht der Gleiche sein wie ein Jahr zuvor. Ich sollte mich ändern. (…)

Wenn das Apostelamt wirklich am Werk ist, dann sollte man dieses in den Gemeinden erkennen können. Wenn uns gesagt wird, dass der Herr in Kürze kommen wird, dann ist das tröstlich für uns, eine Quelle der Freude und Stärke. (…)

Wir sind so dankbar, dass Gott, dass Jesus seine Apostel auf diese Erde gesandt hat. Wir glauben, dass dies wahre Apostel Christi sind. Sie arbeiten mit der Autorität und der Kraft der Heiligen Geistes. Aber bitte sagt es nicht nur, wie wollen es beweisen. Wir wollen es durch unsere Motivation beweisen.

Zum Weiterlesen:

Das Fazit: „Wir glauben an die wahren Apostel Christi.“ Stap Schneider am 6. April 2016 in Pucallpa


Autor: Rudolf J. Stiegelmeyr, Bad Feilnbach, den 25. Oktober 2016 ""Neuapostolische Apostolizität kritisch hinterfragt" - Die neuapostolischen Apostel sehen sich als unmittelbare Fortsetzung eines angeblich biblischen Apostelamts, welches sie wiederum als konstitutiv für die Kirche erachten

 

28.9.16 NAK ist Mitglied im Rat der Kirchen in den Niederlanden

22.09.2016 Zitat von nak.org (Quelle) ]:

Zürich. Der Rat der Kirchen in den Niederlanden hat in seiner Vollversammlung am Mittwoch, 14. September 2016, einstimmig die Neuapostolische Kirche als Mitglied aufgenommen. Der Unterschrift unter das Beitrittsdokument waren rund sechs Jahre Gespräche voraufgegangen.

Sechs Jahre intensive theologische Gespräche - eine Zeit des Kennenlernens. Apostel Peter Klene und Bischof Ruud Vis haben sich in diese Abstimmungsgespräche mit eingebracht. Darüber hinaus waren viele Mitglieder der Gemeinden in Land aktiv beteiligt. Sie haben auf örtlicher Ebene den lokalen Kirchenräten für Einblicke und Gespräche zur Verfügung gestanden.  (…) Am Montag, 13. Juni 2016, führten der Apostel, Bischof Vis und Priester Ate Blaauw (Vorsteher der Gemeinde Amersfoort) ein abschließendes Gespräch mit dem Vorsitzenden des Ratsvorstandes, einem Delegierten und dem Sekretär des Verwaltungsrates. Schließlich gab der in den Niederlanden zuständige Bezirksapostel Rainer Storck am Sonntag, 18. September 2016, durch einen Brief an die Gemeinden in den Niederlanden den Beitritt der Kirche zum niederländischen Kirchenrat offiziell bekannt. (…)

Weitere ökumenische Mitgliedschaften auf nationaler Ebene hält die Neuapostolische Kirche in Luxemburg und in der Schweiz. In Deutschland, Österreich und der Schweiz existieren Orientierungshilfen zwischen den Arbeitsgemeinschaften der christlichen Kirchen und der Neuapostolischen Kirche.

 

23.8.2016 Stap Schneider entschuldigt sich bei Aussteigern  für begangene Fehler der NAK

Stap Schneider gestand in seiner Predigt am 3.7.2016 in Kanada Fehler (in der Vergangenheit) der Kirche ein, die einige Kirchenmitglieder zum Austritt geführt hatten und entschuldigte sich für diese Verhaltensweisen. Leider blieben die Aussagen schwammig , wie dass  eigene Meinung und Regeln wichtiger wurden als das Evangelium oder dass Differenzen zwischen Predigt und Verhalten der Amtsträger vorhanden sind. Allerdings möchte Schneider nicht, dass“ wir uns schuldig fühlen und unglücklich.“ Ohne aber dass jemand ein deutliches „mea culpa“ der Kirche ausspricht und die Dinge, die manche Aussteiger tatsächlich ein Leben lang „unglücklich“ oder sogar lebensuntüchtig gemacht haben, deutlich benennt, wirkt die „Entschuldigung“ eher oberflächlich, halbherzig und damit unglaubwürdig, auch wenn die Tendenz in die richtige Richtung geht. Gleiches gilt aktuellen Missständen! Ohne eine klare Benennung der Fehler kann sich keine verändernde Entwicklung ergeben. Papst Franziskus hat das vorbildlich in den "Krankheiten kirchlicher Mitarbeiter" praktiziert:

6. Es gibt auch die Krankheit des „geistlichen Alzheimer", der Vergessenheit der Geschichte des Heils, der persönlichen Geschichte mit dem Herrn, der „ersten Liebe" (Apg 2:4). Dabei handelt es sich um ein fortschreitendes Absenken der geistlichen Fähigkeiten, die früher oder später zu einer schweren Handicap des Menschen führen und ihn unfähig werden lassen, autonom zu handeln, und ihn so in einem Zustand völliger Abhängigkeit von den von ihm selbst geschaffenen Selbstbildern leben lassen. Das sehen wir bei denen, … , die um sich herum Mauern und Gewohnheiten bauen und so immer mehr Sklaven der Götzen werden, die sie sich selbst geschaffen haben.(klick).

Stap Schneider könnte die vom Papst benannten Fehler der Kirche 1 zu 1 übernehmen und durch spezifische NAK-Fehler in Vergangenheit und Gegenwart ergänzen, wie z.B. die Rolle der NAK im Dritten Reich und in der DDR, Fehler rund um den Botschaftswahn (Forschungsbericht veröffentlichen), Vertuschung von Missbrauchsfällen, Fehler der eigenen Lehre etc.

Könnte...,  aber wird er auch? Oder "kollidiert wieder einmal der Traum Gottes mit der Heuchelei einiger seiner Diener?" Papst Franziskus (Quelle).

Zitat Stap Schneider: Auch als Kirche wissen wir, dass in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden. Manchmal wurde der Mensch wichtiger als Jesus Christus. Eigene Meinung und Regeln wurden wichtiger als das Evangelium und manche haben deswegen ihren Glauben verloren. Wir können nicht einfach sagen, dass wir das Gleiche erlebt haben. Als Kirche müssen wir uns dessen bewusst sein. Wir müssen uns bewusst sein, dass manchmal in den Gemeinden zu viel Härte und Beurteilung vorherrscht, anstelle von Liebe und Güte.
Stellen wir uns die Frage, ob wir echte Zeugen unseres Herrn sind. Ist unsere Aussage Wahrheit? Wir müssen uns eingestehen, dass es immer noch zu oft passiert, dass unsere Verhaltensweise von der Predigt abweicht. Das ist auf der einen Seite das Wort Gottes, das Evangelium, das was wir predigen und auf der anderen Seite ist die Realität. Da besteht ein großer Unterschied. Für manche wurde es zu viel, zwischen dem was gepredigt wurde und dem was sie gesehen haben. Natürlich können wir nicht die Vergangenheit ändern, aber lasst uns als Kirche, als Gemeinde, als Gläubige, als Gotteskinder dem bewusst sein und lasst uns motiviert sein. Wir möchten wahre Zeugen Jesu werden. Wir möchten, dass unsere Aussagen der Wahrheit entsprechen. Wir möchten mehr und mehr Jesus in die Mitte stellen. Er ist wichtig, nicht wir. Lasst uns bewusst sein, dass wir noch in der Weisheit Jesu wachsen müssen, um ihn besser zu verstehen, um ihn besser zu kennen.
Ich möchte nicht, dass wir uns schuldig fühlen und unglücklich: „Oh, es ist unsere Schuld, wir sind so unglücklich.“ Das ist nicht der Wille Gottes. Der Wille Gottes ist eine demütige Kirche zu haben, eine demütige Gemeinde, ein demütiges Gotteskind. Wie verstehen, dass wir Fehler gemacht haben. Bitte vergib uns, wir möchten uns bessern. Wir möchten, dass Jesus mehr und mehr wichtig wird. Wir möchten das Evangelium immer besser verstehen.


Aus dem Sakramentsgebet für Entschlafene:
Wir denken an alle die in unserer Mitte waren und eines Tages aus welchem Grund auch immer unseren Kreis verlassen haben. Vielleicht haben sie den Ruf Jesus gehört: „Steh auf, komm zurück! Wir entschuldigen uns für alles was wir falsch gemacht haben. Bitte vergebt uns!“ Aber schaut nicht auf unsere Fehler. Schaut auf Jesus, er wartet auf euch.

24.8. Update: Schneider macht auch die Geschwister mitverantwortlich für die Fehler der Kirche

Schneider predigte in diesem GD den Geschwistern in Kanada, es war kein AT-Dienst. Und da es sich um einen Entschlafenendienst handelte, entschuldigte er sich eigentlich sogar nur bei den verstorbenen Aussteigern. Er leitet die oben zitierte Aussage so ein:

Wir möchten auch ein mitleidiges Herz haben, wenn wir an Seelen im Jenseits denken, die noch nicht errettet sind. Es reicht nicht nur für sie zu beten. Wir wollen ein mitleidendes Herz haben. Wir denken besonders an die, die ihren Glauben verloren haben.
Auch in Canada hatten wir viele Brüder und Schwestern die eine Zeitlang mit uns auf dem Erlösungsweg gingen und es aus irgendeinem Grund nicht geschafft haben. Sie haben es nicht geschafft, haben ihren Glauben verloren, haben ihr Vertrauen verloren und gingen den Weg nicht mehr weiter. Wir möchten sie nicht vergessen, ob sie im Jenseits sind oder hier auf Erden. Lasst uns ein betrübtes Herz wegen ihnen haben. Wir möchten nicht gleichgültig werden. Wir möchten nicht unbesorgt werden. „Oh, das ist deren Angelegenheit. Die haben es nicht geschafft, die sind nicht mehr gläubig, aber wir haben das gleiche erlebt wie sie und wir sind da. Das ist ihre Schuld. Das ist deren Angelegenheit.“ Nein, wir haben ein betrübtes Herz für die, die ihren Glauben verloren haben. Wir beten für sie. Wir möchten sie nicht vergessen. Wir flehen Jesus an: „Bitte schenke ihnen Gnade. Lass sie den Weg zurück zu deinem Altar finden, zu deiner Gnade und deinem Heil. Wir geben nicht auf.“ Jemand könnte sagen, dass das keine Hoffnung ist, weil man denjenigen genau kennt. Der Sohn der Witwe von Nain war tot, absolut tot. Da war keine Hoffnung mehr auf Änderung. Der Herr stoppte die Prozession und sagte zu dem jungen Mann, steh auf! Er hörte die Stimme vom Herrn und stand auf. Die Witwe hatte damit nichts zu tun. Sie hatte lediglich ein betrübtes, zerschlagenes Herz.
Wir können niemand auferstehen lassen, der geistig gestorben ist, aber wir können für sie beten. Wir geben nicht auf, wir vertrauen Jesus. Es ist nicht zu spät, er kann sie noch erretten, hier und im Jenseits. Unser Wunsch ist, dass sie die Stimme des Herrn hören und ihm folgen.
Lasst uns auch ein demütiges Gemüt haben und ihnen helfen. Wie ich schon erwähnte, können wir nicht sagen, dass es nicht unsere Angelegenheit ist. Lasst uns als Kirche, als Gemeinde, als Gotteskinder einen Schritt weiter gehen. Stellen wir uns die Frage, ob wir wirklich alles tun, was wir tun müssten. Haben wir wirklich genug Liebe? Vielleicht hätten wir uns anders verhalten müssen. Lasst uns demütig sein.
Auch als Kirche wissen wir, dass in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden …“


Und nach dem Zitat folgt nur noch eine Schlussbemerkung:

…Wir möchten das Evangelium immer besser verstehen.
Wir möchten deinen Willen immer besser umsetzen. Ich bin absolut davon überzeugt, dass Gott die Gebete der Demütigen beantworten wird.
So meine lieben Brüder und Schwestern, lasst uns für alle beten die ihren Glauben verloren haben. Gebt nicht auf, weil wir wissen es gibt immer noch Hoffnung, hier und im Jenseits. Um Jesus zu helfen, die Gebete zu erhören, lasst uns eine demütige Kirche werden, demütige Diener, eine demütige Gemeinde und demütige Gotteskinder. Gott wird erretten. Amen.“


In der Tat differenziert Schneider nicht zwischen Kirche, Gemeinde und Gotteskindern sondern schließt alle in die Verantwortung mit ein: "Hätten WIR uns anders verhalten müssen?" Schneider schiebt also die Fehler der Kirche, die zum Ausstieg der Geschwister geführt hatten, letztlich allen in die Schuhe und hat noch die Frechheit anzudeuten, dass sogar die heutigen Mitglieder eine Mitschuld daran haben. Schuldig, weil sie der jeweiligen Apostellehre gefolgt sind? Und jetzt sollen sie eben deswegen für die einst gnadenlos wie Aussätzige gemiedenen Aussteiger beten, damit sie nun erneut den Weg zurück zur NAK im Jenseits finden?

Aktualisiert: Man schüttelt verwundert den Kopf über solche schamlosen Reden eines Kirchenleiters über Demut, dabei aber anderen kollektiv die Verantwortung für die nur selbst zu verantwortenden Fehler der Kirche zuzuschieben, zumal die verstorbenen Abgefallenen wieder in den Schoß der NAK zurück geführt werden sollen. Aber nein, das ist nicht schon wieder exklusivistisch sondern durchaus ökumenefähig! Unter dem Lichtkegel (Leber 2011) des schneiderschen Geistes und frei nach dem kabarettistischen Motto, "Lieber ein Blender als gar keine Lichtquelle"(W. Schmickler) ist die Sache laut Schneider nämlich so zu sehen:

Stammapostel Schneider im Ämtergottesdienst am 22.7.16 in Kampala/ Uganda:
Wir müssen den Menschen nahe sein, ihnen Christus näher bringen und sie werben für das Haus Gottes. Dieses müssen so wir tun, wie Jesus es getan hat. Er hat Menschen nicht gedroht, er hat sie nicht gezwungen, sondern warb mit Liebe. Er möchte, dass wir unsere Liebe unserem Nächsten zeigen. Natürlich müssen wir unseren Glauben erklären, aber die Menschen müssen verstehen, dass wir nicht möchten, dass sie einfach ein neues Mitglied einer anderen Kirche werden. Wir möchten, dass sie Jesus Christus näher kommen. Es geht nicht um die Neuapostolische Kirche, es geht nicht um die Apostel. Lasst uns über Jesus Christus reden. Lasst uns darüber reden, was Jesus Christus in seinem Erlösungswerk tut. Mitglieder sollten nicht wegen uns kommen. Wir möchten, dass sie wegen Jesus kommen und ihnen ermöglichen, Jesus auf besondere Weise zu erleben. (…)

Es ist nicht unsere Gemeinde, selbst wenn wir sie eingeladen haben und sie durch unser Zeugnis neuapostolisch wurden. Selbst wenn wir die Gemeinde gegründet haben, ist es nicht unsere Gemeinde. Die Gemeinde gehört dem Herrn.
(...) Der letzte Teil der Aufgabe ist, die Ernte nach Hause zu bringen. Der Arbeiter bindet die Ähren zusammen. Er bringt nicht jede Ähre einzeln nach Hause. Er bindet sie zusammen. Um ins Reich Gottes zu kommen, müssen die Kinder Gottes eins werden. Das ist auch eine große Aufgabe unseres Auftrages, die Einheit im Volk Gottes fördern. Um das zu tun, müssen wir eins sein.

Jetzt alles klar? Die "Kollektivschuld" ist also nichts anderes als der Ausdruck der Einheit. Und es ist keine Drohbotschaft sondern eine Tatsache, dass der Weg zu Christus über die NAK-Apostel gelegt ist - basta!

