Stammapostel Schneiders  NAK-Parallelwelt ohne Komplexe

.Das Schneiderlexikon:  Schneiders Schöne Neue NAK-Welt- von A bis Z

Stammapostelhelfer Schneider Pfingsten 2012 (Quelle): "Ich bin neuapostolisch! Ich glaube, was im Katechismus steht. Ich will selbstbewusst und ohne Hochmut meinen neuapostolischen Glauben leben. Ich will keine Komplexe haben wegen unserer kirchlichen Geschichte und Vergangenheit, denn wichtiger als unsere Geschichte ist das, was wir aus ihr gelernt haben! Auf die Entwicklungen in den letzten Jahren bin ich stolz, ohne Hochmut. Ich stehe für einen neuapostolischen Glauben ohne Komplexe und ohne Hochmut."                         

Sie finden auf dieser Seite und ganz exklusiv auch nur auf dieser Seite, was so weder im Katechismus noch in den Berichten von "Unsere Familie" steht (siehe hier), weil Schneiders Predigten stets redaktionell bearbeitet, verkürzt, zensiert und sogar ergänzt werden. Hier hingegen liegen den Zitaten die nicht zensierten Originalpredigtmitschriften zugrunde. Wer Schneiders Aussagen nicht folgen kann, sollte bedenken, dass diese Forderung des Stammapostels aber eigentlich gilt:

Stap Schneider 2013 in Saarbrücken:

"Ein Jünger ist immer gehorsam, der bleibt am Wort Gottes, was auch kommen mag. Das ist für ihn selbstverständlich ... Es gibt für ihn keinen Kompromiss. Gehorsam, Glaubensgehorsam ist dem Herrn Gehorsam. Das ist der wahrhaftige Jünger. Wenn ihr an meinem Wort bleibt, kein Kompromiss, wir bleiben dabei auch wenn es schwer ist, auch wenn es manchmal schmerzhaft ist – wir bleiben gehorsam."

Hier geht es aber nicht um die Nachfolge Christi, sondern um die kompromisslose Unterordnung des eigenen Lebens, Fühlens und Denkens unter die sogenannten Wortverkünder der NAK und ihre erhobenen Forderungen!

Die sehr umfassende Sammlung ist sortiert nach ausgewählten Stichworten und zeigt damit konzentriert und unverfälscht seinen zumindest unterschwellig stets vorhandenen, kirchlichen Imperialismus und die manchmal so ganz eigene, spezifisch stammapostolische und theologisch gewagte Sicht auf die neuapostolischen Glaubensdinge. 

Hiermit sei die Sammlung kostenlos auch dem interessierten Leser zur Verfügung gestellt im 

Schneiderlexikon:  Schneiders Schöne Neue NAK-Welt- von A bis Z

 

Und zusätzlich noch ein Gegenangebot zu Schneiders Behauptungen:

Alternative Denkentwürfe zu den theologischen Verirrungen Schneiders

 

Kommentare zu einzelnen Zitaten aus dem Schneiderlexikon

Teil 1    Anmerkungen zu theologischen Neudefinitionen und tradierten Neuapostolizismen im Schneiderlexikon (DS 25.2.19)

Teil 2   Schneiders Naherwartung der Wiederkunft oder doch mehr die Zukunft der Kirche? (5.4.19) Nachbemerkung 7.4.19

Teil 3   Was Gott schon vor 2000 Jahren wusste – Anmerkungen zur Predigt von Stap Schneider im Juli 2019 in Graz  (DS 26.7.19)

Teil 4   Der liebe Gott,  das Wetter und die Sklaverei – Anmerkungen zur Predigt von Stap Schneider am15.04.2018 in Toronto Kanada (DS 28.7.19)

Teil 5 STAP: Ich hab echt null Ahnung / Ein Vergleich der Originalpredigt von Stap Schneider am 3.22019 in Berlin-Charlottenburg mit dem Bericht in der Zeitschrift "Unsere Familie" UF Nr. 8 vom 6.5.2019  Nebenbemerkung: 8.9.2019  Offener Brief per Mail  an die Redaktion des Verlages Friedrich Bischoff  Betreff: Bearbeitungen der Predigten von Stap Schneider 

Teil 6  Stammapostel Schneiders Ein- und Ausblicke in und auf die göttliche RealitätEine satirische Betrachtung der Letzten Jahre 1.10.19 

Teil 7 Anmerkungen  zu Schneiders Jenseitsvorstellungen

Teil 8 Anmerkungen zum Evolutionsverständnis der NAK und auf Stap Schneiders Sicht der Schöpfung

Teil 9 Stap Schneider fängt wieder bei Adam und Eva an! Oder: Jesus, geh mal runter und teil das Los der Menschen!

Teil 10 Stap Schneiders Bilder der göttlichen Realität: Uns fehlt der Wortschatz!

Teil 11  7.7.2020 Gottes Diätverordnung durch die Corona-Pandemie: Brotkrumen statt All-inclusive-Menü - Anmerkungen zur Pfingstpredigt 2020 von Stap Schneider  DS

 

Teil 1    Anmerkungen zu theologischen Neudefinitionen und tradierten Neuapostolizismen mit einer lexikalischen Zitatesammlung (D.Streich; 25.2.19)

Das Jahr 2013 bescherte der neuapostolischen Welt mehr oder weniger gleichzeitig zwei Neuerungen, erstens den Stammapostel Schneider und zweitens den neuen Katechismus, der das Büchlein Fragen und Antworten ersetzte. Letzteres wurde von Bischoff Johanning sogleich auf den Scheiterhaufen der Geschichte geworfen. Was bis dahin also absolut gültige Lehre war, landete kurzerhand auf dem Müll. Ein schwerer Schlag auf die Bretter vor dem Kopf derer, die bis dahin brav in der lehrmäßigen Nachfolge standen. Wer den Katechismus nun 6 Jahre später tatsächlich gelesen hat, steht zwar auf einem anderen Blatt, wir Kritiker haben uns jedenfalls sehr intensiv mit dieser neuen Glaubensgrundlage der NAK beschäftigt. Der 2012 noch designierte Stammapostelhelfer Jean-Luc Schneider jedenfalls äußerte sich damals wie folgt dazu:

"Ich bin neuapostolisch! Ich glaube, was im Katechismus steht. Ich will selbstbewusst und ohne Hochmut meinen neuapostolischen Glauben leben. Ich will keine Komplexe haben wegen unserer kirchlichen Geschichte und Vergangenheit, denn wichtiger als unsere Geschichte ist das, was wir aus ihr gelernt haben! Auf die Entwicklungen in den letzten Jahren bin ich stolz, ohne Hochmut."

Komplexe wegen der Kirchengeschichte“ spielen deutlich auf gemachte Fehler an, werden aber von Schneider hier nicht wirklich konkretisiert. Eine Änderung oder Reformation auf Grund der Kritik lehnt er sogar rigoros ab, so z.B. am 17.03.2013 in Dresden: „Mancher hegt den Gedanken, die Neuapostolische Kirche müsse ein bisschen reformiert werden. Man meint, die eine oder andere Vorstellung hineintragen zu können. – ... Aber dagegen spricht Grundsätzliches.“

Grundsätzlich richtig ist aber von nun alles, was sich aus dem Katechismus ableiten lässt, was dort nicht steht, darf auch nicht mehr gepredigt werden. Da kommt es schon zu Konfrontationen und Meckerei unter den alten Zuhörern. Deswegen Stammapostelhelfer Schneider am 03.02.2013 in Saarbrücken (alle folgenden Zitate stammen aus den mir vorliegenden internen, offiziellen Mitschriften):

„Wir können nicht sagen aufgrund unserer großen Erfahrung, großen Erkenntnis, so und soviel jahrzehntelang neuapostolisch – aber was die jetzt da predigen, was da kommt – also da bin ich nicht einverstanden. ... „Gehorsam, Glaubensgehorsam ist dem Herrn Gehorsam. Das ist der wahrhaftige Jünger. Wenn ihr an meinem Wort bleibt, kein Kompromiss, wir bleiben dabei auch wenn es schwer ist, auch wenn es manchmal schmerzhaft ist – wir bleiben gehorsam.“

Diese rigorose Unterordnung kommt zwar nicht mehr so gut wie früher an, wird aber bis auf den heutigen Tag gerade in Bezug auf Amtsträger  immer wieder eingefordert und sogar gesteigert, so am 2018 in Berlin:

 „Der Haushalter ist ein Knecht, bzw. ein Sklave, wie alle anderen Knechte, wie alle anderen Sklaven im Haus. Das ändert an seinem Status nichts, er ist und bleibt ein Knecht, ein Haushalter. Das heißt, er ist völlig von seinem Herrn und Meister abhängig. Er hat null Autonomie, er kann nur das machen und ausführen, was der Meister entschieden hat und ihm befohlen hat. Und das ist insofern ein schönes Bild für unsere Tätigkeit in unserem Amt, in unserem Dienst. Auch wenn wir Verantwortungsträger sind, auch wenn wir ein besonderes Amt haben, wir sind Knechte, wir sind Sklaven Christi, wie jedes Glied unserer Kirche. Wir sind völlig vom Herrn abhängig, wir haben keine Autonomie und wollen auch keine haben.

Hinter dieser unmissverständlichen Forderung steht die irrige Annahme, dass Schneiders Worte automatisch und konsequent Jesuworte sind, ein Anspruch, dem er selbst, wie wir später lesen werden, absolut widerspricht. Diese Einschwörungen sind aber trotzdem mehr als geläufig und in ständiger Regelmäßigkeit sogar Inhalte der Predigten, wie das Beispiel zeigt. Der Glaube an die Apostel und damit die zwangsläufige Nachfolge sind quasi das Evangelium der NAK und die Garantie zur Erreichung des postulierten Ziels, zur Brautgemeinde zählen zu dürfen, wenn Jesus wiederkommt. Dazu später aber mehr, denn auch das ist heute keineswegs mehr sicher. 

Kommen wir auf die möglichen Ursachen der von Schneider angesprochenen Komplexe zurück. Im Juli 2016 wird Schneider in Kanada deutlicher und gab zu:

 „Auch als Kirche wissen wir, dass in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden. Manchmal wurde der Mensch wichtiger als Jesus Christus. Eigene Meinung und Regeln wurden wichtiger als das Evangelium und manche haben deswegen ihren Glauben verloren. Wir können nicht einfach sagen, dass wir das Gleiche erlebt haben. Als Kirche müssen wir uns dessen bewusst sein. Wir müssen uns bewusst sein, dass manchmal in den Gemeinden zu viel Härte und Beurteilung vorherrscht, anstelle von Liebe und Güte…. Für manche wurde es zu viel, zwischen dem was gepredigt wurde und dem was sie gesehen haben. Natürlich können wir nicht die Vergangenheit ändern, aber lasst uns als Kirche, als Gemeinde, als Gläubige, als Gotteskinder dem bewusst sein und lasst uns motiviert sein. Wir möchten wahre Zeugen Jesu werden. Wir möchten, dass unsere Aussagen der Wahrheit entsprechen. 

Ich möchte nicht, dass wir uns schuldig fühlen und unglücklich: „Oh, es ist unsere Schuld, wir sind so unglücklich.“ Das ist nicht der Wille Gottes. Der Wille Gottes ist eine demütige Kirche zu haben, eine demütige Gemeinde, ein demütiges Gotteskind. Wie verstehen, dass wir Fehler gemacht haben. Bitte vergib uns, wir möchten uns bessern. Wir möchten, dass Jesus mehr und mehr wichtig wird.“

Und noch ein Zitat aus dem Sakramentsgebet für Entschlafene:

„Wir denken an alle die in unserer Mitte waren und eines Tages aus welchem Grund auch immer unseren Kreis verlassen haben. Vielleicht haben sie den Ruf Jesus gehört: „Steh auf, komm zurück! Wir entschuldigen uns für alles was wir falsch gemacht haben. Bitte vergebt uns!“ Aber schaut nicht auf unsere Fehler. Schaut auf Jesus, er wartet auf euch.“

Also Fehler wurden gemacht, die zu Austritten führten, die Entschuldigung richtete sich aber in diesem Zusammenhang nur an die verstorbenen Aussteiger. Fraglich, ob die überhaupt anwesend waren? Sicher jedenfalls ist, dass es deutlich einfacher ist, sich imaginär bei anwesenden Toten zu entschuldigen, als in einer Runde zu sitzen, in der Menschen über ihre Missbrauchserfahrungen, gleich ob sexueller oder geistlicher Art, in erschütternder Weise berichten würden. Stap Schneider ignoriert bislang jeglichen Versuch, Gespräche zu führen, in denen ihm diese leidvollen Erfahrungen persönlich mitgeteilt werden könnten (siehe HIER).

Aber zweifellos kann jeder Leser die von Schneider konkret geforderte Demut unterschreiben! Wer hätte nicht hinreichend genug Erfahrungen sammeln müssen im Kontakt mit maßlos arroganten Amtsträgern, vom Priester angefangen bis hin zu Aposteln und Bezirksaposteln? Aber egal, wir bleiben schön neuapostolisch, trotz allem, oder? Ein Gottglaube ist in der NAK ohne Apostel nicht möglich, denn „ohne die Gemeinschaft mit dem Apostel  gibt es Dich gar nicht!“ (08.12.2013 in Valencia). In den folgenden Zitaten wird allein in einem Gottesdienst sechs Mal von Schneider indoktrinierend darauf hingewiesen:

30.12.18 Rheinberg (Frankreich): "Bekennen wir uns auch zu unserem Glauben, wir sind neuapostolisch! Wir glauben an die Apostel,

Wir danken ihm, dass er die Apostel gesandt hat und dass wir auch heute wieder Apostel haben … . Und das machen wir am Ende des Jahres trotz allem, was wir erlebt haben … 

Am Ende des Jahres ist es genau das, was wir signalisieren. Das bekennen wir! Wir bekennen, dass wir an Gott glauben, wir glauben an das Evangelium, wir folgen den Aposteln nach

Ja, wir bekennen uns ... zum Apostelamt, trotz allem, was geschehen ist.

Wir sind und bleiben neuapostolische Christen, die ... den Aposteln nachfolgen

Ja, dieser Tag ist auch ein Festtag für mich. Ich darf mit meinem Bezirksapostel sein. Ja, siehe da euer Bezirksapostel ist auch mein Bezirksapostel
."

Was nämlich wären wir ohne die Apostel? Nichts! Denn "als Gottes Kinder, als Wiedergeborene aus Wasser und Geist, sind wir Himmelsbürger. Wir sind hier im Exil und warten auf unsere Befreiung“, so gepredigt am 29. Mai 2016 im Gottesdienst in Japan.

Die imaginierend vorausgenommenen neuapostolischen Himmelsbürger sitzen also als Gefangene hier auf dieser jedoch konkreten Erde im Exil und warten auf die Befreiung, also den Tod - so die Predigt! Aber ist denn jedes Wort der Predigt wirklich göttliche Wahrheit? Dazu Schneider Pfingsten 2016  und am 17.10.2017 in George, Südafrika:

"Ja, früher haben wir so gesagt in unserem apostolischen Wortschatz: Das geistgewirkte Wort. Ja, und ich weiß, dass nicht jedes Wort, das gepredigt wird, jetzt göttliche Wahrheit ist. Das weiß ich aus eigener, persönlicher und jüngster Erfahrung. ... Also, es ist glasklar, nicht jedes Wort, das am Altar gepredigt wird, ist das Wort Gottes."

„Jesus will nicht, dass wir glauben, dass jedes Wort, das er hier gesprochen hat, ein göttliches Wort ist, aber er möchte, dass wir vom Heiligen Geist inspiriert werden, damit der Heilige Geist in uns wirken kann, damit der Heilige Geist uns sagen kann, das war für dich, das war das Evangelium.

Es gibt einige Fehler, es kommt manchmal sogar Unsinn vor. Zumindest in Europa, vielleicht nicht in Südafrika. Aber es passiert, dass einiger Unsinn vom Altar gesagt wird. Aber für den Heiligen Geist ist das kein Problem. Der Geist sagt uns, okay, vergiss dies, aber hör zu, das war das Evangelium: hast du die Stimme Jesu Christi erkannt?“

Abgesehen davon, das Schneider hier genau zu wissen vorgibt, was Jesus über eine Predigtaufnahme in der NAK will bzw. nicht will, ist dies ist eine beachtliche Veränderung, wie das gepredigte Wort aufzunehmen ist. Hieß es früher konsequent, dass die Predigt grundsätzlich Gottes Wort sei (nicht seine Auslegung!!), kann man sich heute also aussuchen, was für einen selbst Sinn oder Unsinn ist. Zumindest Schneiders Predigten habe ich diesbezüglich hinreichend beleuchtet und eine Menge Unsinn konstatieren müssen (siehe Aktuelles und StapSchneider).

Es sei nochmals erinnert an die eingangs erwähnte Forderung Schneiders: „Wir können nicht sagen aufgrund unserer großen Erfahrung, großen Erkenntnis, so und soviel jahrzehntelang neuapostolisch – aber was die jetzt da predigen, was da kommt – also da bin ich nicht einverstanden.“

Wie dass, wenn die Aussagen doch falsch bzw. eben nicht Gottes Wort sind?

Im Folgenden habe ich ohne Anspruch auf Vollständigkeit nun viele Änderungen durch Stap Schneider bislang gültiger, ja zuvor dogmatisch behaupteter Aussagen zusammengestellt, die jedem älteren Zuhörer deutlich machen, was du da damals gefordert und gepredigt hast, ist aus heutiger Sicht so schlecht und falsch, dass zumindest wohl auf jeden Fall der Stammapostel Komplexe bekommt, wenn er sich dieser früheren Forderungen bewusst wird. Also fügt Schneider mal diesen oder jenen Predigtabschnitt ein, in dem er die bislang konstitutiv gültigen Neuapostolizismen gleich dem Bischof Johanning mit einem Handstreich auf den geistlichen Scheiterhaufen der neuapostolischen Predigtgeschichte fegt und sie zu Sondermüll erklärt.

Es sei an dieser Stelle deutlich gesagt, dass Schneiders Kritik an Inhalt und Form damaliger Zeit zum großen Teil absolut berechtigt ist, trugen diese Dinge doch extrem dazu bei, die NAK eindeutig als Sekte klassifizieren zu müssen. Diese Aussage hier zur Homosexualität ist z.B.besonders positiv hervorzuheben:

2015 Fragestunde in Kitchener: „Alles was mit Sex zu tun hat, ist nicht schlimmer als andere Dinge auch. … Ich bin  vorsichtig geworden. Ich habe viele junge Menschen in der Kirche kennengelernt, die gläubig waren und eines Tages festgestellt haben, dass sie das gleiche Geschlecht lieben, und die waren voller Kummer, weil jeder ihnen gesagt hat: ‚Das ist eine Sünde, lass uns zusammen beten, damit du geheilt wirst ...‘ – Ja, so haben wir das gemacht, noch vor zwanzig Jahren. Damals war ich Bezirksältester. – Die beiden haben das damals versucht, sie taten ihr Bestes. Aber dann sagten sie: „Es tut uns leid, es geht nicht. Ich bin so traurig. Ich kann mich nicht selbst akzeptieren.‘ Sie haben beide Selbstmord begangen, 21 und 22 Jahre alt. Wir sagen: Wir heißen das nicht gut. Normal ist: Mann und Frau, Kinder. Aber wir können nicht sagen, ob das Gottes Wille ist oder nicht, Sünde oder nicht Sünde. Wir wissen es nicht. – 

Nur reicht es aus, wenn der Stap diese Punkte einmal hier und einmal da erwähnt und als falsch erklärt? Nur den Bezirksaposteln und Aposteln und einigen Auserwählten wie mir liegen die Abschriften der Predigten vor. Wie also sollten Schneiders Korrekturen sich in die Denke und Predigt der allwöchentlichen Wortverkünder in den Gemeinden einfügen? Hinzu kommt, dass Schneider sich durchaus auch widersprüchlich äußert. Einerseits soll man das Leben in vollen Zügen genießen, andererseits fordert er Verzicht und Unterordnung ein.

Es hat eher den Anschein selbstherrlicher Arroganz, dass der Stap zumindest nach eigener Ansicht selbst wohl keinen solchen Unsinn erzählt und damit vollauf zufrieden ist. Ansonsten müssten seine Erkenntnisse deutlich auf den Weg in die Gemeinden gebracht werden oder sie bleiben selbstbefriedigende Makulatur! Welcher Amtsträger außer Schneider predigt in der Gemeinde noch solche Worte wie er in Leipzig am 17.06.2018 den Jugendlichen:

"Wir sind Teil der Gesellschaft, wir leisten unseren Beitrag zur Gesellschaft und - um Himmels willen - wir genießen das Leben. Also bitte, Christ sein heißt nicht, traurig durch das Leben zu gehen und auf alles zu verzichten. Genießt das Leben in vollen Zügen. Dafür hat es Gott uns gegeben."

Aber die Aufforderung ist ohnehin nur die eine Seite. Wenn die Kirche zu einer Aufgabe ruft, darf man dann wirklich "Nein" sagen, um zu dieser Zeit sein Leben zu genießen?

Vielleicht kann mein Aufsatz hier einen kleinen Teil dazu beitragen, einige der neuen Definitionen zu den aktiven Amtsträgern zu tragen, wenn nämlich die Leser dieser Ausführungen fleißig kopieren und sie ihnen überreichen, wenn die mal wieder in die alten Ansichten verfallen.

Andere „Erkenntnisse“ Schneiders, z.B. seine fabulierten Jenseitsvorstellungen und die wissenschaftsfeindliche Darstellung der „Schöpfung“, fangen im wahrsten Sinn des Wortes wieder bei Adam und Eva an. Dies erinnert doch sehr an die Aussage von Charles de Montesquieu: 

"Wenn Dreiecke einen Gott hätten, würden sie ihn mit drei Ecken ausstatten!"

Schneider predigt in dieser Hinsicht offensichtlich schlicht sein infantiles und von persönlichen Glaubensbedürfnissen geprägtes Innenleben.   Aber all dies gehört zusammen genommen zu Schneiders eigener, schöner neuer NAK-Welt. Manches davon ist allerdings das Gegenteil seiner propagierten und proklamierten Demutshaltung der Kirche und ihrer Amtsträger. Das dahinter stehende Gottesbild des Stammapostels ist krank und macht den krank, der gedanklich solchen Konstrukten folgt!

Auf nac.today gibt es eine jüngst von  Herrn Rütten einen Artikel „Was sagt der Stammapostel eigentlich über … (KLICK), in dem er Kerngedanken Schneiders seinem Lesepublikum nahebringen will. Vielleicht findet Herr Rütten ja in meinen ähnlich aufgelisteten Punkten interessantere Aussagen, als die langweiligen, die er selbst (sehr verkürzt) zitiert. Zudem untertitelt Rütten seinen Artikel mit der Formulierung "Stammapostolische Kerngedanken!" Neuapostolisch kontra Stammapostolisch? Dies passt zumindest zu der Eigenwilligkeit der Ausführungen Schneiders.

Da die folgende Zitatesammlung in der Folgezeit erweitert werden wird, habe ich keine thematische Auflistung vorgenommen, sondern eine alphabetische Anordnung vorgezogen. Die Zitate selbst bleiben unkommentiert. Dem älteren Leser werden ohne weiteres die gravierenden Änderungen der Schneider´schen Formulierungen im Vergleich zu früheren Aussagen auffallen, dem jüngeren Leser sei gesagt, dass bislang so ziemlich das Gegenteil von allem behauptet wurde.

PS vom 11.3. Ist es also in Ordnung, wenn der Stap am 28.12.2014 in Hannover wie folgt formulierte?

"Vermeide alles, was für deinen Bruder ein Ärgernis sein kann.Ach, das klingt so ganz aktuell. In den Gemeinden gibt es auch verschiedene Meinungen, zum Beispiel zum Thema Musik: Das ist neuapostolisch und das nicht. Und die anderen sagen: Nein, das ist doch Altertum; das ist jetzt neuapostolisch und das nicht. Das ist nur ein Thema. Es gibt viele Themen: Musik, Blumenschmuck, Freizeitgestaltung. Oder andere: Homosexualität, Ökumene. Die einen sehen das so, die anderen so. Es ist alles gut und recht. Aber wenn es dann dazu kommt, dass eine Gruppe der anderen etwas aufzwingen will und sagt, das ist es, dann muss ich davor warnen! Ist das richtig im Sinne Jesu Christi? Sorry, das geht nicht." 

Auf den ersten Blick scheint Schneiders Kritik berechtigt und positiv zu sein. Leider ist sie aber nur allgemein formuliert und damit ein zweischneidig Schwert. Will z.B. jemand in seiner Gemeinde seine erworbenen Orgelfähigkeiten einbringen, die aber - obwohl nicht sonderlich ausgefallen -  von anderen als eben "nicht neuapostolisch" disqualifiziert werden und diese Leute sich darüber ärgern, braucht es jemanden, der hier beurteilen muss, welche Haltung angemessen ist. Und schon geht das Ganze wieder von vorne los! Da hilft leider auch die von Schneider geforderte offene Grundhaltung nicht wirklich weiter. Sie bleibt im bestimmenden System verbale Makulatur, wie auch viele der anderen, im folgenden zitierten Revisionen bisher altgewohnter, neuapostolischer Ansichten. 

Kein gewachsenes System lässt sich im Handstreich von "Oben" nur durch verbale Anordnungen grundlegend reformieren - was Schneider ohnehin eingangs absolut ablehnte - also bleibt es faktisch bei rein kosmetischen Korrekturen und Änderungen des "wordings", auch wenn es womöglich tatsächlich anders gemeint ist.

Oder kann man es auch so sehen wie Bezirksapostel Mkhwanazi am 21.02.2016 in Luanda, Angola: 

"Mich hat die göttliche Lehre unseres Stammapostels erneut bereichert."

Der Kirchensprecher Bischof Johanning schrieb in der Hessenschau am 15.5. 2016 dazu: “Das gehört eben mit zu unserer Biographie, zu unserer Geschichte der Neuapostolischen Kirche,  dass aus der Vergangenheit heraus manche überkommenen Vorstellungen da sind, die wir aber zur Seite legen möchten.“

Und auf Nachfrage erläuterte er  in einer Mail an mich am 14.6.2016: "Die Änderungsliste innerhalb der Lehre der Neuapostolischen Kirche ist doch beachtlich lang. Das bestätigt uns jeder Insider: Kirchenverständnis, Amtsverständnis, Sakramentsverständnis - überall wurden Profile geschärft. Ich kenne keinen vergleichbaren Vorgang innerhalb der deutschen Kirchenlandschaft. Die Adventisten sind ähnliche Wege gegangen, nur hat es dort noch länger gebraucht. Unser Katechismus ist allgemein-christlich mit neuapostolischem Profil. Das bringt uns in die Nähe der Kirchen und gewährt uns dennoch eine Existenzberechtigung" 

Jeder Leser mag nun beim Lesen der hier augewählten, stammapostolischen Zitate für sich selbst entscheiden, wie Schneiders Revisionen und seine oft widersprüchlichen und/oder merkwürdigen Aussagen einzuordnen sind!

Auch dieser ältere Artikel spricht zum Thema:

20.1.17 Ein Haus fällt über das andere  - Anmerkungen zu Nachfolge und Gehorsam in der NAK 

Alle Zitate von Stap Schneider sind wenn nicht anders angegeben aus den mir vorliegenden, unbearbeiteten Originalmitschriften und zeigen weitere, gravierende Lehrkorrekturen Schneiders auf.

1.      Gott liebt alle Menschen gleich

Wir können nicht behaupten, dass die neuapostolischen Christen besser sind als andere, dass sie größer sind als andere, dass sie bei Gott mehr gelten und dass Gott sie mehr liebt. … Ja wir sind Gottes Kinder, wiedergeboren aus Wasser und Geist. Wir haben eine besondere Verantwortung, wir haben besonderen Dienst zu verrichten. Aber bei Gott gelten wir nicht mehr! Damit müssen wir leben, dass Gott alle Menschen gleich liebt.

  1.       Göttliche Realität wird behelfsweise in Bildern ausgedrückt

Ja, wie ist denn das mit Kinder Gottes und Gotteskinder. Liebe Geschwister, das ist ein Bild, das uns gegeben ist. Ich mache jetzt einen kleinen Exkurs, das war nicht vorgesehen. Um die göttliche Realität zu beschreiben haben wir den Wortschatz nicht. Der liebe Gott und der Heilige Geist muss immer wieder Bilder finden, um uns klarzumachen, wie das ist. Er spricht vom Vater und vom Sohn im Himmel, aber wissend, dass der Sohn nicht der Sohn des Vaters ist, er hat ihn nicht gezeugt. Die haben doch immer existiert. Das ist nur ein Bild, das die Verbindung zeigt zwischen den Beiden. Aber es ist natürlich nicht der Vater, der den Sohn gezeugt hat, der Sohn hat auch ewig gelebt, ist genauso alt wie Gott, der Vater. (Das ist nicht so eine Relation. Das ist nur ein Bild, um zu verstehen, was das bedeutet, wie eng sie zusammen sind.

  1.       Es ist gefährlich und falsch, die Bilder als göttliche Realität zu bewerten

Genauso ist das mit Gottes“Kind“, wir können das Bild nicht überbewerten. Und sagen: Ja, aber wir sind Gotteskinder, der liebe Gott hat uns lieber als alle anderen. Das ist nur ein Bild, das auf eine besondere Relation zwischen den Kindern und dem Vater. Wir haben das Leben des Vaters, wir sind berufen in sein Reich einzugehen. Ob wir alles in unserem Glauben verstehen, aber das ist auch nur ein Bild, keine göttliche Realität. Es ist immer gefährlich, denn Gott gibt uns ein Bild um  eine göttliche Realität zu beschreiben, und wir nehmen das Bild und sagen: Das ist jetzt die göttliche Realität. Das stimmt nicht.
 

  1.       Alle Bilder sind nur unzureichende Ausschnitte der göttlichen Realität

Diese Bilder – wie die Braut des Herrn, wie alles andere – sind Bilder, um einen Teil der göttlichen Realität zu beschreiben. Aber bitte lasst uns nicht daraus die göttliche Realität machen. Das ist nur eine Beschreibung eines Teils der Realität. Die Realität Gottes ist viel größer und dafür fehlt uns der Wortschatz.“

5.      Falscher Umgang mit der Bibel führte zu falscher Lehre

„Man greift ein Wort aus der Bibel heraus, erhebt es zum Dogma und baut darauf ein ganzes Lehrgebäude auf. Wir haben das in der Vergangenheit auch manchmal so gemacht. Heute aber haben wir ein anderes Verständnis von der Heiligen Schrift: Man muss sie als Ganzes sehen. … Beispielsweise muss man unterscheiden zwischen dem, was heilsnotwendig und heilsentscheidend ist, und dem, was zeitgebunden ist und in einer bestimmten geschichtlichen Situation für die damals Lebenden Geltung hatte. Wir gehören nicht zu denen, die meinen, dass Gott zu allem etwas in der Bibel sagt und dass alles dieselbe Gültigkeit, denselben Rang und die gleiche Bedeutung hat.“ Stap Schneider Januar 2015 http://www.nak.org/de/glaube-kirche/wort-zum-monat/archiv/alt/article/18833/

"Ja, früher haben wir so gesagt in unserem apostolischen Wortschatz: Das geistgewirkte Wort. Ja, und ich weiß, dass nicht jedes Wort, das gepredigt wird, jetzt göttliche Wahrheit ist. Das weiß ich aus eigener, persönlicher und jüngster Erfahrung. ... Also, es ist glasklar, nicht jedes Wort, das am Altar gepredigt wird, ist das Wort Gottes." Pfingsten 2016

6.      NAK-Traditionsglaube reicht nicht

Betrachte nicht nur das, was du vor 10, 20, 30 Jahren getan hast. Was wichtig ist, ist dein Glaube von heute. Stehst du in der Entwicklung oder bleibst du wer du bist? (…) Wenn du in einer neuapostolischen Tradition stehst, dann nutze sie und bleibe nicht auf dem Level deines Urgroßvaters stehen. 05.04. 2017 in Mendoza, Argentinien

Wollen wir ans Ziel kommen und in das Reich Gottes eingehen, genügt ein Traditionsglaube nicht. Ein Christ und ein Kind Gottes sein will nicht heißen: „Immer zum Gottesdienst gehen, eine gewisse Anzahl Regeln beachten, dann ist alles OK, du bist gerettet. Du gehst zur Kirche, du betest jeden Tag und gibst dein Opfer, dann ist für dich alles geregelt.“ Nein, das ist nicht wahr! 21. Januar 2017 Koumra (Tschad)

Es ist neuapostolische Tradition auf die Zeichen der Zeit zu achten. Man denkt: „Es hat noch nie so viele Erdbeben und Kriege gegeben wie heute. Das ist ein Zeichen, dass der Herr bald kommt." Ich muss zugeben, ich mag diese Denkweise nicht, weil das ein bisschen respektlos ist gegenüber den Menschen, die vor uns gelebt haben. Ich bin mir nicht sicher, ob die Verhältnisse in der Welt heute schlimmer sindals vor einhundert Jahren. Wir waren damals nicht da und können nicht mitreden. Für die Menschen die Hungersnöte, Epidemien und Kriege erlebt haben vor 100 oder 200Jahren war es sehr schlimm. Also ist es ein Stück weit arrogant zu sagen: „Was ihr damals mitgemacht habt, war nicht so schlimm. Die heutigen Verhältnisse sind wirklich schlimm." Das Zeichen dass Jesus bald kommen wird ist, dass meine Liebe für ihngroßer und größer wird und der Wunsch bei ihm zu sein so groß ist, dass ich bete:

„Bitte verkürze die Zeit. Komme bald. 17.08.2014 Valencia/Venezuela

7.      Das letzte Schaf um Mitternacht ist gestrichen

In der Zwischenzeit wissen wir, dass die Zahl derer, die erwählt sind, um der Braut Christi anzugehören, keine fixe Zahl ist“, machte der Stammapostel deutlich. „Sie ist keine zählbare Größe.“ Und wenn eine Menge nicht begrenzt sei, dann erübrige sich der Gedanke, dazu ein letztes Element finden zu wollen.“ (http://nac.today/de/a/479340)

8.      Alle Christen sind berufen

Ein jeder mit Wasser getaufte Christ ist berufen, als Jünger Christi tätig zu werden. Ein jeder, der mit Wasser getauft ist, ist berufen, das Evangelium zu verkündigen und dem Herrn zu dienen. Das gehört zum Christsein, deshalb ist er Christ geworden: dem Herrn nachzufolgen, ihm zu dienen und das Evangelium zu verkündigen. Ein jeder Geistgetaufte - der die Gabe Heiligen Geistes empfangen hat - ist darüber hinaus zu einem besonderen Dienst erwählt. Er ist dazu erwählt und berufen, dass er im tausendjährigen Friedensreich dem Herrn Jesus Christus als Priester Gottes und Christi, als königliche Priesterschaft, dient. Und er ist berufen, sich jetzt schon, heute, hier auf Erden auf diesen Beruf vorzubereiten. Insofern sind wir also alle gesandt: jeder Christ, der mit Wasser getauft ist, jedes geistgetaufte Gotteskind, wiedergeboren aus Wasser und Geist, ist berufen, sich auf diesen künftigen Beruf vorzubereiten.“ 19.03.2017 Wuppertal, NRW, Stadthalle

Ein jeder Gläubige, ein jeder Christ ist ja grundsätzlich aufgerufen, dem Herrn zu dienen. Und jeder gläubige Christ ist aufgerufen, das Evangelium zu verkündigen. Ein jeder Christ ist aufgerufen, dem Herrn zu dienen, indem er das Evangelium in Wort und Tat verkündigt und ein Zeuge Jesu Christi ist, in seinen Worten und in seinen Taten. Nürnberg 22.10.17

9.      Verhaltens- und  andere Vorschriften revidiert

Die Regeln, die wir manchmal aufstellen, haben nichts mit unserem Heil zu tun. Wenn wir Geschwistern zum Beispiel sagen: „Tu dies und das“, und wir der Meinung sind, das sei relevant für ihr Heil. Aber es ist nur unsere eigene Meinung. Wisst ihr, in der Vergangenheit gab es seltsame Regeln —kurze Haare und noch so manches andere. Für unser Heil ist das alles nicht maßgeblich." (2. April 2016 Buenos Aires)

Der Jünger ist nicht größer als der Lehrer. Wenn der Jünger alles gelernt hat, ist er wie der Meister. Und dann kam das Beispiel mit dem Splitter und dem Balken. Er wollte damit erklären, dass der Jünger der Lehre des Meisters folgt, und es ist nicht der Auftrag des Jüngers, über diese Lehre des Meisters hinauszugehen. Es lag ihm sehr daran, dass der Jünger da nicht mehr verlangt als das, was der Meister verlangt hat. Dass dann der Jünger nicht strenger wird als sein Meister. Dass der Jünger die Lehre des Meisters nicht verändert. Die Aufgabe des Jüngers ist zu lehren, was der Meister gelehrt hat. Mehr nicht.  22.10.17 Nürnberg

10.  Kein Aufzwingen bestimmter Meinungen

In den Gemeinden gibt es auch verschiedene Meinungen, zum Beispiel zum Thema Musik: Das ist neuapostolisch und das nicht. Und die anderen sagen: Nein, das ist doch Altertum; das ist jetzt neuapostolisch und das nicht. Das ist nur ein Thema. Es gibt viele Themen: Musik, Blumenschmuck, Freizeitgestaltung. Oder andere: Homosexualität, Ökumene. Die einen sehen das so, die anderen so. Es ist alles gut und recht. Aber wenn es dann dazu kommt, dass eine Gruppe der anderen etwas aufzwingen will und sagt, das ist es, dann muss ich davor warnen! Ist das richtig im Sinne Jesu Christi? Sorry, das geht nicht. Auch da stehen wir im Dienst der Gemeinde. Paulus sagt ganz klar, dass es gar nicht wichtig ist, wer Recht oder wer Unrecht hat; es geht um den Aufbau der Gemeinde. Lass doch den anderen leben, wie er will 28.12.2014, Hannover/BRD

11.  Keine Mission nicht neuapostolische Ehepartner

Ich weiß, es gibt viele Gotteskinder, neuapostolische Christen, die mit jemandem leben, der nicht neuapostolisch ist. Dann sagen sie: Das ist aber absolut schwierig, wenn ich nach Hause komme, vom Gottesdienst zu sprechen. Mein Mann/meine Frau sind daran nicht interessiert, sie teilen meinen Glauben nicht. Das ist auch unbedingt in Ordnung, ich kann das verstehen. (…) Es geht  nicht darum, den anderen zu bekehren, es geht gar nicht darum, dass der andere neuapostolisch werden muss. Es geht nur einfach darum, dass wir den Gottesdienst nachbearbeiten und merken: Mit dem Wort kann man etwas anfangen, das hat einen ganz konkreten Bezug zu dem heutigen Geschehen!  19.03.2017 Wuppertal, NRW,

  1.   Die Teilhabe an der Wiederkunft Christi  ist nicht auf die NAK begrenzt

Er wird entscheiden, wer dabei sein wird. Das ist nur seine Entscheidung. Kein Mensch kann darüber verfügen, ja, wer kommt denn jetzt rein in das Reich Gottes? Sowohl bei der Wiederkunft Christi als auch bei dem Jüngsten Gericht wird er entscheiden. Mit seinen Kriterien. Da können wir gar nicht viel dazu sagen. Wir können lediglich wissen, was er von uns erwartet. Keiner kann entscheiden, der ist dabei und die nicht. Das ist nur Gottes Sache. 08. Mai 2016 Aneby

  1.   Keine konkrete Heilsgewissheit in der NAK

„Es reicht nicht aus, einfach nur neuapostolisch zu sein. Es reicht nicht aus, einfach nur zu einer neuapostolischen Familie zu gehören, um errettet zu werden. Es reicht nichtaus, einfach einen Teil der Regeln und Traditionen einzuhalten. Um errettet zu werden, bedarf es eines starken, lebendigen und festen Glaubens. Ein lebendiger und fester Glaube bringt Werke hervor und führt zu einer Wesensänderung. Darum werden nicht alle, die zur Neuapostolischen Kirche angehören in das Reich Gottes eingehen. Nicht alle, die jeden Gottesdienst besuchen, werden in das Reich Gottes eingehen. 5.04. 2017 in Mendoza, Argentinien       

14.  Anpassung der NAK-Lehre heute

Ich persönlich – aber auch die Apostel die mich umgeben – sind überzeugt, dass die heutige neuapostolische Lehre genau das ist, was der Herr von uns erwartet, damit wir das Heil erlangen können.  Somit müssen unsere Kinder und all unsere Nachkommen erkennen, dass wir von unserer Lehre überzeugt sind; hören wir also auf, nur von der Vergangenheit zu reden und interessieren wir für das, was heute in unserer Kirche geschieht, was unsere heutige Lehre ist. Ehrlich gesagt, wir können stolz auf unsere Lehre sein. Aber das ist nur möglich, wenn ich diese Lehre kenne. Wir müssen also informieren, müssen aber selbst überzeugt sein wenn wir Andere überzeugen wollen. Das ist der heutige Weg zum Heil. 01.06.2014 Toulouse

15.  NAK-Verbote der Vergangenheit

Und unsere heutige Lehre ist eine Kraftquelle. Wenn ich mich aber weiter über das beklage, was ich gestern und vorgestern entbehren musste, wenn ich weiter die heutige Generation mit dem belästige, was wir in der Vergangenheit durchleben mussten (es war sehr schwer, wir durften dieses nicht tun und jenes war uns verboten)… Wen wollen wir dadurch motivieren? Ich sagte gestern zu den Brüdern: Es gibt einen Augenblick, an dem man mit dem Klagen aufhören soll. Es ist schrecklich, wenn man Selbstbedauern übt: man hat so viel gelitten, es war sehr schwer… Hör doch damit auf! So kannst du niemand ermutigen! 01.06.2014 Toulouse

16.  Die kommenden Generationen (Plural!) haben erste Priorität

Wir, die heutige Generation, stellen unsere Prioritäten und Bedürfnisse an zweite Stelle und geben dem Verlangen/Erwartungen der nachfolgenden Generation die erste Priorität. Man opfert sich ein wenig auf, denn die nachfolgende Generation soll sich in der Kirche wohlfühlen. Ich weiß, ich berühre hier sehr empfindliche Punkte. Würde ich aber nicht davon sprechen, wer würde es tun? Die Zukunft unserer Kirche sichern heißt: Sich selbst ein wenig in den Hintergrund stellen, ebenso eigene Bedürfnisse, eigene Ideen, Gedanken, Meinungen und Gewohnheiten, damit die nachfolgende Generation sich in der Kirche wohlfühlt. Dafür sind wir verantwortlich. Wir sind daran, die Kirche von Morgen zu bauen. 01.06.2014 Toulouse

17.  Keine unnützen Regeln für die Jugend

Deshalb müssen wir auch die Zukunft vorbereiten für die Zeit, wo wir nicht mehr da sein werden und die nächste Generation da sein wird.

Die Zukunft vorzubereiten, heißt, sich ganz besonders um die Jugend und die Kinder kümmern. Und ich brauche euch nicht zu erklären, was zu tun ist, um die Jugend zu motivieren. Die Jugend wird nicht so ticken wie ihre Eltern und Großeltern. Legt ihr keine unnützen Regeln auf; begnügt euch damit, ihr das Evangelium und die Liebe Jesu zu vermitteln. Lasst die Jugend und die Kinder Jesus Christus entdecken und erkennen. Sichert die Zukunft des Werkes. 12.01.2016 Yamoussoukro (Elfenbeinküste)

Wir müssen uns auch um die Bedürfnisse der zukünftigen Generation und der danach Gedanken machen. Das geht am besten indem wir uns auf das konzentrieren, was für unsere Erlösung notwendig ist. Wir können von der Jugend nicht erwarten, dass sie so leben, wie wir es taten und die gleichen Regeln befolgen, die wir akzeptieren mussten. Sie leben in ihrer eigenen Zeit und werden sich anderen Herausforderungen stellen müssen. Samstag, 2. April 2016 Buenos Aires / Argentinien

  1.   Völlig neue und extreme Christusfokussierung ( Ämter-GD Nürnberg 22.10.17)

Der Heilige Geist spricht nicht von sich selbst, er spricht vom Sohne Gottes, von Jesus Christus und das ist unsere Motivation. Er ist unser Vorbild, er ist unsere Wegweisung, Jesus Christus, der Sohn Gottes. Wenn uns der Heilige Geist motivieren will, spricht er von Jesus Christus. Wenn er uns trösten will, spricht er von Jesus Christus. Wenn er uns mahnen will, spricht er von Jesus Christus. (…) Das hat uns natürlich viel zu sagen! Als Apostel, als ordinierter Amtsträger müssen wir uns ganz fest daran halten, was die Lehre des Meisters ist. Es ist nicht unsere Aufgabe, strenger zu sein als der Meister und mehr zu verlangen, als das, was unser Meister verlangt. Wir sind ja nur Knechte. (…) Es ist unsere Aufgabe, die Worte unseres Meisters zu verkündigen. Nicht strenger zu sein als der Meister, nicht mehr zu verlangen als der Meister. Es ist also unsere Aufgabe, immer wieder zu prüfen: Ist das wahrhaftig das, was der Meister will? … Ist diese Haltung wahrhaftig, die Haltung, die Jesus Christus von mir erwartet? Oder sind da menschliche Einflüsse und Gedanken dabei? Was ich jetzt verlange von den Gläubigen, ist das wirklich das, was Jesus verlangen würde? Wenn ich da streng bin, wäre Jesus Christus wirklich so streng? Oh, die Antwort ist nicht immer einfach. Und nie angenehm.

 

 

Teil 2   Schneiders Naherwartung der Wiederkunft oder doch mehr die Zukunft der Kirche?

Schon mehrfach habe ich auf schleichend eingebrachte Neudefinitionen oder Umbewertungen tradierter und scheinbar unverzichtbarer Neuapolizismen aufmerksam gemacht, die Stap Schneider zumindest in seinen Predigten immer wieder einbaut. Im unten zu findenden Schneiderlexikon lässt sich das kompakt nachlesen.

Eine weitere sprachliche Auffälligkeit soll hier nun aufgezeigt werden. Zu früheren Zeiten wurde in jedem Gebet, privat wie auch in der Kirche, niemals die ursprünglich von Stap Schmidt eingeführte Formulierung „Schlag an mit deiner Sichel und ernte nun. Und wenn du deinen Sohn sendest, gehe auch an uns nicht vorüber“ ausgelassen. So z.B. Stap Fehr am 12.07.1998 in Stuttgart-Killesberg am Nachmittag im Eingangsgebet bereits ohne den Offenbarungsbezug:

 Baue weiter auf und bringe alles zur Vollendung. Und dann, wenn Du kommst, o Herr - und wäre es noch heute so nimm die Deinen alle in Gnaden heim.

Schneider hingegen hat solche Formulierungen meines Wissens noch nie benutzt. Auf die Wiederkunft Jesu weist er zwar hin, aber ist sie tatsächlich weiterhin das Zentrum auch der stammapostolischen Erwartung?

Eine reine Wortzählung in den mir vorliegenden Abschriften von 2018 zeigt, dass der Begriff „Wiederkunft“ insgesamt 68mal verwendet wird. Wichtiger scheint ihm das Wort „Zukunft“ zu sein, das immerhin 148mal auftaucht!

Aber auch die Zählung der Jahre 2016 bis 2018 ergab ähnliche Zahlen:

Wiederkunft 200mal

Zukunft 500mal

Und aktuell ist in fast allen Eingangs- oder Schlussgebeten ist zu lesen: „Wir danken dir für die Zukunft, die du für uns bereitet hast!"

