NAK- Mariendorf; BAP Nadolny:"„Schmerzlich habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass infolge der Ereignisse ein tiefer Riss durch die Gemeinde geht." Die "Ereignisse" sind allerdings so richtig erst durch die Kirchenleitung hervorgerufen worden ...

„Ein Amtsträger ist wie der Stift in der Hand eines  Schreibers. Wenn man einen Kugelschreiber nimmt und er will und will nicht? Was macht man damit? In die Mülltonne, weg damit. So macht es Gott, wenn ich nicht mehr in seiner Hand tauge.“ (BezAp Nadolnys Kugelschreiberzitat in Mariendorf 2014 hier im Zusammenhang zu hören aus der Ordinationsansprache )

Erst Mariendorf (klick) - und nun Zehlendorf!

Fakten zur Lage in Zehlendorf

31.1.2016 Fassungslosigkeit in der NAK Berlin-Zehlendorf:  Erneute Demontage einer innovativen Gemeinde durch die Kirchenleitung

Wiederum zeichnet sich ab,  dass nach den Ereignissen in der NAK-Gemeinde Berlin-Mariendorf erneut durch persönliche und egoistische Interessen vor Ort sowie machtpolitische Spielchen der Kirchenleitung der NAK-Berlin/Brandenburg nun die bislang sehr aktive und innovative Gemeinde Zehlendorf in ihren Grundfesten erschüttert und in ihrem Gefüge demontiert wird. In der Gemeinde macht sich nach internen Aussagen Fassungslosigkeit breit. Eine Kurzskizze der Situation soweit bekannt:

Anfang des Monats war Apostel Berndt in der Gemeinde.  Nach dem GD  erklärte Berndt zu den bestehenden Konflikten, dass die Kirchenleitung hinter dem Gemeindevorsteher stehe. Der Vorsteher sei zwar beruflich bedingt selten in der Gemeinde, das aber war schon bei der Ordination (2013) bekannt gewesen. Deshalb verstehe die KL  nun die diesbezüglich auftretenden Probleme nicht. Ohnehin gäbe es unter den Priestern doch auch solche, die einen GD halten könnten.

Alle priesterlichen Ämter mussten sich vor dem Ap.-Gd schriftlich erklären, ob sie zum derzeitigen Apostolat und seinen Entscheidungen ständen. Ein Priester hat sich beurlauben lassen, zwei weitere waren kurz davor, konnten aber nochmals eingenordet werden. Der Dirigent des Chores hat bereits bereits vor einem Jahr seinen Amts- und Chorleiterauftrag zurückgegeben. In Folge dieser Veränderung hat sich der Chor sozusagen runderneuert und nunmehr das offensichtlich allseits gewünschte, unwürdige NAK-Wald-und Wiesenchor-Niveau erreicht.


Weitere Hintergründe sind bislang noch nicht bekannt oder sollen auch noch nicht öffentlich gemacht werden, da einige Dinge noch im Fluss sind. Nach interner Meinung besteht aber potentiell die Gefahr, dass sich die Ereignisse in Zehlendorf eher schlimmer als die Geschehnisse in Mariendorf entwickeln werden.

Zwei Dinge seien dazu angemerkt:

  1. Es ist mehr als verwunderlich, dass sich die Amtsträger einer Gemeinde schriftlich zum Apostolat bekennen müssen. Fehler in der Amtsführung von oben gibt es also nicht, bedingungslose Nachfolge ist immer noch das bestimmende Prinzip.
  2. Fraglich ist, was die Pseudoargumentation der KL bedeuten soll, dass schon bei der Ordination des jetzigen Vorstehers bekannt war, dass er beruflich bedingt nur selten in der Gemeinde sein könne. Zum einen wurden die Amtsträger der Gemeinde wohl kaum befragt, ob sie mit der Einsetzung einverstanden sind. Von daher kann es also jetzt durchaus sich daraus ergebende Probleme geben. Die Frage müsste also eher heißen: „Warum hat die KL überhaupt einen Vorsteher eingesetzt, von dem bekannt war, dass er seine Gemeindeaufgaben aus Zeitgründen kaum in der nötigen Weise ausführen können wird?“ Diese Tatsache ist aber eher vordergründig, denn bereits von Beginn an gab es Probeme mit der Amtsführung durch den Vorsteher RF.

Wie auch immer Antworten im Detail lauten mögen ist die verfolgte Maxime der Kirchenleitung in allen Fällen stets die gleiche: Der Schutz des Systems „NAK“  und seiner obersten Machtvertreter  ist allen anderen Interessen vorgelagert – menschliches Befinden ist in allen Fällen irrelevant! Daraus leitet sich vermutlich auch der Schulterschluss mit dem derzeitigen Vorsteher der Gemeinde ab, ´schädliche` und/oder innovative Kräfte zu unterdrücken. Sie zerstören das eingeforderte Prinzip der uneingeschränkten und gedankenlosen Nachfolge. Da mutet es dennoch zynisch an, wenn der Bez.Ap Nadolny zum Weihegottesdienst 2007 nach einer Bau- und Renovierungsphase von 6 Monaten die versammelte Gemeinde mit zwei Versen aus dem 84. Psalm, der von der „Freude am Hause Gottes“ handelt, begrüßte. Diese „Freude“ dürfte gerade genauso auf der Strecke bleiben, wie die „Zukunft“, von der Ap. Berndt noch im Januar 2015 in einem Jugendgottesdienst, in dem auch die Zehlendorfer Jugend anwesend waren, heuchelte, dass „die Jugend die Zukunft der Kirche ist und präzisierte, dass die Jugend von heute die Kirche der Zukunft gestaltet, und zwar in dem Maß,

  • Wie sie ihren Glauben leben
  • Wie sie miteinander umgehen
  • Wie sie einander unterstützen und
  • Wie sie einander vergeben.

Die Zukunft der Kirche wird so sein, wie es heute im Kreis der Jugend ist.“

 

Aktualisierung 3.2.2016  Ergänzung zur Situation in Zehlendorf aus Insiderinformationen: Die Dirigenten und der BezÄlteste J.

Wie schon so oft kristallisiert sich heraus, dass es in Zehlendorf mal wieder und eigentlich wie eh und je darum ging und geht, engagierte, qualifizierte und motivierte Mitarbeit im Bereich Chor, Seelsorge oder theologische Predigtqualität zu diskreditieren und sie aus ihrem Auftrag mit allen Mitteln heraus zu drängen. Diese Tatsache zieht sich seit mehr als 30 Jahren durch die NAK-Historie. In der Regel sind es wichtigtuerische und menschlich wie fachlich unqualifizierte Bezirksämter oder Gemeindevorsteher, die sich dabei auffällig negativ hervortuen und von der jeweiligen Kirchenleitung (Ap. BezAp) gedeckt und unterstützt werden. Der daraus entstandene (historische) Schaden (Ausblutung befähigter Mitarbeiter) und die Verzweiflung bei den davon betroffenen Geschwistern ist unübersehbar. Alles was lebendig, offen und mit Engagement betrieben wird, wurde und wird zunehmend möglichst schnell beseitigt und der damit verbundene, oft jahrelange erfolgreiche Einsatz und die investierte Kraft verpuffen in ein großes Nichts. In der Gemeinde wird der so positiv gestaltende Mitarbeiter samt Familie zum geächteten Außenseiter. Und dafür ist jedes Mittel recht: Lügen, Halbwahrheiten, Unterstellungen und jedwede Behauptungen über die Person und deren Arbeit. Die dadurch hervorgerufenen Kränkungen an Geist und Seele der Betroffenen machen „krank“. Und die Auswirkungen der Kränkungen bleiben in ihren Folgen leider noch lange, psychisch wie körperlich, wirksam.  Der so an den Menschen und in der Gemeinde entstehende Schaden ist den dafür verantwortlichen Leuten aber absolut gleichgültig! Auch wenn viele Geschwister in Folge die Gemeinde wechseln oder  einfach nicht mehr kommen. Die Haltung der einzelnen Gemeindemitglieder zur Sachlage ist gespalten, die Gemeinde zerreißt innerlich!

So auch geschehen in Mariendorf und aktuell in Zehlendorf. Bis vor 2 Jahren war der Gemeindechor unter seinen Dirigenten AM und  JO jahrzehntelang ein Aushängeschild, das auch im nichtchristlichen Zehlendorfer Umfeld positiv wahrgenommen wurde. Die Chorveranstaltungen hatten große Qualität und wurden innen wie außen mit Freude angenommen. Das hätte auch so bleiben können, wenn es da nicht einen Bezirksaltesten J. geben würde, dem das alles gegen den Strich ging. In der Predigt wurden konkrete Vorwürfe formuliert (Blockadehaltung; Vorsteher nach Katalog aussuchen …) und damit gegen Mitglieder ausgesprochen, die andere Vorstellungen über die Tätigkeit eines Vorstehers oder Dirigenten hatten als der BÄ J. Ein solcher Amtsmissbrauch – und nicht mehr oder weniger ist ein solches Verhalten – interessiert in der Kirchenleitung aber niemanden. Opfer dieses ausgrenzenden Verhaltens waren zumindest die beiden genannten Dirigenten und wohl auch der vorige, geschätzte Vorsteher Hirte Sch., der zumindest offensichtlich seine beruflichen Möglichkeiten nutzte, und nun wieder   in seinem alten  Bezirk Hannover
zu ziehen. Insbesondere dem Verhältnis zu dem Ältesten J.,  der ihm, wo es nur ging, Steine in den Weg gelegt hat, ist er damit entflohen. Die Vorstellungen in der Gemeinde über die Vorstehernachfolge wurden von der KL über den Haufen geworfen , qualifizierte und für die Gemeinde passende Kandidaten hätte es durchaus gegeben, die die Arbeit in der gleichen Intensität weiter befördert hätten (z.B. Priester Sp. oder S.). Gerade das war aber offensichtlich unerwünscht, denn der vor einiger Zeit nach einer Scheidung aus Schöneberg zugezogene, schnell die Karriereleiter aufsteigende Brd. RF. wurde auserwählt! Flugs schrieb dieser dann auch im Gemeindeblatt März 2014, dass „niemand zur eigenen Ehre und Selbstdarstellung“ singen dürfe. Mit diesem Satz unterstellte er gleichzeitig, dass dieser Tatbestand aber vorläge.

Alle Versuche zur Deeskalation endeten wie immer im Nichts, bzw. sogar sehr negativ, indem mal eben Ap Bernd vorbeigeschickt wurde, um die Gemeinde und deren Amtsträger mit scharfen Worten wieder auf den richtigen Kurs zu bringen, koste es was es wolle!

Wem das nicht passt, der kann ja gehen, oder nicht?

Der BÄ J. ist  jedenfalls seit 2014 im Ruhestand!

Aktualisierung 4.2.2016  Ergänzung zur Situation in Zehlendorf aus Insiderinformationen:  Ursachen der Misere – Oder: Wem Gott ein Amt gibt, dem raubt er auch den Verstand (Kästner)

Auszüge aus einem Leserbrief an mich (Verfasser ist mir bekannt):

"Sie vermitteln den Eindruck, dass die Misere in Zehlendorf durch das nicht so häufige Dasein des Vorstehers gekommen sei. Dies ist nicht der Fall.

Ausgelöst wurde die Entwicklung durch die Einsetzung der Person RF als Vorsteher  Ostern 2013. Vordergründig erschien die Wahl eines Akademikers einen gewissen Anspruch an den inhaltlichen Gehalt einer Predigt sowie eine Empathie gegenüber den Geschwister zu gewährleisten. Leider ist beides nicht der Fall, denn mit Betreten der Kirche wird bei RF, für NAK trainierte Gehirne üblich, der innere Schalter auf linientreu umgeschaltet.

Während die Predigten des ehemaligen Vorsteher Schwandt, der wie oben schon geschrieben  die erstbeste Möglichkeit (arbeitstechnisch) genutzt hat und wieder in seinen alten Bezirk Hannover zurück zog, an Jesus und nicht an den Aposteln orientiert waren, wurde gleich nach der Einsetzung von RF offenkundig, wohin die Reise der inhaltlichen Ausrichtung der Predigten gehen würde. NAK-Phrasen wurden aneinander gereiht, sowie  sonntäglich der „Zeigefinger“ erhobenen,  wie schlecht man sei und als Sünder alles für die Nachfolge tun müsse.

Parallel dazu wurde der Dirigent, der auch schon immer ein Dorn im Auge vom Ältesten J war, demontiert. Nicht nur Steine sondern Felsbrocken wurden ihm in den Weg gestellt, es eskalierte und ca. 1/3 aller guten Sänger verließen den Chor. Aus einem hervorragenden Chor wurde ein von der NAK gewünschter Wald- uns Wiesenchor.

Diese leeren Worthülsen waren viele in Zehlendorf nicht mehr gewohnt, sodass sich Widerstand formierte, man wollte mit dem Vorsteher reden. Dies lehnte er ab, da er dies nur mit dem Ältesten oder weiteren Priestern tun wolle oder nur mit jedem Einzelnen. Dieses Hin und Her dauerte ca. 1 ½ Jahre. Eine Annäherung erfolgte nicht, unzählige Briefe der Geschwister wurden an den Bez.Ap Nadolny geschickt.  Stattdessen beschwerte sich der Älteste J.  im Gottesdienst über die Geschwister, die Unfrieden säten. Faktisch säte er ihn!!

In frustrierenden E-Mails wurde zudem klar und deutlich, dass RF nicht begriff,  worum es geht oder er wollte es nicht verstehen, er reflektierte überhaupt nicht sein Verhalten gegenüber den Geschwistern. „Es ist doch alles gut, was wollt ihr denn.“

Sein Verhalten wurde von den jetzt ins Fadenkreuz gerückten Priestern auch kritisiert, aber das perlte alles an ihm ab.

Ein letzter Hilferuf an den BezAP ging nach hinten los, kein Verständnis seitens des BezAp, stattdessen eine schriftliche Erklärung zum NAK-Einverständnis.

Und wenn dann so ein unfähiger aber linientreuer Priester „befördert“ wird  mit den Worten, dass er alles richtig gemacht hätte, dann ist das Entsetzen groß. Die, die jahrzehntelang Engagement in Zehlendorf gezeigt haben, werden mit Füßen getreten.

Viele Geschwister entscheiden nun auch mit den Füßen und suchen sich eine neue Heimat in Charlottenburg, wo ein liberalerer Geist weht, wo die frohe Botschaft als solche verkündet wird.

Natürlich möchte ich nicht die NAKler unterschlagen, die die alte NAK lieben, die gibt es in Zehlendorf sicher. Insbesondere die getreuen ehemaligen Lankwitzer.

Kindliches Gedankengut serviert von heilsnotwendigen Aposteln als Mitglied einer auserwählten Schar, was will man mehr….oder einfach nur Gewohnheit.

„Leider“ ist die Krise in Zehlendorf nur „halb so schlimm“ gegenüber dem, wie es anscheinend in Potsdam rumort. Viele Geschwister kommen jetzt aus Potsdam nach Zehlendorf, also von der Traufe in den Regen. Das scheint allemal besser als Potsdam….

Der dortige Vorsteher verkündet vom Altar, so wurde es mir erzählt, dass ihm keiner kann, denn sein Vater hätte ihm auf dem Weg gegeben: “Halte Schulterschluss mit dem Ältesten, dann kann dir keiner. Ihr könnt euch ruhig beschweren ……“ Aus diesem Grund ist auch ein Absinken der Geschwisterzahlen in Zehlendorf kaum bemerkbar.