 

 

27.7.16 Studenten des RPI Luzern und Dozent Dr. phil. Christian Ruch besuchen NAK

(Zitat NAK CH 27.06.2016:) "Bischof Rudolf Fässler und Bezirksevangelist i.R. Peter Angst gaben gerne einen Einblick in die Entstehung und Entwicklung der Neuapostolischen Kirche. Mit spürbarem Interesse verfolgten die Studierenden die Ausführungen zur Lehre und Organisation unserer Kirche. Der Bezug zum Katechismus zeigt das Verbindende und schafft Raum, dass wir uns innerhalb der Kirche Christi mit Liebe und Wertschätzung begegnen dürfen. Die Aufnahme der Neuapostolischen Kirche Schweiz in den Gaststatus der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen bestätigt diese Wahrnehmung öffentlich. Schliesslich fand ein reger Gedankenaustausch zur globalen Entwicklung der Weltreligionen, dem Gottesdienstbesuch und dem Entschlafenenwesen statt." (Quelle)

2010 schrieb Ruch noch zu den Glaubensartikeln:

"Während neuapostolische Christen aus diesem Blickwinkel durchaus Teil der Kirche sind und damit die notwendige Voraussetzung zum Heil erfüllen, spricht die NAK allen, die ihr nicht angehören und nicht versiegelt sind, das Heil in Form der Gotteskindschaft ab. (...)

So wird man das Gefühl nicht los, dass es sich bei den neuen Glaubensartikeln im Grunde um alten Wein in neuen Schläuchen handelt. Die NAK ist – aus welchem Grund auch immer – offenbar immer noch nicht in der Lage und/oder willens, ihren durch das Apostelamt und die Versiegelung untermauerten Exklusivitätsanspruch aufzugeben. „Und sie bewegt sich doch!*, hatte Andreas Fincke 2006 noch hoffnungsvoll geschrieben und darauf hingewiesen, dass es aus Sicht der NAK neuerdings „der Souveränität Gottes überlassen“ bleibe, ob auch „unversiegelte Seelen durch einen besonderen Gnadenakt des Herrn zur Braut“ Christi gehören könnten.(17) Das mag sein – doch von dieser Offenheit und in einem positiven Sinne Unentschiedenheit zeugen weder die neuen Glaubensartikel noch die dazugehörigen Erläuterungen. Eher sieht es so aus, als hätten die konservativen Kräfte innerhalb der NAK im Moment die Oberhand. Die neuen Glaubensartikel und die dazugehörigen Erklärungen lassen jedenfalls – leider – kaum einen anderen Schluss zu." (Quelle Info Sekten)

Faktisch hat sich an den Grundlagen dieser Einschätzung nichts geändert. Einen neuen Beitrag gibt es auf dieser Seite zur NAK auch nicht. Deshalb muss sich fragen, auf welchen Veränderungen dieser Satz im Beitrag fußt:"Der Bezug zum Katechismus zeigt das Verbindende und schafft Raum, dass wir uns innerhalb der Kirche Christi mit Liebe und Wertschätzung begegnen dürfen."

 

21.9.16 Bezirksapostelversammlung modifiziert neuapostolisches Kirchen- und Erwählungsverständnis Autor: Rudolf J. Stiegelmeyr, im September 2016

Ökumenisches Reinheitssiegel trotz exklusiver Erwählung

Zitat aus den Leitgedanken 3/ 2016

Einleitung: (...) Die Sendung der Apostel und die Sakramente sind heute notwendig als Zeichen der unsichtbaren Gegenwart Jesu Christi und seines Heils. Im Friedensreich hingegen ist Jesus Christus, der das Heil in Person ist, für alle sichtbar und wirksam: „Jesus macht unmittelbar von seiner Heilsmacht Gebrauch.“
Es wäre segensreich, wenn die Brüder die Gedanken der beiden Beiträge in ihren
Predigten thematisieren würden!

Punkt 2.3:Gott ist denen gegenüber treu, die er erwählt hat, damit sie zur königlichen Priesterschaft gehören können. Er wacht darüber, dass keine Macht ihre Vollendung oder ihre Entrückung bei der Wiederkunft Christi verhindern kann. (...) Niemand kann sagen, wie viele Erstlinge es im Diesseits und Jenseits geben wird.
Wir haben hingegen die Gewissheit, dass die Apostel auf Erden wirken werden, bis die königliche Priesterschaft gebildet sein wird. Durch das Apostelamt wird Gott seinen Kindern, die ihre Erwählung festmachen wollen, alle nötigen Kräfte zukommen lassen, damit sie das Ziel erreichen können
."

Zitat aus dem Aufsatz von Stieglmeyr:  In den jüngsten Bezirksapostelversammlungen (oberstes Leitungs- und Entscheidungs-gremium) der Neuapostolischen Kirche in Johannesburg (Oktober 2015) und Zürich (März 2016) hat das neuapostolische Kirchenoberhaupt, Stammapostel Jean-Luc Schneider, den neuapostolischen Erwählungsbegriff vor dem Hintergrund des neuapostolischen Kirchenverständnisses neu definiert und dogmatisch in das nunmehr gültige Heilskonzept seiner Kirche eingebettet. Dies wurde nun in einer Sonderausgabe der sog. Leitgedanken (Predigtanleitung für NAK-Geistliche) veröffentlicht und zur sonntäglichen Predigt für die Gläubigen freigegeben. Dabei fällt auf, dass Schneider – im Gegensatz zu seinen Vorgängern im Amt Leber und Fehr – die Glaubenslehre seiner Kirche zunehmend restriktiver gestaltet. War es das (zumindest theoretische) Anliegen von Leber und Fehr noch, die neuapostolische Kirche wo möglich ökumenetauglicher zu gestalten, scheint Schneider nun – vielleicht angesichts des dramatischen Mitglieder- und damit verbunden nicht zuletzt Autoritätsschwundes der Apostel – die Glaubenszügel wieder stärker anziehen zu wollen, indem er die neuapostolischen Alleinstellungsmerkmale entgegen allen ökumenischen Bestrebungen wieder deutlicher in den Vordergrund rückt. Auf einige wenige soll im Folgenden eingegangen werden. (...)  Artikel ganz lesen klick

Kommentar von F.C Schlangen klick

Leitgedanken 3/ 2016 download als PDF

Siehe auch: Wer gehört zur Kirche Christi?  Wirre Ausführungen von Stap Schneider (2013)

25.7.16 Ökumenisches Reinheitssiegel trotz exklusiver Gotteskindschaft (Autor Rudolf J. Stiegelmeyr)

Auszüge aus dem Artikel "Eine weißwaschende Ökumene fühlt sich zunehmend weniger den Werten von Aufklärung und Wahrheit verpflichtet – Teil Il" von Rudolf J. Stiegelmeyr, im Juli 2016 (...)= Auslassungen

Im weiteren Ringen nach Kriterien für eine Ökumenefähigkeit der Neuapostolischen Kirche stellt sich irgendwann die grundsätzliche Frage, was diese Ökumenefähigkeit beinhalten kann. Auf eine Nachfrage nach dem Sinn und Zweck von Ökumene wurde mir bewusst, dass Ökumene selber mittlerweile fragwürdig geworden ist. Zumindest in ihrer Sinnfrage, denn diese kann und darf nicht nur auf das konfessionelle Miteinander beschränkt werden. Gerade in einer Zeit, in der es weltweit drunter und drüber geht, wäre die Positionierung aller Konfessionen und Kirchen hinter einen gemeinsamen Wertekatalog mehr als wünschenswert. Leider scheinen die Kirchen über Oberflächlichkeiten nicht hinaus zu kommen, sonst müssten sie sich in der Frage der weltweiten Christenverfolgung ebenso wie in jener einer zunehmend gott- und evangeliumsfremden Wirtschafts- und Wertekultur politisch wesentlich deutlicher artikulieren. Anstatt sich um den Grad des jeweils konfessionseigenen Wahrheitszugangs und nicht selten -besitzes zu streiten, wäre eine gemeinsame, deutliche und öffentlichkeitswirksame Stimme in Fragen der damit verbundenen Grundwahrheiten und Menschenwürde wesentlich mehr angebracht.

 Insofern diese Grundwahrheiten die jeweiligen konfessionellen Glaubenswahrheiten tangieren, wäre es auch angebracht, von Seiten der ökumenischen Dachverbände und Funktionäre Position zu beziehen und ihrer Aufgabe als Schiedsrichter in Sachen konfessioneller Glaubenswahrheiten besser und eindeutiger nachzukommen.  (…)

 Inwieweit fordern die ökumenischen Dachorganisationen und Funktionäre jene vernunftorientierte Diskussion im Zusammenhang mit den neuapostolischen Glaubenswahrheiten ein? Liest man die jüngsten Veröffentlichungen im Rahmen einer möglichen Aufnahme der NAK in die ACK, so will es scheinen, dass der Begriff der Ökumene und damit verbunden jener der Ökumenefähigkeit sich an den Oberflächlichkeiten und Interessenbehaftetheiten der Kirchen orientiert, anstatt in korrektiver Eigenständigkeit und transparenter Neutralität den Maßstab für jene zu stellen, die sich dem ökumenischen Miteinander anzuschließen gedenken. Denn dass der Gedanke von Ökumene den Interessen, Vorbehalten, Vorstellungen oder gar dem Wahrheits-verständnis einer einzelnen Kirche zu entsprechen hätte, sollte von vorneherein als Irrweg deutlich gemacht werden. (…)

 Kirchendiplomatische Anerkennung, um hinter dem Deckmäntelchen also legitimierter Christlichkeit umso mehr dem eigenen Sektendenken frönen zu können, das ist es, was die NAK-Führer seit Jahren antreibt und von diesem Dogma sind sie kein Jota abgewichen. Dies betrifft zuvorderst jene Grundwahrheiten, die eigentlich über allem Konfessionalismus zu stehen hätten, weil sie als Grundbestandteil des Evangeliums nicht konfessionell teilbar oder gar konfessionell reklamierbar sind. So ist z.B. für die ökumenisch gesinnten Kirchen die gegenseitige Zubilligung der Gotteskindschaft zentraler Ausdruck der Anerkennung der Teilhabe und der ökumenischen Gemeinschaft, während dieser Begriff für die NAK Ausdruck ihrer arroganten Exklusivität ist – einer Exklusivität, die auch nicht dadurch relativiert wird, dass Kühnle & Co. gebetsmühlenartig auf das Heil im Tausendjährigen Friedensreich verweisen, indem sie den Heilsbegriff geschickt entneuapostolizierten: Heil für neuapostolische Christen war nie das finale Angenommensein bei Gott im Jüngsten Gericht, sondern war immer und ist immer noch das Verschontwerden vom großen Verderben, denn die Angst davor war immer wesentlich motivierender als die Vorfreude auf einen Hochzeitssaal mit Leuten, die schon im Erdenleben nicht unbedingt zu den individuellen Favoriten zählten ...

Diese Einschätzung bestätigt sich auch heute noch in jeder nur denkbaren Form. Der mit Fragen der Ökumene beauftragte neuapostolische Apostel V. Kühnle teilte jüngst den Stand seiner Kirche in der Frage der Gotteskindschaft in die typisch neuapostolische Verklausulierung einer zweitgeteilten Gotteskindschaft. Der, welcher schöpfungsbedingt allen Menschen zugestanden werden müsse, und jener, der die Spendung des Heiligen Geistes voraussetzt, welche nur über das Apostelamt der NAK zugänglich ist – womit er ganz bewusst die exklusive Unabkömmlichkeit und biblische Unersetzbarkeit des neuapostolischen Apostolats in Sachen Ökumene weiter festzubetonieren suchte. (…)

Aktualisiert: Geistestaufe, also das, was die NAK-Apostel mit Wiedergeburt aus dem Geist bezeichnen, ist eine falsche Übersetzung. Anstelle von ‚wiedergeboren‘ müsste es eigentlich heißen ‚von oben oder vom Himmel geboren‘ (Griech. gennēthē ánōthen), eine Metapher, die hinweist, woher diese ‚Neugeburt des Wesens‘ erfolgt: vom Himmel, mit anderen Worten von dort, wo Jesus nach seiner Auferstehung aufgrund der damaligen Weltbilder gewähnt wurde. Und alleine dies macht auch Sinn, denn die genannten Voraussetzungen für diese neue Wesensgeburt (Gesinnesänderung etc.), konnte doch nur jemand erkennen, der nicht mehr im Fleische weilte und dem wir Menschen kein X für ein U vormachen können – auch keine Geistesverwaltung, die von Menschen ausgeht.

Also selbst wenn wir uns alleine auf die Bibel berufen wollten in der Frage nach der Geistestaufe und daraus nach der Gotteskindschaft, müssen wir erkennen, dass ein menschliches Spendungsmonopol ein Unsinn ist. (...)

Stiegelmeyrs Fazit am Schluss des Artikels:

Die Ungereimtheiten und Unsinnigkeiten jedenfalls, die der neuapostolische Katechismus und seine vereinfachte Form (die neuen Fragen und Antworten) ohne Kommentar und Kritik nicht nur unter das eigene Glaubensvolk bringen, sondern selbst unter gestandene Theologinnen und Theologen, ist frappierend und bestätigt erneut meine Vermutung (Ökumenisches Reinheitssiegel hat nichts mit aufgeklärter Vernunft und religiöser Wahrhaftigkeit zu tun), dass hier nicht inhaltlich-christliche Kriterien, sondern eine handfeste kirchenpolitische Anerkennungsökumene Pate stehen.

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24.7.16 Anfrage an Apostel i.R. Kainz zum Thema Ökumene in Österreich

-----Ursprüngliche Nachricht-----

Von: Detlef Streich
Gesendet: Mittwoch, 20. Juli 2016 14:20
An: Kainz Rudolf
Betreff: NAK Gastmitglied Bundes-ACK

Lieber Apostel Kainz,

ich hoffe, Sie unter dieser Adresse noch zu erreichen, da Sie weiterhin, wie ich gelesen habe, die "Beziehungen zu den anderen Kirchen und Religionsgesellschaften (Quelle)" pflegen. Mit Interesse verfolge ich das Anliegen der NAK, Gastmitglied im Bundes-ACK zu werden. Ich habe auf meiner HP deswegen eine neue Unterseite eingerichtet, die das Thema von allen Seiten kritisch beleuchten will.

Ich selbst stehe dieser Entwicklung positiv gegenüber, bin aber etwas entsetzt, mit welcher Oberflächlichkeit seitens der ACK oder EZW die Sache lanciert wird. Es werden Öffnung und Wandel als Grundlage behauptet, ohne dass konkret benannt wird, wie das aussieht. Eine kritische Auseinandersetzung findet nicht statt, jedenfalls nicht öffentlich.

Es würde mich sehr freuen, von Ihnen aus dem Ruhestand heraus dazu ein paar Gedanken zu lesen.

 

Am 24.07.2016 um 14:40 schrieb Kainz Rudolf (mit freundlicher Genehmigung):

Auf die Frage, die mir immer wieder gestellt wird, nämlich,  wie es mir in meinem Ruhestand erginge, gebe ich die stereotype Antwort: Ruhestand heißt für mich, Ruhe für die Arbeit zu haben. Einerseits bin ich noch für eine gewisse Zeit Kirchenpräsident der NAK in Österreich, was gewisse, wenn auch nicht viele, offizielle Aktivitäten zur Folge hat. Andererseits halte ich auf Wunsch von Bezirksämtern Bibelabende, Bibelwerkstätten, Vorträge zu Themen, an denen Geschwister Interesse haben. Sonst genieße ich die Gottesdienste vornehmlich in meiner Heimatgemeinde Linz, wo ich auch hin und wieder zum Orgelspielen eingeteilt bin.

Schon  seit fast 15 Jahre bemühen wir uns, dass unsere Kirche einen Beobachterstatus im ÖRKÖ erhält. Wenn ich die Entwicklung recht beobachte, wird dies sicher noch einige Zeit dauern, ist jedoch auf einem guten Wege. Da die leitenden Institutionen der Ökumene in Europa gut vernetzt sind, scheint eine gewisse Abstimmung untereinander zu erfolgen, was die Zubilligung eines Beobachterstatus der NAK anbelangt. Die NAK Schweiz hat es bereits geschafft, einen Gast-Status zu erlangen und auch in Deutschland und Österreich ist die Neuapostolische Kirche auf regionaler Ebene Mitglied in ACKs bzw. ökumenischen Foren.