Und für diese Zukunft hat die neuapostolische Jugend seiner Meinung nach das Ticket schon in der Tasche:

05.2018 in Albstadt, Süddeutschland: Der Herr Jesus hat gesagt: „Er will euch das Zukünftige offenbaren.“ Der Heilige Geist bringt unserem Geist Zeugnis: „Du bist doch ein Gotteskind. Du hast doch das Unterpfand des ewigen Lebens bekommen. Der Herr kommt bald und er wird dich mitnehmen. Er hat dir ja heute schon ein Unterpfand gegeben. Das hast du doch schon in der Hand. Du hast doch die Sicherheit: Gott bereitet einen Platz für dich im Himmel. Du hast das Ticket schon. Du kannst da reinkommen. Du hast schon ein Vorgeschmack auf die Herrlichkeit.“ Der Geist Gottes erinnert uns daran: „Du kennst doch deine Zukunft! Du weißt, wie es weitergeht! Deine Zukunft ist das ewige Leben im Reich Gottes. Dafür hast du das Unterpfand bekommen durch die Heilige Versiegelung. Du hast diese Garantie, wenn du dir Mühe gibst, kannst du in das Reich Gottes reinkommen.

Zwar gehört zu dieser geglaubten Zukunft der „Tag der Wiederkunft“ dazu, er wird jedoch durch die fantasievolle Ausschmückung der von Schneider in den Mittelpunkt gerückten, wunderbaren „Zukunft“, die bereits in der Zeit nach dem 1000jährigen Friedensreich angesiedelt ist, in der zeitlichen Erwartung im Prinzip klar nach hinten relativiert:

05.07.2018 Ulan-Bator Mongolei: Was uns alle interessiert, ist nicht die Geschichte, ist unsere Zukunft. Wir wollen zum Herrn kommen und deshalb kommen wir immer wieder in den Gottesdienst, um uns auf diese wunderbare Zukunft vorzubereiten. (...) Es gibt eine Zukunft für das Werk Gottes in der Mongolei. Ihr seid diese Zukunft. 

Noch deutlicher zeigt sich die Relativierung am 16.09.2018 in Merlebach, Frankreich:

Aber für den lieben Gott gibt es nicht die Zeit, in der die Seelen zubereitet worden sind, ob es hundert Jahre sind oder ob sie in 50 Jahren zubereitet wurden, das spielt keine Rolle.

Oder sehr ähnlich am 30.12.18 Rheinberg:

Wir müssen uns bewusst sein, Gott ist über der Zeit. Für ihn ist Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft immer präsent. Er kennt dieses Zeitlimit nicht, er kennt auch die geographischen Grenzen nicht. Er bereitet sich ein Volk zu. Und das macht er in allen Zeiten. Wir sehen nur heute. Er sieht das ganz anders. 

Auch die früher sehr häufig erwähnten Zeichen der Zeit als Begründung der aktuellen Naherwartung werden als falsche und respektlose Vorstellung abgeschafft. Schon 2014 predigte Schneider am 17.08.2014 in Valencia/Venezuela:

Es ist neuapostolische Tradition auf die Zeichen der Zeit zu achten. Man denkt: „Es hat noch nie so viele Erdbeben und Kriege gegeben wie heute. Das ist ein Zeichen, dass der Herr bald kommt." Ich muss zugeben, ich mag diese Denkweise nicht, weil das ein bisschen respektlos ist gegenüber den Menschen, die vor uns gelebt haben. Ich bin mir nicht sicher, ob die Verhältnisse in der Welt heute schlimmer sind als vor einhundert Jahren.

Und in den Leitgedanken 11/2018, deren Herausgeber der Stap ja ist, kann man auf Seite 22 lesen:

Jesus Christus kommt, wenn er es entscheidet. Es wird keine geschichtlich objektivierbaren Zeichen dafür geben. Wir können die Nähe oder Ferne dieses Geschehens nicht an den schrecklichen Ereignissen dieser Welt ablesen und sagen: „Jetzt muss der Herr kommen.“ Das einzige Zeichen ist: „Ich verkündige es euch. Ich sage es euch. Ich komme bald!“.“

Diese Verkündigung hört man aber nur von den Predigern der NAK! Im folgenden Ausschnitt werden die beiden, durchaus verschiedenen Begriffe „Verkündigung“ der Wiederkunft und „Berufung“ sogar in einem Atemzug mit historischem Bezug genannt:

16.09.2018 Merlebach, Frankreich: Wir haben das Unterpfand des ewigen Lebens durch die Gabe des Heiligen Geistes erhalten. Haben wir das Recht zu sagen: „Aber jetzt, für uns, hier und heute ist es zu schwierig geworden“? Haben wir einen Grund, einen einzigen, dieses Versprechen und diese Berufung aufzugeben, während Generationen anderer, die viel weniger als wir hatten, die gelitten haben, nicht die Arme hängen ließen? Haben wir dazu dieses Recht? 

Diese natürlich rein rhetorische Frage wird sogleich sehr deutlich an die Eltern gerichtet beantwortet:

Liebe Eltern, es liegt an euch, lieber Papa, liebe Mama, es liegt an dir, diese Verheißung an dein Kind weiterzugeben, indem du sagst: „Hab Vertrauen zu Gott, er wird dich segnen. Du weißt, der liebe Gott braucht dich, damit du eine Quelle des Segens bist.“
Gib diese Verheißung weiter, gib diese Berufung weiter, bitte, ich will nicht jammern, sondern senke deine Arme nicht. All denen gegenüber, die gelitten haben, würden wir uns lächerlich machen, all denen gegenüber, die unter schlimmsten Bedingungen waren, was wir uns gar nicht vorstellen können, ob das heute das jüdische Volk ist oder die Christen: Sie konnten diese Verheißung und Berufung weitertragen.

Und dieser Auftrag ist uneingeschränkt trotz Widerständen und fachlicher Bedenken auszuführen, wie man dem Amtsblattartikel entnehmen kann, auch  wenn Kinder dadurch möglicherweise psychischen Schaden erleiden könnten:

Leitgedanken 11/2018 Hrg: Stap Schneider S. 12: „Der übernatürliche Charakter der Ereignisse, die wir verkünden (Wiederkunft Christi, Auferstehung der Toten, Entrückung der Lebenden, Tausendjähriges Friedensreich), macht unsere Predigt für einen Teil unserer Zeitgenossen schwer verständlich. Selbst in unseren Reihen raten etliche Lehrkräfte, dieses Thema mit den Kindern nicht zu besprechen, um sie nicht zu traumatisieren. (…) Wenn wir von der Wiederkunft des Herrn reden, so wirft man uns vor, werden mehr die Unterschiede als die Gemeinsamkeiten mit anderen Christen betont. Und wenn wir lehren, man müsse durch einen lebenden Apostel versiegelt sein, um zur Braut Christi zu gehören, bezichtigt man uns der Exklusivität und der Sektiererei. Wie sprechen wir von der Wiederkunft des Herrn? Dieses Umfeld soll uns nicht entmutigen, unseren Auftrag zu erfüllen, die nahe Wiederkunft des Herrn zu verkündigen.

Dass dieser Apell nicht nur in die Gegenwart oder nahe Zukunft gerichtet ist, sondern es insgesamt um kommende Generationen von Kindern und um die Kirche der Zukunft selbst handelt, macht der Stap in den folgenden Zitaten deutlich:

1.06.2014 Toulouse: Wir, die heutige Generation, stellen unsere Prioritäten und Bedürfnisse an zweite Stelle und geben dem Verlangen/Erwartungen der nachfolgenden Generation die erste Priorität. Man opfert sich ein wenig auf, denn die nachfolgende Generation soll sich in der Kirche wohlfühlen. Ich weiß, ich berühre hier sehr empfindliche Punkte. Würde ich aber nicht davon sprechen, wer würde es tun? Die Zukunft unserer Kirche sichern heißt: Sich selbst ein wenig in den Hintergrund stellen, ebenso eigene Bedürfnisse, eigene Ideen, Gedanken, Meinungen und Gewohnheiten, damit die nachfolgende Generation sich in der Kirche wohlfühlt. Dafür sind wir verantwortlich. 

Wir sind daran, die Kirche von Morgen zu bauen.

Für den Komfort der Geschwister sollte in jedem Ort eine Kirche sein. Das würde aber unser ganzes Kapital und das Opfergeld verschlingen, damit jeder nur drei Kilometer zu fahren hätte, um zur Kirche zu gelangen. Wenn man aber statt drei Gemeinden nur eine hat … und wenn auch die heutige Generation dadurch eine größere Wegstrecke zu fahren hat, ist man aber sicher, diese Kirche wird in zehn oder fünfzehn Jahren immer noch bestehen, denn man hat die Mittel zu ihrem Unterhalt. Würde man aber überall Kirchen bauen, würden unsere finanzielle Mittel nicht ausreichen, sie auf der Dauer zu unterhalten. Ein einfaches aber sehr konkretes Beispiel! So muss heute mancher ein Opfer bringen, damit die Kirche morgen noch bestehen kann. Ich rede hier nicht wie der Direktor einer Firma der seine Leute motivieren will, nein, es ist das Evangelium. …Vom Konfirmand bis zur Schwester im Altersheim sind wir alle dafür verantwortlich, die Verheißung des Heils den kommenden Generationen zu verkündigen. Wir wollen von Jesus sprechen, von seiner Lehre und seiner Kirche.

12.01.2016 Yamoussoukro (Elfenbeinküste): Die Zukunft vorzubereiten, heißt, sich ganz besonders um die Jugend und die Kinder kümmern. Und ich brauche euch nicht zu erklären, was zu tun ist, um die Jugend zu motivieren. Die Jugend wird nicht so ticken wie ihre Eltern und Großeltern. Legt ihr keine unnützen Regeln auf; begnügt euch damit, ihr das Evangelium und die Liebe Jesu zu vermitteln. Lasst die Jugend und die Kinder Jesus Christus entdecken und erkennen. Sichert die Zukunft des Werkes

2. 4. 2016 Buenos Aires / Argentinien: Wir müssen uns auch um die Bedürfnisse der zukünftigen Generation und der danach Gedanken machen. Das geht am besten indem wir uns auf das konzentrieren, was für unsere Erlösung notwendig ist. Wir können von der Jugend nicht erwarten, dass sie so leben, wie wir es taten und die gleichen Regeln befolgen, die wir akzeptieren mussten. Sie leben in ihrer eigenen Zeit und werden sich anderen Herausforderungen stellen müssen.

 „Wir sind daran, die Kirche von Morgen zu bauen.“ Das also ist die aktuelle und präferierte Maxime, um die es geht. Diese Zukunft sieht Schneider aber weniger in Europa, sondern vor allem in Afrika, in das Gott jetzt gegangen ist. Die europäische Abwärtstendenz ist also als gottgewollt hinzunehmen:

30.12.18 Rheinberg:  Also ganz am Untergehen sind wir halt nicht. Er hat Großes getan. Jetzt weiß ich, kommt sofort wieder: Ja, in Afrika oder was weiß ich wo, aber hier in Deutschland nicht. (...)
So, jetzt könnte man sagen: Ja, aber was ist das mit dieser Braut da, mit dieser Sammlung der Braut? Da muss ich wieder drauf zurückkommen, Gott arbeitet in einer anderen Dimension! Das betone ich immer wieder. Für Gott hat die Zeit keine Bedeutung, Geographie auch nicht. Die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland, die hat Gott nicht erfunden. Das ist für ihn bedeutungslos. Belanglos!
Ja, er sammelt die Braut, er hat in der Gegenwart gesammelt, in der ersten Christenheit. Dann war das Werk Gottes in Europa sehr stark. Er hat ja dort seine Braut gesammelt.
Jetzt sammelt er weiter in Europa, jetzt ist er aber auch nach Afrika gegangen und in andere Länder. Und wir sind hier betrübt, die haben jetzt Erfolg. Wir haben hier weniger Erfolg. Wir müssen uns bewusst sein, Gott ist über der Zeit. Für ihn ist Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft immer präsent. Er kennt dieses Zeitlimit nicht, er kennt auch die geographischen Grenzen nicht. Er bereitet sich ein Volk zu. Und das macht er in allen Zeiten. Wir sehen nur heute. Er sieht das ganz anders.

Die europäische Zukunft ist also alles andere als rosig. Auch das aber darf nicht der Anlass sein, sich den Tag des Herrn herbeizuwünschen, was ohnehin nichts bringt, weil neuerdings ja ausschließlich der Herr darüber befindet, wann er kommt.

Kanada 2018 (S.44 f): Wir wünschen uns nicht, dass der Herr kommt, weil uns vor der Zukunft graut, sondern weil wir ihn lieben und ewige Gemeinschaft mit ihm haben möchten. 

Warum aber die Wiederkunft Jesu aus Schneiders Sicht wohl noch Generationen auf sich warten lassen wird, lässt sich aus der Weiterführung seines Gedankens schließen:

 Das ist unser Motiv - das Motiv der Braut Christi. Wenn ich gefragt werde: „Warum erwähnen Sie die letzte Seele nicht mehr?“, dann geschieht es aus gutem Grund. Wir wollen, dass der Herr kommt, weil wir ihn lieben. Wir möchten, dass unser Nächster das Heil bekommt, weil wir ihn lieben. Wenn diese Liebe groß genug ist, wenn die Braut Christi von dieser Liebe erfüllt ist, dann wird der Herr wiederkommen, denn dann sieht er: Die Braut ist bereit.

Also halten wir fest: Laut Schneider ist die NAK-Braut des Herrn erst dann bereit für die Wiederkunft, wenn sie aus reiner Liebe auch jedem Nächsten das göttliche Heil gönnt und ihm sogar ausdrücklich wünscht!

Und das wird aber wohl noch einige Zeit dauern …

Und im Ernst:

Stap Schneider maßt sich die Frechheit an, einen bisherigen, unverzichtbaren neuapostolischen Standart der Naherwartung der Wiederkunft Jesu (zentraler Gedanke des Christentums als Parusie inklusiv der Problematik der Parusieerwartung und Parusieverzögerung) mit einem Federstreich wegzuwischen, ihn zu marginalisieren und mit der Bereitschaft der neuapostolischen Braut und ihrer Heilsliebe für den (christlichen) Mitmenschen als Bedingung für dessen Wiederkunft zu verknüpfen. Beim eingangs erwähnten Albstadtzitat hatte ich einen Nachsatz ausgelassen. Schneider setze noch nach:

„Du kennst doch deine Zukunft! Du weißt, wie es weitergeht! Deine Zukunft ist das ewige Leben im Reich Gottes. Dafür hast du das Unterpfand bekommen durch die Heilige Versiegelung. Du hast diese Garantie, wenn du dir Mühe gibst, kannst du in das Reich Gottes reinkommen. Der Herr kommt bald!“ Das ist der Trost aus dem Heiligen Geist.

Aber wie belanglos ist das nachgestellt, sozusagen pro forma als zukünftig irgendwie zu erwartende Vertröstung für das europäische Elend! So gesehen sind Schneiders Reden nichts weiter als Makulatur und Tünche auf die Ruinen des niedergehenden deutschen und europäischen Neuapostolizismus!

lWohl dem, der sich davon nicht blenden und täuschen lässt!

Nachbemerkung 7.4.19

„Frechheit“ ist von mir als Begriff für die Predigtpraxis von Stap Schneider vielleicht etwas zu oberflächlich verwendet, scheint aber aus tradierter NAK-Sicht dennoch nicht gänzlich daneben. Dies sei kurz erläutert. Hat zu früheren Zeiten der Kritiker noch genau das kritisiert, was aus seiner Sicht z.B. theologisch falsch scheint und den Sektencharackter der NAK ausmacht, so arbeitet Schneider seit einiger Zeit exakt selbst daran, damalige Kritikpunkte ab jetzt als falsche Lehre vom Predigttisch zu wischen. Um nach seinen eigenen Worten selbst keine Komplexe mit der neuapostolischen Lehre zu haben, räumt Schneider zumindest teil- und/oder besser zeitweise in seinen Predigten bisherige und eigentlich unverzichtbare neuapostolische Standards mit einem Handstreich weg und gibt damit gleichzeitig zu, dass all diese früheren Lehren eben falsch waren oder relativiert bestimmte Aspekte zumindest neu. Nur geschieht das nicht so konsequent, dass davon die ganze Kirche betroffen wäre. Nach dem Motto: Alles bleibt beim Alten, keine Sorge liebe Geschwister, aber gleichzeitig mache ICH jetzt alles neu, weil der "frühere kindliche Heilige Geist" (siehe hier) jetzt eben erwachsen geworden ist und mir das nun anders geoffenbart hat! 

Was soll sowas? Man kann sich nicht waschen, ohne sich nass zu machen, aber genau das suggeriert der Stap. Im Zitat oben reiht er nahtlos Zukunft an Unterpfand, gibt seinen Zuhörern eine Garantie für das Leben im Reich Gottes, will die Kirche für die weiteren Generationen bereit machen - die in Europa aber definitiv in kürzester Zeit völlig den Bach runter gehen wird – und setzt aber sofort nach: „Der Herr kommt bald!“ Das ist der Trost aus dem Heiligen Geist.“

Was soll der Hörer mit diesen Widersprüchlichkeiten anfangen? Hier geht es überhaupt nicht um Parusie, sondern um die dahinter stehende stammapostolische Willkür. Aus einer allgemeinen Sicht sind seine, wie soll man sagen, Neuerungen?, Lehrveränderungen? Reformen …? richtig und berechtigt, nur tut sich das auch innerhalb der NAK? Nein, überhaupt nicht! Also nochmal: was soll das? Gibt es von nun an Stammapostolisch und Neuapostolisch?

Für mich ist der Grund dieser Reden Schneiders seine selbstgefällige Arroganz: Seht her, ich weiß das alles besser! Was die anderen erzählen ist zwar falsch, interessiert mich aber nicht. Wer im nachfogenden Schneiderlexikon genau nachliest, wird auch die Widersprüchlichkeiten seiner Aussagen feststellen und merken, dass das System Schneider und damit auch das Sytem NAK zunehmend fragmentarisch ist. Will sagen, Schneider neues Gottesreich ist in sich selbst uneins. Damit baut Schneider selbst am Verfall der NAK mit, suggeriert aber wie einst Kohl seinen Schäfchen blühende Ewigkeitslandschaften anstatt noch deutlicher zu sagen: Leute, keine Ahnung, wozu die NAK heute eigentlich noch da ist!  Ein Anfang dazu ist ja gemacht, siehe  hier!

Genau dieses „heute so, morgen anders, aber immer richtig“ ist es, was ärgert. Während die ganze Sache vom Kopf her gewaltig stinkt, streut der Stap seinen braven und immer noch einzig ganz genau wirklichen Gotteskindern haltlosen, euphemistischen, theologischen Sand in die Augen. Seine Apostelkollegen werden sich hüten, dazu etwas zu sagen. Und wenn das Internet nicht wäre und ich diese Zitate hier nicht einstellen würde oder könnte, wer wüsste dann von diesen Reden? Auf nac-today oder in UF wird das nicht publiziert werden ...

Also wenn das nun alles keine Frechheit ist …

 

Weiteres zum Thema bei canities (F.-C. Schlangen) und gleich nochmal und  kirchenreform (Rudolf Stiegelmeyr)

 

Teil 3 Was Gott schon vor 2000 Jahren wusste – Anmerkungen zur Predigt von Stap Schneider im Juli 2019 in Graz (26.7.19)

(hier der von canities vollständig eingestellte, offizielle Bericht:  GD-Bericht Graz 2019-07-14. ):

Stap Schneider: "Vor 2000 Jahren wusste Gott genau, was ich in dieser Woche machen werde. Er wusste genau, wie sich die Menschen in all den Jahrhunderten benehmen werden. Er wusste genau, wie die Menschen heute zu ihm stehen werden. Das wusste Gott schon vor 2000 Jahren, weil die Zukunft für ihn Gegenwart ist. In diesem Wissen hat er seinen Sohn geopfert für dich und für mich. Mag einer sagen: “Das ist sehr theoretisch!” Für mich ist das nicht so. Der liebe Gott wusste genau, wie die Menschen heute sind. Er wusste genau, was ich bin und wie ich reagiere, was ich falsch machen werde; zum zehnten Mal hat er mir etwas gesagt und zum hundertsten Mal habe ich es nicht gemacht. Trotzdem hat Jesus Christus sein Leben am Kreuz gelassen für mich"

Es ist schier unglaublich, was dieser Stammapostel „im Namen Gottes des Vater, des Sohnes und des Heiligen Geistes“ als nach eigener Sicht vom Heiligen Geist inspirierte Predigt an völligem Unsinn hier als neuapostolische Erkenntnis verkündet. Die zitierte Behauptung Schneiders ist nicht einmal als theologisch infantil im Sinne der Verständnisfähigkeit eines 3-4jährigen Kindes anzusiedeln, vielmehr scheint sie Schneiders oft gepredigten, eigenem unreflektierten, theologischem Wunschdenken zu entspringen. Sie ist auch kein Ausrutscher, denn bereits 2014 hatte er am 2.3. in Halberstadt behauptet:

„ Gott ist ewig. Für ihn gibt es keine Vergangenheit, gibt es keine Gegenwart, gibt es keine Zukunft. Sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft ist für ihn Gegenwart. Ich will jetzt gar nicht lange darüber sprechen, aber was heißt das ganz klar? Das heißt, als Gott seinen Sohn geopfert hat, hatte er die ganze Vergangenheit der Menschheit vor Augen, aber auch die ganze Zukunft. Die Zukunft heute war damals schon vor 2.000 Jahren Gegenwart für Gott. Das heißt jetzt ganz einfach: Als Gott seinen Sohn geopfert hat, hat er die Menschen von heute gesehen. Er hat auch die gesehen, die ihn heute verspotten. Er hat die gesehen, die ihn heute verleugnen. Er hat die gesehen, die heute sein Gesetz überhaupt nicht respektieren. Er hat die gesehen, die ihn heute bekämpfen. Er hat die gesehen, die heute gegen ihn arbeiten, seine Schöpfung zerstören. Er hat die gesehen, die heute die Menschen, die er gemacht hat, bekämpfen, töten, foltern. Die alle hat er gesehen, die alle hatte er vor Augen. Dann hat er seinen Sohn geopfert für diese alle.

Diese Darstellungen sind so absurd, dass sie beinahe witzig sind und zeigen wieder einmal, dass die Realsatire oft nicht zu toppen ist. Insofern reizen sie mich fast zu einem ausführlichen Artikel, den ich aber nicht schreiben werde. Hier sollen nur einigen Andeutungen gemacht werden, die den Leser zum weiteren Nachdenken anregen können. Die Problematik liegt aber neben Schneiders theologischer Unfähigkeit im Kern bereits in der christlichen Dogmatik selbst, die einen allmächtigen und allwissenden Gott als Ursache aller Dinge ansieht und ihm zudem das Attribut „gut“ zuschreibt und obendrein zuspitzt, dass Gott aus Liebe seinen Sohn sandte, damit durch seinen Opfertod die Sünden der Menschen vor Gott selbst versühnt/ getilgt sind/ vergeben sind. Wie das ablief hatte Schneider zuvor auch schon am  11.11.18 in Uster beschrieben. Man fragt sich  allerdings, ob das nicht eher in eine zum Datum passende Einleitungsrede in die närrischen Tage gehört  hätte. Schneider predigte:

„Ich kann nur empfehlen, immer wieder in den Evangelien zu lesen und sich damit zu beschäftigen, sich wirklich Zeit dazu nehmen. Der Sohn Gottes war im Himmel in der Herrlichkeit Gottes, dem ging es gut. Weil ihm Gott gesagt hat: „Geh mal runter und teil das Los der Menschen“, ist er auf die Erde gekommen.“

Also so geht nach Schneiders Ansicht Gottvater mit seinem Sohn um! Was für ein Vorbild für alle Väter! Man sollte Schneider der Tradition des 11.11. folgend den Schlips abschneiden!

Fassen wir Stap Schneiders Aussagen zusammen: Gott (Vater) weiß / wusste seit mindestens 2000 Jahren (eigentlich aber vor Grundsteinlegung der Schöpfung, warum nämlich die zeitliche Beschränkung?), dass ich heute Abend einen ketzerischen Artikel über den Stammapostel Schneider schreiben würde, der nach eigener Ansicht der Präsident von Gottes Werk auf Erden ist. Aber nicht nur das, denn er weiß /wusste schon damals – obwohl es eine Vergangenheit für Gott ja nicht gibt - jede Sekunde meines und deines und eines jeden Menschen Leben und Leiden mit allen guten und schlechten Handlungen.  Die Jahrtausende sind also vor Gott schon gelaufen, während wir deterministisch und prädestiniert ohne eigene Veränderungsmöglichkeiten  in unseren jammervollen Jahrzehnten sündhaft vor uns hin leben. Damit das aber für einige von uns in der Ewigkeit wenigstens nicht ganz übel ausgeht, schickte er zur Versöhnung mit sich selbst seinen Sohn eben mal kurz aus dem Himmel für ca, 30 Jahre runter auf die Erde, damit der sich am Kreuz opfert. Das ist absurd!

Ich frage aber: Führt die Ideologie der Gottesidee eines (all-)mächtigen Schöpfers, bei dem 1000 Jahre wie ein Tag sind etc.  nicht zwangsläufig zu solchen Zuspitzungen  und zum letztlich unauflösbarem Theodizeeproblem? Der gute, liebende hinter allem stehende Gott ist angesichts der Verhältnisse des Einzelnen wie des Ganzen eine in sich völlig widersprüchliche Paradoxie, was aber trotzdem die Leute nicht daran hindert, Theologie zu studieren bzw. den sonntäglichen Ergüssen der später examinierten Pfarrer oder gar neuapostolischen Laienprediger zuzuhören. Es ist eben einfacher, dichotom simplifiziert mit Teufel und Gott die Welt zu erklären, als die Ursachen und damit auch die Lösungen beim Menschen selbst als Verursacher zu suchen im Sinne einer Anthropodizee. Für Schneider aber gilt: Gott ist und bleibt verantwortlich, der Mensch kann nichts tun, wird aber in der Zukunft der Geistlichen Schöpfung /Welt, weil er hier im Jammertal dem Werk des Herren, also der NAK und speziell ihren Aposteln, in bedingungsloser Nachfolge die Treue hielt, dermal einst die Krone der ewigen Herrlichkeit empfangen.

Stap Schneider am 13. 5. 18 in Albstadt:  

„Der Herr Jesus hat gesagt: „Er will euch das Zukünftige offenbaren.“ Der Heilige Geist bringt unserem Geist Zeugnis: „Du bist doch ein Gotteskind. Du hast doch das Unterpfand des ewigen Lebens bekommen. Der Herr kommt bald und er wird dich mitnehmen. Er hat dir ja heute schon ein Unterpfand gegeben. Das hast du doch schon in der Hand. Du hast doch die Sicherheit: Gott bereitet einen Platz für dich im Himmel. Du hast das Ticket schon. Du kannst da reinkommen. Du hast schon ein Vorgeschmack auf die Herrlichkeit.“ Der Geist Gottes erinnert uns daran: „Du kennst doch deine Zukunft! Du weißt, wie es weitergeht! Deine Zukunft ist das ewige Leben im Reich Gottes. Dafür hast du das Unterpfand bekommen durch die Heilige Versiegelung. Du hast diese Garantie, wenn du dir Mühe gibst, kannst du in das Reich Gottes reinkommen. Der Herr kommt bald!“ Das ist der Trost aus dem Heiligen Geist.“

Ich halte es an dieser Stelle eher mit dem deutschen Dichter Bert Brecht, der einmal schrieb:

„Viel ist schon gewonnen, wenn nur einer aufsteht und Nein sagt.“

Dies sei hiermit wieder einmal getan!

 

Tipp: F-C Schlangen hat sich auch zum Thema Schneider in Graz geäußert!

 

 

Teil 4   Der liebe Gott,  das Wetter und die Sklaverei – Anmerkungen zur Predigt von Stap Schneider am15.04.2018 in Toronto Kanada (28.7.19 DS)

Worum es geht:

Zitat: 15.04.2018 Toronto Kanada: „Ich bin mir bewusst, dass nicht alle von uns, die heute Morgen kommen wollten, um an diesem Gottesdienst teilzunehmen, dies aufgrund der Wetterverhältnisse realisieren konnten. Aber erlaubt mir dazu etwas zu sagen: Vielleicht fragen sich manche, „Warum konnten wir an diesem Gottesdienst nicht teilnehmen?“ Natürlich können wir den Teufel nicht dafür verantwortlich machen, denn er ist definitiv nicht Herr über das Wetter. Das Wetter wird von Gott entschieden aber das macht es ein wenig schwieriger. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass wir alle für diesen Gottesdienst gebetet und unsere Seelen eingestimmt haben. Ihr habt auch die Lieder eingeübt und nun müssen wir feststellen, der Herr hat entschieden, dass es besondere Wetterverhältnisse gibt und viele konnten deshalb nicht kommen. Also, was läuft hier schief? Vielleicht könnte der Gedanke aufkommen, dass man vielleicht nicht genug gebetet hat oder irgendetwas falsch gemacht hat. Brüder und Schwestern, das ist definitiv nicht der Fall. Um es ganz klar zu machen: Es war der Wille Gottes. Es war nicht Deine Schuld. Niemand ist daran schuld.

Bis soweit!

Chor: Es steht wohl ein Felsen im Zeitenmeer, inmitten der tobenden Wellen

In dem Namen Gottes, des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes“, so begann Stammapostel Schneider den Gottesdienst und seine anschließende Predigt laut offizieller Mitschrift wie folgt:

Meine lieben Brüder und Schwestern, erlaubt mir zunächst eine persönliche Freude mit Euch zu teilen. Als ich diesen Gottesdienst vorbereitet habe – wisst Ihr, wenn man Stammapostel ist, hat man keine Anleitung für Gottesdienste, man muss das Bibelwort selber finden und es ist immer eine Sorge, dass es dann das richtige Wort ist, das man ausgesucht hat – kam ich dann zu diesem Textwort von heute Morgen. Und als ich gestern Abend sah, welches Eingangslied Euer Bezirksapostel ausgesucht hat, konnte ich feststellen, dass das Textwort im ersten Vers zitiert wird. Das war für mich ein Zeichen, „Oh, das hat der Herr ausgewählt!“ und ich war sehr glücklich und froh darüber.“

Kein Zweifel also: Hier wird durch Schneider direkt Gottes Wort verkündet. Bis soweit ist das nicht neu, da dieser Anspruch ohnehin für jede Predigt in der NAK und im Besonderen für die Predigten der Apostel erhoben wird. In nochmals herausgehobener Weise gilt dies dann für den Stammapostel.

Laut 7.6.6 aus dem Katechismus der NAK gilt für das  Stammapostelamt:

„ (Petrus) ist der „Fels“, auf den Jesus Christus seine Kirche baut. Damit ist vom Sohn Gottes ein unauflösbarer Zusammenhang zwischen dem Felsenamt und seiner Kirche geschaffen. Felsenamt und Kirche Christi sind für die Menschen zum Heil in Jesus Christus gegeben.

Der Dienst und die Aufgaben, die der Herr dem Apostel Petrus übertragen hat, werden heute vom Stammapostel ausgeübt.  … Der Dienst des Stammapostels äußert sich in der Reinhaltung und Weiterentwicklung der Lehre, dem Erschließen neuer Erkenntnisse sowie der einheitlichen Ausbreitung des Glaubenszeugnisses. … Der Stammapostel ist oberste geistliche Autorität; …  

Es ist notwendig, dass die Apostel im Einssein mit ihm stehen: Nur auf diese Weise kann die dem Apostolat insgesamt obliegende Aufgabe erfüllt werden, Menschen das Heil zugänglich zu machen.

Die NAK wird in diesem Zusammenhang definitiv als die Kirche Jesu Christi hervorgehoben und der jeweilige Stammapostel als direkt von Jesus beauftragter „Felsen“ und oberste Autorität behauptet, der für die „Reinhaltung und Weiterentwicklung der Lehre und  Erschließung neuer Erkenntnisse“ verantwortlich ist. Die Anerkenntnis dieser herausragenden Position ist aus neuapostolischer Sicht also nach wie vor und speziell für die Amtsträger der NAK die Grundlage und Voraussetzung, dass den ihnen zuhörenden Menschen das göttliche Heil überhaupt zugänglich gemacht werden kann. In dieser Funktion sah sich also Stammapostel Schneider laut seiner einleitenden Worte in Toronto noch zusätzlich  (von Gott) durch die Verbindung von Liedstrophe und ausgewähltem Textwort bestätigt.

Demzufolge müssen auch seine weiteren Ausführungen entsprechend gewichtet werden. Halten sie aber diesem selbst erhobenen Anspruch wirklich stand? Dies soll im Folgenden  an Hand seiner direkt folgenden Einleitung hinterfragt und klar widerlegt werden. Interessant ist dabei, dass der für nac-today schreibende Autor Andreas Rother in seinem Bericht zu diesem Gottesdienst genau diesen Anfang aber auslässt und in seinem Artikel (klick hier) fälschlich behauptet:

Sie waren empört, die Juden, als Jesus ihnen sagte: „Wenn euch nun der Sohn frei macht, so seid ihr wirklich frei“ (Johannes 8,36). Wieso freimachen? Sie waren doch keine Sklaven. Ja, die Römer hatten ihr Land besetzt. Und dennoch konnten sie ihren Glauben leben.

Ein Trugschluss und ein Vorbild gleichermaßen. Mit diesem Widerspruch startete Stammapostel Jean-Luc Schneider am 15. April 2018 in Toronto (Kanada) in die Predigt.“

Die dem Artikel hinzugefügten Fotos zeigen, dass die für diesen Gottesdienst angemietete Convocation Hall der University of Toronto mit ca. 1.700 Sitzplätzen offensichtlich etwas zu groß war: Alle oberen Emporen blieben völlig unbesetzt (Foto 2/10) und auch in den unteren Rängen sind viele leere Stühle zu erkennen (Foto 3/10 und 6/10). Hatte der zuständige Bezirksapostel Mark Woll womöglich das Interesse seiner ca 13.000 Mitglieder falsch eingeschätzt und suchte nach einer Erklärung? Womöglich beim schlechten Wetter?  Von Samstag auf Sonntag war ein Temperaturrückgang von plus 4 auf minus 3 Grad bei leichtem Graupel zu verzeichnen, was für Kanada so ungewöhnlich nicht ist. Dennoch hatte BezAp Woll schon im Vorfeld  dazu geraten, das Wetter zu beobachten und auf die sicher bequemeren Übertragungen hingewiesen.

Wie BezAp Woll das aber mit dem Stap  kommuniziert hat bleibt Spekulation, Tatsache jedoch ist der nun zitierte Predigtpassus von Stap Schneider, der direkt auf die eingangs zitierte Passage folgte:

„Ich bin mir bewusst, dass nicht alle von uns, die heute Morgen kommen wollten, um an diesem Gottesdienst teilzunehmen, dies aufgrund der Wetterverhältnisse realisieren konnten. Aber erlaubt mir dazu etwas zu sagen: Vielleicht fragen sich manche, „Warum konnten wir an diesem Gottesdienst nicht teilnehmen?“ Natürlich können wir den Teufel nicht dafür verantwortlich machen, denn er ist definitiv nicht Herr über das Wetter. Das Wetter wird von Gott entschieden aber das macht es ein wenig schwieriger.“

Die oberste geistliche Autorität der NAK teilt also seinen Zuhörern aus dem Wirken des Heiligen Geistes tatsächlich mit, dass „das Wetter von Gott entschieden wird!“

Da reibt man sich doch staunend das lesende Auge! Schon Stap Fehr ließ einmal verlauten: „Erdbeben sind eine Offenbarung der Allmacht Gottes! Sie dienen auch der geistigen Erweckung, damit man zur Besinnung kommt und weiß, wer man ist, wo man steht und wohin man will. “ (Quelle: 1999 Unsere Familie 11/99 - Seite 9)

Gemäß Schneiders dazu passender Behauptung, Gott entscheidet über das Wetter, gilt das folglich auch weltweit für alle Tsunamis, Überschwemmungen, Tornados etc.  und die jeweils daraus resultierenden Opfer. Was für ein irrwitziges Gottesbild! Gott schickt seinen Sohn zur Versöhnung des sündigen Menschen mit sich selbst und bereitet andererseits völlig ungerührt Wettererscheinungen mit Millionen Toten. Schneider weiter:

Das Wetter wird von Gott entschieden aber das macht es ein wenig schwieriger. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass wir alle für diesen Gottesdienst gebetet und unsere Seelen eingestimmt haben. Ihr habt auch die Lieder eingeübt und nun müssen wir feststellen, der Herr hat entschieden, dass es besondere Wetterverhältnisse gibt und viele konnten deshalb nicht kommen. Also, was läuft hier schief? Vielleicht könnte der Gedanke aufkommen, dass man vielleicht nicht genug gebetet hat oder irgendetwas falsch gemacht hat. Brüder und Schwestern, das ist definitiv nicht der Fall. Um es ganz klar zu machen: Es war der Wille Gottes. Es war nicht Deine Schuld. Niemand ist daran schuld.

Es läuft also etwas schief, aber niemand ist schuld? Das  stimmt nicht wirklich, denn wenn Gott das Wetter tatsächlich verursacht, ist er auch für die Folgen verantwortlich! Welchen Zweck verfolgt Schneider mit solchen absurden Darstellungen? Stap Schneider erwähnt Paulus und erklärt:

Erinnert Euch daran, Apostel Paulus hat gesagt, dass er viele Male versucht hat, die Gemeinde in Rom zu besuchen und jedes Mal war er verhindert. Wir wissen, dass Paulus ein großer Gottesmann war. Er war in der Lage zu beten aber trotzdem konnte er das nicht ausführen, was er geplant hatte und von dem er überzeugt war, dass es gut für die Gemeinde und gut für ihn wäre. Gott war mit ihm nicht einer Meinung. Warum, das wusste er nicht. Wir müssen akzeptieren, dass wir Gott nicht verstehen, nicht begreifen können.“

Also beten hilft auch nicht, wenn Gott eine andere Meinung hat! Er aber entscheidet, der Mensch hat sich devot und vollständig unterzuordnen, denn:

Jesus starb zu unserem Heil, damit wir in sein Reich kommen können. Er sagte, „Wenn Ihr an meinem Wort bleibt und mir nachfolgt und wenn Ihr die Apostel akzeptiert, die ich gesandt habe, um Euch als Teil der Braut Christi zu bereiten, werdet Ihr in mein Reich kommen. Ich werde wiederkommen und Euch zu mir nehmen.“ Das ist das göttliche Versprechen, die Grundlage für unseren Glauben.

Darum also geht es! Schneider versucht nicht einmal, die Widersprüchlichkeiten seiner Ausführungen zu klären sondert mündet wie so häufig in die totalitäre Forderung, den Aposteln nachzufolgen und glaubensmäßig als Sklaven von Jesus der NAK die Stange zu halten.

"Jesus hat sein Konzept von Freiheit erklärt. Er verglich den Zustand eines Sklaven und den eines freien Kindes. Der Sklave ist nicht frei, weil er unter der Herrschaft seines Herrn steht. Er muss den Willen sei-nes Herrn tun, er muss für ihn arbeiten und bekommt dafür keinen Lohn. Das ist der Zustand eines Sklaven. Er muss seinem Herrn gehorchen und bekommt keinen Lohn dafür. Im Vergleich dazu muss ein freies Kind auch dem Vater gehorchen aber am Ende bekommt es das Erbe. Das ist der Unterschied für Jesus. Das ist die Art und Weise, wie er Freiheit erklärt. Da ist der Sklave, der unter der Herrschaft des Meisters steht, für ihn arbeiten muss und nichts dafür bekommt. Auf der anderen Seite sind die freien Kinder, die den Willen des Vaters tun müssen aber Erben sind. Sie werden das Erbteil erhalten."

Schneider setzt also noch einen drauf und deklariert diese geforderte Versklavung und bedingungslose Unterordnung euphemistisch als Freiheit in Christus, die „uns befreit von der Schwerkraft des Menschseins!“ Damit sind diese Menschen „nicht länger Gefangene des Bösen, sie können aus seiner Herrschaft heraustreten und zu Gott kommen. Das ist die Freiheit, die Jesus den Menschen bringen will.  Aber diese Freiheit ist auch ein andauernder Prozess. … im Moment arbeiten wir noch als Sklaven Jesu Christi, wie Apostel Paulus sagt – ohne eine Belohnung zu erwarten. Das ist also auch ein Teil der Freiheit in Jesus Christus. Wir sind nicht länger Gefangene dieser Welt und sagen, „Ich tue dies und dann tut Gott das, ich gebe etwas und Gott gibt etwas zurück.“ Nein, wir tun dies ohne eine Gegenleistung zu erwarten.“

Die Sicht, Christen und im Besonderen Amtsträger als Sklaven Christi zu betrachten, ist auch nicht neu. Bereits am 21.1.2018 predigte Schneider in Berlin-Brandenburg im Ämtergottesdienst:"

" Der Haushalter ist ein Knecht, bzw. ein Sklave, wie alle anderen Knechte, wie alle anderen Sklaven im Haus. Das ändert an seinem Status nichts, er ist und bleibt ein Knecht, ein Haushalter. Das heißt, er ist völlig von seinem Herrn und Meister abhängig. Er hat null Autonomie, er kann nur das machen und ausführen, was der Meister entschieden hat und ihm befohlen hat. Und das ist insofern ein schönes Bild für unsere Tätigkeit in unserem Amt, in unserem Dienst. Auch wenn wir Verantwortungsträger sind, auch wenn wir ein besonderes Amt haben, wir sind Knechte, wir sind Sklaven Christi, wie jedes Glied unserer Kirche. Wir sind völlig vom Herrn abhängig, wir haben keine Autonomie und wollen auch keine haben. Wir wollen lediglich nur das machen und das ausführen, was der Herr Jesus, der Meister, entschieden hat. Was er uns sagt, das machen wir. Wir sind und bleiben Diener, Knechte, Sklaven Jesu Christi."

Diese Sicht wird nun vom Stap beständig wiederholt. Sich dieser gehirnwaschenden Indoktrination zu entziehen ist annähernd unmöglich. Immer wieder werden die gleichen Behauptungen eingehämmert und scheinargumentativ und pseudotheologisch dargestellt. Erst am Ende  der Zeit und der Geschichte wartet laut Schneider die Belohnung:

Wenn wir Christus nachfolgen und immer freier werden in Jesus Christus, dann kann Jesus uns von allem befreien. Wir erhalten den Auferstehungsleib und können eintreten in sein Reich, wo es kein Leid, keine Trübsal, keine Tränen mehr gibt. Das ist ewige Seligkeit. Am Ende der Zeit wird Jesus die gesamte Schöpfung befreien. Das ist dann so, wie es Paulus ausdrückt: „Denn auch die Schöpfung wird frei werden von der Knechtschaft der Vergänglichkeit zu der herrlichen Freiheit der Kinder Gottes.“ Das ist das Ende der Geschichte, die absolute Freiheit Gottes und Jesu Christi.“

Diese schöne, neue NAK-Glaubenswelt Schneiders ist in Wahrheit lebensfeindlich, absolut dysfunktional und unterdrückt den Menschen in dem ihm geschenkten, einzigartigen Leben. Schneiders Gottesbild beschreibt einen Wettermacher, dem die Folgen seines Einflusses völlig gleich sind. Er ist zwar die Ursache des Lebens, verlangt aber die Unterdrückung der persönlichen Lebensentfaltung und eigenen Lebensgestaltung, ohne die göttliches Heil als unerreichbar dargestellt wird! Sklaverei wird dabei zur Freiheit, und das eigentliche Leben beginnt erst nach dem Tod! Die Freiheit des Seins, des in der Welt seins wird kurzer Hand zur Gefangenschaft erklärt, aus der man sich befreien muss, wenn man Zugang zum göttlichen Heil bekommen möchte. Das sind laut Schneider die Grundlagen des neuapostolischen Glaubens, und diese sind wahrlich nicht neu.

Auch wenn sich in den letzten Jahren Öffnungstendenzen  und Lockerungen zeigten, ändert das nichts am durchgängig eingeforderten Prinzip der absoluten Unterordnung.

Es bleibt also dabei:

Die Neuapostolische Kirche war, ist und bleibt eine lebensfeindliche Sekte, die dem Menschen, der ihr hörig ist, schweren psychischen Schaden zufügt! Wer ihre Prinzipien seinen Kindern beibringt und Nachfolge von ihnen einfordert, wird zum Mittäter  ...

 

Teil 5  STAP: Ich hab echt null Ahnung! / Ein Vergleich der Originalpredigt von Stap Schneider am 3.2.2019 in Berlin-Charlottenburg mit dem Bericht in der Zeitschrift „Unsere Familie“ UF Nr 8 vom 6.5.2019  (Druckfassung als pdf)

Autor D. Streich 5.9.2019

Gliederung

  1. Vorbemerkungen
  2. Wörtliche Predigt und Bericht in der UF im Vergleich
  3. Kurzer Exkurs zur Heilsvoraussetzung
  4. Vergleich Fortsetzung
  5. Schlussbemerkungen

Anhang:

Alle Zitate aus der Berliner Predigt in tabellarischer Gegenüberstellung OZ / UFZ als pdf

 

1. Vorbemerkungen

Mitunter stellte sich mir beim Lesen der von mir im Schneiderlexikon zitierten Predigtausschnitte Schneiders die Frage, ob manche der durchaus neuen und teils provokanten Aussagen des Stammapostels auch Eingang in die neuapostolische Denk- und Predigtpraxis finden können, ja ob sie überhaupt dem lesenden Publikum der UF über die eingestellten Gottesdienstberichte zugänglich gemacht oder vermutlich doch eher ausgelassen werden.

Seit Pfingsten 2016 weiß man ja aus Schneiders Predigt, dass „nicht jedes Wort, das gepredigt wird, jetzt göttliche Wahrheit ist. Das weiß ich aus eigener, persönlicher und jüngster Erfahrung. ... Also, es ist glasklar, nicht jedes Wort, das am Altar gepredigt wird, ist das Wort Gottes.“

Folglich musste seitdem die theologische Redaktion der Zeitschrift UF die wörtlichen Mitschriften, aus denen auch ich zitiere, lesen und prüfen, ob es sich ihrer Ansicht nach wirklich um ein göttliches inspiriertes Wort handelt, das da vom geistlichen Oberhaupt der NAK ausgesprochen wurde, oder nicht. Schneider verdeutlichte zudem am 17.10.2017 in George, Südafrika:

„Jesus will nicht, dass wir glauben, dass jedes Wort, das er hier gesprochen hat, ein göttliches Wort ist, aber er möchte, dass wir vom Heiligen Geist inspiriert werden, damit der Heilige Geist in uns wirken kann, damit der Heilige Geist uns sagen kann, das war für dich, das war das Evangelium. Es gibt einige Fehler, es kommt manchmal sogar Unsinn vor. Zumindest in Europa, vielleicht nicht in Südafrika. Aber es passiert, dass einiger Unsinn vom Altar gesagt wird. Aber für den Heiligen Geist ist das kein Problem. Der Geist sagt uns, okay, vergiss dies, aber hör zu, das war das Evangelium: hast du die Stimme Jesu Christi erkannt?“

Schon interessant, dass Schneider weiß, was Jesus nicht will! Der Hörer des Predigtwortes darf oder muss demnach also selbst entscheiden, welche Aussage für ihn das Evangelium ist und welche nicht! Das macht  auch die Aufgabe der redaktionellen Bearbeitung der vorliegenden Predigten nicht einfacher, wollen und sollen doch nun gesprochener Unsinn vom geistgewirkten Evangelium (= Sinn) für alle Leser gleichzeitig unterschieden werden. Es geht somit bei der redaktionellen Bearbeitung nicht mehr nur um die Bearbeitung unnötiger Wiederholungen, schlechten Satzbaus, offensichtlicher Versprecher oder schlechtem Deutsch des Franzosen Schneider, sondern möglicher Weise auch um inhaltlich sogar gravierende,  innovative Aussagen, die vom Verlag entweder original zitiert, korrigiert oder aber sogar ganz weggelassen werden. Mitunter finden sich sogar Einfügungen in den Berichten, die der Stap gar nicht gesprochen hat! Gerade in der Berliner Predigt kreisen seine Gedanken immer wieder um das Stückwerk aller Erkenntnisse nebst dem gravierenden Zugeständnis, von wesentlichen Dingen keine Ahnung zu haben, die in der NAK bisher nicht hinterfragt, sondern als gesetzte Dogmen absolut gesehen wurden.