Und wenn man ohnehin an den NAK-Trash gewöhnt ist, dann ist der Schmuh in Zehlendorf erträglicher als das „prollige“ aus Potsdam…...

Das System NAK duldet keine Querdenker, das System darf sich nicht in Frage stellen lassen.

Das heilsnotwendige Apostolat muss gesichert werden und kann sich nicht irren….

Die notwendigen Konsequenzen ziehen leider die Wenigsten, denn es ist immer schwierig die NAK Sozialisation hinter sich zu lassen.

Für den nächsten Mittwoch, den 10.2.2016, hat sich der Bez.AP angekündigt … "

… und man darf gespannt sein, ob sich dann Ähnliches abspielt, wie weiter unten aus Mariendorf berichtet. Vom neuen Bezirksältesten TK ist jedenfalls nach anfänglich großer Hoffnung offensichtlich auch nichts zu erwarten.  Tja, TK – vor über 25 Jahren 1. Geiger im von BB und mir geleiteten Orchester. Später übernahm er das Orchester mit dem Versuch, den erreichten Stand wenigstens zu konservieren. Noch später Schulchordirigent, BezEv und nun BÄ! Wunderbar, oder?

Nochmals: Wem Gott ein Amt gibt, dem raubt er (offensichtlich) auch den Verstand! Zumindest geht aber das Rückgrat bei drauf ...

Nachsatz 7.2.

Oder ist es nicht eigentlich und vielmehr innerhalb des religiösen Denkmusters vielleicht sogar blasphemisch, im Zusammenhang mit der NAK und dem hier vorliegenden faktischen Hintergrund des nachweislich nakamtlich geschützten Machtmissbrauchs überhaupt von "GOTT" zu reden??

Dann sollte der Satz also wie folgt moduliert werden und heißen: Wem die NAK ein Amt gibt, dem raubt sie offensichtlich auch den Verstand!

Zumindest aber muss er um im Amt zu bleiben per Unterschrift sein eigenes Rückgrat aufgeben, wenn er in der NAK als AT dabei bleiben will ...

Was ist das für eine christliche (???) "Kirche"????

 

16.2. 2016 Aktualisierung:  BezAp Nadolny GD am 10.2.2016 in Zehlendorf - Bericht und Kommentar

Alle Zitate stammen aus einer mir vorliegenden Aufnahme

 Textwort 1. Johannes 4

  1. Ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von Gott sind; denn es sind viel falsche Propheten ausgegangen in die Welt.

BezAp  Nadolny besuchte am 10.2. 2016 die Gemeinde Zehlendorf. Wer erwartet hatte, dass sich Nadolny in bestimmter Weise konkret zum Zehlendorfer Problemfeld äußern würde, wurde zunächst enttäuscht. Kein Wort zur Sachlage, keine Erwähnung irgendwelcher Probleme in der Gemeinde. Dennoch wurden aber auf mehr oder weniger deutliche Art die ´Kritiker` in versteckter Form angesprochen und deutlich in die Schranken der Nachfolge verwiesen. Sie wurden mit pseudotheologischer Scheinargumentation, die bei genauerer Sicht zwar trivial erscheint, beim direkten Zuhörer aber durchaus nicht die offensichtliche Redeabsicht verfehlt,  deutlich vor die schwarzweiße Wahl gestellt, entweder mit den Aposteln im Glauben in Reih und Glied zu marschieren, oder aber dem Teufel und seinen "Lügen und Halbwahrheiten“ zu folgen. Bereits zu Beginn formulierte der BezAp die Binsenweisheit, dass es „schwierig ist, alles unter einen Hut zu bringen“ und merkte noch banaler an: „ Zwei Menschen, zwei Meinungen; drei Menschen, drei Meinungen.“  Offensichtlich knüpft diese Aussage einleitend, worum es eigentlich geht, direkt an die konkrete Gemeindesituation an, ohne sie expressis verbis zu benennen. Hintergründe oder Differenzierungen werden ausgelassen. Im Gegenteil wird in Richtung der Gedankenabweichler schlicht behauptet, „mit dem Blick auf Jesus haben alle die gleiche Blickrichtung“, und dem Jahresmotto folgend bedeutet „siegen mit Christus, Trennendes zu überwinden!“

Interessant wird es jetzt, wie es  Nadolny gelingt, das eigentlich aufreizend zur Kritik auffordernde Textwort  auf NAK-Niveau herunterzuschrauben und zu banalisieren.  Zunächst simplifiziert er, Geister zu prüfen bedeute, sich auf ein „Maß“ zu einigen, denn „prüfen heißt vergleichen.“  Also „muss man erstmal eine Basis haben, sonst kann man nicht vergleichen, sonst kann man nicht messen.“  Mit „unterschiedlichem Maß“ geht das nicht (Beispiele für Zeit = Stunden, Gewichte= Kg und Strecken = Km werden benannt), aber „wenn wir das gleiche Maß haben und anwenden wollen, dann geht es eben nur, wenn wir auf Gott schauen.“ Die Möglichkeit der Geisterunterscheidung besäße jeder Mensch, denn jeder „weiß, was gut oder böse ist“, aber der Heilige Geist „verstärkt“ die Mittel dazu. Nadolny weiter:

„Wenn man so den Teufel anschaut, wenn man so das Böse anschaut, dann merkt ihr ganz schnell, dass er immer mit Lüge arbeitet, zumindest mit Halbwahrheiten. Das fing im Paradies an mit der Lüge, ihr werdet sein wie Gott, ihr werdet sein wie Gott! Wie Gott! Ihr braucht doch keinen Gott! Ihr macht euch selbst zum Gott. Ich spreche mal etwas einfach: Dann seid ihr der Chef und braucht euch keinem mehr unterzuordnen. Dann könnt ihr machen, was ihr wollt. … Das Bemühen, zu werden wie Gott, ist immer noch da. Das Bemühen, den Gott, den Richter, vor dem man einmal Verantwortung ablegen muss für sein Handeln, zu beseitigen ist immer noch da. Man bekämpft diesen allewigen Gott!“

Diese Ausführungen Nadolnys sind im angegebenen Bezug zur Verführung im Paradies durch die Schlange in ihrer weitergehenden, frei assoziierten Konstruktion natürlich völliger Unfug und haben keinerlei Bezug mehr zum biblischen Kontext. Denn natürlich wurde der Mensch durch die zuvor nicht vorhandene und jetzt gewonnene Unterscheidung zwischen Gut und Böse wie Gott. Gleichzeitig trat er damit aber auch in die Verantwortung für seine Taten. Der Mensch wurde zum ICH! Zur Person! Davon hat Nadolny aber natürlich keinerlei Ahnung. Und darum geht es ihm auch nicht, denn vor dem problematischen Hintergrund in der Gemeinde und ihrer Ausrichtung in der Vergangenheit wird damit zielgerichtet  denen, die mit der neuen Führung und den Änderungen nicht einverstanden sind, zwar indirekt aber im Transfer dennoch deutlich gesagt: Ihr arbeitet gegen Gott, wollt Gott abschaffen, indem ihr euch nicht unterordnet und selbst Chef sein wollt! So und nicht anders sind diese Ausführungen zu verstehen. Alle kritischen Stimmen sind also Handlanger des Teufels, denn die richtigen Gotteskinder „brauchen ihn!“, also Gott. Dieser Gedanke wird dann weitergeführt mit Aussagen wie „Kinder brauchen Liebe und Vertrauen / Ohne Gottvertrauen gerät man in Verzweiflung/ Nicht jeder (Kindes-)Wunsch wird erfüllt – auch Jesus stieg aus Liebe zu uns eben nicht vom Kreuz herab …“

Nach 30 Minuten wurde nun das Apostelamt zentrales Thema mit der Frage, ob das nun wirklich Apostel sind. Antwort darauf:

Aus dem Glauben heraus erleben wir die Wirksamkeit des Amtes. Ja und dann kommt der Teufel und sagt: Guck mal an diesen Fehler und jenen Fehler. Da hat er etwas falsch gemacht und da hat er etwas falsch gemacht! Es gab früher einmal einen Spruch, der klang recht fromm und war bestimmt auch ehrlich gemeint, der lautete: Ich habe bei meinem Vorangänger niemals einen Fehler gesehen, weil ich nie einen gesucht habe! Ein schöner Spruch und ich will da auch nicht widersprechen. Ich sage heute: Ich habe bei meinen Vorangänger niemals einen Fehler gesucht, aber der Teufel hat dafür gesorgt, dass ich sie sehe!“

Darauf folgt eine umfangreiche Aufzählung, dass Mose ein Mörder war, Petrus den Herrn verleugnete und Paulus sich freute, als die Christen gesteinigt wurden mit der Schlussfolgerung:

„Gott hat schon immer den Glauben gefordert derer, die zu seinem Volk zählen, an seine Sendung! Liebe Brüder und Schwestern, wir sind nicht perfekt als Apostel und ich hab das erst vor kurzem gesagt, dazu stehe ich 100prozentig, das tatsächlich, davon bin ich überzeugt, jeder Amtsträger von Gott ausersehen ist. Und wenn ich daran einen Zweifel hätte, dann bei mir selbst. Ihr lieben Brüder und Schwestern, wenn das nicht mehr der Glaube ist, dann kommt alles ins Schwanken. Noch einmal, es gibt Fehler, ganz selbstverständlich, aber wir müssen die Geister unterscheiden. Ist er von Gott oder ist er von unten, ist er vom Bösen? Führt er zu Gott hin oder will er uns von Gott trennen? Und diese Entscheidung muss jeder für sich selbst treffen. Deshalb diese Aufforderung: Prüfet die Geister, ob sie von Gott sind. … Wir sind aufgefordert zu prüfen. Und das wollen wir tun und wollen aufpassen,  ihr lieben Brüder und Schwestern, dass wir bei Gott bleiben, dass wir dann mit Christus siegen können über das Böse! Amen!“

Man muss sich deutlich fragen, welches Gottesbild hinter solchen Aussagen steht. Im Grund wird der Gottesbegriff nur dazu verwendet bzw. missbraucht, die NAK und ihre Amtsträger, allen voran natürlich die Apostel, zu legitimieren.  Aus der „Geisterprüfung“ wird letztlich die Prüfung, ob Haltungen und Gedanken von kritischen Mitgliedern konform sind mit den ideologischen NAK-Vorgaben. Demzufolge müsste das Bibelwort umformuliert werden: Ihr Lieben, glaubet nicht einem jeglichen Geist, sondern prüfet die Geister, ob sie von der NAK sind; denn es sind viel falsche Propheten ausgegangen in die Welt. Die NAK samt Apostelamt  ist sich ihr eigener Gott, der verwendete Gottesbegriff  ist letztlich Staffage.  Nur dann kommt nämlich „alles ins Schwanken“, wenn ich nicht mehr an die Auserwähltheit der NAK-Apostel glaube. Und dann geht es nicht mehr um eine Zuwendung zu Gott oder zum Bösen, sondern nur um die Frage, führt etwas zur NAK hin oder von ihr weg. Dann aber würde auch ein Amtsträger nicht von Gott, sondern vom Bezirksapostel ausersehen. Und, man höre und staune, genau das beschreibt Nadolny in Bezug auf den ihn am Abend begleitenden russischen Apostel Budnyk:

„Ich plaudere ein wenig aus der Schule. Unser Apostel wurde in den 90er Jahren versiegelt. Und dann hat er sich ein wenig bockig angestellt. Er wollte kein Amt annehmen. Dann habe ich ihn fast vergewaltigt und habe ihn einfach zum Diakon ordiniert!“

Also, liebe Kritiker in den Gemeinden, ihr kritisiert nicht Gott, ihr seid keine Handlanger des Teufels, ihr wendet euch nicht von Gott ab, wenn ihr zu euren Haltungen und Überzeugungen steht und auf Fehler von neuapostolischen Amtsträgern aufmerksam macht. In Wirklichkeit seid ihr diejenigen, die den göttlichen, guten Gedanken oder Geist von dem Ungeist der NAK- Verführung unterscheiden können.

Folgt also im wirklich gemeinten Sinn der Aufforderung des Apostel Johannes und setzt euren Verstand tatsächlich ein, um weiterhin kritisch die Geister zu prüfen(=krinein) und zu unterscheiden! Siehe krinein= prüfen, unterscheiden

PS:

  • Apostel Berndt ist am 14.2. zur Ruhe gesetzt worden und kann dem ganzen Treiben jetzt aus der Entfernung gelassen und mit guter Pension bequem folgen.
  • Die Gemeide Teltow wird nach 12jähriger Nutzung des Kirchenbaus geschlossen. Die Mitglieder werden nach Zehlendorf geschickt.

Falls jemand ein Schnelltipper ist und Freude daran hätte, diesen ganzen Gottesdienst für alle lesbar zu machen (BÄ Krack lohnt sich auch sehr!), dann bitte kurze Mail mit Adresse - ich schicke die CD dann zu. Der Name des Schreibers bleibt natürlich geheim!

 

25./26.2.2016 Nicht korrekte Quellenangaben und manipulative Meinungsmache in einem Artikel bei Glaubenskultur zur Situation der Gemeinde Zehlendorf  - Ein Kommentar

(siehe auch in Aktuelles: 18.3.16  Kritik vom Betreiber des Forums Glaubenskultur Michael Koch an meinem Kommentar zu seinem Artikel „Zehlendorf“)

Zitat Koch: "...die Gemeinde gilt als „versnobt.“ (...)  Das erklärt einige hilflos wirkende „Kriseninterventionen“ die wohl im letzten Monat gestartet wurden."

Unter der Überschrift „Aktuelles / Zehlendorf – ein neuer Konflikt nach alten Mustern
In Berlin brodelt es seit 23 Jahren – die Folgen einer Fehr-Entscheidung
“ findet sich im sehr nak-freundlichen Internetmagazin Glaubenskultur ein Artikel vom 8.2. 2016 vom Herausgeber Michael Koch. Für stolze € 39,99 im Jahr kann man dort ein Abo erwerben und seine Artikel lesen. Der eigentliche Grund, warum ich hier dazu  überhaupt einen Kommentar schreibe, kommt später, zunächst einige kritische Anmerkungen zum Artikel.

In seinen Ausführungen nimmt Koch anfangs Bezug auf vergangene NAK-Zeiten Berlins. Koch schreibt: „Fragt man Neuapostolische aus anderen Gemeinden, dann sagen sie, die Zehlendorfer hätten sich schon immer für etwas Besseres gehalten. Sicher ist, die Gemeinde hat in den letzten 30 Jahren mindestens zwei Professoren hervorgebracht, was darauf schließen lässt, dass der Anteil des bildungsbürgerlichen Milieus recht hoch ist.“ Welchen Aussagewert eine solche auf Hörensagen beruhende Behauptung hat, sei dahingestellt, manipulative Meinungsmache ist es auf jeden Fall. Der direkte Nachsatz jedenfalls ist mit seiner Schlussfolgerung völlig falsch:

Der Gemeindechor stand viele Jahre lang unter der Leitung des in neuapostolischen Musikerkreisen bekannten Bodo Bischoffs und agierte im Gegensatz zu vielen anderen Gemeinden auf hohem Niveau. Auch das hat Geschichte: Zu Zeiten der deutschen Teilung war Bezirksapostel Arno Steinweg aus Hannover zuständig für die neuapostolischen Gemeinden West-Berlins. Unter seiner Leitung wurde ein höheres musikalisches Niveau gefördert.“ Es stimmt die Aussage zur Qualität des Chores unter der Leitung von BB, gefördert wurde diese niveauvolle Arbeit jedoch nie unter Steinweg, im Gegenteil. (siehe folgende Brief-Einfügung:

ARNO   STEINWEG                                                      DEN  2.Juli  1985  

Lieber trauriger Mitbruder! 

