NAK- Predigten
Die blinden Schüler
Der Schüler und Apostel, welcher für die Schwäche der Lehre, der Religion und so weiter, kein Auge hat, geblendet durch das Ansehen des Meisters und durch seine Pietät gegen ihn, hat gewöhnlich mehr Macht, als der Meister. Ohne die blinden Schüler ist noch nie der Einfluss eines Mannes und seines Werkes groß geworden. Einer Erkenntnis zum Siege verhelfen heißt oft nur: sie so mit der Dummheit verschwistern, dass das Schwergewicht der letzteren auch den Sieg für die erstere erzwingt.
(Friedrich Nietzsche Menschliches, Allzumenschliches I III. Das religiöse Leben )
Inhalte dieser Unterseite:
- Analyse einer Predigt von Stap. Leber in Herne (DS)
- Typische Predigtfloskeln in der NAK
- Wolkenpredigt (DS)
- Kommentar zum "Finger Gottes" von Stap Leber Mai 2010
- "Sieben Gänge" Starz 1955
- !! Rundschreiben vom 22.3.1989 "from District Apostle Kraus"
- Buchauszug: Helmut Winner: Im Namen Gottes
Linkliste zu unbearbeiteten NAK-Predigten und Texten im Netz:
- Stammapostel Fehr Leipzig 2001 Keine Halbheiten
- Stammapostel Fehr am 26. September 1999 in Hof; 23. Januar 2000 in Dornhan und 14.1.2001 in Tilburg, Co-Predigten der Apostel Pfingsten 2000 (Jeweils als direkter Vergleich mit dem redigierten Abdruck in UF)
- "Köstliche Perlen" aus den Co-Predigten der Apostel
- Bez.Ap Schröder 1994 zur Diffamierung der NAK in den Medien
- Sammlung von Publikationen von NAK-Funktionären
- Offizielle NAKI-Publikatinen bis 2001
- Schriften zur NAK im 3. Reich und zur "Botschaft"
- Stammapostel J.G. Bischoff in München und Augsburg, Dezember 1951
- Stammapostel J.G.Bischoff in Siegen, Juni 1959
- Ämterdienst Stammapostel Bischoff für die Amtsträger des Apostelbezirks Düsseldorf vom 27. Februar 1955 sowie ergänzende und zum Teil neue Materialien rund um die Botschaft (Einstellung und Formatierung: Detlef Streich Januar 2012)
Vorbemerkung: Auf einen begleitenden Kommentar zu den eingestellten Quellentexten verzichte ich an dieser Stelle ganz bewusst: Die Originaltexte sollen und können für sich selbst sprechen! Dem Leser sei dazu geraten, die umfangreichen Ausführungen aus NAK-Quellen (Amtsblatt Jg. 1955) in Hinsicht auf Stil, Sprache, Inhalt und Darstellung selbst zu vergleichen mit der am Schluss angefügten „Denkschrift“ von P. Kuhlen. Die hier zu findende unbeschreiblich arrogante Gehässigkeit von Stap. Bischoff und Apostel Fritz Bischoff in den (!) Predigten setzt sich fort bis zu den „Innerdienstlichen Mitteilungen“ nach dem Tod von J.G. Bischoff. Dem gegenüber steht der bemühte Versuch Kuhlens (die eingestellte Denkschrift ist nur ein Beispiel aus vielen weiteren Texten), argumentativ begründend und vermittelnd zu kommunizieren. Aber lesen Sie selbst …
Inhalt der Zusammenstellung:
S. 1 Ämterdienst Stammapostel Bischoff für die Amtsträger
des Apostelbezirks Düsseldorf vom 27, Februar 1955
S. 5 Predigtbeitrag Apostel Fritz Bischoff
S. 8 Artikel: Gehorsam und Nachfolge 1. Samuel 15, 23.
S. 9 Predigtbeitrag Apostel W. Schmidt
S. 10 Artikel: Aus den Erfahrungen des Stammapostels
S. 11 Rundschreiben J. G. Bischoff vom 24. 1. 1955 und
Weinmann vom 15. 2. 1955 in Sachen Kuhlen
S. 13 Aus dem Brief des Apostels Weinmann im Dezember
1960 an alle Amtsträger im Apostelbezirk Hamburg zum Tod von J.G. Bischoff
S. 13 Neuapostolische Kirche 14 / 1960 2.11.60 Innerdienstliche Mitteilung
S. 21 Peter Kuhlen: Denkschrift
für die Mitglieder der ,Apostolischen Gemeinde"
und für deren Freunde vom 29. Januar 1955
Zu dem Adler sprach die Taube:
Wo das Denken aufhört, da beginnt der Glaube;
Recht, sprach jener, mit dem Unterschied jedoch,
Wo du glaubst, da denk ich noch.