(Klick hier direkt zu den Keine Ahnung-Predigtzitaten von Stap Schneider und zu einem kritischen Kommentarzu diesen Aussagen:  17.3.19  Die Absurdität neuapostolischer Zukunftsvorstellungen – Anmerkungen zur BAV im November 2018  ).

Wieweit aber dürfen oder sollten Scheiders „Keine Ahnung“-Bekenntnisse wirklich veröffentlicht und dem Leserpublikum zugemutet werden? Wie und nach welchen Kriterien beurteilt also die Redaktion des Verlages Friedrich Bischoff die HG-Predigtäußerungen des Stammapostels? Sind solche Eingriffe überhaupt als zulässig anzusehen?

Ein Vergleich: Reden eines Politikers werden im Vorfeld bereits schriftlich Journalisten zur Verfügung gestellt, dies aber mit dem Hinweis, dass allein das gesprochene Wort gilt. Bei den Predigten Schneiders hingegen gilt faktisch nach Beendigung des Gottesdienstes nicht mehr das gesprochene, sondern das nun für das breitere Leserpublikum von der Redaktion aufbereitete schriftliche Wort. Klar ist, dass Schneiders Predigten wegen ihres großen Umfangs nicht  in das Format der UF passen, sie müssen also zwangsläufig stark gekürzt werden. Allerdings könnte man auch die großformatigen, teilweise sogar zweiseitigen Fotos reduzieren und hätte somit mehr Platz für den Text. Wie weit darf aber die Bearbeitung seiner Predigt wirklich gehen, ohne die eigentliche und klare erkennbare Redeabsicht Schneiders gravierend  zu verändern und damit inhaltlich in ihrer Aussage zu manipulieren?

Dieser Frage soll in der vorliegenden Untersuchung hauptsächlich mittels der vorliegenden Predigt in Berlin und des Berichtes der UF nun exemplarisch an einigen ausgewählten Formulierungen, in denen Schneider mehrfach seine Unwissen über grundlegende Dinge des Glaubens und auch spezifische NAK-Dogmen bekundet, nachgegangen werden. Eine Analyse der gesamten Predigt auch im Sinne einer inhaltlich kritischen Sicht der Äußerungen Schneiders findet in dieser Untersuchung nicht statt, da das den Rahmen dieser Arbeit sprengen würde.  Schneiders inhaltlichen Predigtausführungen bleiben diesmal also von mir fast gänzlich unkommentiert, obgleich ich keinesfalls alle von ihm dargelegten Inhalte vorbehaltslos teile! (Siehe z.B. den Artikel  Motiviert in die Zukunft – Ergänzende Anmerkungen zur BAV im November 2018 ) Aber auch ohne persönliche Stellungnahmen sprechen die z.T. noch zusätzlich eingefügten Zitate Schneiders auch ohne Kommentar eine deutliche Sprache. 

Im Folgenden werden die originalen Zitate aus der wörtlichen Mitschrift als OZ (=Originalzitat), die Zitate aus dem Bericht in Unsere Familie als UFZ gekennzeichnet und sind, wenn nicht anders angegeben, stets Ausschnitte aus der angegebenen Berliner Predigt. Rote Passagen des OZ wurden in der UF bearbeitet oder gänzlich ausgelassen. Blaue Textstellen im UFZ sind freie Einfügungen oder starke Veränderungen, die in Schneiders Predigt in dieser Weise gar nicht vorkommen.

Alle im Text erwähnten Zitate sind im Anhang an die Ausführungen teilweise nochmals erweitert und tabellarisch direkt gegenübergestellt nachzulesen.

 

2. Wörtliche Predigt und Bericht in der UF im Vergleich

Der Leser darf sich eingangs sogleich fragen, ob es einen Unterschied macht, wenn Gott so groß ist, „dass wir immer nur ein Stücklein von ihm kennen können. Unser Wissen ist Stückwerk(OZ), oder ob die Verkürzung im UFZ tatsächlich gleich wirkt: „… dass wir immer nur ein Stück von ihm kennen können.

Schneider setzt noch hinzu: OZ: „Aber wenn man den Heiligen Geist wirken lässt, dann entwickelt sich etwas. Das ist eine schöne Evolution in der Erkenntnis Gottes und man lernt Gott immer besser kennen.“

UFZ: „Aber wenn man den Heiligen Geist wirken lässt, entwickelt sich die Erkenntnis Gottes und man lernt Gott besser kennen.“

Schon hier zeigt sich tendenziell, dass die willkürlichen und sprachlich lieblos wirkenden Verkürzungen in der UF die eigentliche Aussage schon stark verflachen. Und ob sich eine schöne Evolution in der Erkenntnis Gottes entwickelt oder ob sich die Erkenntnis Gottes entwickelt, ist m.E. durchaus ein deutlicher Unterschied. Evolution bedeutet eine schrittweise Veränderung von der historischen über die gegenwärtige bis hin zur zukünftigen Wortverkündung. Diese Auslassung der „Evolution“ reduziert also die eigentliche Aussage wesentlich.

OZ: “Das heißt nicht, das was wir gestern und vorgestern gehört haben und gewusst haben, war alles falsch, es war nur unvollständig.“

Im UFZ wird das „gehört haben“, also die damit implizierte Predigt damaliger Zeit, einfach gestrichen. Wie aber ist es möglich, dass der HG zu früheren Zeiten nur unvollständiges Wissen predigen ließ? Schneiders originale Antwort ist verblüffend!

OZ: “ Schon von Anfang an, als er ganz klein war, hat uns der Heilige Geist die Wahrheit gesagt. Er hat uns belehrt: Gott ist die Liebe!“

Kann der HG vor 50 Jahren überhaupt klein gewesen sein, wenn es ihn denn doch mindestens seit 2000 Jahren gibt? Kann er überhaupt jemals jung bzw. klein gewesen sein, wenn er aus theologischer Deutung heraus grundlegender Bestandteil der Dreieinigkeit Gottes ist und immer die Wahrheit sagt, früher jedoch unvollständig? Diese Behauptung Schneiders  ist kein Versprecher, sondern offensichtlich ein Denkfehler und völliger Unsinn. Demzufolge wird die Redaktion der UF tätig und macht daraus inhaltlich eine völlig andere und eher banale Aussage:

UFZ: „Und von Anfang an, seit wir ganz klein waren, hat uns der Heilige Geist die Wahrheit gesagt, er hat uns gelehrt: Gott ist die Liebe.“

Letztlich ist aber auch dieser Eingriff der UF im größeren Zusammenhang der Aussagen als falsch anzusehen. Denn auch im Bericht der UF steht an anderer Stelle der Satz Schneiders: „Gott schreibt ja auch nicht vor: Du musst das sagen und das sagen, er inspiriert nur durch seinen Geist den Bruder, damit die richtigen Gedanken kommen.“

Korrekt hätte die Bearbeitung dieser Aussage also lauten können:

Und von Anfang an, als unsere Erkenntnis noch ganz klein war, hat uns der Heilige Geist die Wahrheit gesagt, er hat uns gelehrt: Gott ist die Liebe.“

Eigentlich hätte der Stap es aber selbst besser wissen müssen, dass seine bewusst formulierte Aussage vom „kleinen Heiligen Geist“ völlig falsch ist, hat er doch am 22.10.17 in Nürnberg explizit erklärt (OZ):

„Der liebe Gott und der Heilige Geist muss immer wieder Bilder finden, um uns klarzumachen, wie das ist. Er spricht vom Vater und vom Sohn im Himmel, aber wissend, dass der Sohn nicht der Sohn des Vaters ist, er hat ihn nicht gezeugt. Die haben doch immer existiert. Das ist nur ein Bild, das die Verbindung zeigt zwischen den Beiden. Aber es ist natürlich nicht der Vater, der den Sohn gezeugt hat, der Sohn hat auch ewig gelebt, ist genauso alt wie Gott, der Vater.

Demzufolge muss der HG also genauso alt sein wie  Gott als Vater und der Nichtsohn-Sohn, also genauer gesagt ewig alt, zeitlos! Dieses bereits Ewige Leben von Jesus, dem Nichtsohn-Sohn, wurde bekanntlich ja nur kurz für ca. 30 Jahre auf göttlichen Befehl hin unterbrochen!

11.11.18 Uster OZ: Ich kann nur empfehlen, immer wieder in den Evangelien zu lesen und sich damit zu beschäftigen, sich wirklich Zeit dazu nehmen. Der Sohn Gottes war im Himmel in der Herrlichkeit Gottes, dem ging es gut. Weil ihm Gott gesagt hat: „Geh mal runter und teil das Los der Menschen“, ist er auf die Erde gekommen.“

Aber ob sich das tatsächlich so vollzogen hat ist wohl ein anderes Thema für einen anderen Aufsatz!

In Berlin wendet sich Schneider nun dem Nächsten und dessen Erlösung zu.

OZ (UFZ: rote Worte ausgelassen): „Der Heilige Geist sagt uns nicht alles über unseren Nächsten, er sagt uns nur eines: Gott liebt diesen Menschen. Der Sohn Gottes ist für ihn gestorben, er will ihn erretten. Dieser Mensch ist für Gott alles wert und er wird alles daran setzen bis zuletzt, um ihn zu erlösen, um ihn in die Gemeinschaft mit Gott zu führen. Das musst du wissen. Der Heilige Geist sagt uns nicht alles über den Nächsten, er sagt uns aber das Wichtigste: Gott liebt diesen Menschen und er wird alles machen, damit er auf ewig bei ihm sein kann in der neuen Schöpfung. Das musst du wissen! Wenn wir das wissen, wenn wir uns dessen bewusst sind, dann handeln wir auch dementsprechend unserem Nächsten gegenüber.“

Im Bericht der UF wird der zweifache und damit intensivierte Hinweis Schneiders auf die von Gott gewünschte Erlösung des Nächsten sehr verkürzt zusammengefasst.

UFZ: „Der Heilige Geist sagt uns nicht alles über den Nächsten. Er sagt uns nur eines: Gott liebt diesen Menschen. Der Sohn Gottes ist für ihn gestorben, er will ihn erretten, dieser Mensch ist Gott wert und er wird bis zuletzt alles daransetzen, um ihn zu erlösen, damit er auf ewig bei ihm sein kann in der neuen Schöpfung. Das musst du wissen. Wenn wir uns dessen bewusst sind, dann handeln wir auch dementsprechend.“

Die Auslassung im UFZ „ unserem Nächsten gegenüber“ macht die eigentlich konkrete Aufforderung Schneiders völlig schwammig, weil  nun der Bezug zum speziell fokussierten Gegenstand des Handelns, der Nächste, fehlt. Auch die im Original starke Akzentuierung des göttlichen Heilswunsches für alle Menschen, die  die genuin exklusivistische Stellung der NAK deutlich abschwächt, wird durch  die zusammengestrichene Fassung im verkürzten Verlagszitat verschleiert. Die offensichtlich vom Stap bemühte Redeabsicht, den göttlichen Erlösungswunsch für alle Menschen sehr deutlich ins Bewusstsein der Hörer zu rücken, tritt also durch die redaktionelle Bearbeitung stark in den Hintergrund. Wie sich an anderer Stelle noch zeigen wird, scheint dies beabsichtigt zu sein. Dazu später mehr.

Nach den Ausführungen zum Nächsten wendet sich der Stap dem Thema Kirche zu.

OZ: „Was wir von der Kirche Christi wissen, was wir vom Heilswirken Gottes wissen, ist auch nur Stückwerk..“

Dem Verlagsredakteur scheint diese Aussage so nicht gefallen zu haben, denn der Bearbeiter fügt noch konkret die NAK, also das aus seiner Sicht eigentliche Werk Gottes, hinzu:

UFZ: „Was wir von der Kirche Christi wissen, was wir vom Werk Gottes, vom Heilswirken Gottes wissen, ist auch nur Stückwerk.“

Wie erklärt sich ein solcher Einschub? Hat die UF-Redaktion vielleicht in der Predigt ihres Stammapostels den für die gläubigen Leser doch so prägenden und identitätsstiftenden Begriff vom „Werk Gottes“ vermisst und ihn dann flugs eingefügt?

Direkt in Folge setzt der Stap noch erläuternd hinzu:

OZ: „Wir sehen unsere Kirche, wir sehen unsere Gemeinde, wir sehen die Kirche heute und hier und dann haben wir unsere Auffassung, unsere Meinung und Richtung. Es sind viele, es sind wenige, sie sind gut, sie sind schlecht, aber es ist Stückwerk.“

Auch das ist aus Sicht der Redaktion offensichtlich falsch. Sie lassen Schneider nämlich unter Auslassungen und Veränderungen wie folgt predigen:

UFZ: „Wir sehen die Kirche, wir sehen unsere Gemeinde und bilden uns unsere Meinung und urteilen: Es sind viele, es sind wenige, das ist gut, das ist schlecht.  Stückwerk.“

Die Kirche! Welche ist gemeint? Sprach der Stap etwa vom Urteilen? Sprachlich bemerkenswert schlecht auch noch das nur so hingeworfene „Stückwerk“ am Schluss dieser Passage! Im Gegensatz zu dem, was wir sehen, sieht der Schneidergott das jedenfalls völlig anders!

OZ: Gott sieht das ganz anders. Für ihn ist das Werk Gottes die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Für ihn ist das Werk Gottes im Diesseits und im Jenseits.“

Der UF-Gott ist durch den sprachlichen Eingriff weniger differenziert unterwegs:

UFZ: „Gott sieht die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Er sieht das Werk im Diesseits und im Jenseits.

Es macht einen wesentlichen Unterschied, ob das Werk Gottes in einer sozusagen Gleichzeitigkeit die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft ist im Sinne von Bestehen oder Sein (und was sehr zu diskutieren wäre!), oder aber ob Gott nur die Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft sieht. Letzteres ist zumindest nicht problematisch, klingt plausibel, und ist auch in den Ökumene-Runden vermittelbar.

OZ (UFZ: rote Worte ausgelassen): „Wir meinen, wir müssten jetzt messen (UFZ: beurteilen), inwieweit die Braut vorbereitet ist, und schauen auf das, was wir sehen können. Total falsch!  Das ist definitiv falsch, wir können überhaupt nichts daraus schließen.

Wenn wir daran denken, dass uns Gott vor der Gründung (UFZ: Grundlegung), der Welt erwählt hat, und er hat alles so geleitet und so geführt (UFZ nur: gelenkt), dass wir eines Tages den Ruf Gottes vernehmen können und darauf antworten können. Wir haben Null-Ahnung, was Gott alles gemacht hat, damit unsere Erwählung sich konkretisieren kann und wir den Ruf Gottes vernehmen können und darauf antworten können.“

Offensichtlich fand der Bearbeiter die Null-Ahnung über die Konkretisierung der Erwählung der neuapostolischen Gotteskinder vermutlich doch wegen zu viel Ahnungslosigkeit besser nicht erwähnenswert.  Auch der Schluss der eigentlichen Aussage wird aus nicht erkennbaren Gründen nicht nur reduziert, sondern wiederum stark inhaltlich verändert:

OZ: „Wir haben nur so eine kleine Ahnung, aber wir wissen noch längst nicht alles, bei Weitem nicht. Gott hat alles gelenkt und geleitet und geführt, dass wir heute ein Gotteskind sein dürfen.

UFZ: „Wir haben eine kleine Ahnung, aber wir wissen längst nicht alles, wie Gott es gelenkt hat, dass du und ich ein Gotteskind sein können.“

Warum wohl aus Schneiders dass wir heute ein Gotteskind sein dürfendie Umformulierung dass du und ich ein Gotteskind sein können“ wurde? Sollte  dadurch vielleicht direkt und konkret der neuapostolische Leser der UF angesprochen wird.

Trotz allem menschlichen Stückwerks wird Gott aber den Plan der Erlösung weiter durchführen, wobei allerdings der stammapostolische Gott die Erlösung weiter fasst als der redaktionelle UF-Gott:

OZ: „Er wird die Menschen erlösen, er wird dich erlösen, seine Liebe kann niemand aufhalten. Das ist das Wissen, das uns der Heilige Geist vermittelt. - Mach dir doch keine Sorgen, die Liebe Gottes ist allmächtig, niemand kann die Liebe Gottes aufhalten, er wird sein Werk vollenden. Es ist ein Werk der Liebe, und weil er den Menschen liebt und weil er dich liebt, wird er sein Werk vollenden. Das musst du wissen und du wirst erlöst.

Wiederum wird durch die Auslassung „Er wird die Menschen erlösen“ und die erfundenen Einschübe eine anders wirkende Aussage gemacht:

UFZ: „Er wird dich erlösen, das Werk seiner Liebe kann niemand aufhalten. Das ist das Wissen, das uns der Heilige Geist vermittelt: Mach dir keine Sorgen. Die Liebe Gottes ist allmächtig. Weil Gott den Menschen liebt und  weil er dich liebt, wird er sein Werk vollenden. Das musst du wissen. Bleib treu.“

Die stammapostolisch angeführte Menschheitserlösung wird in der UF durch die Bearbeitung manipulativ stark auf die persönliche Erlösung des Lesers, also auf die Mitglieder der NAK,  gelenkt, reduziert und steigernd wird diese persönliche Erlösung hinzugefügt sogar zum „Werk“ seiner Liebe erklärt! Ferner wird aus dem durchaus positiven „und du wirst erlöst“  der banale, typisch neuapostolische, von Schneider aber gar nicht gesprochene Appell „Bleib treu“ mit all seinen unterschwelligen und negativen Konnotationen! Diese Änderungen verfälschen die originale Aussage stark!

 

3. Kurzer Exkurs zur Heilsvoraussetzung

Zur Erläuterung: Predigt Schneider hier etwa eine ökumenische Heilslehre? Gilt etwa das vom Stap angesprochene Heilsangebot für alle Menschen völlig uneingeschränkt? War das etwa die Befürchtung des Bearbeiters, die neuapostolische Lehre zu verwässern? Deutlich nein und keine Sorge! Denn damit jeder Mensch mit Gott in die Gemeinschaft geführt werden kann, bedarf es nämlich laut Schneiders eigener Rede durchaus einer gravierenden Grundvoraussetzung. Dies zeigte seine Ansprache, die dem UF-Team vermutlich auch vorliegt, im Entschlafenen-GD am 1.7.2018 in Horn-Bad Meinberg-NRW überdeutlich:

OZ: Auch die vielen Menschen, die es wirklich nicht schön hatten auf dieser Erde, haben die Möglichkeit, im Jenseits noch alles zu empfangen. Dieser Gedanke begeistert mich, muss ich sagen. Herzlichen Dank, lieber Gott, für dieses Heilsangebot auch im jenseitigen Bereich! (…) . Welche Mühe haben sich die Seelen gegeben, zu diesem Glauben zu kommen, an die Kirche zu glauben, dass genau da, bei diesen unvollkommenen Menschen, Gott Heil vermittelt. Für manchen war das eine Riesenüberwindung, an die Vollmacht der Apostel zu glauben, die Vollmacht, die Gott uns unvollkommenen Menschen gegeben hat; mancher wurde so enttäuscht -von Menschen, von Ämtern, von Kirchen; und Gott sagt ihnen: Wenn du jetzt Heil empfangen willst, dann musst du zu den lebenden Aposteln gehen, denen habe ich Vollmacht gegeben, sie können dir helfen.

Halten wir fest: Laut Schneider, der zwar nach eigener Bekundung keine Ahnung vom „ Wie und Was“ hat und dies reichlich, hat Gott als Chef ganz konkret seinen Bediensteten zwar die absolute Vollmacht zur Heilsvermittlung erteilt, kann aber selber eben deswegen nicht mehr tätig werden! Ein völlig absurder Gedanke! Jeder Firmenchef, der einem Angestellten eine Unterschrifts- und Handlunsvollmacht (Prokura) erteilt, darf dennoch selbstverständlich immer noch eigenständig handeln! Dennoch knüpft der Stap das Heil und die Erlösung der Menschen im Jenseits wie im Diesseits klar an diese Bedingung!

 

4. Vergleich Fortsetzung 

Weiter im Text mit dem, was von der Redaktion der UF aus Schneiders Predigt nicht zitiert wurde. Speziell die vollständige Streichung der folgenden Predigtpassage ist erwähnenswert.

OZ: Ich hab null Ahnung, wie das mit der Ersten Auferstehung geschehen wird. Ich hab echt null Ahnung, ich weiß nicht, wie das zustande kommt. Ich weiß es nicht, ist mir auch egal. Das ist Stückwerk. Wir wissen nicht genau, wie das Heil im Tausendjährigen Friedensreich vermittelt wird. Keine Ahnung. Echt keine Ahnung, ich weiß es nicht. Das ist Stückwerk. Unser prophetisches Reden, was wir von der Zukunft wissen, ist auch nur Stückwerk.“

Lediglich die Schlussaussage Schneiders „Was wir über die Zukunft wissen, ist nur Stückwerk“  bleibt in der UF davon übrig!

Das bekundete Nichtwissen über die zukünftigen Dinge scheint dem Stap aber wichtig zu sein, denn auch am 12.5.19 predigte er in Kapstadt, Südafrika:

OZ: „Was immer Gott tun will, er kann es tun. Was immer er sagt, er macht es dann. Wir vertrauen dem allmächtigen Gott. Nichts ist ihm unmöglich.

Sehr oft, besonders junge Leute, wollen wissen und fragen mich: Aber Stammapostel, wie können wir an diese erste Auferstehung glauben? Das ist so eine verrückte Geschichte. Wie stellst du dir das vor?“ Darauf antworte ich: Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nicht, wie er Christus vom Tod auferweckt hat. Er hat es getan! Der Kraft Gottes sind keine Grenzen gesetzt.

Oder am 26.1.19 in Koforidua-Ghana:

OZ: „Viele Gemeindemitglieder stellen Fragen. Ich bekomme eine Menge E-Mails und eine Menge Briefe. Vor allem die Jugend möchte wissen: "Wie wird die erste Auferstehung ablaufen? Wie wird es weitergehen? Kannst du das erklären? Wie wird Jesus es schaffen, uns in den Himmel zu führen? Und was wird mit unserem Körper und unserem Nächsten geschehen? Wie geht es weiter? Und ich antworte immer: "Ich habe keine Ahnung!" Und das habe ich nicht. Alles, was ich will, ist, Teil der Braut Christi zu sein. Vertrödele nicht die Zeit mit nutzlosen Diskussionen, um die Zukunft voraussagen zu können. Das ist nicht unsere Aufgabe. Wir haben mit unserer Amtseinsetzung die Gabe erhalten, die Braut Christi vorzubereiten. Es ist sinnlos, alle Fragen beantworten zu wollen.“

Rigoros wird aber die zu Recht bekundete Ahnungslosigkeit Schneiders vom Verlag sehr in Grenzen gehalten, verändert oder verschleiert. Fakt ist, dass in der Originalpredigt Schneiders die Formulierung „(keine) Ahnung“  neunmal, im Bericht der UF aber lediglich dreimal an relativ unverfänglichen Stellen erscheint! Gänzlich unerwähnt bleiben auch die zusammenfassenden Schlussausführungen Schneiders, in denen er u.a. (siehe die vollständige Schlussrede im Anhang) abermals betont:

Nur OZ:  Er sagt uns auch nicht alles über unseren Nächsten. … . Er sagt uns aber das Wichtigste: Du, den hat Gott so lieb, dass der Sohn Gottes für ihn gestorben ist! Ihn will Gott in die Gemeinschaft mit sich führen, das musst du wissen! Handle danach! (…) wir sehen nur das Sichtbare. Und das ist so ein kleines Stück vom Werke Gottes. Wir können daraus überhaupt nichts schließen.(…) Er wird dich erretten, niemand kann seinen Plan aufhalten. Er sagt uns nicht alles über die Zukunft. Keine Ahnung, wie das geschehen wird und was da geschehen wird. Es lohnt sich, treu zu bleiben bis zuletzt.

Nochmals wird also weder die vom Stap wiederholte und prinzipiell auf alle Menschen ausgeweitete Heilserwartung noch das bekundete Nichtwissen über das Wie und Was zukünftig geglaubter Ereignisse in der UF erwähnt. Nur der letzte Satz aus Schneiders Schlussausführungen wird auch im Bericht mit einem allerdings frei hinzugefügtem und eigentlich verfälschendem „Fazit“ noch zitiert:

UFZ: „Fazit: Es lohnt sich, treu zu bleiben bis zuletzt.“

Weitere Artikel zum Thema unter:

Aktueller Totenkult in der NAK

Die Absurdität neuapostolischer Zukunftsvorstellungen

Stap Schneider fängt wieder bei Adam und Eva an! Oder: Jesus, geh mal runter und teil das Los der Menschen!

 

5. Schlussbemerkungen

Was bleibt nun aber als conclusio aus der Gegenüberstellung von Schneiders Originalpredigt mit der Bearbeitung in der UF?  Die Überschrift zum Bericht in der UF lautet bekannter Weise „Gottesdienst in Berlin- Charlottenburg.“ Dass dabei wirklich fehlerhafte Ausführungen korrigiert werden, ist selbstverständlich und nicht zu kritisieren. Doch das war eigentlich nur bei der Aussage mit dem „kleinen HG“ der Fall. Also stellen sich mir  folgende Fragen:

1.      Ist es korrekt, die schriftliche Wiedergabe so zu deklarieren, als ob sie von Schneider direkt so gesprochen wurde, obwohl zahlreiche Auslassungen und Kürzungen bestimmte Fokussierungen und Aussagen Schneiders verschleiern oder verändern?

2.      Ist es vor allem korrekt, seine Predigt durch absolut frei eingefügte Ergänzungen nach eigener Meinung des Redakteurs zu ergänzen?

3.      Dürfen solche Manipulationen vorgenommen werden, ohne dass das an irgendeiner Stelle erwähnt und vor allem konkret gekennzeichnet wird?

4.      Welche Absichten stehen hinter den Eingriffen in den originalen Text?

5.      Sollen womöglich Schneiders ungewöhnliche Aussagen geglättet werden, um sie für den treuen NAK-Leser kompatibel zu machen?

6.      Mussten die Ausführungen Schneiders tatsächlich an jeder Stelle zwangsweise verändert oder sogar zensiert werden, weil sie aus Verlagssicht falsch sind oder dem Leser nicht zuzumuten sind?

7.      Sind die hier nachgewiesenen manipulativen Eingriffe in die Originalrede Schneiders die Regel bei allen Berichten?

8.      Wer kontrolliert den Redakteur und seine Bearbeitungen und warum steht er nicht als Co-Autor bzw. Bearbeiter unter dem Text?

9.      Weiß Stap Schneider, wie seine Predigten durch die Verlagsverschriftungen elementar verändert werden?

Wäre ich an Stammapostel Schneiders Stelle, würde ich das jedenfalls als einen völlig unzulässigen Übergriff eines kleinen Redakteurs gegenüber der Predigt des aus eigener Sicht immerhin geistlichen Führers des Werkes Gottes auf Erden und der jenseitigen Welt ansehen. Aber vielleicht denkt Schneider, wie im Artikel vielfach zitiert, doch einfacher strukturiert als ich auch nur:

Keine Ahnung! Eben doch alles Stückwerk, oder?

Fakt ist aber, dass die vorgenommenen Eingriffe der Redaktion des Verlages zumindest in diese hier zugrunde liegende, originale Predigt des Stammapostels zu einer verschrifteten Rede führen, die so definitiv von Schneider nicht gehalten wurde. Die möglicherweise angeführte Begründung der Notwendigkeit von Kürzungen rechtfertigt keinesfalls die vorgenommenen Verfälschungen seiner deutlichen Redeabsicht. Gerade die von Schneider selbst vorgenommene, inhaltliche Zusammenfassung am Ende seiner Predigt hätte problemlos zitiert werden können und müssen, hätte man ihn korrekt wiedergeben wollen. Genau dieser Abschnitt wurde aber vollständig gestrichen! Zudem bestünde auch die Möglichkeit, dem interessierten Leser Schneiders Predigt umfänglich über die Homepage des Verlages zur Verfügung zu stellen! Die mir vorliegenden Originalmitschriften werden meines Wissens nach durchaus unverändert auch bis in die Bezirksämterebene weitergereicht und teilweise in Ämterstunden auch den priesterlichen Ämtern mündlich vermittelt!

Es sind auch nicht möglicher Weise sprachliche Unzulänglichkeiten des Verfassers der Bearbeitungen als Ursache dieser inhaltlichen Eingriffe anzusehen. Im Gegenteil scheinen die vorgenommenen Veränderungen zielgerichtet zu sein und deuten auf eine konkret dahinter liegende Absicht, die stammapostolischen Aussagen, die nämlich nicht ins Konzept der UF passen, soweit zu neuapostolisieren, dass sie den Leser und Abonnenten dieser Hochglanzbroschüre nicht in seiner Sicht auf die dort beschriebene, schöne neue NAK-Welt womöglich verunsichern oder gar verschrecken.

Fazit: Die Predigten des Stammapostels werden vom Verlag FB neuapostolisiert und auf Linie gebracht?

Man sollte das Abo für dieses Zensurblatt auf der Stelle kündigen!

 

Anhang: Ausschnitt "Stap Schneiders Schlusszusammenfassung":

Liebe Geschwister, soviel zu diesem Wissen. Der Heilige Geist führt uns in die Erkenntnis Gottes. Diese Erkenntnis Gottes wirkt durch das Wissen des Heiligen Geistes, wenn wir das im Glauben aufnehmen, wenn wir uns damit beschäftigen, wenn wir damit arbeiten, dann wird diese Erkenntnis immer größer. Wir können Gott in mannigfacher Weise erleben. Wir können sein Wesen immer besser verstehen. Das heißt nicht: Dass das, was wir gestern wussten und was gestern gepredigt wurde, falsch war. Es war nur unvollständig! Wir wissen heute ein bisschen mehr und werden morgen noch mehr wissen.

Der Heilige Geist sagt uns aber immer das Wichtigste. Er sagt uns, wer Gott ist! Er sagt uns, dass Gott die Liebe ist. Der Heilige Geist zeigt uns nicht alles, was Gott für uns macht, er erklärt nicht alles, er sagt uns aber: Du kannst mir vertrauen. Gott liebt dich, vertraue ihm.

Er sagt uns auch nicht alles über unseren Nächsten. Das brauchen wir gar nicht zu wissen! Das ist auch gut so, dass wir das nicht wissen. Er sagt uns aber das Wichtigste: Du, den hat Gott so lieb, dass der Sohn Gottes für ihn gestorben ist! Ihn will Gott in die Gemeinschaft mit sich führen, das musst du wissen! Handle danach! 

Er sagt uns nicht alles über das Werk Gottes, wir sehen nur das Sichtbare. Und das ist so ein kleines Stück vom Werke Gottes. Wir können daraus überhaupt nichts schließen. Aber der Heilige Geist sagt uns: Mach dir doch keine Sorgen, Gott ist die Liebe, er vollendet sein Werk der Liebe! Er wird dich erretten, niemand kann seinen Plan aufhalten. Er sagt uns nicht alles über die Zukunft. Keine Ahnung, wie das geschehen wird und was da geschehen wird. 

Aber er sagt uns: Vertrau mir! Wenn du bei Gott bist, wird das so groß sein, du wirst gar nicht mehr an das Vergangene denken. Du wirst die vollkommene Liebe Gottes erleben. Und deine Liebe wird vollkommen sein, die ewige Gemeinschaft mit Gott fassen! Es lohnt sich, treu zu bleiben bis zuletzt!

 

8.9.2019  Offener Brief per Mail (info@bischoff-verlag.de) an die Redaktion des Verlages Friedrich Bischoff 

Betreff: Bearbeitungen der Predigten von Stap Schneider

Sehr geehrte Redaktion des Verlages Friedrich Bischoff,

mir liegen die originalen Mitschriften der Predigten von Stap Schneider von 2014 bis heute vor. Auf Grund der dabei gelesenen und ausgewählt eingestellten Zitate daraus (siehe Schneiderlexikon) hat es mich verwundert, dass viele markante Aussagen nicht in Ihren Berichten auftauchen.

Das hat mich veranlasst, eine Untersuchung vorzunehmen, in wieweit die originale Predigt des Stammapostels 2019 in Berlin Charlottenburg in Ihrem Bericht wiedergegeben wird:

STAP: Ich hab echt null Ahnung / Ein Vergleich der Originalpredigt von Stap Schneider am 3.22019 in Berlin-Charlottenburg mit dem Bericht in der Zeitschrift "Unsere Familie" UF Nr. 8 vom 6.5.2019

Link: https://nak-aussteiger2010.beepworld.de/schoene-neue-welt.htm#null ahnung

Das Ergebnis meiner Untersuchung hat mich einigermaßen staunen lassen und zu folgenden Fragen kommen lassen:

1.      Ist es korrekt, die schriftliche Wiedergabe so zu deklarieren, als ob sie von Schneider direkt so gesprochen wurde, obwohl zahlreiche Auslassungen und Kürzungen bestimmte Fokussierungen und Aussagen Schneiders verschleiern oder verändern?

2.      Ist es vor allem korrekt, seine Predigt durch absolut frei eingefügte Ergänzungen nach eigener Meinung des Redakteurs zu ergänzen?

3.      Dürfen solche Manipulationen vorgenommen werden, ohne dass das an irgendeiner Stelle erwähnt und vor allem konkret gekennzeichnet wird?

4.      Welche Absichten stehen hinter den Eingriffen in den originalen Text?

5.      Sollen womöglich Schneiders ungewöhnliche Aussagen geglättet werden, um sie für den treuen NAK-Leser kompatibel zu machen?

6.      Mussten die Ausführungen Schneiders tatsächlich an jeder Stelle zwangsweise verändert oder sogar zensiert werden, weil sie aus Verlagssicht falsch sind oder dem Leser nicht zuzumuten sind?

7.      Sind die hier nachgewiesenen manipulativen Eingriffe in die Originalrede Schneiders die Regel bei allen Berichten?

8.      Wer kontrolliert den Redakteur und seine Bearbeitungen und warum steht er nicht als Co-Autor bzw. Bearbeiter unter dem Text?

9.      Weiß Stap Schneider, wie seine Predigten durch die Verlagsverschriftungen elementar verändert werden?

Es würde mich freuen, wenn Sie mir von der Redaktion einige Erklärungen und Antworten zu den Fragen zukommen lassen würden.

Mit freundlichen Grüßen und in der Hoffnung auf Antwort

Gez. Detlef Streich

15.9.19 Update:

Da bisher vom Verlag keine Reaktion erfolgte, habe ich nochmals eine Anfrage direkt an den Geschäftsführer Jürgen Kramer, der laut eigener Angaben die inhaltliche Verantwortung gemäß §55 Abs. 2 RStV trägt, geschickt:

Sehr geehrter Herr Kramer,

ich möchte sie persönlich als Geschäftsführer des Verlages fragen, ob von Ihnen bzw. der Redaktion des Verlages noch eine Reaktion und Antwort auf meine Anfrage vom 8.9.19 zu erwarten ist?

Gemeint ist mein Offener Brief : https://nak-aussteiger2010.beepworld.de/schoene-neue-welt.htm#offener brief

Mit freundlichen Grüßen

Detlef Streich

 

24.9.19 Anmerkung aktualisiert (25.9.): Wie kaum anders zu erwarten blieb bisher auch diese zweite Bitte unbeantwortet. Vermutlich würde sich der Verlag mit jedem Versuch einer Erklärung vollends in Widersprüche verwickeln, so dass die unhöfliche Variante der Ignoranz meiner Anfrage die einzig mögliche Entscheidung ist.

Falls jemand unter meinen Lesern sich auch für das Thema interessiert und selbst beim Verlag nachfragen möchte, hier ein Link auf die Mitarbeiter und deren Mailadressen:

https://www.bischoff-verlag.de/unternehmen/ansprechpartner

Diese beiden hier wären genau richtig, Zitiert aus Quelle NAK Süd:

Dr. habil. Reinhard Kiefer leitet das Ressort Theologie im Bischoff-Verlag ist und seit Jahren Theologischer Referent und Leiter der Theologiedienste der Neuapostolischen Kirche International. Er ist zudem ehrenamtlich für die Kirche tätig, als Gemeindeevangelist.  

E-Mail: r.kiefer@bischoff-verlag.de

Lothar Selmes hat Evangelische Theologie, Geschichte und Philosophie in Mainz, Heidelberg und Darmstadt studiert. Er ist im kircheneigenen Verlag Friedrich Bischoff verantwortlicher Redakteur für das Ressort Theologie. Auch ist er Mitglied der Theologiedienste der Neuapostolischen Kirche International (Zürich).

E-Mail: l.selmes@bischoff-verlag.de

Bis soweit also zur neuapostolischen Behauptung, Schneiders Predigt wäre im Wesentlichen als Gottes Wort die heilsnotwendige Verkündigung des Evangeliums, allerdings wohl in schriftlicher Form erst nach der Zensur und Ergänzung bei gleichzeitiger Verstümmelung der originalen Aussagen durch die Redaktion des Verlages Friedrich Bischoff.

Nebenbei angemerkt zur Frage, ob der Verlag solche Eingriffe an der gesprochenen Predigt rein juristisch überhaupt vornehmen darf? Antwort: Ja, denn alle Veröffenlichungsrechte an jeder Predigt und somit des vom Stammapostel jeweils aktuell verkündetem Wort Gottes hat der Verlag ganz exklusiv und kann somit nach Belieben damit verfahren. Nac.today ist da keine Ausnahme, sondern eine Unterabteilung des Verlages und untersteht dessen Aufsicht bzw. trägt der Verlag damit sogar die Verantwortung für das Geschreibsel von Rother und Co!

Vielleicht ist der verantwortliche Redakteur für die stammapostolischen Bearbeitungen aber auch in Ungnade gefallen, hat gekündigt oder die Altersgrenze erreicht. Eine weitere Arbeitsstelle ist jedenfalls neu ausgeschrieben:

Zitat aus der Stellenausschreibung bei der NAK-Süd (Quelle):

Für die Zeitschriftenredaktion suchen wir zum nächstmöglichen Zeitpunkt,  spätestens zum 01. Januar 2020, einen engagierten Redakteur mit Schwerpunkt „Theologie“ (m/w) im Rahmen einer Vollzeittätigkeit.

Zu Ihren Aufgaben gehören: • Verantwortung für das Segment „Wort und Glaube“ der Zeitschrift Unsere Familie • Mitarbeit bei der Erstellung der Zeitschrift spirit • Theologische Beratung der Kollegen in den verschiedenen Redaktionsressorts • Verfassen und Redigieren theologischer Artikel

Ihr Profil: • Abgeschlossenes wissenschaftliches Hochschulstudium vorzugsweise der evangelischen,  katholischen oder altkatholischen Theologie, alternativ Hochschulstudium der Religionswissenschaft bzw. Kombination der Fächer Theologie oder Religionswissenschaft mit passenden Fächern wie z. B. Germanistik, Anglistik oder Geschichte • Gute Kenntnisse der neuapostolischen Lehre, Geschichte und des Katechismus • Fremdsprachenkenntnisse (gute Englischkenntnisse sind unerlässlich) • Ausgeprägte Kommunikationsfähigkeit, Teamgeist • Belastbarkeit • Identifikation mit den Aufgaben, Zielen und Werten der Neuapostolischen Kirche • Erfahrungen in der kirchlichen Gemeindearbeit • Aktive Zugehörigkeit zur Neuapostolischen Kirche

Bitte senden Sie Ihre aussagefähigen Bewerbungsunterlagen mit Angaben zum frühesten  Eintrittstermin einschließlich Ihrer Gehaltsvorstellung bis spätestens 30.06.2019 per Mail oder  Post  (…)

Dass die Ausschreibung durchaus an  (m/w) adressiert ist, darf verwundern. Sollte zukünftig etwa eine Glaubensschwester ohne Amt den Stap redigieren, obwohl Frauen in der NAK nicht predigen dürfen? Wie auch immer, Ziel der Verlagsarbeit ist laut Begleittext jedenfalls:

Zitat: Der Bischoff Verlag ist ein Unternehmen der Neuapostolischen Kirche. Zu unseren Kunden zählen neben den Kirchenmitgliedern und ­verwaltungen auch Buchhandlungen, Agenturen und Verlage.

Als internationales christliches Medienhaus publizieren, verlegen und vertreiben wir ein interessantes Spektrum an qualitativ hochwertigen Produkten. Wir haben es uns zur Aufgabe gemacht, christliche Werte über Konfessions­, Alters­ und Landes grenzen hinaus zu vermitteln.

Wenn in der UF laut dieses Textes also tatsächlich christliche Werte über Konfessionsgrenzen hinaus vermittelt werden sollen (obwohl oder trotzdem  der Verlag ein Unternehmen der NAK ist!), muss man schon das eine und andere Schneiderwort zurechtschreiben, vielleicht auch, um es ökumenefähig zu machen oder zumindest den Anschein zu erwecken!

Aber grundsätzlich stellt sich die Frage, ob es denn faktisch ein aktives, neuapostolisches Mitglied mit Gemeindeerfahrung und abgeschlossenem Hochschulstudium der Theologie, dass sich trotzdem "mit den Aufgaben, Zielen und Werten der Neuapostolischen Kirche identifizieren" kann, überhaupt gibt?

Ich denke, die Stelle ist bestimmt noch frei!

 

30.11.18  Anmerkungen  zu Schneiders Jenseitsvorstellungen

Woher kommen die in der NAK und solche speziell von Stap Schneider behaupteten „Tatsachen“ über das Leben und Sein in der von ihm dezidiert beschriebenen und behaupteten Entschlafenenwelt?

Innerhalb der NAK haben die Totenversiegelungen eine lange Tradition. Bereits 2006 schrieb ich in der Ausarbeitung ´Konstitutive Merkmale der NAK`, dass zur „ ´sichtbaren` Bestätigung des gottgewollten Weges man in den frühen Zeiten nicht einmal davor zurückgescheut hatte, Martin Luther, Calvin und andere wichtige verstorbene Menschen namentlich zu bezeichnen und als ´in der Ewigkeit dazugekommene Seelen` zu feiern. Bis 1904 veröffentlichte man sogar genaue Angaben über die Anzahl der vollzogenen ´Entschlafenenversiegelungen`.

Am 28. Juli 1916 ordinierte auf der Apostel- und Ämterversammlung der damalige Stammapostel Niehaus öffentlich auch Apostel und Bischöfe aus den Reihen der Verstorbenen für die unerlöst Verstorbenen!

Anton Doskocil beschreibt in seinem Buch „Brauche ich neue Apostel“ (1932) den damaligen Vorgang wie folgt: „In ihrem Gottesdienst tritt dann der versiegelte Verwandte eines Verstorbenen vor den neuen Apostel und bittet für den Toten. Dieser ruft den Geist eines verstorbenen Apostels herbei und beauftragt ihn, jenen Verstorbenen zu versiegeln. Dann legt der neue Apostel die Hand auf dessen Verwandten und betet dabei für den Verstorbenen.“

Noch heute missioniert die NAK nicht nur das Diesseits, sondern auch ´erfolgreich` dreimal im Jahr das Jenseits, denn auch dort kann Gott nach Auffassung der Kirche nur durch das ´Gnaden- und Apostelamt` erlösendes Heil bewirken.“

Hier einige weitere Zitate bis in die heutige Zeit zum Thema:

1874 Apostel Schwarz aus einer Schrift mit dem Titel "De Herinnering"; Übersetzung aus dem Niederländischen  von Bezirksapostel G. Knobloch; ´Entschlafenenwesen`, S.72:

„Amsterdam, den 10. April 1874

Im Abendgottesdienst war Versiegelung. Es wurden viele Entschlafene mit Feuer und dem Geist getauft. Durch die Weissagungen wurden wir belehrt, daß die Entschlafenen sich in unserer Mitte befänden. [...] Und denkt euch nur, am Ende des Gottesdienstes kam eine Weissagung (doch ich habe sie noch nicht empfangen): "Ich, der Herr ... gedenke heute an meinen Knecht Martin LUTHER, damit er zu meiner Braut gehöre. Mein Knecht VERKRUISEN, gehe zu meinem Knecht, dem Apostel, und lasse dich taufen für meinen Knecht Martin LUTHER." Mithin gehört Vater LUTHER fortan zu den Erstlingen und wohl zum Stamme Juda!

16. April 1874: Dann kann ich euch folgendes Gesicht mitteilen: Bei der Versiegelung von Martin LUTHER umgab den Apostel SCHWARTZ und Bruder VERKRUISEN ein Glanz von Licht, und in diesem Licht befanden sich viele Entschlafene.

22. April 1874: Am Himmelfahrtstag empfingen vier Christen die Versiegelung, dann viele Entschlafene, darunter die Reformatoren MELANCHTHON, CALVIN, ZWINGLI, STILLING, DA COSTA und HARMS mit Frau. Somit ist unsere Zahl vermehrt und wir sind der Herrlichkeit einen Schritt näher gekommen.“

1898 Auszug aus einem Bericht des Apostels (Stammapostels) Friedrich Krebs vom Januar (zitiert aus ´Das Entschlafenenwesen`, G. Knobloch):

„Nach dem Grundsatze: was ihr Apostel hier auf Erden bindet und löset, soll auch im Himmel gebunden sein, somit ist dies auch im Himmel der ganzen Geistes-Gemeinschaft hier und unter den Entschlafenen festgestellt.

So wollen wir weiter in das Totenreich gehen, und zwar auf dem Wege, den der Herr Jesus selbst ist und vorgegangen ist, um wie hier auch dort Sünden zu vergeben und dadurch eine Erlösung zu schaffen, daß auch sie, die Entschlafenen, mit dem Blute des Lammes ihre unbekannten Sünden und dadurch bewirkten Schulden bezahlen und aus ihnen herauskommen können.“

1969 Stammapostel Walter Schmidt, Aus: Amtsblatt Nr. 5:

Wir haben uns nicht in dem Irrgarten der religiösen Gemeinschaften verlaufen und durch die Geister dieser Welt binden lassen, sondern der Herr hat sich unser angenommen und uns zu Schafen seiner Weide gemacht. Als solche erkennen wir auch unseren Auftrag im Dienst der Liebe an denen, die ihr Erdenkleid abgelegt haben. Kraft ihres Amtes walten die Apostel Jesu, um den unerlöst in die Ewigkeit Gegangenen je nach dem Stande ihres Glaubens die Sakramente zu spenden.“

1986 Bezirksapostel Knobloch 1986 im Vorwort zu ´Das Entschlafenenwesen`:

Weil der Herr Jesus keine Vorschriften für die Arbeit an den Entschlafenen hinterlassen hat, wenigstens befinden sich solche nicht im Neuen Testament, sind die Apostel in ihrer Entscheidung  frei, nach gangbaren Wegen der Hilfe zu suchen.“

2003 Apostel Kreuzberger in der Jugendzeitschrift ´spirit`, Ausgabe 1/03:

„Zu anderen Glaubensinhalten gibt die Bibel nicht so detailliert Auskunft, etwa was das Leben nach dem Tode betrifft ... . Bei solchen Fragestellungen setzen wir auf die Offenbarungen aus dem Heiligen Geist ...“

2006 Stammapostel Leber in Böblingen 26.02., Originalmitschrift:

 „Ich denke, dass es drüben in der Ewigkeit auch so ist wie hier, dass unsere Lieben auch ab und zu Seelen mitbringen zum Entschlafenen-Abendmahl. So wie wir auch Gäste mitbringen, die dann auch zum Abendmahl gehen! Ich weiß nicht, ob es stimmt, denn drüben herrschen strenge Hierarchien!“

2006 Stammapostel Leber im Wort zum Monat November:

„Es liegt im Willen unseres himmlischen Vaters, dass das „Feuer des Evangeliums“ nicht nur hier auf der Erde ausgebreitet wird, sondern auch in den Bereichen der jenseitigen Welt. Schon dadurch, dass das „Feuer des Evangeliums“ in uns brennt, können wir eine Hilfe sein. Denn wenn wir mit warmen Herzen die Seelen in jener Welt berühren, wenn wir also geistigerweise brennen, dann wird dieses Feuer überspringen und es werden viele Seelen in den jenseitigen Bereichen vom „Feuer des Evangeliums“ erfasst werden. Dann nehmen sie die Einladung an, zum Altar zu kommen und die Sakramente zu empfangen.“

Der Versuch, konkrete Vorstellungen über eine jenseitige Welt zu entwickeln, scheint so alt zu sein wie die Geschichte der Menschheit selbst. Neuere Erkenntnisse der Paläoanthropologie, die sich mit der Trennung der Linien von Schimpansen und Frühmenschen vor etwa 7 Millionen Jahren beschäftigt, haben in letzter Zeit erstaunliche Erkenntnisse hervorgebracht. Bisher wusste man, dass Frühmenschen in der mittleren Altsteinzeit, also Homo sapiens und Neandertaler vor mindestens 120.000 Jahren, bereits verschiedene Begrabungsrituale ihrer Verstorbenen praktizierten, bei denen u.a. Beigaben mit ins Grab gegeben wurden. Keine andere Spezies auf unserem Planeten tut etwas auch nur entfernt Ähnliches, trotz ausdauernder Trauer einer Schimpansenmama, die ihr totes Kind drei Tage mit sich herumträgt!
Die Neandertaler bohrten vor 40.000 Jahren und noch früher ein Loch in die Schädeldecke, damit vermutlich die Seele dem Körper entfliehen konnte. Vor 70.000 Jahren bestatteten sie ihre Toten in Hockstellung.