Am 28. Juni erhielt ich Ihren Brief vom 25. Juni 1985, den ich an Ihren Chorleiter und Unterdiakon B.B. weitergeleitet habe.

Sie sind als Mitwirkender im Instrumentalchor traurig darüber, daß Bischof Türk die Anweisung gegeben hat, nur Lieder aus unserem Gesangbuch bzw. der Chormappe für Gästesingen zu verwenden. Was Sie traurig macht, erfreut mich, nämlich einen Bischof in Berlin zu haben, der tut, was ihm sein Apostel sagt. (...)

Wenn einmal spezielle Wünsche betreffs Liedauswahl im Herzen des einen oder anderen Spielers offenbar werden, dann kann man darüber mit dem Dirigenten sprechen, und der Dirigent, der ja letztlich der Vertraute des Apostels ist, wird immer bemüht bleiben - will er im Segen schaffen und die Einheit des Chores fördern - die Anordnungen seines Segensträgers freudig zu befolgen. Bedenken Sie bitte, daß das Werk Gottes keine Organisation ist, sondern ein Organismus, in dem das Leben Christi pulsiert. Der Sohn Gottes hat in einer schweren Stunde seinem Vater wohl seinen Wunsch und seine Bitte vorgetragen, wie er es gern gehabt hätte, aber er stellte seinen Wunsch und seine Gedanken unter den Willen seines Vaters: "Nicht mein, sondern dein Wille geschehe!" Üben Sie sich bitte auch darin, damit aus Ihrem betrübten Apostel wieder ein freudiger und gern an die Berliner Spieler denkender werden kann.

Herzlichst Ihr (persönliche Unterschrift A. Steinweg)

Anmerkung: Wir (= in Hauptfunktion Bodo und D. Streich) hatten damals mit dem gerade neu übernommenen Orchester zuvor bei einem Übertragungsgottesdienst einige barocke Stücke und auch von K.M. Fruth (NAK) eine kleine Partita "Mache dich mein Geist bereit" musiziert mit nachfolgenden Beschwerden aus Hannover "Wir dachten, wir hätten den RIAS (ein Radiosender aus Berlin) in der Leitung". Dieses "Lob" führte zum angesprochenen Verbot und als Reaktion darauf zu einem anonymen Schreiben eines Orchestermitgliedes. Der obige Antwortbrief wurde öffentlich in der Probe verlesen.) siehe Unterseite zur Musik

Erst als Ap. Klingler für die Musik in Berlin zuständig erklärt wurde, änderte sich alles deutlich.  Koch führt weiter aus, dass mit der Wende zu Bez.Ap Schröder 1993 sich wieder ein negativer Trend einstellte usw. Auch diese Beschreibungen Kochs entsprechen  höchstens  nur halbwegs der damaligen Situation,  eher war es ein grundsätzlicher Konflikt zwischen den Leitern der nun zwei Schulchöre und Orchester. Schröder war nicht in der Lage, diese Konflikte zu lösen, deshalb sein Rundschreiben! Zitat daraus (man beachte den Umgangston):

Mir ist aufgefallen, dass einige Dirigenten einen besonderen Vortragsstil ... pflegen, ... man will die Spannung und Dynamik des Vortrages auffallend gestalten ... Sie vergessen dabei leider, dass es sich um ihre eigene persönliche Auffassung handelt ...Den Inhalt und Zweck des Liedes kann man sich aber nur denken - man empfindet ihn nicht. ....Das Schlimme an diesen ... ´Besonderheiten` der Dirigenten ist, man darf sie nicht darauf aufmerksam machen. Sie können nichts so schlecht vertragen wie eine Kritik ... Sind Dirigenten unfehlbar? Wer darf ihnen etwas sagen? Sicherlich nur L.v. Beethoven, und der lebt glücklicherweise nicht mehr.   …

Leider muss ich wahrnehmen, dass unsere "großen" Dirigenten nicht auf einen Nenner kommen. ... Keiner will sich auch nur ein bisschen dem anderen brüderlich unterordnen, jeder hat am anderen etwas auszusetzen. Und dann erwartet man von mir, dass ich ... Regelungen treffe ... Bei einer solchen Haltung unter neuap. Dirigenten schließt sich eine Verwendung meinerseits aus. Es stimmt eben doch, was, wie oben angeführt, der Stap Schmidt sagte: "Kunst gebiert Kritik und die kann niemand vertragen." Nun möge niemand selbstgefällig feststellen, das gilt ja nicht mir ...: "Darf dir dein Vorsteher Wünsche äußern ...? Hat er und seine Gedanken bei der Programmgestaltung ...Priorität ?" Die Gottesknechte sind laut Jesu Wunsch zum Einssein verpflichtet (Joh 17). Das tun sie, indem sie sich der göttlichen Autorität unterordnen und auf ihre Apostel hören.“

Quelle siehe Unterseite zur Musik

Aber das soll hier nicht näher kommentiert werden, da es ja eigentlich um die aktuelle Lage in Zehlendorf geht. Nach weiteren, mehr oder weniger richtigen bzw. relevanten Ausführungen auch zum Führungswechsel von Schröder zu BezAp Nadolny - „Dafür machte Nadolny seine Sache dann recht ordentlich“ ????? (siehe dazu alle weiteren Untersuchungen auf dieser Seite) - schreibt Koch weiter, nun endlich aktuell, zum Vorsteherwechsel in Zehlendorf:

„Dieser Wechsel löste wiederum bei der anderen Seite Frustration aus, wie ein Bericht andeutet, der * auf einer Webseite veröffentlicht wurde: „Die Vorstellungen in der Gemeinde über die Vorstehernachfolge wurden von der KL [Kirchenleitung, Anm. gk] über den Haufen geworfen, qualifizierte und für die Gemeinde passende Kandidaten hätte es durchaus gegeben, die die Arbeit in der gleichen Intensität weiter befördert hätten (…). Gerade das war aber offensichtlich unerwünscht (…)“.

In diesem Absatz steckt der Grund – ein Leser meiner Seite machte mich darauf aufmerksam und schickte mir den Artikel - warum ich hier überhaupt dazu Stellung nehme. Koch zitiert nämlich ausführlich in seinem Artikel aus einem bei mir eingestellten Leserbrief (siehe weiter unten die Aktualisierung vom 4.2.2016 „Ergänzung zur Situation in Zehlendorf aus Insiderinformationen: Ursachen der Misere – Oder: Wem Gott ein Amt gibt, dem raubt er auch den Verstand“), ohne deutlich und konkret meine Webseite oder meinen Namen zu benennen.
In dem Satz, „wie ein Bericht andeutet, der * auf einer Webseite veröffentlicht wurde“, ist lediglich das kleine Sternchen (bei Koch ein kleiner roter Punkt) der einzige, versteckte Link, der beim Anklicken auf mich als Quelle verweisen würde. Aber so zitiert man nicht korrekt, zumal die Infos aus dem Leserbrief wirklich die einzig wesentlichen Fakten enthält, die in Kochs Artikel von aktueller Bedeutung sind. Ich machte Koch in einem Leserbrief auf die nicht korrekten Zitate aufmerksam und schrieb:

Hallo Michael,
es freut mich, dass du aus meinem Artikel bzw. dem Leserbrief zum Fall
Zehlendorf zitierst und damit die darin enthaltenen Informationen einer
größeren Leserschaft zugänglich machst. …

Du kannst das gerne machen, jedoch gehören dann dazu auch die
ordentlichen Quellenangaben, will sagen Name und Adresse meiner Hp.
Du solltest das bitte in den nächsten Tagen unbedingt nachholen ...

Kochs lapidare Antwort:                      

„Hallo Detlef,

At 19:15 17.02.2016, you wrote:

Du kannst das gerne machen, jedoch gehören dann dazu auch die
ordentlichen Quellenangaben, will sagen Name und Adresse meiner Hp
.


im Original ist ein Teil meines Textes auch mit  einem Link zu deiner Webseite unterlegt.  Das ist vermutlich beim Kopieren verloren gegangen. (…)

Beste Grüße
michael“

Ein Teil meines Textes …“ verlinkt stimmt natürlich auch nicht, denn ein roter Punkt ist kein Text. Eine weitere Mail an Koch blieb ohne Antwort, denn natürlich fällt es ihm bei seinen Lesern, „also den Freunden und Gönnern der NAK, schwer zuzugeben, bei einem so miesen und unnachgiebigen NAK-Kritiker wie mir gelesen und von mir zitiert zu haben. Auch der Name meiner Hp "NAK-Ausstiegshilfen" wäre für die Leser von Glaubenskultur wohl ein Affront! Die meisten seiner Abonnenten ( 1000 Leser x 40 Euro= 40.000 Euro pro Jahr) drehen sich schreiberisch  lieber im bemühten Wohlwollen erstens um sich selbst und zweitens um die NAK. Aber dann sollte Koch halt die Schreibefinger davon lassen und zugeben, dass er zu dem Thema Zehlendorf keine Informationen hat!

Zwar handelt sich bei solchen Artikeln um keine Doktorarbeiten, deren Verfasser wegen ihrer mangelhaft deklarierten Zitate oft über den so erworbenen Hut stolperten, aber 40.000 Euro sind auch kein Pappenstiel. Im vorliegenden Fall handelt es sich zudem nämlich um ein sogenanntes Sekundärzitat, weil ich als Quelle der Information bei mir den Text eines anderen Autors einstelle, den nur ich wirklich kenne und somit dessen Glaubwürdigkeit einschätzen kann. Kochs Anmerkung, „ein Mitglied der Gemeinde sekundiert anonym,“ ist in diesem Fall z.B. seine bloße Vermutung, und die ist leider falsch. Der Autor ist nur ein ehemaliges Mitglied und längst ausgetreten! In dem Fall von Sekundärzitaten gilt deswegen eine besondere Vorsicht:

„Unter Sekundärzitierung versteht man das Zitieren von  Arbeiten, die man selbst nicht gelesen hat, aber anhand der Ausführungen anderer Autor/innen einbringt. Sekundärzitate sollten nach Möglichkeit vermieden werden, da zitierende Personen Originaltexte aus ihrer Sicht und zumeist in spezifischer Auswahl wiedergeben. Durch mehrfaches Sekundärzitieren kann es zu großen inhaltlichen Verzerrungen kommen („Stille-Post-Phänomen").“ (Quelle)

Koch scheint mir aber voll zu vertrauen, was ich durchaus schätze. Nur das hätte er seinen Lesern durchaus mit entsprechenden Angaben mitteilen sollen und müssen! Schade …

Aber nochmals zurück zum Artikel. Koch versteigt sich gegen Ende wiederum ins Hörensagen und behauptet:

Leute, die Nadolny kennen, sprechen ihm den Willen zur Konfliktlösung nicht ab. Aber Zehlendorf ist in den Augen jener, die mit einfacherer neuapostolischer Kultur aufgewachsen sind, auch ein Spezialfall. Man könnte trivial sagen, die Gemeinde gilt als „versnobt.“

Wem will Koch damit was sagen? Gemeinde sowieso doof, Nadolny guter Bezirksapostel? Koch weiter:"Das erklärt einige hilflos wirkende „Kriseninterventionen“ die wohl im letzten Monat gestartet wurden." Will sagen, die "Versnobtheit" der Mitglieder verhindert nach Kochs Ansicht die Lösung der Krise!? Solch ein unhaltbares Pauschalurteil ist typisch für die in der NAK übliche schwarzweiß Sicht der Dinge. Eine ganze Gemeinde ist immer eine Zusammensetzung verschiedenster Haltungen und Meinungen, die Pauschalisierung ist also nichts anderes als ein Totschlagargument und damit eine polemisierende Herabsetzung aller ihrer Mitglieder! Zwischen diese beiden Sätze fügt Koch noch, hier nun fast als Killerphrase zu deuten, ein: "Selbst mit einem Bezirksältesten, der selbst langjähriger Schulleiter war, geriet sie immer wieder aneinander." Was soll das "selbst"? Sind Schulleiter per se Gutmenschen? Zur besseren Übersicht nun Kochs Aussage nochmals im Zusammenhang:

"Leute, die Nadolny kennen, sprechen ihm den Willen zur Konfliktlösung nicht ab. Aber Zehlendorf ist in den Augen jener, die mit einfacherer neuapostolischer Kultur aufgewachsen sind, auch ein Spezialfall. Man könnte trivial sagen, die Gemeinde gilt als „versnobt.“ Selbst mit einem Bezirksältesten, der selbst langjähriger Schulleiter war, geriet sie immer wieder aneinander. Das erklärt einige hilflos wirkende „Kriseninterventionen“ die wohl im letzten Monat gestartet wurden."

Gegen Ende des Artikels dann noch unkommentiert das hier:

"Teile der Zehlendorfer fühlen sich vor dem Hintergrund ihres jahrzehntelangen Engagements dagegen „mit Füßen getreten“. Sie flüchten in die als liberal geltende Gemeinde Charlottenburg, was von dort auch bestätigt wird. Die Charlottenburger pflegen allerdings seit Jahren einen sehr moderaten und interessenausgleichenden Modernisierungskurs und fürchten sich nun vor eventuell aus Zehlendorf zuwandernden „Haudegen“."

Alle Leute, die ich aus dem internen und engen Kreis der Informierten kenne, halten Nadolny nicht für fähig, Konflikte angemessen lösen zu können. Und wie meine Berichte zu Mariendorf zeigten, ist er ohnehin selbst als schwache Führungskraft und auch durch seine eigenen Äußerungen zumindest Mitverursacher und damit Teil des oder der Konflikte. Die Untersuchung seiner Predigten in Zehlendorf und Mariendorf (siehe Artikel weiter unten) bestätigt das überdeutlich.

Wer also von den GK-Abonnenten hier nun meinen Kommentar liest, sollte sich dringend überlegen, ob es sich für solche gefärbten und manipulativen Artikel wie diesen wirklich lohnt, sich mit 40 Euro im Jahr an Michaels Einkommen zu beteiligen.

Zudem fragt man sich wegen der doch allzusehr rosarotnakwohlwollenden Sicht und Darstellung und der gleichzeitig despektierlichen Schilderung Zehlendorfs, wer ihn womöglich noch sponsert?

Einer seiner besten Kumpel ist jedenfalls der Internationale NAK-Kirchensprecher Bischof Johanning!

