Texte zur Geschichte der Neuapostolischen Kirche

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"Die kircheninterne Arbeitsgruppe „Geschichte“ der Neuapostolischen Kirche hat Ergebnisse zum Themenbereich „Abspaltungen“ in den 50er Jahren des letzten Jahrhunderts zusammen getragen. Unter dem Titel "Die NAK in der Zeit von 1938 -1955. Entwicklungen und Probleme" trug Apostel Walter Drave, Leiter der Arbeitsgruppe, eine Zusammenschau vor. Rund 3.000 ausschließlich schriftliche historische Dokumente wurden ausgewertet; auf die Befragung von Zeitzeugen hat die Arbeitsgruppe vorerst verzichtet."

Als ein  „
weiteres Zeichen der Versöhnung“ wurde allerdings mittlerweile das Geschichtspapier laut Leber am 14.06.2010 als „Zankapfel“ zwischen NAK und VAG  von der NAK selbst vollständig  aus dem Internet entfernt. Dennoch bleibt die „von der AG Geschichte ausgearbeitete Gesamtschau über die Jahre 1938-1955 nach wie vor ein wichtiger Bestandteil unserer eigenen Geschichtsaufarbeitung.“ Hier gibt es auf die Ausarbeitung noch einen funktionierenden Link.

Lesen Sie als kritischen Kommentar zum Geschichtspapier die zwar umfangreiche, aber erhellende Drave-Untersuchung! Sie ist in Form einer Gerichtsszene gestaltet, in der ein Staatsanwalt Drave verhört, kommentiert und hinterfragt. Die Antworten Draves sind originale Zitate aus dem offiziellen Papier.


Einführung:
Walter Drave, Apostel und studierter Historiker, hat in seinem Vortrag am 4. Dez. 07 zur Geschichte der NAK durch eine geschickte Konstruktion und Verbindung von Halbwahrheiten, Unterstellungen und scheinargumentativen Quellentexten, die sämtlich aber auf den nur subjektiven Wahrnehmungen ihrer Urheber beruhen, ein geschichtsfälschendes Bild der NAK entwickelt, dass unredlich ist und im Sinne der lebenden Zeitzeugen und Betroffenen sowie einiger Hinterbliebener der dabei verunglimpften Personen gegen die Menschlichkeit verstößt.

Als Historiker verstößt er damit gleichzeitig auch gegen seine Berufsethik und bedient sich Mittel, die nicht den Anforderungen wissenschaftlichen Arbeitens entsprechen, obgleich er genau dies in seinen einführenden Worten explizit beteuert:

Die abgelieferten Untersuchungen basieren unter Beachtung und Anwendung geschichtswissenschaftlicher Verfahrensweisen auf Quellenbefunden; die vorgestellten Ergebnisse und Thesen sind somit sorgfältig und quellenkritisch belegt und resultieren nicht aus „Geschichte vom Hörensagen“ oder vorgefassten Urteilen.

Entgegen seines beteuerten Vorgehens vermengt Drave in seinen Ausführung jedoch permanent historische Fakten mit subjektiven Meinungszitaten, Unterstellungen, Interpretationen, ohne dies deutlich voneinander abzugrenzen - mit dem Ergebnis, dass Stammapostel Bischoffs Unantastbarkeit bestätigt und seine damaligen Kritiker verleumderisch verteufelt und menschlich in den Schmutz getreten werden. Ein Verfahren, dass in der NAK eine lange Tradition hat und für diese Kirche durchaus symptomatisch ist.

Dennoch tauchen in seinen Ausführungen Zugeständnisse und Informationen auf, die , wenn man sie faktisch isoliert, ein zwar unfreiwillig erzeugtes, aber dennoch bezeichnendes Bild dieser Kirche zeichnen. Diese Fakten deutlich herauszuarbeiten ist die Absicht dieser als Dialog gestalteten Arbeit in Form einer fiktiven Gerichtsszene, in der Drave als Angeklagter von einem Staatsanwalt im Zeugenstand befragt wird.

