Grafik zur Erinnerung an die Mutter aller NAK-Kritikseiten   1999 bis 2009

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Kritische Kommentare und Stellungnahmen zum neuen Katechismus der Neuapostolischen Kirche sowie Leserbriefe zum Thema ( sachliche Zuschriften sind gerne willkommen und können nach Prüfung eingestellt werden)

 "Die Leute traktieren den göttlichen Namen, als wäre das unbegreifliche, gar nicht auszudenkende höchste Wesen nicht viel mehr als ihresgleichen. Sie würden sonst nicht sagen. der Herr Gott, der liebe Gott, der gute Gott. Er wird ihnen, besonders den Geistlichen, die ihn täglich im Munde führen, zu einer Phrase, zu einem bloßen Namen, wobei sie gar nichts denken. Wären sie aber durchdrungen von seiner Größe, sie würden verstummen und ihn vor Verehrung nicht nennen mögen." Goethe im Gespräch mit Eckermann am 31.Dezember 1823:

 

Sie finden auf dieser Seite:

  • 4.5.2013 Diskussionsrunde beim Kirchentag; Apostel Kühnle: „Die Praxis, Verstorbenen Sakramente zu spenden, bezieht ihre Autorität aus dem Apostelamt, biblisch gesehen steht sie auf wackligen Füßen.“ (Kurzbericht)

Passend zum Thema "Katechismus" auch meine Satiren:

  Eine satirische Betrachtung über die neuesten theologischen Tendenzen in der NAK von Detlef Streich (11.2011)

Lieber Herr Jesus,

hier ist der Willi, dein müder Stellvertreter auf Erden. Weißt du Herr, ich muss dich heute Abend mal was fragen. Ja, zugegeben, oft komme ich nicht mit Fragen zu dir, brauch ich ja eigentlich auch nicht, denn du hast mir ja deine Schlüssel gegeben und alle Macht usw., aber im Moment läuft das gefühlsmäßig irgendwie nicht so richtig, ich bin da ganz durcheinander in meinem Kopf und alles summt wie ein Bienenschwarm…

 

Leserbriefe zum Thema:

  • Klaus Dilper 6.12.2012

  • Rudolf Stiegelmeyr 6.12.2012

  • Viele Links auf Kommentare zum Katechismus (mit Zitatausschnitten)

  • Artikel zu theologisch fragwürdigen Entwicklungen der NAK in den vergangenen Jahren (DS)

 

Links zum Katechismus:

Videozusammenfassung: http://www.nak.org/de/news/informationsa...techismus/
Einstellung der vollständigen Gesprächsrunde (10.12.)

Infoabend schriftlich als PDF-Datei

 

 

Zur Erinnerung:

Der Berliner Pfarrer Thomas Gandow vom Pfarramt für Sekten- und Weltanschauungsfragen der Evangelischen Kirche formulierte in dem Grundlagenpapier Kriterien zum Gespräch  u.a. unter Vorbemerkung (Stand: 6.12.2009)  sehr deutlich und heute (2013) noch zutreffend:

"Die „Neuapostolische Kirche“ („NAK“) ist eine christliche Sekte, deren Führung „ökumenische Kontakte“ sucht, ohne sich tatsächlich und inhaltlich der Ökumene anzunähern. Denn dabei geht es bisher von Seiten der „NAK“-Leitung nicht um die Bemühung um eine Ökumene der inhaltlichen Übereinstimmungen etwa auf der Grundlage der „Basiserklärung“ des Ökumenischen Rates der Kirchen, sondern eher um eine „Anerkennungsökumene“ auf der „Basis gegenseitigen Respekts“."

 

Die Katze ist aus dem SackOder: Was ein neuapostolischer Apostel unter Ökumene so alles missversteht  (Druckfassung)

Anmerkungen von D. Streich 8.5. 2013 zum Artikel von Apostel V. Kühnle:

„Der Katechismus der Neuapostolischen Kirche – Erwartungen an unsere ökumenischen Gesprächspartner!

(V. Kühnle ist Apostel in der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland K.d.ö.R. und Leiter der internationalen Arbeitsgruppe Kontakte zu anderen Konfessionen und Religionen (ursprünglich Projektgruppe Ökumene).)

Unter dieser bereits bezeichnenden Überschrift „Erwartungen“ wurde im Materialdienst  MD 03/2013 des  Konfessionskundlichen Instituts Bensheim  ein Artikel veröffentlicht, in dem Apostel Kühnle nun seine Vorstellungen zum Thema Ökumene konkretisiert.

In einer Mail vom 19.3. 2013 an mich kündigte er diesen Beitrag bereits mit den Worten an:

Zur Frage, welche Erwartungen die Neuapostolische Kirche an eine Mitgliedschaft in der ACK verknüpft, können Sie in Kürze in einer Ausgabe des Materialdienstes des Bensheimer Instituts meine Stellungnahme nachlesen. Insoweit bitte ich um Verständnis, dass ich diesen Ausführungen nicht vorgreifen will. Lassen Sie mich aber doch eines hier schon ganz deutlich darlegen: Dass wir mit anderen Christen in den Dialog treten und auch verstärkt institutionell  zusammenwirken wollen, um - bei aller immer noch vorhandener Konfessionsunterschiedlichkeit - das Zeugnis des Evangeliums gemeinsam weiterzutragen, ist auch eine logische Folge des im Katechismus entfalteten Kirchenverständnisses.“

Zu diesem (neuen) Kirchenverständnis schreibt Kühnle nun im Artikel unter der Überschrift „Ekklesiologische Positionen und Konsequenzen“ erklärend zunächst folgendes:

„Im Katechismus ist ein Kirchenverständnis entfaltet, das über die bisherigen Vorstellungen der NAK weit hinausgeht. Wurden in der Vergangenheit Neuapostolische Kirche und Kirche Christi miteinander identifiziert, findet sich im Katechismus nun eine bemerkenswerte und weitreichende Erweiterung des Kirchenverständnisses: Begriff und Sache sind nicht mehr einfach mit der Neuapostolischen Kirche gleichzusetzen, sondern erfahren eine wesentliche Ausweitung. Die verborgene Kirche Christi wird in den verschiedenen christlichen Gemeinschaften unterschiedlich deutlich, zugleich wird die Gebrochenheit und Unvollkommenheit der sichtbaren Kirche zum Ausdruck gebracht….

Andererseits formuliert der Katechismus auch deutlich das ekklesiologische Grundverständnis neuapostolischer Glaubenslehre: „In ihrer geschichtlichen Verwirklichung wird die Kirche Jesu Christi dem Gebot der Einheit, Heiligkeit, Allgemeinheit und Apostolizität nicht völlig gerecht. Dies ist in der Hauptsache darin begründet, dass das Apostelamt über lange Zeit keine und seit dem 19. Jahrhundert nur eine eingeschränkte Wirksamkeit entfalten konnte. Die Vielheit christlicher Kirchen ist bedingt durch kulturelle, soziale und geschichtliche Unterschiede sowie durch die verschiedenen Interpretationen

des einen Evangeliums, der einen Heiligen Schrift. Trotz dieser Unterschiedlichkeit bleibt die Kirche Christi nicht in der Verborgenheit und Unzugänglichkeit; sie tritt dort am deutlichsten zutage, wo das Apostelamt, die Spendung der drei Sakramente an Lebende und Tote sowie die rechte Wortverkündigung vorhanden sind. Dort ist das Erlösungswerk des Herrn aufgerichtet, in dem die Braut Christi für die Hochzeit im Himmel vorbereitet wird.“(Seite 281)

Schon durch das ´einerseits – andererseits` wird wie gehabt klar unterschieden zwischen den Kirchen und der NAK, in der „die Kirche Christi am deutlichsten zutage tritt“. Und natürlich ist nur in ihr das „Erlösungswerk des Herrn aufgerichtet“.

Im seinem sehr umfassenden Aufsatz  „Auftakt zur Katechismus-Ära der NAK ! neue aktualisiserte Fassung vom 12.5. mit blauen Einschüben!“  schrieb Rudolf Stiegelmeyr auf seiner HP zu dieser vorgenommenen Unterscheidung in sichtbare und unsichtbare Kirche kürzlich sehr zutreffend :

Auch die subversive Kirchendiplomatie, zwischen einer sichtbaren und einer unsichtbaren Kirche zu unterscheiden und sich dabei als einzig wahre sichtbare Kirche ins rechte Licht zu rücken – was, so wird diensteifrig nachgelegt, den Wert anderer Kirchen im unsichtbaren Bereich nicht mindere –, ist ein Stück jener unredlichen Verklausulierungsdiplomatie, die jeder ökumenischen Wahrhaftigkeit nur abträglich sein kann. Im Grunde ist sie der gleiche unchristliche Unfug wie die neuapostolische Amtsbesessenheit. Wir alle wissen, wie die Vorstellung von Kirche letztlich institutionalisierend für konfessionelle Interessen vereinnahmt wurde und auch diese Art der exklusivistischen Vereinnahmung bringt in Fragen der Ökumene ebenso wenig weiter. Im Blick auf die Heilige Schrift lassen sich viele Metaphern ausmachen für das, was wir heute Kirche nennen. Da ist vom Weinstock und von den Reben die Rede, vom Bräutigam und von der Braut, vom guten Hirten und seiner Herde oder vom königlichen Priester und seinem Tempel. …

Gerade weil Gott oder Jesus Christus nicht in das Prokrustesbett institutioneller Erwägungen und organisatorischer Notwendigkeiten gepresst werden können, sondern nur über ein persönliches Vertrauensverhältnis wahrnehmbar sind, stehen all diese Bilder letztlich für jene individuelle Gottesbeziehung, welche keinen Bezug nimmt auf die innergemeindliche Form und deren mögliche Strukturen und sonstigen institutionellen Ausprägungen oder andere konfessionellen Kriterien, unter welchem Kirche in ihrem institutionellen Umfeld in der Regel perspektiviert wird. Es geht diesen Bildern weder um administrative Formen oder kirchenrechtliche Funktionen noch um (scheinbar) sakramentalen Glaubensnormen, mithin das künstliche Organisationsgeflecht und Glaubensverwaltungssystem von Kirche, sondern um eine Art 'außerweltlicher' Beziehungsgeflechte. Insofern handelt es sich bei dieser Dimension von Kirche immer und ausschließlich um ein inklusives Kirchenverständnis, dass alle unter das göttliche Heil subsumiert.

Also nochmals zusammengefasst: Unter „Verborgene Kirche“ werden zwar die NAK und die anderen Kirchen anerkennend zusammengefasst,  bei der „Sichtbaren Kirche“ ist es aber die NAK, in der „die Kirche Christi am deutlichsten zutage tritt“  als das eigentliche  „Erlösungswerk des Herrn“.  Kühnle merkt dazu an, dass mit dem Katechismus nun ein „normatives Werk vorliegt, über dessen Positionen wir gerne mit Christen anderer Konfessionen weiter und vertieft in den Dialog treten wollen.“

Und über diesen „Theologischen Dialog“ über das Apostelamt, die Wiederkunft Christi und das Entschlafenenwesen  hinaus „erwarten wir“, so Kühnle, „ eine ernsthafte Auseinandersetzung mit der neuapostolischen Glaubenslehre, die auch die Frage beinhaltet, was die Neuapostolische Kirche eigentlich für andere Kirchen ist. Es kann schließlich nicht nur darum gehen, wie die Neuapostolische Kirche die anderen Kirchen versteht und sich zu ihnen verhält.“

Man beachte den Ton dieser und der folgenden Zeilen! Das Ganze wird nun zunehmender dichter als Erwartungen an unsere ökumenischen Gesprächspartnerkonkretisiert:

Für künftige Gespräche wünschen wir uns, dass

• die Apostolischen insgesamt als eigenständige Konfessionsfamilie anerkannt und die großen Gemeinsamkeiten der Neuapostolischen Kirche mit den klassischen Konfessionskirchen wahrgenommen werden.

• die Neuapostolische Kirche nicht mehr als Gegenstand der Sekten und Weltanschauungsbeauftragten, sondern vielmehr als gleichberechtigter Gesprächspartner im ökumenischen Dialog wahrgenommen wird.

• wahrhaftig theologisch-ökumenische Gespräche auf gleicher Augenhöhe geführt werden.

• Anfragen an die Neuapostolische Kirche nicht andere Qualität und Inhalt haben als solche an Kirchen und christliche Gemeinschaften, die bereits ACK-Mitglied sind.

die (Gast-) Mitgliedschaft der Neuapostolischen Kirche in der ACK möglich wird.

• die Neuapostolische Kirche in der Öffentlichkeit als christliche Kirche wahrgenommen wird, die in einer zunehmend säkularisierten Welt zusammen mit anderen Christen ihren Teil zur Ausbreitung des Evangeliums Jesu Christi beiträgt.

Stellenbewerbungen neuapostolischer Christen in kirchlich geführten Einrichtungen ausschließlich aufgrund der fachlichen Qualifikation und persönlichen Eignung für die zu besetzende Stelle entschieden werden und nicht aufgrund fehlender Kirchenmitgliedschaft oder fehlender ACK-Zugehörigkeit.

Dialog und Ökumene sind für Kühnle offensichtlich nichts anderes als der sprachliche Vorwand, die beschriebenen, eigenen Positionierungen und die Institution NAK samt seiner Prediger von den anderen Kirchen anerkannt zu bekommen.  Sein Verständnis von „Dialog“ ist: Hört uns zu und akzeptiert, was und wie wir sind. 

Die Gesprächsangebote werden unter einen Forderungskatalog gestellt, dem die Gesprächspartner gefälligst zu folgen haben.

Verwunderlich auch, dass hier eine Anerkennung der „Apostolischen als eigenständige Konfessionsfamilie“ gefordert wird, obwohl die NAK selbst die anderen apostolischen Gruppierungen nicht anerkennt bzw. anerkennen kann, da die NAK-Apostel an das Stammapostelamt gebunden sind, was bei der VAG natürlich nicht gegeben ist. Nebenbei: Einem Aufnahmeantrag der VAG hat die Bundes-ACK bereits zugestimmt. Kühnle scheint also einfach mitschwimmen zu wollen, indem er sich verbrüdert?

Ferner mahnt Kühnle eine (Gast) Mitgliedschaft im Bundes-ACK an, obwohl gar kein Antrag dafür vorliegt und für die Zukunft nur vage angekündigt ist.

Was Kühnle sich dabei denkt, wenn er Gesprächen auf „Augenhöhe“ fordert, ist auch fraglich, weil in der NAK kaum von theologischer Bildung ausgegangen werden kann.

Offensicht ist, dass Kühnle keinerlei Ahnung zu haben scheint, was unter Ökumene zu verstehen ist. Schon ein Blick in den Duden (man verlangt ja nicht mal Fachliteratur) hätte eine erste Orientierung bieten können. Dort steht zu Ökumene:

  1. (Theologie) Gesamtheit der Christen und der christlichen Kirchen
  2. (Theologie) Bewegung der christlichen Kirchen und Konfessionen zur Einigung in Fragen des Glaubens und zum gemeinsamen Handeln

Hier ist von „Einigung“ die Rede und nicht von Forderungen. Auch das Nachschlagen des Wortes „Dialog“ hätte vorab klärend sich auswirken können:

  1. (bildungssprachlich) von zwei oder mehreren Personen abwechselnd geführte Rede und Gegenrede; Zwiegespräch, Wechselrede
  2.  (bildungssprachlich) Gespräche, die zwischen zwei Interessengruppen geführt werden mit dem Zweck des Kennenlernens der gegenseitigen Standpunkte o.Ä.

Ebenso kann Kühnle wohl fordern, dass die NAK von ´außen` nicht mehr als Sekte angesehen werden möchte, konterkariert allerdings dieses Vorhaben wie gezeigt selbst durch Art und Inhalt seines Schreibens. Man sollte ihm zudem mitteilen, dass die von ihm geforderte veränderte Wahrnehmung der NAK weder gefordert noch verordnet werden kann, weil sich die Wahrnehmung einer Sache aus der Sache selbst und den nach der Betrachtung gezogenen Schlussfolgerungen ergibt.

Wie sagte Kühnle noch gleich im Eingangszitat aus seiner Mail:

„Dass wir mit anderen Christen in den Dialog treten und auch verstärkt institutionell  zusammenwirken wollen, um - bei aller immer noch vorhandener Konfessionsunterschiedlichkeit - das Zeugnis des Evangeliums gemeinsam weiterzutragen, ist auch eine logische Folge des im Katechismus entfalteten Kirchenverständnisses.“

Mit „Evangelium“ kann er nur gemeint haben die selbst aufgezeigte Sicht aus der NAK-Perspektive, dann aber wäre die richtigere und nicht verschleiernde Bezeichnung „Missionierung“  der anderen Christen  nebst der ganzen Welt die ehrlichere Vokabel gewesen. Selbst Dr. Kai M. Funkschmidt (EZW) schreibt im neuen Kontaktinfo zur NAK vom März 2013: „Der exklusive Heilsanspruch der NAK ist abgeschwächt, aber nicht aufgegeben worden. Wenn erst Taufe und Versiegelung die Gotteskindschaft vermitteln, so spricht man indirekt allen anderen Christen die volle Gotteskindschaft ab, was unverbunden neben der Betonung von Gottes universalem Heilswillen steht.“

Richtig hingegen war seine andere Aussage, die nur leicht korrigiert werden muss:

Seine Art und Weise des fordernden, ökumenischen Dialogs ist eine logische Folge des im Katechismus entfalteten Kirchenverständnisses der NAK.

Bis soweit …

mit dem Fazit: Wer mit den großen Hunden pinkeln will, sollte nicht nur kläffen, sondern wenigstens das Bein  heben können.

 

 

Kurzkommentar zum Kirchentag in Hamburg 2013 (4./5. Mai 2013)

In einer Diskussionsrunde beim Kirchentag in Hamburg erklärte laut eines Berichtes von UF-online Apostel Kühnle im Mai 2013,

dass die Praxis, Verstorbenen Sakramente zu spenden, ihre Autorität aus dem Apostelamt bezieht. »Biblisch gesehen steht sie auf wackligen Füßen.«“ Zudem unterstrich er deutlich „die Bedeutung des Apostelamtes für die Verbreitung des Evangeliums. Er betonte zugleich, dass dieses Amt nicht ausschließlich für die Neuapostolische Kirche gegeben sei, sondern für die gesamte Kirche Christi.“ Ergänzend setzte er noch hinzu: »Undenkbar Scheinendes ist möglich geworden. Wir identifizieren die Kirche Christi nicht mehr einfach mit der Neuapostolischen Kirche, sondern leben mit der Erkenntnis, ein Teil der Christenheit zu sein und mit den anderen an einem Tisch sitzen zu wollen

Außerdem meinte Kühnle im Schlusswort mit zweifachem Konjunktiv: "Sollte es mit einer Gastmitgliedschaft in der Arbeitsgemeinschaft christlicher Kirchen klappen, ginge die ökumenische Arbeit für die Neuapostolische Kirche erst richtig los."

Apostel Kühnle ist Leiter der Arbeitsgruppe „Kontakte zu anderen Konfessionen/Religionen“ (AG KKR), die vorher als Projektgruppe Ökumene bezeichnet wurde. Der Begriff Ökumene ist damit gestrichen, das Ziel scheint also programmatisch nur noch zu sein,  "Kontakte" zu knüpfen? Irgendeinen Antrag zur Aufnahme der NAK in den ACK gibt es auch nicht. Kühnles Satz zeugt also höchstens vom Wunschdenken seines Urhebers und steht zudem im Widerspruch zu den hier umfangreich kommentierten Äußerungen des designierten Stammapostels Schneider, der an einer "ökumenischen Arbeit" keinerlei Interesse zeigt.

Der theologische Berater des Stap., Dr. Kiefer (Nebenstudium der evangelischen Theologie auf Lehramt und ohne Abschluss), antwortete dann in einem Gespräch am 3.5. auf die Frage »Hat sich unser Glaube verändert?« wie folgt:  

»Nein, wir leben unseren Glauben jetzt aber bewusster. Sich von anderen Kirchen abzuschließen ist nicht apostolisch.« Vielmehr müsse sich die Neuapostolische Kirche ihrer Rolle bewusst werden und was es heißt, eine apostolische Kirche zu sein. Und das, so Kiefer, ist Aufgabe des Katechismus'. Seine Wirkung entfalte das Werk dabei nach innen, »aha, das glauben wir« und außen, »könnte das nicht auch etwas für euch sein?« Damit seien vor allem das Apostelamt und die lebendige Erwartung der Wiederkunft Christi gemeint.

Dass die ´Wirkung`des Katechismus nach außen einen missionarischen Charakter haben soll, ist bezeichnend. Die am Schlusstag (4.5.) dann mehr oder weniger verhalten geäußerte Kritik deutete Kühnle euphemistisch um:

„»Der Katechismus ist offensichtlich diskussionsfähig«, stellte Apostel Volker Kühnle fest. Er zwinge die Neuapostolischen mit anderen Christen in den Dialog zu treten. Zum Vorwurf der Exklusivität nahm der Apostel ebenfalls Stellung. »Ich verstehe exklusiv im Sinne des für mich besonders Wertvollen.«

Ein Besucher der Veranstaltung berichtete mir, dass Apostel Kühnle auf die Frage nach der öffentlichen Diskussion IN der NAK antwortete:

"Theologie ist nicht das Hauptinteressenfeld unserer Geschwister, sie sehnen sich mehr nach einer geistlichen Heimat, die ihnen Hoffnung schenkt." " Ja, wir müssen miteinander reden, der Katechismus lässt sich intern nicht hierarchisch verordnen."

Der Katechismus IST bereits verordnet alleine durch sein Erscheinen. Und für die "Hoffnung schenkende geistliche Heimat"  braucht man auch keinerlei theologische Rechtfertigung sondern mehr das Bauchgefühl, um den gewollt gefühlvollen Lustgewinn bei den Hörern auch hervorzurufen.  Dann darf und kann man "exklusiv" auch so umdeuten, wie es einem passt, alles frei nach dem alten Spontispruch, "Wissen ist Macht, aber nichts wissen macht auch nichts!"

PS.: Während dieses eben zitierten Wortwechsels sagte ein anderer NAKler zu seinem Nachbarn: 

"In unserer Gemeinde wurden solche Diskussionen gerade unterbunden."

Quellen:  Berichte von UF online vom 4.5., 3.5. und 2.5.2013

Siehe dazu auch den KommentarAuftakt zur Katechismus-Ära der NAK“  von Rudolf Stiegelmeyr, 2013

16.4.2013 Link auf einen Rundbrief: EVANGELISCHER OBERKIRCHENRAT STUTTGART „Den Landessynodalen zur Kenntnis Katechismus der Neuapostolischen Kirche“ Zitat daraus:

Derzeit liegt weder ein Mitgliedschaftsantrag für die ACK Baden-Württemberg, noch für die Bundes - ACK vor. Formal ändert sich also momentan nichts, insoweit unsere Ordnungen auf eine ACK-Mitgliedschaft abstellen. Das Rundschreiben AZ 86.51-Nr. 36/1.1 ist unverändert gültig, ich nenne noch einmal die wichtigsten Regelungen, weil sie im Alltag der Kirchengemeinde vermutlich immer wieder auftreten:


Die NAK ist nach wie vor anstellungsrechtlich als Nicht-ACK-Kirche zu behandeln.

Ein neuapostolischer Christ kann nicht Pate bei einer evangelischen Taufe sein.

Die Taufe eines neuapostolischen Christen wird nach wie vor ökumenisch anerkannt, das heißt, neuapostolische Christen, die in die Landeskirche eintreten möchten, werden nicht getauft.

Neuapostolisch getaufte Kinder, die konfirmiert werden möchten, können in den Konfirmandenunterricht aufgenommen werden, sie werden ebenfalls nicht getauft, müssen aber vor der Konfirmation formell in die Evang. Landeskirche übertreten.

Es besteht weiterhin keine Abendmahlsgemeinschaft zwischen Landeskirche und NAK.