Leserbriefe zum Thema:

1.3. 2016 ... wenn es nicht so "bösartige" Kritiker wie Dich gäbe, wüssten einige bis heute nicht, was in der NAK so los ist...
Von mir jedenfalls ein großes Lob an die tolle "Berichterstattung"...das ist leider nur die Wahrheit!
Den "Zerfall" von Mariendorf habe ich hautnah miterlebt. Der Vorsteher und der Dirigent waren enge Freunde in meiner Jugendzeit in der NAK...Ich kann leider nur sagen, dass das alles wahr ist...und das, obwohl ich nicht aus der NAK ausgetreten bin....
...und wenn ich lese, dass ein Apostel Nadolny Konfliktfähig sein soll,  kann ich nur lauthals lachen. Dann frage ich mich ernsthaft, warum Nadolny immer andere vorschickt in die Gemeinden...in Mariendorf AP Katens und in Zehlendorf AP Berndt. Wenn er ein ehrliches Interesse an seinen "Schafen" hätte, erwarte ich, dass er dort persönlich erscheint, und zwar nicht irgendwann mal, sondern gleich! Die Konflikte in den Gemeinden sind ja nicht von "heute auf morgen" entstanden, das sind ja längere "Geschichten". Im Ergebnis lässt sich für mich jedenfalls feststellen, dass AP Nadolny in keinster Weise Konflikte lösen kann.
Das sagt er ja selber... Stifte, die nicht zu gebrauchen sind, kommen eben in den Müll - ist ja auch eine Lösung...

Also noch mal...Hut ab!

MK

1.3.16 Ich habe ihren Mitschnitt gelesen und muss sagen, es ändert sich bei der NAK gar nichts und bei Herrn Nadolny sowieso nicht. Ich kann diese typische NAK Rhetorik nicht mehr hören und bin immer wieder erstaunt, mit welchen simplen Mitteln Menschen an ein Heilsversprechen gebunden werden. Da ich für mich entschieden habe nur noch Spaghettimonstern zu glauben, schmerzt es natürlich, wenn man diese Abhängigkeit Anderer sieht, in der man selbst auch einmal lebte.

Im Sinne von Leben und Leben lassen, möchte ich mich noch bedanken, dass Sie Herrn Koch zurechtgewiesen haben.

Durch seinen Kommentar insbesondere zu den möglichen Bedenken der Charlottenburger gegenüber den Zehlendorfer „Haudegen“ hat er meines Erachtens den „suchenden Zehlendorfern“ absichtlich einen Bärendienst erwiesen. Obwohl er die Beweggründe der Zehlendorfer in Ihrem Text  gelesen haben muss, hat er sie jetzt stigmatisiert!

Der Argwohn ist gesät. So kann man auch mit „Asylsuchenden“ umgehen.

FS

 

9.7.2014 Artikel und Analysen zu den Ereignissen um den Rücktritt des Vorstehers der NAK–Gemeinde Berlin Mariendorf – Droht ein zweites Wyk oder Blankenese ?

Kurzinfos: Folgen in der Gemeinde Mariendorf nach dem 11.5.2014

1.1.2015 Der Gottesdienstbesuch ist insgesamt um ein Drittel zurückgegangen. Und von den jetzigen Besuchern wünscht die Häfte keinerlei persönliche Ansprachen bzw. Hausbesuche mehr!

26.5. 2015
Vor rund einem Jahr gab der damals amtierende Vorsteher JP in der Gemeinde Mariendorf bekannt, dass er seine Aufgabe als Vorsteher mit sofortiger Wirkung nicht mehr ausüben wird. Zu diesem „Jahrestag“ besuchte nun Ap. Berndt, der eigentlich nicht zuständig ist für Mariendorf sondern Ap Katens, die Gemeinde. Die Gründe dafür sind unklar. Klar ist aber, dass Ap Berndt nicht ohne Beauftragung des BezAp´s Nadolny nach Mariendorf kam. Und das bedeutet: Ap Katens wurde mit voller Überlegung nicht in die Gemeinde geschickt! Daraus kann jeder seine eigenen Schlüsse ziehen.

Überraschend kam zu diesem GD kurz vor Beginn auch der ehemalige Vorsteher JP, was in der Gemeinde eine sehr große Belebung und Bewegung auslöste. Ap. Bernd hielt nach internen Berichten eine „anerkennenswerte“ Predigt und setzte wiederum einen Diakon nach jahrzehntelanger Amtstätigkeit zur Ruhe.

Der aktuelle Gemeindebesuch ist insgesamt sehr überschaubar: Mittwochs sind es nur noch ca. 50 % und So. ca.60% seit dem Weggang des Vorstehers.
Im Seniorenkreis ist das Thema immer noch aktiv. Man stellt sich die Frage: Warum erklärt sich die Kirchenleitung nicht. Die Predigten der verbliebenen Priester sind nach internen Angaben wie früher „grauenhaft.“ Es ist deutlich zu merken: Die Geschwister sind demotiviert und enttäuscht.

 

ab 9. 7. 2014 Artikel und Analysen zu den Ereignissen um den Rücktritt des Vorstehers der NAK–Gemeinde Berlin Mariendorf – Droht ein zweites Wyk oder Blankenese ?

Oder:

Wie schafften es ein Bezirksapostel Nadolny und sein Hilfsapostel Katens mit Lügen, Halbwahrheiten und falschen Schuldzuweisungen einen Vorsteher und seine Gemeinde an den Abgrund und ins Aus zu bringen? 

Die folgenden Ausführungen beschreiben eine mehr als traurige und erschütternde Fallstudie selbst für jemanden wie mich, der faktisch nicht wirklich mehr involviert ist. Die Gemeinde Mariendorf ist ein aktuelles und hier sachlich dokumentiertes Beispiel für die unsägliche Arroganz und Unfähigkeit ihrer NAK-Systemvertreter (Apostel und Bezirksapostel), die auf Biegen und Brechen lieber ihren persönlichen Status quo aufrecht erhalten, anstatt sinnträchtig und vor allem seelsorgerisch verantworlich ihrer eigentlichen Aufgabe nachzukommen. Man möchte die Klagelieder zitieren und sagen: "Gedenke, Herr, an das, was uns widerfahren ist! Schau her und sieh unsere Schmach!" Aber das macht keinen Sinn, weil diese Apostel sich als Herren über den Glauben ihrer anvertrauten Schäflein fühlen und völlig immun gegen jegliche, von außen oder innen kommende Kritik sind. Also bleibt nichts anderes übrig, als hier über die von der Kirchenleitung (KL) verschleierten Sachverhalte aufzuklären und Informationen, Kommentare und Analysen anzubieten, die den mündigen Leser in die Lage versetzen, sich selbst ein Bild vor den Geschehnissen zu machen und sich seine eigene Beurteilung der gesamten Situation daraus zu bilden.

 

Vorbemerkungen zur Chronik des Verfalls:

27.7.2014 BAP Nadolny: Gott schmeißt Priester in die Mülltonne!

Was der Performance-Künstler Romain Thibaud-Rose in der Frankfurter Einkaufsmeile oder in Hamburg als Provokation inszeniert (siehe  Foto von Kristina Steiner), ist in der NAK von Bezirksapostel Nadolny gepredigte Glaubensrealität.

Er sagte innerhalb der Predigt am 29.6.2014 in der Ansprache zur Amtseinsetzung eines neuen Priesters in Mariendorf (zitiert aus einer mir vorliegenden wörtlichen Abschrift einer Aufnahme des gesamten GD´s):

Ein Amtsträger ist wie der Stift in der Hand eines  Schreibers. Wenn man einen Kugelschreiber nimmt und er will und will nicht? Was macht man damit? In die Mülltonne, weg damit. So macht es Gott, wenn ich nicht mehr in seiner Hand tauge. (BezAp Nadolny)

Mein Vorschlag für ein neues NAK-Logo für Berlin/Brandenburg

So und nicht anders ist diese Aussage von BAP Nadolny zu verstehen: Einen Amtsträger, der nicht richtig will, schmeißt Gott in die Mülltonne. Das zuallererst einmal die Mine gewechselt werden könnte, fällt natürlich niemandem ein!  Aber wie schön souverän das im hier fehlenden Kontext der Ansprache (siehe Hör- oder Schriftdatei weiter unten) im verfeierlichten Ton scheinbarer Demut doch klingt! In Wirklichkeit macht sich diese dort angesprochene Hand Gottes aber nur durch seine systemtreuen Handlanger in Gestalt der Apostel so richtig bemerkbar. Alleine der Vergleich und die Sprache sind angesichts der entstandenen Gemeindesituation in Mariendorf und des Rücktritts des Vorstehers P. ein furchtbarer Schlag übelster Art, hier sogar nachmals am Ende der Veranstaltung! Denn wenn ein Amtsträger sich wirklich vom Wunsch beseelt fühlt, Gott den Menschen wieder näher zu bringen und dafür neue Wege sucht, dann kann er aber etwas erleben, was wenig mit Gott und der gepredigten Gottesliebe zu tun hat, wie der im Folgenden beschriebene Umgang mit Vorsteher P. zeigt.  Die folgende  Frage Nadolnys an den zukünftigen Priester beantwortet jedenfalls die Frage, wem man mehr zu gehorchen hat, Gott oder den Aposteln:

„Ich möchte Sie fragen, mein lieber Bruder, … ob Sie gewillt sind, im Glaubensgehorsam gegenüber den Aposteln zu dienen? Dann sagen Sie es bitte vor Gott und vor der Gemeinde mit einem herzlichen Ja.

Priester: „Ja.“

Der eingeforderte „Glaubensgehorsam gegenüber den Apostelnist allem und jedem übergeordnet, Wohlmeinung, gute Gedanken etc. nützen allesamt nichts, wenn die KL anderer Auffassung ist. Man ist als Amtsträger der NAK nämlich kein „Stift“ in Gottes Hand, sondern verdingt sich zum willen- und gedankenlosen Untertan der sogenannten Apostel der Neuapostolischen Kirche.  Es gibt nämlich keinen souveränen Gotteswillen außerhalb der Apostelfestlegung und Verkündung. Also ab in die Tonne mit all den Vorstehern P. und Priestern B.! So geschehen in Berlin Mariendorf. In Wirklichkeit müssten natürlich Nadolny und Katens den eigenen Hut nehmen und sofort ihren Platz räumen. Wie man aber sieht, macht der angesprochene Gott das faktisch nicht, die Kleinen verlassen lieber freiwillig das sinkende NAK-Schiff und die KL heuchelt ihnen scheinheilig betroffen hinterher. Das ist erschütternd! Womöglich bleibt am Ende nur noch ein Nachruf übrig.

Mehr dazu weiter unten in 5. Anmerkungen zur Predigt von BezAp Nadolny und Apostel Katens in der Gemeinde Berlin-Mariendorf am 29.6.2014

Und wer nicht wirklich glauben will, was er hier von Nadolny lesen muss, kann zur Untermauerung meiner Kritik den entsprechend Absatz aus der Ordinationsansprache hier im Original nachhören (9.7 Mb) oder den Zusammenhang als PDF-Datei lesen.

Einen Kommentar dazu von Rudolf Stiegelmeyr  finden Sie hier!

Aber nun erst einmal einen Sprung zurück zu dem, was in Mariendorf im Vorfeld geschah ...

 

Eine Chronik des Verfalls  - Kommentare und Analysen zu den Ereignissen um den Rücktritt des Vorstehers der NAK–Gemeinde Berlin Mariendorf von Detlef Streich im Juli 2014 ( Druckfassung )

  

Gliederung

  1. Rücktritt des Vorstehers der Gemeinde Mariendorf – Eine Chronik der Ereignisse 
  2. Anmerkungen zur Ansprache von BezAp Nadolny                                                        
  3. Zitate aus der Ansprache mit Kommentaren                                                                    
  4. Ergänzung: Weitere Bemerkungen zu der Verlautbarung von BezAp Nadolny               
  5. Anmerkungen zur Predigt von BezAp Nadolny und Apostel Katens                                   
  6. Hintergründe und Ursachen zum Verhalten der Kirchenleitung Oder: Systemagenten in ihrer eigenen Zwangswelt                                      

An Stelle eines Nachwortes: Trost wo?                                                                                                           

  1. Rücktritt des Vorstehers der NAK–Gemeinde Berlin MariendorfEine Chronik der Ereignisse

Ein wieder einmal vorzeitiger Vorsteherwechsel in Mariendorf führte in den vergangenen Monaten zu starken Spannungen zwischen der Gemeinde und der NAK-Bezirksleitung. Überdies sollen die Wellen auch bis nach Zürich geschwappt sein. War der Stap Schneider womöglich deswegen kurzfristig am 15.6. in einer einzelnen Berliner Gemeinde, um sich mit dem Bez.Apostel Nadolny und Apostel Katens abzustimmen?

Aber was ist so problematisch daran, wenn ein Vorsteher, der versucht, im Kleinen eigene Wege zu gehen und der Gemeinde das auch so gefällt, nun zurücktritt? Welche Spannungen haben zum Rücktritt geführt? Welche Rolle spielen in diesem Zusammenhang die Reaktionen und Entscheidungen der Führungskräfte der NAK? Diesen Fragen soll im Folgenden nachgegangen werden.

Hier zunächst aber erst einmal eine faktische Kurzchronik der Ereignisse:

  • Der Rücktritt vom Evangelisten P. als Gemeindeleiter  ist der dritte vorzeitige Wechsel eines Vorstehers in Mariendorf innerhalb weniger Jahre
  • Ev. P. wurde als Vorsteher und Gemeindeevangelist am 4. 5. 2008 für die Gemeinde Mariendorf eingesetzt. Ferner war er für Bez.Apostel Nadolny am Altar als Übersetzer tätig und ist Mitglied der NAK-Projektgruppe Lehrmittel für Kinder (2009)
  • Einige Amtspensionäre, inmitten und wesentlich beteiligt der ehemalige Vorsteher der Gemeinde und spätere Bezirksälteste i.R. BH, meinten, in der Predigt vom Evangelisten  P. nicht mehr die aktuell gültige Lehre der NAK zu hören und beschwerten sich darüber bei dem zuständigen Apostel Katens.
  • Am 11.5. 2014 trat P. nach einem normal gehaltenen Gottesdienst (es war Muttertag, aber darüber hat er nicht gepredigt) überraschend vor den Altar und verkündete, dass er nach 6 Jahren sein Amt zurückgeben und die Gemeinde verlassen würde. Die Gründe dafür las er von einem vorbereiteten Zettel ab. Unter anderem verwies P. in seiner Erklärung darauf, dass er die Kirchenleitung über bestimmte Probleme in der Gemeinde informiert hätte (u.a. mangelnde Seelsorge durch fehlende Amtsträger), er von dort aber keine Unterstützung erfahren hätte. Zudem würde ihm Misstrauen von der Kirchenleitung entgegengebracht, was einer vertrauensvollen Zusammenarbeit die Grundlage entzieht. Sein Werben für das Ziel, die Glauben nach innen und außen heute anders zu leben als vor 20 Jahren und damit auf die veränderten gesellschaftlichen Bedingungen zu reagieren, konnte er in dieser Gemeinde nicht erreichen. Die vielseitig entstandenen Spannungen seien zu groß und lebensbeeinträchtigend geworden. Auch berufliche Aspekte seien wichtig gewesen für die Entscheidungsfindung. (gesamte Verlautbarung von JP im Wortlaut)
  • Am 12.5. wurde sofort eine örtliche Ämterstunde abgehalten, in der von Apostel Katens jeder befragt wurde, wie er zu der Situation stehe. Alle Amtsträger äußerten ihr volles Verständnis für den Vorsteher und warfen der Kirchenleitung Versagen vor.
  • Am 14.05 wurde ein kurzer Gottesdienst von Apostel Katens gehalten, in dem er  ca. 10 Minuten lang zu erklären versuchte, wie geschockt die Kirchenleitung über die ganze Situation wäre. Zum Abendmahl wies er noch darauf hin, dass wer nun nicht wolle, daran auch nicht teilzunehmen bräuchte. Einige Geschwister blieben sitzen.
  • Am 20. 5. fand kurzfristig ein Gemeindeabend mit Apostel Katens statt. Als Katens sich zum Umfeld des Rücktritts äußerte und meinte, dass einige Geschwister in der Predigt von P. die Lehre der NAK nicht mehr erkannt hätten, lachte die ganze Gemeinde. Gezielten Fragen, warum der VS nicht unterstützt wurde und warum nicht Amtsträger der Gemeinde und einzelne Geschwister zu diesem Vorwurf befragt wurden, wich Apostel Katens aus. Lediglich die Aussagen im Brief vom BÄ i.R. BH wurden als maßgeblich  und richtig angesehen. Daraus ist zu schließen, dass P. mit seinem Rücktritt einer Beurlaubung durch Apostel Katens nur zuvorgekommen ist.
  • Eine ähnliche Kritik, nicht die offizielle Lehre zu predigen, wurde von  Bezirksälteste i.R. BH übrigens auch am amtierenden BÄ Wendt geübt. Der ließ daraufhin 10 Amtsträger aus der Erinnerung aufschreiben, was er im GD gesagt hatte.  Dadurch hatte sich dieser Vorwurf sofort und schnellstens erledigt.
  • Fast alle Geschwister der Gemeinde (Juni) haben mittlerweile die Information mit den Gründen des Gemeindeevangelisten P. schriftlich, auch die aktiven Gemeindeämter besitzen eine Kopie.
  • Am 29.6. besuchte BezAp Nadolny die Gemeinde und verlas vor dem Gottesdienst eine vorbereitete Erklärung ab, in der er versuchte, die Seelennöte der Briefeschreiber zu erklären und schob eigene Kommunikations- und Verständnismängel als eigentliche Ursache der entstandenen Probleme vor. Nadolny setzt für die Gemeinde einen neuen Priester ein, denn:
  • Priester JB hat aufgrund der Vorfälle nach 20-jähriger Amts- und Chorleitertätigkeit ebenfalls überraschend seine Tätigkeiten abgegeben und verlässt mit Familie die Gemeinde.
  • Die im Verlauf der letzten Wochen zur Beruhigung angesetzten Gesprächskreise wurden auch von den gesondert eingeladenen Amtsträgern kaum besucht und sind demzufolge ergebnislos. Die Gemeinde steht  vollständig hinter ihrem ehemaligen Vorsteher P. und scheint sich mit der Tatsache notgedrungen und resigniert abgefunden zu haben. Die Besucherzahlen der Gottesdienste gehen aber in der stark überalterten Gemeinde zurück. Für nicht motorisierte Mitglieder ist ein Ausweichen in Nachbargemeinden fast unmöglich, da diese mit öffentlichen Verkehrsmitteln kaum oder schlecht zu erreichen sind.
  • Neuer Vorsteher der Gemeinde wird zunächst Bez.Evangelist Schumacher

Weitere Reaktionen aus der Gemeinde Mariendorf:

Die Kirchenleitung ist außer sich, aber gemäß Hosea 8,7 bräuchten sie sich nicht zu wundern, "denn sie säten Wind und werden Sturm ernten":

  • Bezirksälteste i.R. BH hat die Gemeinde verlassen
  • Der ehemalige Vorsteher B. ist verstorben
  • 21.7. 2014 : Ein Diakon hat sich mit Familie (4 Personen) in eine Nachbargemeinde verabschiedet
  • 1.8. Geringer GD-Besuch, ca. 26. Mitglieder haben seitdem die Gemeinde verlassen

 

  1. Anmerkungen zur Ansprache von BezAp Nadolny, vor dem GD verlesen in der Gemeinde Berlin – Mariendorf Sonntag, 29. Juni 2014 / 16.00 Uhr

Vorbemerkungen

(Der gesamte Gottesdienst liegt mir in einer wörtlichen Abschrift einer Aufnahme vor, sämtliche Zitate stammen daraus)

„… ein paar Gedanken verlesen zu den Geschehnissen der letzten Zeit“ (Einleitung Nadolny)

Bevor die eigentliche Ansprache genauer betrachtet wird, soll  kurz überlegt werden, was eigentlich geschehen ist. Da gab es also eine Gemeinde mit einem Evangelisten P., der sogar „über die Grenzen von Mariendorf bekannt war, weil er so "anders predigte" und dessen Gottesdienste viel schöner waren“ (aus einer Mail). Ein Vorsteher, der mit seinen eigenen Worten  u.a. folgendes Ziel hatte:

„Unsere Gesellschaft hat sich verändert. Junge Leute und Mittelalter verlassen die Kirchen; wir sind von Menschen umgeben, die häufig ohne Gott leben und daher unsere Glaubenssprache und -praxis nicht verstehen. Ich halte es daher für wichtig, dass wir unseren Glauben heute nach innen und außen anders leben als noch vor 10 oder 20 Jahren. Meine Jahre unter euch sind ein einziges Werben für diese Sache.“

Ferner arbeitete dort ein Dirigent und Priester JB (in dessen Co-Predigten das Wort Apostel nicht fiel), der in seiner Abschiedsmail vom 27. Juni 2014 an den Chor notierte:

Dessen ungeachtet wird es mir eine Freude bleiben, an die Erfolge unseres gemeinsamen Musizierens zurück zu denken. Besonders erwähne ich das Te Deum von Mendelssohn Bartholdy anlässlich der 100-Jahr-Feier der Gemeinde Mariendorf. Da habt Ihr weit über den Gemeindechor-Standard Hinausgehendes geleistet. Aber auch im „Normalbetrieb“ haben wir gute Zeiten erlebt,  stürmische gemeistert. Die Einführung des neuen Chorbuches hat gute Impulse in die Chorarbeit gebracht; Ihr habt mit viel Freude und Engagement neue Titel erarbeitet. So gäbe es noch viel aufzuzählen. Ich danke Euch von Herzen für allen Euren Einsatz, den wertschätzenden Umgang und Euer fortwährendes Einlassen auf meine „Macken“. Die Zusammenarbeit mit Euch hat mich in vielerlei Hinsicht bereichert; es hat Spaß gemacht mit Euch!“  

Auch ich kenne und schätze JB schon seit den Jahren, in denen er bei uns in der Dirigentenschulung war. Auch dort hatte er einen sehr positiven Eindruck hinterlassen. Später sagte mir eine seiner Sängerinnen natürlich halb im Scherz, ein Lob ist es aber trotzdem: „Ihr hier seid ja wirklich gut, aber was der JB bei uns macht, ist noch viel besser!“  

Und dann gab es da noch den Organisten T. Berndt mit unglaublichen Qualitäten, Sohn vom Apostel Berndt, der sich mit seinen Fähigkeiten ebenfalls in das Gemeindeleben einbrachte. Wo gibt es eine solche Kombination noch in der NAK?

Für die Gemeinde selbst gilt nach den Worten eines hingezogenen Mitgliedes laut eines Eintrags bei Quo vadis in Beitrag 35 , "dass es sehr herzlich aufgenommen wurde, wie es in andern Gemeinden noch nie erlebt wurde und dass es die Gemeinde ist, in der es sich am wohlsten gefühlt hat, obwohl es im Laufe des Lebens verschiedene Gemeinden kennengelernt hat."

Und nun kamen einige Schreiber (so die Bezeichnung in der Gemeinde für diese Leute), zu denen neben BÄ i.R. BH und anderen auch der Vater des Dirgenten und ehemalige Vorsteher der Gemeinde gehörte, die sich bei der Kirchenleitung seit Jahren über den Vorsteher beschwert haben sollen und alles löst sich auf. "Daran sind nur die alten Säcke schuld" (Originalton eines Amtsträgers aus der Gemeinde Mariendorf) schreibt Olaf Wieland bei Quo vadis NAK am 11.7. 2014. Aber stimmt das?

Festzuhalten ist jedenfalls für die Gemeinde Mariendorf:

  • Der Vorsteher P. hielt u.a. die Spannungen nicht mehr aus und reichte den Rücktritt ein
  • Der Dirigent und Priester JB ging aus Scham über das Verhalten seines Vaters ( „Am 11.05. ereilte dieGemeinde Mariendorf ein Erdbeben erheblichen Ausmaßes. Es ist hinlänglich bekannt, dass ich mit den vorangegangenen Anfeindungen gegen unseren Evangelisten JP familiär stark belastet bin. Das erfüllt mich mit Traurigkeit und Scham. In der Folge war es mir nicht möglich, eine  vollumfängliche Amts- und Auftragsausführung zu gewährleisten.“)
  • Der Organist TB ist aus der NAK in Folge der Ereignisse ausgetreten und evangelisch konvertiert.

Es bleibt also die zu klärende Frage, ob an dieser Eskalation wirklich nur die „Schreiber“ schuld sind. Sehen wir nun, was BezAp Nadolny zu der Situation in seinen Vorbemerkungen gesagt hat. Diese Bemerkungen waren schriftlich vorbereitet und nicht spontan gesprochen! Somit ist ihnen ein hohes Maß an Relevanz zuzuschreiben!

 

  1. Zitate aus der Ansprache mit Kommentaren

„Die Entscheidung unseres Evangelisten hat uns geschockt. Sie kam völlig überraschend, zumal zwischen ihm und Apostel Katens Gespräche im Gang waren. Offensichtlich waren  die Fronten derart verhärtet, dass sich unser Evangelist  zu diesem Schritt gezwungen sah. Daraufhin besuchte ich Ev. P, er sagte mir, dass er bis auf weiteres nicht als Amtsträger dienen möchte und nicht nach Mariendorf zurückkehren wird. Unser Evangelist hat damit seinen Vorsteherauftrag zurückgegeben“

Na ja, „Die Entscheidung … hat uns geschockt“ kann eigentlich nicht ganz stimmen, denn die Problematik ist seit langem bekannt!

„Im Gespräch mit Ev. P äußerte ich mein Bedauern über den von ihm vollzogenen Schritt. Ich brachte auch zum Ausdruck, dass ich die ganze Brisanz der Situation nicht erkennen konnte.“

nicht erkennen konnte lässt offen, ob dahinter Unfähigkeit steckt, Desinteresse, Bequemlichkeit, ein rosaroter Blick oder eine Desinformation durch seinen Apostels Katens.  Innerhalb seiner Predigt sagte Nadolny über sich selbst:

„Wenn ich Entscheidungen zu treffen habe, tue ich mich manchmal recht schwer, bevor es zu einer Entscheidung kommt. Ich möchte sicher sein, ist das das richtige, kommt das von Gott oder sind das jetzt meine menschlichen Gedanken?“

Also kommt als mögliche Ursache auch noch die lange Bank hinzu, vor der schon einmal sogar ein Stammapostel gewarnt hatte, denn als führender BezAp kann Nadolny nicht warten und die Dinge aussitzen. Egal also wie die eigentliche Ursache dahinter heißt, zeugt sie so oder so von einer deutlichen Führungsschwäche und damit Mitschuld Nadolnys. Die allerdings weist er weit von sich, und damit zurück zum Vorwort:

Ev. P fühlte sich von seinen Vorangängern unzureichend unterstützt. Er meinte auch, Misstrauen gegen seine Person wahrzunehmen. Sein Gefühl gründet sich vor allem darauf, dass sich Mitglieder der Gemeinde an den Apostel gewandt hatten, weil sie mit Wortverkündigungen des Vorstehers nicht zurechtkamen. Für diese Geschwister entstand eine Situation seelischer Not. Grundsätzlich hat jedes Mitglied unserer Kirche das Recht, sich in solchen Situationen an seinen Apostel zu wenden. Ein solches Verhalten darf nicht als Denunziation interpretiert werden. Der Rat des Apostels an die betroffenen Geschwister lautete, redet mit eurem Vorsteher. Leider ergab sich jedoch keine zielorientierte Kommunikation zwischen Ev. P und den betreffenden Gemeindemitgliedern.“

Also die „Schreiber“ kamen „in eine Situation seelischer Not“, die wahrgenommen wird, und Katens gab ihnen den Rat, „zielorientiert zu kommunizieren!“  Und Schwupps, wird der Spieß umgedreht. Alles sollte sich vor Ort intern klären, denn (es folgt ein weiteres, sich selbst ausgestelltes Armutszeugnis):

„In der Annahme, dass bewährte Gottesmänner ganz gewiss in der Lage sind, derartige Konflikte  einvernehmlich und einverständlich zu lösen, haben wir auf eine Moderation verzichtet. Mit Blick auf das Geschehene stellt sich das als Fehleinschätzung dar, die ich ausdrücklich bedauere. Wir haben daraus gelernt und werden uns zukünftig bemühen, rechtzeitig vermittelnd einzugreifen.“

Also für die Zukunft will die Kirchenleitung daraus durchaus wesentlich gelernt haben. Ob der selig wird, der das glaubt? Direkt im Anschluss wendet sich Nadolny nämlich an die Gemeinde mit folgendem Vorwurf:

„Schmerzlich habe ich zur Kenntnis nehmen müssen, dass infolge der Ereignisse ein tiefer Riss durch die Gemeinde geht. Es erstaunt mich sehr, wie schnell manches Gotteskind ein hartes Urteil über seinen Bruder fällt, ohne die Hintergründe wirklich zu kennen. Setzen sich diejenigen nicht an die Stelle Gottes? Eigentlich weiß doch nur Gott um alle Vorgänge und er allein erforscht die Herzen. Ich erwarte künftig etwas mehr Zurückhaltung von jedem Gemeindemitglied.“

Nadolny war in Wilmersdorf (siehe Bericht), als der Stap dort predigte: „Es besteht die Gefahr, dass wir uns auf der Ebene Gottes befinden wollen und dass wir selbst entscheiden wollen, was gut und was böse ist.“  Also der BezAp empfindet eigenen Schmerz über den Riss in der Gemeinde, und damit dieser Riss beseitigt wird, erwartet er „künftig etwas mehr Zurückhaltung von jedem Gemeindemitglied“  und "sich nicht an die Stelle Gottes zu setzen."