Die bislang ältesten Bestattungsfunde sind sogar zwischen 226.000 bis 335.000 Jahre alt.  Ungefähr in dieser Zeit begannen die Frühmenschen, das Feuer zu beherrschen, also Licht zu nutzen. 2013 fand man in der Höhle Rising Star in Afrika die Überreste von ca. 15 Individuen des Homo naledi (Kinder, Kleinkinder, Erwachsene und alte Personen) in einer Kammer , die 90 Meter vom Eingang entfernt war und nur über einen sehr schmalen Zugang in die Tiefe zu erreichen war. Fossilien von Tieren fehlten fast vollständig, was darauf schließen lässt, dass die Verstorbenen unter schwierigsten Bedingungen von den Stammesmitgliedern selbst dort abgelegt wurden. Der Homo naledi war im Durchschnitt nur 1,5 Meter groß, wog 45 kg und hatte ein Hirn von der Größe einer Orange.

Ist aber dieses Verhalten bereits mit religiösen Vorstellungen verknüpft gewesen? Die sehr frühen Bestattungen werden von einigen Wissenschaftlern eher als Schutz verstanden, dass die Toten nicht von Hyänen oder anderen Tieren zerrissen werden sollten.
Aber 90 Meter in die Tiefe mit der Last des Toten nur als Schutz vor Verstümmelung? Es wird bei der Hinterfragung bleiben.

Die Wissenschaft geht heute davon aus, dass die Ausbildung des präfrontalen Kortex die Fähigkeit zur Selbstreflexion ermöglichte. Die Folgen daraus sind auch Fragen nach dem „Woher und Wohin“ des Individuums Mensch nach seinem Tod und der ursächlichen Verortung von Gut und Böse in geisterhaften, göttlichen Mächten, denen der Mensch in seinem Leben ausgeliefert ist. Denn wenn mein Kollege bei der Jagd vom Blitz erschlagen wird und ich nicht, muss dahinter irgendein Grund liegen (Kontingenz). Also kein gutes Gottesbild ohne böse Dämonen oder Teufel. Sonst wäre der gute Gott ja auch verantwortlich für das Böse! Eine spaltende Frage, die sich nach Auschwitz und der daraus folgenden Theodizee , also Gottes Verantwortlichkeit/ Rechtfertigung für das (zugelassene) Böse, bis auf den heutigen Tag stellt. Theologische Antworten bleiben fadenscheinig. Und die Anthropodizee, also die reine Verantwortlichkeit des Menschen selbst für seine Handlungen, ist eine zugegeben für Viele unbequeme Lösung. Damit wird aber auch die Gottesfrage aus dem Spiel genommen werden.

Doch zurück zu den Anfängen.

Wir dürfen also sicher annehmen, dass in Folge des sich entwickelnden präfrontalen Kortex und der damit verbundenen kognitiven Revolution vor ca. 70.000 Jahren auch Überlegungen zur Existenz an sich und zur Transzendenz des Seins ergaben. Wenn der Mensch stirbt und eine geglaubte, nicht sterbliche Seele aber bleibt, muss auch deren weitere Existenz ähnlich Bedingungen unterworfen sein, wie es das irdische, biologische Leben hat. Manche Wissenschaftler formulieren diesen Drang zu religiösen Vorstellungen mit dem Begriff „Homo religiosus“, der sagen will, dass der Mensch biologisch determiniert nicht in der Lage ist, religiöse Vorstellungen zu unterlassen. Bereits Kinder entwickeln ohne erzieherische Einflüsse Vorstellungen über Gott und ein Weiterleben nach dem Tod!

Die heutigen, wissenschaftlichen Erkenntnisse der Urknallforschung und hier explizit der weiteren Entwicklung des Kosmos können neben der Evolutionstheorie aber Gott als handelnden Schöpfer völlig ausschließen. So ist die Evolution des Lebens von Anfang bis heute trotz Lücken grundsätzlich gut dokumentiert. Der den Menschen schaffende und ins Leben rufende Gott hat hier keinen Platz mehr. Menschen selbst sind in unserem biologischen Sein eine Landkarte der Evolution, die in sich alles vereinigt, was zuvor evolutionsgeschichtlich passierte. Ohne die Frühformen des Lebens in Form von Viren und Bakterien, die in uns aktiv sind,  wären wir z.B. überhaupt nicht lebensfähig! Der Darm als Verdauungstrakt zeigt das zum Beispiel.

Und wann und wie sollte der Mensch erst Recht aus sich heraus innerhalb der Evolution eine unsterbliche Seele gebildet haben, wenn nicht nur in der Vorstellung seines präfrontalen Kortex? Alle sich daraus in Folge entwickelnden religiösen Vorstellungen einschließlich ihrer bis heute kirchlich manifestierten Dogmen wären demnach nur Annahmen, die letztlich auf uralten, imaginierten Interpretationen des Menschen auf seine Sicht der Welt und die als Axiom anzusehende Behauptung einer ihm innewohnenden, unsterblichen Seele sind.

Falls dennoch „Gott“ als Grund alles Seienden der Verursacher des Urknalls und damit der Entstehung von Zeit und Raum und letztlich des Lebens sein sollte, dürften wir es hier mit einer Seinsform zu tun haben, über die wir uns keinerlei Vorstellungen machen können und sollten, weil ALLE Annahmen darüber nur falsch sein können und lediglich dem Versuch des Menschen entspringen, Unerklärliches zu erklären.  Dieser Versuch aber muss in Paradoxien enden, z.B. in der von Schneider postulierten Idee, dass in der „Ewigkeit“ das Leben für die nicht versiegelt gestorbenen Menschen durch die vollzogene neuapostolische Totenversiegelung eben erst so richtig beginnt. Das allgemeine Heilsversprechen der ersten Christen für alle Menschen, die christlich glaubten, galt - und das war neu - auch für Frauen und Sklaven. Diese versprochene, scheinbare Gewissheit war so reizvoll, dass andere Religionen oder Philosophien verdrängt wurden. Auch der heute glaubende Christ erwartet nach dem Tod, seine Verwandten und Freunde wieder zu sehen. Die Variante der NAK geht wie üblich nun noch ihren exklusivistischen Schritt weiter und betont, dass das volle Heil zunächst aber nur den verstorbenen NAK-Mitgliedern zuteil wird. Nach einer dreieinhalbjährigen Hochzeit im Himmel, an der fast nur NAK-Mitglieder teilnehmen, dürfen sie dann aber als sogenannte Könige und Priester 1000 Jahre lang das Evangelium allen Lebenden und Toten verkünden. Dabach kommt dann das große Gericht, in dem Gotte entscheidet, wer von den bisher ca. 108 Milliarden, also 108000000000 Menschen angenommen und wer auf ewig verworfen wird. Diesem Gericht sind die neuapostolisch Versiegelten aber nicht unterworfen, da sie bereits im Lebensbuch des Lammes stehen. Welch Glück! Zur Zeit sind das weltweit  übrgens entgegen der offiziellen Zahl von 9 Millionen nach eigener Hochrechnung  nur ca. 1,8 Millionen, also 1800000  aktive Kirchgänger. In Deutschland kann man sicher von nicht mehr als 60. - 80.000 Aktiven ausgehen (offiziell 333.000).

Um diese Aufgabe jedoch erfüllen zu können, muss man im Leben darauf vorbereitet werden und im Prinzip sein eigenes Leben aufgeben. BezApostel Kraus drückte das in einem Rundschreiben für die USA und Kanada 1989 wie folgt aus: (Originale Scanversion in englisch)

Ein Neuapostolisches Mitglied, ein so genannter Anwärter auf die Königswürde, die ihn erwartet, hat nur eine Sache zu erfüllen und das ist: Das zu tun, was ihm befohlen ist. Ansonsten hat er absolut nichts zu vermelden.
Hätte Gott es seinen Kindern, für die er den höchsten Preis bezahlte, genehmigt,  ihre eigenen Ideen mit einzubringen, hätte dies den ersten Schritt in Richtung Massenverwirrung, wie wir sie heute in dieser Welt haben, bedeutet. ...

Das Gegenteil von Demokratie, welche die Massenverwirrung in unsere Zeit brachte, ist Autokratie. Wir haben dieses Wort im Wörterbuch nachgesehen und es steht dort umschrieben mit "der göttliche Wille". Dieser göttliche Wille regiert im Werk unseres Gottes und wird von unserem Stammapostel im höchstmöglichen Maße geschützt. Dies unterstützen wir mit all unserem Leben. Des Menschen Wille ist Gift im Bezug auf den göttlichen Willen und wir haben keinen Platz für Gift in unserer Kirche.

All jenen, die mit obigen Gedanken nicht übereinstimmen, kann ich nur sagen, dass der Herr Jesus sie in einer ganz bestimmten Gruppe zusammengefasst hat und ihnen einen ganz besonderen Namen verpasst hat; er nannte sie Törichte.

.... Wir werden uns um niemanden kümmern, der sich nicht in bedingungslosem Gehorsam unterwirft. Warum sollten wir uns auch um diese Törichten kümmern? ...

Vergesst also nicht: Die zukünftigen Könige und Priester kennen während ihrer Lehrzeit hier auf Erden nur ein Gesetz: Zu gehorchen und das zu tun, was ihnen aufgetragen ist. Sie haben nichts das Geringste zu vermelden in diesem göttlichen Werk. Ihre Aufgabe besteht einzig und allein darin, in bedingungslosem Glaubensgehorsam nachzufolgen.

Wer meint, dass das veraltet sei, lese nun nach, was Stap Schneider 2013 in Saarbrücken sagte:

„Der Herr Jesus erwartet von einem Jünger, dass er nie kommt mit einer Ausrede und dem Herrn klarmachen will, ja aber weißt du, jetzt in dieser Situation, in diesem Fall kann ich das nicht machen, das geht jetzt nicht. Da brauch ich jetzt eine Entschuldigung, aber es geht nicht. Ein Jünger ist immer gehorsam, der bleibt am Wort Gottes, was auch kommen mag. Das ist für ihn selbstverständlich ...

Es gibt für ihn keinen Kompromiss. Gehorsam, Glaubensgehorsam ist dem Herrn Gehorsam. Das ist der wahrhaftige Jünger. Wenn ihr an meinem Wort bleibt, kein Kompromiss, wir bleiben dabei auch wenn es schwer ist, auch wenn es manchmal schmerzhaft ist – wir bleiben gehorsam.

Oder 2015 in Berlin:

„Also, wer an die Apostel glaubt, darf sich auf die Fürbitte Jesu berufen.  … Wer nicht mehr so an die Sendung glaubt, wer nicht mehr an das Erlösungswerk glaubt, wer so langsam zurückgeht, wird zum Feind.“

Und 2018 in Berlin:

 „Der Haushalter ist ein Knecht, bzw. ein Sklave, wie alle anderen Knechte, wie alle anderen Sklaven im Haus. Das ändert an seinem Status nichts, er ist und bleibt ein Knecht, ein Haushalter. Das heißt, er ist völlig von seinem Herrn und Meister abhängig. Er hat null Autonomie, er kann nur das machen und ausführen, was der Meister entschieden hat und ihm befohlen hat. Und das ist insofern ein schönes Bild für unsere Tätigkeit in unserem Amt, in unserem Dienst. Auch wenn wir Verantwortungsträger sind, auch wenn wir ein besonderes Amt haben, wir sind Knechte, wir sind Sklaven Christi, wie jedes Glied unserer Kirche. Wir sind völlig vom Herrn abhängig, wir haben keine Autonomie und wollen auch keine haben. Wir wollen lediglich nur das machen und das ausführen, was der Herr Jesus, der Meister, entschieden hat. Was er uns sagt, das machen wir. Wir sind und bleiben Diener, Knechte, Sklaven Jesu Christi.“

Immer noch ist und bleibt der Tod und die nachfolgende geistige Welt ein Druckmittel für Verhaltens- und Glaubensvorgaben im Besonderen für Amtsträger, ohne die zu befolgen man das von der Kirche kreierte Heilsziel aber auch als nur Mitglied nicht erreicht. Je nach Glaubenslehre erwarten einen bei der Nichtbefolgung der Regeln sogar furchtbare Qualen bis in alle Ewigkeit hinein!

In seiner sehr lesenswerten Bibeltriologie lässt der Zeichner und Texter Ralf König seinen Adam in dem ersten Band „Prototyp“ hingegen sagen:

Ich fürchte nicht den Tod! Denn wenn er ist, bin ich nicht, und wenn ich bin, ist er nicht!“ (S. 52, gebundene Ausgabe)

Sehr nett hat Yuval Noah Harari die Problematik zugespitzt so formuliert:

"Legenden, Mythen, Götter und Religionen tauchen erstmals mit der kognitiven Revolution auf. Viele Tier- und Menschenarten konnten »Vorsicht Löwe!« rufen. Aber dank der kognitiven Revolution konnte nur der Sapiens sagen: »Der Löwe ist der Schutzgeist unseres Stammes.« Nur mit der menschlichen Sprache lassen sich Dinge erfinden und weitererzählen. Man könnte sie deshalb als »fiktive Sprache« bezeichnen.
Nur der Mensch kann über etwas sprechen, das gar nicht existiert, und noch vor dem Frühstück sechs unmögliche Dinge glauben. Einen Affen würden Sie jedenfalls nie im Leben dazu bringen, Ihnen eine Banane abzugeben, indem Sie ihm einen Affenhimmel ausmalen und grenzenlose Bananenschätze nach dem Tod versprechen. Auf so einen Handel lassen sich nur Sapiens ein." Zitat: Yuval Noah Harari / 'Eine kurze Geschichte der Menschheit'.

Die Anfälligkeit und auch Verführbarkeit des Menschen für jegliche fiktiven Versprechen ist weit verbreitet und macht auch nicht Halt vor den Renditeversprechen der Banker. Auch die Verführung durch religiöse Lehren und spezielle Lehrer ist unüberschaubar vielfältig und erfindet sich stets neu.

Man bedenke aber, dass das geschenkte Leben, in das jeder geborene Mensch getreten ist, selbst wohl einmalig ist! Dies gilt es zu nutzen!

Alles Andere ist a priori seit Generationen über jahrtausende hinweg gehegtes Wunschdenken und fiktive, zumindest aber nicht belegbare Spekulation!

Das Leben mit all seinen Möglichkeiten hingegen ist definitiv!

 

5.12.18   2a. Anmerkungen zum Evolutionsverständnis der NAK und auf Stap Schneiders Sicht der Schöpfung

Die folgenden Anmerkungen verstehen sich als Fortsetzung zu den Ausführungen zum Thema Jenseitsvorstellungen. Gehen wir zunächst in die Historie der NAK zur Frage der Evolution und damit Menschwerdung. Wer den Menschen als direkt von Gott schöpfend erzeugte Lebensform ansieht, muss sich die Frage nach der unsterblichen Seele im Menschen nicht stellen, da Gottes Hauch sie ihnen einblies. Dabei können sie sich zudem berufen auf 1 Mose 6 Luther Bibel 1545:

 „Da sich aber die Menschen begannen zu mehren auf Erden und ihnen Töchter geboren wurden,da sahen die Kinder Gottes nach den Töchtern der Menschen, wie sie schön waren, und nahmen zu Weibern, welche sie wollten.“

So ist die Lesart möglich, dass es einerseits Gottes eigenhändig geformte Kinder mit Seele gab und andererseits auch die Kinder/Töchter der Menschen als evolutionäre Entwicklung der Schimpansen ohne Seele. Interessant dabei, dass die Schimpansenhervorkömmlinge, zu denen sich Gottes Geschöpfe eher hingezogen fühlten,  wohl bedeutend hübscher waren als Gottes Versuch der Weibchengestaltung aus Adams Rippe. Das missfiel Gott natürlich und sogleich plante er Maßnahmen:

Da sprach der HERR: Die Menschen wollen sich von meinem Geist nicht mehr strafen lassen; denn sie sind Fleisch. Ich will ihnen noch Frist geben hundertundzwanzig Jahre. Da aber der HERR sah, daß der Menschen Bosheit groß war auf Erden und alles Dichten und Trachten ihres Herzens nur böse war immerdar, da reute es ihn, daß er die Menschen gemacht hatte auf Erden, und es bekümmerte ihn in seinem Herzen,und er sprach: Ich will die Menschen, die ich gemacht habe, vertilgen von der Erde, vom Menschen an bis auf das Vieh und bis auf das Gewürm und bis auf die Vögel unter dem Himmel; denn es reut mich, daß ich sie gemacht habe.

Kaum geschöpft und schon wieder verworfen, 8 „aber Noah fand Gnade vor dem HERRN!“ So ging die Geschichte also doch noch wenigstens durch einen, also den letzten Überlebenden der von Gott geschaffenen Menschen weiter …

Im Jahr 1972 galt in der NAK die Evolutionslehre noch als Häresie, man hatte das wörtlich zu glauben, was in der Bibel steht! So konnte Apostel Startz AM 10.5.1972  in einem privaten Schreiben auf eine Frage hin die Sache wie folgt erklären:

„Wir geben zu, daß durch Ausgrabungen der Neandertaler Mensch gefunden wurde, der schon vor 100 000 Jahren gelebt haben soll. Steht es aber Gott nicht zu, von dem Menschen, den er schaffen wollte, zuerst ein Modell zu machen? In dem Modell hat er aber nicht gewohnt. Ein kluger Bauherr läßt sich von einem Architekten auch zuerst ein Modell anfertigen. Dieses wird er nie beziehen oder gar darin wohnen. So hat Gott auch nicht in dem Neandertaler-Menschen gewohnt. Er war lediglich das Modell. Dann aber kam die Stunde, in welcher der allmächtige Gott die Worte sprach: "Lasset uns Menschen machen, ein Bild, das uns gleich sei!" In diesem Ebenbild Gottes wohnte der Herr, denn er gab ihm seinen Geist und dadurch wurde der Mensch zu einer lebendigen Seele.“

Auch Stammapostel Fehr hatte 2001 noch nicht so richtig Vertrauen in die Wissenschaft und bemerkte im übertragenen Pfingstgottesdienst an:

„Ich weiß, wir leben in einer Zeit, wo alles angezweifelt wird und die Eckwerte des Evangeliums umgestoßen werden. Ich sagte den Aposteln vor dem Gottesdienst, dass ich kürzlich gehört habe, wieder von jemandem, der sagt: Tot ist tot, und dann ist alles aus, und es gibt keinen Schöpfer aller Dinge. Es ist alles entstanden durch die Moleküle und schließlich durch einen Urknall, und wie die Theorien alle heißen. Dann habe ich gesagt:
Das ist genau gleich, wie wenn man behaupten würde, durch eine Explosion in einer Buchdruckerei ist das Brockhaus-Lexikon entstanden.“

2004 gab es dann noch etwas holprig eine NAKI Verlautbarung vom 11.11. zur Evolutionstheorie:

“Die Neuapostolische Kirche sieht in der Evolutionstheorie keine geeignete Erklärung für die Schöpfung, weil diese Theorie Gott als Schöpfer in ihre Betrachtungen nicht einbezieht. Dagegen sieht sie in den wissenschaftlichen Erkenntnissen zur Evolution keinen Widerspruch zu den Aussagen der Bibel. (...) Es ist denkbar, dass der heutige Mensch (Homo sapiens sapiens) von Anfang an ein beseelter Mensch war, möglicherweise schon vor über 130.000 Jahren.”

Etwas präziser als „es ist denkbar“ wurde es ein gutes Jahr später in der „Unsere Familie“ 07/05, Verlag Friedrich Bischoff, Frankfurt (Quelle)

„Im Mittelpunkt dieses Berichtes steht Gottes schöpferisches Tun, das allein aufgrund des befehlenden Wortes geschieht („Es werde Licht! Und es ward Licht“, 1. Mose 1,3). Liest man den Text genau, dann fällt auf, dass Gott nicht nur durch sein Wort Wirklichkeit, Dinglichkeit und Geschöpflichkeit schafft, sondern darüber hinaus Anweisungen für eine weitere Entwicklung und Entfaltung des Geschaffenen gibt. ...
In bildhafter Weise wird geschildert, wie Gott zuerst den Mensch schuf und dann alles zum Dienst des Menschen bereitete. ... Man sollte sich immer im Klaren darüber sein, dass sich in Wissenschaft und Glaube ein jeweils völlig anderer Zugang zur Wirklichkeit eröffnet. Aus unserem Glauben heraus bekennen wir: Der Kosmos, die Natur, der Mensch sind von Gott geschaffen, unabhängig davon, wie sich ihre Entstehung im Einzelnen vollzogen haben mag.

Demnach ist Gott der Auslöser und Initiator aller sich in Gang setzenden, evolutionären  Prozesse. So ganz klar war die Sache in Bezug auf den Menschen aber immer noch nicht, denn was bedeutet „bildhafte Weise“ nun konkret in Bezug auf Adam und Eva?

Im März 2009 bemühte sich Stap Leber im Artikel ´Wie verstehen wir die Heilige Schrift? (Quelle) um weitere Klarheit und schrieb:

„Was das Alte Testament anbelangt, so muss man sagen, dass viele Dinge sicherlich symbolisch und metaphorisch zu verstehen sind. Das betrifft insbesondere die Schöpfungsgeschichte. Wenn da zu lesen ist, dass „der Herr den Menschen aus Erde vom Acker“ machte und ihm „den Odem des Lebens in seine Nase blies“, dann handelt es sich hierbei um eine bildhafte Ausdrucksweise, die nicht wörtlich genommen werden kann. So verhält es sich mit der gesamten Schöpfungsgeschichte. Somit brauchen wir uns auch nicht in Widerspruch zu naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zu setzen.“

So ganz klar war aber auch das noch nicht, weil die eindeutige Formulierung, dass Gott NICHT den Menschen geschaffen nach wie vor vermieden wurde. Deshalb gab es am 01.03.2010 von Stap Leber noch ´Ergänzende Ausführungen zu unserem Verständnis der heiligen Schrift? (Quelle)

„Wie hat sich denn in diesen riesigen Zeiträumen die Erde von den Anfängen des Lebens bis zu den heute vorhandenen Lebensformen entwickelt? Nun, alles spricht für eine allmähliche Entwicklung, eine Evolution. Das steht auch im Einklang mit der Heiligen Schrift, wo von einer stufenweise Entwicklung von den Pflanzen über die Tiere bis zum Menschen berichtet wird.

Endlich ist die Katze aus dem Sack: „Alles spricht für eine allmähliche Evolution von den Pflanzen, Tieren bis hin zum Menschen!“ Gott ist jetzt aus dem konkreten, persönlichen Schöpferspiel genommen, obgleich "er hinter allem steht! Er hat den ganzen Entwicklungsprozess in seiner Hand gehalten, und das Leben in all seinen vielfältigen Erscheinungsformen nach seinem Willen hervorgebracht.“

Aber da bleibt ja immer noch die Frage nach der unsterblichen Seele offen. Passt sie in die stufenweise Entwicklung? Nein, natürlich nicht. Deshalb das folgende Konstrukt als Setzung:

„Die Heilige Schrift sieht den Menschen grundsätzlich als ein mit einer unsterblichen Seele ausgestattetes Wesen an. Der Zeitpunkt, wann die ersten mit einer Seele ausgestatteten Menschen auftraten, lässt sich wissenschaftlich nicht bestimmen, denn die Seele als das von Gott gegebene unsterbliche Leben ist wissenschaftlicher Forschung nicht zugänglich. Die menschenähnlichen Vorformen, die es zuvor gegeben haben mag, waren also nicht mit einer unsterblichen Seele ausgestattet.“

Aber wann ist der Mensch nun wirklich Mensch? Eine Meinung ist, dass im Augenblick der Verschmelzung von Ei und Samenzelle ein neuer Mensch entsteht, weil in diesem Lebewesen bereits die gesamte Potentialität eines später entwickelten Menschen vorhanden ist. Dazu passt auch eine Formulierung des französischen Philisophen Jean-Luc Nancy (geb.1940), der wie Kant auf die Frage, was der Mensch sei, selbst keine Antwort hat, aber Folgendes zu bedenken gibt:

„Der Mensch ist ein vornehmlich denkendes Wesen, seine Handlungen sind eingebettet in das geistige Umfeld seiner Zeit. …  Nein, der Mensch ist kein vollendetes Wesen. Wir sind unendlich. Unendlich sein heißt nicht, unendlich lange zu leben, es heißt, dass es etwas in uns gibt, was nicht von der Zeit abhängig ist. Etwas, das über die Zeiten trägt, das uns nicht auf unsere kurze Lebenszeit reduzieren lässt. Was lernen wir in unseren Menschenleben? Wir lernen, dass wir letztlich nie ein komplett fertiger Mensch geworden sind! (Quelle)

Die antike Embryologie besagte, dass der Embryo in den ersten dreißig oder vierzig Tagen unbeseelt bleibt. Dazu passt, dass nur drei von 10 befruchteten Blastozysten sich stabil einnisten.  Kann man vor dieser Tatsache dann tatsächlich jeder befruchteten Eizelle bereits die schützenswerte Menschenwürde zugestehen? Ich möchte an dieser Stelle jedem Leser die Beantwortung dieser Frage selbst überlassen.

Und was meinte Leber 2010 nun noch zu dem aus seiner Sicht ersten, beseelten Menschenpaar Adam und Eva? Genau genommen war eigentlich ja nur Adam beseelt, Eva ist doch aus seiner Rippe gemacht! Aber egal, Leber sagt:

„ Der biblische Bericht über das erste mit einer Seele ausgestattete Menschenpaar Adam und Eva zeigt in sehr anschaulicher Weise, dass die Menschen sogleich in Sünde gefallen sind. Auch dieser Bericht mag bildhafte Elemente enthalten, ich rate aber dazu, nicht zu sehr zu analysieren, was wörtlich und was bildhaft zu verstehen ist. Das führt uns im Glauben nicht weiter.“

Nun, auch seine Bemerkung führt hier in der Betrachtung wirklich keinen Millimeter weiter, im Gegenteil! Wozu dann also das Ganze? Lebers bezeichnendes Schlussstatement:

„Noch eine abschließende Bemerkung: Die Fragen, die ich hier angeschnitten habe, sind für die Erreichung unseres Glaubenszieles nicht entscheidend. Aber wir müssen als Kirche einen klaren Standpunkt vertreten. Es ist nicht nötig und auch nicht sinnvoll, uns in Widerspruch zu wissenschaftlichen Ergebnissen zu bringen.“

Darum ging es wohl in erster Linie, Schluss mit der Wissenschaftsfeindlichkeit, damit da mal Ruhe ist! Die offene Frage, wann der Mensch zum Menschen wurde, wurde im oben bereits zitierten UF-Artikel von 2005 durchaus konkreter beantwortet. Ein weiteres Zitat daraus:

„Der heutige Mensch, der Homo sapiens sapiens, lebte schon vor mehr als 130.000 Jahren. Durch Wanderbewegungen hat er sich wohl von Afrika aus allmählich über die ganze Erde verteilt. Die physische Evolution des Menschen wird begleitet durch eine kulturelle Evolution. Dies zeigt sich unter anderem in dem Umgang der frühen Menschen mit ihren Toten. Begräbnisse zählen mit zu den ersten Schritten ihrer kulturellen Entwicklung. Die ältesten Gräber lassen sich 90.000 Jahre zurückdatieren. Grabbeigaben, die auf Vorstellungen von einem Jenseits hindeuten, finden sich in Gräbern, die 30.000 Jahre alt sind.“

Nun wusste man 2005 allerdings noch nichts von den Bestattungsfunden des Homo naledi vor 226.000 bis 335.000 Jahren, die in den ersten Anmerkungen beschrieben wurden. Vielleicht passt die NAK ihre zeitliche Einordnung demnächst dieser Tatsache geschuldet noch an, ein Problem wäre das jedenfalls nicht.                                                                                                            

Bis soweit der historische Befund. Es bleibt die Frage, wie aktuell Stap Schneider sich zu diesen Fragen verhält. Beim googeln seiner Predigten in meinen PDF-Dateien von 2014-2018 zeigte sich, dass der neue Kirchenpräsident sich mit Evolution, Schöpfung etc bezüglich der Vergangenheit überhaupt nicht beschäftigt, Adam und Eva sind bei ihm aber wieder undifferenziert von Gott geschaffen, die bislang vollzogenen Fortschritte zum Thema werden von ihm völlig ignoriert:

Gott hat den Menschen geschaffen, um Gemeinschaft mit ihm zu haben. Adam und Eva sollten in ganz inniger Gemeinschaft auf ewig mit ihm wohnen. Sie sind aber in Sünde gefallen und wurden von Gott getrennt. Der Plan Gottes ist zu wirken, bis die Menschen wieder innige Gemeinschaft mit ihm haben in der neuen Schöpfung, wie Adam und Eva im Paradies. Das ist der Grundgedanke Gottes.“ 18.8.2018 Siauliai Litauen Gottesdienst für Amtsträger

Sein Thema ist immer wieder durchgängig die neue Schöpfung. Schneider hakt die jetzige, also erste Schöpfung als gescheitert ab:

Also, die Gesellschaft wird nur vollkommen sein in der neuen Schöpfung. Wenn es Gott gäbe, dürfte es doch keinen Krieg geben, müsste doch die Gesellschaft gerechter sein. Und die Umwelt ist doch so verseucht, die Welt geht unter von der Verseuchung.
Ja, das wird auch nicht in diesem Leben vor der Auferstehung möglich sein. Gott wird eine vollkommene Gesellschaft schaffen, aber nach der Auferstehung, in der neuen Schöpfung. Er wird auch das Problem der Umwelt regeln, aber in der neuen Schöpfung, nach der ersten Auferstehung.“
(16.11.2014 Säo Paulo (Hotel Sheraton)/Brasilien)

In der zweiten, geistigen Schöpfung wird es also auch eine Umwelt geben, deren Probleme von Gott geregelt sind. Schuld an der jetzigen Misere ist natürlich der Mensch, genauer, der freie Willen des Menschen:

„Am Anfang hat Gott Himmel und Erde geschaffen, und alles war vollkommen, dann hat er den Menschen geschaffen, ihn auf diese Erde gestellt, aber der Mensch wurde ungehorsam und ist in Sünde gefallen, und somit hat sich alles verschlimmert.“

22.06.2014 Mbuji-Mayi/D.R. Kongo

Schon am Anfang guckten ja die Kinder respektive Söhne Gottes wie bereits zitiert  nach den Töchtern der Menschen. Gott war davon überrascht, gab ihnen noch 120 Jahre, was aber auch nichts half. Also schickte er kurzerhand und etwas impulsiv die Sintflut und vernichtete seine geschaffenen Menschen, weil es Gott gereute, den Menschen gemacht zu haben. Im Grund war das schon das erste Scheitern seines Planes. Mit dem letztlich verbliebenen Noah begann dann die zweite Runde, die sich ebenso unerfreulich entwickelte wie die erste. Aber kann Gott von solchen Dingen überrascht werden? Offensichtlich, denn es gereute ihn ja sein Schöpfungsakt. Weiß man nämlich die Sache schon vorher, kann es einen hinterher nicht gereuen! Schneider erklärt das aus seiner Sicht aber deutlich anders:

„Gott ist ewig. Für ihn gibt es keine Vergangenheit, gibt es keine Gegenwart, gibt es keine Zukunft. Sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft ist für ihn Gegenwart. Ich will jetzt gar nicht lange darüber sprechen, aber was heißt das ganz klar? Das heißt, als Gott seinen Sohn geopfert hat, hatte er die ganze Vergangenheit der Menschheit vor Augen, aber auch die ganze Zukunft. Die Zukunft heute war damals schon vor 2.000 Jahren Gegenwart für Gott. Das heißt jetzt ganz einfach: Als Gott seinen Sohn geopfert hat, hat er die Menschen von heute gesehen. Er hat auch die gesehen, die ihn heute verspotten. Er hat die gesehen, die ihn heute verleugnen. Er hat die gesehen, die heute sein Gesetz überhaupt nicht respektieren. Er hat die gesehen, die ihn heute bekämpfen. Er hat die gesehen, die heute gegen ihn arbeiten, seine Schöpfung zerstören. Er hat die gesehen, die heute die Menschen, die er gemacht hat, bekämpfen, töten, foltern. Die alle hat er gesehen, die alle hatte er vor Augen. Dann hat er seinen Sohn geopfert für diese alle. … Da merkt man, wie groß die Liebe Gottes ist. Gott ist allwissend.“ (02.03.2014 Halberstadt/BRD)

Was Stap Schneider hier zusammenfabuliert, ist vor dem bisher gezeigten Hintergrund völlig unhaltbar falsch und entspricht ausschließlich seinem persönlichen Wunschdenken. Stap Schneider bewegt sich in seinen Predigten gedanklich aber bereits lieber heute schon in der neuen Schöpfung, als sich den gegebenen Realitäten und Wirklichkeiten dieser Zeit zuzuwenden. Gottes erster Schöpfungsversuch hat sich als völlige Pleite herausgestellt und fertig! Es lohnt sich nicht, darauf auch nur einen zweiten Gedanken zu verschwenden. Erst die zweite Schöpfung mit dem neuen Menschen wird toll und vollkommen. Wie das in Zukunft besser funktionieren wird, weiß Schneider auch schon;

„Aber für diese neue Schöpfung macht er die Dinge in umgekehrter Reihenfolge. Zuerst will er neue Menschen schaffen, und diese neuen Menschen sollen seinem Willen entsprechen, dem Willen Gottes. Und wenn er diese neuen Menschen geschaffen hat, die dem Willen Gottes entsprechen, dann wird er einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen und dann wird er diese neuen Menschen in diese neue Schöpfung setzen.“ (22.06.2014 Mbuji-Mayi/D.R. Kongo)

Man denke jetzt nicht, dass dieser Gedanke vielleicht ein peinlicher, unüberlegter Ausrutscher war. Das folgende Zitat vier Monate später zeigt, wie sich diese fixe Idee fest ihm ihm eingebaut hat:

„Die Menschen möchten, dass Gott sofort den Frieden auf Erden herrschen lässt, aber Gott hat einen anderen Weg gewählt: er will zuerst neue Menschen schaffen, Menschen, die dazu fähig sind Gott zu gehorsam zu sein und sich für Gott zu entscheiden. Und wenn diese neuen Menschen geschaffen sind, die, die sich für Jesus, für Gott entschieden haben, dann wird er einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, für diese und nur für diese. Und wenn alle Menschen sich dem Willen Gottes untergeordnet haben, dann werden sie in das Reich Gottes eingehen und dort wird dann Frieden herrschen.“ (26.10.2014 Kinshasa/D.R. Kongo

Nun folgt ein Zitatsprung über vier Jahre in den Mai 2018. Schneiders großartiger Plan hat sich weiterentwickelt. Die neuen Menschen sind jetzt Personen, die schon heute Teams bilden werden.

„Es wird verschiedene Personen im Reich Gottes geben. Jeder ist verschieden, auch in der neuen Schöpfung. Jeder wird als Person bleiben, aber alle diese verschiedenen Personen werden vollkommen eins in Gott sein, weil Gott in allen sein wird. So eine wunderbare Beziehung, es ist eine Beziehung die wir uns heute noch nicht vorstellen können.

Durch die Hilfe des Heiligen Geistes werden unsere Gedanken und unser Sein gestaltet, dass wir ein Vorgeschmack dieser Gemeinschaft schon heute mit unseren Brüder und Schwestern erleben können. Mit der Hilfe des Heiligen Geistes können wir alles überwinden was uns trennt. (…)
Wegen der Gier nach Reichtum, Ehre und Macht, sind viele Menschen bereit sich gegenseitig zu beißen und zu verschlingen. Aber wenn unsere Gedanken und unsere Wünsche durch den Heiligen Geist gestaltet werden, können wir dieses überwinden. …
Unsere Unterschiede sind kein Hindernis mehr sondern ein Segen, denn wir möchten ein Team werden. Ein Team, das mit uns für Gott kämpft, ein Team, das von ihm gerufen wurde und ihm dient und sein Evangelium verkündigt.“ 
20.5.2018 Washington, USA, Pfingsten

In diesem Abschnitt geht nun einiges durcheinander, was wahrscheinlich Schneiders eigener Begeisterung für seine hier aufgestellte Parallelwelt zuzuschreiben ist. Die verschiedenen Personen sind im Reich Gottes und der neuen Schöpfung angesiedelt und sollen bereits heute als Vorgeschmack und im Folgenden vermutlich vorgedacht für das 1000jährige Friedensreich als Team – von ihm gerufen?? - für Gott kämpfen?? Das passt aber nicht so richtig, da das Böse dann ja gebunden ist und eine Rufung nur jetzt stattfinden kann. Wahrscheinlich schweifte Schneiders geistiges Auge bereits visionär weit seiner Zeit voraus, wie auch im nächsten und letzten Zitat. Passend blickt es einen Monat später in die schlussendliche Vollkommenheit der neuen Schöpfung:

„Was ist mit der Nächstenliebe? Auch die hört nicht auf, die wird dann auch vollkommen, weil wir im Hochzeitssaal und später in der neuen Schöpfung sind. Die Menschen leben in neuen Verhältnissen, sie sind dann alle voll der Liebe Gottes. In dieser innigen Verbindung mit Gott ist auch die Beziehung zwischen den Menschen ganz anders aufgestellt. Alles Sündhafte ist weg, alles Menschliche ist weg, sie sind ganz zu Gott hin orientiert, Gott ist alles in allem, die Beziehung zwischen den Menschen selbst ist eine göttliche Beziehung, die auf Gott basiert, von Gottes Liebe erfüllt. Das Ziel des ganzen Geschehens ist die ewige Liebe, dass wir ewig in der Gemeinschaft mit Gott leben, und dass zwischen den Menschen so ein Abbild der trinitarischen Beziehung ist. Die Beziehung aller Menschen basiert nur noch auf der Liebe. Das ist unsere Zukunft.“ 3.6.2018 Bern-Ostermundigen

An dieser Vorstellung ist Vieles mehr als erschreckend, falsch und widersprüchlich:

·         Wenn alles Sündhafte und Menschliche weg ist, gibt es keine wirkliche Nächstenliebe mehr

·         Eine Beziehung zwischen den Menschen gibt es nicht, weil laut Schneider ja alles Menschliche weg ist

·         Ebenso ist eine auf Gott basierte und orientierte allumfassende ewige Liebe nicht zwischen Menschen denkbar

Und bitte, was soll ein Abbild der trinitarischen Beziehung sein? Schneider erklärt zuvor in seiner Predigt: „Gott ist Liebe! Wir glauben an den dreieinigen Gott: Gott Vater, Gott Sohn und Gott Heiliger Geist. Diese drei sind völlig eins und innig miteinander verbunden. Das ist genau die Definition der Liebe. Liebe ist grundsätzlich diese Beziehung, die in der Trinität vorhanden ist zwischen dem Vater, dem Sohn und dem Heiligen Geist. Drei verschiedene Personen sind völlig eins, man kann sie nicht trennen, sie sind innig verbunden. Das ist die Definition von Liebe.“

Schneider übersieht hier, dass das Personensein Gottes ein Denkkonstrukt für eine übergeordnete Einheit ist. Das, was Gott vielleicht letztlich  ist, wird hier in eine stark vermenschlichte Sicht gesetzt. Und der ohnehin reichlich problematischen Trinität zu unterstellen, das es drei Personen seien, ist schlicht nicht haltbar. Bestenfalls haben sie personalen Charakter. Auch der dann in Eins als Gott bezeichnete kann nicht ohne weiteres mit dem sehr menschlichen Personenbegriff gefasst werden, da er absolut zu kurz greift.

"Durch nichts ist unser (Glaubens-) Leben mehr gekennzeichnet, als durch die selbstgeschaffenen Gottesbilder. Ich denke an den Theologen, der nicht auf Gott wartet, weil er ihn, in ein Lehrgebäude eingeschlossen, besitzt. Ich denke an den Theologiestudenten, der nicht auf Gott wartet, weil er ihn, in seine eigene Erfahrung eingeschlossen, besitzt. Es ist nicht leicht, dieses Nicht-Haben Gottes, dieses Warten auf Gott zu ertragen. Es ist nicht leicht, Sonntag für Sonntag zu predigen, ohne den Anspruch zu erheben, Gott zu besitzen und über ihn verfügen zu können... Ich bin überzeugt, dass ein großer Teil des Widerstandes gegen das Christentum daher rührt, dass die Christen, offen oder versteckt, den Anspruch erheben, Gott zu besitzen und daher das Element der Erwartung verloren haben, das so entscheidend für die Propheten und Apostel ist ... Wir sind stärker, wenn wir warten, als wenn wir besitzen. Wenn wir Gott besitzen, so reduzieren wir ihn auf einen kleinen Ausschnitt, den wir von ihm erfahren und begriffen haben, und wir machen aus ihm einen Götzen... Aber wenn wir wissen, dass wir ihn nicht kennen, und wenn wir auf ihn warten, um ihn zu erkennen, dann wissen wir wirklich etwas von ihm, dann hat er uns ergriffen und erkannt und besitzt uns. Dann sind wir Glaubende in unserem Unglauben, und dann sind wir von ihm bejaht trotz unseres Getrenntseins von ihm" (Tillich, Religiöse Reden I 165ff).

Zudem ist auch das menschliche Personensein so niemals zu denken (lles Sündhafte ist weg, alles Menschliche ist weg, sie sind ganz zu Gott hin orientiert,) und wenn, dann würde sich das menschliche Personensein in solch einem Konstrukt völlig auflösen. Übrig bleibt dann nicht einmal mehr eine Gottesmarionette, sondern ein Nichts.  Laut Schneider sollen aber auch keine Marionetten herangezüchtet werden. Diese Darstellung ist meines Erachtens nur darauf ausgerichtet, Schneiders entmenschlichtes Personendenken in der neuen Schöpfung erklärend zu rechtfertigen und dem Einwand zu begegnen, dass die dadurch entstehenden personalen Interessen die gleiche Folgen hätten, wie wir sie um uns ständig beobachten. Daher also der Versuch, den Transfer über Gottes Personen, die eins sind, auch auf den neuen Menschen in der neuen Schöpfung zu übertragen - ein in meinen Augen aber absolut albernes Unterfangen.

Es geht dem lieben Gott nicht darum, unsere Person zu negieren, dass wir so ein Ding werden in der Hand Gottes, eine - ich sage das bewusst noch einmal - willenslose Marionette, und dass wir nur noch eine Nummer sind.  Ach ja, das ist Nummer 2025 und das ist Nummer 10150 - eine Nummer in der Masse, anonym. Nein. Der Alexander, der soll ein Alexander bleiben. Sophie soll Sophie bleiben. Mit ihrer Persönlichkeit, mit ihrer Vorliebe, mit ihren Begabungen, mit ihren Wünschen. Diese Persönlichkeit soll bleiben. Nur das schlechte Teil des ,Ichs‘ soll wegkommen. Gott will unsere Persönlichkeit nicht negieren. Er will sie vollkommen machen.“  17.06.2018 Leipzig, 1. Jugendtag

Die Widersprüchlichkeiten zwischen dem, was als konkrete Personeneigenschaften bleiben soll und trotzdem ohne Menschliches in Schneiders neuer Schöpfung zusammenleben soll, sind nicht aufzulösen.  Überhaupt einen solch statischen Zustand als Vollkommenheit der Liebe darzustellen, ist nicht nur äußerst naiv, befremdlich und völlig absurd in seiner Vorstellbarkeit, sondern widerspricht auch grundsätzlich der Idee des Menschen als einer freien Lebensform, die Entscheidungen treffen kann und muss, um überhaupt zu dem zu werden, was als Mensch bezeichnet werden kann.

Roboterhafte Gotteslieber sind eine erschreckende Gedankenkonstruktion und zeugen vom negativen Menschenbild Schneiders und einer vielleicht pathologischen Sehnsucht nach einer Statik in der Liebe, die es nie und niemals geben kann. Ein solches ununterbrochen und lückenlos zusammenhängendes Liebes-Kontinuum wäre nicht lebendig, weil es sich nicht bewegen könnte und damit entwicklungsunfähig ist. Auch eine neue Schöpfung ist ohne Evolution nicht zu denken sondern in sich erstarrt!

Der von Schneider als allmächtig dargestellte Gott hätte solche Wesen auch schon beim ersten Schöpfungsakt erzeugen können, wenn er gewollt hätte. Und bei all seiner zeitlosen All- und Umsicht hätte es ihn auch nicht gereuen müssen, diesen so furchtbar schlechten Menschen gemacht zu haben, für dessen Erscheinungsform er allein voll verantwortlich ist. Warum haut er nicht einfach die schlechten Exemplare unter ihnen weg und kümmert sich endlich mal um die Opfer der Täter und gibt ihnen Lebensraum?

Und wer garantiert, dass es nach diesem zweiten Bildungsweg Gottes in der neuen Schöpfung bei der Vielzahl der Persönlichkeiten der neuen Menschen nicht nach einigen kleinen Ewigkeiten doch wieder welche gibt, die das Glockenläuten und anbetende Halleluja-Singen satt haben und nach neuen Wegen suchen? Mir schwant, mit dem von Schneider aufgezeigten Gottesdarsteller samt seiner scheintheologischen, potemkinschen Bühnenstaffage wird noch eine weitere Schöpfung folgen müssen! Besser noch, man besetzt die Rolle völlig neu!

Wohl den Menschen, die solche absurden Visionen als das erkennen, was sie sind und sich vollständig davon distanzieren können, um nicht in den Sog dieses Wahns hineingezogen zu werden.

Es ist leider zu akzeptieren, dass der Mensch, so wie er ist, keine vollkommene Gesellschaft bilden kann. Es ist aber unsere Welt, so wie sie ist, der einzige Lebensraum, den wir haben. Arbeiten wir doch alle vermehrt daran, dass es wenigstens direkt um uns herum ein wenig liebevoller und besser wird.

Falls es einen Gott gibt, der auch noch ein Augenmerk auf unser Tun haben sollte, wird er das sicher wohlwollend wertschätzen …

 

1.1.2019 2b Stap Schneider fängt wieder bei Adam und Eva an! Oder: Jesus, geh mal runter und teil das Los der Menschen!