Gemeinsame Gottesdienste oder Segenshandlungen sind nicht vorgesehen , eine Beteiligung in Form eines Gebetes ist möglich; es ist auch möglich, dass der Geistliche der NAK z.B. nach dem Segen ein Wort an die Gemeinde richtet, nicht jedoch innerhalb der eigentlichen Handlung.

 

Was die Überlassung von gottesdienstlichen und anderen kirchlichen Räumen anlangt, ist dies in Ausnahmefällen (z.B. bei Bestattungen, wenn kein anderer Raum zur Verfügung steht) möglich, wenn der KGR dieses beschließt.

 

19.3.2013 Kommentierte Reaktionen auf meinen offenen Brief (Druckfassung):

 

NAK in die ACK? - Eine offene Debatte oder Kuschel-Muschel-Ökumene hinter verschlossenen Türen? (DS 19.3.2013, letzte Aktualisierung am 22.3.)

In einem Schreiben vom 15.3.2013 kommentierte Pfarrer Gandow (Verantwortlicher für den "Berliner Dialog")eine interne Infomail von Dr. Kai Funkschmidt mit einigen kritischen Punkten zur Fachtagung in Fulda. Funkschmidt beschreibt z.B., dass bei der Tagung Journalisten nur am letzten Tag für zwei Stunden zugelassen waren, was Pfarrer Gandow wie folgt kommentiert und kritisiert:

"... die sich allerdings Ihrer Regelung zu unterwerfen hatten , Bild- und Tonaufzeichnungen zu unterlassen. Wörtliche Zitate, so die von Ihnen bekanntgegebene Spielregel, hätten sich die Journalisten nach Ihrem Reglement von jedem einzelnen Sprecher persönlich freigeben lassen müssen, was dann zu den merkwürdigen Berichten bei gk und rr mit indirekten Zitaten führte. ... Kein Wunder, daß es nunmehr "Interpretationsdifferenzen" gibt."

Funkschmidt behauptet in dieser Mail auch, dass meine eigenen Ausführungen im offenen Brief, da sie " ausschließlich" auf Aussagen Kochs zur Tagung basieren, (die Funkschmidt somit als mehr oder weniger falsch einstuft), dass mein offener Brief deshalb als ein "doppeltes Hörensagen von seinem Thema entfernt" sei. Diese Behauptung finde ich ungeheuerlich, da die Haltung des ACK und seiner Verteter nur einen Teilaspekt meines Schreibens darstellt. Zudem liegt es auch an der Infopolitik des ACK selbst, dass man sich in diesem Fall auf solche Artikel stützen muss, weil vom ACK zeitnah keine Informationen vorliegen. Herr Gandow meint ebenso, dass der Vorwurf des Hörensagen

"auch deshalb nicht zutrifft, da das Thema von Streichs offenem Brief  nicht  die Tagung ist, sondern deren von mehreren Seiten bestätigte Tendenz, die Streich mit wesentlichen, aktuellen  Zitaten aus der NAK in Frage stellt. Das betrifft sowohl im Glaubensbekenntnis festgestellte, wesentliche (Irr-)Lehren (Versiegelung, Brautgemeinde, sakramentales Handeln der Apostel, Entschlafenenlehre usw.) als auch nicht im Glaubensbekenntnis selbst kodifizierte Lehren  (z.B. Bischoff-Botschaft, Jesus in den Aposteln, Entschlafenenpraxis)".

In einer Mail an Dr. Funkschmidt  bat ich ihn nun, da ich in seinen Ausführungen namentlich genannt sei, mir diese Mail auch schriftlich zukommen zu lassen, weil  ich als Angesprochener dazu gerne Stellung nehmen würde.  Mein Wunsch wurde von ihm jedoch abgelehnt, weil seine Ausführungen nicht für die Öffentlichkeit bestimmt gewesen wären, sondern nur einer internen Verteilerliste die Hintergründe erschließen sollten.  Außerdem  hätte er nicht die Absicht, eine öffentliche Debatte per E-Mail zu führen. Ergänzend schrieb er noch:

„Die EZW wird ausführlich über die Fuldaer Tagung berichten (MD EZW 5/2013) und die Tagung als ganze dokumentieren (EZW Text im Herbst 2013), so daß die Öffentlichkeit sich eine fundierte Meinung zu dem dort Diskutierten bilden kann. Diese Beiträge mögen als unser Beitrag zu der Diskussion dienen. Insofern bitte ich Sie noch um etwas Geduld.

Diese Erklärungen erscheinen mir jedoch mehr als dünn, zumal er mit keinem Wort auf seine Unterstellung, dass ich doppelt am Thema vorbei schreibe würde und auf meine deutlich im offenem Brief angesprochenen Kritikpunkte an der NAK eingeht. Insofern sehe ich das als ein Ausweichen vor der Diskussion mit mir an. Denn im Gegenteil zu meinen Ausführungen behauptete Funkschmidt in der internen Mail dagegen durchaus weitreichende Lehränderungen der NAK, meinte aber, dass das "Wording" noch vergangenheitsorientiert sei. Das sieht auch Pfarrer Gandow ganz anders:

" "wording" - so nannte Apostel Kühnle die Bemühung, den Katechismus so zu formulieren, daß die extremen Sonderlehren der Sekte ökumenisch anschlußfähig klingen. Dabei geht es also nicht um ungeschickte Formulierungen, sondern vielmehr um die "Okkupation von Begriffen (Wording), d.h. die Bereitstellung eines Katalogs an Euphemismen, deren Nutzung den Aufbau eines konsistenten Bildes in der Öffentlichkeit fördern soll". Quelle

Meiner Meinung nach handelt es sich bei der "Gotteskindschaft" also nicht um einen beim Glätten übersehenen Begriff. Der für ökumenische Ohren harmlos klingende Begriff der "Gotteskindschaft"  beinhaltet und verhüllt eine der zentralen Lehren der NAK und eröffnet nur bei genauer Kenntnis der Doppelsprache den Blick auf den fortbestehenden Heilsexklusivismus, doppelte Wiederkunft und Entrückung. (Vgl. Kommentar zum Stichwort wording)“

Im zweiten Podiumsgespräch sollte nun unter der Moderation von Dr. Kai Funkschmidt (EZW) als Abschluss der Tagung zwischen Apostel V. Kühnle und Dr. Harald Lamprecht (Weltanschauungsbeauftragter der Evangelisch-Lutherischen Landeskirche Sachsens) diskutiert werden, ob die NAK nun die Reife erlangt hätte für eine Gastmitgliedschaft in der ACK. Anstatt zu diskutieren, wurde dies aber eher eine "Kuschelrunde", denn Lamprecht betonte frühzeitig, dass er dafür nun keinen Hinderungsgrund mehr sähe. Zur Zeit ist aber noch völlig unklar, ob die NAK überhaupt einen solchen Antrag stellen werde. Gandow kommentiert:

"Die ACK ist eine Arbeitsgemeinschaft und keine Kirche.  Es ist die Frage, ob  und auf welcher Basis die ACK  bei eigener ungeklärter theologischer Kompetenz überhaupt  "Lehrgespräche" führen kann .

Wegen dieser Unklarheiten ist deshalb weiter zu fragen, ob ausgerechnet der kaum zu widerrufende Gaststatus der ACK tatsächlich ein Abkühlbecken für sektiererische Gruppen sein kann?

Ein Beobachter fragte sich z.B. „warum die Tagung schon so eilig kurz nach Veröffentlichung und Vorstellung des Katechismus aber auch kurz vor der ACK-Bundestagung angesetzt wurde“ - womit sich die Frage schon selbst beantworten könnte.

Denn vermutet wird sowohl aus ökumenisch gesinnten Kreisen innerhalb der NAK als auch aus eher kritischen ACK-Kreisen, daß die erschienenen ACK – Delegierten, die zwar gesprächsinteressiert erschienen, aber nicht immer mit übersteigerter theologischer Kenntnisfülle brillierten, durch diese Tagung positiv eingenordet werden sollten.

Diese Vermutung wird bestätigt durch den deutlich kirchenpolitische Anspruch vieler Voten, hinter dem eine theologisch-inhaltliche Auseinandersetzung eher zurücktrat.

Ist nicht doch das Hauptmotiv eine "Anerkennungsökumene" ohne jede wesentliche ökumenische Öffnung, auf die gerade innerhalb der NAK die Reformkräfte hofften? Von solcher Seite wird zum Beispiel notiert, daß in dem NAK-Katechismus der Begriff "Ökumene" gar nicht vorkomme."

Lamprecht hat jedoch versprochen, dass er sich dafür einsetzen wird, dass die NAK einen solchen Gaststatus erhalten wird. Funkschmidt jedoch erwähnt in seinem Schreiben, dass die mögliche ACK-Gastmitgliedschaft auf der Tagung nur am Rande "in Form kontroverser persönlicher Einschätzungen eine Rolle" gespielt hätte. Auch Gandow ist dieser Widerspruch aufgefallen, denn er schrieb:

Es ist unverständlich, daß Sie, lieber Br. Funkschmidt, diese mehr als eindeutige Positionierung eines ihrer Mitveranstalter in dessen Schlußwort überhört haben.

Manche (extreme?) römisch-katholische Stimmen haben nicht erst jetzt deutlich gemacht, daß angesichts ihres eigenen distanzierten Verhältnisses zur organisierten Ökumene die Gastmitgliedschaft einer weiteren protestantischen „kirchlichen Gemeinschaft“, in der ACK, - noch dazu einer katholisierenden-, als unproblematisch empfunden werde. „Je mehr davon, desto besser."

Dies belaste nicht, sondern verdeutliche vielmehr die ekklesiologischen Relationen. Die ACK sei eben keine Gemeinschaft von gleichrangigen Kirchen auf kleinem gemeinsamem Nenner, sondern eine bloße kirchenpolitische Arbeitsgemeinschaft von christlichen „Kirchen und kirchlichen Gemeinschaften.“

Bleibt  noch zu erwähnen, dass sich dankenswerter Weise zumindest Apostel Kühnle bei mir direkt gemeldet hat und ein Gesprächsangebot machte. Ich antwortete ihm am 4.3.:

Falls Sie in meinen Seiten etwas gestöbert haben sollten, werden Sie vielleicht bemerkt haben, dass meine Kritik und die gezielten Kritikpunkte sich weitestgehend auf das "System" der NAK beziehen und kaum persönlich bezogen sind. Deswegen wäre ein Gespräch mit Ihnen vom Charakter her eher persönlich, auch wenn Sie in dem einen oder anderen Punkt mir zustimmen würden. Dies wäre für meinen Ansatz und für die Öffentlichkeit jedoch nicht relevant genug, zumal es sich hier sozusagen um private Äußerungen hinter verschlossenen Türen handeln würde, die ich so nicht ins Netz stellen würde und dürfte.

Aber vielleicht können und wollen Sie mir eine Frage beantworten, die ich dann auch mit Ihrer Antwort öffentlich machen darf?

Mich interessiert, was Sie selbst sich davon versprechen, sollte die NAK in den ACK aufgenommen werden? Die alten Denkmuster und Strukturen, die ich vielfach stark kritisiere, ändern sich doch dadurch überhaupt nicht, weder in der KL noch irgendwo weiter unten im Land. Wozu und mit welchem inneren Ziel also dieser nun schon doch lange gehende Versuch der angestrebten ACK-Mitgliedschaft??

Anstatt einer sachbezogenen Antwort kam bezeichnender Weise am 08.03.2013 zunächst diese Reaktion:

"Ihre Antwort verwundert mich ...

Ich hatte Sie ja nicht privat angeschrieben - da hätte ich meine private Mailadresse benützt -, sondern als der für den Bezirk Göppingen zuständige Apostel und darüber hinaus auch in meiner Eigenschaft als Vorsitzender der internationalen Arbeitsgruppe "Kontakte zu anderen Konfessionen und Religionen". Mein Gesprächsangebot hätte also sehr wohl offiziellen Charakter.

Insoweit irritiert mich auch Ihr Anliegen, von mir nun eine persönliche Stellungnahme zu Ihrer formulierten Frage zu erhalten, und diese dann veröffentlichen zu wollen. Oder verstehe ich das falsch?

Gerne wiederhole ich deshalb nochmals mein Gesprächsangebot, mit Ihnen ganz offiziell über Ihren offenen Brief und die damit verbundenen Kritikpunkte zu sprechen.

Da Apostel Kühnle eine Antwort erwartete, habe ich ihm gerne am 10.03.2013 meine Ansichten nochmals klar dargestellt:

Sehr geehrter Apostel Kühnle,

was haben Sie von mir erwartet, wenn Sie in meine HP geschaut haben? Und natürlich interessiert mich Ihre Position zur Frage "Was ist, wenn die NAK ACK-Mitglied wäre". Ist diese Frage an den Vorsitzenden der entsprechenden Kommission nicht genau an die richtige Adresse gerichtet? Ebenso ist es selbstverständlich, dass die Antwort auf einen offenen Brief auch veröffentlicht wird. Nichts anderes würde als Folge eines Gespräches auch passieren.
Also kann man doch ganz offiziell diese Frage(n) auch schriftlich klären oder eine Stellungnahme dazu abgeben. Ich sehe da keinen Grund zur "Verwunderung" oder "Irritationen". Mit ist schon klar, dass Sie auch in einen Loyalitätskonflikt kommen, würde ich Sie z.B. fragen: "Wie bewerten Sie die von mir zitierten Predigtaussagen vom designierten Stammapostel Schneider in Bezug auf die Ökumenefähigkeit der Kirchenleitung?" Diese Frage würde ich schon gerne stellen, weiß aber um die Problematik einer Antwort von Ihnen. Deshal habe ich meine Frage auch viel einfacher und schlicht formuliert. Es stünde Ihnen frei, schriftlich diesen oder jenen Aspekt zu benennen und anderes auszulassen. In einem Gespräch wäre das sehr viel schwieriger für Sie, was ich mit dem Angebot der schriftlichen Antwort vermeiden wollte.

Eine Antwort darauf kam am 19.3., in der Apostel Kühnle schrieb:

Ihre Anfrage "was Sie sich selbst versprechen ..." impliziert, dass Sie eine persönliche Auskunft von mir erwarten. Ich versuchte Ihnen darzulegen, dass es keinesfalls um meine persönliche Meinung gehen kann - und deshalb habe ich Ihnen ausdrücklich als Leiter der AG KKR ein Gespräch angeboten. Ich bedauere nach wie vor, dass Sie ein solches nicht führen wollen.

Mit Verwunderung lese ich nun Ihre Annahme, ich könnte in einen Loyalitätskonflikt geraten - woran machen Sie das denn fest? Ich finde es schon eigenartig, welche Interpretationen und Kommentare ab und zu abgegeben werden, obwohl die Schreibenden nicht unmittelbar am Geschehen teilgenommen haben.  Ich halte dies, offen gesagt, für bedenklich.

Zur Frage, welche Erwartungen die Neuapostolische Kirche an eine Mitgliedschaft in der ACK verknüpft, können Sie in Kürze in einer Ausgabe des Materialdienstes des Bensheimer Instituts meine Stellungnahme nachlesen. Insoweit bitte ich um Verständnis, dass ich diesen Ausführungen nicht vorgreifen will. Lassen Sie mich aber doch eines hier schon ganz deutlich darlegen: Dass wir mit anderen Christen in den Dialog treten und auch verstärkt institutionell  zusammenwirken wollen, um - bei aller immer noch vorhandener Konfessionsunterschiedlichkeit - das Zeugnis des Evangeliums gemeinsam weiterzutragen, ist auch eine logische Folge des im Katechismus entfalteten Kirchenverständnisses.

Na dann warten wir doch einmal auf den Artikel des Bensheimer Institutes sowie die Schriften des ACK im Mai bzw. Herbst 2013 – falls da die Tagung in Fulda noch jemanden interessiert.  Worin der Loyalitätskonflikt jedenfalls bestehen könnte, kann jeder Leser im folgenden Artikel nachlesen. Oder steht auch Apostel Kühnle zu diesen Predigtzitaten vom designierten Stammapostel? Dann umso schlimmer ...

Am 19.3. habe ich Apostel Kühnle nochmals geschrieben, eine Antwort steht noch aus:

Sehr geehrter Apostel Kühnle,


nun, dann werde ich mich gedulden und auf den Artikel des Bensheimer Instituts warten. Sie schreiben aber noch (Zitat):


<Ich finde es schon eigenartig, welche Interpretationen und Kommentare ab und zu abgegeben werden, obwohl die Schreibenden nicht unmittelbar am Geschehen teilgenommen haben.  Ich halte dies, offen gesagt, für bedenklich.>


Sicher ist nicht ganz einfach, etwas zu kommentieren, bei dem man nicht persönlich anwesend war. Der ACK selbst gibt seinen Bericht ja leider erst im Mai heraus, dennoch gibt es natürlich noch andere Informationsquellen, aus denen sich zumindest ein Bild machen lässt. Koch ist ja nicht der einzige, der darüber schreibt.

Mein Ansatz bezüglich des angesprochenen, möglichen "Loyalitätskonfliktes" ist jedoch nicht die Tagung, sondern sind mehrere Gottesdienste und deren mir vorliegenden Berichte, in denen sich der designierte Stammapostel in einer Weise in seiner Predigt positioniert hat, dass ich mir kaum vorstellen kann, dass Sie dieses dahinter stehende Menschen - und Gotteskinderbild theologisch unterschreiben würden. Und an diesem "Geschehen" muss ich nicht teilgenommen haben, da reichen die Verschriftungen. Zur Information hänge ich Ihnen einen entsprechend aktuellen Artikel an.

Ebenso berufen Sie sich auf den Katechismus, den ich eingehend untersucht habe. Eine Vielzahl von ökumenekritischen, bzw. mit Ökumene nicht kompatiblen Formulierungen habe ich in einem fiktiven Interview benannt. Das Kirchenverständnis ist die eine Seite, die sich geöffnet hat, anderes wiederum kann ganz und gar nicht als "logische Folge" in den Dialog treten sondern trennt ganz klar. Der zweite Artikel zeigt das auf.

Folgende Artikel waren der Mail angehängt:

Das angestrebte Menschenbild des designierten NAK- Führers Schneider: Der absolut willenlose Jünger! (Druckfassung)

Der exklusive Eiertanz ums goldige Dogmenkalb – Oder: Die Faszination der Heilsgewissheit 30 Fragen und Antworten in Dialogform zum neuen Katechismus der NAK von Detlef Streich ( Druckfassung )

Das Fazit ist jedenfalls ernüchternd: Über die Fachkompetenz der ACK-Vertreter, die "nicht immer mit übersteigerter theologischer Kenntnisfülle brillierten", hat sich Pfarrer Gandow schon klar geäußert. Und deren Bereitschaft zur kritischen Kommunikation wird ebenfalls von selbst aus den Zitaten und ausbleibenden Reaktionen deutlich. Passend dazu meinte Funkschmidt noch, dass das Treffen ohnehin kein Mandat zu einer Einschätzung darüber hatte, ob die NAK in den ACK aufgenommen werden könnte, es diente lediglich der "theologischen Debatte und Meinungsbildung". Aber darum geht es auch nicht wirklich. Erst einmal sollten klare Positionierungen vorgenommen werden. Wie deutlich und aussagekräftig  wirkt in diesem Zusammenhang die Effata-Predigt des leider früh verstorbenen, katholischen Pfarrers Braden, wenn er seiner Gemeinde und der ganzen Kirche zuruft:

"Mißtrauisch wird alles beobachtet, was unseren Standpunkt in Frage stellen könnte, anstatt daß wir miteinander über strittige Fragen sprechen, wird verurteilt und abgeschrieben, wird ausgeschlossen und verboten. Es ist ja viel sicherer, hinter einer Mauer zu sitzen, als den anderen Meinung offen zu begegnen und sich mit Argumenten auseinanderzusetzen.

Und hier hinein spricht Jesus heute das Effata, das öffne dich, tu dich auf. Es ist wie ein neues Schöpfungswort, das sich an die uralten Schöpfungsworte der Bibel reiht. Er sagt dieses Effata auch heute zu uns.

Effata - tut euch auf, werdet offene Menschen.

Effata, du Kirche, tu dich auf und sondere dich nicht ab in Selbstgerechtigkeit und Angst.

Effata, du Kirchengemeinde, tu dich auf, werde einladend und freundlich.

Effata, tu dich auf du Christ, tu alle Angst von dir ab und hab Mut dich Gott zu stellen.

Effata, du Pfarrer, du Bischof, du Papst, tu dich auf, vernimm, was die Menschen umtreibt, was sie plagt, dann erst kannst du ihnen helfen und ihnen die Botschaft Jesu erschließen.
 

Hinzusetzen möchte man: Effata,du NAK, du Stammapostel und Apostel und ihr Gemeinden, tut euch auf und sucht endlich mit objektiver Selbstsicht den Dialog! Hinter der Fassade des neuen Hochglanzkatechismus steht immer noch die alte Selbstherrlichkeit. Wohl dem der dieses Gewand als des "Geistes neue Kleider" auch erkennt, nämlich als eine ´Kirche in Unterhosen`, wie Klaus Braden das in dieser Predigt beschrieb. Und er zieht darin den Schluss:

"Wir brauchen den Mut, daß wir uns der Wirklichkeit stellen, wie sie ist und nicht in Wolkenkuckucksheimen dahinträumen. Wir brauchen den Mut, Unruhe zu schaffen und unbequem zu sein in unserer Gesellschaft. Wir brauchen den Mut, andere als andere aufzunehmen, ohne sie gleichschalten zu wollen. Wir brauchen den Mut zu stören und uns selber stören zu lassen, wenn man sich mit Fragenden, Suchenden, Kritischen auseinandersetzt. Wir brauchen den Mut, auch andere Meinungen als die eigene oder die kirchenoffizielle gelten zu lassen. Wir brauchen den Mut zum Widerstand, wenn die Botschaft Jesu durch Mächtige verraten wird, wenn sie untergeht in Paragraphen und Vorschriften."

In der Mail vorab schrieb mir Pfarrer Braden noch zur Erläuterung am 5.6.2001:

"Ich habe gerade in der letzten Zeit mehrmals darüber gesprochen bzw. gepredigt, dass in autoritätshörigen Kirchen (da gehört die katholische und die neuapostolische dazu)  oft vergessen wird, dass wir nicht AN die Kirche glauben dürfen, sondern uns ZUR Kirche bekennen sollen.
Das ist es ja, was uns beide vermutlich stark verbindet.
In konservativen Kreisen aber begreift man das nicht. In einem theologischen Diskussionsforum hatte ich das mal angesprochen, doch die anwesenden "Theologen" schienen das überhaupt nicht zu begreifen, bzw. als Problem zu sehen, wobei es für alle Lateiner schon im Credo deutlich wird.

Credo in deum   und  credo ecclesiam catholicam et apostolicam*
Das ist so eindeutig, dass man den Kopf schütteln muß über so viel Insider-Blindheit..

Liebe Grüße Ihr Klaus Braden"

(*Anmerkung: Das Wort ´catholicam` meint hier in dem Auszug aus dem  Nicäno-Konstantinopolitanum „die umfassende, allgemeine, dem gemeinsamen Glauben gemäße Kirche“, und natürlich nicht die Konfession.)

Staunend schüttelt man hingegen den Kopf über die Ignoranz seitens der ACK_Beauftragten gegenüber der aktuell tatsächlichen Predigtpraxis in der NAK und fragt sich unwillkürlich auch, welchen Katechismus diese Leute gelesen haben, wenn das alles nun dazu führt, dass Lamprecht tatsächlich versprochen hatte, sich für einen (noch nicht einmal gefragten) Gaststatus der NAK in der ACK einzusetzen. Aber das alles macht deutlich, womit in naher Zukunft weiterhin zu rechnen ist: Man trifft sich, unterhält sich nett und sondert hinterher  nichtssagende Sprechblasen ab. In Absprache mit Journalisten dürfen die dann sogar vielleicht eventuell veröffentlicht werden! Vielleicht gibt man ja auch noch ein schönes, neues Faltblatt ACK-NAK heraus und ersetzt das alte von 2008 mit all den schönen, aktuellen Katechismussätzen und Zitaten von J.L.Schneider? Bravo jedenfalls zu soviel einträchtiger Kuschel-Muschel-Ökumene hinter verschlossenen Türen!