Toll! So einfach geht das also. Tatsächlich geht Nadolny mit keinem Wort auf die tatsächliche Problematik des Konfliktes (jung – alt) ein, noch auf die psychischen Belastungen, die daraus für jeden Beteiligten resultieren. Er will niemandem Schuld zusprechen, ein schöner Zug, aber der Chef muss Verantwortung übernehmen und sich einmischen, wenn die Wogen so hoch schlagen. Er muss seinen Apostel in Schranken weisen, wenn der kritiklos zu den alten Hasen hält, unter denen er selbst ja treu und zu ihnen aufschauend groß geworden ist, zumal doch gerade die Apostel immer davon reden, dass in ihnen der Heilige Geist doch alles erweckt! Um aber etwas erwecken zu können, braucht es allerdings auch ein gewisses Potential, dass erweckt werden kann und Standhaftigkeit, nach umfassender Erweckung und Sichtung der Fakten Position zu beziehen. Beides ist hier deutlich mehr als in Frage zu stellen. Aber wenn einem die Fähigkeiten dazu fehlen, begibt man sich eben lieber auf scheinbar sicheres Glaubensgebiet und schwingt den ganz großen Zeigefingeropfervergebungsbesen:

„Wir alle sind gerade jetzt gefordert, unseren Glauben unter Beweis zu stellen. Wir wissen, dass wir alle Sünder sind und uns des Ruhmes vor Gott mangelt. Allein aufgrund der Gnade Gottes, die sich im Opfertod Jesu Christi zeigt, können wir auf die ewige Gemeinschaft mit Gott hoffen. Diese Tatsache verpflichtet uns zu einem liebevollen Umgang im Sinn und Geist Jesu Christ und zur Versöhnungsbereitschaft. Mir ist bewusst, dass die entstandenen Wunden tief sind und auf allen Seiten Zeit zum Heilen brauchen. Ich bin mir aber sicher, dass es uns gelingen wird, wenn wir uns alle ernsthaft darum bemühen. Ich bitte euch nun an Christi Statt, lasst euch versöhnen mit Gott und lasst euch versöhnen mit eurem Nächsten. Wie schwer meine Bitte auch umzusetzen sein mag, wir wollen nie vergessen, dass auch das größte Unrecht, das uns widerfahren könnte, nichts ist gegen das, was unser Herr und Heiland Jesus Christus für uns erdulden musste.“

Das zu kommentieren weigere ich mich jetzt glatt!

Direkt im  Anschluss merkt Nadolny noch als Letztes an:

„In der Zwischenzeit haben sich die Ereignisse in einer weiteren Hinsicht überschlagen. Auch euer Priester JB mit seiner Familie hat die Gemeinde verlassen. Ich hatte ihn gebeten, noch zu bleiben. Er hat dann Voraussetzungen gefordert, die ich nicht erfüllen konnte. Mehr möchte ich dazu jetzt hier nichts sagen.“

Man mache sich selber darauf seinen Reim, denn JB hat in seiner Mail sich völlig anders geäußert (und so kenne ich ihn auch, zumal jeder verantwortliche Chorleiter ähnlich handeln würde):

„Wir haben uns schon im Mai mit dem Gedanken eines Gemeindewechsels befasst. Sowohl der Apostel als auch der Bezirksapostel waren informiert. Der zwischenzeitlich im persönlichen Gespräch geäußerten Bitte des Bezirksapostels, ich möge noch eine Weile in Mariendorf bleiben, habe ich mit einem Angebot bis Ende September Rechnung getragen. Damit sollte von meiner Seite aus eine ruhige und sorgsame Übergabe insbesondere der Musikarbeit gewährleistet und durch rechtzeitige Bekanntgabe ein Verschrecken der Geschwister vermieden werden.

Gestern Nachmittag wurde mir von der Kirchenleitung per Mail mitgeteilt, dass die Bitte um eine Verlängerung meiner Gemeindezugehörigkeit in Mariendorf zurückgezogen wird. Ganz im Gegenteil wurde mir deutlich zu verstehen gegeben, dass an mir und meiner Mitarbeit nur solange Interesse besteht, wie ich in Mariendorf bleibe. Ich fühle mich nach mehr als 20-jähriger Amts- und Chorleitertätigkeit nicht nur unfair behandelt, sondern insbesondere massiv unter Druck gesetzt. Unter diesem Eindruck verlassen meine Familie und ich die Gemeinde schon jetzt. Uns bleibt zum Erhalt unseres Seelenfriedens keine andere Wahl.“

Man muss das mehrfach lesen: JB bietet an, seinen Dirigentendienst bis Ende September weiter zu führen. Der BezAp stimmt zu. Dann erreicht JB am 26. Juni (4 Tage vor dem Gottesdienst!) die Mail, und noch nicht einmal mündlich wird ihm das mitgeteilt (!!),  dass seine Bitte um die Verlängerung nicht erfüllt wird, es sei denn, er bleibt für immer da. Daraus macht Nadolny, ich wiederhole:

Ich hatte ihn gebeten, noch zu bleiben. Er hat dann Voraussetzungen gefordert, die ich nicht erfüllen konnte. Mehr möchte ich dazu jetzt hier nichts sagen.“

Was für ein Lügner ist dieser BezAP Nadolny! Anders lässt sich das wahrlich nicht ausdrücken! Und wenn JB aufgrund dieser allzu späten Mitteilung verständlicher Weise sich diese Veranstaltung nicht mehr antun will, so haben sich mit den Worten Nadolnys „in der Zwischenzeit die Ereignisse in einer weiteren Hinsicht überschlagen.“ Nichts hat sich hier überschlagen! Der BezAp hat diese Reaktion absolut unnötig provoziert! JB schreibt am Schluss noch an seinen Chor:

„Es tut mir aufrichtig leid, dass ich Euch diesen Abschied aufgrund der sich überstürzenden Ereignisse nicht persönlich mitteilen kann. Das war ganz anders geplant, weil Ihr das Wert seid und ich nichts zu verbergen oder mir vorzuwerfen habe. Aber aufgrund einer verhängten „Nachrichtensperre“ war es mir nicht anders möglich.“

Reden durfte JB also auch über gar nichts, Funkstille bis der liebe Bezirksapostel, Botschafter an Christi  Statt, zur Gemeinde spricht und seine weisen Entscheidungen verkündet! In zu Recht vermuteter Voraussicht auf Verdrehungen und Lügen setzte JB am Schluss noch hinzu:

„Sofern -vielleicht schon am Sonntag- unser Gemeindewechsel bekannt gegeben wird, bitte ich Euch nur darum, etwaig genannte Gründe bzw. Vorwürfe an Euren Erfahrungen aus unserer gemeinsamen Zeit zu spiegeln und dann selbst zu bewerten.“

Ja, die Schreiber und besonders der BÄ i.R. BH und der kürzlich verstorbene Vorsteher B waren der Auslöser und in deutlicher Weise mitverantwortlich, soweit ist die anfängliche Aussage richtig. Sie haben das Ende nicht bedacht und nun ebenfalls am Boden zerstört die Gemeinde verlassen.  

Aber reicht das? Es ist zu wenig, es bei dieser Tatsache zu belassen. Entscheidend verantwortlich für die Zuspitzung und Eskalation sind nämlich nicht alleine kritisierende Briefeschreiber, die in Sorge um ihr Seelenheil waren (falls das überhaupt stimmt und nicht bloß beschönigendes Wortgeklingel für alte Wichtigtuer ist), sondern vor allem die entscheidenden Führungspersonen in Gestalt von Nadolny und Katens, die weder ihrer Informations- noch umfassenden Fürsorgepflicht gegenüber dem Geschehen und den ihnen untergeordneten Amtsträgern  nachgekommen sind, anders ausgedrückt, beides sogar sträflich vernachlässigt haben. Sie tragen die Hauptlast und damit in tatsächlicher Weise Schuld an all diesen persönlichen Schicksalsschlägen, die letztlich dadurch erst hervorgerufen wurden.

Es war mir ein persönliches Anliegen, diese unsäglichen Vorgehensweisen und Falschdarstellungen in den Worten Nadolnys durch eine klare Darstellung der Hintergründe aufzudecken und den Mantel des üblichen Verschleierns hinweg zu reißen.

Was übrig bleibt, ist in Analogie zu "Des Kaisers neue Kleider" ein von seinen Lügen entkleideter, sich Bezirksapostel nennender Mann in ´Unterhosen`, der sich selbst schämen sollte für dieses absolut unchristliche Verhalten, seine eigene Unfähigkeit und anstatt offen Verantwortung zu übernehmen für sein eigenes Fehlverhalten und dies deutlich zu bekennen hingegen auch noch Vorwürfe und Moralapelle an Teile der Gemeinde ausspricht!

Für den, der es lesen möchte, hier die vollständige Ansprache von BezAp. Nadolny.

 

Bis soweit und Chor ein Lied 2 - 3 - 4,: AGB NAK 290    

Wo Apostel stehn


1. Wo Apostel stehn,
Gottes Winde wehn.
Segensworte werden uns zum Heil,
künden auch zugleich:
Friede sei mit euch!,
bringen uns das auserwählte Teil.
Ja, das Herz kann Jesu Liebe preisen,
das da steht in seiner Gnadentat,
vom Apostel sich den Weg läßt weisen,
wo man rechte Seelenweide hat.

2. Wo Apostel sind,
freut sich jedes Kind,
welches Liebe übt in Wort und Tat,
unter Kreuz und Schmerz
Jesus gibt das Herz,
fröhlich wartet auf die Hoffnungssaat.
Ja, das Herz kann Jesu Liebe preisen,
das da steht in seiner Gnadentat,
vom Apostel sich den Weg läßt weisen,
wo man rechte Seelenweide hat.

3. Wo Apostel streun,
muß die Saat gedeihn,
sei's zum Leben oder ew'gen Tod.
Wenn hier Sünder stehn,
Christi Gnad' erflehn,
da vertritt ihr Seufzen sie bei Gott.
Ja, das Herz kann Jesu Liebe preisen,
das da steht in seiner Gnadentat,
vom Apostel sich den Weg läßt weisen,
wo man rechte Seelenweide hat.

 

  1. Ergänzungen: Weitere Bemerkungen zu der Verlautbarung von BezAp Nadolny in der Gemeinde Berlin-Mariendorf

Aufgrund weiterer Informationen hier einige Nachträge zu dem, was sich zuvor in Mariendorf abgespielt hat. Diese Informationen gehören eigentlich in die Chronik der Ereignisse, sie haben mich aber erst in den letzten Tagen erreicht und sollen deswegen hier geschildert werden.

Zur Situation behauptete Nadolny in der von ihm selbst etwas hochtrabend als „Verlautbarung“ bezeichneten Ansprache wie schon zitiert:  

„Ev. P fühlte sich von seinen Vorangängern unzureichend unterstützt. Er meinte auch, Misstrauen gegen seine Person wahrzunehmen. Sein Gefühl gründet sich vor allem darauf, dass sich Mitglieder der Gemeinde an den Apostel gewandt hatten, weil sie mit Wortverkündigungen des Vorstehers nicht zurechtkamen. Für diese Geschwister entstand eine Situation seelischer Not. Grundsätzlich hat jedes Mitglied unserer Kirche das Recht, sich in solchen Situationen an seinen Apostel zu wenden. Ein solches Verhalten darf nicht als Denunziation interpretiert werden.“

Faktisch geschah als Ursache allen Übels zuerst folgendes: Während der Predigten vom Vorsteher P gab es konspirative Kommentare der nebeneinander sitzenden Schreiber, die leise aber vernehmlich miteinander gesprochen haben. Der Vorsteher hat zur Überraschung einiger Gemeindemitglieder dennoch weiter gepredigt. Nachdem die Bezirksleitung davon erfahren hatte, wurde der BÄ i.R. H. in einem Gespräch erfolglos aufgefordert, seine Aktivitäten einzustellen. Er hielt sich nicht an diese Weisung. Hier kann also nicht mehr von einer seelischen Not dieser Schreiber und Tuschler die Rede sein,  wenn die Bezirksleitung sich positiv zum Vorsteher stellte. Also folgte der schon beschriebene und misslungene Versuch von BÄ i.R. H., auch den zuständigen BÄ zu verleumden.  Daraus folgt (denn Katens und Nadolny mussten informiert sein!), dass dieser Satz von Nadolny mindestens eine bewusste Halbwahrheit wenn nicht sogar eine klare Lüge ist, als er sagte:

„Der Rat des Apostels an die betroffenen Geschwister lautete, redet mit eurem Vorsteher. Leider ergab sich jedoch keine zielorientierte Kommunikation zwischen Ev. P und den betreffenden Gemeindemitgliedern. … In der Annahme, dass bewährte Gottesmänner ganz gewiss in der Lage sind, derartige Konflikte  einvernehmlich und einverständlich zu lösen, haben wir auf eine Moderation verzichtet.“

Ebenso stimmt es nicht, dass es keine „zielgerichtete Kommunikation“ gab, denn die Gemeindeleitung hat alles versucht, mit den Schreibern einen Konsens zu finden. Auch darüber muss zumindest Katens informiert gewesen sein. Demzufolge konnte auch nicht wie behauptet erwartet werden, dass sich dieser Konflikt vor Ort löst. Nochmals: Wenn der zuständige BÄ sich hinter seinen Vorsteher stellt und den BÄ i.R. H. in die Schranken weist, ist der theologische Aspekte bereits geklärt. Indem sich der BÄ i.R. H., nicht daran hält, ist auch geklärt, auf wessen Seite das Fehlverhalten liegt. Und wenn sich Apostel Katens nun nicht im Sinne der Unterstützung des BÄ einschaltet, sondern er im Gegenteil sich immer noch auf die Schreiber als Quelle seiner Informationen und damit sogar schützend vor sie stellt, klingt das sehr nach einer Absprache zwischen ihm und dem BÄ i.R. H. . Dann ist es aber nicht nur Ignoranz und Dummheit oder Führungsschwäche, sondern eine bewusste Demontage des Vorstehers P. und zugelassenes, gezieltes und unterstütztes Mobbing. Bleibt die Frage, was wusste BezAP Nadolny? Er sagte nach dem vollzogenen Rückzug von P:

„Die Entscheidung unseres Evangelisten hat uns geschockt. Sie kam völlig überraschend, zumal zwischen ihm und Apostel Katens Gespräche im Gang waren. Offensichtlich waren  die Fronten derart verhärtet, dass sich unser Evangelist  zu diesem Schritt gezwungen sah.“

Wenn das stimmt, hat Katens ihn unzureichend informiert und damit manipuliert! Dann aber hätte sich Nadolny wirklich umfassend informieren müssen, bevor er eine Verlautbarung verkündet. Wenn Katens ihn aber informiert hatte, lügt Nadolny auch an dieser Stelle:

„Im Gespräch mit Ev. P äußerte ich mein Bedauern über den von ihm vollzogenen Schritt. Ich brachte auch zum Ausdruck, dass ich die ganze Brisanz der Situation nicht erkennen konnte.“

 Die Vermutung liegt nahe, dass der BezAp sich hier wie ein Aal aus der Schlinge zu winden versucht und wohl wusste, was in der Gemeinde vor sich ging. So sahen das sicher auch manche Gemeindemitglieder. Sie haben sich den Entschuldigungsvortrag angehört, dann den Raum aber verlassen und den GD nicht mehr angehört. Mehr noch haben einige Sänger bereits avisiert, Chor und Gemeinde zu verlassen. Sie werden in den Chören der aufnehmenden Gemeinde umstandslos in den Chor integriert. Man wird sehen, wie viele Gemeinde- und speziell Chormitglieder in absehbarer Zeit noch in andere Gemeinden wechseln werden oder Amtsträger überhaupt noch bereit sein werden, ihre Aufgaben weiterhin auszuführen.

Dies alles erinnert doch sehr an den alten Witz, der bereits im Netz aufkam, als Nadolny in Berlin die Bez.Ap-Nachfolge antrat. Auf die sich darauf stellende Frage "Wann wird sich dann nun in Berlin-Brandenburg wohl etwas ändern" gab es die lapidare Antwort: Na doll, nie!
Bedauerlich, dass das nicht wirklich lustig ist ...