Nicht übersehen werden soll, dass die NAK im ÖJR, dem Ökumenischen Jugendrat, Vollmitglied ist. Eine Glaubensschwester ist stellvertretende Vorsitzende des ÖJR und die NAK ist mit zwei Mitgliedern im Vorstand vertreten. (klick)

Die ökumenische und interreligiöse Landschaft in Österreich ist sehr vielfältig und die neuapostolischen Christen werden zunehmend als gern gesehene Gesprächspartner in diesen Foren betrachtet. Ob es die Mitgliedschaft im Ökumenischen Forum Steiermark, die Mitarbeit in multireligiösen Foren in Wien, Niederösterreich oder Tirol ist, ob es die Zusammenarbeit und das Abhalten gemeinsamer Wort-Andachten in einzelnen Gemeinden wie in Leibnitz oder Wiener Neustadt, oder das aufeinander Zugehen und gemeinsam den eigenen Glauben unter Beweis stellen anbelangt, alles  stellt einen wichtigen Schritt in der Entwicklung der ökumenischen Beziehungen dar.

 

 

24.7.16 News: NAK Schweiz  „NAK - Chor übernimmt Verantwortung für die Christenheit?

(Zitat:) „Der “KonzertChor SüdHessen” - begleitet von Apostel Zbinden - nahm am Morgen als “Leitchor” an der Papstmesse für die Feier von "Pietro e Paolo" teil. Die Neuapostolische Kirche ist sich ihrer Aufgabe und Verantwortung in der Christenheit wohl bewusst.“ (Quelle)

Selbst der geneigte Leser wird sich fragen, was eine sicher für alle Beteiligten nette Konzertreise und ein Konzert innerhalb einer Papstmesse von einem Hessischen NAK-Chor mit einem Schweizer Apostel zu tun haben? Erst recht verwundert nach dem Lesen der Reisebeschreibung das gewonnene und hinten angestellte Fazit,  aus dem Konzert eine Aufgabe und Verantwortung der NAK für die gesamte Christenheit abzuleiten. Eher ist es doch ein Werbeunternehmen, um sich ins Gespräch zu bringen und sonst nichts!

Oder muss man es so verstehen, dass man heute bereit ist, mit einem guten NAK-Chor den Vatikan zu bereichern, damit andere von dieser "Gabe" auch profitieren können? Die NAK bringt sich also ökumenisch ein? Aber selbst wenn, was hat dann der Artikel auf der HP NAK-Schweiz zu suchen? Liegt etwa hier der Zusammenhang in einer Ökumenebeihilfe aus Hessen?? Fragen über Fragen!

 

22.7.16 Korrespondenz mit Apostel Kühnle zur Frage: Wording oder Veränderung im Denken?

Auf meine Nachfrage, ob Christen Gotteskinder sind oder nicht, antwortete mir Bischof Johanning und später Ap. Kühnle sinngemäß gleichlautend mit Verweis auf Fragen und Antworten 530 (siehe hier: Gotteskind 1 und Gotteskind 2). Diese Antwort veranlasste mich zu folgender Nachfrage:

Von: Detlef Streich  
Gesendet: Dienstag, 19. Juli 2016 14:16
An: Kuehnle, Volker; Peter Johanning
Betreff: Sind Christen Gotteskinder?

Sehr geehrter Apostel Kühnle, sehr geehrter Bischof Johanning,

danke für Ihre schnellen Antworten. Beide verwiesen Sie ja auf die Erläuterung zu Frage 530. Und da Sie beide in Fragen der Ökumene/ ACK-Gaststatus etc unterwegs sind, möchte ich diesen (Verzeihung: sehr langen) Brief auch Ihnen beiden schicken. Vielleicht haben Sie die Gelegenheit, mir auf meine Fragen aufschlussreich zu antworten.

Die Fu.A. gesamt online kannte ich bis gestern noch nicht, habe mich also damit bisher auch noch nicht beschäftigt. Zwei Passagen sind mir aber heute schon (positiv) aufgefallen:
38
(…) Gottes Liebe, Gnade und Allmacht können nicht erschöpfend beschrieben werden. Sie sind immer noch größer als das, was Menschen von ihnen sagen können. Das Glaubensbekenntnis zieht somit keine Grenze, die anderen Christen eine Teilhabe am Heil abspricht.
43
Zur „Gemeinschaft der Heiligen” zählen im engeren Sinn alle Glaubenden, die wiedergeboren sind aus Wasser und Geist, sich durch die Apostel Jesu Christi auf den Tag des Herrn vorbereiten ließen und von ihm als seine Braut angenommen wurden. Wer zu dieser Gemeinschaft gehört, wird also erst bei der Wiederkunft Christi offenbar. Im weiteren Sinn gehören zur „Gemeinschaft der Heiligen” alle, die zur Kirche Christi zählen. Es sind also damit all jene gemeint, die schon heute Heil aus Jesus Christus empfangen.

Dass „diese Erläuterung schon verschiedentlich Gegenstand in ökumenischen Gesprächen war und positiv aufgenommen wurde", wie Sie, Ap. Kühnle, mir schrieben, ist klar. Ich habe zum Thema NAK-ACK-Ökumene eine Unterseite aufgemacht, weil das die nächste Zeit an Interesse gewinnen wird. Ich gehöre nicht zu den Schreibern, die aus verschiedensten Gründen oder nicht Gründen das Bemühen, Mitglied im Bundes-ACK zu werden, generell ablehnen. Eigentlich begrüße ich das sogar sehr, habe aber in einigen Dingen eine Grundskepsis. Sie wissen vielleicht, dass es mir in meinen Artikeln, soweit es geht, um Klarheit und Sachlichkeit der Kritik geht. Auch wenn naturgemäß unser beider Ansichten da auseinander gehen, kann man ja diskutieren, aber weder verteufeln noch den anderen diskreditieren.

Zwei Aspekte werfen mir schwerwiegende Fragen auf. Vielleicht können Sie mir da etwas Klarheit verschaffen, wenn Sie möchten.

1.    Nur Wording oder Veränderung im Denken?

Katechismus: "Durch die Heilige Wassertaufe gelangt der Mensch in ein erstes Näheverhältnis zu Gott — er wird ein Christ und gehört durch seinen Glauben und sein Bekenntnis zu Christus der Kirche an (siehe 8.1). Durch die Heilige Versiegelung schenkt Gott dem Getauften die Gabe des Heiligen Geistes. Beide Sakramente gemeinsam bilden die Wiedergeburt aus Wasser und Geist. Durch sie erlangt der Mensch die Gotteskindschaft ...

F.u.A: „Jeder Mensch ist ein Kind Gottes, denn er ist von Gott erschaffen und darf daher den Allmächtigen „Vater“ nennen. (...)
Darüber hinaus ist mit „Gotteskindschaft“ jene Situation vor Gott gemeint, die durch den Empfang aller Sakramente, durch den Glauben und die Ausrichtung des Lebens auf die Wiederkunft Christi gekennzeichnet ist. Erlangt wird die Gotteskindschaft durch die Wiedergeburt aus Wasser und Geist. Den Wiedergeborenen ist als „Kindern Gottes“ verheißen, Erben des Allerhöchsten zu werden
."

Die Unterscheidung zwischen Kind Gottes und Gotteskindschaft ist doch ziemlich spitzfindig und heikel. Eigentlich müsste an Stelle "Gotteskindschaft" begrifflich das "Neue Sein in Christus" stehen. Aber egal, hier gibt es jetzt also zwei verschiedene Gotteskindschaften.
Letztlich stehen die Erläuterungen von FuA aber konträr zur Eindeutigkeit des Katechismus. Ich könnte noch viele Beispiele hier anfügen, bei Interesse können Sie das aber auf meiner Hp nachlesen.

Ich unterstelle Ihnen persönlich tatsächliches Bemühen um ökumenische Beziehungen auf Augenhöhe, aber dazu müsste die NAK insgesamt erst einmal eine Stufe tiefer klettern. Die FuA deuten in diese Richtung, aber was macht der Rest? Sickert irgendetwas davon von oben nach unten durch? Ich lese nichts davon. Sie wissen besser, ob das im Kreis der Apostel und BezApostel wirklich Thema ist oder nur am Rand wahrgenommen wird. Von Stap Schneider kommen immer wieder sich widersprechende Äüßerungen. Und ganz unten, am Mittwoch Abend von Priester X, hört man immer noch das gleiche wie vor 20 Jahren, von Ausnahmen abgesehen, die aber vermehrt ihren Dienst quittieren, weil ihnen Steine in den Weg gelegt werden (klick). Das dürfte Ihnen vertrauter sein als mir. Bei dieser Sachlage sind die "Veränderungen" und der behauptete "Wandel" doch eher marginal. Oder sehe ich das falsch, weil mir etwas entgangen ist?

2.    Akzeptanz unter den ACK und EZW- Leuten über den "Wandlungs- und Öffnungsprozess" der NAK

Diese Problematik knüpft an die vorigen Ausführungen an. Diese Leute können doch auch lesen:
2.4.3 (...)  Die Kirche ist zum anderen apostolisch, weil in ihr das apostolische Amt in gegenwärtig wirkenden Aposteln geschichtliche Realisierung erfährt. … Sie ist dort am deutlichsten wahrnehmbar, wo das Apostelamt, die Spendung der drei Sakramente an Lebende und Tote sowie die rechte Wortverkündigung vorhanden sind. Dort ist das Erlösungswerk des Herrn  aufgerichtet, in dem die Braut Christi für die Hochzeit im Himmel bereitet wird.

2.4.3  Unter dem Begriff „Erlösungswerk des Herrn“ versteht man im Allgemeinen die Heilstat Jesu, die abgeschlossen ist. Wird dieser Begriff hier verwendet, ist damit der Teil der Kirche gemeint, in dem die Apostel wirken und jene Heilsgaben vermitteln, die der Bereitung der Erstlinge, der Braut Christi, dienen.

2.4.7 (...) Durch das Apostelamt und die dadurch bevollmächtigten Amtsträger wird die Gegenwart von Leib und Blut Christi in Brot und Wein ermöglicht…

7.6.6 Der Stammapostel ist oberste geistliche Autorität; ihm kommt im Kreis der Apostel die führende Stellung zu.… Es ist notwendig, dass die Apostel im Einssein mit ihm stehen: Nur auf diese Weise kann die dem Apostolat insgesamt obliegende Aufgabe erfüllt werden, Menschen das Heil zugänglich zu machen.

Hier steht letztlich unmissverständlich: Göttliches Heil ohne Anerkenntnis der Apostel ist nicht möglich.

Lesen die das nicht? Ignorieren sie diese Passagen oder wird das diskutiert, aber die Öffentlichkeit erfährt nichts. Das wäre wichtig, dies nach außen auch zu kommunizieren. Bislang entsteht nur der Eindruck eines verkumpelnden Gemauschels.
Bei nac-today stand neulich, das "wir die wahren Apostel haben!" Dem gegenüber stünde die Didache, die auch im Katechismus erwähnt wird. (klick hier - im Brief aber wörtlich zitiert)

Davon findet sich in der NAK aber auch gar nichts, was die Behauptung der "wahren Apostel" stützt.

Können Sie und Ihre Verhandlungspartner solche Aussagen und die alltägliche Predigtpraxis von oben bis unten tatsächlich einfach ausblenden und dennoch eine Gastmitgliedschaft im Bundes-ACK anstreben?
Ex-Apostel Seepers schrieb vor kurzem: "Es ist jetzt viel zu einfach zu billig zu sagen: ?Ja, jetzt ist alles anders. Sie reden über 20 oder längere Zeiten zurück. Das alles ist vorbei?. Meiner Erachtens muss die Kirche ihre Verantwortung nehmen und MEA CULPA zum Ausdruck bringen.
Nicht nur in Worte aber auch in der Tat! Und dass muss sowie die neue Katechismus implementiert worden in jeder Gemeinde. Das letzte gilt auch für das Öffnungsprozess!
"

Und Recht hat er, finde ich. Ohne die Vergangenheit ordentlich zu verarbeiten geht auch kein gerader und aufrechter Weg nach vorn. Dazu würde aber auch die Veröffentlichung des Forschungsberichtes zählen.

Herzlichen Dank jedenfalls, wenn Sie hier beim Lesen noch dabei sind.
Über eine Antwort würde ich mich freuen.

 

Am 22.07.2016 um 08:42 schrieb Kuehnle, Volker (eingestellt mit freundlicher Genehmigung)


Ihr Bekenntnis, dem Grunde nach eine ACK-Mitgliedschaft der NAK zu begrüßen, freut uns natürlich! In Abstimmung mit Bischof Johanning hier ein paar Gedanken zu Ihrer "Grundskepsis":

- Der Katechismus spiegelt das aufrichtige Bemühen unserer Kirche wieder, die Glaubensüberzeugung verbindlich darzulegen. Im Geleitwort betont Stammapostel Leber: "Das Buch bringt gemeinsame Glaubensüberzeugungen aller Christen zum Ausdruck. Daneben werden die Besonderheiten des neuapostolischen Glaubens entfaltet. Der Katechismus ist geschrieben aus dem Glauben und für Glaubende. Es sei betont, dass bei allen Auffassungsunterschieden die Neuapostolische Kirche anderen Kirchen mit ihren Lehraussagen große Wertschätzung entgegenbringt". Der Katechismus ist also ein Buch, das viele Möglichkeiten für den Dialog öffnet - und davon wurde zwischenzeitlich vielfach und intensiv Gebrauch gemacht. Und diese Möglichkeit hat in der interessierten christlichen Öffentlichkeit beachtliche, positive Resonanz gefunden!

- Beim Katechismus handelt es sich wahrlich nicht um "bloßes" Wording, sondern durch die in ihm beschriebenen Lehraussagen soll Denken und Handeln der neuapostolischen Gläubigen geprägt werden! Übrigens unterscheiden wir inhaltlich nicht - wie von Ihnen unterstellt - zwischen Gotteskindschaft und Kind Gottes! Dass wir aufgrund unserer Ausrichtung auf den wiederkommenden Christus als Bräutigam zur Heimholung der bereiteten Braut dem Apostelamt eine herausragende Bedeutung zumessen, ist zutreffend. Damit verbunden ist jedoch kein Ausschluss vom Heil für jene, die das Apostelamt nicht anerkennen. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auf den Extrakt nach Kapitel 6.5:

    "In ihrer geschichtlichen Verwirklichung wird die Kirche Christi der Einheit, Heiligkeit, Allgemeinheit und Apostolizität nicht völlig gerecht. (6.5) Kirche Christi tritt dort am deutlichsten zutage, wo das Apostelamt,  die Spendung der drei Sakramente an Lebende und Tote sowie die rechte Wortverkündigung vorhanden sind. Dort ist das Erlösungswerk des Herrn aufgerichtet, in dem die Braut Christi für die Hochzeit im     Himmel vorbereitet wird. (6.5) Verbindende Elemente zwischen den einzelnen christlichen Kirchen sind die Taufe, das Bekenntnis zu Jesus Christus und der Glaube an ihn. Durch die Getauften, die ihres     Glaubens leben, wird Kirche als Gemeinschaft des Glaubens, der Hoffnung und der Liebe erfahrbar. Insofern ist Kirche Christi auch in den Kirchen sichtbar, in denen Einheit, Heiligkeit, Allgemeinheit und Apostolizität auf unterschiedliche Weise und in unterschiedlichem Umfang vorhanden sind. (6.5)"

Die Erläuterung zu F&A 530 nimmt diese Gedanken auf und beschreibt den Begriff Gotteskind in der umfassenderen Bedeutung aus unserer Sicht.
 
- Der Katechismus spricht übrigens an keiner Stelle davon, dass außerhalb des Apostelsamts Heil nicht möglich sei - er präzisiert jedoch unser Verständnis vom Heilsplan Gottes in seinen unterschiedlichen Heilsperioden. Über Heil - also die ewige Gemeinschaft mit Gott - entscheidet letztlich Gott im Endgericht (KNK 10.6). Das Wirken der Apostel ist immer in Bezug auf den wiederkommenden Christus als Bräutigam zu sehen - dafür haben sind sie als Botschafter an Christi statt "vermittelnde Vermittler".