 

Lesenwertes Interview mit Axel Seegers (Kath. Weltanschauungsbeauftragter), einem Teilnehmer der Tagung

 

Kommentar von Rudolf Stiegelmeyr vom 19.3.2013:

NAK-ÖKumenebeauftragter und Apostel V. Kühnle bemängelt die scheinbar mangelnde Gesprächsbereitschaft des Fuldaer Mauschel-Kommentatoren, Herrn Streich, mit den Worten:

"Ich versuchte Ihnen darzulegen, dass es keinesfalls um meine persönliche Meinung gehen kann – und deshalb habe ich Ihnen ausdrücklich als Leiter der AG KKR ein Gespräch angeboten. Ich bedauere nach wie vor, dass Sie ein solches nicht führen wollen."

Aussagen wie diese sind typisch für einen NAKI-Funktionär und neuapostolischen Systemagenten. In einem geschlossenen Glaubenssystem wie das der NAK hat die Privatmeinung eines Funktionsträgers hinter die Systemmeinung zurückzutreten. Das führt naturgemäß dazu, dass sich der jeweilige Funktionär um die Wahrheit windet wie die Katze um den heißen Brei. Und dies, obwohl ihm klar sein müsste, dass seine Ansicht, in diesem Fall als AG KKR-Leiter, völlig unerheblich, weil ohnehin längst bekannt ist. Und falls dazu tatsächlich noch notwendige Details fehlen sollten, so könnte Kühnle diese auch als Privatperson nachliefern.

Ansonsten: Kein Mensch will wissen, was die offizielle Sektenmeinung ist. Mittlerweile scheint es sogar so, dass selbst die Meinung der Ökumeneverantwortlichen nicht mehr allzu ernst zu nehmen sein wird, denn im Grund spielen sie alle mit dem Feuer einer reinen 'Anerkennungsökumene', in der weder das Evangelium noch christliche Wahrheiten (Achtung: es geht nicht um kirchliche Wahrheiten!) eine gemeinsame Basis bilden. Jedenfalls scheint für viele der so erreichbare Frieden wichtiger als das harte Ringen um Wahrheit und Transparenz. Damit aber geht es nicht länger um Ökumene, sondern um Kirchenpolitik, und zwar in ihrer weniger unschädlichen Form. Was die Menschen draußen, außerhalb der geheimen Tagungen hoch bezahlter Gremien, bewegt, vor allem solche, die gebrannte Kinder eines religiösen Unrechtssystems sind, scheint für diese Art kirchenpolitischer Vertreter uninteressant.

Im Fall der NAK wäre beispielsweise wichtig, inwieweit einzelne Systemfunktionäre – hausintern Seelsorger (sic!) – noch in der Lage wären, über ihren Systemschatten zu springen und eine vom System unabhängige persönliche Meinung zu äußern und diese vehement und uneigennützig innerhalb des Systems zu vertreten? Denn dass das System NAK bereits kräftige Schieflage hat, das bemerken mittlerweile sogar schon internetlose Geschwister.

Fragen dieser Art haben nämlich mit persönlicher Glaubwürdigkeit zu tun. Jener letzte Rettungsanker, nachdem diejenigen Menschen, die aufgrund ihrer Decksicht das Unheil längst schon haben kommen sehen, nur noch darüber informiert werden wollen, ob  den Anweisungen des Kapitäns noch Folge zu leisten sei oder nicht doch besser der Sprung ins kalte Nass gewagt werden sollte, z.B., weil der Kapitän wegen des Dauerfunkverkehrs mit der Admiralität noch keine Zeit hatte, die Lage vor Ort selber in Augenschein zu nehmen.

Und dann kommt als Antwort des Maats: „Leider darf ich Ihnen meine persönliche Meinung nicht kundtun, aber ich kann Ihnen gern die Havarievorschriften vorlesen …!“ Und Bruder Glauben und Schwester Hoffnung fragen sich mit recht, ob die Schiffsführung nicht vielleicht längst schon Vorkehrungen für geheime Evakuierungspläne getroffen habe und nur noch gute Miene zum verheerenden Spiel machten, um keine öffentliche Panik auszulösen …?

Aktualisierung am 22.3.
Zu den sehr treffenden Effata-Ausrufen möchte ich noch einen weiteren hinzufügen:
Effata, ihr ökumenischen Vertreter und Wahrer der ökumenischen Werte und Kriterien, tut euch
auf und begreift endlich, dass Sektenkritiker und -aussteiger nicht um ihrer selbst willen oder gar
um der gekränkten eigenen Ehre willen das anprangern, was nur der wirklich erkennt, der die
Sektendenke an sich selbst erfahren musste ...; dass spezifisch NAK-Kritiker nur das System und
nicht den Menschen zerstört sehen wollen ...; und vor allem, dass sie alle nicht um gekränkter
Eitelkeiten oder persönlicher Psychosen o.ä. willen ihre wertvolle Lebenszeit vergeuden mit
teilweise immensen Recherchen und vielschichtiger Aufklärungsarbeit, sondern weil sie als
Insider alleine hinter die sauberen Fassaden blickten und die Sprache derer sprechen, die die
jeweilige Sektenkultur erst zur Sektenkultur macht. (Rudolf Stiegelmeyr, kirchenfreier Theologe)

 

Schiff "Erde" Christian Morgenstern

"Ich will den Kapitän sehn", schrie
die Frau, "den Kapitän, verstehn Sie?" 
"Das ist unmöglich", hieß es. "Gehn Sie!
So gehn Sie doch! Sie sehn ihn nie!"

Das Weib, mit rasender Gebärde:
"So bringen Sie ihm das und das ."
(Sie spie die ganze Reling naß.)
Das Schiff, auf dem sie fuhr, hieß "Erde".

 

1.3.2013 Anmerkungen zur Fachtagung der Weltanschauungsbeauftragten in Fulda (Druckfassung)

(Wer zu meinem Brief einen eigenen Leserbrief verfassen möchte, kann dies HIER tun)

Offener Brief an die Teilnehmer der Fachtagung in Fulda vom 20. bis 22. Februar 2013  zum Thema:

„Der neue Katechismus der Neuapostolischen Kirche und die Ökumene

Verteiler: Vertreter  von EZW, ACK und NAK

Dr. Harald Lamprecht  und Dr. theol. Reinhard Hempelmann info@confessio.de

Dr. Hansjörg Hemminger,   hansjoerg.hemminger@elk-wue.de

Dr. Kai Funkschmidt  info@ezw-berlin.de

Anette Kick efw@elk-wue.de

ACK Frankfurt info@ack-oec.de

 

Detlef Streich

73035 Göppingen

Mail: detlef.streich@gmx.de

01.03.2013

Sehr geehrte Damen und Herren,

mit Befremden habe ich dem GK-Magazin (Glaubenskultur) entnehmen müssen, dass Sie innerhalb der Tagung zu dem Schluss (Beschluss?) gekommen sind, dass einer Aufnahme der NAK in den ACK nichts mehr im Wege steht. Angesichts aktueller Aussagen des designierten Stammapostels J.L. Schneider und der nach wie vor gleichen und nun im Katechismus festgeschriebenen exklusivistischen Grundhaltung der NAK möchte ich als langjähriges Mitglied dieser Glaubensgemeinschaft darüber mein außerordentliches Bedauern mitteilen. Sie alle wissen um die schädigenden Wirkungen dieser Gemeinschaft, und dies nicht nur in der Vergangenheit, sondern auch in Gegenwart und Zukunft. Vermutlich kennen Sie auch meine Homepage Nak- Ausstiegshilfen und wissen um die dort in vielen Jahren entstandenen und dort eingestellten, um Sachlichkeit und Wissenschaftlichkeit bemühten Ausarbeitungen. Mit ist es rätselhaft, wie Sie in Ihrer Funktion und mit Ihrem Wissen Lehre und Predigten der NAK durch diesen Schritt auf den Ansatz einer Legitimation bringen können. Gerade die ersten mir  vorliegenden Predigtabschriften vom designierten Stammapostel J.L. Schneider sind so überaus deutlich weder ökumenefähig noch theologisch haltbar, dass diesen Aussagen Ihrerseits deutlich hätte widersprochen werden müssen.

Näheres entnehmen Sie bitte dem angefügten Kommentar, der auch auf meiner Hp zu lesen ist. Über eine erklärende Antwort von Ihnen würde ich mich sehr freuen.

Mit freundlichen Grüßen

Gez. Detlef Streich

 

Weitergeleitet zur Kenntnis an:


Apostel Volker Kühnle: info@nak-sued.de


Stammapostel Leber: chiefapostle@nak.org


Bischof Johanning: peter.johanning@nak.org




01.03.2013
Sehr geehrte Herren,

hiermit möchte ich Sie davon in Kenntnis setzen, dass ich mich in einem offenen Brief kritisch zu den Ergebnnissen der Fachtagung in Fulda geäußert habe. Näheres entnehmen Sie bitte dem angefügten Kommentar.

Mit freundlichen Grüßen
Gez. Detlef Streich

 

Die NAK auf dem Weg – aber auf welchem? (D. Streich, 28.2.2013)

 „Am Ende kamen sie zu dem Schluss, dass eigentlich nichts gegen eine Aufnahme der NAK in ihren Kreis spricht.“ (Titelschlagzeile des GK-Magazins)

In einer dreitägigen Fachtagung in Fulda trafen sich zum Thema „Der neue Katechismus der NAK und die Ökumene“ Vertreter  von EZW, ACK und NAK, um sich über den Stand der Gespräche zu informieren und über das Amts-, Kirchen- und Sakramentsverständnis sowie das Entschlafenenwesen und die Endzeitlehre der NAK zu diskutieren. In einem Bericht der UF-Online mit der Überschrift „NAK »auf dem Weg« vom 22. Februar 2013 heißt es dazu:

Die NAK habe sich auf dem Weg aus ihrer Abgrenzung von der gegenwärtigen Welt gemacht, bescheinigte Dr. Neumann. Offene Fenster und Türen sah auch Pfarrerin Kick: Kirchenmitglieder, die ökumenisch aktiv seien, fühlten sich nicht nur erlaubt, sondern auch ermutigt. Betont wurde zudem, dass der Katechismus die Träger des Apostelamtes ausdrücklich auch als fehlbare Menschen sieht.“

Die Endzeitlehre der NAK wurde von der katholischen Seite als problematisch angesehen, während Vertreter der evangelischer Seite positiv betonten, „dass gerade hier eine Besonderheit im Vergleich zu anderen Glaubensgemeinschaften mit ausgeprägt endzeitlicher Natur bestehe: Denn diese Naherwartung besitzt eine freudige und nicht etwa eine bedrohliche Prägung.“

In einem  Artikel des Glaubenskultur-Magazins zum Treffen heißt es unter der Überschrift „Man wird sich warm“: „Professor Dr. Helmut Obst sieht in der Herausgabe des Katechismus seine Forderung aus den 1990er-Jahren erfüllt, die NAK benötige eine Art 2. Vatikanisches Konzil. Eine Ändeurng des Kir­chen­ver­ständ­nis­ses, dass man nun die Grenzen der Kirche nicht mehr mit der eigenen Gemeinschaft gleichsetzt, ziehe zwangsläufig Änderungen in vielen Bereichen der Kirche nach sich. Damit seien alle seine Wünsche an die NAK erfüllt.“

Ferner machte laut GK  „Dr. Harald Lamprecht, Weltanschauungsbeauftragter der Evangelischen Landeskirche Sachsen, deutlich, dass aus seiner Sicht nichts dagegen spreche, was grundsätzlich gegen eine Aufnahme sprechen würde. Er brachte aber auch zum Ausdruck, dass die NAK noch stärker auf exklusivistische Züge verzichten solle. Den Begriff „Gotteskindschaft“ solle überwunden werden, man könne ihn ja als ein Relikt aus der Vergangenheit auf ein Häkeldeckchen legen und in einer Ecke ablegen.“

Dr. Kai Funkschmidt  zitierte hingegen den designierten Stammapostel Jean-Luc Schneider mit einem Predigtzitat vom Januar mit dem Hinweis, „dass es praktisch keine wegweisende Predigt eines Kirchenoberhauptes in Richtung ökumenischer Öffnung – wohl aber einige in Richtung Hochhalten eigener konservativer Lehrpunkte gibt.“

Ferner heißt es im GK-Bericht: „Erfreulicherweise scheint tatsächlich auf allen Seiten in Vergessenheit geraten zu sein, dass es mal ein Zeit gab, in der Neuapostolische ganz offen in ihrer nicht-neuapostolischen Umgebung die Ansicht vertreten, dass man unbedingt das Apostelamt benötige um in den Himmel zu kommen und ohne Versiegelung praktisch verloren sei. Damit waren sie tatsächlich lange eine Gefahr für den religiösen Frieden und gerade im Bereich Kinderarbeit problematisch.“

Man fragt sich bei diesen Aussagen unwillkürlich, auf welchen Beobachtungen und Grundlagen diese Ansichten der Weltanschauungsbeauftragten zustande gekommen sind, wenn z.B. Prof. Obst „alle seine Wünsche an die NAK erfüllt“ sieht, oder wenn gemeint wird, dass man im Gegensatz zu früher heute nicht mehr „unbedingt das Apostelamt benötige um in den Himmel zu kommen und ohne Versiegelung praktisch verloren sei.“  Ganz irritierend ist der gezogene „Schluss, dass eigentlich nichts gegen eine Aufnahme der NAK in ihren Kreis spricht.“

Habe ich da irgendwelche Entwicklungen seit dem Erscheinen des Katechismus nicht mitbekommen? Oder hackt hier eine Krähe der anderen kein Auge aus, weil es im eigenen Lager genügend Kritikpunkte gibt, die sich im Hinblick auf eine Kritik an der  NAK womöglich als Eigentor herausstellen können? Oder sind das schlicht blinde Flecken der Diskussionsteilnehmer, weil nicht wahr sein kann, was man eben nicht anders sehen möchte?

Klar ist, dass der Katechismus selbst überhaupt keine Grundlage zur Ökumene legt.  Das habe ich bereits ausführlich weiter unten im Artikel „Tanz ums goldige Dogmenkalb“ dargestellt. Sicher hat die NAK ihren Kirchenbegriff erweitert, aber was heißt das in der Predigtpraxis und  für das Denken der Führungsetage?

Gehen wir der Sache also mal nach.  Ich selbst hatte im Dezember die Gelegenheit, den Ökumeneapostel  Kühnle, der an der Gesprächsrunde auch teilnahm,  in einem GD zu hören. Das Textwort aus Mt 5: 16 „Also laßt euer Licht leuchten vor den Leuten, daß sie eure guten Werke sehen und euren Vater im Himmel preisen“ wurde später noch erweitert:  „Ihr seid das Licht der Welt. Es kann die Stadt, die auf einem Berge liegt, nicht verborgen sein. (Johannes 8.12) 15 Man zündet auch nicht ein Licht an und setzt es unter einen Scheffel, sondern auf einen Leuchter; so leuchtet es denn allen, die im Hause sind.“ (Markus 4.21) (Lukas 8.16)

Zunächst fielen in der etwa 5minütigen Einleitung ein, zwei  durchaus interessante Sätze, die aber leider nur als Schlagzeilen im Sinne ökumenisch opportuner Kurzsequenzen vorgestellt wurden, ohne im weiteren ausgeführt zu werden. Wir sollten nicht versuchen, Gott in einer Streichholzschachtel  unterbringen zu wollen. Sein Geist weht natürlich überall, und wir können glauben, dass er auch im Apostelamt wirkt. In unserer Kirche wurde früher fälschlicherweise oft gegen den Verstand gepredigt. Natürlich brauchen wir ihn, so Kühnle, aber nicht im Zusammenhang mit dem Glauben.  Der Verstand ist nämlich der im Textwort erwähnte Scheffel, der aber nicht über das Licht des Glaubens gestülpt werden darf ... etc. Es folgte eine Analogie zum Adventskranz: Da zündet man ein Licht nach dem anderen an, jeden Sonntag im Advent ein neues Licht. Wenn alle vier Lichter brennen, weiß man: Jetzt ist Weihnachten. Da gibt es dann das Licht der Liebe, Hoffnung, Freude etc.  mit oft betontem Ewigkeitsausblick. Schön war auch: Die Kerze brennt immer nach oben (selbstlos natürlich) und nimmt nach unten immer mehr ab! Und so weiter mit den frei assoziierten und gewohnten Allgemeinplätzen neuapostolischer Predigten. Bis auf die einleitenden Worte waren die weiteren Ausführungen also absolut nichts Neues und geradezu langweilig.

Unmissverständlich ökumenefeindlich sind hingegen die im Bericht nur marginal erwähnten Äußerungen des zukünftigen Kirchenpräsidenten Schneider in seiner Predigt in Bern-Ostermundigen am 13.1.2013. Unter dem Textwort aus Matthäus 5,37 „Eure Rede aber sei: Ja, ja; nein, nein“  sagte Stammapostelhelfer J-L. Schneider  mehrfach und überdeutlich, dass ein christliches Bekenntnis nur über das Bekenntnis zum Apostelamt wirksam ist. Es ist zu „bezeugen, dass wir an Jesus glauben und unseren Glauben zum Apostelamt, denn wir haben Jesus in den Aposteln gefunden. Gott erwartet von uns, dass wir ganz klar für ihn Position beziehen und dass wir unseren Glauben an Jesus im Apostelamt und die Wiederkunft Christi bezeugen.“

Dieser Glaube hat bedingungslos zu sein, denn „Jesus hat zum Menschen „Ja“ gesagt, Gott hat zum Menschen „Ja“ gesagt, indem er seinen Sohn auf die Erde gesandt hat um das Opfer zu bringen. Jesus hat zum Menschen „Ja“ gesagt, indem er das Opfer gebracht hat und Jesus hat „Ja“ gesagt zu den Menschen, indem er ihnen Apostel gegeben hat, die sie zu ihm hinführen. Und er hat „Ja“ gesagt zum Menschen, indem er den Aposteln den Auftrag gegeben hat mit Wasser und dem Heiligen Geist zu taufen und das Abendmahl auszusondern. Dieses „Ja“ wurde von Jesus gesagt und wir haben „Ja“ gesagt zum Apostelamt als wir den Heiligen Geist empfangen haben.“ Folglich „erwartet der Herr von uns, dass wir auch „Amen“ sagen, dass wir sagen: Ja, die Dinge sind wirklich so!“ Also ist das Evangelium nur dort, wo es „in der Kraft des Apostelamtes verkündigt … Und nach diesem Evangelium zu leben, damit bezeugen wir: Ja, wir haben Jesus in den Aposteln und sie bringen uns dieses Evangelium nahe.“


Staph. Schneider kommentierte dann im Nachsatz seine eigene Rede mit den Worten: „Ich höre schon die Stimmen, die sagen: Das war ein bisschen ein extremer Gottesdienst. Es gibt da kein halbes Maß, denn mit dem lieben Gott kann man nicht scherzen. Wenn es um Jesus geht, darf man es sich nicht erlauben die Dinge leicht zu nehmen. Wir glauben an das Apostelamt und wir haben zu ihm viel Gottesfurcht und viel Liebe zu Jesu. Das erlaubt es uns nicht, die Notwendigkeit zum Heil zu kommen in Frage zu stellen.“ Im Schlussgebet wurde dann wie immer der aus der NAK Abgefallenen  gedacht, die „den Glauben verloren haben und die sich entmutigt haben, deren „Ja“ nicht mehr klar ist oder ein „Nein“ geworden ist. Schenke ihnen Gnade, dass sie den Lebensweg wieder finden.“

Wer aus der NAK heraus ist, hat also seinen Lebensweg verloren! Damit das aber nicht geschieht, „geben wir auch unsere Gedanken, unseren eigenen Willen, unsere Person - wenn man so sagen kann – auf. Das ist schmerzhaft, aber im Drang zum Dreieinigen Gott finden wir diese Kraft.“ So predigte Staph. am 23.9.2012 in Eberswalde.  Und weiter führte er aus: „Man lebt heute so in der Vorstellung: Ach, ja, alle guten Menschen haben Zugang zu Gott, warum nicht? Aber in die Gemeinschaft mit Gott, in die ewige Gemeinschaft mit Gott zu gelangen, da gehört nicht nur ein schönes Leben, ein guter Mensch. Das geht nur über den Weg, den Gott gelegt hat, Jesus Christus.“                                                           

Das klingt christlich und ökumenefähig, ist es aber nicht. Denn der gemeinte Weg, den Gott aus neuapostolischer Sicht für jeden Christen gelegt hat, geht zu Jesus Christus nur über die Apostel. Etwas deutlicher setzte Schneider dann hinzu:“ Wenn man das heute so behauptet, das hören wir oft: Ach, die sind so stur, die sind so kleinlich, so eng. Aber das ist einfach die göttliche Wahrheit, die können wir nicht ändern und göttliche Wahrheit ist nicht darauf angewiesen, wie die Menschen dazu stehen. Das ist nun Mal so! Lassen wir uns da nicht beirren. … Wenn man uns auch kritisiert, wenn man sagt, wir seien stur, kleinlich usw. Das stört uns nicht, daran halten wir fest.“ 

Geschickt wurden in der gesamten Predigt die Begriffe Christen, Gotteskinder  und „Jesus als Weg“ zwar nicht ausgrenzend verwendet, wohl aber grenzt die absolute Apostelzentrierung indirekt jeden anderen Christen vom angestrebten Heil aus, das ja nur über diese speziell gottgewollte Ordnung erreicht werden kann. Und „dann kann ich doch nicht sagen: Och, ich habe keine Lust mehr, ich bleibe jetzt stehen, ich will nicht mehr zurück… Und der Heilige Geist erinnert uns, dass Gott treu ist und was er gesagt hat, das macht er. Was er begonnen hat, wird er auch vollenden. Natürlich, wenn wir das jetzt als neuapostolische Kirche sehen, dann weiß man ja, heute wird das Evangelium nicht mehr so allgemein aufgenommen und der neuapostolische Glaube in unserer Gegend der wird auch nicht mehr so aufgenommen.“  Auch hier wird verschleiernd das Evangelium dem neuapostolischen Glauben gleichgesetzt. Und damit das dann doch noch von jedem Hörer auch wirklich verstanden wird, wird die ungeschminkte Wahrheit zuletzt deutlich positioniert:

Wir sehen auch keinen Grund dafür, unser Glaubensgebäude jetzt auf den Kopf zu stellen. - Darf ich das Mal ganz klar sagen: Das Apostelamt, die Wiedergeburt aus Wasser und Geist, die Wiederkunft Christi sind und bleiben festen Bestand unseres Glaubens. Das gehört einfach dazu, da sehen wir keinen Grund, etwas zu ändern.

Der liebe Gott hat das Recht von mir zu erwarten, dass ich auch in schwierigen Situationen mich in meinem Glauben bewähre. Das darf der liebe Gott machen und es ist kein Grund für mich an der Wahrheit Gottes zu zweifeln.“

Und diese Wahrheit heißt im Klartext: Glauben bedeutet, die Apostel als Segensvermittler und Heilsbringer anzuerkennen, auch wenn „wir“ dazu unsere Gedanken, unseren eigenen Willen, unsere Person aufgeben müssen. Ohne  sie gibt es keine Nähe zu Jesus Christus. Und wer von diesem Weg abfällt, hat seinen Lebenssinn verloren! Will sagen, woanders ist kein Lebenssinn zu finden!