Alle Antworten von Drave sind direkte Zitate aus dem offiziellen Papier der NAK, lediglich geringfügige grammatisch bedingte Umstellungen wurden zum Teil vorgenommen. Die Fragen des Staatsanwaltes hingegen kommentieren und beleuchten die schriftlichen Aussagen gerade dadurch, dass sie den ursprünglich rhetorisch beabsichtigten Sinnzusammenhang durchbrechen um zu verdeutlichen, was in und hinter den Ausführungen Draves eigentlich steht und durchaus als tatsächlich historischer Fakt in Hinsicht auf die NAK anzusehen ist.

In den Zitaten aus dem Grundlagenpapier von Drave wird hier der besseren Lesbarkeit darauf verzichtet, die Seitenangabe der zitierten Passsagen anzugeben. Die Reihenfolge der Zitate entspricht aber weitestgehend der Chronologie des im Netz offiziell nicht mehr verfügbaren
Originals . Hier ein kurzer Auszug aus der Draveuntersuchung:

Staatsanwalt:  Worauf stützen sie ihre Behauptung, Stap. Bischof sei theologisch-christologisch grundiert in seiner Amtsauffassung?  

Drave: Die Quellenauswertung ergab, dass die Ereignisse Ende der 1940er/Anfang der 1950er Jahre nicht als Glaubenskonflikte zu betrachten sind, sondern Ausdruck eines Strukturproblems waren, das das kirchenleitende Amt betraf. Resümierend über die zurückliegende Zeit schreibt der Stammapostel den Aposteln am 14. Juli 1951:

 Die in den letzten Jahren durchlebten unguten Verhältnisse im Werke Gottes haben mich anhand vielseitiger Erfahrungen erkennen lassen, dass die Ursache zu all dem vielen Leid darin liegt, dass man im Kreis der Apostel die Grundsätze der Theokratie (Gottesherrschaft) verlassen hat und die kirchliche Führung nach demokratischen Grundsätzen ausgeübt wissen wollte.“

Staatsanwalt: Aber das ist doch eine völlig subjektive Sicht des Kirchenleiters ohne Beweiskraft! Gab es so etwas schon früher?

Drave: Zu einer solchen inhaltlichen Feststellung über das Apostelkollegium sah sich der Stammapostel in dem in dieser Arbeit vorgestellten Zeitraum nicht nur einmal veranlasst. Knapp zwei Jahre zuvor (21. November 1950) z.B. schrieb er den Aposteln:

 „(...) dass der derzeitige Zustand innerhalb des Apostelkollegiums nicht der Lehre Christi und seinem heiligen Willen entspricht. Euch, meine lieben Mitapostel, auf diese Tatsache hinzuweisen, halte ich für das Gebot der Stunde.“

Staatsanwalt: Auch das ist eine bloße Behauptung und diskreditiert einen großen Teil der Kirchenführer, von denen doch ihrer Auffassung nach jeder einzelne ein Botschafter Jesu war. Wie konnten sie da die „Lehre“ verlassen? Oder waren es etwa gar keine theologischen Gründe, die den Zwist hervorriefen?

Drave: Der Versuch einiger Männer aus dem Apostelkreis, das Stammapostelamt zu relativieren, ist bereits für die Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg anhand einiger Aktionen nachweisbar. Grundsätzlich gab es gemäß Satzung des Apostelkollegiums von 1922 keine Dienstaltersbegrenzung für Apostel (und andere Amtsträger), wobei in der Satzung ausdrücklich nur für den Inhaber des Stammapostelamtes die Formulierung „in der Regel auf Lebenszeit“ benutzt wurde.

Staatsanwalt:  ... und?