Nachbemerkung DS: Man darf gespannt sein, wie die Anmerkung Kühnles,"Beim Katechismus handelt es sich wahrlich nicht um "bloßes" Wording, sondern durch die in ihm beschriebenen Lehraussagen soll Denken und Handeln der neuapostolischen Gläubigen geprägt werden", wirklich aktiv in die Tat umgesetzt werden wird. In der Führungsriege der NAK sollte jedenfalls zuerst damit vorbildhaft begonnen werden - wobei wir hier allerdings schon sofort bei gravierenden Problemen sind. Aber gerade deswegen begrüße ich auch den Eintritt der NAK in örtliche oder regionale ACK-Gastmitgliedschaften, weil durch die Begegnungen vor Ort "Wandel und Öffnung" beeinflusst werden können oder sogar müssen, auch im Kreis der Amtsträger. In wieweit das auch auf eine zukünftige Mitgliedschaft der NAK im Bundes-ACK zutrifft wird sich zeigen und ist auch abhängig von der leider oft zweifelhaften Kompetenz der Gesprächspartner bzw. ihrem nicht ernsthaft erkennbaren Willen zur streitbaren Auseinandersetzung. Man wird sehen, die kritische "Grundskepsis" bleibt vorerst, denn ...

Der Worte sind genug gewechselt,
Laßt mich auch endlich Taten sehn!
Indes ihr Komplimente drechselt,
Kann etwas Nützliches geschehn.

Was heute nicht geschieht, ist morgen nicht getan,
Und keinen Tag soll man verpassen,
Das Mögliche soll der Entschluß
Beherzt sogleich beim Schopfe fassen,
Er will es dann nicht fahren lassen
Und wirket weiter, weil er muß.

(Goethe im Faust)

Notabene: Gotteskinder (oder Gottes Kinder?) und Heil – Fehlversuch einer Klärung

Ap. Kühnle stellt im Schreiben an mich klar:“ Übrigens unterscheiden wir inhaltlich nicht - wie von Ihnen unterstellt - zwischen Gotteskindschaft und Kind Gottes! Dass wir aufgrund unserer Ausrichtung auf den wiederkommenden Christus als Bräutigam zur Heimholung der bereiteten Braut dem Apostelamt eine herausragende Bedeutung zumessen, ist zutreffend. Damit verbunden ist jedoch kein Ausschluss vom Heil für jene, die das Apostelamt nicht anerkennen.“

Das ist einerseits tatsächlich kompatibel mit den FuA:

562 Wer zählt zur "Brautgemeinde"?
(…) Das Bild von der „reinen Jungfrau“ verweist auf die „Braut“ (Offenbarung 19,7). Wer dazu zählt und mit Jesus Christus vereinigt wird, zeigt sich erst bei der Wiederkunft Christi.

561 Wer wird bei der Wiederkunft Christi entrückt?
(…) Ob darüber hinaus Gott Anderen die Gnade der Entrückung zuteilwerden lässt, entzieht sich menschlicher Beurteilung und unterliegt der Entscheidung Gottes.

Andererseits bleibt die Aussage im Widerspruch zu den im Folgenden genannten unterschiedlichen Aspekten der Gotteskindschaft  in FuA (und nicht von mir unterstellt; siehe dazu auch einen aktuellen Kommentar von FC Schlangen!):

530 Der Begriff „Gotteskind“ hat unterschiedliche Aspekte:

  • Jeder Mensch ist ein Kind Gottes, denn er ist von Gott erschaffen und darf daher den Allmächtigen „Vater“ nennen.
  • (…)
  • Darüber hinaus ist mit „Gotteskindschaft“ jene Situation vor Gott gemeint, die durch den Empfang aller Sakramente, durch den Glauben und die Ausrichtung des Lebens auf die Wiederkunft Christi gekennzeichnet ist. Erlangt wird die Gotteskindschaft durch die Wiedergeburt aus Wasser und Geist. Den Wiedergeborenen ist als „Kindern Gottes“ verheißen, Erben des Allerhöchsten zu werden.

Was aber sind die „Erben des Allerhöchsten“?

Vgl. Epheser 1,10f: Er hat beschlossen, die Fülle der Zeiten heraufzuführen, / in Christus alles zu vereinen, alles, was im Himmel und auf Erden ist. Durch ihn sind wir auch als Erben vorherbestimmt und eingesetzt / nach dem Plan dessen, der alles so verwirklicht, / wie er es in seinem Willen beschließt;

Oder Römer 8, 15 ff: Ihr habt einen kindlichen Geist empfangen, durch den wir rufen: Abba, lieber Vater! Der Geist selbst gibt Zeugnis unserm Geist, dass wir Gottes Kinder sind. Sind wir aber Kinder, so sind wir auch Erben, nämlich Gottes Erben und Miterben Christi

Hmm, von Gottes Kindern ist hier nun so wie oben unter dem ersten Punkt die Rede, aber nicht von Gotteskindern wie unter dem letzten Punkt und auch nicht von einer „Braut des Herrn“ oder gar vom wiederkommenden Jesus.

Ach ja, dann fehlen ja noch die "Kirche Christi" und das Erlösungswerk und wer hier nun dabei ist. Stap Schneider klärte auf:

"Dann gibt es neuapostolische Christen, die gehören zur Kirche Christi, aber vielleicht nicht zum Erlösungswerk Gottes:

- Sie glauben an Jesus Christus,

- setzen das Evangelium um,

- aber die Vorbereitung auf den Tag des Herrn ist nicht so ausgeprägt.

Das sind die Christen, die am Tag des Herrn nicht dabei sein werden, aber zum Sonnenfrau gehören. Dann gibt es neuapostolische Christen, die gehören nicht einmal zur Kirche Christi, weil sie nicht nach dem Evangelium leben. Deshalb können wir nicht sagen: Die neuapostolische Kirche ist die Kirche Christi; denn ein neuapostolischer Christ kann außerhalb der Kirche Christi sein, er kann in der Kirche Christi sein, und er kann innerhalb der Kirche Christi im Erlösungswerk Gottes sein. Das ist der Unterschied zwischen der Institution und der Kirche Christi. (Zitat Ende)

Also zumindest für mich sind da theologisch also durchaus noch einige Fragen offen und harren der Klärung. Bis soweit  aber bleiben die Aussagen, nimmt man sie alle zusammen, leider noch inkongruent und widersprüchlich. Worüber predigt zur Zeit nun eigentlich ein kleiner Priester am Mittwochabend, wenn von dem Thema die Rede ist?? Durch Katechismus und FuA (ja was von beidem nun eigentlich?) sollen ja laut Kühnle in den" beschriebenen Lehraussagen  Denken und Handeln der neuapostolischen Gläubigen geprägt werden!"

Warten wir es ab, wohin das gegenseitige Ökumenisieren die jetzige Babylonische Sprachverwirrung noch führt. Die Grund der Verwirrung war übrigens die Selbstüberhebung aller am Turmbau Beteiligten. Was Stap Schneider relevant zum Thema Gotteskinder zu sagen hat, finden Sie in den folgenden Zitaten:

25.7.2016 Zitate von Stap Schneider aus wörtlichen Mitschriften der Predigten zum Thema „Gotteskind“ (wichtige Passagen kursiv):

29.08.2015 Vanadzor, Armenien: Wir brauchen als Gotteskinder nicht auf das Jüngste Gericht zu warten. Wir warten auf das Wiederkommen des Herrn. Da wird es einen ganz großen Unterschied geben:
Die vom Herrn angenommen werden, wird er dann schon gerecht machen. Sie dürfen dann als Braut wie Christus ewig wohnen; sie brauchen gar nicht zu warten bis zum Endgericht, dann schon können sie bei Christus wohnen.
Das wird aber ein Loblied sein, wenn wir beim Herrn Jesus sein dürfen! Nach dem Tag des Herrn, nach der Hochzeit im Himmel werden wir dem Herrn dienen, als das königliche Priestertum werden wir dem Herrn helfen, damit alle Menschen Jesus finden können. Das ist ein
gewaltiger Unterschied zwischen der Braut, die beim Herrn ist und dem Herrn dient und allen anderen. Ich kann euch nur versichern: Es lohnt sich wirklich, ein Christ zu sein, es lohnt sich wirklich, ein treues Gotteskind zu sein.

28.10.2015 Rio de Janeiro/Brasilien: Das Wirken der Apostel auf der Erde ist das Zeichen, dass wir noch Gelegenheit haben, das Evangelium zu verkündigen und zu wirken. Noch ist es möglich - und es ist auch der Wille Gottes - dass Menschen Gotteskinder werden. So lange Apostel auf der Erde wirken, wird das so sein.

15.11.2015 Zwickau: Gott hat uns erwählt und wir durften durch die Apostel die Sakramente empfangen. Wir dürfen durch die Apostel das Wort Gottes, die Offenbarung des Heiligen Geistes in seiner ganzen Klarheit empfangen. Das ist eine besondere Gnade. Wir dürfen Gotteskinder sein, wir dürfen den Aposteln nachfolgen und durch die Apostelwerden wir vorbereitet auf das Kommen des Herrn. Das ist eine besondere Gnade, die „Gnade der Erwählung zum Gotteskind“, zumwiedergeborenen Christen. Und wir setzen unsere Hoffnung, unser Vertrauen ganz auf diese Gnade und wie der alte Apostel gesagt hat, was Gott begonnen hat, dasWerk, das er begonnen hat, das wird er auch vollenden.Gott hat uns erwählt, damit wir die Möglichkeit haben Erstlinge in seinem Reichzu werden. Das hat er mit uns angefangen und dafür gibt er uns sein Wort, dafür gibt er uns die Sakramente durch die Apostel, damit wir darauf vorbereitet werden und Erstlinge werden können im Reiche Gottes.

20.02.2016 Lubango Angola :  Er hat dich erwählt und erlöst, er hat sein Werk aufgebaut, es sind schöne Gemeinden entstanden, und Gottes Kinder werden in großer Zahl auf das Kommen des Herrn vorbereitet.  (…)  Einzelgänger kommen nicht ins Himmelreich. Wer so ganz allein und nur mit Gott in den Himmel will, kommt nicht hinein. Wir brauchen die Gemeinschaft der Gotteskinder, einer braucht den anderen.

Sonntag, 08. Mai 2016 Aneby, Schweden: Jesus  hat die Kirche gestiftet, er hat sie gebaut auf dem Felsen, er hat das Apostelamt gegeben und er, der Allmächtige, will die Kirche vollenden. Da brauchen wir nie Sorge zu haben. Was er angefangen hat, wird er auch vollenden. Er hat den Aposteln versprochen, ich werde mit euch sein, alle Tage. Er wird dafür sorgen, dass die Apostel ihren Auftrag bis zum Ende erfüllen können. Er will dafür sorgen, dass die Kirche vollendet wird.  Er ist der Anfang und das Ende. Das betrifft auch uns ganz persönlich. Er hat uns erwählt. Ich bin der Anfang. Er hat seinen Jüngern gesagt, ihr habt mich nicht erwählt, ich habe euch erwählt. Es ist seine Entscheidung, dass wir Jesus Christus kennen dürfen. Es ist seine Entscheidung, dass wir Gotteskinder sein dürfen.

13.03.2016 in Albisrieden (Schweiz): Gott hat uns erwählt, wozu denn? Er hat uns erwählt um mit ihm eine besondere Beziehung zu haben, wir sind Kinder Gottes als eine ganz intime starke Beziehung Gottes Vater und Kind, stärker geht es gar nicht. Wir sind erwählt um Gottes Kinder zu sein und wir sind erwählt um Miterbe Christi zu sein. (…)  So, jetzt haben wir diese Erwählung, wir haben diese besondere Beziehung zu Gott, Gotteskindschaft, wir haben diese Zusage Miterbe Christi sein zu können.  Noch einmal, das Erste, was wir machen müssen: Wir müssen daran glauben, (…) Was die Menschen mitmachen müssen, müssen die Gotteskinder auch mitmachen. Also, man muss schon an die Erwählung glauben.

Für diese Erwählung sagt uns Gott, da gibt es auch Zeichen dafür. Was sind denn das für Zeichen?

Das erste Zeichen ist auch ein ganz Persönliches, ein intimes Zeichen, das ist das Siegel der Gotteskindschaft, weil wir das nicht sehen. Der liebe Gott hat uns durch die Wiedergeburt aus Wasser und Geist, durch die Heilige Versiegelung das Siegel Gottes gegeben, das heißt: Du gehörst mir! Das ist die Bedeutung des Siegels. Gott hat uns durch die Heilige Versiegelung versiegelt, dass wir wissen: Du gehörst mir! Und Paulus sagt so schön: Der Heilige Geist gibt unserem Geist immer wieder Zeugnis, dass wir Gotteskinder sind. Das ist dieses Siegel, das ist ganz persönlich, das geschieht nicht irgendwo, das geschieht hier. Der Heilige Geist sagt uns immer wieder: Du, du bist ein Gotteskind, vergiss es nicht.

(Anmerkung: Zitat aus dem Gebet für die Gestorbenen:)

Kommt alle ihr Wassergetauften, die Jesus Christus suchen und finden im Werk der Erlösung wo die lebenden Apostel wirken. Kommt alle und empfängt nun, was ich hineinlege in die Hände und Herzen dieser Männer Gottes: Der Leib und das Blut Jesu ist für euch gegeben zu ewigen Freude, zur vollkommenen Gemeinschaft mit Jesus Christus und zur ewigen Gemeinschaft mit Gott und mit uns, wenn der Herr uns zu sich ruft.

15.05.2016 (Pfingsten) in Frankfurt, Main: Ja klar, wir sind ja Gotteskinder geworden, um am Tag des Herrn dabei zu sein, um mit dem Herrn als Braut Christi in sein Reich einzugehen.

12.06.2016 Metz: Gott tötet nicht die Menschen, die nicht so denken wie er. Der Mensch ist frei zu denken so wie er will. Gott tötet auch nicht diejenige, die anderer Meinung sind wie er. Er lässt alle leben. Auch wenn in der Kirche manche nicht mit ihm einig sind, lässt er sie dennoch leben. Es ist aber eine Prüfung. Er will sehen, ob wir imstande sind, fest zu bleiben, und wir können unsere Beständigkeit beweisen indem wir sagen: Ich und mein Haus wollen dem Herrn dienen und ihm treu bleiben. Tun wir nicht also, dann lassen wir uns anstecken durch Gedanken die nicht dem Willen Gottes entspringen, und das Ergebnis ist bald sichtbar: Wir werden nicht mehr glücklich im Schoss der Gemeinde und unser Glaube kann sich nicht mehr entfalten.
Dies sind die Versuchungen, die Gott zugelassen hatte um sein Volk zu prüfen.
Er will dadurch einem jeglichen erlauben, in der Dankbarkeit zu wachsen, seinen Reifezustand zu beweisen, ebenso seine Geduld, sein Vertrauen und seine Beständigkeit.

19.06.2016 in Hannover:  Wir danken dem Herrn, dass er gekommen ist, um für uns zu sterben, wir danken ihm, dass er kommt und ist in der Mitte der Gemeinschaft der Gotteskinder, und wir danken ihm, dass er kommt, um uns zu sich zu holen.

10.07.2016 Tirana, Albanien: Ja, wir sind neuapostolische Christen, wir gehen in den Gottesdienst. Noch einmal: Wir wollen uns nicht entmutigen lassen. Wir wollen das Evangelium verkündigen. Es geht nicht darum, Artikel in der Zeitung zu schreiben, sondern positiv aufzufallen im täglichen Leben und durch unseren Gottesdienstbesuch darauf aufmerksam zu machen: Schau mal, die gehen da hin. Nur wenn wir den Gottesdienst besuchen, sind wir glaubwürdig. So wollen wir unseren Glauben weitertragen, und das Unmögliche wird möglich. Wir werden noch Seelen finden. Das ist kein Versprechen des Leiters der Neuapostolischen Kirche, das hat der Sohn Gottes gesagt, und daran glauben wir.

 

21.7.2016 Ökumenische Perspektiven in Reutlingen mit Apostel Kühnle

Zitat: Was erwarten kleinere Kirchen und Gemeinden von der Evangelischen Landeskirche und der römisch-katholischen Kirche in Reutlingen?