Diese Predigtaussagen sind theologischer Unfug und manipulative Verführung, vor der man jeden Menschen und Christen nur warnen kann und muss. Was also an dieser Richtung nun so umwerfend anders ist, „dass eigentlich nichts gegen eine Aufnahme der NAK in ihren Kreis (den ACK) spricht“, ist wiederum mit dem „natürlichen Verstand“ auch nicht zu  verstehen.  Überaus schade und zu bedauern ist, dass nun die Vertreter vom ACK und der  EZW diese Verführungsreden nicht deutlich kritisieren, denn eine auch nur ansatzweise  Grundlage für eine ökumenische Zusammenarbeit ist weder in den Predigten noch im Führungsapparat der NAK  selbst zu erkennen.  Wer sich aber von diesen Reden nicht deutlich distanziert, legitimiert diese Aussagen und macht sich mit schuldig an den durch sie auch in Zukunft hervorgerufenen, psychischen Schädigungen.

Besonders für die ab Pfingsten kommende Zeit gilt: Lasse sich niemand von der scheinchristlich-demagogischen  Rhetorik und leidensverherrlichenden Endzeitausrichtung  des designierten Stammapostels J.L. Schneider blenden! Gerade die EZW sollte sich ihrer Verantwortung bewusst werden und hierzu ein deutliches Wort sprechen … oder sind sie allesamt doch eher dankbar dafür, von der NAK wenigstens doch als Kirche, wenn auch in eingeschränkter Weise, anerkannt zu sein?

Hinweis: Dieser Artikel ist auch bei Readers Edition eingestellt und kann dort kommentiert werden.

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Ökumenische Vertreter erteilen der NAK die Ad-hoc-Absolution

Gastkommentar von Rudolf Stiegelmeyr

Man reibt sich verdutzt die Augen ob der Informationen, die Glaubenskultur und Religionsreport über das Netz verbreiten: Vertreter der ökumenischen Dachorganisationen EZW und ACK haben, so jedenfalls will es scheinen, die sektiererischen Gebaren neuapostolischer Glaubenskultur auf dem Altar eines Katechismus geopfert, dessen Aussagen häufig eher ins diplomatische Genre eines Außenministers zu fallen drohen als in die Grundsätze einer jesuanischen Glaubenswelt, welche Uneindeutigkeit und diplomatisches Lavieren als vom Teufel kommend brandmarkt.

Aber vielleicht hat das alles auch gar nichts mit dem Inhalt, sondern eher mit der Erfüllung eines lange erwarteten Versprechens zu tun, dass die geistliche Öffentlichkeit sich zu einem plötzlichen Schmusekurs hinreißen lässt. Immer und immer wieder hatte man der NAK den Vorwurf gemacht, keine verschriftlichten Grundsätze geliefert zu haben, anhand derer eine systematische Auseinandersetzung über Lehr- und Glaubensinhalte möglich wäre. So, der ebenso gängige wie nachvollziehbare Vorwurf, könne man die NAK-Verantwortlichen auf keine ihrer Aussagen festnageln, wodurch einer orientalischen Basaar-Diplomatie Tür und Tor geöffnet wären. Im Umkehrschluss konnte man aus derartigen Vorwürfen mit einigem guten Willen herauslesen, dass die verschriftlichte Herausgabe eines solchen Grundlagenwerkes die ökumenischen Gemüter besänftigen und Schönwetterwolken aufziehen lassen würde.

Nun sind sie da die Grundsätze, scheinbar unwiderruflich in Stein gemeißelt, und werden auch noch kostenlos an all jene verteilt, von deren Urteil sich die Kirchenverantwortlichen jenes Gütesiegel versprechen, das ihre Kirche endlich aus der Sektenecke herauskatapultieren soll. Und es scheint tatsächlich so, als habe alleine die Erfüllung des Versprechens, sich nicht länger herausreden zu wollen, den Ökumenevertretern den Wind kritischer Beobachtung aus den Segeln genommen und ihn durch jenes frühlinghafte Ahnen ersetzt, das den Abschied von der ökumenischen Eiszeit einzuläuten gedenkt. Die unvermittelte Plötzlichkeit ihres Wendehalsmanövers erinnert ein wenig an Firmenchefs, deren neue Sekretärin sich die Nacht zuvor hochgeschlafen hat und die nun mit süßlichem Ehrgeiz die Kommandostrukturen der Firmenzentrale ins Visier nimmt. Und wie im Fall des Firmenchefs blicken auch die Ökumenevertreter billigend über so manche theologische Unsinnigkeit hinweg, getreu dem Motto: Der Geist ist willig aber das Fleisch ist stark.

Ja man beeilt sich sogar, wenn auch ein wenig indigniert, festzuhalten, dass man in den eigenen Glaubenshäusern ja sehr wohl auch an die Wiederkunft Christi glauben würde, ein versteckter Wink, die NAK möge doch ihre Alleinstellungstorte nicht mit Rosinen garnieren, die auch landeskirchliche Kuchen zierten. Als Kritiker, der die Neuapostolische Kirche dank seiner zusätzlichen Außen- und theologischen Weltsicht wahrscheinlich besser kennt als deren hauseigenes Apostolat, fragt man sich indes, ob die ökumenischen Sparringspartner überhaupt ahnen, wovon die NAK hier spricht. Würden sie dies nämlich verstehen, müssten sie sich entweder mit Schaudern abwenden, ob der himmelschreienden Borniertheit eines solch aberwitzigen Endzeitfanatismus – um nichts anderes handelt es sich nämlich –, oder sie kämen nicht umhin, die NAK-Verantwortlichen ebenso dezidiert wie spöttisch darauf hinzuweisen, dass die seit mehr als 100 Jahren unter Glaubenszwang gestellte Unmittelbarkeit einer angeblich biblisch prophezeiten Wiederkunft Christi überhaupt kein Glaube ist, sondern eine ebenso trost- wie geistlose Fata Morgana. Schon längst haben ganze Bankreihen der hauseigenen Gläubigen gemerkt, dass das täglich beschworene Warten auf ein mögliches Erscheinen Jesu in des Himmels Wolken der Suche eines Blinden nach einer schwarzen Katze in einem verdunkelten Raum gliche, die es darüber hinaus noch nicht einmal nicht gab.

Noch verwunderter indes fragt sich der ausgewiesene NAK-Experte und dezidierte Kirchenkritiker, was sich die Ökumene-Experten denn vom neuen NAK-Katechismus versprochen haben könnten? Eindeutige, vielleicht sogar glaubenserhellende Ursachenforschung oder im Gegenteil vielleicht ein ebenso eindeutiges Bekenntnis zum haus- wie aposteleigenen Exklusivismus? Glaubte man wirklich, die NAK ließe sich der ebenso unchristlichen wie untheologischen Exklusivismuskultur überführen, die ihre Predigten bis heute so abstoßend macht, oder fühlte man sich – aufgrund welcher dialogischen Tricksereien auch immer – geneigt, annehmen zu dürfen, dass mit der Verschriftlichung des Glaubenshauses zumindest aus Sicherheitsgründen auch dessen Heilsabsolutismus verschwinden würde? Dann hatte man entweder die Lernfähigkeit der Laientheologen unterschätzt oder sich zu sicher gefühlt im Glauben, für die NAK gäbe es ja ohnehin nur ein 'Entweder-Oder'.

Nun musste man erstaunt zur Kenntnis nehmen, dass die Finesse neuapostolischen Taktierens sogar eine 'Sowohl-als-auch-Variante' zulassen würde, in welcher die katechetischen Formulierungen kaum Spielraum für anti-ökumenische Kritik zuließen. Jedenfalls nicht genug, um das Ökumenetor für die NAK für immer verschlossen zu halten, während sich drinnen gleichzeitig Gemeinschaften tummeln, denen man nicht unbedingt eine ökumenische VIP-Karte zugetraut hätte. So jedenfalls sitzt man nun in der selber gestellten Falle, kann man doch nicht mehr länger aus alten Vorurteilen heraus mit zweierlei Maß messen, zumal das Versprechen einer wohlwollenden Einschätzung bei Erscheinen des Lehrwerkes vielleicht ein wenig vorschnell gegeben worden war. Und das bei einem kurz bevorstehenden Leitungswechsel, welcher einen neuen Amtsinhaber in Sicht bringt, der alles andere als ein verständnisvoller Ökumeneapostel zu werden verspricht. Es sei denn, man definiert Ökumene als nachbarschaftliches Stillhalteabkommen auf der Basis des kleinsten gemeinsamen Nenners.

Leider scheint ein solches Ökumeneverständnis zunehmend favorisiert zu werden, da ein gegenseitiges Einlenken der vielen unterschiedlichen Glaubensperspektiven sich schnell als utopisch herausgestellt hatte. Schon anlässlich des weltweit übertragenen Pfingstgottesdienstes 2007 hatte der damalige Ökumeneapostel Volker Kühnle die Parole von der 'Einheit in versöhnter Verschiedenheit ... bei gleichbleibender Identität der jeweiligen Kirche' herausgegeben, was so viel bedeutete wie: Wir machen unseren Stiefel und ihr macht den euren und keiner erdreiste sich, dem anderen in die Glaubenssuppe zu spucken. Unter militärisch etwa gleich starken Staaten nannte man so etwas 'Waffenstillstandsabkommen' und meinte damit jenen Zustand, der es verbot, unangemeldete kriegerische Handlungen aufzunehmen, solange die gegnerischen Truppen unter der Dusche standen. In diesem Fall wäre Ökumene der Abstand zwischen zwei Scheiterhaufen und die Frage stellt sich, ob dies vielleicht der eigentliche Hintergrund war für diesen doch überraschend arglosen Schmusekurs? Oder glaubt man immer noch an die alte Abschreckung, deren Potenzial sich in dem Satz ausdrückte: Sobald die die Waffen wieder aufnehmen, zeigen wir ihnen, was 'ne Harke ist.

Gott sei Dank weilt der ehemalige Brandenburger Sektenbeauftragte, Pfarrer Gandow, noch unter den Lebenden; man müsste sonst in der Tat fürchten, er würde sich ob der Arglosigkeit dieses Schmusekurses wie ein Ventilator im Grabe wälzen und nachts als Gespenst die eigenen Ökumenereihen heimsuchen. Sind die Kollegen denn derart mit Blindheit geschlagen, dass sie nicht merken, wem sie da offensichtlich auf den Leim gehen? Scheint es doch, als wolle deren designiertes Kirchenoberhaupt sich zum 'tapferen Schneiderlein' avancieren: 'Siebene auf einen Streich!' – Hempelmann, Neumann, Obst, Lamprecht, Kick, Funkschmidt & Co (siehe Streichaufsatz oben) – , die Zahl scheint in der Tat bald erreicht zu sein. Wenn nur die Streiche nicht so bieder wären, man könnte fast Achtung bekommen.

So aber scheint durch alle Nebelkerzen hindurch hier und da die eigentliche Absicht der Anwärter für das Entsektungssiegel durchzuschimmern: Einem kritischen Hund gibt man zwei Knochen ... und schon ist er still. Der eine Knochen war der lange erwartete Katechismus, der dem Ökumenehund noch lange im Halse stecken wird, und der andere war die Abkehr von einstigen großspurigen Ansprüchen. Im Kleide scheinbar christlicher Demut begnüge man sich mit dem Gütesiegel ökumenischer Akzeptanz, was den Ökumenewachhund offensichtlich ganz schnell zum zahnlosen Schoßhündchen machte. So erkauft man sich ökumenische Akzeptanz und eine höhere christliche Statusstufe für das Linsengericht einer scheinbar katechetischen Verbindlichkeit, die bei näherem Hinsehen nicht mehr wert ist als die Druckerkosten der Tinte. Die NAK-Strategie, nach der steter Tropfen den Stein höhlen würde, scheint in der Tat aufzugehen. Bleibt anzuwarten, ob das lang ersehnte Gütesiegel der NAK in ihren innerkirchlichen Gesundschrumpfungsprozessen weiterhilft, denn diese werden mittel- bis langfristig den Ausschlag darüber geben, ob oder inwieweit die NAK eine attraktive Option für Gläubige bleibt, die sich von den Landeskirchen nicht länger angesprochen fühlen.

 

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9.1. 2013 Verlagseigene Widersprüche zu Katechismusaussagen (DS)

Interessant ist im Zusammenhang mit dem Katechismus auch ein Aufsatz aus dem Verlag zum Thema Exklusive und inklusive Aspekte im Alten und Neuen Testament (Nov. 2012) . Man beachte, dass das Erscheinungsdatum bereits nach der Drucklegung des Katechismus und vor dem Verkauf des Buches liegt. In diesem Artikel werden zum Thema "Heil" deutlich dem Katechismus widersprechende Aussagen gemacht. Ja, die NAK wird namentlich nicht einmal erwähnt .

Ich zitiere:

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Joh 14,6). Jesus verkündigt sich hier einschränkungslos als einzigen Heilsbringer und den allein verbindlichen Weg zu Gott. …

Die Wahrheit verbindet sich mit dem Glaubensverständnis: Das einzige Erfordernis, um die Heilswahrheit zu finden, ist die gläubige Annahme der Person Jesu und das Bleiben in seinem Wort“ Die Kritik, die damit zugleich an der gesamten Religionswelt geübt wird, an all den vorgeblichen Heilsbringern, die in der Antike ihre Stimme erhoben, ist unübersehbar. …

Die Religionen, obwohl sie an der wahren Offenbarung Gottes anknüpfen, vermögen diese Wahrheit nicht zur Sprache zu bringen und führen damit den Menschen in die Irre.“

Da muss man sich fragen, welche Aussagen im Katechismus denn nun wirklich Gültigkeit haben und welchen Bestand er haben wird, wenn bereits vor dessen Erscheinen vom kircheneigenen Verlag Formulierungen herausgebracht wurden, die im ganz deutlichen Widerspruch dazu stehen?

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Der exklusive Eiertanz ums goldige Dogmenkalb – Oder:

Die Faszination der Heilsgewissheit

30 Fragen und Antworten in Dialogform zum neuen Katechismus der NAK von Detlef Streich (Fasssung vom 7.1.2013) Druckfassung

Der Katechismus als Buch ist seit dem 10. Dezember 2012 erhältlich. Damit ist die Arbeit der Projektgruppe jedoch noch nicht abgeschlossen. In den nächsten Monaten und Jahren steht die Erarbeitung einer Frage-und-Antwort-Version des Katechismus im Mittelpunkt. „Ich wünsche mir, dass diese Version möglichst schnell erscheint“, betonte Stammapostel Leber“.

So lesen wir im Bericht der NAKI zur Würdigung der Arbeitsgruppen, die dieses Werk hervorbrachten. Damit das mit der nächsten Fassung nun aber nicht wieder 10 Jahre dauert, biete ich an dieser Stelle gerne meine Mitarbeit an. Im Folgenden können Sie, verehrte Leser, also schon mal meine Fragen an die NAK und die unveränderten Antworten aus dem NAK-Katechismus oder offiziellen  Stellungnahmen ihrer Funktionäre bereits heute lesen.

Das Gespräch führe ich fiktiv mit dem designierten Stammapostel Schneider, der ohnehin ab Pfingsten nächsten Jahres dafür gerade stehen muss. (Hier eine nette Fotoserie vom Staph Schneider, bei der er einfach mal nichts sagt!)

 

Chor der Apostel, bitte eine Strophe (zum Hören anklicken):

Give me that old time religion, And it's good enough for me

 

DS Frage 1: Lieber Stammapostelhelfer Schneider, der Katechismus einer Kirche ist ja in erster Linie für den internen Gebrauch bestimmt. Ist das auch ausschließlich Ihre Zielgruppe?

 Die internationale Kirchenleitung hat Interesse daran, dass das neue Buch von interessierten Menschen wahrgenommen und gelesen wird. … Die Kirchenleitung verbindet damit die Hoffnung, dass der Katechismus die gewünschte Breitenwirkung erzielen wird.

DS Frage 2: Sie haben ja ein Werberundschreiben an die Pfarrämter verschickt. Also denken Sie auch konkret an die Mitglieder der großen, christlichen Religionen?

Ach ja klar:  Wir sagen ihnen, dass Gott sie liebt und dass wir sie auch lieben. Und besser als Worte können wir ihnen diese Liebe beweisen, indem wir sie dem Herrn Jesus nahebringen, sie für den Herrn Jesus gewinnen, um dann gemeinsam gegenseitig uns (zu) helfen, unser Leben nach dem Evangelium zu gestalten. Das schafft eine schöne Gemeinschaft.(Q)

DS Frage 3: Äh ... Sie wollen die Katholischen und Evangelischen dem Herrn nahebringen ..., sie für ihn gewinnen? ... Na ja, aber das steht doch auch so ähnlich in den ersten Worten des Katechismus. Da lautet der Missionsauftrag …

zu allen Menschen hingehen, um sie das Evangelium Jesu Christi zu lehren und mit Wasser und Heiligem Geist zu taufen.

DS Frage 4 : Genau! Aber können denn deren Pfarrer und Bischöfe das nicht selber?

1.1.4 Neben den in der Heiligen Schrift bezeugten Offenbarungen Gottes aus alter Zeit gibt es in neuer Zeit Erkenntnisse aus dem Heiligen Geist, die durch das Apostelamt übermittelt werden.

DS Frage 5 : Will sagen, die Bibel reicht nicht! Dann brauchen auch die anderen Christen die neuapostolischen Apostel?

1.2.5.1 Die Apostel Jesu sind als „Diener Christi und Haushalter über Gottes Geheimnisse“ (1Kor 4,1) auch beauftragt, die Heilige Schrift auszulegen. Dies vermögen sie nur durch den Heiligen Geist.

DS Frage 6 : Das heißt, der evangelische und katholische Christ hört also unvollkommene Predigten?

1.4.4 Jesus Christus machte deutlich, dass der Glaube an ihn und sein Evangelium durch die Aufnahme des Wortes der Gesandten, seiner Apostel, bewirkt werde.  Die Predigt der Gesandten Jesu wirkt Glauben. Um errettet zu werden, ist es notwendig, das durch die Predigt vermittelte Wort Gottes anzunehmen.

DS Frage 7: Was aber nur in der NAK verkündet wird. Folglich ist auch der Glaube der anderen unvollkommen. Außerdem klingt das nun so, als ob für die Mitglieder der NAK eine Art Zwangsanwesenheit im Gottesdienst besteht?

6.1 Die der Kirche Jesu Christi zugehörigen Menschen sind von Gott herausgerufen zur ewigen Gemeinschaft mit ihm selbst, also mit Gott, dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Mittelpunkt des kirchlichen Lebens ist der Gottesdienst. 12.1.5 Leichtfertiges Versäumen der Gottesdienste gefährdet die Beständigkeit in der Lehre der Apostel, der Gemeinschaft, im Brotbrechen und im Gebet, wie sie die ersten Christen praktizierten. Bei dem, der dem Gottesdienst häufig ohne zwingenden Grund fernbleibt, kann das Verlangen nach dem Empfang des Sakraments und nach dem geistgewirkten Wort schwinden. Zudem fließen ihm die Kräfte aus dem Heiligen Abendmahl nicht zu, die Sünden werden ihm nicht vergeben und ihm entgeht der mit dem Gottesdienst verbundene Segen. Wer Gott die ihm gebührende Anbetung verweigert, indem er den Gottesdienst und die angebotene Gnade bewusst ablehnt oder gering achtet, lädt Sünde auf sich, und zwar unabhängig davon, ob er dem Gottesdienst beiwohnt oder nicht.

DS Frage  8: Das möchte ich nochmals wiederholen. Sie sagten: "Wer Gott die ihm gebührende Anbetung verweigert, indem er den Gottesdienst … bewusst ablehnt oder gering achtet, lädt Sünde auf sich …". Umgedreht heißt das doch: Wenn jemand bewusst die Gottesdienste ablehnt oder gering achtet, verweigert er Gott die gebührende Anbetung?

Verknüpfen Sie hier nicht völlig unzulässig die Begriffe "Anbetung, Predigt, Apostel und Kirche"?

2.4.3 Die Kirche ist „apostolisch“: Die Apostolizität der Kirche hat einen inhaltlichen und einen personalen Aspekt. Apostolisch ist die Kirche zunächst deshalb, weil in ihr das Evangelium von Tod, Auferstehung und Wiederkunft Christi, wie es die urchristlichen Apostel gepredigt haben, verkündigt wird. Die Kirche ist zum anderen apostolisch, weil in ihr das apostolische Amt in gegenwärtig wirkenden Aposteln geschichtliche Realisierung erfährt. … Sie ist dort am deutlichsten wahrnehmbar, wo das Apostelamt, die Spendung der drei Sakramente an Lebende und Tote sowie die rechte Wortverkündigung vorhanden sind. Dort ist das Erlösungswerk des Herrn  aufgerichtet, in dem die Braut Christi für die Hochzeit im Himmel bereitet wird. …

DS Frage 9 : Momentmal, das Erlösungswerk Gottes braucht und kann doch nirgendwo "aufgerichtet" werden, es sind Gottes Taten, die geschahen oder gegenwärtig geschehen!

2.4.3  Unter dem Begriff „Erlösungswerk des Herrn“ versteht man im Allgemeinen die Heilstat Jesu, die abgeschlossen ist. Wird dieser Begriff hier verwendet, ist damit der Teil der Kirche gemeint, in dem die Apostel wirken und jene Heilsgaben vermitteln, die der Bereitung der Erstlinge, der Braut Christi, dienen.

DS Frage 10: Also ist und bleibt doch die NAK wie gehabt und exklusiv das einzig wahre„Werk Gottes“, obwohl sie mittlerweile doch die Taufe der anderen Kirchen anerkennt?

2.4.6 Die Heilige Wassertaufe enthält noch nicht alles, was zum neuen Sein des Menschen vor Gott notwendig ist. Sie ist „der erste Schritt zur Erneuerung des Menschen im Heiligen Geist“.

DS Frage 11: In der Bibel findet sich allerdings nichts zu einem "ersten Schritt". Was ist Ihrer Meinung nach der zweite Schritt?

2.4.6  Dieses Erneuerungsgeschehen im Heiligen Geist, das mit der Heiligen Wassertaufe begonnen hat, findet seine Fortsetzung durch die Vermittlung Heiligen Geistes in der Heiligen Versiegelung. Erst dann ist der Mensch wiedergeboren aus Wasser und Geist.

DS Frage12: Und dazu braucht es zwangsläufig Apostel?

2.4.8 Die Heilige Versiegelung ist das Sakrament, das allein dem Apostelamt zugeordnet ist.

DS Frage13: Was bedeutet das für die versiegelten NAK-Mitglieder?

2.4.8 Die Heilige Versiegelung hat eine präsentische und eine futurische Auswirkung: Die präsentische Auswirkung der Hinnahme der Gabe des Heiligen Geistes ist die „Gotteskindschaft“ (Röm 8,14-17). … Die futurische Auswirkung des Empfangs der Gabe des Heiligen Geistes ist die Erstlingsschaft.

DS Frage14: Superformulierung! Somit sind nur die NAK-Mitglieder Gottes Kinder! Können sie sich in ihrer Heilsgewissheit nun sicher sein?

2.4.8 Allerdings hat der Versiegelte die Erstlingsschaft noch nicht, … Dem Versiegelten ist die Aufgabe gestellt, in der Nachfolge Christi zu bleiben und sich durch Wort und Sakrament auf die Wiederkunft Jesu Christi vorbereiten zu lassen. 4.5.3 Das Festmachen der Erwählung zeigt sich im gläubigen Annehmen der Gnade sowie durch Treue zu Gott und seinem Werk.

DS Frage15: Nachfolge und Wort sind Ihrer Meinung nach ja aber nur in der NAK möglich. Wie ist das dann z.B. mit dem Sakrament des Abendmahls, das  feiern die anderen doch auch!

2.4.7 Brot und Wein müssen „von einem vom Apostel bevollmächtigten Amtsträger ausgesondert und gespendet werden“. Durch das Apostelamt und die dadurch bevollmächtigten Amtsträger wird die Gegenwart von Leib und Blut Christi in Brot und Wein ermöglicht…

DS Frage16: … und damit den anderen Christen verunmöglicht, weil die ja keine göttlich autorisierten Amtsträger haben. Aber das verstehe ich nicht so richtig, denn das Opfer Jesu ist doch für alle Menschen gebracht worden?