Robert Ludwig (1778 – 1832)
1.1 Inhaltliche Zusammenfassung der Predigt von Stammapostel Leber 2008 in Herne (hier nicht zitiert)
1.2 Kritische Anmerkungen zu den inhaltlichen Ausführungen (DS)
Folgt man diesen Ausführungen, so stellt sich zunächst einmal die offensichtliche Frage nach deren Aussagegehalt, oder konkreter, da es sich dem eigenen Anspruch nach um eine „christliche“ Predigt handelt, nach den christlich spezifischen Inhalten. Zwar werden schlagwortartig neben den zentralen Begriffen „Glaube und Liebe“ auch christliche Tugenden genannt, eine exegetische und hilfreich oder tröstlich in das Leben der einzelnen Zuhörer gerichtete Auslegung bleibt jedoch aus. Auffällig hingegen ist, dass viele erläuternde Ausführungen sich sehr deutlich auf den Zusammenhalt der eigenen Gruppe beziehen und auf deren Ausweitung und Erhalt. Der Einzelne soll „nicht viel von sich selbst zu halten, nicht sich selbst in den Mittepunkt rücken, auch einmal den unteren Weg gehen, auch einmal zurückstecken“ usw. Als Institution „Kirche“ wird zwar für die Vergangenheit darauf abgehoben, auf dem „in Christus gelegten Grund“ zu fußen, in der Gegenwart aber sogleich verwiesen auf „Jesus Christus heute, wie er sich gegenwärtig offenbart in der Gemeinde“ mit der Zusicherung, dass „niemand die Befürchtung haben (muss), wir verlassen den Boden unserer „neuapostolischen Identität“. Wir bleiben schön neuapostolisch!“
Hier scheint sich ein Widerspruch anzudeuten zwischen einem allgemeinen christlichen Verständnis und dem, was es heißt, „neuapostolisch“ zu sein! In diese Richtung weist auch der angebrachte Seitenhieb, dass „manche Christen sich mit dem Grund begnügen und sagen: Na ja, Hauptsache wir haben Jesus Christus, das ist eigentlich alles. Nein, so ist es nicht!“ Die NAK hat also mehr als Christus?
Vorbemerkungen zur Wolkenpredigt
Als Einführung zur Wolkenpredigt eine kurze Kostprobe einer Leberschen Predigtsequenz, die durchaus auch in die Unterseite Satire passen würde. Oder hat schon einmal jemand von Ihnen "Schnecken herumtoben" sehen"?
Europäischer Jugendtag der NAK
Datum Donnerstag, 21. Mai 2009
Ort/Land Düsseldorf Deutschland
Bezirksapostelbereich A. Brinkmann
(Wörtliche Predigtmitschrift von NAK-NRW)
Stap. Leber (Zwischenbemerkung): „Lasst mich noch ein Wort sagen zu diesem Gedanken, dass wir manches Mal fragen: „Warum?“ und eigentlich diese Frage töricht ist, weil wir nicht den Überblick haben, wie ihn natürlich Gott hat. Da gibt es eine kleine Geschichte. Es sind Schnecken irgendwo auf dem Weg. Dann kommt ein Wanderer vorbei und sieht die Schnecken, die mitten auf dem Fahrweg sind. Er sagt sich: Die sind in großer Gefahr. Wenn ein Auto kommt, können sie schnell überrollt werden und müssen mit ihrem Leben büßen. Er nimmt die Schnecken und setzt sie irgendwo an den Rand auf die Blätter. Die beiden Schnecken toben und sagen: Was fällt dem ein, uns von unserer Bahn wegzunehmen und irgendwo abzusetzen?