Drave: Am 4. April 1938 beschließen Stammapostel Bischoff und die Apostel auf einer Apostelversammlung in Hamburg gemäß Punkt 4 des Protokolls: „Die Dienstaltersgrenze für sämtliche Amtsträger wird auf 65 Jahre festgesetzt. Bis 31. Dezember 1939 ist dies durchzuführen. Die Beschlussfassung erfolgte einstimmig.“ Der Stammapostel und 16 Apostel haben das Protokoll genehmigt und unterschrieben. Danach hätte Stammapostel Bischoff, der zu jener Zeit 67 Jahre alt war, gut 1½ Jahre später sein Amt niederlegen müssen.

Staatsanwalt: Was durchaus eine vernünftige, gemeinsame Lösung ist! Was ist dagegen einzuwenden?

Drave: Es ist aufgrund der für diesen Themenbereich spärlichen Quellenlage nicht eindeutig erkennbar, welche Motive und Absichten diesem Beschluss zugrunde lagen. So bleibt lediglich festzustellen, dass die Apostel (incl. dem Stammapostel) mit ihrer freiwillig verordneten Dienstaltersbegrenzung ihre persönlichen Handlungsspielräume für die Zukunft erheblich einschränkten und dass es zukünftig in viel stärkerem Maße als bisher auf die jüngeren Kräfte im Apostolat ankommen musste. Die Entscheidung begünstigte also die jüngeren Apostel, während die älteren ihrem baldigen Amtsende entgegenzusehen hatten.

Staatsanwalt: Auch das erscheint doch vernünftig, zumal es ein gemeinsam getroffener Beschluss war. Oder hatte Bischoff bei der Abstimmung noch nicht ganz klar realisiert, dass er so seine Machtposition bald verlieren würde? 

Drave: Nachdem Stammapostel Bischoff das Ausmaß dieses Beschlusses so richtig bewusst geworden war, wendet er sich schon einige Tage später an die Apostel. Ohne eine Apostelversammlung einberufen zu haben, treffen sich der Stammapostel und die Apostel am Montagvormittag, dem 25. April 1938, in Berlin, um über die Dienstaltersbegrenzungsthematik zu sprechen.  

Staatsanwalt: Ein eigentlich völlig überflüssiges Unternehmen, da eine Entscheidung definitiv getroffen war. Gab es dennoch etwas Neues?

Drave: Die Besprechung verläuft ergebnislos, es konnte „keine Einigkeit erzielt werden“, so der Stammapostel. Etliche Apostel ließen den Stammapostel bereits erleben, dass sie zu einem Sinneswandel bei dieser Thematik nicht bereit sind. Und Stap Bischoff schrieb:  „Am Montagnachmittag und auch am Dienstagvormittag habe ich aus dem Kreis der Apostel erfahren, dass der weitaus größte Teil sagt, für sie bleibe der Beschluß vom 4. April bestehen. Die Apostel haben also, ohne mein Schreiben abzuwarten, bereits ihr Urteil gefällt. Demzufolge würde sich eigentlich mein Schreiben in dieser Sache erübrigen.“

Staatsanwalt: Nun, der einzige, der wohl nicht einig war, war doch Herr Bischoff selbst. Er stellte den gemeinsam getroffen Beschluss als einziger nachträglich wieder in Frage. Was schlug er weiter vor?                                                      weiterlesen

 

Reaktion auf den Dravevortrag:  

!!! Offener Brief vom ehemaligen Apostel Sepers, direkte Antwort Stap. Leber mit vielen kritischen Kommentaren

Stap. Leber erhielt  außerdem von Matthias Knauth (VAG) am 4. Januar 2008 ein Offenes Schreiben mit deutlicher Kritik an den Ausführungen Draves, das Leber ebenfalls in einem Offenen Brief beantwortete.  Dieses Schreiben von Stap. Lebers ist sogleich ein weiteres und klares  Zeugnis pseudoargumentativer  Scheinrhetorik. Folgende Aussagen wurden von Dr. Leber in seinem Antwortschreiben gemacht:

  • Die von Apostel Drave vorgetragenen Ergebnisse sind allesamt belegbar.
  • Sie beklagen, dass die Präsentation "voll von Wertungen, Unterstellungen und Behauptungen" sei. Wie gesagt, sind die Aussagen allesamt belegbar.
  • Eine lückenlose Beweisführung im Internet würde jeden Rahmen sprengen.
  • Aber ich gebe zu, dass die Art der Darstellung als Wertung empfunden werden kann.
  • Vielleicht gibt es auch die Vorstellung, dass die Aktenlage auch andere Schlussfolgerungen ermöglicht.
  • Letztlich stellt sich die Frage, ob die Aktenlage überhaupt ein ausreichendes Bild der seinerzeitigen Vorgänge  ermöglicht.
  • Insgesamt ist festzustellen, dass die vorgestellte Präsentation nur ein erster Versuch zur Darstellung dieses Zeitabschnittes darstellt.
  • Ich versichere Ihnen, dass es uns tatsächlich darum geht, die Wahrheit, soweit überhaupt möglich, herauszufinden und uns ihr zu stellen.

Um die Unhaltbarkeit dieser Äußerungen zu beweisen muss man aber weder, wie von Leber angedeutet, zu weiteren Gesprächen zusammenkommen noch fremde Quellen zurate ziehen, weil seine eigenen Aussagen sich bereits selbst widersprechen:

Analyse (DS) der Aussagen Lebers zum Arbeitspapier:
1.
      Letztlich stellt sich die Frage, ob die Aktenlage überhaupt ein ausreichendes Bild der seinerzeitigen Vorgänge ermöglicht.

Steht im Widerspruch zur Behauptung:

      Die von Apostel Drave vorgetragenen Ergebnisse sind allesamt belegbar.
 

2.
      Eine lückenlose Beweisführung im Internet würde jeden Rahmen sprengen.


Dies impliziert nun, dass es aber jederzeit möglich wäre und widerspricht damit der obigen Aussage sowie der eingrenzenden Versicherung, dass es tatsächlich darum geht, die Wahrheit, soweit überhaupt möglich, herauszufinden und sich ihr zu stellen.
 

3.
      Sie beklagen, dass die Präsentation "voll von Wertungen, Unterstellungen und  Behauptungen" sei. Wie gesagt,  sind die Aussagen allesamt belegbar.

Widerspricht der im folgenden plötzlich eingrenzenden Sicht auf die eigene Darstellung und bestätigt eher die Richtigkeit der vorigen Klage:

      Insgesamt ist festzustellen, dass die vorgestellte Präsentation nur ein erster Versuch zur Darstellung dieses Zeitabschnittes darstellt.

4.
     Vielleicht gibt es auch die Vorstellung, dass die Aktenlage auch andere Schlussfolgerungen ermöglicht.       


Widerspricht den eigenen nun sogar selbst in Frage gestellten  Aussagen:

       Letztlich stellt sich die Frage, ob die Aktenlage überhaupt ein ausreichendes Bild der seinerzeitigen Vorgänge  ermöglicht  nur ein erster Versuch zur Darstellung
  

5.
        ... soweit überhaupt möglich, herauszufinden ...


Widerspricht der Eingangsbehauptung:

      Die von Apostel Drave vorgetragenen Ergebnisse sind allesamt belegbar.
 

6.
Die abschließende Formulierung:

       Eine Verweigerungshaltung hilft jetzt, wie ich meine, nicht weiter.

ist allein sprachlich durch die Vokabel „Verweigerungshaltung“ wie ein Vorwurf an ein trotziges Kind zu verstehen und schon deswegen und wegen der hier in Kürze dargestellten Widersprüchlichkeiten eine zweite schallende Ohrfeige an die VAG und im weiteren an alle denkenden Menschen!
 

7.

Aber mehr noch: Durch die Zugeständnisse ...