In meinem Artikel 2a zum Thema NAK und die Evolution vom 5.12.2018  hatte ich drei Quellen aus nak.org  zum Thema Evolution und Mensch zitiert. Aus aktuellem Anlass wollte ich beide Artikel nochmals nachlesen und musste heute feststellen, dass beide Artikel, nachdem sie nun 10 Jahre lang zur Verfügung standen, an dieser Stelle von der NAK gelöscht wurden. Nach ausgiebiger Recherche tauchten sie aber an anderer Stelle nun doch noch auf. Steht dahinter eine Absicht? Schneider predigte jedenfalls am 11.11.18 in Uster zum Thema Gott schuf Adam und Eva völlig konträr zu bisherigen Ausführungen der NAK sehr simplifizierend seine eigene Sicht der Dinge.

Deshalb seien eingangs die Zitate aus den NAK-Artikeln  hier nochmals verkürzt eingefügt:

„Unsere Familie“ 07/05, Verlag Friedrich Bischoff, Frankfurt (Quelle veraltet, nun neu unter http://www.nak.org/fileadmin/download/pdf/le-schoepfung-evolution-de.pdf

„In bildhafter Weise wird geschildert, wie Gott zuerst den Mensch schuf und dann alles zum Dienst des Menschen bereitete. ... Man sollte sich immer im Klaren darüber sein, dass sich in Wissenschaft und Glaube ein jeweils völlig anderer Zugang zur Wirklichkeit eröffnet. Aus unserem Glauben heraus bekennen wir: Der Kosmos, die Natur, der Mensch sind von Gott geschaffen, unabhängig davon, wie sich ihre Entstehung im Einzelnen vollzogen haben mag.

„Der heutige Mensch, der Homo sapiens sapiens, lebte schon vor mehr als 130.000 Jahren. Durch Wanderbewegungen hat er sich wohl von Afrika aus allmählich über die ganze Erde verteilt. Die physische Evolution des Menschen wird begleitet durch eine kulturelle Evolution. Dies zeigt sich unter anderem in dem Umgang der frühen Menschen mit ihren Toten. Begräbnisse zählen mit zu den ersten Schritten ihrer kulturellen Entwicklung. Die ältesten Gräber lassen sich 90.000 Jahre zurückdatieren. Grabbeigaben, die auf Vorstellungen von einem Jenseits hindeuten, finden sich in Gräbern, die 30.000 Jahre alt sind.“

Nach diesem relativ klaren Artikel kommentierte im März 2009 Stap Leber wie folgt im Artikel ´Wie verstehen wir die Heilige Schrift? (Quelle veraltet, neuer Link nun unter http://www.nak.org/de/news/news-display/article/16072/

Was das Alte Testament anbelangt, so muss man sagen, dass viele Dinge sicherlich symbolisch und metaphorisch zu verstehen sind. Das betrifft insbesondere die Schöpfungsgeschichte. Wenn da zu lesen ist, dass „der Herr den Menschen aus Erde vom Acker“ machte und ihm „den Odem des Lebens in seine Nase blies“, dann handelt es sich hierbei um eine bildhafte Ausdrucksweise, die nicht wörtlich genommen werden kann. So verhält es sich mit der gesamten Schöpfungsgeschichte. Somit brauchen wir uns auch nicht in Widerspruch zu naturwissenschaftlichen Erkenntnissen zu setzen.“

So ganz klar war das aber auch noch nicht, weil die eindeutige Formulierung, dass Gott den Menschen NICHT persönlich geschaffen hat,  nach wie vor vermieden wurde. Trotzdem schienen diese Ausführungen etwas zu deutlich. Deshalb gab es am  1.3.2010 von Stap Leber relativierend noch ´Ergänzende Ausführungen zu unserem Verständnis der heiligen Schrift? Quelle http://www.nak.org/de/news/news-display/article/16560/

„Die Heilige Schrift sieht den Menschen grundsätzlich als ein mit einer unsterblichen Seele ausgestattetes Wesen an. Der Zeitpunkt, wann die ersten mit einer Seele ausgestatteten Menschen auftraten, lässt sich wissenschaftlich nicht bestimmen, denn die Seele als das von Gott gegebene unsterbliche Leben ist wissenschaftlicher Forschung nicht zugänglich. (…) Der biblische Bericht über das erste mit einer Seele ausgestattete Menschenpaar Adam und Eva zeigt in sehr anschaulicher Weise, dass die Menschen sogleich in Sünde gefallen sind. Auch dieser Bericht mag bildhafte Elemente enthalten, ich rate aber dazu, nicht zu sehr zu analysieren, was wörtlich und was bildhaft zu verstehen ist. Das führt uns im Glauben nicht weiter.

Es bleibt abzuwarten, ob diese Ausführungen in Betrachtung der gleich folgenden Ausführungen Schneiders Bestand haben werden. Sicher sind die vorgenommenen Linkänderungen nicht konkret auf meinen Artikel vom 5.12. zurückzuführen,  aber immerhin habe ich die alten Formulierungen mal wieder in Erinnerung gebracht. Aber gelöscht wurden eben gerade die Links, die ich erwähnt hatte. Und das war vielleicht  angesichts der allerletzten Predigtäußerungen von STap Schneider am 11.11. 18 einigen bei mir lesenden NAK-Redakteuren negativ aufgefallen, weil – und das lesen diese Leute auch – sich Schneider Stap Schneider in Uster (Schweiz) zum Textwort 1. Mose 1,27  „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau“  dazu völlig konträr  äußerte. Diese Predigt war mir beim Schreiben meines Artikels noch unbekannt!  Lebers Ausführungen von 2010 kann man dazu vielleicht gerade noch zurechtbiegen, die anderen  Zitate keinesfalls. So gesehen liegt Schneider also diametral  im Konflikt mit den Erkenntnissen aus den Jahren 2005 bis 2008. Vielleicht sollten die benannten Zitate ja doch ganz gelöscht werden, nur wussten die Redakteure nicht, dass sich die Artikel an verschiedenen Orten befanden? Die kommende Zeit wird zeigen, ob die Ausführungen im Netz bleiben werden.

Nun aber endlich zu Stap Schneiders neuesten Offenbarungen vom 11.11.18 aus Uster:

Stap Schneider (alle folgenden kursiven Zitate sind Predigtauszug):

Es ist uns bekannt, als Gott die Schöpfung gemacht hatte, schuf er zum Schluss den Menschen zu seinem Ebenbild. Das heißt nicht, dass der Mensch wie Gott war. Er schuf ihn zu seinem Ebenbild, indem er ihm göttliche Wesensmerkmale gab, welche die Tiere und der Rest der Schöpfung nicht hatten.

Er gab dem Menschen die Sprache- Gott ist ja das Wort-, reden zu können ist ein göttliches Merkmal. Er hat ihm die Vernunft gegeben, die Entscheidungsfreiheit und die damit verbundene Verantwortung. Er hat ihm die Fähigkeit gegeben, Liebe zu erfahren und zu erwidern. Das sind göttliche Wesensmerkmale, die Gott den Menschen verliehen, deshalb hat der Mensch eine spezielle Position in der Schöpfung inne.

Er schuf den Menschen, damit er in Gemeinschaft und in Harmonie lebt. Der Mensch sollte, er ist dafür geschaffen, Gemeinschaft mit Gott haben. Er kann die Gegenwart Gottes wahrnehmen und seine Stimme hören, ein Wesensmerkmal des Menschen. (…) Der Mensch ist geschaffen, um Gemeinschaft mit Gott zu haben.  

Halten wir fest:

Laut Schneider

·         schuf Gott zum Schluss der Schöpfung persönlich den Menschen

·         gab Gott dem Menschen als göttliche Wesensmerkmale die Fähigkeit zur Sprache, zur Vernunft, zur Entscheidungsfreiheit, zur Liebe

·         ist der Mensch dazu geschaffen, um Gemeinschaft mit Gott und untereinander in Harmonie zu haben.

Diese Eigenschaften „als göttliche Wesensmerkmale „haben laut Schneider Tiere nicht. Das ist biologisch gesehen Unsinn: Auch Tiere haben geraden nach neuesten Erkenntnissen mehr als bisher bekannt die Befähigung zur Beziehung und damit Liebe, habe eine Sprache, sind entscheidungsfrei und können harmonisch zusammen leben.

Er hat nicht Adam alleine gemacht, er hat ihn zu seinem Ebenbild geschaffen und wir wissen, Gott ist der dreieinige Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, das sind drei Personen aber völlig eins. Gott ist Relation und als er den Menschen geschaffen hatte, sagte er: „Das ist nicht möglich, dass es nur einen gibt, wenn er das Ebenbild Gottes sein soll, muss er in Relation stehen, ein Gegenüber haben. Deshalb erschuf er den Menschen als Mann und Frau, sie sind zwei, zwar verschieden, aber füreinander geschaffen. Sie kompensieren sich und sind aufeinander angewiesen. Sie haben Gemeinschaft miteinander, ergänzen sich und sind voneinander abhängig. Gott hat den Menschen geschaffen, damit er in Harmonie mit der Schöpfung lebt. Er hat den beiden Menschen die Gleiche Verantwortung gegeben und ihnen gesagt: „Machet euch die Erde untertan“ (vgl. Mose 1, 28). Sie sollen Herr über die Erde sein, aber nicht Herr im menschlichen Sinn, sondern sie sollen Herr sein, wie Gott der Herr ist. Das bedeutet, sie sollen Gott in der Schöpfung vertreten, sie verwalten und sie erhalten, wie er es macht.  Das war die Schöpfung, …

Halten wir fest:

Laut Schneider

·         hat Gott dem Adam eine Frau gemacht, weil  aus der göttlichen Trinität heraus ein „Gegenüber“ notwendig war

·         kompensieren sich Mann und Frau, sind aufeinander angewiesen, ergänzen sich  und sind voneinander abhängig

·         sollen beide Menschen Herr über die Erde sein, wie Gott der Herr ist, und Gott in der Schöpfung vertreten

Biologisch gesehen lebten der Homo sapiens wie auch die meisten Tiere in Kleingruppen und nicht als Mann und Frau zusammen. Paarbildungen sind eher die religiös zu erklärenden Ausnahmen. Ferner braucht Gott seine Trinität, um im Sohn und Heiligen Geist in Relation zu stehen. Das sind aberwitzige Behauptungen! Und dass Menschen in ihrer Beziehung voneinander abhängig und aufeinander angewiesen sind, gilt nur in symbiotischen Beziehungen, die aus psychologischer Sicht mehr oder weniger als pathologisch definiert werden. Erich Fromm: "Ihre Liebe ist dann in Wirklichkeit ein Egoismus zu zweit; es handelt sich dann um zwei Menschen, die sich miteinander identifizieren und die das Problem des Getrenntseins so lösen, daß sie das Alleinsein auf zwei Personen erweitern." Wer will, lese hier in Auszügen aus der "Kunst des Liebens" weiter. Leider aber hier nun weiter mit Schneider:

… nun folgt der Sündenfall. Der Mensch hat seine Entscheidungsfreiheit nicht gut genutzt, sich gegen Gott entschieden und dann ging alles schief, die Gemeinschaft mit Gott war zerstört. Seit dem Sündenfall muss der Mensch in der Gottferne leben, die Gemeinschaft war zerbrochen, weil das Verhältnis, das Vertrauen zerstört war und der Gehorsam gebrochen. Der Mensch hatte immer noch seine Freiheit, aber die war ziemlich eingeschränkt, weil er nicht mehr anders konnte, als zu sündigen. Selbst wenn der Mensch sich noch so viel Mühe gibt, muss er immer wieder sündigen. Er ist gefangen in der Sünde. Was er auch macht, es gelingt ihm nie ohne Sünde zu sein, er ist und bleibt ein Sünder. Insofern ist seine Freiheit eingeschränkt, er ist gebunden durch die Sünde. Die Beziehung zwischen den Menschen war auch dadurch beschädigt, dass das mit der Gemeinschaft und der Harmonie nicht mehr so der Fall war. Es begann damit, dass der Mann über die Frau herrschen wollte. Es ist so, sie waren vor Gott absolut gleichwertig. Nach dem Sündenfall, siehe da, wollte der Mann über die Frau herrschen. Es ergab sich eine Machtsituation, der eine sagte zum anderen: „Ich bin mehr wert als du, ich habe mehr zu sagen.“ Interessant- das ist eine Folge des Sündenfalls. Sie waren gleichwertig und auf einmal wollte der eine den Vorrang haben gegenüber der anderen.

Halten wir fest:

Laut Schneider

·         lebt der Mensch in der Gottferne ohne Vertrauen und Gehorsam auf Gott

·         lebt der Mensch immer in Sünde, ist nie ohne Sünde und in seiner Freiheit durch die Sünde eingeschränkt

·         herrscht der Mann über die Frau als Folge des Sündenfalls

In diesem kurzen Abschnitt benutzt Schneider das Wort Sünde bzw. Ableitungen davon acht Mal!!! So schlecht ist also der Mensch! Was Sünde aber sein soll, lässt er offen. Zudem lässt Schneider im letzten Punkt außer Acht, dass es in frühen Sozialgemeinschaften durchaus auch Phasen des Matriarchats gab. Auch lässt er offensichtlich nicht gelten, dass es schon immer und bis heute durchaus Menschen gibt, die in festem Gottvertrauen und Gehorsam leben und tatsächlich Gottesnähe empfinden.

Der Sohn Gottes war im Himmel in der Herrlichkeit Gottes, dem ging es gut. Weil ihm Gott gesagt hat: „Geh mal runter und teil das Los der Menschen“, ist er auf die Erde gekommen. Man kann in der Heiligen Schrift lesen, wie es ihm ergangen ist, wie dem Ärmsten der Menschen.(…) Bedingungslos ist er für alle Menschen gestorben, er machte keinen Unterschied.

Na, da dreht sich das Ganze doch endlich zum Guten. Man stelle sich also die Trinät vor, wie sie da relativierend sich selbst gegenüber auf der Couch rumlümmelt. Erst hatten sie vor ein paar Milliarden Jahren eine kleine Konferenz zur Welt- und Menschschöpfung. Und tatsächlich heißt es in der Genesis:

Und Elohim sprach: Lasset UNS Menschen machen, ein Bild, das UNS gleich sei..."

Elohim ist Plural, also hat Schneider mit der Trinitätsschöpfung wohl doch recht! Also zog Elohim die Sache voll durch, das ging allerdings in Bezug auf den Menschen schief! Zumindest gilt da ein anderes ethisches Prinzip, denn auch Tiere täuschen, lügen, betrügen etc. Kurz gesagt, auch sie sind nicht die besseren Menschen! Also besprach die Trinität die Sache mit sich nochmals und traf eine einfache, schnelle Entscheidung. Einer musste in den sauren Apfel beißen. Also sprach Gott zu seinem Sohn: „Geh mal runter und teil das Los der Menschen!“ Dort wurde er nicht gerade freundlich empfangen, aber der Rest der Geschichte ist ja bekannt. Nach ca. 30 Jahren ist er ohnehin wieder in der kuscheligen Trinität. Und ein anderes Happy End fügt Schneider noch an:

Jesus führte eine neue Beziehung zur Schöpfung ein, zu den materiellen Dingen. Er musste auch essen und trinken.  Es tröstet mich immer wieder, wenn ich sehe, dass Jesus einen guten Wein genoss und gutes Essen, er konnte richtig feiern. Das können wir Apostel auch, das tut gut.

Na wenn das kein Trost ist in diesem allzu sündigen Dasein frei nach dem Motto, wer Sorgen hat, hat auch Likör bzw. im konkreten Fall Wein und ordentlich ein paar Gänge guten Essens, wie in Frankreich eben üblich!

Was für ein Trost, dass Jesus den Aposteln wenigstens diese Freude noch gelassen hat. Da freuen wir uns jetzt mal so richtig mit!

Nebenbei: Die Zitate sind tatsächlich allesamt original!

Siehe Großzitat: 

Das Textwort erscheint uns vielleicht ungewöhnlich, ein Vers aus der Schöpfung: „Und Gott schuf den Menschen zu seinem Bilde, zum Bilde Gottes schuf er ihn; und schuf sie als Mann und Frau.“ Es ist uns bekannt, als Gott die Schöpfung gemacht hatte, schuf er zum Schluss den Menschen zu seinem Ebenbild. Das heißt nicht, dass der Mensch wie Gott war. Er schuf ihn zu seinem Ebenbild, indem er ihm göttliche Wesensmerkmale gab, welche die Tiere und der Rest der Schöpfung nicht hatten.
Er gab dem Menschen die Sprache- Gott ist ja das Wort-, reden zu können ist ein göttliches Merkmal. Er hat ihm die Vernunft gegeben, die Entscheidungsfreiheit und die damit verbundene Verantwortung. Er hat ihm die Fähigkeit gegeben, Liebe zu er-fahren und zu erwidern. Das sind göttliche Wesensmerkmale, die Gott den Menschen verliehen, deshalb hat der Mensch eine spezielle Position in der Schöpfung inne.
Er schuf den Menschen, damit er in Gemeinschaft und in Harmonie lebt. Der Mensch sollte, er ist dafür geschaffen, Gemeinschaft mit Gott haben. Er kann die Gegenwart Gottes wahrnehmen und seine Stimme hören, ein Wesensmerkmal des Menschen. Er kann Gemeinschaft haben mit Gott, weil er seine Gegenwart erleben, erfahren, wahrnehmen kann und fähig ist sein Wort zu hören. Er kann zu Gott spre-chen und zu ihm beten. Er kann auch von und über Gott sprechen. Der Mensch kann die Liebe Gottes verspüren, sie erwidern und ihm seine Liebe beweisen, ihm vertrau-en, ihm gehorchen. Der Mensch ist geschaffen, um Gemeinschaft mit Gott zu haben.
Er hat die Menschen erschaffen, damit sie untereinander Gemeinschaft haben. Er hat nicht Adam alleine gemacht, er hat ihn zu seinem Ebenbild geschaffen und wir wissen, Gott ist der dreieinige Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, das sind drei Perso-nen aber völlig eins. Gott ist Relation und als er den Menschen geschaffen hatte, sag-te er: „Das ist nicht möglich, dass es nur einen gibt, wenn er das Ebenbild Gottes sein soll, muss er in Relation stehen, ein Gegenüber haben. Deshalb erschuf er den Men-schen als Mann und Frau, sie sind zwei, zwar verschieden, aber füreinander geschaf-fen. Sie kompensieren sich und sind aufeinander angewiesen. Sie haben Gemein-schaft miteinander, ergänzen sich und sind voneinander abhängig. Gott hat den Men-schen geschaffen, damit er in Harmonie mit der Schöpfung lebt. Er hat den beiden Menschen die Gleiche Verantwortung gegeben und ihnen gesagt: „Machet euch die Erde untertan“ (vgl. Mose 1, 28). Sie sollen Herr über die Erde sein, aber nicht Herr im menschlichen Sinn, sondern sie sollen Herr sein, wie Gott der Herr ist. Das be-deutet, sie sollen Gott in der Schöpfung vertreten, sie verwalten und sie erhalten, wie er es macht.
Das war die Schöpfung, nun folgt der Sündenfall. Der Mensch hat seine Entschei-dungsfreiheit nicht gut genutzt, sich gegen Gott entschieden und dann ging alles schief, die Gemeinschaft mit Gott war zerstört. Seit dem Sündenfall muss der Mensch in der Gottferne leben, die Gemeinschaft war zerbrochen, weil das Verhält-nis, das Vertrauen zerstört war und der Gehorsam gebrochen. (...)

Dann kam Jesus Christus. Gott wollte den Menschen erretten und sandte seinen Sohn auf die Erde. Dieser Mensch Jesus Christus war, so sagt es die Heilige Schrift, das Ebenbild Gottes (vgl. Kolosser 1, 15) Dieser Mensch war exakt so, wie Gott ihn wollte. Jesus Christus war der Mensch, der absolut konform zum Willen Gottes war. Er war ohne Sünde, er war gehorsam, er liebte Gott und handelte aus dieser Liebe heraus. Er suchte immer wieder, die Beziehung zu seinem Vater, pflegte ein inniges Gebetsleben mit Gott und suchte Gemeinschaft mit ihm; er war vollkommen. Er war in der Beziehung zu den Mitmenschen so, wie Gott ihn wollte.
Er kam nicht, um zu herrschen, um sich dienen zu lassen, er kam zum Dienst. Jesus liebte alle Menschen, egal wer sie waren. Er hat sie bedingungslos geliebt, Männer wie Frauen, Sünder wie Gute. Er schaute nicht darauf, woher sie kamen und wer sie waren, er liebte sie alle und wollte ihnen helfen. Bedingungslos ist er für alle Men-schen gestorben, er machte keinen Unterschied.

Jesus führte eine neue Beziehung zur Schöpfung ein, zu den materiellen Dingen. Er musste auch essen und trinken. Es tröstet mich immer wieder, wenn ich sehe, dass Jesus einen guten Wein genoss und gutes Essen, er konnte richtig feiern. Das können wir Apostel auch, das tut gut. (...)

Ich mache mir manchmal Sorgen, hie und da habe ich den Eindruck, die Geschwister bekämen nicht mehr so viel Kraft bei der Feier des Heiligen Abendmahls. Vielleicht liegt es daran, dass man sich nicht mehr genug mit Jesus Christus beschäftigt. Ich kann nur empfeh-len, immer wieder in den Evangelien zu lesen und sich damit zu beschäftigen, sich wirklich Zeit dazu nehmen.
Der Sohn Gottes war im Himmel in der Herrlichkeit Gottes, dem ging es gut. Weil ihm Gott gesagt hat: „Geh mal runter und teil das Los der Menschen“, ist er auf die Erde gekommen. Man kann in der Heiligen Schrift lesen, wie es ihm ergangen ist, wie dem Ärmsten der Menschen. Was Jesus empfand, was er erlebte, was sie ihm an-taten, was er mitmachte.

 

5.11.17 Stap Schneiders Bilder der göttlichen Realität: “Uns fehlt der Wortschatz!

In seiner Predigt für Amtsträger mit Begleitung am 22.10.2017 in Nürnberg hat Stap Schneider in einem Einschub kurz vor Ende seiner 8seitigen Predigt den Versuch unternommen, überkommene neuapostolische Vorstellungen zu revidieren. Nak-today hat diesen Passus als Video eingestellt (http://nac.today/de/158033/523028) und untertitelt:

„„Gotteskind“ – was bedeutet das? Größer, wichtiger, näher bei Gott? Von wegen: Die Wirklichkeit Gottes ist viel größer als der Wortschatz der Menschen.“

(Anmerkung: Sämtliche Zitate entstammen der offiziellen Mitschrift. Bemerkungen im Klammern sind aus dem eingestellten Video und nicht in der Abschrift enthalten.)

Ob Schneiders Ausführungen gelungen und stimmig oder eher verwirrend bzw. widersprüchlich sind, mag der Leser für sich selbst entscheiden. Zu Beginn dieser Predigt stellte Schneider zunächst fest, dass neuapostolische Mitglieder weder größer oder besser sind als andere und auch nicht mehr geliebt werden von Gott.  Vorstellung dieser Art bezeichnet er als Unsinn! Sicherheitshalber wiederholt Schneider  diese Aussagen sogleich ein zweites Mal.

Zitat: „Aber das heisst doch nicht, dass wir grösser sind als die anderen. Wir können doch bitte nicht behaupten, weil wir neuapostolische Christen sind, wären wir besser als die anderen. Und der liebe Gott hat mich lieber als dich. Das wäre doch absoluter Unsinn. Wir können nicht behaupten, dass die neuapostolischen Christen besser sind als andere, dass sie größer sind als andere, dass sie bei Gott mehr gelten und dass Gott sie mehr liebt.“

Lediglich ein „besonderer Dienst“ der NAK bildet den Unterschied, nämlich auf Jesu Wiederkunft und das Wirken der Apostel hinzuweisen:

Zitat: „Ich habe darauf hingewiesen, dass die Wiedergeborenen auch einen besonderen Dienst haben. Wir bereiten uns vor auf den Dienst im Friedensreich. Wir haben heute schon einen besonderen Dienst. Wir verweisen auf das Kommen des Herrn, wir sind uns gegenseitig Ansporn, wir verweisen auf das Wirken der Apostel.

Und das Wirken dieser Apostel besagt:

Zitat: „Das ist der Wille des Meisters. Der Herr Jesus hat für unsere Zeit gesagt: Um in das Himmelreich einzugehen, musst du wiedergeboren sein aus Wasser und Geist und musst den Leib und das Blut Jesu Christi genießen. Sonst geht das nicht. Wir können als Apostel Jesu Christi nicht sagen: Jawohl, das geht auch ohne Abendmahl. Das geht nicht, das geht nicht.  Es ist unsere Aufgabe, die Seelen auf die Wiederkunft Jesu Christi vorzubereiten. Und wir können es nicht lassen.“


Obwohl also ins Himmelreich nur der kommt, der am Abendmahl teilnimmt und durch die NAK-Apostel versiegelt ist, gelten die Neuapostolischen trotz ihrer „besonderen Verantwortung“, die sie natürlich von allen anderen unterscheidet und sie gleichzeitig vor allen anderen auszeichnet,  dennoch nicht mehr als andere und werden (leider) dafür auch nicht mehr von Gott geliebt. Damit muss man leben, meint der Stap und wiederholt:

Zitat: „ Wir haben lediglich einen besonderen Dienst zu erfüllen. Das ist es, mehr nicht. Einen besonderen Dienst, und den erfüllen aus Liebe zu Gott und aus Liebe zum Nächsten. Auch da lasst uns ganz demütig bleiben und nicht mit dem Gedanken leben: Ja wir sind Gottes Kinder, wiedergeboren aus Wasser und Geist. Wir haben eine besondere Verantwortung, wir haben besonderen Dienst zu verrichten. Aber bei Gott gelten wir nicht mehr! Damit müssen wir leben, dass Gott alle Menschen gleich liebt.“

Und wie ist dann der von der NAK betonte Unterschied zwischen Kinder Gottes (alle Menschen) und Gotteskindern (nur NAK-Mitglieder) zu verstehen. Schneider versucht eine Erklärung, hat aber große Mühe, Worte zu finden:


Zitat: „Ja, wie ist denn das mit Kinder Gottes und Gotteskinder. Liebe Geschwister, das ist ein Bild, das uns gegeben ist. Ich weiss sonst keinen Ausdruck (Ich mache jetzt einen kleinen Exkurs), das war nicht vorgesehen. Um die göttliche Realität zu beschreiben haben wir den Wortschatz nicht. Der liebe Gott und der Heilige Geist muss immer wieder Bilder finden, um uns klarzumachen, wie das ist."

Was hier „nicht vorgesehen“ war bleibt unklar.  Ob nun Exkurs oder kein Ausdruck, ein weiterer Einschub direkt nach diesen Ausführungen soll Klarheit bringen:

Zitat: „Er spricht vom Vater und vom Sohn im Himmel, aber wissend, dass der Sohn nicht der Sohn des Vaters ist, er hat ihn nicht gezeugt. Die haben doch immer existiert. Das ist nur ein Bild, das die Verbindung zeigt zwischen den Beiden. Aber es ist natürlich nicht der Vater, der den Sohn gezeugt hat, der Sohn hat auch ewig gelebt, ist genauso alt wie Gott, der Vater. (Das ist nicht so eine Relation. Das ist nur ein Bild, um zu verstehen, was das bedeutet, wie eng sie zusammen sind.“

??? … aber aha, die genannten Widersprüchlichkeiten sind im Versuch dieser Spontanerklärung also nur ein „Bild“, das aber, wie man gleich lesen kann, nicht überbewertet werden darf und keinesfalls eine Beschreibung göttlicher Realität ist:

Zitat: „Genauso ist das mit Gottes“Kind“, wir können das Bild nicht überbewerten. Und sagen: Ja, aber wir sind Gotteskinder, der liebe Gott hat uns lieber als alle anderen. Das ist nur ein Bild, das auf eine besondere Relation zwischen den Kindern und dem Vater. Wir haben das Leben des Vaters, wir sind berufen in sein Reich einzugehen. Ob wir alles in unserem Glauben verstehen, aber das ist auch nur ein Bild, keine göttliche Realität. Es ist immer gefährlich, (denn Gott gibt uns ein Bild um)  eine göttliche Realität zu beschreiben, und wir nehmen das Bild und sagen: Das ist jetzt die göttliche Realität. Das stimmt nicht.
Diese Bilder – wie die Braut des Herrn, wie alles andere – sind Bilder, um einen Teil der göttlichen Realität zu beschreiben. Aber bitte lasst uns nicht daraus die göttliche Realität machen. Das ist nur eine Beschreibung eines Teils der Realität. Die Realität Gottes ist viel größer und dafür fehlt uns der Wortschatz.“

Also halten wir fest: Gottes Sohn, Gott Vater, Gottes Kinder und auch die Braut des Herren sind alles Bilder, die der Heilige Geist (kein Bild) (er-)findet, „um uns klarzumachen, wie das ist“ und damit einen Teil der göttlichen Realität zu beschreiben. Für die ganze göttliche Realität hingegen „fehlt uns der Wortschatz“, so jedenfalls Schneider jetzt.  Zudem heißt es weiter: „Es ist immer gefährlich, eine göttliche Realität zu beschreiben“ und sogar expressis verbis nicht nur gefährlich sondern sogar falsch: „Wir nehmen das Bild und sagen: Das ist jetzt die göttliche Realität. Das stimmt nicht.“

Aber ganz sicher stimmt laut Stap Schneider das hier, was er zu Beginn seiner Ausführungen betonte: „Das war ein ganz besonderer Dienst, den der Herr den Aposteln anvertraut hat, das Heil zugänglich zu machen, die Kirche aufbauen, die Sakramente zu verwalten, die Braut Jesu Christi vorzubereiten. Und dazu hat er ihnen eine besondere Vollmacht gegeben. Das kann „ein Normaler“ nicht machen. Dazu gehört eine besondere Vollmacht, dass er im Namen Jesu Christi, im Namen des dreieinigen Gottes handeln kann. Das hat er den Aposteln gegeben.

Am Ende aber müsste er eigentlich einschränken und sagen, dass nur das Bild der „Braut“ vorbereitet wird und dass die Apostel lediglich im Namen des „Bildes des Dreieinigen“ handeln. Und es bleibt die Konsequenz aus der von Schneider in Frage gestellten Begriffe  aus, was nämlich von allen weiteren Behauptungen, Dogmen, Glaubensätzen etc.  letztlich auch nur Bilder sind? Die auf der Hand liegende, einfache Antwort muss lauten, dass all diese Dinge Bilder sind und auch nach Schneiders eigenen Worten keinesfalls eine göttliche Realität abbilden. Das aber trotzdem zu behaupten wäre, wie Schneider betont, gefährlich, falsch und würde ohnehin nicht stimmen – so Schneider, und:"Diese Bilder – wie die Braut des Herrn, wie alles anderesind Bilder!"

"Wirklich alles andere?" Wohl kaum, wie z.B. die Wiederkunft Christi zu den Erstlingen der NAK:

"Jesus hat gesagt: Ich komme wieder! Und wenn die Welt zusammenbräche, ich glaube es trotzdem ... weil er, Jesus Christus der Sohn Gottes ist, will er machen, was er gesagt hat und deshalb bin ich auch gehorsam, das liegt ja auf der Hand, sonst wäre ich ja wirklich dumm."

So der Stap am 06.12.2015 in Güstrow. Und da ist er wie Luther: Steht da und redet und kann nicht anders!

Ob diese Bildersuche also nun weiterhilft oder nicht, man darf gespannt sein, ob der grundsätzlich richtige Ansatz, die biblischen Darstellungen bildhaft zu verstehen weiter verfolgt werden wird oder ob Schneider  in seinen nächsten Predigten wie üblich undifferenziert Bild und (neuapostolische) Realität bzw. geglaubte "Wahrheit" vermischt.

Siehe zum Thema auch Schneiders "Keine Ahnung-Zitate"

 

7.7.2020 Gottes Diätverordnung durch die Corona-Pandemie: Brotkrumen statt All-inclusive-Menü - Anmerkungen zur Pfingstpredigt 2020 von Stap Schneider  DS

Wieder einmal zitiert Andreas Rother vom Verlag Friedrich Bischof den Stammapostel Schneider aus seiner Pfingstpredigt 2020 verkürzt und damit falsch. Dies soll mittels der offiziellen Originalmitschrift erneut hier korrigiert und richtiggestellt werden. Rother schreibt im Artikel „Die Kraft entfaltet sich im Menschen“ (Quelle https://nac.today/de/208122/838053 ) wie folgt:

Für viele Menschen bedeute die Epidemie existenzielle Not, schilderte Stammapostel Jean-Luc Schneider eindrücklich. „Gott hat unsere Pläne geändert“, sagte er. Aber: „Seinen Plan hat er nicht verändert. Er will sein Volk in sein Reich führen. Er möchte uns trösten und stärken. Und er wird das tun.“ Auch wenn es derzeit nicht das All-Inclusive-Menü gottesdienstlichen Segens gebe: Gott könne auch mit Brotkrumen segnen: „Du bist ein Gotteskind. Der Vater wird dich nicht vergessen.“

Gott könne auch mit Brotkrumen segnen“ entspricht nicht Schneiders Formulierung, der wörtlich sagte: „Jetzt hat Gott unsere Pläne verändert […] Aus irgendeinem Grund hat Gott entschieden: Ihr werdet nur Brotkrumen bekommen. Aber wir vertrauen unserem himmlischen Vater und sagen: Wenn wir Brotkrumen bekommen, dann sind wir gesegnet über diese Brotkrumen.“

Also  Gott hat entschieden, dass wir - zumindest aktuell - nur die Brotkrumen in Form der Predigten der Bez-Apostel bekommen. Entbehrt werden muss: "Wir können nicht zusammenkommen, können nicht Heiliges Abendmahl feiern und auch kein Heiliges Abendmahl für die Entschlafenen." Dennoch können wir darauf vertrauen, so Schneider, trotz dieser - von Gott verordneten - Diät gesegnet zu sein. Rothers Formulierung, Gott könne mit Brotkrumen segnen, ist ohnehin aus theologischer Sicht völlig falsch. Selbst Wikipedia weiß zum Stichwort Segen:

Der Segen erfolgt mit Worten und Gebärden (z.B. durch Handauflegung, Segensgestus), die die wohltätige Zuwendung eines Gottes zu der gesegneten Person oder der gesegneten Sache symbolisieren.“ 

Wichtiger aber als Rothers mangelhafte theologische Sachkenntnis sind wieder einmal seine verfälschenden Zitate aus der Predigt.  In Schneiders Ausführungen ist das Auftreten des Coronavirus ursächlich in Gott verortet: ER hat entschieden, ER hat die Pläne geändert!

Hier die entsprechenden Aussagen im Zusammenhang:

Stap Schneider Pfingsten am 31.5.2020:  Jetzt hat Gott unsere Pläne verändert, und wir können nicht zusammenkommen, können nicht Heiliges Abendmahl feiern und auch kein Heiliges Abendmahl für die Entschlafenen, und dafür haben wir keine Erklärung - zumindest ich habe keine.[…] Wir können im Moment nicht das ganze Menü des Segens bekommen. Aus irgendeinem Grund hat Gott entschieden: Ihr werdet nur Brotkrumen bekommen. Aber wir vertrauen unserem himmlischen Vater und sagen: Wenn wir Brotkrumen bekommen, dann sind wir gesegnet über diese Brotkrumen. Natürlich sehnen wir uns danach, das All-inclusive-Menü zu bekommen, und wir beten dafür, dass wir es so schnell wie möglich wieder erhalten. [...]

Ich habe gesagt: Gott hat unsere Pläne verändert; das ist wahr für viele, viele Brüder und Schwestern. Ein lieber Mensch ist gestorben, andere haben viel Geld oder sogar ihre Einkommensquelle verloren. In manchen Regionen können sich die Menschen ihren Unterhalt nicht verdienen. Unsere Pläne wurden von Gott verändert […]

Aus Schneiders Sicht ist das verursachende Coronavirus also keine bloße Zulassung Gottes, der dieses Unheil hätte abwenden können, sondern im Gegenteil seine konkrete Entscheidung: Er hat unsere Pläne verändert und wir können nicht mehr zusammenkommen etc! Damit ergänzt Schneider seine eigene Osterpredigt 2020. Zitat aus UF online:

Zugleich wandte er sich energisch gegen die Vorstellungen, dass die Corona-Pandemie eine Strafe Gottes sei, ein Zeichen für das Ende der Welt: „Eine solche Aussage stammt nicht vom Heiligen Geist.“ Der spreche von Gott als dem Gott der Liebe!“ Quelle http://www.nak.org/de/news/offizielle-verlautbarungen/article/19917/

Die Corona-Pandemie ist also zwar keine Strafe Gottes, wohl aber hat sich dennoch Gott – aus Liebe !? – dafür entschieden, sie zu schicken und damit der NAK einen Diätplan zu verordnen (mit Kollateralschäden auf der ganzen Erde), der den Mitgliedern der NAK nun Krümel beschert statt  des behaupteten, bisher üblichen All-inclusive-Menü. Damit wird Gott - theologisch nicht haltbar - in seiner aktuellen Entscheidung kausales Handeln unterstellt. Weiter gilt für Schneiders NAK-Getreue:

"Heute sind wir die, die erwählt sind, durch den Heiligen Geist Gottes Willen zu verkündigen. […] Andere haben das Evangelium in einer Weise verändert, dass sie geschäftlich damit erfolgreich sein können. Wir sind aber gesandt, das wahre Evangelium, wie es das Apostolat verkündigt, weiterzutragen. Das wahre Evangelium ist auch heute noch zeitgemäß und in jeder Situation anwendbar."

Gerade die NAK ist ein Geschäftsmodell mit äußerst effizienten finanziellen Bilanzen und meist geistlosen, aber exklusivistisch sehr systemdienlichen Reden - dieser Schuss geht also völlig nach hinten los!

Zum Schluss der Predigt fügt Schneider noch an:

Ich weiß, dass in dieser Zeit viele die Gottesdienste über das Internet verfolgen. […] Bitte, folgt der Eingebung des Heiligen Geistes, und wenn ihr die Möglichkeit habt, kommt zum Gottesdienst und seid mit uns zusammen. Wir wollen, dass ihr alle, auch die, die ihr nicht neuapostolisch seid, das AII-inclusive-Menü bekommt. Amen.

Bis soweit zunächst zur Pfingstpredigt Schneiders. Im letzten Satz klingt nun die Sorge an, dass die verbreiteten Internetkrümel dazu führen könnten, dass mit der Erlaubnis zu eingeschränkten Präsenzgottesdiensten – also immer noch Abendmahlsdiät - die Besucherzahlen zurückgehen könnten. Dazu führte Stap Schneider in Karlsruhe am 28.6.20 aus:

"Ich mache mir schon Sorgen und wahrscheinlich die Apostel auch. Wie kommt das jetzt mit dieser Pandemie, der Coronakrise? Also, ich habe schon Sorge, dass der eine oder andere trotzdem auf der Strecke bleibt. Meine Sorge ist, dass wir in ein paar Monaten dann hören: „Ach komm, nach mir hat niemand gefragt. Kein Schwanz hat sich gemeldet. Niemand. Lass fallen.“ [Anmerkung des Verfassers: Das von Schneider gesprochene Wort „Schwanz“ wurde in der offiziellen Abschrift durch „Mensch“ ersetzt]. Dann kommt das Echo von der anderen Seite. Die Brüder, die Gemeinden sagen: „Ja gut, aber die sind total untergetaucht. Man hat überhaupt nichts mehr von ihnen gehört. Und man hat ja in unserer Welt, zumindest in unseren Breiten, so Bedenken, man will ja den Leuten nicht zu nahekommen. Wenn ich jetzt anrufe, dann meinen sie, ich will sie kontrollieren und ich will Druck auf sie machen, dass sie zum Gottesdienst kommen und man traut sich dann nicht. Und dann kommt es zur Diskussion. Der eine sagt: „Nach mir hat keiner verlangt. Kein Mensch hat sich gemeldet.“ Und der andere sagt: „Ja, aber sie haben sich nicht gemeldet, sind total untergetaucht und wir wollen ja nicht zu nahetreten. Das wird nicht gut aufgenommen, wenn wir uns melden.“ Wer hat Recht? Wer hat Unrecht? Ich weiß es nicht.[…] Wo die Liebe brennt, da hat man einfach das Bedürfnis. Komm ich rufe jetzt mal an. Ich will nur mal wissen, wie es denen geht. Das wird dann auch nicht als aufdringlich aufgenommen. Das wird einfach aufgenommen: Ach, der liebt mich. Der hat nach mir gefragt. Wir wollen dafür sorgen, dass auch in dieser Hinsicht, niemand zerbrochen ist und irgendwann aufgibt nur wegen dieser Pandemie, weil wir nicht in den Gottesdienst kommen konnten."

Vielleicht wird die Statistik für 2020 über die Gottesdienstbesucherzahlen ja ein wenig Licht in dieses Dunkel bringen und die Untergetauchten  sichtbar machen können. Aber das weiß kein Schwanz, - pardon – kein Mensch! Aber wenn tatsächlich Gott unsere Pläne so geändert hat, wird er das in Kauf genommen haben, das ist sicher! Vielleicht soll sich auch unser aller Denken durch diese Maßnahme ändern? Dazu sagte Schneider wieder in der Pfingstpredigt:

Stap Schneider Pfingsten 2020: „Manche denken durch die Corona-Krise, dass dadurch eine Veränderung stattfinden wird, dass wir eine Zeit vor und eine nach Corona haben werden: Wir müssten noch einmal darüber nachdenken, wie wir die Gesellschaft und auch die Wirtschaft organisieren; wir müssten noch einmal darüber nachdenken, wie wir unsere natürlichen Ressourcen verwenden;  […] Wir wollen uns auch bewusstmachen, dass wir mit den Ressourcen dieser Erde etwas sorgfältiger umgehen sollten. Das ist auch ein Ausdruck unserer Liebe gegenüber Gott und unserem Nächsten. Manchmal sagen mir Brüder und Schwestern: Ja, aber Stammapostel, wir wollen doch gar nicht hierbleiben, wir wollen doch in den Himmel. So sei es auch weniger wichtig, sich um die Erde zu kümmern, sondern dafür mehr um die Seele; wir wollen ja in den Himmel. Ich sage euch: Ich will auch in den Himmel. Doch lasst uns nicht vergessen, dass Menschen auch weiterhin auf dieser Erde leben werden, bis zum Tag des Jüngsten Gerichts. Die Menschen sind für die Erde verantwortlich bis zum Jüngsten Gericht. Und übrigens hoffen wir ja darauf, dass wir Teil der königlichen Priesterschaft sein werden und mit Jesus Christus wieder zurückkommen auf diese Erde, um an der Seite des Herrn Jesus das Evangelium zu verkündigen. Also seht ihr? Selbst aus einem neuapostolischen Blickwinkel macht es Sinn, sich darüber Gedanken zu machen, wie wir mit dieser Erde umgehen.“

Gedanken sollte man sich auch  darüber machen, welche Schlüsse man selber aus solchen Predigten zieht und ob die eigenen Ressourcen nicht an anderen Stellen besser genutzt werden könnten, als sich solchen Unsinn immer und immer wieder anzuhören. Es ist die eigene Entscheidung, sich diesem eiskalten Buffet neuapostolischer Predigtkrümel zu unterwerfen oder nicht. Wenn diese Pandemie dem einen oder anderen Mitglied tatsächlich die Erkenntnis eröffnet, dass  dieses billige und geistlose Sonderangebot neuapostolischer Redundanz durchaus auch entbehrlich sein kann, dann hätte Corona tatsächlich wenigstens für diese Menschen etwas Gutes an sich.


 

 

 

Das Schneiderlexikon (Zusammenstellung D. Streich)

Schneiders Schöne Neue NAK-Parallelwelt von A bis Z -  Ein Nachschlagewerk für die stammapostolischen Ein - und Ausfälle 

Hinweis: Alle Zitate stammen aus den offiziellen Abschriften der Jahre 2014 bis heute. Sie umfassen über 2000 Seiten als Worddatei! Die Zitate werden von mir nicht kommentiert, jeder Leser mag für sich selbst beurteilen, wie die Äußerungen des Stammapostels einzuordnen sind.