Das ist eine ganz simple Geschichte, die aber zeigt: Wenn man nicht den Überblick hat, dann beurteilt man die Dinge falsch. Darum ist es manchmal so töricht, immer zu fragen: „Warum?“ Wir haben nicht diesen Überblick, und stattdessen wollen wir Vertrauen haben und nicht herumtoben wie diese Schnecken.“
Neben einigen typischen neuapostolischen Predigtfloskeln ist der folgende Predigtentwurf von mir vor allem eine NAK-Musterpredigt zur Verdeutlichung tranceinduzierender Stilmittel. Eine grobe Analyse dazu finden Sie hier , Ausführliches dann in der Ausarbeitung zu den " Rhetorischen Stilmitteln zur Zwangsüberzeugung . Manches NAK-Mitglied wäre wohl heute noch hochzufrieden, wenn es eine Predigt in diesem Stil ( z.B.Bezirksapostel Steinweg) mal wieder hören "dürfte"! Siehe dazu auch den Folgeartikel zum "Finger Gottes"!
Bei den jetzt folgenden Predigtsätzen handelt es sich eigentlich um keinerlei Glaubensinhalte, sondern nur um einleitende, inhaltslose Formulierungen, die zur unbemerkt bleibenden Mind Control führen. Für Die Mitglieder der NAK sind dies aber deutlich "Glaubenssätze". Die Überschriften entsprechen den 8 Kriterien, die Robert J. Lifton in seiner Ausarbeitung „Thougt Reform and the Psychology of Totalism - A Study of Brainwashing in China; New York, 1961“ entwickelt hat und die bis heute für eine Untersuchung zur Anwendung von ausgeübter Mind Control herangezogen werden!
Gruppensätze zur Milieukontrolle
Wir haben ein so schönes Miteinander, das kann man nicht erklären – komm einfach mal
Die anderen können das nicht verstehen, erzähle ihnen lieber nichts
Bei uns ist vieles ganz anders als ...
Noch wird dir manches ein wenig fremd sein, aber nach einer Weile wirst du erleben, dass ...
Gruppensätze zur Mystischen Manipulation
Wir haben uns das nicht selbst ausgedacht, es ist „Sein“ Wille
Wir sind Werkzeuge einer höheren Macht
Wir können „Seinen“ Willen nicht immer verstehen, aber wenn wir „Seinem“ Wort folgen, werden wir erleben, wie sich alles zum Guten entwickelt
Gruppensätze zur Forderung nach Reinheit
Wir müssen unseren eigenen Willen überwinden und unter Seinen Willen stellen
ER sieht und bemerkt alles
ER kennt jeden unserer Gedanken und weiß, was gut für dich ist
Draußen ist nur das Böse, dass uns vom Weg/Ziel abbringen möchte
Gruppensätze zum Bekenntniskult
Wir müssen lernen, uns stets mit Seinen Augen zu sehen, wenn wir ...
Wir müssen unsere Gedanken und Gefühle kontrollieren, sonst ...
Nimm dich selbst nicht so wichtig, denn was sind wir ohne ...
Diese Gedanken führen uns ins Verderben, weil ...
Gruppensätze für die "Heilige Wissenschaft"
Wir glauben das, weil .... und können es belegen, denn ... . Also ...
Der Plan ist von Ihm schon lange festgelegt, nichts hält den vorgegebenen Lauf auf
Der Stap. und die Apostel sind zwar auch nur Menschen, aber ihre Worte sind Eingebungen sind von ...
Wir haben das höchste Ziel, was ein Mensch erreichen kann. Das wollen wir nicht aufs Spiel setzen
Gruppensätze zur Sprachlichen Beeinflussung
Alles Denken der anderen ist Torheit und zeigt ihr Unvermögen, unsere gute Sache zu begreifen
Die anderen sehen nur sich selbst, wir aber folgen ...
Mag es denen da draußen auch scheinbar gut gehen, letztlich wird sich doch zeigen, dass ...
Manches können wir jetzt mit unserem begrenzten/natürlichen Verstand noch nicht verstehen, aber wenn ...
Gruppensätze zur personenbeherrschenden Doktrin
Nur wer sein eigenes Wollen der Sache unterordnet, wird am Ende das wundervolle Ziel erreichen
Der Einzelne mit seinem Wissen kann den ganzen Plan nicht verstehen, aber ...
Wir wollen doch den anderen und dem Ziel nicht im Weg stehen
Wir müssen innerlich völlig neu werden, der alte "Adam" kann es nicht erreichen
Gruppensätze zur Dispensierung der Existenz
Wenn auch die Anderen die Wahrheit/unsere Apostel/das Ziel/die Botschaft/Seinen Willen/ das Gute/unseren Weg nicht verstehen und annehmen können, wir wissen doch aber, worum es in der Zukunft wirklich geht
Die Anderen werden einmal bereuen, wir aber werden erleben, dass ...