 

  1. Anmerkungen zur Predigt von BezAp Nadolny und Apostel Katens in der Gemeinde Berlin-Mariendorf am 29.6.2014

Da das Thema Nadolny- Mariendorf ohnehin schon sehr umfangreich geworden ist, werde ich im Folgenden meine eigenen Anmerkungen auf das Wesentliche beschränken und den Zitaten mehr Raum geben. Die Predigtausführungen zum Textwort sollen gänzlich unbeachtet bleiben, lediglich die auf das  Thema Rücktritt und Gemeindesituation bezogenen Passagen werden ausschnittweise erwähnt.

Schon im Eingangsgebet wählte der BezAp eine eigenartig anmutende Formulierung:

„Du bist der allmächtige Gott und du hättest alles verhindern können. Du hast es aber so zugelassen. Wir sind nun dabei, das alles aufzuarbeiten, zu verarbeiten, zu verkraften.“

Die Formulierung „Gott hat zugelassen“ lenkt sogleich von den eigentlichen Verursachern ab und macht sie selbst zu „Opfern“ einer von Gott zugelassenen Prüfung, die nun aufzuarbeiten ist. Dass die Kirchenleitung in Person Nadolny und Katens an der Situation selbstverständlich keinerlei Schuld haben, wird in den einführenden Worten auch sofort deutlich gemacht:

 „Wer da fährt nach hohem Ziel, bleibt am Steuer ruhig sitzen, ungeachtet, ob am Kiel, Lob und Tadel hoch aufspritzen.“ So hat unser Stap Fehr sein Dienen begonnen, als er das Stammapostelamt übernahm. Er wusste wohl, wovon er spricht. Wenn man das Schiff der Kirche Christi steuern soll, auch in einer Gebietskirche, dann ist es eben so, dass Lob und Tadel hoch aufspritzen, rechts und links, dass jeder so seine Meinung hat und seine Sicht auf die Dinge. Ich, der nun an diesem Steuer sitzen muss und soll, ich mache es gern, weil ich Jesus Christus von ganzem Herzen liebe, weil  Jesus mein Leben ist und weil ich euch liebe, ihr lieben Brüder und Schwestern. Und ob dann eben die Situation kommt, dass die „Kirchenleitung“ an den Pranger gestellt wird, ein anderes Mal lobt man sie wieder, das darf uns und mich nicht vom Kurs abbringen, dem Ziel entgegen, dem Tag des Herrn. Meine Aufgabe ist es nicht, Richter zu sein, meine Aufgabe ist es nicht, Urteile zu fällen, meine Aufgabe ist es nicht, Schuldzuweisungen vorzunehmen. Meine Aufgabe sehe ich in den Worten des Apostels Paulus, die ich auch in meinem Brief an euch in der Verlautbarung anklingen ließ: „Wir sind Botschafter an Christi Statt, bitten und vermahnen nun an Christi Statt: Lasst euch versöhnen mit Gott.“

Wenn man um die bisher aufgezeigten Hintergründe weiß, ist es schier  unerträglich, wie hier mit den Begriffen „Liebe“ und „Versöhnung“ manipulativ umgegangen wird, denn vor eine Versöhnung gehört eine vollständige Offenlegung aller Sachaspekte, ansonsten ist es eher eine Verdrängung der Faktenlage mit dem Ziel der Unterordnung  berechtigter Eigeninteressen. Die Verortung der Ursachen einschließlich eigener Fehler wird hier völlig negiert oder anderswo gesucht und gefunden:

„Umso mehr tut es weh, wenn eine solche Versöhnung nicht möglich ist. Ein Konflikt eskaliert, wenn er aus dem Ruder läuft, zum Teil, weil Kommunikationsprobleme waren, menschliche Probleme waren, was auch immer. Ich traue mir nicht zu, die Situation völlig richtig bewerten zu können. Ich traue mir nicht zu wirklich zu verstehen, was in unserem Evangelisten vorgegangen ist, was in unserem Priester vor sich gegangen ist, was in euch vor sich geht. Wer kann einen anderen Menschen denn wirklich verstehen? Ist es nicht einzig und allein Gott, der das Herz erforscht, der das Denken kennt und weiß, vor dem Vergangenheit und Zukunft alles offenbar ist, ist das nicht der ewige und große Gott?“

Ja wenn nicht einmal der so sehr betroffene BezAp die Situation richtig bewerten kann, sollte sich ein Gemeindemitglied erst Recht davor hüten, Partei zu ergreifen. Und dann gibt es ja noch den hier, der heimlich in der Ecke steht und grinst:

„Und wenn dann eine Situation da ist, wie sie jetzt hier ist, sehe dann sehe ich einen in der Ecke stehen, das ist der, den man gern mit den Hörnern und dem Pferdefuß vorstellt, das ist der Teufel und der reibt sich die Hände und freut sich, dass er Unruhe bringen konnte, dass er Unfrieden anstiften konnte, dass er zu solche einem Werk angestiftet hat.

Es geht mir dabei nicht um eine Schuldzuweisung. Das möchte ich ganz klar, ganz deutlich sagen. Das ist nicht mein Auftrag. Ich muss darauf achten, dass die Gemeinden versorgt sind, dass die Gotteskinder Brot haben, dass sie auch eine gewisse Sicherheit haben in der Führung, dass sie die Sicherheit haben, auf dem richtigen Weg zu sein.“

Nochmals: Wenn man die bisher dargestellten Handlungen der Kirchenleitung (KL) hier gelesen hat, kann man den Teufel nur in Gestalt der beiden Führungskräfte sehen, denn Vorsteher P., Dirigent und Priester B sowie die Gemeinde haben in keinerlei erkennbarer Weise an der Stiftung dieses Unfriedens beigetragen, wohl aber die „Schreiber“ und die KL mit ihren Halbwahrheiten, Ausreden und trotz gegenteiliger Betonung indirekt falschen Schuldzuweisungen, wie z.B. folgender Scheinargumentation:

„Heute sind die Rechtsanwälte sehr beschäftigt. Jeder möchte Recht haben und will sein Recht haben. Natürlich wir sind auch nicht dumm, wollen uns nicht ständig über den Tisch ziehen lassen, wir müssen uns auch zur Wehr setzen. Nur muss das in einer Familie, Ehe oder Gemeinde sein? Ist nicht Jesus Christus für jeden gestorben, auch für meinen Bruder, auch für meine Schwester? Eigentlich für jeden Menschen auf dieser Erde. Und wenn es erforderlich ist, um des Friedens willen ein Opfer zu bringen, vielleicht sogar einmal auf sein Recht zu verzichten, damit Frieden ist, ist es das nicht wert? Wenn wir einmal vor unseren Herrn und Meister stehen werden, dann wird er uns nicht fragen, hattest du recht, er wird uns fragen, hast du Frieden gehalten?“

Nach diesem unsäglichen Jesu-Opfer-Vergleich wird im nächsten Abschnitt Überhebung mit klarer, berechtigter Kritik nun in einen Topf geworfen und mit der Aufforderung verbunden, „vernünftig“ und „lösungsbereit“ zu sein für etwas, was man überhaupt nicht zu verantworten hat:

„Wenn jeder Mensch ein Atemzug Gottes ist, wer bin ich dann, dass ich mich über meinen Bruder, über meinen Nächsten erheben kann? Dass ich  meinen Nachbarn, vielleicht sogar meinen Feind beurteilen kann. Kann ich das, darf ich das überhaupt? Der SAP hat in seinem Gottesdienst in Wilmersdorf etwas ganz klar dazu gesagt: „Das ist Sache Gottes, und nicht deine und meine.“ …. Das heißt nicht, dass man nicht irgendwelche Dinge anspricht, die nicht in Ordnung sind, auch anspricht. Das bedeutet nicht, dass man alles unter den Teppich kehrt. Das bedeutet es auf keinen Fall.  Das bedeutet ganz schlicht und einfach – und jetzt komme ich wieder zur  Situation hier in der Gemeinde – einen Konflikt, der nun einmal da ist, vernünftig zu lösen. Bereit sein für eine Lösung, bereit sein, einen Weg zu finden.“

Dann kam auch Apostel Katens zu Wort, schwerwiegender Mitverursacher der entstandenen Gemeindesituation, und hat auch nichts besseres zu reden, als die „Schuld“ bei denen zu suchen, die Kritik an der Kritik der Schreiber übten. Denn die verursachenden Schreiber selbst können von Katens hier nicht gemeint und angesprochen sein, weil er diese Leute ja hätte in die Schranken weisen und zum Vorsteher P und Priester B stehen können und müssen.

„Ich bin überzeugt, dass jeder mit dem Anspruch in den heutigen Nachmittagsgottesdienst gekommen ist, den lieben Gott zu erleben. Und nun aufgrund der bezeichneten Unruhe und mancherlei Dinge, die die Herzen schwer machen, einfach auch wieder Frieden zu empfangen. … Es gibt Verhältnisse, die Heilige Schrift berichtet davon, vielleicht auch manches aktuelle Erleben, vielleicht sind wir selbst einmal Opfer einer solchen Sehensweise geworden, dass man sich so  irgendetwas in den Kopf gesetzt hat und ist überzeugt, das ist gut. Der liebe Gott wird damit sicher einverstanden sein. Ich will, dass das so geschieht. Aber ist es wirklich der Wille Gottes? … das muss uns doch zum Nachdenken Anlass geben, dass nicht alles, was wir uns in den Kopf gesetzt haben, was wir möchten, was unser  Vornehmen ist, der liebe Gott nun unbedingt tun muss. Immer wieder ist es unsere Aufgabe, uns mit Gott in Einstimmung zu bringen.“

Und wer innerlich zu diesen Ausführungen nicht augenblicklich „ja“ sagt, kann eben keinen Frieden haben, weil er mit Gott nicht in Übereinstimmung ist. Das ist übelste Manipulation und geistlicher Amtsmissbrauch von zweithöchster und höchster Stelle im Bezirk Berlin! Im Nachfolgenden wird das noch deutlich vertieft:

„Darf ich einmal erinnern an den Augenblick unserer Taufe, Versiegelung, Konfirmation, als wir dem lieben Gott ganz deutlich vor der Gemeinde bekundet haben, ja, wir wollen dir treu bleiben. Jeder von uns weiß, das war ein großes Versprechen. Das hat sich nach fünf Minuten bewähren müssen und immer wieder neu, jeden Tag, wenn wir aufstehen, wenn der Tag beginnt, wenn die mancherlei Situationen kommen. Immer wieder müssen wir uns in Übereinstimmung mit Gott bringen. Eins ist sicher,  wenn wir bemüht sind, weil wir unseren Herrn lieben, weil wir Gott lieb haben, weil wir sein Werk lieb haben, weil wir Bruder und Schwester lieb haben, wenn wir versuchen, uns immer wieder auf diese Art und Weise in Übereinstimmung mit ihm zu bringen, dann dürfen wir sicher sein, Gott ist mit uns. Und das bringt letztendlich den Sieg. Amen.“

Vor der Ordination führte nun wieder BezAp Nadolny sein Kirchenverständnis aus:

„Wir haben einen so schönen Glauben. Wir brauchen nur nach vorn schauen, da ist immer irgendeiner, der vor uns geht. Ich bin dankbar, dass ich einen Stammapostel habe. Ich bin dankbar, dass ich von ihm geführt werde. Das ist auch mein Anspruch an meinen Stammapostel. Das ist mein Anspruch, ich möchte von ihm geführt werden. Er soll mir sagen, wo es lang geht.“

Also der verantwortliche Leiter der NAK-Berlin Brandenburg braucht immer jemanden, der ihm sagt, wo es lang geht! Interessant! Nur nicht selbst Verantwortung übernehmen. Diese eigene Haltung wird sogleich auch von den bepredigten Schäfchen eingefordert:

„Und so ist es auch mit den Gotteskindern. Die wollen wissen, wo geht es lang. Wo ist der Weg, wie  komme ich zu Gott. Das ist Ihre Aufgabe. Und wenn man einen Weg geht, wenn man diesen Weg geht, dann bringt es nicht viel, zurückzuschauen. Hast du gesehen, da war ein Schlagloch, hast du gesehen, da ist eine Kurve, hast du gesehen, da ist dieses, da ist jenes. Sondern dann schaut man nach vorn und orientiert sich am Ziel.“

Endgültig hat Nadolny hier die Kurve genommen weg von den Ereignissen hin zur üblichen Nachfolgeaufforderung, ohne die in der NAK nichts geht, denn

„wir sind eine Kirche, die durch Apostel geführt wird. Wir sind eine Amtskirche. Andere Kirchen sind anders aufgestellt. Wir sind eine Amtskirche. Das ist unser Glaube, das ist in unseren Glaubensartikeln festgeschrieben. Das ist jetzt auch in unserem Katechismus so schön formuliert. Wir finden darin die Sicherheit, das ist unser Weg. Davon sind wir überzeugt.“

Natürlich sind diese Worte eigentlich konkret an den neuen Priester gerichtet, dennoch gelten sie ebenso und in gleicher Weise allen Zuhörern, zumal sie allgemein gehalten sind. Jetzt aber wird der neue Amtsträger konkret angesprochen:

„Seien Sie sich bitte immer der Tatsache bewusst, dass Sie von einem Apostel Jesu Christi den Auftrag empfangen haben. …Das ist wie der Stift in der Hand eines  Schreibers. Wenn man einen Kugelschreiber nimmt und er will und will nicht? Was macht man damit? In die Mülltonne, weg damit. So macht es Gott, wenn ich nicht mehr in seiner Hand tauge. Da wollen wir Obacht geben miteinander und gemeinsam, mein lieber Bruder. Dass Sie immer ein tauglicher Stift sind, der in der Hand Gottes liegt, denn Gott schreibt etwas. Nicht Sie, nicht ich, Gott soll der Schreiber sein.“

Wie schön das doch demütig klingt! In Wirklichkeit macht sich diese Hand Gottes nur durch seine systemtreuen Diener bemerkbar. Alleine der Vergleich und die Sprache sind angesichts der Gemeindesituation ein furchtbarer Schlag übelster Art! Denn wenn ein Amtsträger sich wirklich vom Wunsch beseelt fühlt, Gott den Menschen wieder näher zu bringen und dafür neue Wege sucht? Der Vorsteher P. drückte das nämlich in seiner Ansprache wörtlich so aus:

„Unsere Gesellschaft hat sich verändert. Junge Leute und Mittelalter verlassen die Kirchen; wir sind von Menschen umgeben, die häufig ohne Gott leben und daher unsere Glaubenssprache und -praxis nicht verstehen. Ich halte es daher für wichtig, dass wir unseren Glauben heute nach innen und außen anders leben als noch vor 10 oder 20 Jahren. Meine Jahre unter euch sind ein einziges Werben für diese Sache.“

Dann kann er aber etwas erleben, was wenig mit Gott und der gepredigten Gottesliebe zu tun hat. P. musste resümieren:

„So bin ich nun über viel zu lange Zeit von mindestens vier Seiten bedrängt. Diesen Spannungen kann und will ich nicht länger ausgesetzt sein, denn sie nehmen inzwischen einen erheblichen Einfluss auf mein Leben. Ich habe daher entschieden, die Gemeinde Mariendorf zu verlassen.“

Wem muss man nun mehr gehorchen, der eigenen inneren Stimme (wurde durch Katens schon verboten) durch kritische Reflexion und Güterabwägungen (durch Nadolny verboten) oder der Institution in Gestalt der KL? Die Frage Nadolnys an den zukünftigen Priester beantwortet das eindeutig:

„Ich möchte Sie fragen, mein lieber Bruder, … ob Sie gewillt sind, im Glaubensgehorsam gegenüber den Aposteln zu dienen? Dann sagen Sie es bitte vor Gott und vor der Gemeinde mit einem herzlichen Ja.