4.4.2 Die Heilsgeschichte im Alten Bund zielt auf Jesus Christus, den von Gott gesandten Erlöser. Er ist Urheber des ewigen Heils und der einzige Mittler zwischen Gott und Mensch. Das durch Christus am Kreuz erworbene Verdienst ermöglicht die Befreiung von Sünde und die Aufhebung der Trennung von Gott.

DS Frage17: Moment mal. Sie sagen, Jesus ist der „einzige Mittler“, behaupten dann aber, dass sein erworbenes Verdienst die Befreiung von der Sünde und die Aufhebung des Getrenntsein von Gott nur ermöglicht? Dann braucht das doch zwingend einer erneuten Vermittlung?

Durch Jesus Christus ist das Heil allen Menschen zugänglich geworden, sowohl Lebenden als auch Toten.

DS Frage18: Wenn es denn aber doch "zugänglich" ist, wie Sie es ausdrücken, warum bekommen sie das nicht auch in ihrer Kirche?

6.4.1.4 Die Kirche Christi in zweierlei Hinsicht apostolisch: In ihr wird apostolische Lehre verkündigt und in ihr wirkt das apostolische Amt. Das apostolische Amt ist das von Christus gegebene und vom Heiligen Geist gelenkte Apostelamt mit seinen Vollmachten: Verkündigung des Evangeliums, Spendung der Sakramente, Vergebung der Sünden (Mt 28,19; Joh 20,23).

DS Frage19: Dann ist tatsächlich nur die Neuapostolische Kirche im Vollsinn die heilsvermittelnde Kirche Christi. Allerdings widersprechen sich da Ihre Aussagen. Einerseits sagen Sie " Es gibt nur einen Mittler, Jesus (4.4.2)" andererseit formulieren Sie "Apostel wirken und vermitteln die Heilsgaben (2.4.3)". Drittens "vermitteln" Sie sogar Heiligen Geist (2.4.6)! Wo bleibt da Jesus selbst, seine Tat und  Souveränität?

7.6.6 Jesus Christus, der Sohn Gottes, ist das Haupt seiner Kirche. In dieser Kirche hat das Stammapostelamt die Aufgabe, den Petrusdienst auszuüben gemäß den Worten Jesu: „Ich sage dir auch: Du bist Petrus, und auf diesen Felsen will ich meine Gemeinde bauen, und die Pforten der Hölle sollen sie nicht überwältigen. Ich will dir die Schlüssel des Himmelreichs geben: Alles, was du auf Erden binden wirst, soll auch im Himmel gebunden sein, und alles, was du auf Erden lösen wirst, soll auch im Himmel gelöst sein“ … Damit ist vom Sohn Gottes ein unauflösbarer Zusammenhang zwischen dem Felsenamt und seiner Kirche geschaffen. Felsenamt und Kirche Christi sind für die Menschen zum Heil in Jesus Christus gegeben.

DS Frage 20: Große Worte, Bezirksapostel Schneider! Gott selbst handelt also nur in der Taufe direkt am Menschen, so wie es BA Koberstein im Einführungsgespräch beim Infoabend sagte: „Es ist unser Verständnis, dass die Taufe die erste grundlegende Gnadenhandlung Gottes am Menschen ist... . Hier handelt Gott, er wirkt unmittelbar an dem Menschen selbst.“(Q) Für das weitere göttliche Handeln sind demzufolge also die Kirche bzw. der Stammapostel und seine Apostel aber die notwendigen Mittler des göttlichen Heils?

7.6.6 Der Stammapostel ist oberste geistliche Autorität; ihm kommt im Kreis der Apostel die führende Stellung zu.… Es ist notwendig, dass die Apostel im Einssein mit ihm stehen: Nur auf diese Weise kann die dem Apostolat insgesamt obliegende Aufgabe erfüllt werden, Menschen das Heil zugänglich zu machen.

DS Frage21: Und ohne die NAK bleibt vollständiges göttliches Heil  unzugänglich! Wie begründen Sie das vor anderen Christen?

6.4.1.4 Die apostolische Lehre ist die unverfälschte Botschaft von Tod, Auferstehung und Wiederkunft Christi gemäß der Lehre der urchristlichen Apostel, wie sie im Neuen Testament bezeugt ist und von den ersten Christen geglaubt und gelebt wurde (Apg 2,42).

DS Frage22: Aber die NAK und somit die Apostel der NAK gibt es doch erst seit ca. 100 bzw. 150 Jahren!

7.5.2 Nach außerbiblischen Angaben starb Johannes als letzter der in der Bibel bezeugten Apostel gegen Ende des ersten Jahrhunderts. Bis zur Wiederbesetzung des Apostelamts im Jahr 1832 wurde somit das Wirken des einzigen vom Herrn eingesetzten Amtes unterbrochen.

DS Frage23: Eben. Wenn das Amt, wie Sie sagen, das einzige von Jesus eingesetzte war, hätte er es doch unbedingt beibehalten müssen. Die Menschheit war nach Ihrer Sicht dann ja annähernd 2000 Jahre völlig gottlos unterwegs. Und alle Gestorbenen sind damit ohne Heilsaussichten gestorben?

7.5.2 Ende des ersten Jahrhunderts gab es keine Apostel mehr. Bis zur Wiederbesetzung des Apostelamts 1832 wurde also das Wirken des einzigen von Jesus Christus eingesetzten Amtes unterbrochen. Die Unterbrechung der personalen Präsenz des Apostelamts liegt im Willen Gottes; dem Menschen bleibt dies letztlich ein Geheimnis.

DS Frage24: Ehem, Gott selbst wollte also eine 2000jährige Zeit ohne autorisierte göttliche Präsenz. Nun ja ..., aber nochmals: Wie ist das denn nun mit den in dieser Zeit gestorbenen Menschen?

9.6.3 Seit dem Opfer Christi kann Heil auch nach dem leiblichen Tod erlangt werden. Den Auftrag Jesu, das Evangelium zu verkündigen, die Sünden zu vergeben und die Sakramente zu spenden, erfüllen die Apostel an Lebenden wie an Toten. Sie handeln an Christi statt und in seinem Namen. Wie Jesus Christus sein Opfer auf Erden brachte, so geschieht auch Heilsvermittlung durch die Apostel auf Erden. Die Spendung der Heiligen Wassertaufe, der Heiligen Versiegelung und des Heiligen Abendmahls für Entschlafene geschieht, indem die jeweilige sichtbare Handlung an Lebenden vorgenommen wird. 9.6.2 Diejenigen, die in Christus sind — die Toten und die Lebenden —, gehören gemeinsam zum Erlösungswerk des Herrn.

DS Frage25: Heilsvermittlung im Jenseits, aber 2000 Jahre nicht auf Erden. Und das bezeichnen Sie als Gottes Wille? Wie legitimieren sich überhaupt die heutigen Apostel der NAK?

7.5.3 Das Apostelamt wurde nach Gottes Willen erneut besetzt, als die Zeit für die abschließende Sammlung und Vorbereitung der Braut Christi gekommen war. Zwischen dem urchristlichen und dem endzeitlichen Apostelamt besteht in Auftrag und Wirkung kein Unterschied, doch gibt es verschiedene Schwerpunkte in der praktischen Ausübung des Amtes. Es besteht zwar keine historische, wohl aber eine geistliche Sukzession.

DS Frage26: Was Sie da sagen macht nicht nur keinen Sinn, es stimmt auch nicht. Es gibt wohl große Unterschiede zwischen damals und heute. In der etwa im Jahr 100 n. Chr.  zusammengestellten "Lehre der zwölf Apostel", auch als Didache bezeichnet und in 7.5 sogar im Katechismus erwähnt, zeigen sich deutlich elementare Unterschiede zur NAK. Die lassen Sie aber tunlichst aus. Hier einige markante Beispiele:

7,1. Betreffs der Taufe aber: Tauft so: Nachdem ihr dies alles zuvor gesagt habt, tauft auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes mit lebendigem Wasser.

Von einer "Geistestaufe durch Apostel" ist da nirgends die Rede!

6. Wenn aber der Apostel weggeht, soll er nichts mitnehmen außer Brot, bis er übernachtet; wenn er aber um Geld bittet, ist er ein Pseudoprophet.

12. Wer aber im Geist sagt: "Gib mir Geld oder irgendetwas anderes", auf den sollt ihr nicht hören; wenn er aber sagt, man soll für andere Bedürftige geben, so soll niemand ihn richten.

13,1. Jeder wahrhaftige Prophet aber, der sich bei euch niederlassen will, ist seiner Nahrung wert.

2. Ebenso ein wahrer Lehrer: Auch der ist, wie der Arbeiter, seiner Nahrung wert.

Im Gegensatz zur NAK wurden also die Lehrer und Propheten in der Gemeinde von der Gemeinde finanziell unterstützt, die Apostel hingegen nicht! Es war ihnen sogar verboten, etwas  anzunehmen!

12,1. Jeder aber, der kommt im Namen des Herrn, soll aufgenommen werden; dann aber werdet ihr  (ihn) durch kritische Beurteilung erkennen; denn ihr habt Einsicht nach rechts und nach links (= richtig und falsch).

In der NAK wird jede Kritik geradezu verteufelt, diese Gemeindeordnung fordert ausdrücklich dazu auf, die gesprochene Lehre zu prüfen!

15,1. Wählt euch nun Bischöfe und Diakone, würdig des Herrn, Männer, mild und ohne Geldgier und wahrhaftig und erprobt;

Das autoritäre Amtsbestimmungsprinzip durch die Bezirksapostel steht im Widerspruch zu dieser ersten Ordnung der Wahl durch die Gemeinde! Die Vernunft sagt einem doch deutlich, dass das überhaupt nicht zusammenpasst!

4.2.1.4 Apostel Paulus verwendet für „Vernunft“ auch den Begriff „menschliche Weisheit“. Sie vermittelt dem Menschen Erkenntnisvermögen, durch das er in göttliche Geheimnisse einzudringen sucht (1Kor 1,21). Erhöbe sich der Mensch über göttliche Ordnungen und damit über Gott selbst, missachtete er also die göttliche Weisheit als Torheit, bedeutete dies letztendlich, die Vernunft würde den Glauben verwerfen (1Kor 2,1-16). Damit verfehlte der Mensch letztlich den Sinn seines Lebens.  Deshalb wird vom Standpunkt des Glaubens eine Einstellung, die die Vernunft als Maß aller Dinge definiert, als Torheit entlarvt. 6.4.2.3 Mit der erneuten Besetzung des Apostelamts im Jahr 1832 hat der Herr seiner Kirche auf Erden Wesentliches zurückgegeben: Die Apostolizität ist in der sichtbaren Kirche wieder voll hergestellt. Das Wirken der nun berufenen Apostel sollte nicht eine weitere christliche Glaubensgemeinschaft begründen, sondern hatte zum Ziel, die gesamte Christenheit auf die Wiederkunft des Herrn vorzubereiten.

DS Frage27: Sie stellen den Glauben an Ihre Überzeugungen über die Vernunft und bezeichnen es als Torheit, wenn jemand das nicht nachvollziehen kann? Mehr noch behaupten Sie, dass ein solcher Mensch sogar den Sinn seines Lebens verfehlt hätte! Das erinnert mich an die "umsonst Geborenen" von BA Saur, Pfingsten 2001. Er predigte damals wörtlich (Q):

"Die Wiedergeburt wird uns dann auch so groß, wenn wir daran denken, dass es auf dieser Erde nicht nur Wiedergeborene gibt, es gibt beispielsweise auch Fleischgeborene. Während die Wiedergeborenen danach trachten, nach dem Reiche Gottes und seine Gerechtigkeit, geht das Sinnen und Trachten der Fleischgeborenen meistens nur aufs Irdische und ins Vergängliche.... Im Moment kommt mir der Gedanke, liebe Geschwister, es gibt auch so viele Umsonstgeborene, ... sie tun nichts für das ewige Leben und kommen dann einmal, viel zu spät, zu der Überzeugung und Einsicht: Umsonst geboren, umsonst gelebt."

Und damals wie heute ist dieZielgruppe: Gesamte Christenheit! Interessant! Für mich sind das alles Behauptungen und Totschlagargumente, denen sachlich nicht widersprochen werden kann, weil sie sich jeder Argumentation entziehen. Aber letztlich sind wir hier wieder beim Anfang angekommen und drehen uns im Kreis. Sie sehen sich und Ihre Kirche also im Mittelpunkt der Christenheit und dazu berufen, die gesamte Menschheit zu missionieren?

6.2 Die Bestimmung der Kirche Jesu Christi besteht einerseits darin, dem Menschen Heil und ewige Gemeinschaft mit dem dreieinigen Gott zugänglich zu machen, und andererseits darin, Gott Anbetung und Lobpreis darzubringen. 7.3.2 Welch hohe Bedeutung Jesus Christus seinen Aposteln beimaß, bezeugte sein Verhalten unmittelbar vor seinem Leiden und Sterben: Mit ihnen redete er, ihnen gab er die Verheißung seiner Wiederkunft, für sie trat er im hohepriesterlichen Gebet ein: „Wie du mich gesandt hast in die Welt, so sende ich sie auch in die Welt“ (Joh 17,18). Der Auferstandene gab seinen Aposteln Vollmacht zur Sündenvergebung und stellte seine Sendung nochmals mit der ihrigen in unmittelbaren Zusammenhang: „Wie mich der Vater gesandt hat, so sende ich euch“ . Zielte die Sendung Jesu Christi auf die Erlösung durch seinen Tod und seine Auferstehung, so macht die Sendung der Apostel den Menschen dieses Verdienst Christi und die Fülle des Heils zugänglich.

DS Frage28:  Herr Schneider, das hatten wir doch alles schon! Macht das nicht jede ökumenische Zusammenarbeit unmöglich!

(Q) Es kommt ganz darauf an, was man unter „Ökumene“ versteht. In alter Zeit hatte man die Vorstellung, Ökumene würde heißen, dass man alle Unterschiede zwischen den verschiedenen Kirchen abschaffen muss. Da würde natürlich die Gefahr bestehen, dass jede Kirche zu den anderen sagt: „Werdet wie wir, dann dürft ihr auch mitmachen.“ Das kann es nicht sein.

Grundlegend für die Ökumene ist das Bewusstsein, dass es die Aufgabe der Christenheit ist, den Herrn Jesus zu bekennen, sein Evangelium weiterzutragen und die Eckwerte des Evangeliums zu verteidigen. Die Kontakte auf lokaler und institutioneller Ebene dienen hauptsächlich dem besseren gegenseitigen Kennenlernen und dem Abbau von Vorurteilen. Eine offizielle Beteiligung an ökumenischen Gottesdiensten und Segenshandlungen ist derzeit nicht möglich. (Q) In diesem Sinn und mit dieser Zielsetzung ist die Neuapostolische Kirche natürlich gern bereit, mit den anderen Kirchen zusammenzuarbeiten...

DS Frage29: ...  um selbst anerkannt zu werden und wenn möglich zu missionieren! Ökumene also als Missionsweg! Und "Zusammenarbeit" hieße doch gerade für gemeinsame Gottedienste den Weg zu öffnen! ...

Für mich klingt das alles nicht neu und letztlich sogar noch exklusiver, bzw. exklusivistischer, als es in dem alten Fragen und Antwortenbüchlein schon stand! Resultat:  profilverschärfte NAK. Hat sich denn Ihrer Meinung nach durch den neuen Katechismus in der NAK tatsächlich irgendetwas gravierend verändert, was Ihre Mitglieder wissen sollten?

Wie ich schon am 23.09.2012 in Berlin – Eberswalde im GD sagen durfte:  Es gibt keinen Grund zur Panik, das Werk Gottes geht weiter! Wir sehen auch keinen Grund dafür, unser Glaubensgebäude jetzt auf den Kopf zu stellen. - Darf ich das Mal ganz klar sagen: Das Apostelamt, die Wiedergeburt aus Wasser und Geist, die Wiederkunft Christi sind und bleiben festen Bestand unseres Glaubens. Das gehört einfach dazu, da sehen wir keinen Grund, etwas zu ändern."

DS Frage30:  Wie ich feststellen muss, stehen Sie, BA Schneider, mit dieser Haltung in direkter Nachfolge zu Ihren Amtsvorgängern. Stap. Fehr betonte 2001 bereits in einem Brief:

„Die Maßgaben unserer kirchlichen Öffentlichkeitsarbeit,  Profil und Identität unserer Kirche nach außen deutlich zu machen,  sind zu beachten.“ 

Und Stap. Leber formulierte im Wort zum Monat Juni 2006:

Mancher hegt den Gedanken, die Neuapostolische Kirche müsse ein bisschen reformiert werden. Man meint, die eine oder andere Vorstellung hineintragen zu können. – ... Aber dagegen spricht Grundsätzliches: Wir dienen dem Herrn und nicht den Menschen! Da geht es nicht um menschliche Gedanken und Überlegungen, die man einbringen möchte

So gesehen stand das Ergebnis der Arbeit im Prinzip von Anfang an klar fest. Die Arbeitsgruppe DNG hieß ja ursprünglich: „Der neuapostolische Glaube“.  Das Ergebnis ist der neue Katechismus. Und übrig bleibt letztlich "Viel Lärm um nichts!". Shakespeare lässt im ersten Aufzug den Don Pedro sagen:

"Wenn du je von diesem Glauben abfällst, so mach dir keine Rechnung auf unsre Barmherzigkeit."

Letztlich ist Ihr Satz im Infoabendgespräch nichts als verschleiernde Makulatur und Blendwerk angesichts der vielen exklusivistischen "Aber", die im Katechismus stehen und andere Konfessionen scharf ausgrenzen. Ich zitiere: " Die Kirche Christi ist die Gemeinschaft der wahren Christen. Sie ist die Versammlung der Menschen, die nicht nur getauft sind, sondern der Menschen, die wahrhaftig an den Herrn Jesus Christus glauben, die ihn bekennen und ihn von ganzem Herzen lieben. Wichtig ist nicht nur, dass man der Neuapostolischen Kirche zugehört oder einer anderen christlichen Kirche, wichtig sind der Glaube und die Liebe zum Herrn Jesus. Und das weiß Gott allein (Q)." Das klingt zwar nett und ökumenisch - der Katechismus spricht jedoch eine andere Sprache, ApostelSchneider!

(Q) Ich bin neuapostolisch! Ich glaube, was im Katechismus steht. Ich will selbstbewusst und ohne Hochmut meinen neuapostolischen Glauben leben. Ich will keine Komplexe haben wegen unserer kirchlichen Geschichte und Vergangenheit, denn wichtiger als unsere Geschichte ist das, was wir aus ihr gelernt haben! Auf die Entwicklungen in den letzten Jahren bin ich stolz, ohne Hochmut. Ich stehe für einen neuapostolischen Glauben ohne Komplexe und ohne Hochmut."

DS Bezirksapostel Schneider, ich danke ihnen für das aufschlussreiche und deutlich klärende Gespräch!  Und nun mit Zuversicht nach hinten geblickt mit dem Jubiläum 2013 immer mutig vorwärts, getreu dem Motto: „Nachfolge bis zuletzt, alles Denken ist Leerlauf!“

 

Vortrag zum„Bann“, unter dem das Apostelamt seit Paulus stand

Stap. Leber´s Jahresmotto der "Missionierung" im Wort Januar 2013:

"Ihr lieben Geschwister, lasst uns bekennen, dass wir den Herrn in seinen Aposteln gefunden haben."

Wer nach 150jähriger Abspaltungszeit immer noch nicht begriffen hat, dass auch aus biblischer Sicht die seitdem gepredigte Naherwartung der Wiederkunft Jesu damals wie heute nebst dem sogenannten Heilsplan offensichtlich eine Fehlbotschaft ist und damit auch nicht begriffen hat, dass Jesus eben nicht durch Apostel wirkt, sondern die Gelegenheit sogar nutzt, um sich als NAK zu bejubilieren und zu feiern, dem ist wahrlich nicht zu helfen!

Chor, ein Lied:

Das Lied der NAK
      
Sie hat uns alles gegeben.
Sonne und Wind und sie geizte nie.
Wo sie war, war das Leben.
Was wir sind, sind wir durch sie.
Sie hat uns niemals verlassen.
Fror auch die Welt, uns war warm.
Uns schützt die Mutter der Massen.
Uns trägt ihr mächtiger Arm.

Die NAK, die NAK, die hat immer Recht!
Und, Geschwister, es bleibe dabei;
Denn wer kämpft für das Recht,
Der hat immer recht.
Gegen Lüge und Ausbeuterei.
Wer den Glauben beleidigt,
Ist dumm oder schlecht.
Wer den Glauben verteidigt,
Hat immer recht.
So, aus Apostel Geist,
Wächst, von Aposteln geschweißt,
Die NAK - die NAK – die NAK.

Sie hat uns niemals geschmeichelt.
Sank uns im Kampfe auch mal der Mut,
Hat sie uns leis nur gestreichelt,
zagt nicht und gleich war uns gut.
Zählt denn noch Schmerz und Beschwerde,
wenn uns das Gute gelingt.
Wenn man den Ärmsten der Erde,
Glauben und Frieden erzwingt.


(Originaltext und Musik: Louis Fürnberg, 1950
Textbearbeitung:  D. Streich)

Das Original ist HIER zu hören!

 

Dieser Artikel von mir kann bei Readers Edition kommentiert werden!

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11.12. 2012 Kommentar zu Äußerungen von Bez.Ap. Schneider aus der vollständig eingestellten Gesprächsrunde am Infoabend

Altes exklusives Denken im neuen Schafspelz (DS)

Es sei kurz erinnert an die bereits kommentierte Aussage Schneiders:

„ Ach ja, Frage der Exklusivität!  Also wenn es um das Heil geht, gibt’s lediglich nur eine Exklusivität. Die hat der Herr Jesus selbst formuliert. Es gibt nur einen Weg, der zu Gott führt: Das ist Jesus Christus.“

Das klingt gut, aber Rudolf Stiegelmeyr hat in seinem hier weiter unten eingestellten Kommentar vom 6.12.2012 bereits die Unmöglichkeit der Vereinbarkeit neuapostolischer Lehrsätze mit dieser scheinbar offenen, ökumenischen Haltung hingewiesen, „weil nämlich“, so Stiegelmeyr, “in Wirklichkeit NICHT Jesus Christus der Weg ist, der ALLEINE zu Gott führt, sondern diejenigen, welche die dazu notwendige Voraussetzung zu liefern befugt sind - also die neuapostolischen Geistestäufer. Ohne sie sind Gott und Jesus Christus handlungsunfähig. Dies wird seit über 100 Jahren als „Weg der Ordnung“ bezeichnet, weil es so – wenn auch irrtümlich – aus der Bibel herausgelesen wird.“

Hat Stiegelmeyr das wirklich richtig gedeutet oder doch wieder in typischer Aussteigermanier nur böswillig kommentiert? Schauen wir auf weitere Fakten aus der Gesprächsrunde.