Die Anderen haben/wissen/verstehen/sind nichts, ihr Leben und Streben ist vergeblich. Was nützt es ihnen, dass sie ...
Nur wir ...
Wer nun den Test auf die tranceerzeugende Wirkung durch direkte und indirekte Suggestionen machen will: Die Predigt einem Partner langsam vorlesen, gut und abwechslungsreich betonen und die Wirkung als Lesender selbst erspüren. Nicht unterbrechen bis zum AMEN! Und dann hinterher Reaktionsmuster erfragen oder: Was weißt du noch von dem, was du gerade gehört hast. Wie nach einer NAK-Predigt üblich, wird man fast nichts von der Vielzahl des Gehörten noch wissen ...
Wolkenpredigt von Detlef Streich
Als "Schale zum Wort" dient uns Markus 13, Vers 26
„Und dann werden sie sehen des Menschen Sohn kommen in den Wolken mit großer Kraft und Herrlichkeit.“
Chor: Auf Adlers Flügeln getragen (siehe dazu auch den Beitrag von Hermann Ober)
Liebe Geschwister!
Wer in den letzten Tagen und Wochen das Geschehen um uns herum mit verfolgt hat und gesehen hat, wie es in der Welt so auf und ab geht, dem könnte manchmal Angst und Bange werden vor all den Dingen, die da wohl noch kommen. Und gerade auch dann, wenn man manchmal meint und denkt, jetzt wird es besser, es wird etwas heller am Horizont, und man freut sich, dann bricht plötzlich das nächste Unwetter herein und alles ist danach noch schlimmer als zuvor. Das gehört aber alles zu den Zeichen der Zeitverhältnisse, die uns umgeben, und die der Herr so zugelassen hat und die seiner Wiederkunft vorausgehen müssen. Auch viele Mitmenschen sehen diese Verhältnisse, liebe Geschwister, und auch die sind oft entsetzt über die Dinge, die da geschehen. Eben denkt man noch, es ist alles in Ordnung, es geht mir doch ganz gut, auch in meiner Familie, mit den Kindern, oder im Beruf. Und plötzlich treten dann Dinge und Umstände ein, und alles ist von einem Moment auf den andern ganz anders. Das passiert, das kennen wir alle auch aus dem eigenen Erfahren und Erleben.
Aber was macht man dann in der Not? Schreit und tobt man herum und beklagt man sich über die Ungerechtigkeit in der Welt? Sicher, viele Mitmenschen machen das so, aber hilft ihnen das weiter? Manche schrecken dann nicht einmal davor zurück und klagen sogar den lieben Gott an. Wir wollen darüber nicht urteilen, liebe Brüder und Schwestern, aber gilt solchen nicht auch das Wort, was der Herr einst zu Hiob sprechen musste, als er sagte: „Und der HERR antwortete Hiob aus dem Wetter und sprach: Wer ist der, der den Ratschluss verdunkelt mit Worten ohne Verstand?“ {Hiob.38,1} Und auch zu Hiob direkt sprach der Herr dann noch: "Hiob redet mit Unverstand, und seine Worte sind nicht klug." {Hiob.34,35} Liebe Geschwister, wir wollen doch nicht unklug sein!
weiterlesen
Was ebenfalls "unklug", ja eine "Tragödie" ist, drückte Stap. Fehr so aus:
02/2005 | Heilig im Wandel
„Wir wollen warm sein für den Herrn und kalt für die Welt, damit Gott uns nicht ausspeien muss aus seinem Munde. Das würde bedeuten, dass unser Name von Gott nicht mehr genannt würde.“
Mai 2010: Gottes Finger / Oder: Wie die ägyptischen (!) Zauberer mit ihrem Latein (!) am Ende sind
Wem die "Wolkenpredigt" übertrieben erscheint, der lese von Stap- Leber das Wort zum Mai 2010 über den "Finger Gottes", das, obwohl gekürzt und bereinigt, genau denselben Prinzipien folgt wie die Musterpredigt:
Zuerst werden wörtlich genommene Bibelgeschichten sehr umgangssprachlich (Auszug Isael "Eines Tages waren die Zauberer mit ihrem Latein am Ende und sagten dem Pharao, dass sie nichts mehr ausrichten könnten, denn sie erkannten in dem Geschehen den Finger Gottes.") und mit oft falschen Behauptungen erzählt ("Trotz harter Arbeit hatten die Israeliten nicht einmal das Nötigste zum Leben.") Richtig wäre laut 2. Buch Mose, dass die Israeliten aus einer Hungernot heraus nach Ägypten flohen und dort zu Zeiten Moses dann mit harter Arbeit geknechtet und misshandelt wurden (Kap. 2, 23: Und die Kinder Israel seufzten über ihre Arbeit und schrieen, und ihr Schreien über ihre Arbeit kam vor Gott.) . Die Misshandelung brachte Moses dann zu einem gesetzeswidrigem Handeln: Er ermordete einen Ägypter.