(…) Habhaft und handfest soll es schließlich am dritten Abend der Sommerakademie-Reihe am Donnerstag, 28. Juli, um 20 Uhr werden. Hier gibt es von den ACK-Mitgliedern in Reutlingen Kurzdarstellungen, wie es zur Gründung der eigenen Kirche oder Gemeinschaft kam, wie sie es mit der ökumenischen Zusammenarbeit halten und was sie voneinander erwarten. (…) Ebenso geladen sind die Freikirche der Siebenten-Tags-Adventisten und in einem angestrebten Gaststatus die Neuapostolische Kirche.

Die Abende in der Citykirche, Beginn jeweils um 20 Uhr. Flyerdownload)  /  Artikel lesen

Sollte jemand hingehen, bitte berichten ...

 

19.7. 2016 Wer gehört zur Kirche Christi? Wirre Ausführungen von Stap Schneider (2013)

Quelle: Neuapostolische Kirche Nordrhein Westfalen  Anlage zum Monatsrundschreiben 10/2013 - Auszug aus der Ämterzusammenkunft mit Stammapostel Schneider am 10. Juni 2013 in Luanda, Angola

Stammapostel: Die Kirche Christi, so sagte der Bezirksapostel mit Recht, ist die Versammlung der Getauften, die an Jesus Christus glauben und ihn bekennen. Deshalb sagt man: Einen Teil der Kirche Christi kann man gar nicht sehen, sie ist unsichtbar.

Um zur Kirche Christi zu gehören kommt es nicht nur auf eine Unterschrift, einen Akt, an. Wir können wissen wer getauft ist, das können wir herausfinden. Wir können aber den Glauben nicht messen, auch das Bekennen nicht. Das weiß nur der liebe Gott.

Wer zur Kirche Christi gehört sind die,

- die getauft sind

- wirklich glauben und

- Jesus Christus als ihren Herrn wahrhaftig bekennen.

Man kann das in der Versammlung nicht sehen: Man weiß nicht: Gehört er hinein oder nicht? Man kann das nicht sehen, aber wir wissen: Das gibt es. Es ist wohl unsichtbar, aber dennoch Realität. Die Kirche Christi kann man dann nicht vergleichen mit der Institution „Neuapostolische Kirche“ mit ihren Statuten. Es gibt Geschwister, die sind getauft und versiegelt, sind neuapostolisch. Aber sie leben nicht nach dem Evangelium und bekennen nicht den Herrn im täglichen Leben. Es gibt auch Christen anderer Konfessionen, die sind getauft; aber sie leben nicht nach dem Evangelium. Sie gehören also nicht zur Kirche Christi. Aber das kann der Mensch nicht entscheiden, dass weiß nur der Herr. Wir sehen nur die Institution „Neuapostolische Kirche“. Die Institution ist das eine. In dieser Institution gibt es Christen, die gehören zur Kirche Christi. Aber wir können nicht entscheiden: Der gehört dazu, der nicht.

Es gibt drei Bedingungen, und wir können nur eine sehen: rite getauft oder nicht. Deshalb ist es auch nicht ganz richtig, wenn wir sagen: Die neuapostolische Kirche ist Teil der Kirche Christi. Innerhalb der neuapostolischen Kirche gibt es Christen, die gehören zur Kirche Christi.

Innerhalb der Kirche Christi gibt es das Erlösungswerk Gottes, das von Aposteln geleitet wird. Die Seelen werden vorbereitet auf den Tag des Herrn. Um zum Erlösungswerk Gottes zu gehören, muss man nicht nur getauft, sondern auch versiegelt sein, und man muss nicht nur ein guter Christ sein, also nach dem Evangelium leben, Jesus Christus bekennen, sondern auch eine neue Kreatur in Christus werden und sich auf den Tag des Herrn vorbereiten lassen. Wir können nicht sehen, wer zum Erlösungswerk Gottes eigentlich dazugehört oder wer zur Braut gehören wird. Das weiß nur der liebe Gott, und das ist auch gut so. Also:

Auch das Erlösungswerk Gottes ist nicht die neuapostolische Kirche. Es gab die Seelen der ersten Christen. Sie waren getauft und versiegelt, gehörten zum Erlösungswerk Gottes. Bei den ersten englischen Aposteln waren Geschwister, die gehörten zum Erlösungswerk Gottes. Und in der heutigen Zeit gibt es Gotteskinder, die gehören zum Erlösungswerk Gottes.

Wenn ich neuapostolische Christen sehe, dann gibt es welche von ihnen, die gehören zur Kirche Christi, zum Erlösungswerk Gottes und zur Braut des Herrn.

- Sie sind getauft,

- versiegelt,

- bereiten sich vor auf den Tag des Herrn.

Dann gibt es neuapostolische Christen, die gehören zur Kirche Christi, aber vielleicht nicht zum Erlösungswerk Gottes:

- Sie glauben an Jesus Christus,

- setzen das Evangelium um,

- aber die Vorbereitung auf den Tag des Herrn ist nicht so ausgeprägt.

Das sind die Christen, die am Tag des Herrn nicht dabei sein werden, aber zum Sonnenfrau gehören. Dann gibt es neuapostolische Christen, die gehören nicht einmal zur Kirche Christi, weil sie nicht nach dem Evangelium leben. Deshalb können wir nicht sagen: Die neuapostolische Kirche ist die Kirche Christi; denn ein neuapostolischer Christ kann außerhalb der Kirche Christi sein, er kann in der Kirche Christi sein, und er kann innerhalb der Kirche Christi im Erlösungswerk Gottes sein. Das ist der Unterschied zwischen der Institution und der Kirche Christi.

 

15.7.2016 Vom Christen zum Gotteskind ? - Nachträgliche Berichtskorrektur der NAK-Süd

Zufällig bin auf einen Kommentar von mir zu einem Funkschmidtartikel  zur Frage „NAK – Ökumene“  gestoßen, in dem ich u.a. am 9.5. 2015 einen Artikel der NAK Süd aus 2013 zitierte. Dort hieß es im Schlusssatz: „Vier Seelen empfingen das heilige Sakrament der Geistestaufe und wurden somit vom Christen zum Gotteskind."

Auch auf meiner HP hatte ich dieses Originalzitat vollständig eingestellt:

"Am Sonntag, dem 15.12.13, leitete Apostel Prause den Gottesdienst mit dem Textwort aus Sprüche 10,28 ein: "Das Warten der Gerechten wird Freude werden; aber der Gottlosen Hoffnung wird verloren sein."

Gedanken aus dem Gottesdienst:
Zeit der Vorbereitung - je mehr sie genutzt wird, um so größer kann Freude sein.
Vorbereitung geschieht durch Wort und Sakrament.
Die zehn Jungfrauen haben sich alle vorbereitet – aber nur fünf waren bereit.

In diesem Gottesdienst, zu dem auch die Kirchengemeinde Naila eingeladen war, empfingen vier Seelen das heilige Sakrament der Geistestaufe und wurden somit vom Christen zum Gotteskind."

Diesen Schlusssatz hat die NAK-Süd nun selbst zensiert und gestrichen! Heute heißt es dort im Artikel nur noch: „ In diesem Gottesdienst, zu dem auch die Kirchengemeinde Naila eingeladen war, empfingen vier Seelen das heilige Sakrament der Geistestaufe.“ (Bericht NAK Süddeutschland / Hof heute)

Der „Große Bruder“ von Orwell lässt angesichts dieser eigenen Berichtskorrektur durch die „Kontrolle der Vergangenheit“ grüßen!

Ist das wiederum nur Wording, also eine sprachliche Anpassung für eine "geschickte und professionelle Öffentlichkeitsarbeit" (Gandow) , oder wird aus heutiger Sicht aus einem Christen durch die Versiegelung tatsächlich kein Gotteskind mehr? Dann wäre die Streichung begrüßenswert! Die Antwort wird im Katechismus  aber deutlich gegeben:

"Durch die Heilige Wassertaufe gelangt der Mensch in ein erstes Näheverhältnis zu Gott — er wird ein Christ und gehört durch seinen Glauben und sein Bekenntnis zu Christus der Kirche an (siehe 8.1). Durch die Heilige Versiegelung schenkt Gott dem Getauften die Gabe des Heiligen Geistes. Beide Sakramente gemeinsam bilden die Wiedergeburt aus Wasser und Geist. Durch sie erlangt der Mensch die Gotteskindschaft ... (siehe 8.3)."

Also ist diese Änderung im Artikel reines Wording aus Propagandagründen! Trotz Streichung, es bleibt dabei: Nur Neuapostolische sind Gotteskinder!

Aktualisierung 18.7.2016

Auf Anfrage beim Kirchensprecher Johanning, ob Christen auch Gotteskinder sind,  verwies dieser mich auf die neuen "Fragen und Antorten. Dort heißt es in 530:

"Der Begriff „Gotteskind“ hat unterschiedliche Aspekte:

  • Jeder Mensch ist ein Kind Gottes, denn er ist von Gott erschaffen und darf daher den Allmächtigen „Vater“ nennen.
  • In alttestamentlicher Zeit sorgte Gott wie ein Vater für das Volk Israel. So wird Israel „Gottes erstgeborener Sohn“ genannt (vgl. 2. Mose 4,22.23). Israel steht also in einem Kindschaftsverhältnis zu Gott. Als Jesus in der Bergpredigt zu den Juden sprach, bezeichnete er Gott auch als ihren „Vater im Himmel“.
  • Uns Christen ist das Vaterunser gegeben, und wir wenden uns in diesem Gebet vertrauensvoll an Gott, unseren Vater.
  • Darüber hinaus ist mit „Gotteskindschaft“ jene Situation vor Gott gemeint, die durch den Empfang aller Sakramente, durch den Glauben und die Ausrichtung des Lebens auf die Wiederkunft Christi gekennzeichnet ist. Erlangt wird die Gotteskindschaft durch die Wiedergeburt aus Wasser und Geist. Den Wiedergeborenen ist als „Kindern Gottes“ verheißen, Erben des Allerhöchsten zu werden."

Der orwellsche Bezug wird durch die doppelzüngige Umdeutung (= Zwiedenken) von "Kind Gottes" im Allgemeinen zu "Gotteskind" der NAK im Speziellen im Sinne des  Neusprechs noch deutlicher. Mich erinnert das an meinen evangelischen Religionslehrer, der mir 1970 sagte:"Neuapostolische Christen sind die mit dem doppelten Sicherheitsgurt. Klappt das nicht mit der 1. Auferstehung, bleibt immer noch der normale Christ am Tag des Jüngsten Gerichtes!"

13.7.2016 Neue Ökumeneseite bei canities

Auch F-C Schlangen hat sich entschlossen, zum Theme NAK-Ökumene eine neue Unterseite aufzumachen. Begründung: "Wir werden auf den folgenden Unterseiten nach und nach jede einzelne Publikation der NAK zu ihrer Kirchlehre auseinandernehmen und anhand des NAK-Katechismus das Wording, die Lügen der NAK-Granden offenlegen. - Auch diejenige aus dem vorstehenden Zitat! Viel Lesestoff? Ja… so nach und nach wird da wieder eine Menge Lesestoff zusammenkommen.  – Das ist aber leider so, wenn man Lügner überführen will. Die NAK macht es sich leicht… Sie behauptet einfach etwas. Um aber nachzuweisen, dass es sich bei diesen Behauptungen um keine wahren Tatsachen handelt, braucht es hieb- und stichfeste Argumente und Beweise…"

Ferner heißt es im Artikel "Warum diese neue Rubrik?":  "Dazu gehört aber auch, dass die NAK gegenüber ihren Mitgliedern klar äußert, was früher falsch gelehrt wurde, wie es zu der Falschlehre kommen konnte und wie die Lehre korrekt lauten muss.

Und es gehört dazu, dass die NAK die Opfer der Falschlehren, die Gläubigen der entsprechenden Generation (und davon leben noch viel mehr, als von den Opfern der Botschaftszeit!) um Verzeihung bittet und eine angemessene Wiedergutmachungs-Regelung findet! Nicht wenige Opfer der NAK-Irrlehren sind noch heute in psychiatrischer bzw. psychotherapeutischer Behandlung, nicht wenige Opfer der NAK-Irrlehren haben sich durch diese Sekte zu verkrachten Existenzen entwickelt.

Durch ein wenig Wording und Bla-Bla-Bla kann man das nicht ungeschehen machen, Herr Johanning! - Wenn die NAK diese Auswüchse hinter sich lassen will, muss sie diese aufarbeiten! – Und anders als bei der Botschafts-Story muss eine ehrliche und rückhaltlose Aufarbeitung erfolgen!"

Schön, dass eine weitere Stimme über diese Missstände geradeheraus aufklärt!

15.7. Neuer Artikel bei canities : Selbstdarstellung mit Unwahrheiten (wie die NAK wahrgenommen werden will)

Zitat:"

Die sich selbst attestierte Ökumenetauglichkeit als Schritt heraus aus der Sektenecke ist eine weitere Maßnahme um das NAK-Sterben aufzuhalten. – Und diese Ökumenetauglichkeit soll in der Imagebroschüre ebenfalls dargestellt werden.

Zusammengefasst: Die Imagebroschüre muss nicht der Wahrheit entsprechen, sondern soll die NAKn so zeigen, wie sie möchten, dass die Menschen meinen, dass sie sei… ;-)

Folgerichtig enthält diese Imagebroschüre nicht nur wahre Tatsachenbehauptungen, sondern auch Halbwahrheiten und ganze Lügen, wie wir sehen werden.

Ich habe die in meinen Augen auffälligsten Abweichungen von den Tatsachen auf den entsprechenden Seiten der Broschüre markiert und kommentiert und werde diese kommentierten Seiten als Bilddateien hier veröffentlichten und ergänzende Erklärungen dazu abgeben."

Man sollte diesen ausführlichen und sachlichen Artikel unbedingt lesen: Klick zum Artikel

6.7.2016  NAK in der ACK Mecklenburg-Vorpommern­- Zitate aus dem Artikel der NAK Nord-Ost (Quelle)

Zitat: Im Rahmen ihrer Sitzung am Freitag, 24. Juni 2016 in Zerrenthin hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern (ACK MV) die Neuapostolische Kirche (NAK) als Gastmitglied in ihre Reihen aufgenommen. (…) Von Seiten der NAK wird eine Ökumene im Sinne einer „versöhnten Verschiedenheit“ angestrebt.

Bezirksapostel Krause im Antrag auf Gastmitgliedschaft an die ACK: Seit vielen Jahren durchlebt die Neuapostolische Kirche aktiv einen Veränderungs- und Öffnungsprozess. (…) Wir sehen uns als Teil der christlichen Familie und möchten dazu beitragen, die frohe Botschaft Jesu Christi in die Welt zu tragen. (…) Der Glaube an Jesus Christus als den Mensch gewordenen Gott, sein Opfer als Beginn unseres Weges zurück in die ewige Gemeinschaft mit Gott, die Taufe auf den Herrn Jesus Christus und sein Bekenntnis teilen wir sehr gerne mit allen unseren Mitchristen.“

Apostel Jörg Steinbrenner, der die NAK in Zerrenthin vertrat: „Wir freuen uns über die Möglichkeit, als apostolische Stimme die Botschaft vom wiederkommenden Herrn in der gesamten Kirche Christi freudig zu bezeugen.“ Zitat Ende

Zum Stichwort „Ökumene“ heißt es auf der Homepage:Die Neuapostolische Kirche ist sich ihrer Aufgabe innerhalb der Christenheit bewusst und steht der ökumenischen Bewegung offen gegenüber.  Das Leitmotiv lautet: Einheit in versöhnter Verschiedenheit unter Wahrung der Identität der jeweiligen Kirche. Alle ökumenischen Kontakte haben stets Jesus als Mittler und Zentrum vor Augen.“

4.7. 2016 NAK erstmals Gastmitglied in der regionalen ACK Mecklenburg-Vorpommern

Egal, was in der NAK gepredigt wird und wie schädlich ihre missbräuchlichen Strukturen sind, nun ist der Anfang gemacht, nachdem in über 20 Orten die NAK bereits Gastmitglied in lokalen ACKs ist:

Zitat vom 4.7. 16:"Während ihrer Mitgliederversammlung am 24. Juni in Zerrenthin hat die Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in Mecklenburg-Vorpommern (ACK MV) die Neuapostolische Kirche (NAK) als Gastmitglied aufgenommen. Damit entsprach die ACK MV einem entsprechenden Antrag der NAK Norddeutschland vom 31. März 2016. Die ACK MV ist die erste regionale ACK in Deutschland, die der Neuapostolischen Kirche die Gastmitgliedschaft ermöglicht. (...) Die NAK wird künftig von Evangelist Eckard Bendig (Gadebusch) und Priester Sebastian Dzikus (Schwerin) in den Sitzungen der ACK MV vertreten.