 In diesem Zusammenhang ist zunächst eine Frage der Moderatorin und die Antwort von Schneider interessant. Sie fragte:

 „ Da wäre noch eine Frage, … die auch mich persönlich betrifft. Mein Mann ist katholisch getauft. Was sagen wir denn jetzt Familienmitgliedern und auch Freunden, die nicht neuapostolisch sind?“

Die einzig deutliche Antwort aus NAK-Sicht wäre zu sagen, dass alles schön und gut ist, und Gott sicher irgendeinen Heilsweg für diese Menschen vorgesehen hat, das Heil aber und die Sündenvergebung konkret nur durch die durch Apostel autorisierten Amtsträger vermittelt werden kann. Dies gilt eben besonders für die Sonderlehre der Teilhabe am „Tag der ersten Auferstehung“  …

Schneiders Antwort lautete wie folgt:

 “Ach ja klar:  Wir sagen ihnen, dass Gott sie liebt und dass wir sie auch lieben. Und besser als Worte können wir ihnen diese Liebe beweisen, indem wir sie dem Herrn Jesus nahebringen, sie für den Herrn Jesus gewinnen, um dann gemeinsam gegenseitig uns (zu) helfen, unser Leben nach dem Evangelium zu gestalten. Das schafft eine schöne Gemeinschaft und gibt auch eine schöne Freundschaft und auch in der Familie hat das segensreiche Auswirkungen.“

Auch dies klingt auf den ersten Blick offen und freundlich, sehen wir aber genau hin, was hier impliziert wird. Laut Schneiders Aussage können und sollten „WIR“, also die Neuapostolischen, Katholische und Evangelische „dem Herrn Jesus nahebringen, sie für den Herrn Jesus gewinnen“.  Also waren und sind sie ohne diese Intervention Jesus fern und nicht für ihn …??? Was schafft denn das für eine „schöne Gemeinschaft“, wenn ich Freunden anderer Glaubensgemeinschaften erzähle, dass ich sie liebe und sie deswegen gerne Jesus nahebringen möchte, sie für Jesus gewinnen will? Zu Recht hielten sie mich nach wie vor zumindest für einen exklusiven und überheblichen Spinner!

Das nun von Schneider erläuterte zweifache Kirchenverständnis der „Kirche Christi“ geht in eine ähnliche Richtung.

  1.  „… Die Kirche Christi verstehen wir zuerst als Heilseinrichtung, die der Herr selbst gestiftet hat. Er hat ein Opfer gebracht, er hat die Apostel erwählt und ausgesandt. Er hat das Abendmahl gestiftet, er hat dem Petrus eine besondere Aufgabe erteilt und somit hat er das Fundament der Heilseinrichtung Kirche Christi gelegt.
  1. Der Herr Jesus hat aber auch von seiner Gemeinde gesprochen. Die Kirche Christi ist auch eine Versammlung, die Gemeinschaft der Menschen, die an Jesus Christus glauben, und in seinem Namen zusammenkommen, um Gott anzubeten, ihn zu loben und zu preisen und gemeinsam zu ihm zu beten.“

Also der erste Teil gilt exklusiv und ausschließlich der Neuapostolischen Kirche.  Im zweiten Teil wird den „anderen“ aber zumindest zugestanden, zur Gemeinde Jesu zu zählen und durchaus in diesem Rahmen Gott auch loben und preisen zu dürfen. Deshalb die berechtigte Nachfrage der Moderatorin: Jetzt muss ich nochmal nachfragen. Trifft das denn nicht auf alle christlichen Kirchen zu?

Die Antwort im Klartext müsste lauten: Natürlich trifft das auf die auch zu, aber wir erkennen das in dem Maß eben nicht an. Die mehr oder weniger geschickt verschleiernde Antwort fiel so aus:

  1.  „Kirche Christi ist ein theologischer Begriff. Den kann man nicht mit einer menschlichen Institution gleichstellen. Die Kirche Christi ist die Gemeinschaft der wahren Christen. Sie ist die Versammlung der Menschen, die nicht nur getauft sind, sondern der Menschen, die wahrhaftig an den Herrn Jesus Christus glauben, die ihn bekennen und ihn von ganzem Herzen lieben.

Hier deutet sich eine neue Exklusivität an. Jetzt ist nämlich die Kirche Christi zudem ausdrücklich nur die Gemeinschaft der „wahren Christen“.  Klar, "Taufscheinchristen“ sind ein alter Hut, aber was soll das heißen, dass hierzu nur Menschen zählen, die „wahrhaftig an den Herrn Jesus Christus glauben, die ihn bekennen und ihn von ganzem Herzen lieben.“ ???

Außerdem setzt Schneider noch hinzu:

„Wichtig ist nicht nur, dass man der Neuapostolischen Kirche zugehört, oder einer anderen christlichen Kirche, wichtig ist der Glaube und die Liebe zum Herrn Jesus. Und das weiß Gott allein.“

Hier stellt er nun scheinbar gleichberechtigt die NAK-Mitgliedschaft neben die Mitgliedschaft in einer anderen christlichen Kirche. Wie schon ausgeführt, ist dies eine Scheingleichstellung. Und der schöne Nachsatz, dass Gott allein weiß, wie sehr ein Mensch ihn liebt, ist letztlich nichts als Makulatur und deutet eschatologisch ins ungewiss Nebulöse, während die NAK sicher um den richtigen Weg weiß, wie sich auch gleich zeigt:

„Kirche Christi als Heilseinrichtung – es ist unsere feste Überzeugung, dass überall, wo Menschen trinitarisch und mit Wasser getauft werden und wo das wahre Evangelium gepredigt wird, Heil vermittelt wird.“

Und wer es immer noch nicht begriffen hat:

  1. Aber wir weisen trotzdem darauf hin, dass das Apostelamt von besonderer Wichtigkeit ist in der Heilsvermittlung.“

Dies ist keine ökumenische Haltung, sondern eine nett formulierte Profilverschärfung der Exklusivität der NAK. Denn natürlich wird erstens nur dort das wahre Evangelium gepredigt, weil a) nur ihre Amtsträger göttlich legitimiert sind, b) Sünden deswegen nur hier vergeben können und c) autorisiert das (wahre) Abendmahl gefeiert werden kann im Sinne der Lebensgemeinschaft mit Jesus Christus. Woanders ist und bleibt das lediglich ein Gedächtnismal. Und zweitens wird nochmals akzentuiert, dass „das Apostelamt von besonderer Wichtigkeit ist in der Heilsvermittlung.“

Das alles hatten wir schon längst, und dazu bedurfte es keines neuen Katechismus. Aber NAKIS, aufgepasst:

„Wichtig ist nicht nur, dass man der Neuapostolischen Kirche zugehört!“

Das reicht nämlich auch dort nicht mehr – man muss auch den „wahren Glauben, die wahre Liebe, die wahre Nachfolge, das wahre Opfer“ haben, zeigen und leben und zwar natürlich Jesus Christus gegenüber und natürlich aber auch all den braven Amtsträgern und besonders den Aposteln, die vom „Herrn“ gegeben sind als „Segensgefäße“.

Also Vorsicht, liebe Mitglieder der NAK, denn  wie der alte Stammapostel Fehr schon drohte gilt nach wie vor, um das Glaubensziel zu erreichen:

„Keine Halbheiten mehr, Geschwister!“

Nach dieser katechetischen Heilsgewissheitsverdeutlichung und Ab - und Ausgrenzung erst recht nicht mehr, sondern gehet hin in alle Lande und bekennet und verkündet das Heil in der NAK und beweiset allen Katholischen, Evangelischen und Sonstigen eure wahre Liebe, indem ihr ihnen den  Herrn Jesus nahebringt und sie für den Herrn Jesus gewinnt!

Da ist doch wieder einmal wirklich Matthäi am Letzten!

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5.12.2012 DS

Am 4.12.2012 fand ein Infoabend zum Thema mit ersten Erläuterungen statt, der in die Gemeinden übertragen wurde. Stap. Leber moderierte durch die Veranstaltung. Näheres dazu findet sich auf der Homepage der NAK.

Insgesamt ist festzustellen, dass die Einführung geschickt und professionell gelungen ist. Wer auch immer die Regie geführt hat, hat die Aufgabe  werbewirksam gemeistert, nichts wurde dem Zufall überlassen. Deswegen redete Stap. Leber auch nicht frei ins Mikro, sondern las einen gut vorbereiteten Text vermutlich vom Teleprompter ab. Verschiedene Mitglieder der NAK kamen danach mit kurzen Fragen und Sorgen zum neuen Katechismus zu Wort. Zudem wurde als Mittelpunkt des Abends eine aufgezeichnete Gesprächsrunde eingespielt, die in der Art einer Talkshow gestaltet wurde. Von einer netten Dame (in Hose gekleidet) wurden sorgfältig vorbereitete Fragen an die anwesenden Kirchenvertreter (Leber, Koberstein, Klingler, Schneider) gestellt. Offensichtlich ist auch hier der Ablauf schlüssig zusammengeschnitten. Die Antworten kamen flüssig und ergänzten sich in dieser gekürzten Fassung miteinander zu einem runden Bild, dass die NAK als eine eigenständige, offene  und gut fundierte Religionsgemeinschaft mit souveränen Führungskräften darstellte (siehe auch den Link vom 10.12.auf die vollständige Fassung). Besonders Stammapostelhelfer Schneider glänzte mit sprachlicher Qualität und präsentierte sich als zukünftiger Kirchenpräsident selbstbewusst und argumentationssicher. Seine Beiträge werden gefallen haben.

Was Bezirksapostel Jean-Luc Schneider im Infoabendgespräch sagte (Mitschrift aus der eingestellten Zusammenfassung):

„ Ach ja, Frage der Exklusivität!  Also wenn es um das Heil geht, gibt’s lediglich nur eine Exklusivität. Die hat der Herr Jesus selbst formuliert. Es gibt nur einen Weg, der zu Gott führt: Das ist Jesus Christus. Und daran halten wir fest.  Als neuapostolische Christen glauben wir, dass der Herr Jesus bald kommen wird, um seine Braut zu sich zu holen. Und da gibt’s einen schönen Satz im Katechismus, den müsste ich mal vorlesen.

„Die Entrückung bei der Wiederkunft Christi ist zunächst jenen zugesagt,  denen die Wiedergeburt aus Wasser und Geist zuteil geworden ist, und die an Jesus Christus glauben  und ihm nachfolgen. Ob darüber hinaus Gott anderen Menschen die Gnade der Entrückung zuteilwerden lässt, entzieht sich menschlicher Beurteilung und unterliegt der Entscheidung Gottes.“

Wir sind in der festen Überzeugung,  dass der liebe Gott allen Menschen, die an Jesus Christus glauben und ihm nachfolgen  und ihn lieben, zur gegebenen Zeit  die Möglichkeit gibt, mit ihm in die ewige Gemeinschaft zu gelangen. Das ist dann das endgültige Heil.

Ergänzendes Zitat aus dem Bericht auf der Homepage vom Verlag FB:

„Grundlegend für die Ökumene ist das Bewusstsein, dass es die Aufgabe der Christenheit ist, den Herrn Jesus zu bekennen, sein Evangelium weiterzutragen und die Eckwerte des Evangeliums zu verteidigen. In diesem Sinn und mit dieser Zielsetzung ist die Neuapostolische Kirche natürlich gern bereit, mit den anderen Kirchen zusammenzuarbeiten.“

Diese sich öffnende Haltung und deutlich formulierte Jesuszentrierung erfreut und ist sehr positiv hervorzuheben. Ebenso seine Formulierung zum Heil anderer Christen. Die merkwürdige Formulierung "endgültiges Heil" gründet auf der Ansicht der NAK, dass die Auferstehung sich zweifach vollzieht: Eine zur "Hochzeit des Lammes" und die zweite zum Jüngsten Gericht (näheres dazu weiter unten). Insofern ist die Grundlage dieser ´offenen` Haltung anderen Christen und Gemeinschaften gegenüber jedoch absolut nichts Neues, sondern schon immer Bestandteil der NAK-Lehre. Durch die jahrzehntelange, ständige Überbetonung aber des Apostelamtes und des exklusiven Heils für die NAK-Christen durch die Teilnahme an der Ersten Auferstehung ist diese durchaus mögliche Darstellung der Haltung der NAK in den Hintergrund getreten. Man wird nun sehen, ob die hier extrem gewichtete offene Haltung auch in den Predigten der Kirchenführer und ihrer örtlichen Seelsorger zum Ausdruck kommt. Ansonsten bleibt der neue Katechismus, was er in Wirklichkeit letztlich auch nur ist: Papier. Und in der NAK bleibt - wie gewohnt - alles beim Alten.  Denn wenn wie bisher üblich in den Gottesdiensten der sogenannte "Geist" nur aus den im Unterbewusstsein angesammelten Sätzen jahrzehntelang gehörter Phrasen predigt, werden doch immer wieder nur die mit eschatologischen Bedrohungen garnierten und bis zum Verdruss wiederholten nak-spezifischen Durchhalte- und am Werk des Herr Festhalteparolen ohne lebenspraktischen Wert zu hören sein.

Man wird also abwarten müssen, welchen Kurs Schneider mit dem Kirchenschiff fahren wird. Wie heißt es doch noch gleich so schön euphemistisch in der offiziellen Infobroschüre:

"Wie die Reling am Schiff ist die Lehre Jesu Halt und Schranke in einem; sie begrenzt, um zu bewahren."

Der vorletzte Stammapostel Fehr war ja auch von Beginn (1988) an auf dem Glaubenskahn unterwegs mit der öffentlich bekundeten, persönlichen Maxime:

»Wer da fährt nach hohem Ziel / lern’ am Steuer ruhig sitzen; / unbekümmert, ob am Kiel / Lob und Tadel hoch aufspritzen.«

Gemäß diesem Wort formulierte Fehr einmal: "Das Wort "Kritik" steht nirgends in der Bibel. Also hat es bei uns im Werk Gottes auch nichts zu suchen." (siehe Unsere Familie Nr. 12, 20.6.1991).

Bei Stammapostel Leber klang das dann so: „Wisst ihr, da gibt es auch so eine Festung, … die zu zerstören ist. Wisst ihr, was diese Festung ist? Das ist das eigene „Ich“, die eigene Meinung. Man macht sie heute so hoch, hängt das so hoch auf und jeder möchte so seine Meinung durchsetzen. (…) Wir wollen nicht unsere Meinung durchsetzen, wir wollen nach dem Himmel streben. (…) Wollten wir um unserer „eigenen Meinung willen“ die Einheit zerstören? Das wäre nicht gut. (GD in Berlin-Lauta am 23.11.2008)

Und der Stammapostelhelfer Schneider? Am 23.09.2012 gab es in Berlin – Eberswalde u.a. den folgenden Satz: "Wir lieben Gott mehr und mehr und wir können es uns gar nicht vorstellen von ihm entfernt zu sein. Wir müssen ihm immer näher kommen. Und weil wir ihm immer näher kommen wollen, geben wir auch unsere Gedanken, unseren eigenen Willen, unsere Person - wenn man so sagen kann – auf. Das ist schmerzhaft, aber im Drang zum Dreieinigen Gott finden wir diese Kraft."

Es bleibt zu wünschen, dass Schneider als neuer Stammapostel diese Line dann nicht fortsetzt und kritikfähiger und umsichtiger als seine Amtsvorgänger mit dem NAK-Steuer und den Mitgliedern umgehen wird, ansonsten beschleunigt sich rapide der eingeschlagene Abwärtstrend.

 

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Zur Ergänzung des am Infoabend erzeugten Bildes nun die andere Seite des NAK-Evangeliums:

Was Apostel Schneider nicht sagte (Zitatauszüge aus den Fragen und Antworten zu den Glaubensartikeln der NAK ( Stand 2010):

4. Glaubensartikel:
Ich glaube, dass der Herr Jesus seine Kirche regiert und dazu seine Apostel gesandt hat …

Was gibt die Sicherheit, dass die Apostel der Neuapostolischen Kirche von Gott gesandt sind?

Diese Sicherheit hat ihre Grundlage in dem Glauben, dass Gott durch Weissagungen im 19. Jahrhundert das Apostelamt wieder besetzt hat.

Aus dem Glauben heraus lässt sich dann erleben und die Erfahrung machen, dass Jesus Christus durch seine Apostel wirkt. Daraus erwächst bei dem Glaubenden die Erkenntnis, dass die Apostel von Gott gesandt sind.  …

5. Glaubensartikel:
Ich glaube, dass die von Gott für ein Amt Ausersehenen nur von Aposteln eingesetzt werden, …

Wird das Abendmahl anderer Kirchen abgewertet durch die Aussage, dass dieses Sakrament durch einen vom Apostel bevollmächtigten Amtsträger ausgesondert und gespendet werden muss?

… Das Heilige Abendmahl versteht der neuapostolische Christ auch als ein Bekenntnismahl, zu dem der Glaube an die Wiederkunft Christi zur Heimholung der Braut ebenso gehört wie der Glaube an das gegenwärtige Wirken der Apostel. Im Fehlen dieser Bekenntnisinhalte liegt nach unserer Glaubensauffassung eine Ursache dafür, dass die Wirkung des Abendmahls in anderen christlichen Kirchen eingeschränkt ist.

Weiterlesen

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Sünde = Zielverfehlung - Kommentierende Anmerkungen zur neuapostolischen Sicht der Sündenvergebung(DS)

Einführung (Druckversion):

  • Zitate aus dem Artikel „NAK-Theologe überdenkt Sündenvergebungs-Exklusivismus“ von M. Koch (Glaubenskultur) vom 2012-06-15

Bei einem Vortrag im Juni 2012 im „Forum Fasanenhof“  sagte Marcel Dagenbach, Theologe der Neuapostolischen Kirche Süddeutschland, zur Frage der Sündenvergebung laut GK:

„Es gibt dazu schon eine Sprachregelung, die vielleicht so eine Brücke schlägt. Sie sagt: Die Gewissheit der Sündenvergebung habe ich im Apostelamt, aber ich kenne ja auch Stellen wie in 1. Johannes, wo es heißt: Bekennt Eure Sünden vor Gott so wird er sie Euch vergeben.“ Da könne man nicht sagen: „Das streich ich jetzt aus der Bibel heraus.“

Der Theologe weiter:

„Da bin ich auch mit Priester Kiefer im Einklang, und wir haben das auch in manchem Kreis schon besprochen, dass wir das so sagen könnten: Uns ist die Sicherheit gegeben durch das Apostelamt, aber es steht natürlich Gott frei, die Sünden zu vergeben.“
Grundsätzlich gilt nach Dagenbach: „Die Sünden sind natürlich alle schon vergeben. Auf Golgatha sind alle Sünden, alle Schuld der Welt ist dort vergeben. Die Frage ist ja nur, ob ich daran glaube oder ob ich daran auch immer wieder Anteil haben. (...) Und der Zuspruch der Sündenvergebung ist eben auch elementar.“


Diese Sicht ist nicht der aktuelle Maßstab für die gesamte NAK.  Und zum Thema Abendmahl bezüglich anderer Kirchen und der NAK erklärte Dagenbach dann doch wieder abgrenzend:

„Aus unserer Sicht kommt dort ein Dankes-, Erinnerungs-, Liebes-, Gedächtnismahl zustande. Aber die volle Vergegenwärtigung von Leib und Blut Christi nach unserem Glauben ist nur da vorhanden, wo das Apostelamt bzw. die von ihm bevollmächtigten Amtsträger wirken.

 

Kurze Anmerkungen zum Thema:

Auch dieses neue, scheinbar positive Sündenverständnis greift immer noch zu kurz und wird im Katechismus so auch nicht erwähnt. Dazu eine kurz angerissene Etymologie zum Sündenbegriff, die zum Weiterdenken anregen soll. Unsere „Sündenvorstellung“ beruht auf einer falsch verstandenen und eigentlich unbiblischen Bedeutung des Wortes. Das deutsches Wort Sünde kommt aus dem Indogermanischen und heißt „Trennung“ (Englisch sin, Altenglisch synn, Altnorwegisch synd). In der Bibel wird nun das hebräische chattat mit Sünde oder sündigen übersetzt, eigentlich bedeutet es aber: Das Ziel verfehlen, den Preis nicht gewinnen.
Der griechische Ausdruck αμαρτια (hamartia) des Neuen Testaments, der dem hebräischen Wort chat'at entspricht – bedeutet das gleiche: Verfehlen des Ziels, konkret und im übertragenen Sinn.

Verfehlung des Ziels kann auch als Entfremdung gedeutet werden:

1. Die Entfremdung von unserem göttlichen Ursprung

2. Die Entfremdung von der Verbundenheit mit allem Lebendigen und dem gesamten Kosmos

3. Die Entfremdung von sich selbst

Gerade die Entfremdung von uns selbst, das Verfehlen unseres Lebenszieles oder das Vorbeischießen an ihm  ist in heutiger Zeit relevanter denn je. Im Buddhistischen wird dieser Zustand auch gekannt und als "Samsara" bezeichnet. In diesem Zusammenhang ist nun auch das griechische Wort für (Sünden-) Vergebung „aphiesthai“ interessant. Es hat vielfältige Bedeutungen im Sinne einer unverdienten

- Befreiung eines Menschen von einem verhängten Urteil

- Lossprechung eines Menschen von einem Urteilsspruch

- Befreiung von einer Verbindlichkeit

- Lossprechen eines Menschen von einer Pflicht

Die NAK begeht also in diesem Sinn verstanden z.B. selbst eine große Sünde, indem sie an dieser Definition ebenfalls völlig vorübergeht und den Begriff ausschließlich zur Kleinhaltung und Unterwerfung seiner Mitglieder benützt! In einem Forum hat Bea dies treffend kommentiert:

"wenn wir uns diesen aspekt vor augen halten, ist die "sünde" der nak und ähnlicher fundamentaler gemeinschaften wirklich die größtmögliche, denn ihre lehre zwingt die mitglieder quasi genau zu dieser entfremdung - sich selbst aufgeben, seine identität, seine freiheit verlieren bzw "opfern", den eigenen willen, die eigene meinung, das eigene denken, ja sogar das authentische fühlen sollen sie aufgeben "sind wir nicht alle wieder selig geworden?"
ein freier mensch soll zum formbaren ton werden, aller lebensfreude entsagen, sich lösen aus der verbundenheit alles lebendigen, unterordnen und für jede noch vorhandene andere regung schuldig fühlen...
das ist wohl die sünde wider den geist des lebens und des göttlichen... "

Dieser so verstandene Sündenbegriff hat also wenig mit Kirchenmoral und "Gebötlein" zu tun, er ist  eine Lebenshaltung oder besser noch, die eigene Haltung zum eigenen, sich entwickelnden Leben. Die offizielle Haltung laut Katechismus zum Thema Sündenvergebung heißt aber entgegen der obigen Darstellung:

12.1.8.4
Um Sündenvergebung zu erlangen und dem geistlichen Tod entrissen zu werden, ist der Glaube des Sünders an Jesus Christus als den Erlöser die erste Voraussetzung (Joh 8,24). Neben dem Glauben, dass Sündenvergebung den Menschen durch die Apostel Jesu Christi zugesprochen wird (Joh 20,23), sind erforderlich ...  das gläubige Ergreifen der Freisprache.

12.1.8.7
Sündenvergebung muss verkündigt werden. Jesus hat einzelnen Menschen Sündenvergebung zugesprochen (u.a. Lk 7,48). ...
Die Vollmacht, im Namen Jesu die Vergebung der Sünden zu verkündigen, liegt im Amt der Versöhnung, im Apostelamt (Joh 20,23). Die priesterlichen Amtsträger verkündigen im Auftrag des Apostels die Freisprache im Namen Jesu. Dies hat die gleiche Wirkung, wie wenn es der Apostel tut.

12.1.8.3
Das Opfer Christi — Grundlage der Sündenvergebung
... Durch sein Opfer, die freiwillige Hingabe seines Lebens (Joh 10,17.18), hat er die Macht Satans gebrochen und den Teufel und dessen Werke, nämlich Sünde und Tod, besiegt (2Kor 5,21). Seitdem ist Vergebung der Sünden im Sinne von Tilgung (Hebr 10,18) sowie Erlösung von Sünde und Tod möglich (Röm 3, 24).