Priester: „Ja.“

Der „Glaubensgehorsam gegenüber den Apostelnist allem und jedem übergeordnet, Wohlmeinung, gute Gedanken etc. nützen allesamt nichts, wenn die KL anderer Auffassung ist. Sicher ist das überhaupt nichts Neues, sondern seit Gedenken konstitutiv für die NAK. Hier aber haben wir es mal wieder so richtig deutlich schwarz auf weiß, wie das in der NAK läuft, wenn einer meint, mit Gott seine Wege gehen zu können. Man ist als Amtsträger der NAK nämlich kein „Stift“ in Gottes Hand, sondern verdingt sich zum willen- und gedankenlosen Untertan der sogenannten Apostel der Neuapostolischen Kirche wie

„ … der Stift in der Hand eines  Schreibers. Wenn man einen Kugelschreiber nimmt und er will und will nicht? Was macht man damit? In die Mülltonne, weg damit. So macht es Gott, wenn ich nicht mehr in seiner Hand tauge.“

Also ab in die Tonne mit all den Vorstehern P. und Priestern B.! So geschehen in Berlin Mariendorf. In Wirklichkeit müssten natürlich Nadolny und Katens den eigenen Hut nehmen und sofort ihren Platz räumen. Wie man aber sieht, macht der angesprochene Gott das faktisch nicht so, die Kleinen verlassen das sinkende NAK-Schiff und die KL heuchelt ihnen scheinheilig betroffen hinterher. Das ist erschütternd! Wie eine sarkastische Parodie wirkt zudem noch das vom Chor im Anschluss gesungene Schlusslied „Wie fein und lieblich!“ Zynischer geht es nicht!

Wie fein und lieblich, wenn unter Brüdern
und unter Schwestern die Eintracht wohnt.
Wenn Hand in Hand nach jenem Land
des Friedens wir hinziehn
Dann ist es lieblich und so schön
bei Sang und Lobgetön!

… Wo Liebe währt. o da entbehrt
man gern vergänglich Gut
und ist stets froh und wohlgemut
in Gottes treuer Hut.

O Herr lass Liebe und Eintracht weilen
Wo Brüder wohnen, wo Schwestern sind!
Gib fernerhin uns deinen Sinn,
bestärk der Liebe Band,
und führe uns mit sichrer Hand
ins ewge Vaterland!

 

Wer prüfen will, ob ich willkürlich oder fälschlich zitiert habe, kann den vollen Wortlaut der Predigten hier nachlesen.

 

  1. Hintergründe und Ursachen zum Verhalten der Kirchenleitung - Oder: Systemagenten in ihrer eigenen Zwangswelt

Für mich ist dieser Fall auch deswegen besonders interessant, weil ich zum einen immer noch familiäre Beziehungen in der Gemeinde habe und zum anderen deswegen, weil ich BÄ i.R. BH und Apostel Katens schon sehr lange und auch privat kenne. Gartenbesuche mit BH waren in Jugendzeiten regelmäßig an der Tagesordnung. BH war früher Musiklehrer und hat mich zudem auch in die PH-Berlin eingeführt (war nett von ihm). Bei dem Rundgang durchs Gelände meinte er in Bezug auf Musik, dass wir aber nicht dort sitzen sollen, wo die Spötter sitzen. Auf mein ratloses Gesicht erklärte er, damit Konzertbesuche gemeint zu heben. Gerade weil dort Bachkantaten oder Motetten gesungen werden, die Chormitglieder jedoch nicht daran glauben, sind es Spötter! In späteren Musikkonflikten sprach mein Mitstreiter B.B. privat mit BH und erzählte ihm von konkreten Kritikpunkten an Ämtern, Haltungen und Lehre. BHs Antwort war, dass er davon nichts hören möchte, er wolle lieber seine rosarote Brille behalten.

Apostel Klaus Katens (stammt auch aus Mariendorf) saß anfänglich neben mir in der Bank im Schallplattenchor. Einmal wurde er gelobt, weil er als einziges Mitglied im ganzen Jahr keine einzige Probe versäumt hatte. Später wurde er zu Höherem berufen, gab seinen Beruf als Kommissar auf und wurde Bischof. In dieser Funktion waren er und wir mit dem Orchester in der Deutschlandhalle zum Stap-GD. Plötzlich war Folgendes zu beobachten: Klaus fegte demütig und dienstbeflissen kurz vor Beginn nochmals den ganzen Weg und die Stufen zum Altar hinauf mit Schäufelchen und Handfeger. Oh ja, mit so einer inneren Einstellung wird man was in der NAK – nur nicht selber denken, sondern schön nachfolgen und andere für sich denken lassen …

Ein mittlerweile über 80 Jahre alter Onkel von mir geht immer noch und seit eh und je  in die Gemeinde Mariendorf – was mutet die Kirchenleitung solchen Mitgliedern zu? Und wie werden normale Menschen zu solchen gnadenlosen Führungskräften, die sich wegen ihrer falschen Aussagen lieber von einer ganzen Gemeinde auslachen lassen als zuzugeben, nicht richtig  gehandelt zu haben? Wieso unterwerfen sich Amtsträger einer Gemeinde, die sich redlich bemühen, ihrem seelsorgerischen Auftrag ehrenamtlich nachzukommen, einer Befragung ihres persönlichen Glaubensstandes mit Loyalitätsprüfung gegenüber den führenden Aposteln? Wieso gelobt ein neu eingesetzter Apostel in seinem Amtseid am Schluss, „als Apostel der Neuapostolischen Kirche zu leben“, anstatt sich auf Jesus zu beziehen?

Schon die Bezeichnung „Führungskraft“ trifft hier nicht den wirklichen Tatbestand, denn diese Männer führen nicht, sondern sie herrschen und werden beherrscht. Die NAK ist eben kein wie so häufig von ihren Vertretern  behauptet lebendiger Organismus, in dem alle Glieder leiden, wenn nur das kleinste Glied leidet. Sie ist ein System, und in einem System hat man als Rädchen ausschließlich zu funktionieren. Systemstörende Elemente, die das Ganze womöglich etwas anders sehen oder auch nur knarren und quietschen, werden gnadenlos ausgetauscht! Möge ihnen Gott gnädig sein, die NAK-Funktionäre und das hinter ihnen stehende System sind es nicht! Paulus schreibt zwar in 1.  Kor. 12, 20ff

Nun aber sind der Glieder viele; aber der Leib ist einer. Es kann das Auge nicht sagen zur Hand: Ich bedarf dein nicht; oder wiederum das Haupt zu den Füßen: Ich bedarf euer nicht.  Sondern vielmehr die Glieder des Leibes, die uns dünken die schwächsten zu sein, sind die nötigsten; und die uns dünken am wenigsten ehrbar zu sein, denen legen wir am meisten Ehre an; und die uns übel anstehen, die schmückt man am meisten. Denn die uns wohl anstehen, die bedürfen‘s nicht. Aber Gott hat den Leib also vermengt und dem dürftigen Glied am meisten Ehre gegeben, auf daß nicht eine Spaltung im Leibe sei, sondern die Glieder füreinander gleich sorgen. Und so ein Glied leidet, so leiden alle Glieder mit; und so ein Glied wird herrlich gehalten, so freuen sich alle Glieder mit.

Diese Maximen des alten Apostels gelten aber in der NAK offensichtlich nicht, denn die leitenden NAK-Funktionäre sind keine Seelsorger mehr, sondern Knechte des Systems und damit Systemagenten. Und „Systemagenten sind stets Faschisten. Der Bestand einer Institution ist ihnen höchstes zu schützendes Gut.“ So formulierte es der ehemalige Jesuitenpater und Prof. Dr. Rupert Lay (Ketzer Dogmen Denkverbote, S. 74). Sie dienen deshalb nicht den Menschen, sondern ausschließlich dem Systemerhalt. Diesen Fakt, den es in der heutigen Gesellschaft vielfältig gibt und der mehr denn je zu beklagen ist, beschrieb  Lay  im Vorwort seines Buches „Die Macht der Moral“ bereits 1991 wie folgt:

Dieses Buch ist den vielen selbstlosen Opfern moderner Institutionen gewidmet: den Opfern von Staaten, von Kirchen und Unternehmen. Opfer solcher Institutionen wurden und werden so viele Menschen, die in gutem Glauben sich in den vermeintlich guten Dienst der Sache einer Institution (von Staat, Kirche, Unternehmen) stellen, ihr gar ihr Leben schenken. … Sie verloren dabei das eigene Leben und ersetzten es durch ein Leben aus zweiter Hand - das eines Systemagenten. … Sicher gibt es Institutionen vom Typ Kirche oder Staat schon seit vielen Jahrhunderten, aber es waren bislang nur wenige, die in ihnen, an sie ihr Leben verloren - und zu einer Art Zombies (willenlose Werkzeuge im Dienste einer Institution) wurden. Heute scheint das anders geworden zu sein: Funktionale Beziehungen ersetzen personale: Die Weisen des Miteinanders in Institutionen greifen über auch ins Private, und die Moral schweigt zu diesem ungeheuerlichen Prozeß der Entmenschlichung.

Gerade wer sich in einem System ethisch korrekt verhält, stört damit dessen Funktionalität im Sinne der gewollten Stabilität, weil, so Lay in einem Interview, „die Systemagenten verunsichert werden, wenn sie ethisch orientierten Persönlichkeiten begegnen. Systemagenten sind jene, die allmählich in diese Zwangswelt hineingewachsen sind und nichts anderes tun, als die systemische Moral zu exekutieren.“ Ferner, so Lay weiter, „darf nichts geschehen, von dem ohnmächtige Mächtige nichts wissen. Sie wollen allwissend sein. Das ist der Fehlaufbau nicht weniger westlicher Unternehmen, die von oben nach unten denken. Viele Betriebe werden nach Gutsherrenart geführt. Da kann nichts gegen den Willen der Führungsspitze geschehen.“

Unter diesen Überlegungen sind der zukünftige Weg der NAK im Allgemeinen sowie die weiteren Vorgehensweisen in Mariendorf und vergleichbaren Gemeinden vorgezeichnet (Ignoranz gegenüber der eigentlichen Problematik, Einschwörungs- und gerade jetzt dabei bleiben Parolen, Vorwürfe vorschneller Urteile, Versöhnungsbereitschaft und Glaubensgehorsam einzufordern, Ausreden und Ausflüchte der KL wie die Vortäuschung von Kommunikationsproblemen ). Wenn irgendwo ein Vorsteher einen auch nur etwas anderen Weg gehen möchte, können jederzeit hoffnungslos rückwärtsgewandte Menschen ihre Beschwerden an die Verwaltung richten und annähernd sicher sein, dass sie dort mit ihrer subjektiven Kritik, die sie für sich  als „seelische Not“ darstellen, auch Gehör finden werden. Oder sie berufen sich in Sorge um die Reinheit der Lehre im Sinne mangelnder Nachfolge auf die Worte von Stap. Schneider, der in der "Stärkungsstunde für Amtsträgeram 15.02.2014 in Innsbruck wörtlich sagte:

Ein Bruder, der nicht in der Gemeinschaft mit dem Apostelamt wäre, könnte gar keinen richtigen Dienst verrichten in seiner Gemeinde. Das geht nicht.  Wenn ein Vorsteher meint, dass er in seiner Gemeinde bestimmen kann, was ihm gefällt, muss ich ihm sagen: Das geht nicht! Ohne die Gemeinschaft mit dem Apostel – gemeint ist nicht die Person sondern das Amt – gibt es Dich gar nicht.“

Wer nicht in der „Nachfolge“ steht, geht eben oder wird gegangen. Die notwendigen Maßnahmen zur Aufrechterhaltung der gewünschten Ordnung und des Status quo werden also nicht ausbleiben, zudem „Gehorsam besser ist denn Opfer!“ Die Gemeinde Hamburg-Blankenese ist dafür ein bereits historisches Beispiel.

In der NAK geht es nämlich weder um Theologie, noch um göttliches Heil oder gar Menschen und deren Leiden oder Freuden, sondern ausschließlich um den unbedingten Erhalt des „Systems NAK“ als gesamte Institution. Von daher ist die NAK sui generis auch nicht reformfähig, weil es eben kein höheres Konzept gibt, unter das sie sich ein- oder gar unterordnen lassen würde. Die Unterscheidung im Katechismus zwischen einerseits der „Kirche Christi“ im Allgemeinen (=alle christlichen Kirchen) und andererseits der NAK im Besonderen als Gottes herausgehobenes und damit exklusivistisches Erlösungswerk für eben „seine Gotteskinder“ als Pseudodifferenzierung und damit Zugeständnis, um die (vielleicht) angestrebten ökumenischen Bestrebungen überhaupt angehen zu können, ist dafür u.a. ein deutliches Zeichen mit gleichzeitig missionarischen Charakter, denn „die Kirche Christi (bleibt) nicht in der Verborgenheit und Unzugänglichkeit; sie tritt dort am deutlichsten zutage, wo das Apostelamt, die Spendung der drei Sakramente an Lebende und Tote sowie die rechte Wortverkündigung vorhanden sind. Dort ist das Erlösungswerk des Herrn aufgerichtet, in dem die Braut Christi für die Hochzeit im Himmel vorbereitet wird.“  So beschreibt Apostel Kühnle im Materialdienst  MD 03/2013 des  Konfessionskundlichen Instituts Bensheim S.281 unter der Überschrift „Erwartungen an unsere ökumenischen Gesprächspartner“ das kircheneigene Selbstverständnis der NAK. (Siehe dazu auch den Artikel Die Katze ist aus dem Sack – Oder: Was ein neuapostolischer Apostel unter Ökumene so alles missversteht.)

Wer all diese hier dargestellten Zusammenhänge wirklich und schlussendlich begriffen hat, müsste daraus seine persönlichen Konsequenzen ziehen können, auch wenn es schwer fällt. Vorsteher P. hat es getan! Hochachtung vor dieser sehr persönlichen Konsequenz und Offenheit!

Es ist gar viel Dummes in den Satzungen der Kirche. Aber sie will herrschen, und da muss sie eine bornierte Masse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die hohe, reich dotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen. (Goethe, zu Eckermann)

 

An Stelle eines Nachwortes:

Trost wo?

Einige Zeilen an die Verjagten und Enttäuschten (Detlef Streich, am 11.7. 2014)

wer tröstet den tröstenden
den vermittler zwischen allen stühlen
dem es selbst an trost gebricht?

der mensch nicht
der gott meistens auch nicht
jedenfalls der gott nicht
von dem man gehört hatte
dass er sei

wer also tröstet den tröstenden
den vermittler zwischen allen stühlen
dem es selbst an trost gebricht?

das eigene innere selbst?
meist ist es dazu zu schwach
oder noch nicht stabil genug

tröstet also doch nur gott den
tröstenden vermittler?

vielleicht!
aber ganz sicher nicht der gott
den man bisher als gott gepredigt bekam

der gott aber vielleicht
tröstet den tröstenden
und vermittler
zwischen allen stühlen
den man selbst
schon immer
im tiefsten
dachte

und der in einem lebt

 

zurück nach oben