Leitender Geistlicher der Neuapostolischen Kirche in Nord- und Ostdeutschland, zu der auch der Bereich Mecklenburg-Vorpommern gehört, ist Apostel Jörg Steinbrenner. In Mecklenburg-Vorpommern ist die NAK in die sechs Kirchenbezirke Pasewalk, Stralsund, Neubrandenburg, Rostock, Güstrow und Schwerin gegliedert. Dazu gehören 36 Gemeinden mit rund 6.000 neuapostolischen Christen. Im gesamten Bundesgebiet hat die NAK 345.000 Mitglieder, weltweit sind es 8,8 Millionen."(Quelle)

Und immer wieder tönt unreflektiert die gleiche, verabredete Begründung:"In den vergangenen Jahren habe sich in der NAK ein bemerkenswerter Wandlungs- und Öffnungsprozess vollzogen, heisst es in dem Text (Orientierungshilfe 2015). Grundlage sei der im Jahr 2012 veröffentlichte Katechismus der Neuapostolischen Kirche. Er stelle erstmals systematisch und umfassend den neuapostolischen Glauben verbindlich dar und zeige eine ökumenische Öffnung."

4.7. 2016 „Das Fazit: „Wir glauben an die wahren Apostel Christi.Stap Schneider am 6. April 2016 in Pucallpa - Sind auch falsche Apostel ökumenefähig?

Sie kassieren  5- und 6-stellige Gehälter, fahren Luxusautos, fliegen immer 1. Klasse, wohnen in Supersuiten in Superhotels, und beziehen nach Dienstende eine Riesenpension. Sie lassen sich hofieren, pflegen ihre Hybris und spielen gnadenlos ihre Macht aus. Nach ihnen der Kollaps?! – Auch egal!

Wer hier gemeint ist? Nein, von Bankenfürsten oder Börsenhaien ist hier mal nicht die Rede sondern von denen, die sich in der Neuapostolischen Kirche Stammapostel, Bezirksapostel und Apostel nennen oder andere, höhere Amtsgrade einnehmen. Als Apostel fühlen sie sich von Gott und Jesus direkt berufen und autorisiert und fordern demzufolge die unbedingte Nachfolge ihrer Lehre, die sie als reine Jesulehre verstanden wissen wollen, von den Mitgliedern der NAK ein. Sie behaupten ihrem Selbstverständnis nach, nach fast 2000 Jahren apostelloser Zeit die Fortsetzung der ersten christlichen Gemeinde (Urkirche) und damit die eigentliche „Kirche Christi“ und sein „Erlösungswerk“ zu sein. Ein Artikel bei nac-today vom 20.6.2016 bestätigt erneut diese exklusivistische Grundhaltung, wie das folgende Zitat aus dem Artikel unter der Überschrift „Wahre Apostel? – Die Gemeinde beweist es“ deutlich belegt:

„Ihr habt wahre Apostel? Wie könnt ihr da sicher sein? Es ist der Stammapostel selbst, der Fragen wie diese aufwirft. (…)  „Warum sagt ihr, dass ihr lebende Apostel habt? Könnt ihr das beweisen? Wie könnt ihr sicher sein, dass sie wahre Apostel sind?“ Solche Fragen zitierte Stammapostel Jean-Luc Schneider eingangs seiner Predigt. „Die Kirche, die Gemeinde, die Gotteskinder“ – das „ist der Beweis, dass die Apostel als Apostel wirken“. (…)

Das Fazit: „Wir glauben an die wahren Apostel Christi.“

Zunächst ein Blick zurück. Schon 2013 predigte der jetzige Stammapostel Schneider noch als Stammapostelhelfer im Februar in Saarbrücken (Klick):

„In jedem Gottesdienst warnt uns der liebe Gott. (…)  Aber, liebe Geschwister, wenn das Wort vom Altar kommt ist das eine Warnung für einen einzelnen von uns. Das ist für mich! Nicht für den anderen. Lassen wir uns vom lieben Gott etwas sagen. „

Demzufolge gilt:

„Aber der Herr Jesus erwartet von einem Jünger, dass er nie kommt mit einer Ausrede und dem Herrn klarmachen will, ja aber weißt du, jetzt in dieser Situation, in diesem Fall kann ich das nicht machen, das geht jetzt nicht. Da brauch ich jetzt eine Entschuldigung, aber es geht nicht. Ein Jünger ist immer gehorsam, der bleibt am Wort Gottes, was auch kommen mag. Das ist für ihn selbstverständlich (…) Es gibt für ihn keinen Kompromiss. Gehorsam, Glaubensgehorsam ist dem Herrn Gehorsam. Das ist der wahrhaftige Jünger. Wenn ihr an meinem Wort bleibt, kein Kompromiss, wir bleiben dabei auch wenn es schwer ist, auch wenn es manchmal schmerzhaft ist – wir bleiben gehorsam.“

„Die Apostel haben die Aufgabe zu den Völkern zu gehen, aber nicht nur um sie für Jesus Christus zu gewinnen, nicht nur um sakramental zu handeln, um sie zu taufen – das ist das eine Wichtige, das sehr Wichtige. Aber das ist auch eine fortwährende Entwicklung. Die Aufgabe der Apostel ist es, aus den Gotteskindern, die mit Wasser und Geist getauft sind, wahrhaftige Jünger zu machen.“

Dazu braucht es aber natürlich auch Geld (10% vom Einkommen gilt als Richtwert für das persönliche Opfer, aber pro Monat!):

„Es ist schön, wenn wir gläubige Jünger sind und unsere geistigen Aufgaben erledigen, aber der Herr Jesus braucht ganz konkret unsere materielle Hilfe. Ja um zu funktionieren braucht die Kirche unsere Opfer, die Kirche ist nicht selbstreinigend, da muss jemand was tun, und, und, und ... so vieles auf dem einfachen materiellen Gebiet und unsere Sorge ist, dass man das manchmal aus dem Auge verliert. Man ist so konzentriert und vergisst dabei, ja du, irgendjemand muss ja auch mal was machen. Der Jünger ist auch da, um dem Herrn eine materielle Hilfe zu gewährleisten.“

Aber alle diese Behauptungen dieser selbsternannten Apostel sind schlichtweg falsch, wie sich leicht durch einen Vergleich mit einem sehr frühen, historischen Text feststellen lässt. Diese "Lehre der zwölf Apostel" (auch als Didache oder "Doctrina apostolorum" bezeichnet) ist die älteste überlieferte christliche Gemeindeordnung (Volltext deutsch), entstanden etwas 100 n.Chr. Dieser Text wird auch im Katechismus 7.5 erwähnt: "Mit dem Wachstum der Kirche entstand auf Anregungen des Heiligen Geistes nach und nach eine Hierarchie — so das Zeugnis der Pastoralbriefe und der Didache, durch die das geistliche Leben der Gemeinden sichergestellt wurde." (Quelle) Wenn der HG demnach die Grundlage der Didache ist, müsste also diese Gemeindeordnung auch heute noch und speziell für die NAK gelten.

Eine kleine Auswahl soll aber zeigen, wie die ursprünglichen, historischen Lehren grundlegend der Ordnung und Auffassung der NAK widersprechen:

Die Lehre des Herrn durch die zwölf Apostel für die Heiden.

7,1. Betreffs der Taufe aber: Tauft so: Nachdem ihr dies alles zuvor gesagt habt, tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes mit lebendigem Wasser.

Von einer "Geistestaufe durch Apostel" oder „Spendung“ des Heiligen Geistes im Sinne der Versieglung der NAK ist nirgends die Rede!

11, 3. Aber hinsichtlich der Apostel und Propheten verfahrt nach der Weisung des Evangeliums so:    

6. Wenn aber der Apostel weggeht, soll er nichts mitnehmen außer Brot, bis er übernachtet; wenn er aber um Geld bittet, ist er ein Pseudoprophet.

8. Nicht jeder, der im Geist redet, ist ein Prophet; sondern wenn er die dem Herrn entsprechenden Verhaltensweisen hat. An den Verhaltensweisen also werden der Pseudoprophet und der Prophet erkannt werden.

10. Jeder Prophet aber, der die Wahrheit lehrt, ist, wenn er nicht tut, was er lehrt, ein Pseudoprophet.

12. Wer aber im Geist sagt: "Gib mir Geld oder irgendetwas anderes", auf den sollt ihr nicht hören; wenn er aber sagt, man soll für andere Bedürftige geben, so soll niemand ihn richten.

13,1. Jeder wahrhaftige Prophet aber, der sich bei euch niederlassen will, ist seiner Nahrung wert.

2. Ebenso ein wahrer Lehrer: Auch der ist, wie der Arbeiter, seiner Nahrung wert.

Im krassen Gegensatz zur NAK wurden also nur die Lehrer und Propheten in der Gemeinde auch von der Gemeinde unterstützt, die Apostel hingegen sogar ausdrücklich nicht! In der NAK ist es direkt umgekehrt!

12,1. Jeder aber, der kommt im Namen des Herrn, soll aufgenommen werden; dann aber werdet ihr (ihn) durch kritische Beurteilung erkennen; denn ihr habt Einsicht nach rechts und nach links (= richtig und falsch).

In der NAK wird jede Kritik geradezu verteufelt; diese Gemeindeordnung fordert jedoch ausdrücklich dazu auf, die gesprochene Lehre bzw. den Verkünder zu prüfen! Das im Text mehrfach erwähnte, für die frühe Kirche unabdingbare Prophetenamt wurde aber gerade deswegen in der NAK bereits nach 1905 bzw. 1920 nicht mehr besetzt, bzw. abgeschafft (Sprachgebrauch: ... die Gabe ist in das Apostelamt übergegangen!), da es ein unbequemes Korrektiv für die Apostel war. Stap Lebers Erklärung dazu von  2008: " Prophetische Rede ist dort vernehmbar, wo die Bedeutung von Tod, Auferstehung und Wiederkunft Christi im Mittelpunkt steht. Sie wird auch hörbar, wenn wir von der Wichtigkeit des Apostelamtes im gegenwärtigen Abschnitt der Heilsgeschichte sprechen." (Quelle) Was für ein Zirkelschluss! Im Katechismus 11.3.3 heißt es nur noch lapidar:" Je mehr im Ausgang des 19. Jahrhunderts das Apostelamt als zentrales Amt, das umfassende Vollmachten hat, in der Kirche hervortrat, desto mehr trat die Bedeutung der Propheten zurück." (Quelle)

15,1. Wählt euch nun Bischöfe und Diakone, würdig des Herrn, Männer, mild und ohne Geldgier und wahrhaftig und erprobt;

Das autoritäre Amtsbestimmungsprinzip durch den Stammapostel und die Bezirksapostel steht im Widerspruch zu dieser ersten Ordnung der Wahl durch die Gemeinde! Auch Hippolytus von Rom († um 235) schrieb in seinen Canones (Zitat: „Dieses sind die Canones der Kirche mit den Vorschriften, welche Hippolytus, der oberste Bischof von Rom, nach den Verordnungen der Apostel aufgeschrieben“) im Absatz  2  über die Wahl eines Bischofs oder Priesters (4 klick) durch die Gemeinde klipp und klar: „Der Bischof soll vom ganzen Volke gewählt werden.“ Aber "Wahrheiten" oder "Beweise" sind in der NAK nicht von Bedeutung. Es werden einfach Behauptungen aufgestellt und fertig, denn wir haben immer Recht! Der britische Historiker Bernard Lewis brachte diese fundamentalistische Grundhaltung auf die kurze Formel:  „I am right, you are wrong, go to hell!“ (Siehe dazu auch „Konstitutive Merkmale der Neuapostolischen Kirche“ - Eine Zeitreise mit Originalzitaten und kritischer Betrachtung; D.Streich 2006)

Und nicht nur die Ämter werden in der NAK autoritär bestimmt, sondern auch das Leben der Gläubigen. Im Wort zum Monat Juli 2016 heißt es unter der völlig unchristlichen Parole "Dabeibleiben ist alles": „Wem es zu viel wird im Glaubensleben, der kann kürzer treten in natürlichen Dingen und sich auf das Geistliche konzentrieren.“

Und d.h. sein eigenes Leben aufgeben (opfern) und nachfolgen, fertig und basta! Diese kurzen Anmerkungen sollen genügen um aufzuzeigen, dass die Behauptung, „Wir haben die wahren Apostel und glauben an sie“ völliger Unsinn ist. Was bedeutet das nun für den ACK?

Stap Schneider überlasse ich das warnende Schlusswort von 2013, denn das alles ist absolut nichts Neues:

Stammapostel Schneider in Valencia  (klick zum fiktiven Interview)

„Es ist wichtig, dass wir heute im Tempel sind, unsere Natur opfern, Gott loben und preisen, die Einheit fördern. Heute gilt es. (…). Jesus kommt nicht zu jedem Einzelnen. Er kommt in seinen Tempel. Da sucht er seine Braut aus,  seine Kirche. Da, wo Gott die Braut Christi vorbereitet durch die Apostel. Er wird keine Einzelgänger erretten, er sucht seine Braut in der Gemeinde. In der Kirche Christi, da wo die Apostel die Braut vorbereiten. (…)Der Tempel ist auch der Ort, wo man das Opfer gebracht hat. Das Volk hat vielerlei Opfer gebracht im Tempel. … . Der Tempel ist der Ort, wo man seine alte Kreatur opfert und  die neue Kreatur anzieht. Und zu denen kommt der Herr. Die da ohne Unterlass daran arbeiten, die alte Kreatur abzuschaffen und die neue Kreatur anzunehmen. Das ist der Tempel. (…)In der letzten Zeit hat Jesus seine Apostel wieder geschickt, um den Weg vorzubereiten und zu mahnen: Pass auf Mensch, der Herr kommt.“

28.6.2016 NAK will zügig die Gastmitgliedschaft im ACK auf Bundesebene - Ein Interview mit Stap Schneider

Zitat nac-today:

"Eine Gastmitgliedschaft will die Kirche auch deutschlandweit erreichen. Hier laufen die Gespräche noch. Eine von der ACK in Deutschland beschlossene dreijährige „Kommunikations- und Reflexionsphase“ geht im Herbst dieses Jahres zu Ende. „Es bleibt die Herausforderung der AG, die Gastmitgliedschaft auf Bundesebene jetzt zügig zu erreichen, nachdem auf örtlicher Ebene bereits so viel in Bewegung gekommen ist“, betont der AG-Vorsitzende, Apostel Volker Kühnle. Inzwischen sind bundesweit über 80 neuapostolische Kirchengemeinden Mitglied in knapp 40 lokalen ACKs, überwiegend im Gaststatus."  Artikel lesen klick

Man prüfe dieses Ansinnen auf seineTauglichkeit durch das Lesen des ausgezeichnet argumentativen Artikels von R. Stiegelmeyr Ökumenisches Reinheitssiegel hat nichts mit aufgeklärter Vernunft und religiöser Wahrhaftigkeit zu tun (15.06.16) Die Neuapostolische Kirche scheint mit ihrer Taktik erfolgreich zu sein, sich das ökumenische Gütesiegel mit augenwischerischer Kirchendiplomatie zu erkaufen ... oder der nachstehenden Artikel:

Kurze Fragen an Stap Schneider im Rahmen seines Besuches in Hannover am 19.6.2016:

Frage: Stap Schneider, Sie haben heute Morgen gepredigt auf der Grundlage des Textwortes aus Markus 6, aus Vers 37, „Er aber antwortete und sprach zu ihnen: Gebt ihr ihnen zu essen.“  Ich frage Sie direkt: Braucht der Mensch heutzutage noch die Kirche?