 

Kirche karikiert sich hier selbst, indem sie den Glauben an sich selbst in den Mittelpunkt rückt! Hier noch ein interessanter Literaturauszug zur Rechtfertigungslehre im Vergleich zur neuapostolischen Simplizität und Verfälschung: Dogmatik und der Aufsatz:  Paulus und Luther, beides von Wilfried Härle. Dort kann man folgende, interessante Denkansätze finden:

Auszüge aus dem Vortrag: Wilfried Härle, Rechtfertigung heute (2008)

"Rechtfertigung ohne des Gesetzes Werke heißt, dass jeder Mensch von einem Ja Gottes schon herkommt, das ihm auf bedingungslose (aber zugleich höchst folgenträchtige) Weise Lebensrecht, Würde und die Bestimmung zum ewigen Leben in der Gemeinschaft mit Gott zuspricht. Das kann sich niemand verdienen und das braucht sich niemand zu verdienen, und dieses Ja Gottes gilt auch dem Menschen, der aus Verblendung, Schwäche, Trägheit oder Hochmut meint, seinen Lebensweg ohne Gott gehen zu können und zu sollen. …

Von daher fällt nun aber auch schließlich ein neues, anderes Licht auf das Gottesbild, das in der paulinisch-reformatorischen Rechtfertigungslehre enthalten ist. Es ist gerade nicht das Bild eines verletzten, beleidigten, zürnenden Herrschers, der erst durch den blutigen Opfertod seines Sohnes versöhnt werden will und muss, bevor er vergeben, annehmen, rechtfertigen kann. Im Gegenteil: Wenn es in der biblischen und in der lutherischen Rechtfertigungslehre hinsichtlich des Gottesverständnis einen roten Faden oder einen cantus firmus gibt, dann lautet er: Gott ist das Subjekt, nicht das Objekt des Versöhnungs- und Rechtfertigungsgeschehens. Gott versöhnt, er wird nicht versöhnt. „Gott war in Christus und versöhnte die Welt mit sich selbst und rechnete ihnen ihre Sünden nicht zu“, heißt es in 2 Kor 5, 19. Und die vermutlich bekannteste Aussage aus dem Johannesevangelium lautet: „Also hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen eingeborenen Sohn gab, auf dass alle, die an ihn glauben, nicht verloren werden, sondern das ewige Leben haben“ (Joh 3,16).18 Gottes Liebe ist der Beweggrund des Versöhnungs- und Rechtfertigungsgeschehens, nicht dessen Resultat."

 

Passend zum Thema "Katechismus" auch meine Satiren:

Vertiefende Gräben mit allerhöchster Autorität

  Eine satirische Betrachtung über die neuesten theologischen Tendenzen in der NAK von Detlef Streich (11.2011)

 

Satirisches Abendgebet von Dr. Willi am Tag nach der Teilveröffentlichung des neuen Katechismus (DS, 11.02.2011)

Lieber Herr Jesus,

hier ist der Willi, dein müder Stellvertreter auf Erden. Weißt du Herr, ich muss dich heute Abend mal was fragen. Ja, zugegeben, oft komme ich nicht mit Fragen zu dir, brauch ich ja eigentlich auch nicht, denn du hast mir ja deine Schlüssel gegeben und alle Macht usw., aber im Moment läuft das gefühlsmäßig irgendwie nicht so richtig, ich bin da ganz durcheinander in meinem Kopf und alles summt wie ein Bienenschwarm…

Was sagst du, Herr ? Welcher Willi hier ist?   Bienenschwarm ...?  NEIN, Herr, ich bin doch nicht der näselnd nuschelnde Freund Willi von der Maja! Ich bin der Dr. Willi, der den Petrusdienst hier macht in deinem Erlösungswerk, der NAK …

Nein, Herr, auch nicht die Nationale Armutskonferenz ist gemeint, sondern wir: Die Neuapostolischen, deine Braut, die Auserwählten, die Könige und Priester! Und ich habe hier ein Papier in der Hand, wo in Kapitel 5 was von Petrusdienst steht und dass ...

Wie, was nun auch Petrusdienst heißen soll?  Herr, die haben das so im neuen Katte … Kateschi … Katechis muss es wohl heißen … also in dem neuen, dicken Buch so geschrieben. "Wo das Apostelamt in der Einheit mit dem Stammapostel, der den Petrusdienst versieht, vorhanden ist, gibt es das geistliche Amt und die rechte Verwaltung der drei Sakramente.“ Mann, 600 Seiten solche Formulierungen, Herr, das schaff ich nie durch …. ! Wie, du hast das auch nicht gelesen? Na egal, dann haben wir wieder einmal etwas gemeinsam!  Das beruhigt mich ein wenig. Ich dachte schon, ich muss das alles verstehen und womöglich mir noch merken, was da steht…!

Also, Herr, nein,  ich weiß jetzt wirklich auch nicht, was das Wort „Petrusdienst“ bedeuteten soll. Brauche ich doch aber eigentlich auch gar nicht, oder?  Bei mir kommts doch durch den Geist von ganz alleine! Ich brauche doch keine Ahnung zu haben, wenn ich predige! Aber interessieren täte es mich schon, was das heißt. Geht ja auch mich direkt an, oder? Von Verwaltung verstehe ich zwar schon was, gerade hier in Zürich! Aber das andere da? Vielleicht ist ja die alte Geschichte mit dem Schwert gemeint, was der Petrus damals machte, als er das Ohr von dem Soldaten abschlug …. ? Hm, Lust hätte ich ja schon mal zu sowas, dem einen oder anderen so richtig zu zeigen, wo es lang geht. Aber, Herr, das macht ja alles keinen Sinn, wenn du wieder die Sachen anklebst und den ganzen Einsatz zunichte machst! Man kann doch nicht immer alles vergeben,  ehrlich! Aber das war wohl schon früher ne Schwäche von dir! Kann man nichts machen!  Fehler hat halt jeder irgendwie …

Oder ist mit Petrusdienst gemeint, dass der Petrus dich damals nicht als Opfer ans Kreuz gehen lassen wollte und du ihn sogar als Satan beschimpft hast ... ? Du, da hätte ich  kein Problem mit! Mach ruhig dein Ding, hätte ich gesagt … glaube ich jedenfalls. Na ja, denn heute erzähle ich denen ja auch ständig, dass sie ihr Opfer bringen sollen, sonst läuft gar nichts später im Himmel. Ohne Opfer kein Segen! Ha, und die Scheine bringen mehr als das Kleingeld! Also steh ich da ja wohl voll in deiner Nachfolge, oder? … Wie, das mit dem Geld ist nicht so wichtig? Du hast leicht reden, du hast ja da oben alles. Aber hier unten läuft ohne Geld nichts …

Ähh, bei „Laufen“ fällt mir noch ein: Ist mit dem Petrusdienst vielleicht das mit dem übers Wasser laufen gemeint …?  Du weißt doch noch, oder? Obwohl der Petrus ja dann auch abgesoffen ist, der Kleingläubige, he he … Äh, Herr, um ehrlich zu sein, ich hab das  neulich im Urlaub ja auch mal heimlich probiert. Nur so mal, hat aber leider nicht geklappt. Na, bin ich halt so baden gegangen, und es ist keinem aufgefallen, ha, ha  … Meine Frau fragte mich nur, warum ich so komisch ins Wasser gestelzt bin. Als ob die das was angeht … „Weil das Wasser so kalt war!“ hab ich ihr gesagt.

Apropos Wasser: Vielleicht meinen die auch die Sache mit dem Füße waschen? Und dass der Petrus sich dann von dir sogar ganz waschen lassen wollte? Ist es das? Brr, von einem Mann mich ganz waschen lassen, da hätte ich schon meine Probleme mit! Aber Frauenordination haben wir ja leider nicht, he, he! Vielleicht sollten wir unter diesem Aspekt darüber noch mal nachdenken. Bei dir waren ja schließlich auch immer Frauen dabei und …. (...)

 vollständig lesen

 

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Leserbriefe zum Thema:

Klaus Dilper 6.12.2012

Das "Buch" ist aus meiner Sicht ein "solides" Werk und damit meine ich nicht den Einband und das Papier, welches ich ebenfalls als gelungen betrachte, handelt es sich doch wohl um ein umweltschonendes Produkt und nicht um das sonst in der NAK übliche Hochglanzpapier. Was ich mit "solide" meine ist die Tatsache, dass man ob des Werkes den Eindruck gewinnen kann, dass man endlich einmal eine Arbeit konzeptuell auf den Punkt gebracht hat. Wenn es nicht abgekupfert ist - wovon ich jetzt einmal ausgehe - ist man der gesetzten Aufgabe gerecht geworden und das will für die NAK- so wie ich sie kenne - schon einiges heißen.

Damit ist noch kein Wort über die inhaltlichen Aussagen verloren. Ich habe das Werk bisher nur überflogen und dabei den Eindruck gewonnen, dass es viel von dem enthält, was man in einem Katechismus zu finden wünscht. Eine Sache scheint aber komplett zu fehlen, und das ist eine Aussage darüber, welches Bibelverständnis dem allem zugrunde liegt. Hierzu vermisse ich eindeutig ein eigenes Kapitel, denn dies wäre grundlegend zum allgemeinen Verständnis des Werkes gewesen. Hier könnte ich jetzt Vermutungen anstellen und würde sicher richtig liegen, wenn ich der NAK zum heutigen Stand ein eher konservatives, um nicht zu sagen fundamentalistisches Bibelverständnis, angedeihen lasse. Es wäre aber besser gewesen, wenn man sich zu diesem Thema einmal grundlegend ausgelassen hätte. Ich sage das deshalb, weil die NAK sich offiziell z.B. in Sachen Evolutionslehre mittlerweile eher moderat als fundamentalistisch positioniert hat. Auf der anderen Seite scheint es aber keine Abstriche zu geben in dem, was die NAK wohl als historische "Tatsachen" ansieht, und das scheint das Gros aller im AT und NT schilderten Geschehnisse zu sein. Sich darüber nicht eigens ausgelassen zu haben, halte ich für einen entscheidenden Mangel. So würde ich es ebenfalls begrüßen, zu erfahren, wie sich die NAK prinzipiell zur historisch-kritischen Bibelforschung stellt. Ich befürchte, dass man diesem speziellen Zweig der wissenschaftlichen Forschung mit großer Skepsis begegnet, ihn womöglich sogar in Gänze ablehnt. Hier wären dann die Begründungen dafür sicher als recht aufschlussreich empfunden worden.

Ein weiterer Punkt über die zukünftige Wesensart einer apostolischen Kirche wäre gewesen, eine eindeutige Aussage darüber zu treffen, wie die Führung der Kirche zukünftige Änderungen ihrer Glaubenslehre (welche sicher nicht ausbleiben werden!) begründen will. Hier vermisse ich eine klare Aussage zur Fehlbarkeit (oder Unfehlbarkeit) des Amtes. Die Geschichte der NAK weist eine ganze Reihe von schweren und minderschweren Irrtümern und falschen Annahmen aus, welche zum Teil nur unter schmerzhaftem Stillhalten der Glaubensgeschwister zu erdulden waren. Ich sehe heute viele ältere Amtsträger unter der Last ihrer eigenen Aussagen leiden, welche durch die jeweilige Führung induziert und dann ohne nähere Ausführung über Bord geworfen wurden. Verweise auf "neue Erkenntnisse aus dem Heiligen Geist" wirken besonders dann nur noch lächerlich, wenn das "Geisteswirken" erst dann einsetzt, wenn der Letzte bereits begriffen hat, dass die vermeintlichen göttlichen Ordnungen nichts anderes waren als menschliche Anmaßung.

Zum anderen stellt sich mir die Frage, welche Wirkung der neue Katechismus im Kirchenalltag zeitigen wird; ich befürchte, wenig bis keine. Prägend für den neuap. Gläubigen waren schon immer nicht die niedergeschriebenen Ansichten und Positionen einiger weniger, wenn auch innerkirchlich bedeutender Personen und oder Gruppen (so sie's denn gab), sondern das aktuell gepredigte Wort, welches situativ noch immer als direkte göttliche Offenbarung angesehen bzw. empfunden wird. Da kann dann im Katechismus stehen was auch immer möge, wenn der jeweilige Dienstleiter vom Pfad der katechetischen Tugend abweicht, bleibt dies mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit unsanktioniert.

Damit sind wir beim Kern meiner Kritik und auch beim Grund meiner gottesdienstlichen Abwesenheit angelangt: Solange die predikale Vermittlung weniger der Lebensertüchtigung und den verlangenden Personen nicht zur Weisung für ihr Alltagshandeln gereicht, sondern leider oftmals dazu dient, die Gläubigen in einer vermeintlichen Heilgewissheit zu wiegen und damit an die Kirche und nicht an Gott zu binden, solange bleibt auch das Papier des Katechismus geduldig. Ein Katechismus welcher Couleur auch immer, wird erst dann als Rückhalt empfunden und damit als wertvoll erachtet werden, wenn die sonntägliche Predigt zum Nachdenken und nicht zum blinden Nachfolgen ermuntert. In diesem Sinn muss man muss also abwarten. Es war m.E. ein Schritt nach vorne, wenn auch nur ein kleiner.

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Rudolf Stiegelmeyr 6.12.2012

Um ehrlich zu sein, ich habe (nach wie vor) Probleme mit der m.E. etwas vorschnell verkündeten 'versöhnlichen' Öffnung. Vielleicht sehe ich das Ganze aus leidvoller Erfahrung auch zu eng, aber es gibt für mich der Inhalt des so scheinbar wohl temperiert Formulierten auch wiederum nur die kalte Exklusivität der Vergangenheit her. Stap-Anwärter Schneider hat das lediglich geschickt formuliert. Wenn er beispielsweise sagt:

"Ach ja, Frage der Exklusivität! Also wenn es um das Heil geht, gibt‘s lediglich nur eine Exklusivität. Die hat der Herr Jesus selbst formuliert. Es gibt nur einen Weg, der zu Gott führt: Das ist Jesus Christus. Und daran halten wir fest. Als neuapostolische Christen glauben wir, dass der Herr Jesus bald kommen wird, um seine Braut zu sich zu holen."

... dann bedeutet dies im Klartext doch nach wie vor:

Nur Jesus Christus führt zu Gott (Argumentum fundamentale) und wir NAKis  warten auf eben dieses Kommen von Jesus Christus, um mit ihm in den Hochzeitssaal, sprich zu Gott, geführt zu werden (argumentum conclusio).

Gemäß (hier geschickt ausgelassener) NAK-Lehre aber können ja nur die auf das Kommen Jesu warten, die zu dem Kreis jener zählen, die diese Hochzeitssaal-Voraussetzungen mitbringen (also die NAK-Apostel-Versiegelten, die bis zuletzt der NAK die Treue hielten).

Deshalb Achtung:

Der Satz bedeutet m.E. also nicht das, was seine Wortwahl für manche zu suggerieren scheint:

Jesus Christus ist der eine Weg - das steht so in der Bibel und wird auch so von der Christenheit geglaubt. Diesem Glauben haben wir uns angeschlossen. Ebenso ist auch der Glaube seiner Wiederkunft allgemeines christliches Bekenntnis (siehe Glaubensbekenntnis), weswegen wir auch hier auf dem Boden der allgemeinen Christenheit stehen. Jede Interpretation dieser oder ähnlicher Art ist NICHT neuapostolisch!

Sodann zitiert Schneider medial geschickt den Katechismus, freilich ohne zu merken, dass er damit im Prinzip eben jenem Argumentum fundamentale seiner scheinbar so ökumenefreundlichen Ausgangsargumentation widerspricht, weil nämlich in Wirklichkeit NICHT Jesus Christus der Weg ist, der ALLEINE zu Gott führt, sondern diejenigen, welche die dazu notwendige Voraussetzung zu liefern befugt sind - also die neuapostolischen Geistestäufer. Ohne sie sind Gott und Jesus Christus handlungsunfähig. Dies wird seit über 100 Jahren als „Weg der Ordnung“ bezeichnet, weil es so – wenn auch irrtümlich – aus der Bibel herausgelesen wird.

Ergo, auch dieses Zitat ist nicht so zu verstehen, wie die Formulierung es liebevoll zu suggerieren scheint:

"Die Entrückung bei der Wiederkunft Christi ist zunächst jenen zugesagt, denen die Wiedergeburt aus Wasser und Geist zuteil geworden ist, und die an Jesus Christus glauben und ihm nachfolgen."

Neuapostolisches Faktum immobile ist nämlich: Bei der Entrückung anlässlich der Wiederkunft Christi wird es KEINE zwei Gruppen geben - diejenigen, denen die Wiedergeburt aus Wasser und Geist zuteil wurde, und jene, die an Jesus Christus glauben und ihm nachfolgen. Der auf Ökumene programmierte Hörer könnte solches intuitiv raushören und glauben, dass die NAK damit auch den sog. „Schrumpfchristen“ ihre Chance lässt.

Wenn Schneider sein Katechismus-Zitat dann mit dem seit Stap. R. Fehr bekannten nak-freien Öku-Satz beschließt:

"Ob darüber hinaus Gott anderen Menschen die Gnade der Entrückung             zuteilwerden lässt, entzieht sich menschlicher Beurteilung und unterliegt der Entscheidung Gottes"

..., so ist es m.E. wichtig, sich diese Hintertür einmal bewusst vor Augen zu führen. Es gibt nämlich nur eine 'Entweder-oder-Möglichkeit':

Entweder wir können als Menschen Gottes Wege nicht wirklich erforschen, geschweige denn verstehen oder gar verbindlich deuten, womit sich jede Form von Dogmatismus und Exklusivismus ebenso wie Heilspartikularismus und Wahrheitsabsolutismus verbietet, oder wir glauben im Besitz der entscheidenden Heilswahrheit o.ä. zu sein. Dann freilich kommen wir um die Frage nach dem wie, woher und warum dieser so geglaubten göttlichen Willkür – nichts anders ist nämlich die hier vorgestellte Teilentrückung zur Hochzeit im Himmel – nicht herum. Beides zusammen - dogmatisierter eigener Heils- und Erlösungsweg hier und evtl. andere (uns NAKis unbekannte) Heilsschlupflöcher dort – geht so wenig wie der Satz: Die Ampel war rot, als der Unfallverursacher durchfuhr. Sie könnte aus anderer Perspektive aber auch grün gewesen sein...!

Diese Willkür zeigt sich auch ganz ungeniert in seinem Abschlusssatz:

"Wir sind in der festen Überzeugung, dass der liebe Gott allen Menschen, die an Jesus Christus glauben und ihm nachfolgen und ihn lieben, zur gegebenen Zeit die Möglichkeit gibt, mit ihm in die ewige Gemeinschaft zu gelangen. Das ist dann das endgültige Heil."

Warum, so stellt sich jedem aufrichtigen Christen die Frage, sollte Gott Menschen, die alle biblischen Voraussetzungen (an Christus glauben, ihm nachfolgen, ihn lieben usw.) erfüllen, erst zu "gegebener Zeit" (nach neuapostolischem Verständnis also NICHT zur Hochzeit im Himmel, sondern erst nach Durchleben einer kosmischen Vernichtung im anschließenden Tausendjährigen Friedensreich) die Möglichkeit der Gemeinschaft mit ihm geben?`?`?

Das hieße im Klartext doch: Glaube, Nachfolge und Liebe sind gerade nicht heilsentscheidend, sondern nur Apostelgehorsam und Kirchenhörigkeit. Man ist versucht mit Jesus zu sprechen: Was hülfe es dem Menschen, wenn er in selbstloser Liebe und Demut offenbar werden würde, aber Probleme hat mit heilsschwangeren Versiegelungsbeamten aus dem Do-it-yourself-Baukasten…?

Schließlich ist auch die Formulierung "endgültiges Heil" nicht ungeschickt gewählt. Selbstverständlich hebt sie ab auf die Zeitlosigkeit der Gottesgemeinschaft nach dem Gericht in der neuen Schöpfung, aber sie verschleiert auch, dass DIESES „Restheil“ aus wohl erwogenen Gründen weder das Glaubensziel neuapostolischer Christen noch – man höre und staune – das Glaubensziel der Restchristenheit ist und sein kann, denn auch diese glaubt in bestimmten Teilen, dass die Kirche VOR der großen Trübsal hinweg genommen werden würde.

In Bezug auf das Verhältnis der Neuapostolischen Kirche zu anderen Konfessionen, besonders in der Frage der Ökumene, sagte Bezirksapostel Jean-Luc Schneider: „Grundlegend für die Ökumene ist das Bewusstsein, dass es die Aufgabe der Christenheit ist, den Herrn Jesus zu bekennen, sein Evangelium weiterzutragen und die Eckwerte des Evangeliums zu verteidigen. In diesem Sinn und mit dieser Zielsetzung ist die Neuapostolische Kirche natürlich gern bereit, mit den anderen Kirchen zusammenzuarbeiten.“

Auch das klingt zuerst einmal ganz lobenswert und durchaus christlich. Vielleicht liegt es an der Abstraktheit neuapostolischer Predigtgewohnheiten, die dazu verführt, alles freudig und im besten Glauben abzunicken, weil die Frage nach dem konkreten Wie und Warum gar nicht erst gestellt wird. Eine dieser Fragen könnte nämlich lauten: Was genau heißt es eigentlich „den Herrn Jesus zu bekennen, sein Evangelium weiterzutragen und die Eckwerte des Evangeliums zu verteidigen“?

„Sein Evangelium“ als notariell verbürgte Niederschrift seiner Worte im Sinne eines wort- wie sachgetreuen und gerichtlich verwertbaren Berichts gibt es nicht. Jesus hat selber nichts schriftliches hinterlassen. Alles, was es von bzw. über ihn gibt, sind bereits theologisch wie situativ gefärbte Erinnerungen, die als Erzählungen und Anekdoten usw. Inhalt von ganz zielgerichteten Predigten waren, in welchen das Leben und Wirken Jesu in einer ganz bestimmten Art und Weise darzustellen versucht wurde. Die Evangelien sind, ebenso wie die neutestamentlichen Briefe, im Grunde genommen für ganz bestimmte Zwecke instrumentalisierte Überlieferungen, die keinen Anspruch auf kontextuelle Richtigkeit stellen, sondern vielmehr Aufhänger sind, um für die jeweiligen urchristlichen Gemeindesituationen notwendig erachtete Aussagen zu treffen. Ziel dieser Aussagen war es nicht, Jesus zu zitieren – was im Grunde genommen ohnehin nicht möglich war –, sondern die Autorität Jesu für die jeweiligen Bedürfnisse der damaligen Gemeindeleiter in Anspruch zu nehmen.

Dieser hermeneutisch wichtige und gar nicht hoch genug zu bewertende Sachverhalt muss exegetisch richtig und situativ wie kulturell zutreffend in die Jetztzeit transponiert werden – erst dann kann von einem christlichen, d.h. auf Jesus zurückgehenden Bekenntnis gesprochen werden. Alles andere ist konfessionalistische Rechthaberei zu Zwecken der eigenen Wahrheitsbetonierung.

Kurzes Fazit:

Die Inszenierung „Katechismuseinführung“ ist formal gelungen. Nicht, weil die Rhetorik mit dem Inhalt deckungsgleich gewesen wäre, sondern weil mehr verschwiegen und verklausuliert als gesagt wurde. Wer indes fließend NAKisch spricht und zudem zwischen den Zeilen lesen kann, der weiß durchaus, was gemeint ist, dass sich nämlich nichts am INHALT, sondern bestenfalls an seiner FORMULIERUNG geändert hat. Von Jesu Aussage: „Eure Rede sei Ja, Ja oder Nein, Nein!“ ist das alles meilenweit entfernt.

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Weitere Kommentare im Netz zum Katechismus

APD: Konfessionskundliches Institut nimmt Stellung zum Katechismus der Neuapostolischen Kirche

Bensheim, 12.12.2012/APD   Zum ersten Mal in der Geschichte der Neuapostolischen Kirche, die in Deutschland etwa 350.000 und weltweit zehn Millionen Mitglieder zähle, sei deren Glaubenslehre in einer systematischen Darstellung erarbeitet und am 4. Dezember im “Katechismus der Neuapostolischen Kirche” veröffentlicht worden, teilte Pfarrer Dr. Walter Fleischmann-Bisten, Leiter und Freikirchlicher Referent des Konfessionskundlichen Instituts Bensheim, mit. Bisher habe es “Fragen und Antworten über den neuapostolischen Glauben” (letzte Auflage von 1992) und das “Glaubensbekenntnis der Neuapostolischen Kirche” (neu 2010) gegeben, wobei letzteres als Vorarbeit zum Katechismus gelte und damit einen hohen Stellenwert besitze.