 

  •       Letztlich stellt sich die Frage, ob die Aktenlage überhaupt ein ausreichendes Bild der seinerzeitigen Vorgänge ermöglicht

  •       nur ein erster Versuch zur Darstellung

  •       ... soweit überhaupt möglich, herauszufinden ...

  •       ich gebe zu, dass die Art der Darstellung als Wertung empfunden werden kann

... erweist sich sogar durch Leber selbst die Draveschilderung letztlich als nur vorläufige, einseitige und subjektive Darstellung und widerlegt damit nochmals Lebers Behauptung:

      Die von Apostel Drave vorgetragenen Ergebnisse sind allesamt belegbar.
 

   

Mittlerweile ist Apostel Drave am 9.5.2010 von Stap Leber zur Ruhe gesetzt worden. Er habe, so Leber, "großartiges Sendungsbewußtsein" ! Hervorzuheben sei seine "einfühlsame, sensible und schöne Seelsorge". Sein Verdienst sei hoch zu würdigen, denn er habe "manches in Bewegung gebracht".  Zusammenfassend sagte Stammapostel Leber wörtlich:  "Du bist und warst der Edelste von uns". Über seinen Ruhestand hinaus behält Drave laut GK die Leitung der Projektgruppe "NAK-Geschichtsaufarbeitung"!!

Private Aufzeichnungen des Apostels Kuhlen  zeigen ein durchaus anderes Bild. Und wie stark sich die alte Problematik gerade durch die stark verfälschende Sicht unter strikter Ausklammerung der "Botschaft" von Stap. Bischoff (dass Gott seinen Sohn noch zu dessen Lebzeiten senden würde, um die würdigen NAK-Mitglieder zu sich zu holen) auf Apostel Kuhlen heute immer noch auswirkt, zeigt ein  Offener Brief an Ap. Drave und ein Interviewvom August 2007, in dem sich der Sohn Werner Kuhlen, damals 82 Jahre alt, wie folgt über seinen Vater äußert:

"Werner Kuhlen: Er kam ja aus ganz armen Verhältnissen – bitterarm.  Die Kirche war faktisch alles für ihn. Und diese Hinterhältigkeiten, die meinem Vater fremd waren, die haben ihn praktisch umgehauen. Ich kann nur eines sagen, wie ich meinen Vater erlebt habe, da war der Canossagang bestimmt nicht schlimmer als das, was er dort durchmachen musste. Das wirkte sich ja auch innerhalb der Familie aus, es war ein ständiges Thema, es gab viele Gespräche mit Brüdern die zu uns nach Hause kamen, ich kannte ja auch alle Apostel persönlich. Allerdings: Worte von Hass oder Vergeltung, das hat es bei uns zu Hause nie gegeben. Mein Vater hat niemals über die anderen Apostel hässlich gesprochen, auch über Bischoff nicht, sondern sie immer in Schutz genommen. Bis zum Schluss. Das kann ich eindeutig bezeugen. Es wurde mit viel Beten um brüderliche Verbindung gerungen. Auch das war für mich Vorbild. Und ich habe Gebete mit ihm erlebt, da sind sehr, sehr viele Tränen geflossen. Ich hatte einen todtraurigen Vater. ... Die Kirche war sein ganzes Leben. Die Exkommunikation war eigentlich, das möchte ich noch einmal betonen, nicht dergestalt allein, dass er aus dem Amt gehoben wurde, sondern soweit, dass er die Kirche nicht mehr betreten durfte. Das war finsteres Mittelalter! Damals war das unter dem Wort „Bannbulle“ üblich. Die Exkommunikation war eine totale."

 

Weiteres Material:      

In meiner Arbeit "Konstitutive Merkmale der NAK" (DS) habe ich umfangreich historisches und sehr schwer zugängliches Quellenmaterial von den Anfängen der NAK bis in die heutige Zeit zusammengestellt und in einer kritischen Analyse kommentiert.