Stap Schneider: Man kann nicht so Heil empfangen: Jeder bei sich zuhause, jeder irgendwo isoliert. Nein, das geht nur in einer Gemeinschaft. Ein schöner Hinweis auf die Kirche, die Gemeinschaft der Gläubigen. Da wird Heil vermittelt. Nicht einzeln, isoliert, ein jeder für sich, sondern es war dem Herrn wichtig: Macht mal Gruppen von Tischgemeinschaft, da wird das Heil vermittelt. Das ist das Erste. Und das Zweite: Er hat das nicht selbst ausgeteilt.

Frage: Das hätte wohl auch zu lange gedauert. Es werden ja 5000 Männer im Kontext erwähnt, die laut der Schilderung, die Sie offensichtlich sehr wörtlich nehmen, von den 5 Broten und 2 Fischen satt geworden sein sollen. Aber warum ist Ihnen das so wichtig, dass Jesus das nicht selbst austeilte?

Stap Schneider: Er hat die Apostel, die er grad ausgesandt hat, denen hat er gesagt: Gebt IHR ihnen zu essen. Das Essen kam von IHM, das Heil kam von IHM, aber er hat die Apostel damit beauftragt. IHR sollt das Heil vermitteln, IHR müsst das austeilen: das Wort aus der Apostellehre, das heilige Abendmahl.

Frage: Moment mal! Das „Essen“ hatten zunächst die Jünger selber bei! Ferner sind "Essen" und "Heil" völlig verschiedene Begriffe, die Sie hier vermengen. Im konkreten Zusammenhang des Wortes ist  lediglich von der Speisung die Rede. Wenn Sie jetzt hier zudem noch die „Apostellehre“ und "Abendmahl" direkt anfügen, so ist diese scheinbare Kausalkette schlichtweg eine Mogelpackung, die Sie den Hörern unterjubeln. Erklären Sie das auch mal dem ACK.

Stap Schneider: Leib und Blut Christi, das unerlässlich ist für das Heil, das hat er seinen Aposteln anvertraut. Ihr müsst das verwalten. Ihr müsst das austeilen. Das ist der Hinweis, der Hintergrund, den man heute erkennt in diesem Wunder.

Frage: Was genau muss man heute erkennen?

Stap Schneider: Wo das Heil herkommt, und wie das Heil vermittelt wird.

Frage: Also damals durch die Jünger. Aber das war vor 2000 Jahren, was hat das mit der Gegenwart zu tun?

Stap Schneider: Wir wollen auch nicht vergessen, dass die Apostel immer noch am Werk sind.

Frage:  Also beziehen Sie Ihre Aussagen direkt auf die Apostel in der NAK. Macht das die NAK dadurch zu einer besonderen Kirche?

Stap Schneider: Wir können noch Abendmahl feiern, wir können noch die Gemeinschaft mit Jesus Christus im Abendmahl erleben. Es gibt immer noch die Gelegenheit, die Möglichkeit, Abendmahl zu feiern. Wir können das Wort Gottes noch hören. Wir haben noch Brüder, die ihr Leben dem Dienst des Herrn weihen und die uns Heil vermitteln. Wir haben noch die Gemeinschaft der Gläubigen, auch wenn die Gemeinde kleiner ist, auch wenn die Gemeinde ganz klein ist, mag sein.

Frage: Na dann sind ja die aktuellen Mitgliederrückgänge besonders in Europa auch vor diesem Hintergrund unwichtig! Ich danke Ihnen für die klaren Ausführungen und wünsche Ihnen zur Missionierung der ACK viel Erfolg!

Hinweis: Die eingefügten Antworten Schneiders sind direkte Zitate aus seiner Predigt in Hannover (Hier die verwendeten Zitat aus der Predigt im Zusammenhang)

9.6. Offener Brief an Pastor Densky zu seinem Protestschreiben an den HR bezüglich des Berichtes der Hessenschau zur NAK Pfingsten 2016

Die hier in den verschiedenen Kommentaren sich angesammelten Argumentationen sind in dem offenen Brief an Herrn Densky zusammengefasst und ersparen somit dem Leser, sich durch den nachfolgenden Riesenstrang durchzuarbeiten. Eine Kopie meiner Erwiderung ging auch an Dr. Harald Lamprecht (ACK), Pfarrer i.R Thomas Gandow und den Chefredakteur des HR, Herrn Theisen.

Betreff: Ihr Schreiben an den HR zur Pfingstsendung der Hessenschau über die NAK (9.6.2016)

Sehr geehrter Herr Densky,

Sie haben als Referent der ACK offiziell in Ihrem Schreiben an den HR bezüglich der  Pfingstsendung der Hessenschau Kritik an der einseitigen Darstellung geübt und behauptet, dass der Bericht nicht dem heutigen Stand der Entwicklung der NAK entspricht. Gerade aber die im Katechismus benannte und von Ihnen argumentativ zitierte „Überzeugung, dass Gottes Geist auch vor und außerhalb der neuapostolischen Kir­che gewirkt hat und weiterhin wirkt“ ist im Gesamtwerk des Katechismus nicht nur schon rein quantitativ absolut marginal und somit eher ein formales Lippenbekenntnis, sondern hat auch für die Predigtpraxis und das eigene Kirchenverständnis weder in der oberen noch unteren Etage der neuapostolischen Amtsträger, von wenigen Ausnahmen abgesehen, keinerlei Bedeutung. Aus ihr abzuleiten, es gäbe „also keinen „Absolutheitsanspruch" mehrist deswegen und angesichts aktueller Zitate gerade vom Kirchenführer Stammapostel Schneider absolut unhaltbar und entspricht nicht der Glaubenswirklichkeit der NAK.  Ferner behaupten Sie, dass die NAK „in den vergangenen Jahren einen bemerkens­werten Wandlungs- und Öffnungsprozess vollzogen hat.“  Dieser Sicht auf die NAK möchte ich argumentativ entschieden widersprechen. .... (Vollständig lesen: Offener Brief an Herrn Densky als PDF-Datei)

Ebenfalls eine Kopie ging an den Kirchensprecher Johanning mit folgendem Anschreiben:

Sehr geehrter Herr Johanning,

in der Stellungnahme der NAK zum Beitrag der Hessenschau NAK Pfingsten 2016 von der ich annehme, dass Sie von Ihnen stammt, heißt es u.a.:

"Gottesdienstauszüge wurden ohne den zum Verständnis notwendigen Kontext wiedergegeben und Aussagen gemacht, die sich auf längst vergangene Zeiten beziehen und in keiner Weise die positiven Veränderungen unserer Kirche in den letzten Jahrzehnten abbilden. (...) Wir nehmen die aus unserer Sicht unfaire Form der Berichterstattung zur Kenntnis und distanzieren uns von den unzutreffenden, überholten Äußerungen im Beitrag, sowie von den teilweise polemischen Aussagen des Kommentators. Die Kirchenleitung prüft eine angemessene Reaktion auf die unausgewogene Berichterstattung gegenüber dem HR."

Da mein angehängtes Widerspruchsschreiben an den ACK-Referenten Pastor Densky auch diese und konkret Ihre eigene Agumentation aufgreift (Zitat: “Das gehört eben mit zu unserer Biographie, zu unserer Geschichte der Neuapostolischen Kirche, dass aus der Vergangenheit heraus manche überkommenen Vorstellungen da sind, die wir aber zur Seite legen möchten“), möchten ich Ihnen meinen Offenen Brief hiermit auch zur Kenntnis geben. Über eine Antwort würde ich mich freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Detlef Streich

Eine Antwort wird wenn überhaupt in beiden Fällen vermutlich wie immer verallgemeinernd, ausweichend und beschwichtigend ausfallen.

14.6.Aktualisierung Bischof Johanning:

14.6. Auf meine Anfrage vom 12. 6. „Aber vielleicht können Sie den "enormen Wandel der NAK" einfach mal spezifizieren, ebenso die aus der "Vergangenheit überkommenen Vorstellungen", die aus Ihrer Sicht vielleicht schon zur Seite gelegt wurden. Möglicherweise habe ich da als Kritiker der NAK einen blinden Fleck, den Sie aufhellen könnten? Können Sie das in dieser Hinsicht näher konkretisieren, in welcher Richtung meine Sicht lückenhaft ist?“ hat Bischof Johanning am 13.12. wie folgt geantwortet:

Die Änderungsliste innerhalb der Lehre der Neuapostolischen Kirche ist doch beachtlich lang. Das bestätigt uns jeder Insider: Kirchenverständnis, Amtsverständnis, Sakramentsverständnis - überall wurden Profile geschärft. Ich kenne keinen vergleichbaren Vorgang innerhalb der deutschen Kirchenlandschaft. Die Adventisten sind ähnliche Wege gegangen, nur hat es dort noch länger gebraucht. Unser Katechismus ist allgemein-christlich mit neuapostolischem Profil. Das bringt uns in die Nähe der Kirchen und gewährt uns dennoch eine Existenzberechtigung.

Ich gehe davon aus, dass Sie den KNK gelesen haben.

Anmerkung: Ein Vergleich (Die Adventisten sind...) bezieht sich wenn überhaupt auch nur auf andere Gruppierungen fundamentalistischer Ausrichtung und tut hier nichts zur Sache, weil es konkret um die NAK geht und das "Argument" nur einen Ausweich darstellt. Und das neuapostolisch geschärfte Profil hat eben, wie in meinem Brief an Pastor Densky gezeigt, im Prinzip immer noch die gleiche Haltung wie früher, Stap. Schneider hingegen verschärft seine Aussagen sogar noch weit über das Profil hinaus. Also hat Herr Johanning meine Ausführungen entweder nicht gelesen oder er ignoriert sie, weil er dagegen nicht argumentieren kann oder will (also gegen den Stap). Interessant ist aber der Schluss: "Unser Katechismus ist allgemein-christlich mit neuapostolischem Profil. Das bringt uns in die Nähe der Kirchen und gewährt uns dennoch eine Existenzberechtigung."  Ein Freund kommentierte, bzw. übersetzte den Satz treffend so:

"Der neuapostolischer Exklusivismus etc. in unserem Katechismus hat christliche Elemente an Bord, die uns christlichen Stallgeruch vermitteln, ohne unser Sektendenken aufgeben zu müssen ..."

Kürzer kann man es nicht zusammenfassen!

 

 

10.4. 2014 Neuapostolische Kirche Schweiz erhält Gaststatus in der AGCK

Zitat NAK Schweiz:

Zürich. Seit gestern, 9. April 2014, ist die Neuapostolische Kirche in der Schweiz Gastmitglied in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen in der Schweiz (AGCK-CH). Zur Überreichung der Mitgliedsurkunde waren die Apostel Heinz Lang und Volker Kühnle zur Sitzung nach St. Gallen gereist. Der Beschluss der AGCK, die Neuapostolische Kirche im Gaststatus aufzunehmen, fiel einstimmig aus.

In der Pressemitteilung der Arbeitsgemeinschaft heißt es, dass die Neuapostolische Kirche in den letzten Jahren maßgebliche Anstrengungen in der Ökumene unternommen habe. Dies sei der Grund gewesen, warum das Präsidium der AGCK-CH der Plenarversammlung den Antrag auf Aufnahme in den Gaststatus empfohlen habe. Eine Klausel in der Mitgliedsurkunde besagt, dass nach fünf Jahren beide Seiten die Erfahrungen mit dem Gaststatus überprüfen werden. Insbesondere werde die AGCK die Entwicklung der Neuapostolischen Kirche International und die ökumenische Zusammenarbeit der lokalen NAK-Gemeinden beobachten. Dazu sollen die Gespräche in der Gesprächskommission von NAK und AGCK weitergeführt werden. (...) (Artikel lesen)

1.3. 2013 Offener Brief an die Teilnehmer der Fachtagung in Fulda vom 20. bis 22. Februar 2013 zum Thema:

„Der neue Katechismus der NAK und die Ökumene

Verteiler: Vertreter  von EZW, ACK und NAK

Dr. Harald Lamprecht und Dr. theol. Reinhard Hempelmann info@confessio.de

Dr. Hansjörg Hemminger,  hansjoerg.hemminger@elk-wue.de

Dr. Kai Funkschmidt  info@ezw-berlin.de

Anette Kick efw@elk-wue.de

ACK Frankfurt info@ack-oec.de

 

Detlef Streich

73035 Göppingen

Mail: detlef.streich@gmx.de

 

01.03.2013

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Befremden habe ich dem GK-Magazin (Glaubenskultur) entnehmen müssen, dass Sie innerhalb der Tagung zu dem Schluss (Beschluss?) gekommen sind, dass einer Aufnahme der NAK in den ACK nichts mehr im Wege steht. Angesichts aktueller Aussagen des designierten Stammapostels J.L. Schneider und der nach wie vor gleichen und nun im Katechismus festgeschriebenen exklusivistischen Grundhaltung der NAK möchte ich als langjähriges Mitglied dieser Glaubensgemeinschaft darüber mein außerordentliches Bedauern mitteilen. Sie alle wissen um die schädigenden Wirkungen dieser Gemeinschaft, und dies nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in Gegenwart und Zukunft. Vermutlich kennen Sie auch meine Homepage Nak- Ausstiegshilfen http://nak-aussteiger2010.beepworld.de/index.htm und wissen um die in vielen Jahren entstandenen und dort eingestellten, um Sachlichkeit und Wissenschaftlichkeit bemühten Ausarbeitungen. Mir ist es rätselhaft, wie Sie in Ihrer Funktion und mit Ihrem Wissen Lehre und Predigten der NAK durch diesen Schritt auf den Ansatz einer Legitimation bringen können. Gerade die ersten mir vorliegenden Predigtabschriften vom designierten Stammapostel J.L. Schneider sind so überaus deutlich weder ökumenefähig noch theologisch haltbar, dass diesen Aussagen Ihrerseits deutlich hätte widersprochen werden müssen. Näheres entnehmen Sie bitte dem angefügten Kommentar. Über eine erklärende Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Gez. Detlef Streich

 

Die NAK auf dem Weg – aber auf welchem? (D. Streich, 28.2.2013)

 „Am Ende kamen sie zu dem Schluss, dass eigentlich nichts gegen eine Aufnahme der NAK in ihren Kreis spricht.“ (Titelschlagzeile des GK-Magazins)

In einer dreitägigen Fachtagung in Fulda trafen sich zum Thema „Der neue Katechismus der NAK und die Ökumene“ Vertreter  von EZW, ACK und NAK, um sich über den Stand der Gespräche zu informieren und über das Amts-, Kirchen- und Sakramentsverständnis sowie das Entschlafenenwesen und die Endzeitlehre der NAK zu diskutieren. In einem Bericht der UF-Online http://www.bischoff-verlag.de/public_vfb/pages/de/family/news/130222acktagung.html mit der Überschrift „NAK »auf dem Weg« vom 22. Februar 2013 heißt es dazu:

Die NAK habe sich auf dem Weg aus ihrer Abgrenzung von der gegenwärtigen Welt gemacht, bescheinigte Dr. Neumann. Offene Fenster und Türen sah auch Pfarrerin Kick: Kirchenmitglieder, die ökumenisch aktiv seien, fühlten sich nicht nur erlaubt, sondern auch ermutigt. Betont wurde zudem, dass der Katechismus die Träger des Apostelamtes ausdrücklich auch als fehlbare Menschen sieht.“

Die Endzeitlehre der NAK wurde von der katholischen Seite als problematisch angesehen, während Vertreter der evangelischer Seite positiv betonten, „dass gerade hier eine Besonderheit im Vergleich zu anderen Glaubensgemeinschaften mit ausgeprägt endzeitlicher Natur bestehe: Denn diese Naherwartung besitzt eine freudige und nicht etwa eine bedrohliche Prägung.“