Begriffe anklicken 

  1. Adam und Eva / Schöpfung
  2. Adam und Eva als Relation Gottes 
  3. Adam und Eva / Der Sündenfall 
  4. Apostel / enttäuschte Nachfolge 
  5. Apostel / Ohne Apostel keine Sakramente, auch wenn sie etwas Dummes sagen
  6. Apostel / Amtsauftrag ist auch für Apostel keine Heilsgarantie
  7. Apostel / ohne Apostelglauben wird man zum Feind 
  8. Apostel / Demut kontra Macht 
  9. Apostel / Stammapostel Aufgabe
  10. Apostel / Drei Amtsstufen plus Stammapostel
  11. Apostel / Stammapostels Amtskarriere von Gott gewollt
  12. Amtsträger / Erwählung vor Jahrhunderten
  13. Amtsträger / Forderungen
  14. Amtsträger / Ämterhierarchie unangemessen 
  15. Amtsträger / zu viele Chefs in der Hierarchie
  16. Amtsträger / Sklaven Christi
  17. Amtsträger / Ohne das Apostelamt geht gar nichts
  18. Bibel / Auslegung
  19. Bibel/ Wir denken nicht, dass Gott die Bibel geschrieben hat
  20. Bibel /  Göttliche Realität wird behelfsweise in Bildern ausgedrückt
  21. Bibel / Gottes Kinder
  22. Bibel / Alle Bilder sind nur unzureichende Ausschnitte der göttlichen Realität
  23. Bibel / Ethik
  24. Christen / geistgetaufte Jünger Christi
  25. Christen /  allgemein
  26. Christusfokussierung 
  27. Corona und Brotkrumendiät
  28. Corona kein Schwanz ruft mich an
  29. Corona und die Zukunft der Erde
  30. Das letzte Schaf um Mitternacht
  31. Die letzte Seele/ keine reale Zahl 
  32. Die letzte Seele / egoistische Heilserwartung
  33. Die letzte Seele / Da wäre man heute schnell entmutigt
  34. Entschlafene / Bombenopfer und die Erlösung für alle
  35. Entschlafene / Gott sagt ihnen: Wenn du jetzt Heil empfangen willst, dann musst du zu den lebenden Aposteln gehen, denen habe ich Vollmacht gegeben, sie können dir helfen.
  36. Ewigkeit  / An jedem Tag und jedem Morgen in der Ewigkeit …
  37. Fehler in der Kirche, aber ... (eine Sammlung von Zitaten) aktualisiert
  38. Geld und Zauberei als Götter
  39. Gott hat entschieden, dass wir Schneiders Rede in Kanada essen und verdauen sollen, und das ist keine Erfindung der Neuapostolischen Apostel! Deswegen hier 10, aus meiner Sicht aber unverdauliche, Zitate im Zusammenhang 
  40. Gott/ Gottesliebe für alle Menschen gleich
  41. Gott /  kann fordern
  42. Gott / muss gar nichts.
  43. Gott und die Zukunft
  44. Gott / die neue Schöpfung und der neue Mensch
  45. Gott / Personen im Reich Gottes wie auf der Erde, aber …
  46. Gott / Beziehung der Menschen im Reich Gottes
  47. Gott / Göttliche Botschaft hat mehr Bedeutung als die wahrnehmbare Wirklichkeit
  48. Gottesbilder, aber wir haben den Herrn Jesus als Gott
  49. Heilige Geist / als er noch klein war
  50. Heiliger Geist / Jesus ist nicht der Sohn und genauso alt wie der Vater
  51. Homosexualität 
  52. Jesus / Geh mal runter
  53. Katechismus und Lehre
  54. Keine Ahnung / Es ist sinnlos, alle Fragen beantworten
  55. Keine Ahnung / Erste Auferstehung ist eine verrückte Geschichte
  56. Keine Ahnung/ Erste Auferstehung - 1000jähriges Friedensreich
  57. Keine Ahnung / Kirche Christi
  58. Keine Ahnung/ Erwählung
  59. Keine Ahnung/  Was Gott ist
  60. Keine Ahnung / Gottes Gottesdienst
  61. Keine Ahnung / über unsere Nächsten
  62. Keine Ahnung / Zusammenfassung und Schluss
  63. Kirche Christi / Apostel sind der Kirche im Ganzen gegeben
  64. Kirche Christi / Wo die Apostel wirken ist Jesus wirklich präsent
  65. Kirche von morgen und die kommenden Generationen
  66. Kirche / Jesus hat Saulus umgedreht, und er hat in der Geschichte immer dafür gesorgt, dass die Apostel ihren Auftrag erfüllen können
  67. Kinder und Jugend / dafür Eigenes in den Hintergrund stellen
  68. Kinder und Jugend / keine unnützen Regeln
  69. Kinder und Jugend / andere Regeln
  70. Kinder und Jugend / Keine drohende und fordernde Erziehung
  71. Konfirmation / keine willenlosen Marionetten
  72. Konfirmation / Gott will mein Heil
  73. Konfirmation / Kampf gegen das Böse im Team
  74. Lebensbejahung / Lebensmut
  75. Lebensbejahung / Apostel können feiern
  76. Lebensbejahung / in vollen Zügen
  77. Lebensprobleme / Wirf dein Anliegen nicht mehr auf den Herrn
  78. Mensch / Sklave des Reichtums
  79. Mensch / Sklave des Menschen
  80. Mensch / Sklave der Doktoren und falschen Propheten
  81. Mission / zur NAK nicht notwendig
  82. Mission / Erwählung 
  83. Mission / Ehe 
  84. Mitgliederschwund /aber Gott sammelt in Afrika
  85. Mitgliederschwund / Gott ist verantwortlich
  86. Mitgliederschwund / Nicht so egoistisch sein
  87. Mitgliederschwund / Wir werden siegen, das ist göttliche Wahrheit
  88. Nachfolge ist kein Gehorsam, sondern nur gesunde Vernunft
  89. NAK Glaube / Alles hat sich geändert? Nein nichts hat sich geändert!
  90. NAK Glaube / Was wirklich unser Glaube ist: Wir glauben an das Apostelamt
  91. NAK-Traditionsglaube / nicht stehen bleiben
  92. NAK-Traditionsglaube / reicht nicht 
  93. NAK-Verbote der Vergangenheit
  94. Predigt / Schnitt der Reben 
  95. Predigt / kein geistgewirktes Wort
  96. Predigt / manchmal sogar Unsinn
  97. Predigt / Theologie
  98. Stammapostel als Zugführer, alles ganz simpel
  99. Tag der ersten Auferstehung/ Erstlinge
  100. Tag der ersten Auferstehung / notwendige Apostelnachfolge
  101. Versiegelung der Toten  / Das Leben fängt jetzt richtig an
  102. Vergebung / falsches Selbstmitleid
  103. Vergebung / ohne Wiedergutmachung oder Entschuldigung
  104. Vergebung/  Narben beim Täter
  105. Vergebung / Ohne Vergebung werden die Opfer zu Sündern
  106. Vergebung / Wille zur Vergebung und Versöhnung
  107. Vorschriften / Meinungen
  108. Vorschriften / Mode und Verhalten
  109. Werk des Teufels / seltsames Gottesbild
  110. Werk des Teufels / Zerstörung der Gemeinschaft von Adam und Eva
  111. Welt ist schlimm / aber Jesus ist auferstanden
  112. Wetter / Gott ist dafür verantwortlich
  113. Wiederkunft Christi  / nicht auf die NAK begrenz
  114. Wiederkunft Christi / keine konkrete Heilsgewissheit in der NAK
  115. AnkerWiederkunft Christi / keine Zeichen der Endzeit
  116. AnkerWiederkunft Christi / Verkündigung trotz möglicher Traumatisierung der Kinder
  117. AnkerWiederkunft Christi / keine objektivierbaren Zeitereignisse weisen darauf hin
  118. AnkerWiederkunft Christi /  eine Absicherung gleicht einem Misstrauensvotum  gegen Gott
  119. AnkerWiederkunft Christi / trotzdem Zukunft in der Mongolei
  120. AnkerWiederkunft Christi / Du hast das Ticket schon
  121. AnkerWiederkunft Christi / oder „nur“ Zukunft bei Gott?
  122. AnkerWiederkunft Christi / Gottes Plan für die Zukunft
  123. Wiederkunft Christi /  50 oder 100 Jahre ist Gott egal
  124. AnkerWiederkunft Christi / Weitergabe der Botschaft von Generation zu Generation
  125. AnkerWiederkunft Christi / nachfolgende Generationen haben trotzdem erste Priorität und sind die Kirche von Morgen
  126. Wiederkunft Christi / Pflicht zur Weitergabe der Botschaft für Eltern
  127. AnkerWiederkunft Christi /  Gottes Plan in einer anderen Dimension und das mit der Braut da
  128. Wiederkunft Christi  /  Verdammung der Anderen? Nein!
  129. Wiederkunft Christi  /  Wenn diese Liebe groß genug ist kommt Jesus
  130. Wiederkunft Christi /  Jedes Jahr später ist eine Ausbildungsverlängerung
 

 


 

Schneiderlexikon alle Zitate unkommentiert:

AnkerAdam und Eva / Schöpfung

11.11.18 Uster: Es ist uns bekannt, als Gott die Schöpfung gemacht hatte, schuf er zum Schluss den Menschen zu seinem Ebenbild. Das heißt nicht, dass der Mensch wie Gott war. Er schuf ihn zu seinem Ebenbild, indem er ihm göttliche Wesensmerkmale gab, welche die Tiere und der Rest der Schöpfung nicht hatten.

Er gab dem Menschen die Sprache- Gott ist ja das Wort-, reden zu können ist ein göttliches Merkmal. Er hat ihm die Vernunft gegeben, die Entscheidungsfreiheit und die damit verbundene Verantwortung. Er hat ihm die Fähigkeit gegeben, Liebe zu erfahren und zu erwidern. Das sind göttliche Wesensmerkmale, die Gott den Menschen verliehen, deshalb hat der Mensch eine spezielle Position in der Schöpfung inne. 

AnkerAdam und Eva als Relation Gottes

11.11.18 Uster: Er hat nicht Adam alleine gemacht, er hat ihn zu seinem Ebenbild geschaffen und wir wissen, Gott ist der dreieinige Gott, Vater, Sohn, Heiliger Geist, das sind drei Personen aber völlig eins. Gott ist Relation und als er den Menschen geschaffen hatte, sagte er: „Das ist nicht möglich, dass es nur einen gibt, wenn er das Ebenbild Gottes sein soll, muss er in Relation stehen, ein Gegenüber haben. Deshalb erschuf er den Menschen als Mann und Frau, sie sind zwei, zwar verschieden, aber füreinander geschaffen. Sie kompensieren sich und sind aufeinander angewiesen. Sie haben Gemeinschaft miteinander, ergänzen sich und sind voneinander abhängig.

AnkerAdam und Eva / Der Sündenfall

11.11.18 Uster: Die Beziehung zwischen den Menschen war auch dadurch beschädigt, dass das mit der Gemeinschaft und der Harmonie nicht mehr so der Fall war. Es begann damit, dass der Mann über die Frau herrschen wollte. Es ist so, sie waren vor Gott absolut gleichwertig. Nach dem Sündenfall, siehe da, wollte der Mann über die Frau herrschen. Es ergab sich eine Machtsituation, der eine sagte zum anderen: „Ich bin mehr wert als du, ich habe mehr zu sagen.“ Interessant- das ist eine Folge des Sündenfalls. Sie waren gleichwertig und auf einmal wollte der eine den Vorrang haben gegenüber der anderen.

AnkerApostel / enttäuschte Nachfolge

4.3.2018 Libreville (Gabun): Die Apostel haben auch die Macht, dem Bräutigam eine fleckenlose Braut zuzuführen. Und damit diese Macht volle Wirkung hat, müssen wir etwas tun. Wir müssen die Apostellehre annehmen, den Aposteln nachfolgen, nicht dem Mensch, sondern dem Amt. Denn die Macht der Apostel liegt nicht in der Person, sondern in ihrem Amt und Auftrag. Der Apostel hat nicht von Jesus den Auftrag bekommen, mir zu sagen, welche Frau ich heiraten soll, welche Stelle ich annehmen soll oder welchen Wagen ich kaufen soll. Wenn der Apostel viel Erfahrung hat, kann er mir einen Rat geben, und dabei bleibt es. Ich kann mir gut vorstellen, dass in der anderen Welt sich manche enttäuschte Seelen befinden, die zur Lebenszeit einen schlechten Rat befolgten.

AnkerApostel / Ohne Apostel keine Sakramente, auch wenn sie etwas Dummes sagen

01.03.2015 in Berlin- Schöneberg: Man muss an das Apostelamt glauben, man muss an die Sendung der Apostel glauben. Ohne diesen Glauben kann ich kein Abendmahl feiern, ohne diesen Glauben kann ich die Heilige Versiegelung nicht empfangen. Ohne diesen Glauben kann ich nicht vorbereitet werden auf den Tag des Herrn.
Wenn es um die Sakramente geht, muss ich an das Apostelamt glauben. Ohne das Apostelamt kann ich das Abendmahl nicht erleben, ohne Apostelamt kann ich auch auf den Tag des Herrn nicht vorbereitet werden. … Wir glauben, dass der Herr die Apostel gesandt hat um die Braut zu sammeln. Natürlich ist auch dieser Glaube gefährdet. Da erlebt man: Ja, die Apostel sind ja auch nur Menschen und da hat keiner was gesagt, das stimmte gar nicht. Und der andere hat was gesagt, das war sogar dumm, das war ziemlich fehl am Platz. Und da, wo es Apostel gibt und dieses Erlösungswerk Gottes… Ach, komm, ich hab sie gesehen, alles Menschen, alle unvollkommen. Ich könnte stundenlang erzählen, was es da alles gibt. Und und und …
Wir glauben an die Sendung der Apostel und an das Erlösungswerk und auch im Jenseits geht es um den Glauben und um die Vollendung.

AnkerApostel / Amtsauftrag ist auch für Apostel keine Heilsgarantie

22.07.2016 Ämtergottesdienst in Kampala – Uganda:  Wir möchten nicht bei der Neuapostolischen Kirche angestellt sein. Diejenigen, die aus diesem Grund gekommen sind, werden enttäuscht. Das ist sicher. Sie werden enttäuscht, weil sie auf etwas warten, was sie nie bekommen werden. …

Unser Amtsauftrag ist für uns kein Vorteil zur Erlösung. Es kann jemand ein tüchtiger Apostel sein und ist trotzdem nicht Teil der Braut Christi. Das müssen wir uns klar machen. Der Amtsauftrag ist nur ein Werkzeug.

AnkerApostel / ohne Apostelglauben wird man zum Feind

1.3.2015 in Berlin: Also, wer an die Apostel glaubt, darf sich auf die Fürbitte Jesu berufen. Gott betet für uns, damit wir eins sind, eins werden. Wer nicht mehr so an die Sendung glaubt, wer nicht mehr an das Erlösungswerk glaubt, wer so langsam zurückgeht, wird zum Feind. Wer nicht mit mir sammelt, der zerstreut und das heißt dann sehr schnell ganz konkret: Wer nicht sammelt, der zerstreut.

AnkerApostel / Demut kontra Macht 

28.12.2014, Hannover/BRD: Die Apostel sind im Dienst Jesu Christi. Die können nicht einfach machen, was sie wollen, und sagen, was sie wollen. Sie sind total vom Herrn abhängig. Sie können nur sagen, was der Herr gesagt hat. Sie können nur machen, was er von ihnen verlangt. Sie sind total abhängig vom Herrn Jesus. Sie müssen immer dafür sorgen, dass die Verbindung stimmt. Sie sind nur im Dienst des Herrn. Sie können nur das verkündigen, was Jesus gesagt hat. Was ist ihre Aufgabe? Ihre Aufgabe ist es, das Evangelium zu verkündigen. Ihre Aufgabe ist es, den Menschen den Weg zum Heil zu öffnen und die Braut vorzubereiten. (…) Ja, die sind nicht wie mächtige Männer und sagen: Das musst du machen; und wenn du das nicht machst, kommst du in die Hölle; und das, da wirst du bestraft… Nein, sie sind im Dienst der Gemeinde! Sie können es lediglich so tun, wie es Paulus faszinierend gesagt hat: „… so bitten wir nun an Christi statt: Lasst euch versöhnen mit Gott!“ (2. Kor. 5, aus 20). So ganz demütig: Wir bitten euch… Das ist der Dienst der Apostel an der Gemeinde: Bitte - aus Liebe, ohne Zwang.

AnkerApostel / Stammapostel Aufgabe

28.12.2014, Hannover/BRD Ein kleiner Exkurs: Im Apostelamt gibt es noch einen besonderen Dienst, den Petrusdienst. Der wird vom Stammapostel ausgeübt. Wir sind heute im kleinen Kreis. Ich möchte das hier einmal so sagen: Das ist auch ein Dienst. Der Stammapostel ist vom Herrn gesandt. Er hat in dieses Amt, in diesen Petrusdienst, besondere Vollmacht hineingelegt. Aber der Stammapostel ist auch nur ein Diener. Ja, die Kinder meinen manchmal, der Stammapostel ist stolz; da bist du der absolute Chef, hast nur noch den lieben Gott über dir; das ist aber schön. Ich sehe das nicht so. Die Aufgabe des Stammapostels u.a. ist, die Lehre rein zu halten und sie einheitlich zu verkündigen. Also, das eine ist im Dienst des Herrn die Lehre rein halten. Es geht nicht darum zu wissen, was Menschen wollen und was der Stammapostel denkt.

Es geht nur um eines: Was denkt der da oben? Sonst kann der Stammapostel auch nichts verkündigen. Es ist ganz wichtig, dass die Verbindung stimmt, damit es wirklich die Lehre des Meisters ist. (…) So einfach ist das gar nicht. Es geht nicht darum zu sagen: Ach, ich habe jetzt einen tollen Gedanken, das könnte man so machen; ich habe eine neue Idee, das ist jetzt die Lehre, so ist das. Es ist die Verantwortung des Stammapostels, dafür zu sorgen, dass der Weg für alle gangbar ist, dass sich alle freuen können, dass alle treu bleiben können und alle den Weg des Heils gehen können.

Das ist die Verantwortung des Stammapostels. Das ist keine Machtausübung. Das ist ein Dienst für die Gemeinde. Ich bin dafür verantwortlich vor Gott, dafür zu sorgen, dass alle mitkommen können, nicht nur eine Gruppe, nicht nur die oder die Gruppe, alle. Das ist meine Verantwortung. Die kann mir niemand abnehmen. So ganz einfach ist das nicht. Da macht man sich nicht unbedingt beliebt. Ja, jeder möchte, dass der Stammapostel dieses sagt und jenes sagt. Aber das geht nicht. Der Stammapostel steht im Dienst der Gemeinde. Er muss dafür sorgen, dass der Weg für alle gangbar ist. So, Ende des Exkurses.  

AnkerApostel / Drei Amtsstufen plus Stammapostel

22.10. 2017 in Nürnberg: "Der Stammapostelhelfer, der Bezirksapostelhelfer und die „Lead-Apostel“ haben keine originäre geistliche Leitung und Verwaltungsfunktionen. Es steht im Namen: Sie helfen. Sie haben eine Leitung, die die Leitungsführung innehat und sie helfen ihm. Sie werden zu diesem Dienst ernannt. Also: Apostel wird ordiniert, Bezirksapostel wird beauftragt, Bezirksapostelhelfer wird ernannt. So, jetzt war die große Frage? Und der Stammapostel?

Da ging es lange hin und her! Ja wirklich, den Bezirksaposteln, den Bezirksapostelhelfern und den Aposteln weltweit war es sehr wichtig und ich kann es nachvollziehen, dass der Stammapostel weiterhin ordiniert wird, obwohl er bereits Träger des Apostelamtes ist. Dies geschieht, weil der Stammapostel den Petrusdienst ausübt und die Schlüsselvollmacht verwaltet und somit die Leitung der Gesamtkirche wahrnimmt. Auch in Zukunft wirdmein Nachfolger ordiniert, obwohl er ein Apostel ist, aber weil er einen besonderen Dienst auswirkt. Aber so oft geschieht das ja Gott sei Dank nicht, wird der Stammapostel auch weiterhin ordiniert, aber im Bewusstsein: Er ist ein Apostel, aber mit einem besonderen Dienst."

Apostel / Stammapostels Amtskarriere von Gott gewollt

15.02.2014 in Innsbruck: Wir sind nicht im Dienst einer Organisation; auch nicht im Dienst einer Kirche im Sinne einer Institution. Jeder von uns wurde persönlich von Gott gerufen und berufen… Er hat alles so gelenkt, dass Du an diesem Platz, in diesen Verhältnissen bist, weil er Dich da haben will. Das ist unser Glaube an Gott. ... So sehe ich das! Sonst wäre ich in meiner Amtskarriere sehr früh zugrunde gegangen. Ich war immer der, der gebraucht wurde, sogar als Stammapostel. - Es gäbe viele menschliche Überlegungen, ich habe schon davon gehört. Wenn ich nicht mehr glauben kann, dass der liebe Gott alles so gelenkt hat, gehe ich zugrunde und kann nicht mehr arbeiten.

AnkerAmtsträger / Forderungen

22.10.17 Nürnberg: Es ist nicht der Auftrag des Jüngers, über diese Lehre des Meisters hinauszugehen. Es lag ihm sehr daran, dass der Jünger da nicht mehr verlangt als das, was der Meister verlangt hat. Dass dann der Jünger nicht strenger wird als sein Meister. Dass der Jünger die Lehre des Meisters nicht verändert. Die Aufgabe des Jüngers ist zu lehren, was der Meister gelehrt hat. Mehr nicht.  

AnkerAmtsträger / Erwählung vor Jahrhunderten

01.06.2014 in Toulouse: Mein lieber Ältester, ich weiß, der Himmel ist dir auf den Kopf gefallen; wir haben gestern schon darüber gesprochen, aber dieser Ausdruck ist nicht ganz richtig. Der Himmel hat dich gewollt! Diese Amtseinsetzung ist nicht die Frucht gewisser Umstände, nicht ein Entschluss in letzter Minute, dieser Entschluss wurde von Gott vor vielen Jahrhunderten gefasst. Wir wussten es einfach noch nicht.

AnkerAmtsträger / Ämterhierarchie unangemessen

22.10.17 in Nürnberg: „Unser Vorhaben ist es, die Ämter und die Amtsstruktur, die Dienste sowie die Leitungsfunktionen klar und verständlich zu definieren. Die geistliche Leitung der Gemeinden, Bezirke und Gebiete wird zwar von ordinierten Ämtern ausgeübt. Sie ist aber nicht mit der geistlichen Vollmacht verbunden. Deshalb werden solche Aufgaben künftig nur noch per Beauftragung übertragen. (…) Die Unterscheidung zwischen geistlichem Amt und Führungsfunktion wird auch Auswirkungen auf das priesterliche Amt haben, machte der Stammapostel deutlich. Er stellte die Frage, ob die gegenwärtige hierarchische Struktur den aktuellen Bedürfnissen der Kirche noch angemessen ist. „Es ist meine Überzeugung, dass wir mehr denn je klar definierte Verantwortungen, fest umrissene Aufgaben und vor allem mehr Flexibilität brauchen! (…) Eine ganz praktische Entscheidung ist bereits getroffen. Sie betrifft die Leitung der Gottesdienste. Bislang lag diese grundsätzlich beim „ranghöchsten“ Amtsträger vor Ort. „Da allen priesterlichen Ämtern die gleiche Amtsvollmacht zugeordnet ist, ist es eigentlich nicht zwingend, die Amtshierarchie bei der Leitung von Gottesdiensten zu berücksichtigen.“ Deshalb können Priester künftig den Gottesdienst, auch in Anwesenheit zum Beispiel des Vorstehers leiten. Die Umsetzung regeln jeweils die Bezirksapostel.“

AnkerAmtsträger / zu viele Chefs in der Hierarchie

Berlin 2018: „Hier in Europa, ja gut, wenn der Evangelist jetzt dazu was sagen will, auch wenn's Sinn macht, wenn er ein kluger Mann ist, da kommt der Hirte, der will auch noch was sagen und dann kommt der Bezirksevangelist, der weiß auch was und am Ende entscheidet der Bezirksälteste. Du liebe Zeit, um eine einfache Sache zu entscheiden, das braucht mindestens drei Wochen, ja, und mindestens fünf (Anmerkung: Personen) davon sind frustriert, weil man nicht gemacht hat, was sie gesagt haben. Sie wissen ja auch was.
Das sage ich jetzt ein bisschen scherzhaft, aber so ein bisschen werdet ihr das schon verstehen. Das ist natürlich ein Problem und wir sind einfach der Meinung, dass wir da einen Handlungsbedarf haben, dass wir das anders aufstellen können und mehr funktionsorientiert, nicht mehr diese strenge Hierarchie, dass jeder da zuständig ist und jeder ist Chef des Anderen, jeder muss da sein Wort geben und seine Meinung äußern und hat auch was zu sagen. Und zum anderen, das kennt ihr ja alle, diese Hierarchie, das sind so viele Chefs, dass, wenn dann was Unangenehmes kommt, dann entscheidet keiner.
Und der Evangelist sagt, nein, nein, das muss der Hirte machen und der Hirte, nein, das muss der Bezirksevangelist machen und der Bezirksevangelist sagt, nein, das muss der Vorsteher machen. Und die verstecken sich dann hinter der Hierarchie und spielen dann Ping Pong: das ist für dich, nein, das ist für dich.“

AnkerAmtsträger / Sklaven Christi

Berlin 2018: „Der Haushalter, das Erste was da auffällt ist, der Haushalter ist, das hat Jesus selbst gesagt mehrmals, ist ein Knecht, ein Sklave wie alle anderen. Der Haushalter ist ein Knecht, bzw. ein Sklave, wie alle anderen Knechte, wie alle anderen Sklaven im Haus. Das ändert an seinem Status nichts, er ist und bleibt ein Knecht, ein Haushalter. Das heißt, er ist völlig von seinem Herrn und Meister abhängig. Er hat null Autonomie, er kann nur das machen und ausführen, was der Meister entschieden hat und ihm befohlen hat. Und das ist insofern ein schönes Bild für unsere Tätigkeit in unserem Amt, in unserem Dienst. Auch wenn wir Verantwortungsträger sind, auch wenn wir ein besonderes Amt haben, wir sind Knechte, wir sind Sklaven Christi, wie jedes Glied unserer Kirche. Wir sind völlig vom Herrn abhängig, wir haben keine Autonomie und wollen auch keine haben. Wir wollen lediglich nur das machen und das ausführen, was der Herr Jesus, der Meister, entschieden hat. Was er uns sagt, das machen wir. Wir sind und bleiben Diener, Knechte, Sklaven Jesu Christi.“

AnkerAmtsträger / Ohne das Apostelamt geht gar nichts

15.02.2014 Innsbruck, Stärkungsstunde für Amtsträger: Warum hat uns Gott gerufen? Wir müssen ihm dienen, wir sind als Amtsträger auch Helfer der Apostel. Wir sind nicht in einer evangelischen Kirche- das ist keine Kritik, sondern Tatsache-, wo der Priester zur Gemeinde gehört und ziemlich eigenständig ist. Er kann machen, was er will, weil sein Amt, sein Dienst, absolut ist. Das ist in der Neuapostolischen Kirche nicht so. Die Amtsgaben existieren nur in der Gemeinschaft mit dem Apostelamt. Das Amt ist eigentlich das Apostelamt und der Apostel überträgt nur eine gewisse Amtskraft, eine bestimmte Amtsaufgabe, seinen Mitarbeitern. Aber ohne die enge Beziehung zum Apostolat, gibt es das Amt gar nicht. Ein Bruder, der nicht in der Gemeinschaft mit dem Apostelamt wäre, könnte gar keinen richtigen Dienst verrichten in seiner Gemeinde. Das geht nicht. Von Grund auf kann der liebe Gott nur das Amt und die Amtstätigkeit segnen, wenn der Bruder in enger Gemeinschaft mit dem Apostelamt steht. Sonst geht das nicht.

AnkerBibel / Auslegung

Wort zum Januar 2015:„… Man greift ein Wort aus der Bibel heraus, erhebt es zum Dogma und baut darauf ein ganzes Lehrgebäude auf. Wir haben das in der Vergangenheit auch manchmal so gemacht. Heute aber haben wir ein anderes Verständnis von der Heiligen Schrift: Man muss sie als Ganzes sehen. …Beispielsweise muss man unterscheiden zwischen dem, was heilsnotwendig und heilsentscheidend ist, und dem, was zeitgebunden ist und in einer bestimmten geschichtlichen Situation für die damals Lebenden Geltung hatte.“

Bibel/ Wir denken nicht, dass Gott die Bibel geschrieben hat

30.10.2014 Towerby (Johannesburg) Südafrika: Es gibt manchmal heftige Diskussionen, weil in der Bibel etwas über die Ehe steht, über die  Stellung der Frau, über Homosexualität, und weitere solche Themen, und manche streiten darüber, dass es in der Bibel so steht und dass die Bibel das und das dazu sagt.Wir müssen lernen, die Bibel besser zu verstehen und uns bewusst werden, dass nicht alles in der Heiligen Schrift gleich wichtig ist.

Unter dem Licht des Heiligen Geistes können wir erkennen, was entscheidend für unsere Erlösung ist und was nur eine Tradition oder ein Sprichwort aus alter Zeit ist. Es gibt da Unterschiede. Manche Dinge sind unerlässlich für unsere Erlösung. Das wichtigste ist der Glaube. Wir müssen an Jesus Christus, den Sohn Gottes, und sein Opfer glauben. Das wichtigste Gebot ist das Gebot der Liebe. Wir müssen Gott über alles lieben und den Nächsten wie uns selbst (Lukas 10, 27). Wenn jetzt einer mit einer anderen Aussage aus der Bibel käme und mich aufforderte, gegen dieses Gebot der Nächstenliebe zu verstoßen, dann müsste ich sagen: „Nein, ich bin anderer Meinung. Okay, beides steht in der Schrift, aber das Gebot der Nächstenliebe ist wichtiger als alles andere." Das ist das richtige Verständnis der Bibel.

Wir sind nicht solche, die denken, dass Gott die Bibel geschrieben hat und alles gleich bedeutsam ist. Nein! Durch den Heiligen Geist finden wir heraus, was für unsere Erlösung wichtig ist.

AnkerBibel /  Göttliche Realität wird behelfsweise in Bildern ausgedrückt

22.10.17 in Nürnberg: Ja, wie ist denn das mit Kinder Gottes und Gotteskinder. Liebe Geschwister, das ist ein Bild, das uns gegeben ist. Ich mache jetzt einen kleinen Exkurs, das war nicht vorgesehen. Um die göttliche Realität zu beschreiben haben wir den Wortschatz nicht. Der liebe Gott und der Heilige Geist muss immer wieder Bilder finden, um uns klarzumachen, wie das ist. Er spricht vom Vater und vom Sohn im Himmel, aber wissend, dass der Sohn nicht der Sohn des Vaters ist, er hat ihn nicht gezeugt. Die haben doch immer existiert. Das ist nur ein Bild, das die Verbindung zeigt zwischen den Beiden. Aber es ist natürlich nicht der Vater, der den Sohn gezeugt hat, der Sohn hat auch ewig gelebt, ist genauso alt wie Gott, der Vater. (Das ist nicht so eine Relation. Das ist nur ein Bild, um zu verstehen, was das bedeutet, wie eng sie zusammen sind.

AnkerBibel / Gottes Kinder

22.10.17 in Nürnberg: Genauso ist das mit Gottes“Kind“, wir können das Bild nicht überbewerten. Und sagen: Ja, aber wir sind Gotteskinder, der liebe Gott hat uns lieber als alle anderen. Das ist nur ein Bild, das auf eine besondere Relation zwischen den Kindern und dem Vater. Wir haben das Leben des Vaters, wir sind berufen in sein Reich einzugehen. Ob wir alles in unserem Glauben verstehen, aber das ist auch nur ein Bild, keine göttliche Realität. Es ist immer gefährlich, denn Gott gibt uns ein Bild um  eine göttliche Realität zu beschreiben, und wir nehmen das Bild und sagen: Das ist jetzt die göttliche Realität. Das stimmt nicht.

AnkerBibel / Alle Bilder sind nur unzureichende Ausschnitte der göttlichen Realität

22.10.17 in Nürnberg: Diese Bilder – wie die Braut des Herrn, wie alles andere – sind Bilder, um einen Teil der göttlichen Realität zu beschreiben. Aber bitte lasst uns nicht daraus die göttliche Realität machen. Das ist nur eine Beschreibung eines Teils der Realität. Die Realität Gottes ist viel größer und dafür fehlt uns der Wortschatz.“

AnkerBibel / Ethik

10.02. 2019 Charlotte/North Caroline: Viele Menschen meinen, wenn sie nach dem Evangelium leben, die Gebote Gottes respektieren und wenn sie das tun, was Jesus von ihnen verlangt, wäre das Leben und die Gesellschaft viel besser. Sie betrachten die Bibel als einen Ethik-Kodex. Wenn die gesamte Gesellschaft nach den Grundsätzen und Grundlagen der Bibel leben würde, wäre das Leben besser. Vielleicht, warum nicht? (…) Selbst wenn jeder nach der Bibel lebt, wird das den Ursprung des Problems nicht lösen. Wir werden Sünder bleiben. Darum werden die Menschen enttäuscht sein, auch wenn sie nach dem Gesetz Gottes und der Bibel leben. Der Ursprung der Probleme ist der Sündenfall, die Herrschaft des Bösen. Das Problem sind unsere Schwächen. Um ein gutes Leben und eine gute Gesellschaft zu haben, ist das Evangelium eine Möglichkeit, aber es gibt auch viele andere. Man kann jegliche Sittenlehre nehmen, die man will - es klappt.

AnkerChristen / geistgetaufte Jünger Christi

19.03.2017 Wuppertal: „Ein jeder mit Wasser getaufte Christ ist berufen, als Jünger Christi tätig zu werden. Ein jeder, der mit Wasser getauft ist, ist berufen, das Evangelium zu verkündigen und dem Herrn zu dienen. Das gehört zum Christsein, deshalb ist er Christ geworden: dem Herrn nachzufolgen, ihm zu dienen und das Evangelium zu verkündigen. Ein jeder Geistgetaufte - der die Gabe Heiligen Geistes empfangen hat - ist darüber hinaus zu einem besonderen Dienst erwählt. Er ist dazu erwählt und berufen, dass er im tausendjährigen Friedensreich dem Herrn Jesus Christus als Priester Gottes und Christi, als königliche Priesterschaft, dient. Und er ist berufen, sich jetzt schon, heute, hier auf Erden auf diesen Beruf vorzubereiten. Insofern sind wir also alle gesandt: jeder Christ, der mit Wasser getauft ist, jedes geistgetaufte Gotteskind, wiedergeboren aus Wasser und Geist, ist berufen, sich auf diesen künftigen Beruf vorzubereiten.“

AnkerChristen /  allgemein

Nürnberg 22.10.17: Ein jeder Gläubige, ein jeder Christ ist ja grundsätzlich aufgerufen, dem Herrn zu dienen. Und jeder gläubige Christ ist aufgerufen, das Evangelium zu verkündigen. Ein jeder Christ ist aufgerufen, dem Herrn zu dienen, indem er das Evangelium in Wort und Tat verkündigt und ein Zeuge Jesu Christi ist, in seinen Worten und in seinen Taten.

AnkerChristusfokussierung

Ämter-GD Nürnberg 22.10.17: Der Heilige Geist spricht nicht von sich selbst, er spricht vom Sohne Gottes, von Jesus Christus und das ist unsere Motivation. Er ist unser Vorbild, er ist unsere Wegweisung, Jesus Christus, der Sohn Gottes. Wenn uns der Heilige Geist motivieren will, spricht er von Jesus Christus. Wenn er uns trösten will, spricht er von Jesus Christus. Wenn er uns mahnen will, spricht er von Jesus Christus. (…) Das hat uns natürlich viel zu sagen! Als Apostel, als ordinierter Amtsträger müssen wir uns ganz fest daran halten, was die Lehre des Meisters ist. Es ist nicht unsere Aufgabe, strenger zu sein als der Meister und mehr zu verlangen, als das, was unser Meister verlangt. Wir sind ja nur Knechte. (…) Es ist unsere Aufgabe, die Worte unseres Meisters zu verkündigen. Nicht strenger zu sein als der Meister, nicht mehr zu verlangen als der Meister. Es ist also unsere Aufgabe, immer wieder zu prüfen: Ist das wahrhaftig das, was der Meister will? … Ist diese Haltung wahrhaftig, die Haltung, die Jesus Christus von mir erwartet? Oder sind da menschliche Einflüsse und Gedanken dabei? Was ich jetzt verlange von den Gläubigen, ist das wirklich das, was Jesus verlangen würde? Wenn ich da streng bin, wäre Jesus Christus wirklich so streng? Oh, die Antwort ist nicht immer einfach. Und nie angenehm.

Corona und die Brotkrumendiät

Stap Schneider Pfingsten am 31.5.2020:  Jetzt hat Gott unsere Pläne verändert, und wir können nicht zusammenkommen, können nicht Heiliges Abendmahl feiern und auch kein Heiliges Abendmahl für die Entschlafenen, und dafür haben wir keine Erklärung - zumindest ich habe keine.[…] Wir können im Moment nicht das ganze Menü des Segens bekommen. Aus irgendeinem Grund hat Gott entschieden: Ihr werdet nur Brotkrumen bekommen. Aber wir vertrauen unserem himmlischen Vater und sagen: Wenn wir Brotkrumen bekommen, dann sind wir gesegnet über diese Brotkrumen. Natürlich sehnen wir uns danach, das All-inclusive-Menü zu bekommen, und wir beten dafür, dass wir es so schnell wie möglich wieder erhalten. [...]

Ich habe gesagt: Gott hat unsere Pläne verändert; das ist wahr für viele, viele Brüder und Schwestern. Ein lieber Mensch ist gestorben, andere haben viel Geld oder sogar ihre Einkommensquelle verloren. In manchen Regionen können sich die Menschen ihren Unterhalt nicht verdienen. Unsere Pläne wurden von Gott verändert 

Corona: Kein Schwanz ruft mich an

Stap Schneider in Karlsruhe am 28.6.20 aus: "Ich mache mir schon Sorgen und wahrscheinlich die Apostel auch. Wie kommt das jetzt mit dieser Pandemie, der Coronakrise? Also, ich habe schon Sorge, dass der eine oder andere trotzdem auf der Strecke bleibt. Meine Sorge ist, dass wir in ein paar Monaten dann hören: „Ach komm, nach mir hat niemand gefragt. Kein Schwanz hat sich gemeldetNiemand. Lass fallen.“ [Anmerkung des Verfassers: Das von Schneider gesprochene Wort „Schwanz“ wurde in der offiziellen Abschrift durch „Mensch“ ersetzt]. Dann kommt das Echo von der anderen Seite. Die Brüder, die Gemeinden sagen: „Ja gut, aber die sind total untergetaucht. Man hat überhaupt nichts mehr von ihnen gehört. Und man hat ja in unserer Welt, zumindest in unseren Breiten, so Bedenken, man will ja den Leuten nicht zu nahekommen. Wenn ich jetzt anrufe, dann meinen sie, ich will sie kontrollieren und ich will Druck auf sie machen, dass sie zum Gottesdienst kommen und man traut sich dann nicht. Und dann kommt es zur Diskussion. Der eine sagt: „Nach mir hat keiner verlangt. Kein Mensch hat sich gemeldet.“ Und der andere sagt: „Ja, aber sie haben sich nicht gemeldet, sind total untergetaucht und wir wollen ja nicht zu nahetreten. Das wird nicht gut aufgenommen, wenn wir uns melden.“ Wer hat Recht? Wer hat Unrecht? Ich weiß es nicht.[…] Wo die Liebe brennt, da hat man einfach das Bedürfnis. Komm ich rufe jetzt mal an. Ich will nur mal wissen, wie es denen geht. Das wird dann auch nicht als aufdringlich aufgenommen. Das wird einfach aufgenommen: Ach, der liebt mich. Der hat nach mir gefragt. Wir wollen dafür sorgen, dass auch in dieser Hinsicht, niemand zerbrochen ist und irgendwann aufgibt nur wegen dieser Pandemie, weil wir nicht in den Gottesdienst kommen konnten."

Corona und die Zukunft der Erde

Stap Schneider Pfingsten 2020: „Manche denken durch die Corona-Krise, dass dadurch eine Veränderung stattfinden wird, dass wir eine Zeit vor und eine nach Corona haben werden: Wir müssten noch einmal darüber nachdenken, wie wir die Gesellschaft und auch die Wirtschaft organisieren; wir müssten noch einmal darüber nachdenken, wie wir unsere natürlichen Ressourcen verwenden;  […] Wir wollen uns auch bewusstmachen, dass wir mit den Ressourcen dieser Erde etwas sorgfältiger umgehen sollten. Das ist auch ein Ausdruck unserer Liebe gegenüber Gott und unserem Nächsten. Manchmal sagen mir Brüder und Schwestern: Ja, aber Stammapostel, wir wollen doch gar nicht hierbleiben, wir wollen doch in den Himmel. So sei es auch weniger wichtig, sich um die Erde zu kümmern, sondern dafür mehr um die Seele; wir wollen ja in den Himmel. Ich sage euch: Ich will auch in den Himmel. Doch lasst uns nicht vergessen, dass Menschen auch weiterhin auf dieser Erde leben werden, bis zum Tag des Jüngsten Gerichts. Die Menschen sind für die Erde verantwortlich bis zum Jüngsten Gericht. Und übrigens hoffen wir ja darauf, dass wir Teil der königlichen Priesterschaft sein werden und mit Jesus Christus wieder zurückkommen auf diese Erde, um an der Seite des Herrn Jesus das Evangelium zu verkündigen. Also seht ihr? Selbst aus einem neuapostolischen Blickwinkel macht es Sinn, sich darüber Gedanken zu machen, wie wir mit dieser Erde umgehen.“

AnkerDas letzte Schaf um Mitternacht

In der Zwischenzeit wissen wir, dass die Zahl derer, die erwählt sind, um der Braut Christi anzugehören, keine fixe Zahl ist“, machte der Stammapostel deutlich. „Sie ist keine zählbare Größe.“ Und wenn eine Menge nicht begrenzt sei, dann erübrige sich der Gedanke, dazu ein letztes Element finden zu wollen.“ (http://nac.today/de/a/479340)

AnkerDie letzte Seele / keine reale Zahl

14.10.2018 ???: Vielleicht ist euch aufgefallen, dass wir seit einigen Jahren nicht mehr von der „letzten Seele“ sprechen, die versiegelt wird. Früher hat man oft gesagt: Wenn der Letzte versiegelt ist, dann kommt der Herr. Das hört man heute nicht mehr, und zwar aus folgendem Grund: Die Aussage, dass der Herr kommt, wenn die letzte Seele im Diesseits oder im Jenseits versiegelt ist, beruht auf der Vorstellung, es seien 144 000, die erwählt sind, errettet zu werden; alle anderen bleiben zurück und erleben Schreckliches.

Inzwischen wissen wir, dass das keine reale Zahl ist und man diejenigen, die erwählt sind, zur Braut Christi zu gehören, nicht zählen kann. Deshalb macht es keinen Sinn, von der „letzten Seele“ zu sprechen. Hinzu kommt, dass wir uns darüber im Klaren sind, dass die Versiegelung nicht das Ende der Geschichte ist; dies unterstellt ja die Vorstellung von der „letzten Seele“, nach deren Versiegelung der Herr kommt.

Die Heilige Versiegelung ist ein Anfang, nicht das Ende. Versiegelt zu sein genügt nicht, um ins Reich Gottes eingehen zu können. Die Versiegelung ist der Beginn einer Entwicklung, mit ihr beginnt die Vorbereitung, und wir wissen alle - ich weiß es aus Erfahrung: das bedeutet Arbeit. Eine neue Kreatur zu werden ist nicht ganz so einfach. Es ist kein Automatismus.

Die letzte Seele / Egoistische Heilserwartung

14.10.2018 in ?: Mit der Versiegelung beginnt eine Entwicklung, eine Heiligung, unsere Vorbereitung auf die Wiederkunft Christi. So gesehen macht es keinen Sinn zu sagen: Wenn die letzte Seele versiegelt ist, kommt der Herr, sondern man müsste eigentlich sagen: Wenn die letzte Seele bereit ist.

Und noch ein letzter Punkt, der für mich der gravierende Punkt ist: War das nicht egoistisch gedacht? Wir wollen errettet werden, wir wollen ins Reich Gottes eingehen, deshalb müssen wir die letzte Seele finden. Das war unsere Motivation. Ein bisschen zu egoistisch! Heute sollte unsere Motivation ein wenig anders aussehen. Wir wünschen uns, dass Seelen getauft und versiegelt werden, dass sie die Wiedergeburt aus Wasser und Geist empfangen, weil wir sie lieben und wollen, dass sie genau dasselbe empfangen wie wir. Das ist ein etwas anderes Motiv. Wir möchten das Heil mit ihnen teilen, deshalb möchten wir, dass sie versiegelt werden, nicht, weil dann der Herr kommt und wir endlich errettet werden.

Die letzte Seele / Da wäre man heute schnell entmutigt

07.12.2014 Schwäbisch Gmünd: Früher hatte man so die Vorstellung: Ja, er kommt, wenn die letzte Seele versiegelt ist. Da wäre man heute schnell entmutigt, weil man dann merkt, so viele werden gar nicht mehr versiegelt; das dauert also eine Ewigkeit. Auch da sehen wir die Sache ein bisschen anders und sagen: Die Vollendung des Werkes Gottes kann man nicht an einer Zahl Mitglieder oder an einer Zahl der Erwählten festmachen.

Ja, was machen wir denn dann? Ich schlage vor: Statt dass wir uns mit dem Gedanken „wann kommt der Herr“ beschäftigen, wollen wir uns eher beschäftigen mit dem Gedanken und der Frage: „Wozu wird der Herr kommen,“ das ist sicherlich mehr nützlich. Wozu kommt er denn? Ja, die Antwort kennen wir. Wenn der Herr wieder kommt, wird er seine Braut zu sich holen. Also, müssen wir uns vorbereiten.

Entschlafene / Bombenopfer und die Erlösung für alle

27.07.2014 Sindelfingen: Wenn man so nachvollzieht, was auf der Welt passiert, denken wir jetzt nur an den Nahen Osten. Wenn man so die Kinder sieht, die ums Leben kommen, sie sind nicht im Christentum aufgewachsen, sie sterben einfach, weil irgend einer eine Bombe auf diese oder auf jene Seite gelegt hat oder hingeworfen hat, sie sterben. Jetzt ist unsere Gewissheit, der Herr Jesus hat gesagt: „Niemand kommt zum Vater, denn durch mich.“ Also, ohne Jesus gibt’s keine Erlösung. Ja, bitte, die sind aber jetzt gestorben, die kannten Jesus nicht. Wenn sie jetzt im Jenseits schlafen müssen bis zum Jüngsten Gericht, dann am Jüngsten Gericht kommen sie: Glaubst du an Jesus? Wer ist das?

Ich sage es jetzt bewusst Mal ganz einfach, ich bin ein einfacher Mensch. Ich freue mich, zu wissen, dass diese Kinder im Jenseits heute schon die Gelegenheit haben, Jesus kennen zu lernen und zu ihm zu kommen und erlöst zu werden. Und spätestens, wenn es nicht geht vor dem Kommen des Herrn im Friedensreich, dass sie dann die Gelegenheit haben, Jesus kennen zu lernen, ihn lieben zu lernen und dann erlöst zu werden. Das ist der Reichtum meines Glaubens.

Ich bin dem Herrn sehr dankbar, dass der Gott der Liebe alles vorgesehen hat, dass wirklich alle, alle das Heil erlangen. Und das ist die Arbeit unserer Geliebten im Jenseits, das Zeugnis zu bringen und ihnen das Zeugnis des Herrn Jesus zu bringen. Alle werden vor dem Kommen des Herrn nicht erlöst, nur die, die Gott dazu erwählt hat.

Alle anderen werden im Tausendjährigen Friedensreich mit Jesus Kontakt aufnehmen können und ihm nachfolgen können. Aber im Diesseits und im Jenseits wollen wir heute schon für alle, wirklich für alle beten. Und noch einmal, ich bin dem lieben Gott einfach dankbar, dass wir diesen Glauben haben dürfen.

Entschlafene / Gott sagt ihnen: Wenn du jetzt Heil empfangen willst, dann musst du zu den lebenden Aposteln gehen, denen habe ich Vollmacht gegeben, sie können dir helfen.

01.07.2018 Horn-Bad Meinberg-NRW: Auch die vielen Menschen, die es wirklich nicht schön hatten auf dieser Erde, haben die Möglichkeit, im Jenseits noch alles zu empfangen. Dieser Gedanke begeistert mich, muss ich sagen. Herzlichen Dank, lieber Gott, für dieses Heilsangebot auch im jenseitigen Bereich!

Lasst uns auch einen kleinen Moment Stillstehen und jetzt nicht nur an Jesus Christus denken, sondern auch an die Seelen, die heute getauft beziehungsweise versiegelt werden und das Heilige Abendmahl empfangen: Was sie überwinden mussten, um bis an diesen Moment zu gelangen, in dem sie getauft werden, in dem sie versiegelt werden können! Ich sage es noch einmal: Was die fertiggebracht haben, trotz allen Erlebens an Gott zu glauben, trotz allen Erlebens zum Glauben, zu der Gewissheit zu kommen: Ja, das Evangelium ist das Richtige! Ja, doch, die Zehn Gebote, sie sind der Weg. Das sage ich jetzt, um mal nur das eine anzuführen. Welche Mühe haben sich die Seelen gegeben, zu diesem Glauben zu kommen, an die Kirche zu glauben, dass genau da, bei diesen unvollkommenen Menschen, Gott Heil vermittelt. Für manchen war das eine Riesenüberwindung, an die Vollmacht der Apostel zu glauben, die Vollmacht, die Gott uns unvollkommenen Menschen gegeben hat; mancher wurde so enttäuscht -von Menschen, von Ämtern, von Kirchen; und Gott sagt ihnen: Wenn du jetzt Heil empfangen willst, dann musst du zu den lebenden Aposteln gehen, denen habe ich Vollmacht gegeben, sie können dir helfen. Zu diesem Glauben mussten sie erst gelangen, so einfach war das für viele nicht. Ich möchte das auch einmal ansprechen. Wir stehen mit großer Ehrfurcht vor diesen Seelen, schauen nicht von oben auf sie herab, wenn wir uns mit den einen oder anderen beschäftigen. Noch einmal, ohne Träumerei, ohne Phantasie, ohne Spekulation: Da kann man nur bewundern, dass es Seelen gibt, die das schaffen.

AnkerEwigkeit  / An jedem Tag und jedem Morgen in der Ewigkeit …

20.01.2017 in Sarh (Tschad): Wir hoffen auf die Auferstehung der Toten, aber zurzeit sind die Toten immer noch tot. Man sieht sie nicht. Und ich kann nicht ins Jenseits telefonieren und fragen, wie es in der anderen Welt zugeht. Wir wissen sehr wenig über das, was dort geschieht. Wir haben nur unseren Glauben. (…) Die Herrlichkeit wird so groß und schön sein, dass wir jeden Tag Grund zur Dankbarkeit haben werden. Und das für alle Zeit und Ewigkeit. Wenn wir unseren Kindern etwas schenken, erwarten wir von ihnen ein „Dankeschön“. Den ersten Tag werden sie danken, am zweiten Tag ebenfalls, aber nach einer Woche ist das Danken schon vergessen.