Das Manifest "Über die Zustände und Tendenzen in der Neuapostolischen Gemeinde" von Otto Güttinger (1954)

Das tragische Erbe des J.G. Bischoff - Die Botschaft wird 60 von Rudolf Stiegelmeyr (Neuerscheinung Dez. 2011)

Erinnerungen von H.G. Ludwig an den   Fall Arie Boer

Eine kritische Schrift zur NAK eines Zeitzeugen aus dem Jahre 1931:

Seelenfänger und ihre Arbeitsweisen

 Unter Aposteln und Propheten 

 Erinnerung aus meinem Leben von Luise Kraft (1913)

Einen weiteren, ernüchternden und erschreckenden Einblick in die "gute, alte NAK-Zeit" bieten verschiedene historische Dokumente und die auch jüngere Dokumente einstellende Internetseite Wächterstimme


Etwas Kurioses am Rande:
Eine heute bereits historische Dissertation aus der damaligen DDR "
Zur Wirksamkeit religiöser Ideologien am Beispiel der NAK" von Erhard Ludwig aus dem Jahr 1969 regt zum Teil sehr zum Schmunzeln an, da hier eine Ideologie gegen die andere argumentiert, dennoch sind die sachlichen Ausführungen zur NAK in Kapitel 1 und 2 weitestgehend korrekt und in ihrer gesellschaftlichen Kritik zum Teil beachtlich und lesenswert.  Hier also einige Zitate aus der marxistisch philosophischen Sicht:  

„Die gesamte Lehre baut auf der Endzeiterwartung auf. Sie ist Ausdruck der Ausweglosigkeit ... .  Sie verdammt den Menschen zur Untertänigkeit und zur Ergebenheit in ein unabwendbares Schicksal. Besonders in der Propagierung der Endzeit in der Gegenwart kommt der finsterste Aberglaube zum Ausdruck. ... In der Praxis werden in der N(A)K unter Berufung auf Matthäus 24 Kriege, Erdbeben, das materielle Streben der Menschen, die vom Geist Gottes nichts mehr wissen wollen, als Zeichen der Endzeit gedeutet. ... (S. 16)


Die Lehre der N(A)K ist eine Theorie der Weltentfremdung. Sie bringt die allgemeine Krise und die Ausweglosigkeit der bürgerlichen Ideologie zum Ausdruck. Die N(A)K schildert die gegenwärtigen Zustände und Ereignisse in der Welt undifferenziert in den düstersten Farben. Die Welt wird allgemein als etwas Verdammungswürdiges, dem menschlichen Wesen in seinem Drang und seinem Sehnen nach einem himmlischen Glück Abträgliches deklariert. ... (S.17)

 


Der religiöse Konservatismus ist eine Existenzfrage für die N(A)K. Mit ihr steht und fällt ihr gesamtes mystisches Lehrgebäude. Jede Anpassung an die modernen Erkenntnisse der Wissenschaft würde ihre sektiererische Stellung aufheben, ihre Originalität im System der christlichen Anschauungen beseitigen, die auf bestimmte Menschen in der Gegenwart, bedingt durch ihre soziale Lage, ihren physischen Zustand (Krankheit etc,), ihre Psyche (Schicksalsschläge, Tod und dgl.) eine Anziehungskraft ausübt. (S.18)

Unter Erfüllung entsprechender Bedingungen im dieseitigen Leben wird einer ausgewählten Gruppe eine Heilsgewissheit zuteil, sie wird unsterblich. Das „Erdendasein“ wird ausschließlich auf das Jenseits orientiert und damit unwichtig und zweitrangig. Es wird zu einem „Jammertal“, das durchwandert werden muss (...) .
Der Aspekt der Auswahl stimuliert die Elitetheorie. Den Mitgliedern der N(A)K wird ständig deutlich gemacht, dass sie die Auserwählten sind, denen das Heil zuteil werden wird, das verpflichtet und erhebt sie zugleich.“
(S.19)