In einem  Artikel des Glaubenskultur-Magazins http://www.glaubenskultur.de/ zum Treffen heißt es unter der Überschrift „Man wird sich warm“: „Professor Dr. Helmut Obst sieht in der Herausgabe des Katechismus seine Forderung aus den 1990er-Jahren erfüllt, die NAK benötige eine Art 2. Vatikanisches Konzil. Eine Ändeurng des Kir­chen­ver­ständ­nis­ses, dass man nun die Grenzen der Kirche nicht mehr mit der eigenen Gemeinschaft gleichsetzt, ziehe zwangsläufig Änderungen in vielen Bereichen der Kirche nach sich. Damit seien alle seine Wünsche an die NAK erfüllt.“

Ferner machte laut GK  „Dr. Harald Lamprecht, Weltanschauungsbeauftragter der Evangelischen Landeskirche Sachsen, deutlich, dass aus seiner Sicht nichts dagegen spreche, was grundsätzlich gegen eine Aufnahme sprechen würde. Er brachte aber auch zum Ausdruck, dass die NAK noch stärker auf exklusivistische Züge verzichten solle. Den Begriff „Gotteskindschaft“ solle überwunden werden, man könne ihn ja als ein Relikt aus der Vergangenheit auf ein Häkeldeckchen legen und in einer Ecke ablegen.“

Dr. Kai Funkschmidt  zitierte hingegen den designierten Stammapostel Jean-Luc Schneider mit einem Predigtzitat vom Januar mit dem Hinweis, „dass es praktisch keine wegweisende Predigt eines Kirchenoberhauptes in Richtung ökumenischer Öffnung – wohl aber einige in Richtung Hochhalten eigener konservativer Lehrpunkte gibt.“

Ferner heißt es im GK-Bericht: „Erfreulicherweise scheint tatsächlich auf allen Seiten in Vergessenheit geraten zu sein, dass es mal ein Zeit gab, in der Neuapostolische ganz offen in ihrer nicht-neuapostolischen Umgebung die Ansicht vertreten, dass man unbedingt das Apostelamt benötige um in den Himmel zu kommen und ohne Versiegelung praktisch verloren sei. Damit waren sie tatsächlich lange eine Gefahr für den religiösen Frieden und gerade im Bereich Kinderarbeit problematisch.“

Man fragt sich bei diesen Aussagen unwillkürlich, auf welchen Beobachtungen und Grundlagen diese Ansichten der Weltanschauungsbeauftragten zustande gekommen sind, wenn z.B. Prof. Obst „alle seine Wünsche an die NAK erfüllt“ sieht, oder wenn gemeint wird, dass man im Gegensatz zu früher heute nicht mehr „unbedingt das Apostelamt benötige um in den Himmel zu kommen und ohne Versiegelung praktisch verloren sei.“  Ganz irritierend ist der gezogene „Schluss, dass eigentlich nichts gegen eine Aufnahme der NAK in ihren Kreis spricht.“

Habe ich da irgendwelche Entwicklungen seit dem Erscheinen des Katechismus nicht mitbekommen? Oder hackt hier eine Krähe der anderen kein Auge aus, weil es im eigenen Lager genügend Kritikpunkte gibt, die sich im Hinblick auf eine Kritik an der  NAK womöglich als Eigentor herausstellen können? Oder sind das schlicht blinde Flecken der Diskussionsteilnehmer, weil nicht wahr sein kann, was man eben nicht anders sehen möchte?

Klar ist, dass der Katechismus selbst überhaupt keine Grundlage zur Ökumene legt.  Das habe ich bereits ausführlich weiter unten im Artikel „Tanz ums goldige Dogmenkalbhttp://nak-aussteiger2010.beepworld.de/files/katechismusfragenundantworten.doc dargestellt. Sicher hat die NAK ihren Kirchenbegriff erweitert, aber was heißt das in der Predigtpraxis und  für das Denken der Führungsetage?

Gehen wir der Sache also mal nach.  Ich selbst hatte im Dezember die Gelegenheit, den Ökumeneapostel  Kühnle, der an der Gesprächsrunde auch teilnahm,  in einem GD zu hören. Das Textwort aus Mt 5: 16 „Also laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“ wurde später noch erweitert:  „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. (Johannes 8.12) 15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denn allen, die im Hause sind.“ (Markus 4.21) (Lukas 8.16)

Zunächst fielen in der etwa 5minütigen Einleitung ein, zwei  durchaus interessante Sätze, die aber leider nur als Schlagzeilen im Sinne ökumenisch opportuner Kurzsequenzen vorgestellt wurden, ohne im weiteren ausgeführt zu werden. Wir sollten nicht versuchen, Gott in einer Streichholzschachtel  unterbringen zu wollen. Sein Geist weht natürlich überall, und wir können glauben, dass er auch im Apostelamt wirkt. In unserer Kirche wurde früher fälschlicherweise oft gegen den Verstand gepredigt. Natürlich brauchen wir ihn, so Kühnle, aber nicht im Zusammenhang mit dem Glauben.  Der Verstand ist nämlich der im Textwort erwähnte Scheffel, der aber nicht über das Licht des Glaubens gestülpt werden darf ... etc. Es folgte eine Analogie zum Adventskranz: Da zündet man ein Licht nach dem anderen an, jeden Sonntag im Advent ein neues Licht. Wenn alle vier Lichter brennen, weiß man: Jetzt ist Weihnachten. Da gibt es dann das Licht der Liebe, Hoffnung, Freude etc.  mit oft betontem Ewigkeitsausblick. Schön war auch: Die Kerze brennt immer nach oben (selbstlos natürlich) und nimmt nach unten immer mehr ab! Und so weiter mit den frei assoziierten und gewohnten Allgemeinplätzen neuapostolischer Predigten. Bis auf die einleitenden Worte waren die weiteren Ausführungen also absolut nichts Neues und geradezu langweilig.

Unmissverständlich ökumenefeindlich sind hingegen die im Bericht nur marginal erwähnten Äußerungen des zukünftigen Kirchenpräsidenten Schneider in seiner Predigt in Bern-Ostermundigen am 13.1.2013. Unter dem Textwort aus Matthäus 5,37 „Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein“  sagte Stammapostelhelfer J-L. Schneider  mehrfach und überdeutlich, dass ein christliches Bekenntnis nur über das Bekenntnis zum Apostelamt wirksam ist. Es ist zu „bezeugen, dass wir an Jesus glauben und unseren Glauben zum Apostelamt, denn wir haben Jesus in den Aposteln gefunden. Gott erwartet von uns, dass wir ganz klar für ihn Position beziehen und dass wir unseren Glauben an Jesus im Apostelamt und die Wiederkunft Christi bezeugen.“

Dieser Glaube hat bedingungslos zu sein, denn „Jesus hat zum Menschen „Ja“ gesagt, Gott hat zum Menschen „Ja“ gesagt, indem er seinen Sohn auf die Erde gesandt hat um das Opfer zu bringen. Jesus hat zum Menschen „Ja“ gesagt, indem er das Opfer gebracht hat und Jesus hat „Ja“ gesagt zu den Menschen, indem er ihnen Apostel gegeben hat, die sie zu ihm hinführen. Und er hat „Ja“ gesagt zum Menschen, indem er den Aposteln den Auftrag gegeben hat mit Wasser und dem Heiligen Geist zu taufen und das Abendmahl auszusondern. Dieses „Ja“ wurde von Jesus gesagt und wir haben „Ja“ gesagt zum Apostelamt als wir den Heiligen Geist empfangen haben.“ Folglich „erwartet der Herr von uns, dass wir auch „Amen“ sagen, dass wir sagen: Ja, die Dinge sind wirklich so!“ Also ist das Evangelium nur dort, wo es „in der Kraft des Apostelamtes verkündigt … Und nach diesem Evangelium zu leben, damit bezeugen wir: Ja, wir haben Jesus in den Aposteln und sie bringen uns dieses Evangelium nahe.“


Staph. Schneider kommentierte dann im Nachsatz seine eigene Rede mit den Worten: „Ich höre schon die Stimmen, die sagen: Das war ein bisschen ein extremer Gottesdienst. Es gibt da kein halbes Maß, denn mit dem lieben Gott kann man nicht scherzen. Wenn es um Jesus geht, darf man es sich nicht erlauben die Dinge leicht zu nehmen. Wir glauben an das Apostelamt und wir haben zu ihm viel Gottesfurcht und viel Liebe zu Jesu. Das erlaubt es uns nicht, die Notwendigkeit zum Heil zu kommen in Frage zu stellen.“ Im Schlussgebet wurde dann wie immer der aus der NAK Abgefallenen  gedacht, die „den Glauben verloren haben und die sich entmutigt haben, deren „Ja“ nicht mehr klar ist oder ein „Nein“ geworden ist. Schenke ihnen Gnade, dass sie den Lebensweg wieder finden.“

Wer aus der NAK heraus ist, hat also seinen Lebensweg verloren! Damit das aber nicht geschieht, „geben wir auch unsere Gedanken, unseren eigenen Willen, unsere Person - wenn man so sagen kann – auf. Das ist schmerzhaft, aber im Drang zum Dreieinigen Gott finden wir diese Kraft.“ So predigte Staph. am 23.9.2012 in Eberswalde.  Und weiter führte er aus: „Man lebt heute so in der Vorstellung: Ach, ja, alle guten Menschen haben Zugang zu Gott, warum nicht? Aber in die Gemeinschaft mit Gott, in die ewige Gemeinschaft mit Gott zu gelangen, da gehört nicht nur ein schönes Leben, ein guter Mensch. Das geht nur über den Weg, den Gott gelegt hat, Jesus Christus.“                                                           

Das klingt christlich und ökumenefähig, ist es aber nicht. Denn der gemeinte Weg, den Gott aus neuapostolischer Sicht für jeden Christen gelegt hat, geht zu Jesus Christus nur über die Apostel. Etwas deutlicher setzte Schneider dann hinzu:“ Wenn man das heute so behauptet, das hören wir oft: Ach, die sind so stur, die sind so kleinlich, so eng. Aber das ist einfach die göttliche Wahrheit, die können wir nicht ändern und göttliche Wahrheit ist nicht darauf angewiesen, wie die Menschen dazu stehen. Das ist nun Mal so! Lassen wir uns da nicht beirren. … Wenn man uns auch kritisiert, wenn man sagt, wir seien stur, kleinlich usw. Das stört uns nicht, daran halten wir fest.“ 

Geschickt wurden in der gesamten Predigt die Begriffe Christen, Gotteskinder  und „Jesus als Weg“ zwar nicht ausgrenzend verwendet, wohl aber grenzt die absolute Apostelzentrierung indirekt jeden anderen Christen vom angestrebten Heil aus, das ja nur über diese speziell gottgewollte Ordnung erreicht werden kann. Und „dann kann ich doch nicht sagen: Och, ich habe keine Lust mehr, ich bleibe jetzt stehen, ich will nicht mehr zurück… Und der Heilige Geist erinnert uns, dass Gott treu ist und was er gesagt hat, das macht er. Was er begonnen hat, wird er auch vollenden. Natürlich, wenn wir das jetzt als neuapostolische Kirche sehen, dann weiß man ja, heute wird das Evangelium nicht mehr so allgemein aufgenommen und der neuapostolische Glaube in unserer Gegend der wird auch nicht mehr so aufgenommen.“  Auch hier wird verschleiernd das Evangelium dem neuapostolischen Glauben gleichgesetzt. Und damit das dann doch noch von jedem Hörer auch wirklich verstanden wird, wird die ungeschminkte Wahrheit zuletzt deutlich positioniert:

Wir sehen auch keinen Grund dafür, unser Glaubensgebäude jetzt auf den Kopf zu stellen. - Darf ich das Mal ganz klar sagen: Das Apostelamt, die Wiedergeburt aus Wasser und Geist, die Wiederkunft Christi sind und bleiben festen Bestand unseres Glaubens. Das gehört einfach dazu, da sehen wir keinen Grund, etwas zu ändern.

Der liebe Gott hat das Recht von mir zu erwarten, dass ich auch in schwierigen Situationen mich in meinem Glauben bewähre. Das darf der liebe Gott machen und es ist kein Grund für mich an der Wahrheit Gottes zu zweifeln.“

Und diese Wahrheit heißt im Klartext: Glauben bedeutet, die Apostel als Segensvermittler und Heilsbringer anzuerkennen, auch wenn „wir“ dazu unsere Gedanken, unseren eigenen Willen, unsere Person aufgeben müssen. Ohne  sie gibt es keine Nähe zu Jesus Christus. Und wer von diesem Weg abfällt, hat seinen Lebenssinn verloren! Will sagen, woanders ist kein Lebenssinn zu finden!

Diese Predigtaussagen sind theologischer Unfug und manipulative Verführung, vor der man jeden Menschen und Christen nur warnen kann und muss. Was also an dieser Richtung nun so umwerfend anders ist, „dass eigentlich nichts gegen eine Aufnahme der NAK in ihren Kreis (den ACK) spricht“, ist wiederum mit dem „natürlichen Verstand“ auch nicht zu  verstehen.  Überaus schade und zu bedauern ist, dass nun die Vertreter vom ACK und der  EZW diese Verführungsreden nicht deutlich kritisieren, denn eine auch nur ansatzweise  Grundlage für eine ökumenische Zusammenarbeit ist weder in den Predigten noch im Führungsapparat der NAK  selbst zu erkennen.  Wer sich aber von diesen Reden nicht deutlich distanziert, legitimiert diese Aussagen und macht sich mit schuldig an den durch sie auch in Zukunft hervorgerufenen, psychischen Schädigungen.

Besonders für die ab Pfingsten kommende Zeit gilt: Lasse sich niemand von der scheinchristlich-demagogischen  Rhetorik und leidensverherrlichenden Endzeitausrichtung  des designierten Stammapostels J.L. Schneider blenden! Gerade die EZW sollte sich ihrer Verantwortung bewusst werden und hierzu ein deutliches Wort sprechen … oder sind sie allesamt doch eher dankbar dafür, von der NAK wenigstens doch als Kirche, wenn auch in eingeschränkter Weise, anerkannt zu sein?

Mancher hegt den Gedanken, die Neuapostolische Kirche müsse ein bisschen reformiert werden. Man meint, die eine oder andere Vorstellung hineintragen zu können. – ... Aber dagegen spricht Grundsätzliches

Der exklusive Eiertanz ums goldige Dogmenkalb / Oder: Die Faszination der Heilsgewissheit - 30 Fragen und Antworten im Dialog mit Stap Schneider zum neuen Katechismus der NAK von Detlef Streich (Fassung vom 7.1.2013)  Artikel lesen

 

Weitere Links zu besonderen Themen der NAK:

DOSSIER NAK aus: Berliner Dialog 30
Jahrgang 11 · 2010 · Themenheft: Versiegelt und entrückt


 Text laden (Seite 25-27)   - Stichwort: Neuapostolische Kirche     von Rüdiger Haut    ( 137 KB )
                                                Das Glaubensbekenntnis der "Neuapostolische Kirche"

 Text laden (Seite 28-29)   - Versiegelt und vernetzt       ( 113 KB )   
                                                 Neuapostolisches Pro und Contra im Inernet 
 
                                       - Stichwort: Versiegelung     von Edurrd Trenkel   

 Text laden (Seite 30-31)   - Resumee zweier Studientage in Berlin       ( 140 KB )
                                                           
      zum Gespäch mit der NAK

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mit der Neuapostolischen Kirche  
     STANDPUNKTE
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(Seite 35)           - Charmante Formulierungen: Wording   von Eduard Trenkel     ( 248 KB )
                                                                   
(REady, Bete für mich)
     DOKUMENTATION
 Text laden (Seite 36-37)     - Das Glaubensbekenntnis  (Teil 1)     ( 169 KB )
                                                                   
der Neuapostolischen Kirche im Wandel der Zeiten
 Text laden (Seite 38-39)   - Das Glaubensbekenntnis (Teil 2)
    ( 137 KB )
                                                   der Neuapostolischen Kirche im Wandel der Zeiten 

     STANDPUNKTE
 Text laden (Seite 40-43)   - Brautgemeinde weiter Exklusiv
    ( 194 KB )
                             Kritische Gedanken zum neuen "Neuapostolischen Glaubensbekenntnis"