In Gottes Reich haben wir jeden Morgen neuen Grund zum Danken. Denn Gott überhäuft uns mit Geschenken, und das in alle Ewigkeit. Das hilft uns in der Vorstellung der Größe und der Herrlichkeit des Reiches unseres Gottes. Das hat der Herr uns bereitet, das werden wir sehen, wenn wir alle im Auferstehungsleib bei ihm sein werden.

Fehler in der Kirche, aber ... (eine Sammlung von Zitaten)

Fehler der Kirche: Wir entschuldigen uns für alles was wir falsch gemacht haben, aber wir sollen uns nicht schuldig und unglücklich fühlen, weil Schneider und Gott das nicht wollen

3.7.2016 Entschlafenendienst in Kanada: Auch als Kirche wissen wir, dass in der Vergangenheit Fehler gemacht wurden. Manchmal wurde der Mensch wichtiger als Jesus Christus. Eigene Meinung und Regeln wurden wichtiger als das Evangelium und manche haben deswegen ihren Glauben verloren. Wir können nicht einfach sagen, dass wir das Gleiche erlebt haben. Als Kirche müssen wir uns dessen bewusst sein. Wir müssen uns bewusst sein, dass manchmal in den Gemeinden zu viel Härte und Beurteilung vorherrscht, anstelle von Liebe und Güte.Wir müssen uns eingestehen, dass es immer noch zu oft passiert, dass unsere Verhaltensweise von der Predigt abweicht. Das ist auf der einen Seite das Wort Gottes, das Evangelium, das was wir predigen und auf der anderen Seite ist die Realität. Da besteht ein großer Unterschied. Für manche wurde es zu viel, zwischen dem was gepredigt wurde und dem was sie gesehen haben. Natürlich können wir nicht die Vergangenheit ändern, aber lasst uns als Kirche, als Gemeinde, als Gläubige, als Gotteskinder dem bewusst sein und lasst uns motiviert sein. Wir möchten wahre Zeugen Jesu werden. Wir möchten, dass unsere Aussagen der Wahrheit entsprechen. … Ich möchte nicht, dass wir uns schuldig fühlen und unglücklich: „Oh, es ist unsere Schuld, wir sind so unglücklich.“ Das ist nicht der Wille Gottes. Der Wille Gottes ist eine demütige Kirche zu haben, eine demütige Gemeinde, ein demütiges Gotteskind. Wie verstehen, dass wir Fehler gemacht haben. Bitte vergib uns, wir möchten uns bessern. 

Fehler der Kirche: Schneider entschuldigt sich bei den Verstorbenen, die aber  sollen aufstehen und zu uns zurückkommen

3.7.2016 Entschlafenendienst in Kanada, aus dem Sakramentsgebet für Entschlafene: Wir denken an alle die in unserer Mitte waren und eines Tages aus welchem Grund auch immer unseren Kreis verlassen haben. Vielleicht haben sie den Ruf Jesus gehört: „Steh auf, komm zurück! Wir entschuldigen uns für alles was wir falsch gemacht haben. Bitte vergebt uns!“ Aber schaut nicht auf unsere Fehler. Schaut auf Jesus, er wartet auf euch.

Fehler wurden gemacht, aber Gott sagt ihnen: Wenn du jetzt Heil empfangen willst, dann musst du zu den lebenden Aposteln gehen, denen habe ich Vollmacht gegeben, sie können dir helfen

01.07.2018 Horn-Bad Meinberg-NRW: Für manchen war das eine Riesenüberwindung, an die Vollmacht der Apostel zu glauben, die Vollmacht, die Gott uns unvollkommenen Menschen gegeben hat; mancher wurde so enttäuscht -von Menschen, von Ämtern, von Kirchen; und Gott sagt ihnen: Wenn du jetzt Heil empfangen willst, dann musst du zu den lebenden Aposteln gehen, denen habe ich Vollmacht gegeben, sie können dir helfen. Zu diesem Glauben mussten sie erst gelangen, so einfach war das für viele nicht. … Noch einmal, ohne Träumerei, ohne Phantasie, ohne Spekulation: Da kann man nur bewundern, dass es Seelen gibt, die das schaffen.

Fehler in der Kirche sind offensichtlich und der Stap kann nichts beweisen, aber man muss im Dies- und Jenseits an die Kirche, die Apostel und deren Vollmacht glauben und in die Gemeinschaft zurückkehren

06.07.2014 Bukarest/Rumänien: Heil bietet Gott in seiner Kirche, in der Kirche von Jesus Christus an. Also müssen die Seelen im Jenseits auch wie wir an die Kirche glauben. Wenn man die Christen in aller Welt und im Verlauf der Weltgeschichte betrachtet, kann schon die Frage aufkommen: „Das sind Christen und das soll der richtige Glaube sein?!" Weil wir alle schwach sind, weil alle Christen schwach sind, ist es gar nicht so einfach, an die Kirche Christi zu glauben. Man sieht zuerst die Fehler der Menschen und ihre Unvollkommenheiten in der sichtbaren Kirche. „Ich kann nicht beweisen, dass die Kirche Christi das Werk Gottes der Erlösung ist." Auch an die Kirche muss man glauben! Heil kann man in der Kirche empfangen, also in der Gemeinschaft der Gläubigen. Ich denke jetzt an die Gruppe jener, die sich das Leben genommen und Selbstmord begangen haben, weil sie mit den Menschen nichts mehr zu tun haben - von den Menschen weg - wollten und sich selbst getötet haben. Jetzt müssen sie annehmen,dass sie zurück in die Gemeinschaft der Gläubigen  müssen, um errettet zu werden; das ist nicht so einfach. Glaube an die Kirche! Wenn sie das glauben, dann könnensie getauft werden. Wenn sie volles Heil genießen wollen, müssen sie auch noch an die Apostel glauben, an das Apostelamt. Sie müssen annehmen, dass Jesus seine Botschafter gesandthat und dass er den Aposteln die Vollmacht gegeben hat, die Gabe des  HeiligenGeistes zu spenden. Das ist für viele Christen heute noch ein großes Problem. Das kann ich auch nicht beweisen, man muss es eben glauben.

Fehler in der Vergangenheit gewiss, aber sei kein Wiederkäuer. Das nützt nichts, Strich darauf, daran ist nichts mehr zu ändern! 

26.01.2014 Mulhouse: Es gibt Leute, die immer wieder von ihrer Vergangenheit sprechen. Richtige "Wiederkäuer"! Man hat sie ungerecht behandelt, sie haben viel gelitten, ihr Leben war voller Schwierigkeiten, man hat schier Unmögliches von ihnen verlangt. Sie können das einfach nicht verdauen, können diese Seite nicht drehen und wiederholen immer wieder, was gestern geschah, was man ihnen vorgestern getan hat, was sie vor zehn Jahren erleiden mussten und wie es vor fünfzig Jahren war. Sie können das einfach nicht verdauen. Und der Herr sagt uns: „Hör mal, wenn du mir nachfolgen und in mein Reich kommen willst, hör doch auf, immer nach hinten zu schauen, mach endlich einen Strich auf die Vergangenheit!“ Niemand unter uns kann wieder in die Vergangenheit zurückkehren, was damals geschah ist geschehen, was getan wurde ist getan. Jesus will uns einfach dazu bewegen: „Hör auf, nach hinten zu schauen, befasse dich mit dem, was ich heute tue und richte deinen Blick nach vorn!“ Ich möchte mich nicht lange daran aufhalten. Gewiss gab es Fehler, die getan wurden, gewiss haben wir Ungerechtes erlitten, und ein Jeder unter uns war schon in einer schwierigen Lage. Und manchmal denkt man, wie es damals war und wie es heute ist... Halt ein! Das nützt nichts, Strich darauf, daran ist nichts mehr zu ändern! Schau nach vorn!

Fehler und Schuld bleiben, aber Jesus geht als unser Verteidiger zum Vater

6.1.2019 Bern-Ostermundigen, Schweiz: Im Natürlichen sind Anwälte da, die die Schuld des Kunden bagatellisieren und sagen: Ja, er hat es ja gar nicht so gemeint und die anderen haben es auch so gemacht. Er findet Wege, ihn da heraus zu reden. Das ist bei Jesus Christus nicht der Fall. Er kommt nicht zur Verhandlung und sagt: Ach, das war doch gar nicht schlimm, er hat es nicht so gemeint. Nein, Schuld bleibt Schuld, das wird gar nicht diskutiert. Wie verteidigt er uns denn? Er kommt zum Vater und sagt: Er glaubt an mich, er hat einen tiefen Glauben. Das lebt in ihm. Er liebt mich. Er sehnt sich nach der Gemeinschaft mit mir und weil er sich danach sehnt, tut ihm seine Sünde so leid, weil sie ihn von mir trennt. Er leidet wegen seinen Fehlern und seiner Schuld, weil er nicht von mir getrennt sein will. Er ist bestrebt, es das nächste Mal besser zu tun. Das ist die Arbeit unseres Verteidigers. Er spricht unseren Glauben an, er spricht unsere Liebe zu Gott an und er spricht unsere Bereitschaft, unseren Willen an, es das nächste Mal besser zu machen, anders zu machen, anders zu werden. Nur so kann er für uns eintreten. 

Fehler in der Kirche werden von Menschen gemacht, aber das Evangelium muss nicht nur gelesen, sondern es muss gepredigt werden. Wenn der Apostel ... die Sündenvergebung ansagt und verkündigt, dann sind mir meine Sünden vergeben. Das ist nichts, was wir uns selbst einflüstern. Das Apostelamt ist göttliche Realität!

26.05.2019 Brandenburg  Wir glauben an die Predigt des Evangeliums. Ja gut, wir sehen in unserer Kirche Männer, wir alle kennen sie, die sind schwarz-weiß gekleidet. Und die sind alle nicht perfekt, unvollkommene Menschen. Und das mit Predigt, das könnte manchmal auch besser sein. Na klar, wir sehen die unvollkommenen Menschen, aber wir glauben, wenn sie das Evangelium predigen, dass das Zeugnis des Heiligen Geistes ist. Das Evangelium muss nicht nur gelesen werden, es muss gepredigt werden. Und wir müssen dem lieben Gott die Gelegenheit geben, uns zu sagen, was er heute in der jetzigen, in der heutigen Situation von uns erwartet. Und dieses Vertrauen, diesen Glauben haben wir. Ja, die Predigt ist vom Heiligen Geist inspiriert. Und auch wenn sie nicht vollkommen ist, wenn einer mal einen Fehler macht, auch wenn der Mensch nicht vollkommen ist, aber insgesamt: Durch die Predigt können wir den Willen Gottes erfahren, der sagt mir, was ich heute jetzt hier tun soll. 

26.05.2019 Brandenburg: Wir glauben an das Zeugnis des Heiligen Geistes durch das Apostelamt. Wir glauben nicht nur, dass Jesus Christus lebt und der Sohn Gottes ist, wie es im Evangelium steht, wir glauben nicht nur, dass Jesus Christus zu uns spricht durch die Predigt. Er wirkt an uns, er bereitet uns vor auf das Kommen des Herrn. Das macht er durch das Apostelamt. Und wir glauben an die Wirksamkeit des Heiligen Geistes durch das Apostelamt. Das ist fester Bestandteil unseres Glaubens. Ja, wenn der Apostel handelt, handelt er im Auftrag, im Namen Jesus Christus. Wenn der Apostel oder der von ihm beauftragte Amtsträger die Sündenvergebung ansagt und verkündigt, dann sind mir meine Sünden vergeben. Aber, Geschwister, daran müssen wir ganz fest glauben. Wir müssen das Vertrauen haben, darauf eingehen, und wer das wirklich glaubt, das kann man mit Worten nicht erklären. Das kann man nicht sehen, aber man kann es fühlen. Nach der Sündenvergebung fühlt man: Jetzt bin ich endlich frei. Jetzt ist wieder alles gut! Die Verbindung zum Herrn Jesus, die Verbindung zu Gott ist wiederhergestellt. Das ist Teil der Seligkeit, des Friedens, den die Menschen nicht erklären können. Das ist nichts, was wir uns selbst einflüstern und uns selbst motivieren. Das ist göttliche Realität.

Schlimme Fehler wurden gemacht, aber der Heilige Geist wirkt trotz allen Nöten, allen Anfechtungen und allen Fehlern kraftvoll durch die Apostel

09.06.2019 Pfingsten in Goslar: Natürlich ist auch in der sichtbaren Kirche Christi vieles geschehen, was nicht schön war. Weil Menschen eben immer Menschen sind und bleiben. Manchmal wurde der Name Jesu Christi missbraucht, um Krieg zu führen. Christen haben auch Nichtchristen verfolgt und getötet. Christen unter sich haben sich bekämpft und getötet. Und viele andere Sachen und schlimme Fehler sind begangen worden. Einfach weil Menschen einfach Menschen sind. Aber der Heilige Geist hat dafür gesorgt, dass trotz allen diesen menschlichen Unvollkommenheiten das Evangelium weitergetragen wird und dass Christen weiterhin an Jesus Christus glauben können, und ihm treu bleiben. Und wenn man sich darüber Gedanken macht, dann merkt man, wie machtvoll, wie kraftvoll der Heilige Geist gewirkt hat. Dass trotz allen Nöten, allen Anfechtungen und allen Fehlern, ja, die begangen wurden: Der christliche Glaube ist nicht gestorben!

Es gibt viele Christen, die gläubig sind und Jesus Christus nachfolgen. Wir danken dem Heiligen Geist, dass er so kraftvoll in all diesen Jahrhunderten gewirkt hat und immer noch wirkt. Wir danken dem Heiligen Geist, dass er durch das Apostolat wirkt. Seit das Apostelamt wieder besetzt ist, wirkt der Heilige Geist kraftvoll durch die Apostel. Durch sie können Menschen die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und eine neue Kreatur in Jesus Christus werden. 

Fehler gibt es auch da, wo Apostel wirken, aber die Gabe des Heiligen Geistes wird gespendet, das Abendmahl wird gefeiert und die Braut wird vorbereitet.

09.06.2019 Pfingsten in Goslar: Die Wirksamkeit des Heiligen Geistes macht es möglich, dass wir Abendmahl feiern können, und somit Leib und Blut Jesu genießen können. Durch die Apostel wirkt der Geist mächtig und sagt: Der Herr kommt bald! Aber seit das Apostelamt wieder besetzt ist, gab es viele Anfechtungen, Widerstände zu überwinden. Hier und da wurden die Apostel und ihre Anhänger, wie man sagt, auch verfolgt. Aber der Heilige Geist hat weiter gewirkt. Niemand konnte ihn aufhalten.

Auch die Apostel sind nur Menschen, die unvollkommen sind. Und auch wo Apostel wirken, gibt es Fehler. Auch da kann es vorkommen, dass menschliche Ansichten oder kulturbezogene Auffassungen sich so ein bisschen in die Predigt einmischen. Und das waren dann Predigten, wo man sagen muss: Ja, gut, dass hat mit dem Evangelium nichts zu tun. Auch die Apostel sind Menschen, die absolut unvollkommen sind. Aber diese menschliche Unzulänglichkeit hat den Heiligen Geist nie gehindert, er wirkt mächtig durch die Apostel. Und die Gabe des Heiligen Geistes wird gespendet, Abendmahl wird gefeiert. Und die Braut wird vorbereitet.

Fehler der Amtsträger gibt es, aber wir sind direkt in Jesus Christus verwurzelt und diese Verbindung ist niemals abhängig von der Qualität unserer Beziehung zum Apostel, Bischof oder sonst wem, selbst wenn die Beziehung zu ihnen schlecht ist und etwas schief läuft. 

11.06.2017 Chicago, USA, Originalzitat: Unser Ursprung ist in Jesus Christus und das ist für uns lebensnotwendig. Er hat es selbst gesagt: „Nicht ihr habt mich erwählt, sondern ich habe euch erwählt.“ Das ist sehr wichtig.  (…) Darum müssen wir uns zu allererst bewusst sein, dass Jesus die Wurzel ist, er ist der Ursprung. Er hat uns erwählt. Er ist unser Ursprung, er ist unser Anfang. (…) Manchmal machen wir den Fehler, dass wir meinen, das Wort Gottes oder das Heilige Abendmahl sei ein Fertigprodukt. Ihr wisst schon: Man bekommst es, man schluckt es und alles ist fertig. Das funktioniert so nicht. (…) Ich möchte es ganz offen ansprechen. Manchmal machen wir den Fehler, dass wir im Gottesdienst sind, uns über das Wort Gottes freuen und anschließend warten bis etwas passiert. Oh, ja, wir hatten Heiliges Abendmahl, mal sehen was passiert. Das ist unsere Aufgabe, wir müssen etwas daraus machen – darüber nachdenken und es umwandeln. (…)

Natürlich hören wir das Wort Gottes durch Amtsträger. Wir empfangen den Großteil des Segens durch Knechte Gottes. Wenn wir Heiliges Abendmahl empfangen, dann bekommen wir es durch Knechte Gottes gereicht. Wir lieben und respektieren sie. Das ist nicht das Problem. Aber liebe Geschwister, es ist sehr wichtig, dass unsere Beziehung zu Jesus Christus nicht an der Qualität der Beziehung zu unserem Segensträger abhängt. Das müssen wir klar unterscheiden. Das ist manchmal eine Gefahr. Wir lieben die Knechte Gottes und wir sind mit ihnen verbunden. Aber lasst uns sicherstellen, dass unsere Beziehung zu Jesus Christus niemals abhängig ist, von der Qualität unserer Beziehung zu den Knechten Gottes. Selbst wenn in der Gemeinde etwas schief läuft und die Beziehung zu unserem Priester oder zum Apostel oder zum Bischof, ihr könnt nennen wen ihr wollt, schlecht ist, dann darf das trotzdem niemals die Verbindung zu unserem Herrn Jesus beeinflussen. Unsere Verbindung ist eine direkte Verbindung zu Jesus Christus. Wir sind verwurzelt in ihm. Das ist sehr wichtig, das kann ich bestätigen. Denn eines Tages passiert etwas und die Verbindung zu dem Knecht Gottes ist nicht mehr dieselbe. Dann ist sehr wichtig, dass unsere Verbindung zu Jesus Christus dadurch nicht beeinflusst wird. Wir sind in Jesus Christus verwurzelt und diese Verbindung ist nicht abhängig von diesem oder jenem Bruder.

Geld und Zauberei als Götter

6.07 2019 Inkisi (Demokratische Republik Kongo): Wir singen: „Du bist unser Gott.“ Ist er es tatsächlich? Haben wir noch andere Götter in unserem Leben? Haben wir ein Problem in unserem Leben, bitten wir Gott um Hilfe, aber manchmal ist man nicht sicher, dass er uns helfen wird. Oder wir sind der Ansicht, er hilft uns nicht schnell genug; dann gehen wir zum Hexenmeister oder zum Zauberer und sagen: Das wird vielleicht klappen. Da hast du zwei Götter und respektierst nicht das Gebot des Herrn.

Du sagt: „Ja, der liebe Gott ist mächtig, aber er hilft mir nicht genug und nicht schnell genug; somit gehe ich anderswo hin, dort werde ich vielleicht Hilfe finden.“

Hexerei und Zauberei, das kennt ihr. Es gibt aber noch einen anderen Gott, viel gefährlicher; das ist das Geld. Man könnte sagen: „Halt ein, Stammapostel, hier in Inkisi gibt es keine Millionäre. Für uns ist das Geld kein Problem.“ Das Geld ist das größte Idol unserer Zeit, und auch hier im Kongo. Dieses Geld hat so viel Macht und Einfluss auf uns, dass man bereit ist, egal was zu tun, um Geld zu erlangen. Und Gott gibt uns seine Gebote; aber wenn es darum geht, Geld zu bekommen, ist das wichtiger und man sagt: „Ich muss unbedingt dieses Geld haben, also kann ich die Gebote nicht respektieren!“

Leider haben wir immer noch zu viele Brüder und Schwestern, zu viele Amtsträger, die ihre Seele für Geld verkaufen. Um dieses Geld zu bekommen sind sie bereit zu lügen, falsche Nachrichten zu verbreiten, und sie sagen: „Ach guter Vater! Entschuldige mich, ich hab‘ jetzt keine Zeit, ich muss Geld verdienen, ich komme an einem anderen Tag.“ Des Geldes wegen vergessen sie sogar die Liebe zum Nächsten. Es ist nicht nötig, dass ich weiter fahre, habt ihr mich verstanden? Das Geld ist ein Gott geworden, ist viel stärker und hat mehr Einfluss auf uns als unser himmlischer Vater.

Gott hat entschieden, dass wir Schneiders Rede von 2019 in Kanada essen und verdauen sollen, und das ist keine Erfindung der Neuapostolischen Apostel! Deswegen hier 10, aus meiner Sicht aber unverdauliche Zitate daraus:

Obwohl Stap Schneider zu Beginn seiner Predigt feststellt, dass "Gott tut was er will. Das bedeutet auch, dass wir ihn nicht wirklich verstehen können, weil sein Wille und seine Gedanken weit über unser Verständnis hinausgehen. Darum können wir auch nicht sagen, dass wir seinen Willen nicht akzeptieren. Wir können ihn nicht verstehen", hindert ihn das nicht an den folgenden, dezidierten Aussagen über das, was Gott gefällt, seinen Willen, seine souveräne Unabhängigkeit, Unbeeinflussbarkeit, seine Entscheidungen, Beschließungen, Erwählungen und seine Sehnsucht. Es wird immer deutlicher: Niemand kennt und versteht Gott besser als Stammapostel Schneider:

Gott tut nicht nur das.wonach er sich sehnt

18. August 2019 Brampton, Kanada: Das heißt aber nicht, dass Gott ohne Regeln, ohne Grund oder auf willkürliche Weise arbeitet. Nein! Das ist der wichtige Punkt: Gott ist treu. Wir können uns auf ihn verlassen. Er ist die Wahrheit. Er ist der Gerechte. Er ist der Liebende. Er sagt, was er tut und er tut, was er sagt. Er ist also nicht nur jemand, der Macht hat und genau das tut, was er will, ohne dass jemand seinen Willen versteht. Er tut nicht nur das, wonach er sich sehnt. Nein!

Gott tut, was ihm gefällt, und es ist ganz offensichtlich sein Wille, dass der Mensch mit ihm lebt

18. August 2019 Brampton, Kanada: Jetzt ist es interessant zu wissen, was Gott nun gefällt. Was will er? Was ist sein Wille? Es ist ganz einfach: Von Anfang an schuf Gott den Menschen, um in Gemeinschaft mit ihm in seinem Reich zu leben. Der Wille Gottes ist sehr einfach zusammenzufassen. Es ist ganz offensichtlich, dass Gott möchte, dass der Mensch mit ihm lebt und in alle Ewigkeit Gemeinschaft mit ihm hat. Deshalb hat er den Menschen er-schaffen und das ist sein Wille - und das war schon immer sein Wille. Das ist sehr leicht zu verstehen. Gott möchte, dass der Mensch Gemeinschaft mit ihm hat und der Sündenfall hat daran nichts geändert. Der Wille Gottes bleibt von Anfang an derselbe und egal wie sich der Mensch verhält, es ändert nichts am Willen Gottes. Er möchte, dass wir Gemeinschaft mit ihm haben. Das ist der Wille Gottes und er tut, was er will. Er tut, was ihm gefällt. Es ist gut zu wissen, was auch immer Gott tut, es immer für den gleichen Zweck: Er möchte, dass alle Menschen Gemeinschaft mit ihm haben. Er möchte, dass alle Menschen gerettet werden.

Gott sagt: Ich mache was ich will und du musst es einfach akzeptieren! Diskutiere es nicht.

18. August 2019 Brampton, Kanada: Es gibt nur einen Weg zu Gott: Der Mensch muss an Jesus Christus glauben. Ich weiß, dass es heute viele gibt, die dem nicht mehr zustimmen und sie haben beschlossen, dass es andere Wege geben muss, um zu Gott zu kommen. Dies ist definitiv nicht der Fall und Gott braucht uns hier nicht zu verstehen. Er sagt einfach: „Ich tue, was mir gefällt. Ich mache was ich will und du musst es einfach akzeptieren! Diskutiere es nicht. Es ist kein Gegenstand einer Debatte. Es ist, wie es ist.“

Gott hat uns gerufen, damit wir mit Wasser und Geist getauft werden

18. August 2019 Brampton, Kanada: Wir können nicht verstehen, warum Gott den einen jetzt und den anderen später oder sogar noch später ruft. Wir können es nicht erklären. Wir müssen es demütig akzeptieren: Es ist die Entscheidung Gottes.

Wir wissen nur, dass er uns gerufen hat. Woher wissen wir das? Weil er es uns ermöglicht hat, mit Wasser und mit Geist getauft zu werden. Das ist der Ruf an uns, Brüder und Schwestern, uns wurde die Möglichkeit gegeben, aus Wasser und Geist wiedergeboren zu werden. Das ist der Ruf. Gott hat beschlossen, uns zu erwählen. „Ich habe sie in der Zeit der Kirche gerufen und sie werden Teil der Kirche Christi sein. 

Gott will, dass du den Aposteln in der Kirche Christi nachfolgst

18. August 2019 Brampton, Kanada: Wenn sie den Aposteln nachfolgen, werden sie auf die Wiederkunft Christi vorbereitet sein und in die Lage versetzt, als Erstlinge in das Reich Gottes einzutreten.“ Das ist der Ruf an uns! Das ist relevant für uns. Wir verstehen nicht, warum wir erwählt wurden oder warum er es so macht und nicht anders. Es ist der Wille Gottes. Wir müssen es akzeptieren. (…) Du kannst in das Reich Gottes eintreten. Er erschafft unser Heil, aber er wird dies nur für diejenigen tun, die ihm bis zum Ende vertrauen. Er wird seinen Plan erfüllen. Wir sind gerufen, Teil der Braut Christi zu sein, um von den Aposteln in der Kirche Christi darauf vorbereitet zu werden, als Erstlinge in das Reich Gottes einzutreten. Er wird es machen! Niemand kann ihn daran hindern. Er wird sicherstellen, dass alles so funktioniert, wie er es beschlossen hat. 

Gott macht keine Voraussagen, was er beschlossen hat, ist für ihn schon passiert

18. August 2019 Brampton, Kanada:  Jesus versprach, dass er bei den Aposteln bis zum Ende ihrer Sendung sein werde. Erinnert ihr euch an das Bild in der Offenbarung, in dem der Drache versucht, die Frau anzugreifen, aber niemand verhindern kann, dass der Knabe geboren wird und zu Gott kommen wird (vgl. Offenbarung 12, 1-5). All die Textstellen bedeuten, dass Gott dafür sorgt, dass das, was er beschlossen hat, auch geschehen wird. Für ihn ist es schon passiert. In der Offenbarung werden immer Dinge in der Vergangenheitsform beschrieben - ich hoffe, dass dies auch in der englischen Bibel der Fall ist. Was dort beschrieben ist, ist nicht etwas, was noch passieren wird. Es wird als etwas beschrieben, was bereits stattgefunden hat. Für Gott existiert keine Zeit. Er macht keine Vorhersagen! Er weissagt nichts! Sondern er beschreibt eine Realität, denn er steht über der Zeit. Für ihn ist es klar. Es ist bereits geschehen. Niemand kann es verhindern. Keine Sorge, der Böse wird die Kirche nicht überwinden! Die Apostel werden ihre Aufgabe bis zum Ende erfüllen können und die Braut Christi wird in das Reich Gottes eintreten. 

Gott ist noch nicht gekommen, weil er noch nicht kommen wollte

18. August 2019 Brampton, Kanada: Er wird es tun, aber das bedeutet auch, dass die Zeit begrenzt ist. Er wird kommen, wenn er sich entscheidet zu kommen. Und wieder können wir kleinen Menschen ihn nicht beeinflussen. Er muss nicht auf uns warten. Er ist nicht vom Menschen abhängig. Er kann kommen und seinen Sohn senden, wann immer er will. Er ist noch nicht gekommen, aber das ist nicht, weil er nicht kommen konnte - es ist, weil er noch nicht kommen wollte. Er braucht uns nicht, um seinen Erlösungsplan zu erfüllen. Ich habe kürzlich gesagt: Jesus hätte schon vor fünfzig Jahren kommen können und all diejenigen zu sich nehmen, die bereits vorbereitet waren. Er ist weder durch eine Anzahl noch durch eine Gruppe von Personen begrenzt. Er kann mit Wenigem Großes erreichen. Er hätte vor fünfzig Jahren kommen können. Wenn er es nicht getan hat, ist es nur, weil er noch nicht kommen wollte, weil er uns liebt und er uns die Chance geben möchte, vorbereitet zu sein. Er tut, was ihm gefällt, aber das bedeutet auch, dass wir es ernst nehmen.“

Gott gibt vielleicht eine zweite Chance

18. August 2019 Brampton, Kanada: Manchmal wird mir gesagt: "Ja, Stammapostel, aber wenn wir nicht Teil der Braut Christi sind, können wir doch bereits schon im Friedensreich errettet werden." Was immer der Herr will, er tut es. Er hat mich heute in dieser Zeit gerufen. Ich kann es nicht als gegeben ansehen, dass er mich wieder im Reich des Friedens rufen wird! Er tut was er will. Ich kann nicht sagen: „Ich war nicht bereit, Vater, gib mir eine zweite Chance.“ Vielleicht wird er es tun, vielleicht auch nicht. Ich versuche nun nicht, Menschen zu bedrohen und zu sagen: „Sei vorsichtig!“ Aber wir müssen uns bewusst sein, dass wir als Menschen Gott nicht sagen können, was er zu tun hat. Er hat uns jetzt gerufen: „Bitte komm! Entscheide dich heute.“ Ich habe keine Ahnung und ich habe keine Möglichkeit, Gott zu beeinflussen.

Gott hat entschieden, dass wir die gehörten Worte der Apostel essen und verdauen sollen-  dies ist keine Erfindung der Neuapostolischen Apostel

18. August 2019 Brampton, Kanada: Um errettet zu werden, müssen wir in jeder Situation einen starken Glauben haben, und der einzige Weg, diesen Glauben zu stärken, besteht darin, auf die Verkündigung des Evangeliums durch die Apostel zu hören. Dies ist wichtig, wenn es um uns und unsere Vorbereitung auf die Wiederkunft des Herrn geht.

Wenn ich „zu hören“ sage, geht es nicht nur darum zuzuhören und zu sagen: „Ah ja, er hat dies und das gesagt.“ Wir müssen es essen! Wir müssen es verdauen! Wir müssen damit arbeiten. Das ist heute unser Problem. In unserer Gesellschaft sind wir es gewohnt, Fastfood zu essen - ich nehme an, dass es in Kanada dasselbe ist wie in Frankreich und Europa. Wir haben Fastfood, das bereits fertig ist zu essen. Alles ist vorbereitet. Alles ist bereit. Das ist beim Wort Gottes nicht der Fall. Wenn du das Wort Gottes nutzen willst, musst du es verdauen, damit arbeiten und darüber nachdenken. Du musst dich fragen: „Was bedeutet das für mich? Was will Gott, dass ich tue? “Je mehr du verdaust, je mehr du mit dem gepredigten Wort Gottes arbeitest, desto stärker wird dein Glaube sein. Auch dies ist keine Erfindung der Neuapostolischen Apostel, um sicherzustellen, dass die Kirchen voll sind. Es ist der Wille Gottes. Er tut, was ihm gefällt. Er trifft die Entscheidung - und er hat entschieden, dass dies der einzige Weg ist, um den Glauben zu stärken. Höre auf Gottes Wort, esse sein Wort und verdaue es, arbeite damit.

Gott antwortet manchmal und manchmal nicht

18. August 2019 Brampton, Kanada: Liebe Brüder und Schwestern, das ist die tiefe Bedeutung unseres Glaubens. Wir können nicht beten und Gott sagen, was er tun soll. Das wird niemals funktionieren. Selbst wenn wir alle zusammen beten, um jemanden zu retten, ist dies keine Garantie dafür, dass Gott es tun wird. Ich habe diese Erfahrung oft gemacht. Manchmal antwortet er, manchmal nicht. Unser Gebet sollte zuerst Ausdruck unserer Liebe zu unserem Nächsten, unserer Liebe zu Gott sein:

„Himmlischer Vater, hilf mir. Ich möchte auf ewig bei Dir sein. Ich möchte Dir Nahe sein. Lieber himmlischer Vater, hilf meinem Nächsten. Gib ihm die Kraft, mit Dir in Gemeinschaft zu bleiben. Und im Übrigen sind das nur meine Wünsche, Du wirst alles richtig machen.“

Das ist ein anderer Ansatz! Wisst ihr, manche Menschen sind davon überzeugt, dass Gott tun wird, was sie wollen, wenn sie nur laut genug schreien oder genug Geld geben. Das wird niemals funktionieren. Ganz ehrlich, das ist ein Mangel an Respekt vor Gott. 

AnkerGott/ Gottesliebe für alle Menschen gleich

22.10.17 in Nürnberg: Wir können nicht behaupten, dass die neuapostolischen Christen besser sind als andere, dass sie größer sind als andere, dass sie bei Gott mehr gelten und dass Gott sie mehr liebt. … Ja wir sind Gottes Kinder, wiedergeboren aus Wasser und Geist. Wir haben eine besondere Verantwortung, wir haben besonderen Dienst zu verrichten. Aber bei Gott gelten wir nicht mehr! Damit müssen wir leben, dass Gott alle Menschen gleich liebt.

13. Januar 2019, Benguela, Angola: Das Wichtigste für uns ist: Mein Nächster ist auch von Gott berufen. Gott liebt ihn, wie er mich liebt. Das hilft uns, das Anderssein zu überbrücken. Das Wichtigste ist nicht, wie der andere ist, sondern das Gott ihn berufen hat und ihn liebt.

AnkerGott /  kann fordern

6.09.2018 Merlebach, Frankreich: Es stimmt, dass diese Opfergeschichte, wo Gott Abraham befohlen hat, seinen Sohn zu opfern, uns heute sehr wunderlich erscheint. Es gibt dahinter offensichtlich einen Sinn. Gott hat ihn gebeten: „Gib mir deinen Sohn“. Und er wollte es auch Abraham verständlich machen: Du gibst mir alles. Diesen Sohn habe ich dir gegeben. Ich habe ein Wunder gemacht. Deine Frau war unfruchtbar, ich habe dir aufgrund meiner Allmacht ein Kind gemacht, ich habe dir ein Kind geschenkt, aber das ist ein Geschenk, du verdienst es nicht, ich kann es von dir zurückfordern, weil das eine Gnade ist, die du nicht verdient hast. Abraham hat diese Gnade erkannt, indem er sagte: Gott bittet etwas Unmögliches von mir, aber er hat dazu das Recht, denn er ist es, der es mir geschenkt hat, er kann es von mir zurückfordern. Gott wollte ihm zeigen: Du schuldest mir alles, alles was du hast, kommt von mir. 

AnkerGott / muss gar nichts

6.09.2018 Merlebach, Frankreich (Schluss): Offensichtlich kann man sofort die Parallele ziehen: Gott der Vater hat seinen Sohn für uns geopfert. Aber es gibt einen gewaltigen Unterschied: Gott schuldet uns gar nichts. Wir haben keinen Verdienst ihm gegenüber, Gott schuldet uns nichts, er ist vollkommen, er hat keine Schuld uns gegenüber, wir haben eine Schuld bei ihm. Und um uns seine Liebe zu beweisen, hat er seinen Sohn für uns gegeben. Und die Geschichte des Opfers von Isaak erlaubt uns, noch besser auch die Liebe Gottes zu uns zu ermessen. Abraham hat er gebeten: „Gib mir deinen Sohn, denn du schuldest mir alles“, und im letzten Augenblick sagte er: „Es ist gut, ich habe gesehen, dass du es angenommen hast, dass du verstanden hast, dass alles Gnade ist, du kannst deinen Sohn behalten“.
Aber Gott, er selbst, in seiner großen Liebe zum Menschen, der vor ihm kein Verdienst aufweisen kann, Gott muss gar nichts, er ist bis zum Ende gegangen, und er hat seinen Sohn für unser Heil geopfert. Das ist der Unterschied.

AnkerGott /  Mitgliederschwund aber Gott sammelt in Afrika

30.12.18 Rheinberg: Gott verfolgt seinen großen Erlösungsplan. Ich hab das den Brüdern geschrieben ausnahmsweise mal. Also dann und wann muss man das auch mal erwähnen: Es werden jährlich über 200.000 Seelen versiegelt in der Neuapostolischen Kirche weltweit. Immerhin. Ich hab die Zahl jetzt nicht mehr genau im Kopf, aber es sind weit über 200.000 auch dieses Jahr Versiegelungen weltweit 2018.
Also ganz am Untergehen sind wir halt nicht. Er hat Großes getan. Jetzt weiß ich, kommt sofort wieder: Ja, in Afrika oder was weiß ich wo, aber hier in Deutschland nicht. (...)

So, jetzt könnte man sagen: Ja, aber was ist das mit dieser Braut da, mit dieser Sammlung der Braut? Da muss ich wieder drauf zurückkommen, Gott arbeitet in einer anderen Dimension! Das betone ich immer wieder. Für Gott hat die Zeit keine Bedeutung, Geographie auch nicht. Die Grenze zwischen Frankreich und Deutschland, die hat Gott nicht erfunden. Das ist für ihn bedeutungslos. Belanglos!
Ja, er sammelt die Braut, er hat in der Gegenwart gesammelt, in der ersten Christenheit. Dann war das Werk Gottes in Europa sehr stark. Er hat ja dort seine Braut gesammelt.
Jetzt sammelt er weiter in Europa, jetzt ist er aber auch nach Afrika gegangen und in andere Länder. Und wir sind hier betrübt, die haben jetzt Erfolg. Wir haben hier weniger Erfolg. Wir müssen uns bewusst sein, Gott ist über der Zeit. Für ihn ist Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft immer präsent. Er kennt dieses Zeitlimit nicht, er kennt auch die geographischen Grenzen nicht. Er bereitet sich ein Volk zu. Und das macht er in allen Zeiten. Wir sehen nur heute. Er sieht das ganz anders. (...)

Ja, Gott ist mit uns ... aber früher war es doch ganz anders. Mensch waren wir da erfolgreich, da ging es bergauf. Heute hört sich das ganz anders an. Wo ist denn Gott?
Was hat Gott dem Gideon gesagt: Du, ich verfolge meinen Plan. Ich will das Volk erlösen, ich brauch dich dazu. Mach mal! Und dann hat Gott ihm gesagt, er soll sich eine Truppe aussuchen: 300 Mann. Und mit diesen 300 Mann ging er in die Schlacht. Ja, die selber haben gar nichts gemacht. Die hatten lediglich eine Trompete und einen Krug, mit dem haben sie nicht viel machen können. Gott selbst hat das Problem gelöst. 300 Männlein, die wurden ausgesucht, nicht weil sie ihre kriegerischen Errungenschaften oder Fähigkeiten hatte. Er hat sie einfach genommen, die sich hingelegt haben und das Wasser direkt vom Bach getrunken haben, ohne die Hände zu benützen, wie Hunde das Wasser geleckt haben.
Also, nur um zu zeigen: Es gibt überhaupt nicht um deren Fähigkeiten. Er hat nur 300 genommen. Die Feinde waren 400 oder 500 mal mehr. Das war dem lieben Gott egal. Mit dieser kleinen Truppe hat er was ganz Großes gemacht.
Er hat die Erlösung für sein Volk geschaffen.

AnkerGott / Mitgliederschwund

16.09.2018 Merlebach, Frankreich: Wir stellen uns vor, wir müssten zahlreicher sein, damit der Erlösungsplan sich verwirklichen kann, und Gott sagt uns: „Das ist aber nicht deine Angelegenheit, ich bin es, der entscheidet, wie viele Opferwillige ich brauche im Reich Gottes, es ist meine Aufgabe zu wissen, wie viele Erstlinge ich brauche, um diesen Dienst im Friedensreich zu erfüllen.

Weil wir offensichtlich nur die Hälfte des Drittels eines Zehntels dessen sehen, was Gott tut, sehen wir nur das von heute, hier in Merlebach, in Frankreich, in der Schweiz, was in Belgien ist, was es sonst und anderswo in der Welt gibt.

Aber für den lieben Gott gibt es nicht die Zeit, in der die Seelen zubereitet worden sind, ob es hundert Jahre sind oder ob sie in 50 Jahren zubereitet wurden, das spielt keine Rolle. Wir denken in Ländern, für den lieben Gott existieren keine Grenzen, er macht sich lustig darüber, Grenzen sind eine Erfindung der Menschen. Er braucht es nicht, dass es so und so viele gibt, die französisch sprechen, und so und so viele eng-lisch und manche tshiluba, das ist für ihn überhaupt nicht wichtig, er kommt damit zurecht.

AnkerGott und die Zukunft

02.03.2014 Halberstadt: Gott ist ewig. Für ihn gibt es keine Vergangenheit, gibt es keine Gegenwart, gibt es keine Zukunft. Sowohl die Vergangenheit als auch die Zukunft ist für ihn Gegenwart. Ich will jetzt gar nicht lange darüber sprechen, aber was heißt das ganz klar? Das heißt, als Gott seinen Sohn geopfert hat, hatte er die ganze Vergangenheit der Menschheit vor Augen, aber auch die ganze Zukunft. Die Zukunft heute war damals schon vor 2.000 Jahren Gegenwart für Gott. Das heißt jetzt ganz einfach: Als Gott seinen Sohn geopfert hat, hat er die Menschen von heute gesehen. Er hat auch die gesehen, die ihn heute verspotten. Er hat die gesehen, die ihn heute verleugnen. Er hat die gesehen, die heute sein Gesetz überhaupt nicht respektieren. Er hat die gesehen, die ihn heute bekämpfen. Er hat die gesehen, die heute gegen ihn arbeiten, seine Schöpfung zerstören. Er hat die gesehen, die heute die Menschen, die er gemacht hat, bekämpfen, töten, foltern. Die alle hat er gesehen, die alle hatte er vor Augen. Dann hat er seinen Sohn geopfert für diese alle. … Da merkt man, wie groß die Liebe Gottes ist. Gott ist allwissend.

14.07.2019 Graz, Österreich: Ich komme zurück auf den Begriff: “Ich kenne dich, ich kenne deine Werke.” Es ist für den Menschen ein bisschen kompliziert, sich das vorzustellen, aber für Gott gibt es die Zeit ja nicht, er steht über der Zeit, für ihn sind Zukunft, Gegenwart, Vergangenheit - alles Gegenwart.
Er wusste vor über 2000 Jahren genau, was ich letzte Woche gemacht habe. Das ist für uns ein wenig kompliziert, aber es ist Tatsache, für Gott ist auch die Zukunft Gegenwart.
Also vor 2000 Jahren wusste er genau, was ich in dieser Woche machen werde.
Er wusste genau, wie sich die Menschen in all den Jahrhunderten benehmen werden. Er wusste genau, wie die Menschen heute zu ihm stehen werden. Das wusste Gott schon vor 2000 Jahren, weil die Zukunft für ihn Gegenwart ist. In diesem Wissen hat er seinen Sohn geopfert für dich und für mich. Mag einer sagen: “Das ist sehr theoretisch!” Für mich ist das nicht so. Der liebe Gott wusste genau, wie die Menschen heute sind. Er wusste genau, was ich bin und wie ich reagiere, was ich falsch machen
werde; zum zehnten Mal hat er mir etwas gesagt und zum hundertsten Mal habe ich es nicht gemacht. Trotzdem hat Jesus Christus sein Leben am Kreuz gelassen für mich,

AnkerGott / die neue Schöpfung und der neue Mensch

22.06.2014 Mbuji-Mayi/D.R. Kongo: „Aber für diese neue Schöpfung macht er die Dinge in umgekehrter Reihenfolge. Zuerst will er neue Menschen schaffen, und diese neuen Menschen sollen seinem Willen entsprechen, dem Willen Gottes. Und wenn er diese neuen Menschen geschaffen hat, die dem Willen Gottes entsprechen, dann wird er einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen und dann wird er diese neuen Menschen in diese neue Schöpfung setzen.“

26.10.2014 Kinshasa/D.R. Kongo:  Die Menschen möchten, dass Gott sofort den Frieden auf Erden herrschen lässt, aber Gott hat einen anderen Weg gewählt: er will zuerst neue Menschen schaffen, Menschen, die dazu fähig sind Gott zu gehorsam zu sein und sich für Gott zu entscheiden. Und wenn diese neuen Menschen geschaffen sind, die, die sich für Jesus, für Gott entschieden haben, dann wird er einen neuen Himmel und eine neue Erde schaffen, für diese und nur für diese. Und wenn alle Menschen sich dem Willen Gottes untergeordnet haben, dann werden sie in das Reich Gottes eingehen und dort wird dann Frieden herrschen.

AnkerGott / Personen im Reich Gottes wie auf der Erde, aber …

20.5.2018 Washington, USA, Pfingsten : Es wird verschiedene Personen im Reich Gottes geben. Jeder ist verschieden, auch in der neuen Schöpfung. Jeder wird als Person bleiben, aber alle diese verschiedenen Personen werden vollkommen eins in Gott sein, weil Gott in allen sein wird. So eine wunderbare Beziehung, es ist eine Beziehung die wir uns heute noch nicht vorstellen können.

Durch die Hilfe des Heiligen Geistes werden unsere Gedanken und unser Sein gestaltet, dass wir ein Vorgeschmack dieser Gemeinschaft schon heute mit unseren Brüder und Schwestern erleben können. Mit der Hilfe des Heiligen Geistes können wir alles überwinden was uns trennt. (…)
Wegen der Gier nach Reichtum, Ehre und Macht, sind viele Menschen bereit sich gegenseitig zu beißen und zu verschlingen. Aber wenn unsere Gedanken und unsere Wünsche durch den Heiligen Geist gestaltet werden, können wir dieses überwinden. …
Unsere Unterschiede sind kein Hindernis mehr sondern ein Segen, denn wir möchten ein Team werden. Ein Team, das mit uns für Gott kämpft, ein Team, das von ihm gerufen wurde und ihm dient und sein Evangelium verkündigt.

AnkerGott / Beziehung der Menschen im Reich Gottes

3.6.2018 Bern-Ostermundigen: Was ist mit der Nächstenliebe? Auch die hört nicht auf, die wird dann auch vollkommen, weil wir im Hochzeitssaal und später in der neuen Schöpfung sind. Die Menschen leben in neuen Verhältnissen, sie sind dann alle voll der Liebe Gottes. In dieser innigen Verbindung mit Gott ist auch die Beziehung zwischen den Menschen ganz anders aufgestellt. Alles Sündhafte ist weg, alles Menschliche ist weg, sie sind ganz zu Gott hin orientiert, Gott ist alles in allem, die Beziehung zwischen den Menschen selbst ist eine göttliche Beziehung, die auf Gott basiert, von Gottes Liebe erfüllt. Das Ziel des ganzen Geschehens ist die ewige Liebe, dass wir ewig in der Gemeinschaft mit Gott leben, und dass zwischen den Menschen so ein Abbild der trinitarischen Beziehung ist. Die Beziehung aller Menschen basiert nur noch auf der Liebe. Das ist unsere Zukunft.

AnkerGott / Göttliche Botschaft hat mehr Bedeutung als die wahrnehmbare Wirklichkeit

Weihnachtlichen Leitgedanken 12. 2018: Und das Wiederkommen des Herrn lässt auf sich warten. Lassen wir uns durch solche Überlegungen nicht verunsichern. Erinnern wir uns: Jesus hat seine Apostel vor den Schwierigkeiten gewarnt, die ihnen begegnen würden, und dass er wiederkommen würde, wenn man es nicht meint, beschreibt die Schwierigkeiten in der heutigen Zeit. Folgen wir dem Beispiel der Hirten, indem wir der göttlichen Botschaft mehr Bedeutung beimessen als der wahrnehmbaren Wirklichkeit. Konzentrieren wir uns auf die Liebe Gottes: Er stellt uns in der Kirche und durch die Apostel alle notwendigen Mittel zur Verfügung, um Teil der Brautgemeinde zu sein!