Nach der blumig ausgeschmückten Nacherzählung mit noch mehr Auslassungen folgt dann die übliche Überleitung, was "Uns" das zu sagen hat ("Jetzt wollen wir uns einmal ansehen, was das für unsere Zeit bedeuten kann. Gibt es den Finger Gottes auch heute? Ich sage: Ja, auch heute greift der Herr ein.").
In der Folge wird die NAK als Werk Gottes herausgestellt ("Manch einer ist einmal eingeladen worden, einen Gottesdienst in der Neuapostolischen Kirche zu besuchen und ist so mit dem Werk Gottes in Berührung gekommen.") und die NAK-Predigt als aktuelles, göttliches Wortwirken dargestellt ("Heute erkennen wir den Finger Gottes, wenn wir im Gottesdienst zusammen sind.").
Wer dabei oder im Gebet den "Finger Gottes" nicht erlebt, macht selber etwas falsch ("Den Finger Gottes erlebt man auch im Alltag in vielfältiger Weise; aber man muss das Herz offen dafür haben. ... Bei einem oberflächlichen Gebet spürt man nicht den Finger Gottes; aber wenn ... Dann hat man auch ... ). Die üblichen "wenn-dann - Konstruktionen".
Es folgt mit Einschwörung auf die NAK (= sein Werk) der abschließende und vertröstende Blick auf die wunderbare Verheißung ("Stellen wir uns den Augenblick vor, in dem der Herr sein Werk vollendet. Da wird der Finger Gottes erneut offenbar und eine Stimme hörbar werden: Nun kommt, ihr Gesegneten des Herrn, ererbt das Reich, das euch bereitet ist."), die ja ausschließlich und exklusiv den aktiven Mitgliedern dieser Gruppe vorbehalten ist.
Amüsant und dennoch interessant ist auch ein bewegendes Beispiel neuapostolischen Geisteswirkens aus einem Gottesdienst von Apostel Startz aus dem Jahr 1955:
"Ich bin manchmal schon gefragt worden: Was werden wir nach der Hochzeit im Himmel tun? - Geschwister, da habe ich nur eine Antwort: Genießen, immer wieder genießen! Da gibt es nicht nur Eintopf, sondern ich glaube, mindestens sieben Gänge. Darf ich euch das mal etwa so schildern:
Der erste Gang: Der erste Genuss, die erste Freude, das erste Glück wird sein: Wenn Jesus seinem Vater die Braut vorstellt, und dann wird er sagen: Vater, das sind die, die du mir gegeben hast. Die Gesinnung, den Reichtum, den Schmuck, die himmlischen Kleinodien, alles haben sie von mir. Sie haben meine Boten aufgenommen, sie sind mir, dem Lamme, nachgefolgt im Stammapostel und in den treuen Aposteln. Dann wird Gott, der Vater, mit jeder einzelnen Seele sprechen. ....
Der siebte Gang wird sein: Wenn Jesus, der König aller Könige, sein Königreich organisiert und die Könige einsetzt: Den einen über zwei, den andern über fünf oder zehn Städte.
Ich habe ,das Gefühl, dass der Herr Jesus dann zu mir sagt: Startz, du gehst wieder nach Bayern, die kennst du am besten – und nach dort gehe ich auch am liebsten.
Wir sehnen uns, mit dir zu sein, bei deiner Hochzeitsfreude,
O Jesus, sieh, wir harren dein, geschmückt im Lichteskleide.
Wir schauen freudig himmelwärts und immer lauter ruft das Herz:
O komme bald, Herr Jesus, o komme bald, Herr Jesus!