Wertschätzung gegenüber anderen Kirchen

Insgesamt bestätige der neue Katechismus, der noch vom früheren Stammapostel Richard Fehr initiiert worden sei, die laut Fleischmann-Bisten seit einigen Jahren zu beobachtende, vorsichtige und insgesamt erfreuliche ökumenische Öffnung der Neuapostolischen Kirche (NAK). So heiße es etwa im Geleitwort des Stammapostels Wilhelm Leber vom März 2012: “Das Buch bringt gemeinsame Grundüberzeugungen aller Christen zum Ausdruck. Daneben werden die Besonderheiten des neuapostolischen Glaubens entfaltet.” Das sei sicher nicht anders zu erwarten und wäre wohl auch die Funktion von Katechismen in anderen christlichen Kirchen. Nicht selbstverständlich sei aber Lebers Hinweis, dass “bei allen Auffassungsunterschieden” die NAK “anderen Kirchen mit ihren Lehraussagen große Wertschätzung entgegenbringt”. Dieser Katechismus könne und wolle nicht alle Detailfragen des Glaubens im ökumenischen Kontext beantworten. Aber er beabsichtige, “viele Möglichkeiten für den Dialog und für die Auseinandersetzung mit Zeitthemen” zu eröffnen.

Sonderlehren auch weiterhin

Pfarrer Walter Fleischmann-Bisten gab jedoch zu bedenken, dass aus konfessionskundlicher Sicht die von der NAK offensichtlich gewollten ökumenischen Gespräche durch eine Reihe neuapostolischer Sonderlehren belastet würden. Denn durch den Katechismus “werden eine Art exklusives Heilsverständnis und mit der Heiligen Schrift unvereinbare Lehren jetzt bestätigt”.

Der Leiter des Konfessionskundlichen Instituts nannte den Tod und die Auferstehung Jesu Christi, der den Getauften nach neuapostolischer Auffassung keine Heilsgewissheit bringe, obwohl die Taufe nach dem Neuen Testament (Römer 6) gerade dafür als sakramentale Zeichenhandlung stehe. Nach Artikel 6 des im Katechismus entfalteten “Glaubensbekenntnisses der Neuapostolischen Kirche” (GNAK) werde der Getaufte zwar “in die Gemeinschaft derer” aufgenommen, “die an Jesus Christus glauben und ihn als Herrn bekennen”. Aber “die Heilige Taufe mit Wasser” sei lediglich “der erste Schritt zur Erneuerung des Menschen im Heiligen Geist”. Denn nach Artikel 8 des GNAK müssten “die mit Wasser Getauften durch einen Apostel die Gabe des Heiligen Geistes empfangen”, um “die Gotteskindschaft und die Voraussetzungen zur Erstlingsschaft zu erlangen”.

Da dieses Sakrament der Geistversiegelung wie auch die beiden anderen Sakramente Taufe und Abendmahl nur durch einen vom Stammapostel bevollmächtigten Amtsträger gespendet werden könnte, dürften alle anders getauften Christen nicht die Gotteskindschaft haben. Damit sei auch die seit einiger Zeit von der NAK erklärte gegenseitige Taufanerkennung problematisch, betonte Fleischmann-Bisten.

Zudem werde die durch die Reformation neu betonte Lehre von der Rechtfertigung durch den Glauben und die damit verbundene Heilsgewissheit von einer weiteren neuapostolischen Sonderlehre in Frage gestellt. Denn auch die Versiegelung mit dem Heiligen Geist schenke noch keine Heilsgewissheit. Die Geistestaufe sei nur eine Voraussetzung für die endgültige Teilhabe an Gottes neuer Welt nach Christi Wiederkunft: “Der Glaubende kann, wenn er dem Tag Christi zustrebt, zur Brautgemeinde, zur ,Gemeinschaft der Heiligen’, gehören. Dem Versiegelten ist die Aufgabe gestellt, in der Nachfolge Christi zu bleiben und sich durch Wort und Sakrament auf die Wiederkunft Jesu Christi vorbereiten zu können” (Katechismus, Seite 75). Nach Artikel 9 GNAK käme nur eine kleine Gruppe von “Erstlingen aus den Toten und Lebenden” zur himmlischen Hochzeit. Mit diesen komme Jesus auf die Erde zurück, um sein Friedensreich zu errichten, und erst nach dessen Ende folgten das Endgericht und die Schaffung eines neuen Himmels und einer neuen Erde. Die dafür angeführten biblischen Textstellen böten jedoch keine exegetisch haltbare Grundlage, so der Bensheimer Theologe.

In diesem Zusammenhang sei auch die Sonderlehre kritisch zu sehen, welche die Heilsvermittlung an Verstorbene betone. Alle drei Sakramente der Neuapostolischen Kirche (Taufe, Abendmahl und Geistesversiegelung) würden in regelmäßigen Abständen in Gottesdiensten für Entschlafene gereicht, die zwar an Lebende gespendet würden werden, aber nur Toten zugute kämen.

Schließlich sei laut Fleischmann-Bisten auch die besondere Lehrvollmacht des Stammapostels als ökumenische Hürde zu benennen. Nach dem Katechismus wäre das Apostelamt nicht auf die Urkirche begrenzt, sondern seine Aufgabe bestehe bis zur Wiederkunft Christi. Nur mittels Sakramentenspendung durch die vom Stammapostel Beauftragten werde “das neue Sein vor Gott möglich” (Seite 70). Neben der Offenbarung Gottes durch Schöpfung, Geschichte und Heilige Schrift vermittele der Heilige Geist “darüber hinaus” dem Apostolat neue Einsichten über Gottes Wirken und seinen Heilsplan. Diese seien in der Bibel angedeutet, aber noch nicht vollständig enthüllt. “Es obliegt dem Stammapostel aufgrund seiner lehramtlichen Vollmacht, derartige Aufschlüsse aus der Heiligen Schrift zu verkündigen und zur verbindlichen Lehre der Neuapostolischen Kirche zu erklären” (Seite 48).

“Hartes Ringen um die Auslegung der biblischen Botschaft”

Als Fazit sei festzuhalten, dass die Veröffentlichung des NAK-Katechismus die gegenwärtige Lehre der NAK offen und verständlich darstelle. Sonderlehren, die sich darin zahlreich fänden, würden alle christlichen Konfessionen und Kirchen kennen, die zu einem erheblichen Teil auch deren Selbstverständnis ausmachten. Sie könnten eine ökumenische Bereicherung im gegenseitigen Verstehens- und Lernprozess sein und gemeinsam nach der biblischen Begründung und dem Fundament der christlichen Wahrheit suchen lassen, schlussfolgert der Freikirchliche Referent des Konfessionskundlichen Instituts. Die entscheidenden Fragen seien aber: “Werden Sonderlehren vertreten, die der eigenen Gemeinschaft oder einzelnen ihrer Mitglieder eine ausschließliche Stellung im Heilsgeschehen einräumen, und gibt es Sonderlehren, die keinerlei Wurzeln in der biblischen Botschaft haben?”

So sehr der Wunsch und der Wille der NAK zu einem ökumenischen Dialog durch den neuen Katechismus bestärkt worden sei, so klar müsse die Schwierigkeit eines solchen Prozesses gesehen werden. “Für alle daran Interessierten und Beteiligten wird es ein hartes Ringen um die Auslegung der biblischen Botschaft sein müssen. Dieses Ringen hat sich die seit rund hundert Jahren bestehende ökumenische Bewegung immer wieder zur Aufgabe gemacht, gezeigt und gelebt”, hob Pfarrer Walter Fleischmann-Bisten hervor.

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Ökumene der kleinen Schritte oder: „Ja wo laufen sie denn?“ (Pfarrer Gandow im Berliner Dialog)

Zitat daraus: In Gomel konnte die Reisegruppe des Dialog Center International auch die architektonisch überraschende und große (über 400 Plätze) Neuapostolische Kirche besichtigen und ein ausführliches Gespräch mit dem Leiter der dortigen Gemeinschaft führen

Erstaunt stellten die Besucher, alles aktive bzw. ehemalige Beauftragte für Sekten- und Weltanschauungsbeauftragte ihrer Kirchen, fest, dass hier bei aller Freundlichkeit des Empfangs von den jahrelangen „Öffnungen“ und “Veränderungen” noch nichts zu spüren war:
„Fragen und Antworten“ waren in Gomel auch 2012 unverändert im Gebrauch, der Unterricht der Kinder und Jugendlichen erfolgte nach dessen altem Schema. Fragen der Fachleute nach der Rezeption der Veränderung des Glaubensbekenntnisses in der dortigen Gemeinde oder nach Erwartungen zum neuen Katechismus lösten bei unserem Gegenüber offensichtliche Verwunderung und Zeichen kenntnisloser Überraschung aus.

Ergänzend dazu: Thomas Gandow NAK: Kirche des Wordings oder Kirche des Wortes?

EZW-Pressemitteilung Nr. 2/2012 vom 5.12.2012 - Neuer Katechismus der NAK sucht Vermittlung

Zitat daraus: "In Inhalt und Form ist das Bemühen um ökumenische Anschlussfähigkeit klar erkennbar. Positiv zu würdigen sind zum Beispiel der Bezug auf ökumenische Glaubensbekenntnisse (Nicäa und Apostolikum) und die ausführlichen biblischen Bezüge bei den Begründungen der Lehre. Das ist nicht selbstverständlich, da in der NAK früher auch gepredigt werden konnte, die Bibel verkündige das tote, die lebenden Apostel aber das lebendige Wort Gottes. Der einst extreme Absolutheitsanspruch wird relativiert. Heute sieht sich die NAK als Kirche unter Kirchen und bezeichnet alle getauften Gläubigen, auch außerhalb der NAK, als Angehörige der "verborgenen Kirche Christi". Dabei ist die NAK bemüht, ihr Proprium – die lebenden Apostel – zu bewahren und dieses selbstbewusst als ihren spezifischen konfessionellen Beitrag in den Chor der Christenheit einzubringen."

Evangelische Theologen: Neuapostolische Kirche öffnet sich "vorsichtig" der Ökumene

Zitat daraus: "Der neuapostolische Katechismus bringe einige substanzielle inhaltliche Fortschritte, hieß es weiter. Zugleich werde jedoch der "harte Überzeugungskern vom unverzichtbaren Apostelamt und der für die Gotteskindschaft nötigen Versiegelung" durch neue Formulierungen zwar abgemildert, grundsätzlich aber beibehalten. Eine Aufnahmeantrag der Neuapostolischen Kirche in der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen habe nur eine Chance, wenn die ökumenischen Stolpersteine ausgeräumt werden könnten, folgert die evangelische Zentralstelle."

APD Trotz neuem Katechismus bleiben Fragen offen

Zitat daraus: "Pfarrer Walter Fleischmann-Bisten gab jedoch zu bedenken, dass aus konfessionskundlicher Sicht die von der NAK offensichtlich gewollten ökumenischen Gespräche durch eine Reihe neuapostolischer Sonderlehren belastet würden. Denn durch den Katechismus “werden eine Art exklusives Heilsverständnis und mit der Heiligen Schrift unvereinbare Lehren jetzt bestätigt”."


Konfessionskundliches Institut Bernsheim: Meilenstein Katechismus NAK Harald Lamprecht -

Zitat daraus: "Das „Erlösungswerk des Herrn“ besteht theologisch gesehen in seinem stellvertretenden Leiden und Sterben, womit die Erlösung für alle, die daran glauben, ein für alle Mal vollbracht wurde (Phil. 2). Auch hier hat diese Begrifflichkeit in der Geschichte der NAK eine
Engführung auf die eigene Gemeinschaft erfahren, bei der nicht zu sehen ist, wie sie theologisch zu rechtfertigen wäre. Als „Erlösungswerk des Herrn“ wird im neuapostolischen Katechismus der Bereich bezeichnet, „in dem das Apostelamt wirkt“ (282) und „in dem die Braut für die Hochzeit im Himmel vorbereitet wird“ – mithin also nur die NAK. Damit wird – entgegen dem Wortlaut anderer Kapitel – suggeriert, Erlösung gäbe es eben doch nur dort.
"

 

religionsreport.de: Konzessionen an beide Lager

Zitat daraus: "In inhaltlicher Hinsicht wurden durch eine klare Profilschärfung die Wünsche der Konservativen und die offensichtlichen psychologischen Bedürfnisse der einflussreicheren Angehörigen des neuapostolischen Selfmade-Apostolats bedient. In kirchenpolitischer Hinsicht, wozu sowohl die Herstellung als auch die nun vorgelegte sprachliche Fassung des Katechismus zählt, hat man sich auf die Progressiven zubewegt. Das ist zwar nicht unbedingt wahrhaftig, aber strategisch durchaus klug."

 

Älterer Artikel vor der Herausgabe des NKat, immer noch lesenswert:

Alter Wein in neuen Schläuchen, Christian Ruch

Zitat daraus: "Fazit: Am fundamentalen Unterschied, was die Träger und den Charakter des apostolischen Amts betrifft, hat sich nichts geändert. Denn während die NAK weiterhin von „gegenwärtig wirkenden Aposteln“ ausgeht, sind nach römisch-katholischer Auffassung „die Bischöfe aufgrund göttlicher Einsetzung an die Stelle der Apostel nachgerückt“, die das Amt quasi testamentarisch verwalten und ausführen. Daraus folgt, dass ein römisch-katholischer Christ unter einer apostolischen Kirche etwas völlig anderes versteht – verstehen muss – als die NAK. Auf diesen Punkt hinzuweisen ist sehr wichtig. Denn es gibt nach meiner Beobachtung auf NAK-Seite bisweilen die Tendenz (man könnte das auch Taktik nennen), durch die Verwendung derselben Begriffe vor allem im Dialog mit Katholiken einen Konsens zu postulieren, den es aufgrund unterschiedlicher Definitionen des Begriffs – wie eben z. B. „apostolisch“ – gar nicht gibt."

Die Exklusivitätsverschiebung (Harald Lamprecht bei confessio.de)

Zitat daraus: "Ebenso von ausgrenzender Selbstüberheblichkeit zeugt die Aussage, in der apostellosen Zeit – und damit auch heute außerhalb des Wirkens der neuapostolischen Apostel – käme im Abendmahl die wahrhafte Gegenwart von Leib und Blut Jesu nicht mehr zustande, so dass es nur als Gedächtnis-, Gemeinschafts- und Dankesmahl gefeiert würde. Wozu diese Ausgrenzung? Will die NAK allen Ernstes behaupten, in der gesamten Geschichte der christlichen Kirche seit dem ersten Jahrhundert hätte es keine Gegenwart Christi im Abendmahl gegeben? Will sie sagen, alle Orthodoxen und alle Römisch-Katholischen Kirchen würden in der Eucharistie ein bloßes Gedächtnismahl feiern? Auch in der Lutherischen Tradition gab es nie einen Zweifel an der realen Präsenz Jesu Christi im Abendmahl, wie es die Einsetzungsworte – ganz ohne Bezug auf das Apostelamt – beschreiben. Selbst die Reformierten Kirchen haben sich in der Leuenberger Konkordie dieser Sicht angeschlossen."

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Theologische Entwicklungstendenzen der NAK vor dem Erscheinen des Katechismus

Offizielle Publikationen zu Lehränderungen:

Die 144 000
http://www.nak.org/uploads/glossary/stel...-de_04.pdf

Das Sonnenweib
http://www.nak-wissen.de/daten/sonnenfrau.pdf

Erste Auferstehung
http://www.nak.org/de/glaube-kirche/nak-...aufersteh/

http://www.nak.org/de/news/nak-internati...cle/12804/


9. Glaubensartikel
http://katechismus.nak.org/de/fragen-ant...nsartikel/

Wenn das Heil auch außerhalb der Kirche gefunden werden kann, wieso sollten wir uns dann noch an unsere Kirche halten? Antwort Bodo Illhoff
http://www.youth-news-degerloch.de/index...action=505

Sammlung aller Worte zum Monat

Vidoausschnitte aus dem Infoabend zum Katechismus

Textinfo zum Katechismus

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Souveränität Gottes

http://www.bischoff-verlag.de/public_vfb/pages/Downloads/Downloads_UF/lehreunderkenntnis-ab-2012-02/LEO_10-2012_dt.pdf

Zitate:

"Wie ist es nun mit Nicht-Versiegelten? Hier kommt die Souveränität Gottes ins Spiel.

Manche biblischen Aussagen geben uns zu denken. … Jesus Christus hat es vermieden, zu der gestellten Frage konkret Stellung zu beziehen. Er hätte in diesem Zusammenhang eindeutige Kriterien benennen können, hat dies aber unterlassen. ...

Schon Stammapostel Bischoff hat darauf hingewiesen, dass wir davon ausgehen können, dass nicht versiegelte Kinder von treuen neuapostolischen Eltern sicherlich vom Herrn angenommen werden; auch Aufgenommene, die zum Glauben an das Evangelium gekommen sind, werden nach der Gnade Gottes am Tag des Herrn dabei sein können. Wir gehen also davon aus, dass der Herr die individuellen Verhältnisse berücksichtigt. Wie weit das geht und wo der Herr möglicherweise eine Grenze setzt, entzieht sich menschlicher Erkenntnismöglichkeiten."

Kommentar:

Interessant die Erweiterung des Terilnehmerkreises am "Tag des Herrn" und die die Aussage, dass der Mensch hierzu keine Aussagen machen kann. Dass aber Stap. Bischoff hier als leuchtendes Beispiel einer nicht exklusiven Lehre in den Begründungszusammenhang gehoben wird, ist mehr als lächerlich!

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Exklusive und inklusive Aspekte im Alten und Neuen Testament (Nov. 2012)

http://www.bischoff-verlag.de/public_vfb/pages/Downloads/Downloads_UF/lehreunderkenntnis-ab-2012-02/LEO_11-2012_dt.pdf

Zitate:

Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben, niemand kommt zum Vater denn durch mich“ (Joh 14,6). Jesus verkündigt sich hier einschränkungslos als einzigen Heilsbringer und den allein verbindlichen Weg zu Gott. …

Die Wahrheit verbindet sich mit dem Glaubensverständnis: Das einzige Erfordernis, um die Heilswahrheit zu finden, ist die gläubige Annahme der Person Jesu und das Bleiben in seinem Wort“ Die Kritik, die damit zugleich an der gesamten Religionswelt geübt wird, an all den vorgeblichen Heilsbringern, die in der Antike ihre Stimme erhoben, ist unübersehbar. …

Die Religionen, obwohl sie an der wahren Offenbarung Gottes anknüpfen, vermögen diese Wahrheit nicht zur Sprache zu bringen und führen damit den Menschen in die Irre.“

Kommentar:

Durchaus interessant sind diese Aussagen, zumal man im gesamten Artikel keinen Hinweis auf die NAK findet. Im Gegenteil sprechen die Formulierungen sogar gegen die gepredigte Lehre der NAK. Es bleibt aber die Frage, wer das liest und praktisch in die Gestaltung der Predigt einfließen lässt. Leber predigte 2011 im völligen Widerspruch zu diesen Formulierungen noch so:

UF Februar 2011 Stap. Leber:

"Ich kann mir vorstellen,dass der eine oder andere sich nicht sicher ist,ob die Neuapostolische Kirche Gottes Werk ist. Sind solche Zweifel nicht wie eine Krankheit ? Wenn ihr unsicher seid,ob es wirklich Gottes Wort ist, das hier verkündigt wird,ob der Herr in seinen Aposteln gegenwärtig ist,wenn ihr solche Zweifel, solchen Unglauben in euch wahrnehmt, dann ist die erste Frage:Wollt ihr davon befreit werden? Ich kenne Menschen,die auf ihre kritische Haltung stolz sind und sich auf Zweifel etwas einbilden.Sie rühmen sich ihres Unglaubens und halten ihre Meinung für die einzig richtige. Aber das ist töricht.Wir sollten uns von allen Zweifeln, von allem Unglauben befreien lassen."

Ebenfalls deutlich widersprüchlich sind diese Aussagen Lebers beim Entschlafenendienst 2012 in Dorhan:

Dies ist nun die erste Gnadenmitteilung Gottes, die an euch vollzogen wird. Damit ist der Weg zum Heil in Christus eröffnet. Die Erbsünde wird nun abgewaschen. Ihr habt Anteil am Verdienst Jesu Christi und gelangt in ein erstes Näheverhältnis mit dem Herrn. …

Nun wenden wir uns denen zu, die erkannt haben, dass es noch etwas Weiteres gibt, nämlich die Versiegelung mit dem Heiligen Geist, dass daraus noch eine höhere Qualität der Nähe Gottes resultiert. ... Ihr seid nun Gotteskinder und dürft nun gleich uns warten auf den Tag des Herrn..

Weiterhin werden hier mindestens zwei Klassen von Christen behauptet (erstes Näheverhältnis und eine höhere Qualität, aus der sich die Gotteskindschaft ableitet!). Zudem wird dem "Weg zum Heil" eine Bedingung vorgesetzt, von der oben nichts zu lesen ist!

 

Weitere Artikel sind beim Verlag FB downzuloaden:

http://www.bischoff-verlag.de/public_vfb/pages/de/family/lehre_und_erkenntnis/

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Theologisch fragwürdige Entwicklungsstufen der NAK in den vergangenen Jahren ( umfangreicher Artikel DS)

Auch wenn sich die NAK in den letzten Jahren in einigen Punkten, Verboten und sogar in der Lehre selbst verändert hat und ein in seinen Resultaten aber noch abzuwartender Prozess in Amerika sich anbahnt, ändert dies nichts an den zum Teil verheerenden psychischen Schädigungen, die sie auch laut eines offenen Briefes des  ausgetretenen Apostel Sepers vom Dez. 2007 mit ihrem "exklusivistischen Opium" als "geistiges Konzentrationslager" und mit "eiserner Faust als sektaristische Sondergruppe"  bisher hervorgebracht hat und durch weiteren geistlichen Missbrauch gerade durch die vorgenommenen Verschärfungen immer noch hervorbringen wird.                                    weiterlesen

 

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  • Wie in alten Zeiten? Juni 2012

Zitate von Olaf Wieland aus dem Quo vadis Forum:
"Mein Mitbruder wurde während unserer Gespräche mit den Geschwistern von unserem Bischof Dr. P. S. in aggressiv kämpferischer Art und Weise verbal bedrängt und körperlich verfolgt, weil er in ihm anscheinend einen Widersacher oder Gegner unserer Kirche sah. … Als Augenzeuge aus nächster Nähe stehend sah ich, wie plötzlich ein äußerlich sehr seriös wirkender älterer Herr seine Fassung verlor und vorsätzlich und blindwütig meinen Mitbruder hinterrücks angriff und in den Rücken schlug. Beherzte Geschwister konnten den rasenden Wüterich und Raufbold fassen und zurückziehen und haben damit weitere Gewalt verhindert. Es handelte sich um den Vater von Bischof Dr. P. S."  weiterlesen

 

  • Sehr lesenswerter Artikel bei Canities vom 21.07.2012 – bt "Zweifelhafter Zweifel" mit bemerkenswerten, aktuellen Zitaten  von Ap. Wosnitzka, die aber bereits 2007 in Bautzen ähnlich geäußert wurden:
     „ Für mich ist logisch: Wer rite getauft ist, der ist Gottes Kind.“ „Wir haben die Definition nicht glücklich hingekriegt.“ „Ich kann es nicht ändern.“ „Wir können nicht jemandem gegenübertreten und behaupten, die Sündenvergebung habe nur durch Apostel der NAK Gültigkeit. Wir tun damit anderen Gläubigen weh und auch Unrecht an.“ „Wir können auch nicht Andersgläubigen gegenübertreten und behaupten, Heiliger Geist könne nur durch das Apostelamt gespendet werden. Auch damit tun wir anderen Menschen weh und Unrecht.
  • Buchauszug aus „Was sagen die Anderen“ von Bezirksapostel Gottfried Rockenfelder von 1953 zur Sektenfrage

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