(Da fällt einem doch glatt als achter Gang nur noch und schnellstens der RÜCKWÄRTSGANG ein!) trotzdem weiterlesen
Das folgende, ganz furchtbare Beispiel neuapostolischer Indoktrination ist keine Predigt, sondern ein
Originale Scanversion in englisch- etwas runterscrollen)
Meine lieben …
...
Ein Neuapostolisches Mitglied, ein so genannter Anwärter auf die Königswürde, die ihn erwartet, hat nur eine Sache zu erfüllen und das ist: Das zu tun, was ihm befohlen ist. Ansonsten hat er absolut nichts zu vermelden.
Hätte Gott es seinen Kindern, für die er den höchsten Preis bezahlte, genehmigt, ihre eigenen Ideen mit einzubringen, hätte dies den ersten Schritt in Richtung Massenverwirrung, wie wir sie heute in dieser Welt haben, bedeutet. ...
Das Gegenteil von Demokratie, welche die Massenverwirrung in unsere Zeit brachte, ist Autokratie. Wir haben dieses Wort im Wörterbuch nachgesehen und es steht dort umschrieben mit "der göttliche Wille". Dieser göttliche Wille regiert im Werk unseres Gottes und wird von unserem Stammapostel im höchstmöglichen Maße geschützt. Dies unterstützen wir mit all unserem Leben. Des Menschen Wille ist Gift im Bezug auf den göttlichen Willen und wir haben keinen Platz für Gift in unserer Kirche.
All jenen, die mit obigen Gedanken nicht übereinstimmen, kann ich nur sagen, dass der Herr Jesus sie in einer ganz bestimmten Gruppe zusammengefasst hat und ihnen einen ganz besonderen Namen verpasst hat; er nannte sie Törichte.
.... Wir werden uns um niemanden kümmern, der sich nicht in bedingungslosem Gehorsam unterwirft. Warum sollten wir uns auch um diese Törichten kümmern? ...
Vergesst also nicht: Die zukünftigen Könige und Priester kennen während ihrer Lehrzeit hier auf Erden nur ein Gesetz: Zu gehorchen und das zu tun, was ihnen aufgetragen ist. Sie haben nichts das Geringste zu vermelden in diesem göttlichen Werk. Ihre Aufgabe besteht einzig und allein darin, in bedingungslosem Glaubensgehorsam nachzufolgen.
vollständig lesen
Wer meint, dass sei nun eine Geschichte aus alten Tagen, hat zwar Recht, leider aber gibt es diese ewig gestrigen Amtsträger auch heute noch. Hier ein Beispiel:
„Der Gottesdienst fand in einem barackenähnlichen Holzhaus statt. Einige der Besucher waren dem Apostel wohl schon von früheren Besuchen bekannt. Eine ältere Frau von ungefähr 75 Jahren begrüßte ihn und er sagte zu ihr: „Heute können Sie versiegelt werden. Sie kommen nun schon so lange in die Gottesdienste. Es wird langsam Zeit.“ Sie erwiderte: „Nein, ich bin protestantisch und das bleibe ich auch!“ Darauf fuhr er sie an mit den Worten: „Dann brauchen sie auch nicht hier zu bleiben, gehen sie wieder nach Hause.“ Sie ließ sich aber nicht einschüchtern und sagte nur: „Ich bleibe hier!“
Ich stand unmittelbar neben dem Apostel und hatte alles mit angehört. Ich konnte überhaupt nicht verstehen, dass ein Apostel so herzlos handeln konnte. Als wir am Abend wieder im Hotel waren, habe ich den Apostel auf diese Situation angesprochen und ihm mein Unverständnis für sein Handeln deutlich gezeigt. Er gab mir zu verstehen, dass jemand, der sich nicht in die Gemeinde aufnehmen lassen wolle, bei uns nichts zu suchen habe. Das gab mir dauerhaft Grund, die Äußerungen der Kirchenleitung nicht mehr unkritisch zu übernehmen. Hier war mir zum ersten Mal klar geworden, dass es in der Missionsarbeit nicht nur um Seelsorge, sondern ganz wesentlich um Macht ging.“
Aus:
Helmut Winner: Im Namen Gottes - Mission für die Neuapostolische Kirche in Sibirien Nov. 2011
Daraus: Erfahrungen mit dem Apostel Seite 134
Winner Verlag, Rezension und Leseprobe