Gottesbilder, aber wir haben den Herrn Jesus als Gott

06.01.2013 in Heidelberg (noch vor der Ordination): Es gab in der Geschichte der Menschen viele Gottesbilder. Auch heute noch hat man in den verschiedenen Völkern und in der Bevölkerung allgemein so verschiedene Vorstellungen von Gott. Für die einen ist Gott eine allmächtige Kraft, Macht, jemand, der alles kann. Da muss man schön brav sein. Man muss ihm angenehm sein, damit er nicht mit einem böse ist. Man muss ihm Geschenke bringen, damit er das Gute macht und nicht Böse. Ja, in vielen Völkern hat man dieses Gottesbild. Man muss ihn beschwichtigen, damit er nicht böse ist, damit er mit uns gut ist. Der allmächtige Gott muss mit uns gut sein.

Andere haben wieder ein anderes Gottesbild: Das ist ein ganz strenger Gott. Er ist sehr anspruchsvoll. Er verlangt von den Menschen viele Opfer und Peinigungen und dies und jenes. Er verlangt viel Schmerz, viel Opfer in jeder Hinsicht. Ein strenger Gott! Da muss man für ihn kämpfen, man muss dieses und jenes machen. Ich möchte jetzt nicht weiter ins Detail eingehen. Aber wir merken schon: Dieses Bild gibt es heute noch.

Dann gibt es noch andere, die meinen, Gott ist verhüllt. Da muss man viel forschen und viel studieren, um ihn kennenzulernen, um zu ihm kommen zu können. Das braucht viel Mühe, viel Intelligenz, viel Wissen, viel Bibellesen usw.

Was haben wir für einen Gott? Wir haben den Herrn Jesus Christus. Es ist der Gott der Liebe! Er verlangt nicht etwas von den Menschen, er schenkt und gibt umsonst. Das ist kein strenger Gott, der straft. Er setzt sich neben den Sünder und spricht mit ihm und liebt ihn. Er verlangt nicht von uns, dass wir uns peinigen. Er hat für uns gelitten. Und wenn wir weinen, dann weint er mit. Er ist uns ganz nahe. Er ist so demütig, so gut, so einfach! Er offenbart sich den Kindern. Da braucht man nicht jahrelang studieren. Er ist so ganz offenbar sogar für die Kinder. Wir können zu ihm kommen. Da könnte ich jetzt noch stundenlang vom Herrn Jesus sprechen. Aber wir kennen ihn ja. Wir haben einen Gott, Jesus Christus, und das ist der Gott der Liebe! In unserer Gesellschaft ist es wichtig, dass wir das weiter verkündigen: Der wahrhaftige Gott ist der Gott der Liebe! Er ist uns ganz nahe!

AnkerHeilige Geist / als er noch klein war

03.02.2019 in Berlin-Charlottenburg: Am Anfang, das war nicht falsch, es war nur unvollständig, und genau so arbeitet der Heilige Geist mit uns. Er führt uns von einer Erkenntnis zu der anderen. Das heißt nicht, das was wir gestern und vorgestern gehört haben und gewusst haben, war alles falsch, es war nur unvollständig. Der Heilige Geist führt uns weiter und unser Wissen über Gott ist Stückwerk. Aber der Heilige Geist sagt uns immer die Wahrheit. Schon von Anfang an, als er ganz klein war, hat uns der Heilige Geist die Wahrheit gesagt. Er hat uns belehrt: Gott ist die Liebe.

Heiliger Geist / Jesus ist nicht der Sohn und genauso alt wie der Vater

22.10.17 in Nürnberg: Der liebe Gott und der Heilige Geist muss immer wieder Bilder finden, um uns klarzumachen, wie das ist. Er spricht vom Vater und vom Sohn im Himmel, aber wissend, dass der Sohn nicht der Sohn des Vaters ist, er hat ihn nicht gezeugt. Die haben doch immer existiert. Das ist nur ein Bild, das die Verbindung zeigt zwischen den Beiden. Aber es ist natürlich nicht der Vater, der den Sohn gezeugt hat, der Sohn hat auch ewig gelebt, ist genauso alt wie Gott, der Vater.

AnkerHomosexualität

2015 Fragestunde in Kitchener: Alles was mit Sex zu tun hat, ist nicht schlimmer als andere Dinge auch. … Ich bin  vorsichtig geworden. Ich habe viele junge Menschen in der Kirche kennengelernt, die gläubig waren und eines Tages festgestellt haben, dass sie das gleiche Geschlecht lieben, und die waren voller Kummer, weil jeder ihnen gesagt hat: ‚Das ist eine Sünde, lass uns zusammen beten, damit du geheilt wirst ...‘ – Ja, so haben wir das gemacht, noch vor zwanzig Jahren. Damals war ich Bezirksältester. – Die beiden haben das damals versucht, sie taten ihr Bestes. Aber dann sagten sie: „Es tut uns leid, es geht nicht. Ich bin so traurig. Ich kann mich nicht selbst akzeptieren.‘ Sie haben beide Selbstmord begangen, 21 und 22 Jahre alt. Wir sagen: Wir heißen das nicht gut. Normal ist: Mann und Frau, Kinder. Aber wir können nicht sagen, ob das Gottes Wille ist oder nicht, Sünde oder nicht Sünde. Wir wissen es nicht.

AnkerJesus / Geh mal runter

11.11.18 Uster: Ich kann nur empfehlen, immer wieder in den Evangelien zu lesen und sich damit zu beschäftigen, sich wirklich Zeit dazu nehmen. Der Sohn Gottes war im Himmel in der Herrlichkeit Gottes, dem ging es gut. Weil ihm Gott gesagt hat: „Geh mal runter und teil das Los der Menschen“, ist er auf die Erde gekommen. Man kann in der Heiligen Schrift lesen, wie es ihm ergangen ist, wie dem Ärmsten der Menschen.(…) Bedingungslos ist er für alle Menschen gestorben, er machte keinen Unterschied.

Jesus führte eine neue Beziehung zur Schöpfung ein, zu den materiellen Dingen. Er musste auch essen und trinken.  Es tröstet mich immer wieder, wenn ich sehe, dass Jesus einen guten Wein genoss und gutes Essen, er konnte richtig feiern. Das können wir Apostel auch, das tut gut.

AnkerKatechismus und Lehre

01.06.2014 Toulouse: Ich persönlich – aber auch die Apostel die mich umgeben – sind überzeugt, dass die heutige neuapostolische Lehre genau das ist, was der Herr von uns erwartet, damit wir das Heil erlangen können.  Somit müssen unsere Kinder und all unsere Nachkommen erkennen, dass wir von unserer Lehre überzeugt sind; hören wir also auf, nur von der Vergangenheit zu reden und interessieren wir für das, was heute in unserer Kirche geschieht, was unsere heutige Lehre ist. Ehrlich gesagt, wir können stolz auf unsere Lehre sein. Aber das ist nur möglich, wenn ich diese Lehre kenne. Wir müssen also informieren, müssen aber selbst überzeugt sein wenn wir Andere überzeugen wollen. Das ist der heutige Weg zum Heil. 

Keine Ahnung / Es ist sinnlos, alle Fragen beantworten

26.1.19 in Koforidua-Ghana: „Viele Gemeindemitglieder stellen Fragen. Ich bekomme eine Menge E-Mails und eine Menge Briefe. Vor allem die Jugend möchte wissen: "Wie wird die erste Auferstehung ablaufen? Wie wird es weitergehen? Kannst du das erklären? Wie wird Jesus es schaffen, uns in den Himmel zu führen? Und was wird mit unserem Körper und unserem Nächsten geschehen? Wie geht es weiter? Und ich antworte immer: "Ich habe keine Ahnung!" Und das habe ich nicht. Alles, was ich will, ist, Teil der Braut Christi zu sein. Vertrödele nicht die Zeit mit nutzlosen Diskussionen, um die Zukunft voraussagen zu können. Das ist nicht unsere Aufgabe. Wir haben mit unserer Amtseinsetzung die Gabe erhalten, die Braut Christi vorzubereiten. Es ist sinnlos, alle Fragen beantworten zu wollen.“

Keine Ahnung / Erste Auferstehung ist eine verrückte Geschichte

12.5.19 in Kapstadt, Südafrika: „Was immer Gott tun will, er kann es tun. Was immer er sagt, er macht es dann. Wir vertrauen dem allmächtigen Gott. Nichts ist ihm unmöglich.  Sehr oft, besonders junge Leute, wollen wissen und fragen mich: Aber Stammapostel, wie können wir an diese erste Auferstehung glauben? Das ist so eine verrückte Geschichte. Wie stellst du dir das vor?“ Darauf antworte ich: Ich habe keine Ahnung. Ich weiß nicht, wie er Christus vom Tod auferweckt hat. Er hat es getan! Der Kraft Gottes sind keine Grenzen gesetzt.

AnkerKeine Ahnung / Erste Auferstehung – Friedensreich

 03.02.2019 in Berlin-Charlottenburg: Unser prophetisches Reden wird auch aufhören, weil das Stückwerk ist. Was wir über die Zukunft wissen, ist auch nur Stückwerk. Ich hab null Ahnung, wie das mit der Ersten Auferstehung geschehen wird. Ich hab echt null Ahnung, ich weiß nicht, wie das zustande kommt. Ich weiß es nicht, ist mir auch egal. Das ist Stückwerk. Wir wissen nicht genau, wie das Heil im Tausendjährigen Friedensreich vermittelt wird. Keine Ahnung. Echt keine Ahnung, ich weiß es nicht. Das ist Stückwerk.
Unser prophetisches Reden, was wir von der Zukunft wissen, ist nur Stückwerk. Aber das Wichtigste wissen wir: Der Heilige Geist wird uns verwandeln. Wir werden den Auferstehungsleib bekommen und wir werden in das Reich Gottes eingeführt werden. Und dort werden wir Gott sehen, wie er ist. Und mit dem Auferstehungsleib können wir dann endlich die Liebe Gottes in ihrer ganzen Dimension erkennen.

AnkerKeine Ahnung / Kirche Christi

03.02.2019 in Berlin-Charlottenburg: Unser Wissen ist Stückwerk. Was wir von der Kirche Christi wissen, was wir vom Heilswirken Gottes wissen, ist auch nur Stückwerk. Wir sehen unsere Kirche, wir sehen unsere Gemeinde, wir sehen die Kirche heute und hier und dann haben wir unsere Auffassung, unsere Meinung und Richtung. Es sind viele, es sind wenige, sie sind gut, sie sind schlecht, aber es ist Stückwerk. Gott sieht das ganz anders. Für ihn ist das Werk Gottes die Vergangenheit, die Gegenwart und die Zukunft. Für ihn ist das Werk Gottes im Diesseits und im Jenseits. Wir meinen, wir müssten jetzt messen, inwieweit die Braut vorbereitet ist, und schon auch das, was wir sehen können. Total falsch, das ist definitiv falsch, wir können überhaupt nichts daraus schließen. Gott sieht das ganz anders, in einer ganz anderen Dimension. Er ist nicht an die Zeit gebunden, er ist nicht ans Diesseits und ans Jenseits gebunden, er sieht das ganz anders.

AnkerKeine Ahnung/ Erwählung

03.02.2019 Berlin-Charlottenburg: Wenn wir daran denken, dass uns Gott vor der Gründung der Welt erwählt hat, und er hat alles so geleitet und so geführt, dass wir eines Tages den Ruf Gottes vernehmen können und darauf antworten können. Wir haben Null-Ahnung, was Gott alles gemacht hat, damit unsere Erwählung sich konkretisieren kann und wir den Ruf Gottes vernehmen können und darauf antworten können. Wir haben nur so eine kleine Ahnung, aber wir wissen noch längst nicht alles, bei Weitem nicht. Gott hat alles gelenkt und geleitet und geführt, dass wir heute ein Gotteskind sein dürfen. Unser Wissen ist ein Stückwerk.

AnkerKeine Ahnung/  Was Gott ist

03.02.2019 in Berlin-Charlottenburg: Natürlich ist Gott so groß, so erhaben, dass wir ihn nie ganz kennen können. Das schafft kein Mensch und deshalb sagt Paulus hier, dass unser Wissen Stückwerk ist. Das ist immer unvollkommen, unvollständig, kein Mensch kann behaupten, er würde alles von Gott und über Gott wissen.

Gott ist so groß, so wunderbar, dass wir immer nur ein Stücklein von ihm kennen können. Unser Wissen ist Stückwerk. Schon der menschliche Wortschatz ist gar nicht reich genug um Gott in seiner Herrlichkeit in seiner Größe zu beschreiben und deshalb haben wir den Glauben. Wir leben eben, wie es Paulus sagt, in der Zeit des Glaubens, nicht des Schauens. Wir wissen so manches über Gott. Unsere Erkenntnis wächst durch das Wirken des Heiligen Geistes, aber alles können wir nicht wissen. Aber wenn man den Heiligen Geist wirken lässt, dann entwickelt sich etwas, das ist eine schöne Evolution in der Erkenntnis Gottes und man lernt Gott immer besser kennen.

Das heißt nicht, dass das, was wir gestern und vorgestern hörten und wussten, dass es falsch ist, und jetzt sind wir heute so klug, und unsere Väter, die waren ja so dumm. Wir wissen, dass das alles falsch war, was die damals gemacht haben. Das ist nicht so! … Am Anfang, das war nicht falsch, es war nur unvollständig, und genau so arbeitet der Heilige Geist mit uns. Er führt uns von einer Erkenntnis zu der anderen. Das heißt nicht, das was wir gestern und vorgestern gehört haben und gewusst haben, war alles falsch, es war nur unvollständig.

Der Heilige Geist führt uns weiter und unser Wissen über Gott ist Stückwerk. Aber der Heilige Geist sagt uns immer die Wahrheit. Schon von Anfang an, als er ganz klein war, hat uns der Heilige Geist die Wahrheit gesagt. Er hat uns belehrt: Gott ist die Liebe.

AnkerKeine Ahnung / Gottes Gottesdienst

03.02.2019 in Berlin-Charlottenburg: Gott versorgt uns heute in jedem Gottesdienst. Ich nenne nur ein Beispiel. Wir haben gar keine Ahnung, was Gott alles unternommen hat, damit wir einen Gottesdienst erleben können, Gnade empfangen können, das Wort Gottes erfahren können und Segen hinnehmen können.

Es ist ja nicht so, dass Gott ein Wort spricht und alles ist vorhanden. Nein, Gott arbeitet heute nicht so, er arbeitet nur mit der Liebe. Da muss ja ein Bibelwort gefunden werden, da muss ein Amtsträger da sein, da muss eine Predigt vorbereitet sein, da muss ein Chor da sein, ein Organist und alles, was man so braucht, damit ein Gottesdienst zustande kommt. Aber es ist ja nicht so, dass Gott sagt: So, du predigst jetzt, du singst, du spielst. Ne, wie macht er das? Er streut seine Liebe aus und lässt die Brüder, die Geschwister seine Liebe erfahren.

Und so, ganz langsam wächst das, es wächst die Liebe im Herzen des Bruders, der Schwester. Und auf einmal kommt der Wunsch auf: Ich will jetzt dem Herrn dienen. Er schreibt ja auch nicht vor: Du musst das sagen und das sagen, er inspiriert nur durch seinen Geist, den Bruder, damit die richtigen Gedanken kommen. Er hat mich verstanden! Gott ist nicht anders. Ein Wort und das ist gemacht, nein, das ist eine lange Arbeit nur für einen Gottesdienst. Weil er bewusst nur mit seiner Liebe und seiner Geduld arbeitet. Wir haben gar keine Ahnung, was das für eine Arbeit für Gott ist, wenn man es menschlich sieht, wie so ein Gottesdienst zustande kommt. Weil er nur mit seiner Liebe arbeitet, da muss er die Leute gewinnen, damit der eine Ja zum Amt sagt, der andere Ja zum Chorsingen, der andere JA zum Orgelspielen, der andere JA zu diesem und jenem. Das geschieht ja alles aus Liebe, das ist eine Riesenarbeit, das macht Gott so.

AnkerKeine Ahnung / über unsere Nächsten

03.02.2019 in Berlin-Charlottenburg: Unser Wissen ist Stückwerk. Es ist uns ja bewusst, dass wir nicht alles über unseren Nächsten wissen, nur Gott kennt unseren Nächsten in vollkommener Weise. Wir sehen den Menschen heute hier, Gott sieht ihn in dem Gesamtbild. Er sieht in die Vergangenheit, er sieht ihn in der Gegenwart, er sieht ihn in der Zukunft. Gott hat das vollkommene Bild über unseren Nächsten. Er sieht ihn in seiner ganzen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, deshalb ist seine Sicht eine ganz andere Sicht.

Die Leute zur Zeit von Saulus haben den Saulus gesehen, den Feind, der sie umbringen wollte. Gott hat diesen Mann in seiner Gesamtheit gesehen. Er wusste genau, was er mit dem machen kann. Wir haben nur ein begrenztes Wissen über unseren Nächsten. Wir sehen manchmal seine Sünde, aber die Schuld kann nur Gott ermessen. Wir sehen die Taten, aber die Motivation dahinter sehen wir nicht. Wir sehen auch nicht den Kampf, den der andere zu führen hat. Auch da brauche ich nicht lange zu reden, wir wissen nur ein Stück über unseren Nächsten. Gott weiß alles!

Der Heilige Geist sagt uns nicht alles über unseren Nächsten, er sagt uns nur eines: Gott liebt diesen Menschen. Der Sohn Gottes ist für ihn gestorben, er will ihn erretten. Dieser Mensch ist für Gott alles wert und er wird alles daran setzen bis zuletzt, um ihn zu erlösen, um ihn in die Gemeinschaft mit Gott zu führen. Das musst du wissen. Der Heilige Geist sagt uns nicht alles über den Nächsten, er sagt uns aber das Wichtigste: Gott liebt diesen Menschen und er wird alles machen, damit er auf ewig bei ihm sein kann in der neuen Schöpfung. Das musst du wissen!

AnkerKeine Ahnung / Zusammenfassung und Schluss

03.02.2019 in Berlin-Charlottenburg: Der Heilige Geist sagt uns aber immer das Wichtigste. Er sagt uns, wer Gott ist! Er sagt uns, dass Gott die Liebe ist. Der Heilige Geist zeigt uns nicht alles, was Gott für uns macht, er erklärt nicht alles, er sagt uns aber: Du kannst mir vertrauen. Gott liebt dich, vertraue ihm.

Er sagt uns auch nicht alles über unseren Nächsten. Das brauchen wir gar nicht zu wissen! Das ist auch gut so, dass wir das nicht wissen. Er sagt uns aber das Wichtigste: Du, den hat Gott so lieb, dass der Sohn Gottes für ihn gestorben ist! Ihn will Gott in die Gemeinschaft mit sich führen, das musst du wissen! Handle danach!

Er sagt uns nicht alles über das Werk Gottes, wir sehen nur das Sichtbare. Und das ist so ein kleines Stück vom Werke Gottes. Wir können daraus überhaupt nichts schließen. Aber der Heilige Geist sagt uns: Mach dir doch keine Sorgen, Gott ist die Liebe, er vollendet sein Werk der Liebe! Er wird dich erretten, niemand kann seinen Plan aufhalten.

Er sagt uns nicht alles über die Zukunft. Keine Ahnung, wie das geschehen wird und was da geschehen wird. Aber er sagt uns: Vertrau mir! Wenn du bei Gott bist, wird das so groß sein, du wirst gar nicht mehr an das Vergangene denken. Du wirst die vollkommene Liebe Gottes erleben. Und deine Liebe wird vollkommen sein, die ewige Gemeinschaft mit Gott fassen! Es lohnt sich, treu zu bleiben bis zuletzt! Amen. 

AnkerKirche Christi / Apostel sind der Kirche im Ganzen gegeben

15.09.13 in Metz: Man wird mir sagen: Ja, aber letzten Sonntag hast du von der Kirche Christi gepredigt, dass die Kirche Christi all die mit Wasser getauften sind welche an Jesus Christus glauben und ihm nachfolgen. Und heute, hier nun, spricht er von den Aposteln. Er will nun zeigen, dass die Apostolischen die Besten sind. Die Apostel sind der Kirche im Ganzen gegeben, aber ich habe keine Lust heute Morgen einen Kurs darüber zu halten. Also, all die, die sich Fragen stellen, aber wie ist dieses möglich, empfehle ich die Lektüre des Katechismus der neuapostolischen Kirche. Alles ist darin sehr klar dargestellt und wenn ihr Fragen habt, wendet Euch an die Brüder. Sie können Euch diese sehr gut erklären. Ich habe heute Morgen nichts Neues erfunden, es ist dies ganz einfach die neuapostolische Lehre: Was ist die Kirche Christi, was ist die Aufgabe der Apostel und dass die Botschaft der Aposteln sich an die ganze Kirche Christus richtet. Es ist der Herr, der dieses so wollte.

AnkerKirche Christi / Wo die Apostel wirken ist Jesus wirklich präsent

12.01.2016 in Yamoussoukro (Elfenbeinküste ): „Jesus ist mitten unter uns!“ Er ist nicht „im Himmel“, er ist wirklich gegenwärtig unter uns. Jesus wirkt in seiner Kirche. Hier hören wir sein Wort, hier haben wir Gemeinschaft mit ihm. Jesus wirkt und bereitet mich auf seine Wiederkunft vor. Deswegen komme ich zur Kirche, um sein Wort zu hören und ganz nahe bei ihm zu sein. Wo das göttliche Leben in uns pulsiert, haben wir das Bedürfnis, in den Gottesdienst zu kommen, um sein Wort zu hören und Gemeinschaft mit ihm zu haben. Schließlich, wenn die Gemeinde Abendmahl feiert, bekennt sie auch ihren Glauben an das Apostolat, weil der Herr den Aposteln gesagt hat: „So oft ihr das tut, tut es zu meinem Gedächtnis.“ Den lebenden Aposteln gab er die Verantwortung, den Auftrag, Heiliges Abendmahl zu feiern. Nur wo lebende Apostel wirken, ist Leib und Blut Jesu wirklich präsent. Das ist unser Glaube. Wenn wir Heiliges Abendmahl feiern, sagt die Kirche den Menschen und dem Geist von unten: „Ich glaube, dass die Apostel vom Herrn Jesus gesandt sind.“ Deshalb folge ich ihnen nach. (...) Und wo das Amt wirkt, da ist Jesus wirklich präsent in der Gemeinde."

AnkerKirche von Morgen und die kommenden Generationen

01.06.2014 in Toulouse: Wir sind daran, die Kirche von Morgen zu bauen. Das hat manchmal sehr konkrete Auswirkungen. … Für den Komfort der Geschwister sollte in jedem Ort eine Kirche sein. Das würde aber unser ganzes Kapital und das Opfergeld verschlingen, damit jeder nur drei Kilometer zu fahren hätte, um zur Kirche zu gelangen. Wenn man aber statt drei Gemeinden nur eine hat … und wenn auch die heutige Generation dadurch eine größere Wegstrecke zu fahren hat, ist man aber sicher, diese Kirche wird in zehn oder fünfzehn Jahren immer noch bestehen, denn man hat die Mittel zu ihrem Unterhalt. Würde man aber überall Kirchen bauen, würden unsere finanzielle Mittel nicht ausreichen, sie auf der Dauer zu unterhalten. Ein einfaches aber sehr konkretes Beispiel! So muss heute mancher ein Opfer bringen, damit die Kirche morgen noch bestehen kann. Ich rede hier nicht wie der Direktor einer Firma der seine Leute motivieren will, nein, es ist das Evangelium. …Vom Konfirmand bis zur Schwester im Altersheim sind wir alle dafür verantwortlich, die Verheißung des Heils den kommenden Generationen zu verkündigen. Wir wollen von Jesus sprechen, von seiner Lehre und seiner Kirche.

AnkerKirche / Jesus hat Saulus umgedreht, und er hatin der Geschichte immer dafür gesorgt, dass die Apostel ihren Auftrag erfüllen können

05.05.2016 in Maulburg: Macht euch keine Sorge: Die Hölle wird die Kirche nicht überwältigen. Jesus  hat seinen Apostel versprochen: Ich bin jeden Tag mit und bei euch. Und er hat in der Geschichte immer dafür gesorgt, dass die Apostel ihren Auftrag erfüllen können. Das hat er immer bekannt. Wenn er Apostel gesandt hat, hat er immer dafür gesorgt, dass diese Apostel ihren Auftrag ausfüllen können. Warum? Er ist das Haupt der Gemeinde und alles ist ihm untertan. Also diesbezüglich hab ich jetzt null Sorge. Solange der Herr Jesus Apostel sendet, wird er auch dafür sorgen, dass diese Apostel ihren Auftrag erfüllen können. Das steht außer Zweifel. Warum? Er ist der Allmächtige, das hat er doch bewiesen. Denkt doch an die ersten Gemeinden. Ja, die hatten einen Riesenfeind, der war mächtig, das war der Saulus. Und irgendwann wurde es dem Herrn zuviel. Da hat er die Sache gewendet, er hat den Saulus umgedreht. Alles sah plötzlich ganz anders aus. Jesus sitzt zur Rechten des Vaters, alles ist ihm untertan. Und er ist das Haupt der Gemeinde. Er sorgt dafür, dass die Gemeinde vollendet wird. Der Herr sorgt dafür, dass die Apostel ihren Auftrag ausfüllen können bis zuletzt. Keine unnötige Sorge bitte.

AnkerKinder und Jugend / dafür Eigenes in den Hintergrund stellen

01.06.2014 Toulouse: Wir, die heutige Generation, stellen unsere Prioritäten und Bedürfnisse an zweite Stelle und geben dem Verlangen/Erwartungen der nachfolgenden Generation die erste Priorität. Man opfert sich ein wenig auf, denn die nachfolgende Generation soll sich in der Kirche wohlfühlen. Ich weiß, ich berühre hier sehr empfindliche Punkte. Würde ich aber nicht davon sprechen, wer würde es tun? Die Zukunft unserer Kirche sichern heißt: Sich selbst ein wenig in den Hintergrund stellen, ebenso eigene Bedürfnisse, eigene Ideen, Gedanken, Meinungen und Gewohnheiten, damit die nachfolgende Generation sich in der Kirche wohlfühlt. Dafür sind wir verantwortlich. Wir sind daran, die Kirche von Morgen zu bauen. 

AnkerKinder und Jugend / keine unnützen Regeln

12.01.2016 Yamoussoukro (Elfenbeinküste): Deshalb müssen wir auch die Zukunft vorbereiten für die Zeit, wo wir nicht mehr da sein werden und die nächste Generation da sein wird.  Die Zukunft vorzubereiten, heißt, sich ganz besonders um die Jugend und die Kinder kümmern. Und ich brauche euch nicht zu erklären, was zu tun ist, um die Jugend zu motivieren. Die Jugend wird nicht so ticken wie ihre Eltern und Großeltern. Legt ihr keine unnützen Regeln auf; begnügt euch damit, ihr das Evangelium und die Liebe Jesu zu vermitteln. Lasst die Jugend und die Kinder Jesus Christus entdecken und erkennen. Sichert die Zukunft des Werkes.

 Verhaltenskodex nutzlos

Wien 2017: Es nützt auch nichts, dass wir ihnen einen Verhaltenskodex vermitteln können sollen: Das musst du machen, das musst du machen und das darfst du nicht und das auch nicht! Das ist definitiv nicht ihre Sprache. Ich bin mir gar nicht so sicher, ab es irgendwann einmal die Sprache von jemandem war? Aber das jetzt dahingestellt.

Ich sehe das ein bisschen anders: Gott will mein Heil – Punkt. Das ist der Wille Gottes. Gott will, dass ich am Tag des Herrn dabei bin. Gott will, dass ich ewig Gemeinschaft habe mit Gott. Das ist der Wille Gottes! – Wir wollen den lieben Gott nicht so kleinkariert sehen, so primitiv, ja, das ist jetzt der Wille Gottes. Nein, lasst uns doch ein für alle Mal das so definieren: Gott will mein Heil! – Fertig! Und alles andere, das ist der Weg, der mich zum Heil führt. 

AnkerKinder und Jugend / andere Regeln

2. April 2016 Buenos Aires / Argentinien: Wir müssen uns auch um die Bedürfnisse der zukünftigen Generation und der danach Gedanken machen. Das geht am besten indem wir uns auf das konzentrieren, was für unsere Erlösung notwendig ist. Wir können von der Jugend nicht erwarten, dass sie so leben, wie wir es taten und die gleichen Regeln befolgen, die wir akzeptieren mussten. Sie leben in ihrer eigenen Zeit und werden sich anderen Herausforderungen stellen müssen. 

AnkerKinder und Jugend / Keine drohende und fordernde Erziehung

Wien 2017: "Es nützt natürlich nichts, dass wir die Gegenwart und die Welt auf der Erde verteufeln und ihnen ( = den Kindern) erklären wollen, wie schlimm das Leben auf dieser Erde ist.

Und dann, wenn du schön brav neuapostolisch bist, dann kannst du dem allem entfliehen. Es nützt absolut nichts, ihnen eine apokalyptische Zukunft darzustellen und ihnen sagt:
Ja, aber wenn du nicht treu bist, dann kommt was ganz Schlimmes auf dich zu; das nützt alles nichts.

AnkerKonfirmation / keine willenlosen Marionetten

08.04. 2018 in Karlsruhe-Mitte – Konfirmation: Liebe Konfirmandinnen, liebe Konfirmanden! Ihr wollt jetzt dieses Gelübde ablegen vor Gott, dass ihr dem Bösen entsagen wollt und dem Herrn Jesus nachfolgen im Glauben.

Wenn man sagt: Ich will immer gehorsam sein, man muss dann machen, was der andere entschieden hat. Man darf keine eigene Initiative mehr haben, man muss nur noch gehorsam sein. Der entscheidet und wir müssen tun! Das ist nicht der Fall. Überhaupt, ich komm noch mal zurück an den Anfang, das ist eure Entscheidung und ganz freiwillig.

Ja, was habt ihr denn entschieden. Ihr habt entschieden, dass Jesus Christus euer Vorbild ist. Dass Jesus Christus das Ziel eures Lebens ist. Ihr habt euch entschieden, ich will so stark werden wie Jesus. Das ist doch toll. Jesus Christus war stark. Er hat ein für alle Mal gesagt: Das ist gut, und das ist nicht gut...

Ihr übernehmt jetzt die Verantwortung für euer Glaubensleben. Von nun an seid ihr verantwortlich dafür. Au, was soll das jetzt? Das heißt nicht: Ich kann jetzt machen was ich will. Es ist egal, ob ich jetzt in den Gottesdienst komme oder nicht, jetzt kann ich entscheiden am Sonntagmorgen, ich will oder ich will nicht.

Manche verstehen das so: Jetzt bin ich verantwortlich und ich kann entscheiden ob ich will oder nicht. Das ist natürlich daneben. Das heißt nur, dass ihr von jetzt an ganz verantwortungsbewusst sein sollt.  Noch einmal: Ihr seid keine willenlosen Marionetten. Ihr entscheidet und ihr könnt genau machen, was ihr wollt. 

Konfirmation / Gott will mein Heil

08.04. 2018 in Karlsruhe-Mitte – Konfirmation: Jesus Christus nachfolgen heißt auch: Wie er gehorsam sein. Hört sich nicht so gut an. Ja, aber, warum müssen wir immer gehorchen. Der Herr Jesus war gehorsam ganz einfach, weil er den Willen Gottes verstanden hat. Er hat verstanden, worum es geht. Der Wille Gottes ist nicht das Gesetz Nr. 1, Nr. 2 oder 3 und 4 oder 11… Er hat verstanden, was der liebe Gott wollte. Der liebe Gott wollte das Heil. Und Geschwister, wir haben manchmal eine komische Auffassung vom Willen Gottes. Der Wille Gottes, ja, das sind die zehn Gebote oder der Wille Gottes ist, dass ich jetzt krank bin, der Wille Gottes ist jetzt, dass diese oder jene Prüfung kommt. 

AnkerKonfirmation / Kampf gegen das Böse im Team

08.04. 2018 in Karlsruhe-Mitte – Konfirmation: Heute seid ihr konfirmiert, heute versprecht ihr etwas. Ihr seid heute ein Team, ein Teil des großen Teams der Gemeinde. Und dieses Team hat einen großen Auftrag auszuführen. Den Herrn Jesus zu verkündigen, sein Evangelium weiter zu tragen, das ist eine Teamarbeit. Wir wollen gemeinsam, ihr sagt es nachher: Ich entsage dem Teufel …, so: Ihr seid also im Kampf gegen das Böse. Das kann nicht jeder allein machen, das kann man nur gemeinsam machen.

Und vergesst das auch nicht: Ihr seid jetzt in das Team gekommen, die gegen das Böse kämpfen und sich für das Gute einsetzen. Das ist die Grundlage für das Einssein mit Jesu Christi. (…) Der Herr Jesus hat gesagt: Wer mir nachfolgt, hat mit Anfechtungen zu tun. Er ist nicht zufrieden, der Böse, dass wir jetzt Jesus Christus nachfolgen, das stört ihn ganz gewaltig. Jetzt in der kommenden Zeit werdet Ihr immer wieder angegriffen von ihm. Er kommt dann, wie er zu Adam und Eva gesagt hat: Ach, stimmt denn das alles? Wir wollen ja nur, dass du schön brav bist und kein Problem machst. Was die dir da versprechen: Meinst du, das ist wirklich so? Ach ja, die wollen dir nur was nicht gönnen. Wie er zu Adam und Eva gekommen ist: Gott will nicht, dass ihr so werdet, dass ihr das Leben nicht so richtig genießen könnt, das kommt jetzt. Passt mal auf, das kommt sehr schnell, dass der Teufel kommt, der Böse mit den Gedanken: Ja stimmt denn das alles? Die wollen dir doch nur was nicht gönnen! Die wollen nicht, dass du da frei leben kannst, und ob das alles so wahr ist? 

AnkerLebensbejahung / Lebensmut

Pfingsten 2016: Das, was irdisch ist, ist nicht unbedingt schlecht, ist nicht unbedingt böse. Also wir verachten unser Leben auf dieser Erde nicht. Es gibt auch schöne Sachen auf Erden, es gibt auch ganz angenehme, ganz erhabene Sachen im irdischen Leben. Wir wollen nicht das Irdische bekämpfen, hat Jesus ja auch nicht gemacht. Der hat das denen gelassen, sag ich jetzt mal so, der hatte Freunde und hat ihre Freundschaft genossen. Der hat sogar getrunken und gegessen und gefeiert. Der konnte das Leben auch genießen. Also ich möchte da nicht den Eindruck erwecken: Ja, was irdisch ist, ist böse, schlecht, das müssen wir überwinden. Wir sind schwebend dann noch in der Luft. Das wäre der Unterschied. Nein, wir verachten das Leben auf Erden nicht. Wir schätzen Lebensmut, wir können es auch genießen.

AnkerLebensbejahung / Apostel können feiern

11.11.18 Uster: Jesus führte eine neue Beziehung zur Schöpfung ein, zu den materiellen Dingen. Er musste auch essen und trinken.  Es tröstet mich immer wieder, wenn ich sehe, dass Jesus einen guten Wein genoss und gutes Essen, er konnte richtig feiern. Das können wir Apostel auch, das tut gut.

AnkerLebensbejahung / in vollen Zügen

17.06.2018 Leipzig, 1. Jugendtag: Wir sind Teil der Gesellschaft, wir leisten unseren Beitrag zur Gesellschaft und - um Himmels willen - wir genießen das Leben. Also bitte, Christ sein heißt nicht, traurig durch das Leben zu gehen und auf alles zu verzichten. Genießt das Leben in vollen Zügen. Dafür hat es Gott uns gegeben. Wir wollen das Leben genießen, wie es Jesus auch genossen hat. Er hat ja auch getrunken, er hat gegessen, er hat sich gefreut, er hat gefeiert - das ist nicht im Widerspruch zum christlichen Glauben. Wir wollen das Leben genießen. Das gehört dazu. Lasst uns frohe Menschen sein und das Leben genießen.

AnkerLebensprobleme / Wirf dein Anliegen nicht mehr auf den Herrn

10.02. 2019 Charlotte/North Caroline: Viele Menschen tun das so. Sie kommen zu Jesus und denken: 'Okay, wenn ich zur Kirche gehe, wenn ich ein treuer Gläubiger bin, wenn ich auf die richtige Weise bete und wenn ich tue, was ich tun muss, dann wird Jesus mir in meinem Leben helfen. Er wird mein Problem lösen.' Manchmal funktioniert es, manchmal nicht. Sind wir uns bewusst: Selbst wenn Jesus uns in unserem täglichen Leben hilft, löst das nicht unsere ganzen Probleme. Seine Hilfe wird einen Moment andauern, okay, aber dann werden wir wieder krank, wir werden uns anderen Problemen stellen müssen. Es ist nur eine kurzfristige Lösung. Machen wir uns auch bewusst, dass dies nur ein Weg ist, um unser Problem zu lösen. Es gibt viele andere Möglichkeiten. Andere Menschen glauben nicht an Jesus Christus, sie beten nicht, sie sind nicht treu und sie leben mindestens so gut wie wir. Sie haben nur andere Lösungen. Sie haben andere Möglichkeiten, ihre Probleme zu lösen. Sie helfen sich selbst. Sie arbeiten hart oder was auch immer. Wenn wir also einfach zu Jesus kommen, um Hilfe zu erhalten, kommen wir aus den falschen Gründen. 

AnkerMensch / Sklave des Reichtums

4.3.2018 Libreville (Gabun): Jesus hat Macht, alle Menschen zu befreien und zu erretten. Sagt der Mensch: „Ja, Herr, ich entsage allem Übel und ich will dir nachfolgen im Glauben und Gehorsam!“ Sobald er aber nicht empfängt, was er will, fällt er wieder in die Sünde, um zu erreichen, was er will. „ Ach, wenn der liebe Gott mir nicht gibt was ich will, dann werde ich lügen, dann werde ich stehlen. Ich werde meinem Versprechen absagen, denn ich will dieses und jenes haben und der liebe Gott gibt es mir nicht. Somit werde ich anderswo mein Glück versuchen.“
Da muss man feststellen, dass der Mensch wieder ein Sklave geworden ist. Er ist Sklave des Reichtums und dafür ist er bereit, den Herrn zu verleugnen. 

AnkerMensch / Sklave des Menschen

4.3.2018 Libreville (Gabun). Paulus sagte: „Ihr seid teuer erkauft, werdet also nicht Sklaven der Menschen.“ Wie kann man zu Sklaven der Menschen werden? Wenn man annimmt, dass andere Menschen uns unser Verhalten diktieren.
Ich wende mich zum Beispiel nun der Jugend zu. Wir gehen am Sonntag zum Got-tesdienst. Und die, die um uns herum sind, verleugnen den Gottesdienst. Sie verspot-ten uns, weil wir zur Kirche gehen. Dann kommt der Augenblick, wo man diesem Druck nachgibt. Man will seinen Freunden gefallen, und man besucht nicht mehr die Gottesdienste. Lieber Bruder, liebe Schwester, nun bist du Sklave deiner Freunde geworden. Sie haben dir ihren Willen auferlegt. Wir wurden doch teuer erkauft, aber nicht um Sklaven der Menschen zu werden! 

AnkerMensch / Sklave der Doktoren und falschen Propheten

4.3.2018 Libreville (Gabun): Nun eine andere Art und Weise, Sklave der Menschen zu werden. In dem Brief von Petrus lesen wir, dass wir uns vor den falschen Doktoren und falschen Propheten hüten sollen, denn sie verleugnen den, der uns teuer erkauft hat. Sie verleugnen Jesus – der sie jedoch erkauft hat – denn für sie ist Jesus nur ein Wundertäter. Sie benutzen Jesus um sich zu bereichern. Aber dafür hat sie Jesus nicht erkauft. Der Meister ist nicht am Kreuz gestorben, damit Andere sich dadurch bereichern können. Leider folgen jedoch viele wassergetaufte Christen diesen falschen Doktoren und Propheten, und werden somit Sklaven dieser Männer und Frauen. Gedenkt all dieser Seelen: Sie kommen in die andere Welt und müssen feststellen, dass man sie belogen hat. Man hat sie betrogen. 

AnkerMission / zur NAK nicht notwendig

22.7.16 in Kampala/ Uganda: Wir müssen den Menschen nahe sein, ihnen Christus näher bringen und sie werben für das Haus Gottes. Dieses müssen so wir tun, wie Jesus es getan hat. Er hat Menschen nicht gedroht, er hat sie nicht gezwungen, sondern warb mit Liebe. Er möchte, dass wir unsere Liebe unserem Nächsten zeigen. Natürlich müssen wir unseren Glauben erklären, aber die Menschen müssen verstehen, dass wir nicht möchten, dass sie einfach ein neues Mitglied einer anderen Kirche werden. Wir möchten, dass sie Jesus Christus näher kommen. Es geht nicht um die Neuapostolische Kirche, es geht nicht um die Apostel. Lasst uns über Jesus Christus reden. Lasst uns darüber reden, was Jesus Christus in seinem Erlösungswerk tut. Mitglieder sollten nicht wegen uns kommen. Wir möchten, dass sie wegen Jesus kommen und ihnen ermöglichen, Jesus auf besondere Weise zu erleben.

AnkerMission / Erwählung

10.02. 2019 Charlotte/North Caroline: Liebe Brüder und Schwestern, lasst uns bewusst sein, dass wir niemanden zwingen können, Christ zu werden. Wir können niemanden zwingen, neuapostolisch zu werden. Wir können niemanden konvertieren. Das ist eine Geschichte zwischen Gott und jedem einzelnen Menschen. Und wir werden nie verstehen, wie Gott damit umgeht. Die Erwählung ist und bleibt ein Mysterium. Es ist kein Geschäft, bei dem wir das Richtige machen, um dann einen Kunden zu finden, der unsere Sachen kauft. Das geht nicht. Es ist ein Mysterium. Gott erwählt.

Wir sind nicht für den Erfolg des Betriebs verantwortlich. Wir sind dafür verantwortlich die Nachricht zu übermitteln. Wir müssen unseren Glauben bekennen. Wir müssen nach dem Evangelium leben. Wir müssen unseren Nächsten lieben. Das ist unsere Aufgabe. Dafür sind wir verantwortlich. Wir sind jedoch nicht für den Erfolg verantwortlich, für die Anzahl der Menschen, die dazu kommen. Das ist nicht unsere Aufgabe.

AnkerMission / Ehe

19.03.2017 Wuppertal: Ich weiß, es gibt viele Gotteskinder, neuapostolische Christen, die mit jemandem leben, der nicht neuapostolisch ist. Dann sagen sie: Das ist aber absolut schwierig, wenn ich nach Hause komme, vom Gottesdienst zu sprechen. Mein Mann/meine Frau sind daran nicht interessiert, sie teilen meinen Glauben nicht. Das ist auch unbedingt in Ordnung, ich kann das verstehen. (…) Es geht  nicht darum, den anderen zu bekehren, es geht gar nicht darum, dass der andere neuapostolisch werden muss. Es geht nur einfach darum, dass wir den Gottesdienst nachbearbeiten und merken: Mit dem Wort kann man etwas anfangen, das hat einen ganz konkreten Bezug zu dem heutigen Geschehen!  

Mitgliederschwund / Nicht so egoistisch sein

29.05.2014 Muttenz (Schweiz): Können wir uns noch freuen über die Entwicklung der Kirche, des Werkes Gottes und ganz konkret über die Entwicklung innerhalb der neuapostolischen Kirche? Ich weiß das am besten, denn ihr wisst ja, wo ich herkomme. Es ist nicht immer so einfach, wenn man sieht, bei uns klappt es nicht. Wenn ich jetzt an die Gemeinden in Frankreich denke, Mensch, das interessiert kein Mensch. Da kannst du vom Evangelium predigen, die glauben nicht mal an Gott, die Gemeinden sind ganz klein. Dann ist man ein bisschen traurig.

Aber wenn man dann ein bisschen aus dem eigenen Dorf schaut und in die große Welt schaut, dann merkt man, eigentlich gab es noch nie so viele Gotteskinder wie heute. Habt ihr schon darüber nachgedacht? Es gab noch nie so viele Gotteskinder wie heute. Also auch, wenn es zuhause nicht so ist, wie wir uns das wünschen. Aber lasst uns doch nicht so egoistisch sein.

Mitgliederschwund / Wir werden siegen, das ist göttliche Wahrheit

18.8.2018 Siauliai Litauen Gottesdienst für Amtsträger: Den Erfolg des Apostolats kann man heute nicht mit Zahlen messen und auch nicht sehen. Nun könnte einer sagen: Ja, du hast gut reden, du bist in Bereichen, da sind Dreißig-, Vierzigtausend, für die ist es viel leichter als für uns! Das ist nicht der Fall. Gott ist gerecht. Wenn er viel gibt, verlangt er auch viel. Wenn jetzt einer in einer ganz großen Gemeinde aufwächst, wo alles vorhanden ist, erwartet der liebe Gott auch viel mehr von ihm, und das ist nicht unbedingt der Fall für alle. Das merke ich jetzt auch. Wisst ihr, so dann und wann, wenn die Zahl zurückgeht und die Geschwister es gewohnt waren, in einer großen Gemeinde zu sein, merkt man: Da waren sie treu und engagiert, alles war in Ordnung. Dann geht auf einmal die Zahl zurück, die Gemeinde wird immer kleiner, und irgendwann ist man gar nicht mehr so motiviert und beginnt zu zweifeln, zu kritisieren. Da merkt man: Das mit der Nähe zu Gott war gar nicht so der Fall.

Wenn sie jetzt unter den Bedingungen leben wie andere Geschwister schon jahrelang, werden sie schwach. Für euch ist das das normale neuapostolische Leben. Noch einmal: Der Segen ist die Nähe zu Gott, nicht die Zahl der Gottesdienstmitglieder. …  Lass dich nicht von Gott trennen, führ den Willen Gottes aus bis zuletzt. Durch sein Wort und das Heilige Abendmahl gibt er die Kraft dazu! … Noch einmal: Lasst uns dieses Heilige Abendmahl im Gedenken an Jesus Christus feiern, in dem Bewusstsein: Herr, alle meinen, du hast verloren, aber du hast gesiegt, weil du treu zu Gott warst bis zuletzt.

Bei uns sieht es in mancherlei Hinsicht aus, als hätte der liebe Gott verloren, aber wir werden siegen, wenn wir den Willen Gottes tun bis zuletzt. Das ist nicht ein Versprechen eines Menschen, das ist göttliche Wahrheit.

Nachfolge ist kein Gehorsam, sondern nur gesunde Vernunft

3. 2. 2013 in Saarbrücken (noch vor der Ordination): "Ich bin kein komplizierter Mensch, ich brauche immer was Einfaches. Als ich ganz klein war, hat mir meine Mutter immer gesagt: Du darfst nicht auf die Straße gehen, du musst auf dem Bürgersteig, auf dem Trottoir sagt man bei uns, bleiben. Geh ja nicht auf die Straße, ich will es nicht. Und da muss ich sagen, so absolut gehorsam war ich nicht, aber sie hat es dann verstanden mich zum Gehorsam zu bringen. Das ging sehr, sehr schnell und war in einer sehr, sehr klaren Sprache! Mit der Zeit habe ich dann verstanden, ich hatte auch einen Freund, der bei einem Unfall umgekommen ist, und dann hab ich kapiert: Ja, da ist tatsächlich gefährlich! Dann ist es mir ein bisschen leichter gefallen gehorsam zu sein, weil ich wusste, das ist gefährlich auf der Straße, da kommen die Autos, da wirst du überfahren, das ist schlimm.

Aber heute wenn ich auf der Straße unterwegs bin, da bin ich auch auf dem Bürgersteig, auf dem Trottoir – warum? Weil ich keinen Ärger mit meiner Mutter will? Nein, die weiß das. Weil ich das längst kapiert habe, das musst du machen, das ist gut für dich, das ist gefährlich auf der Straße. Ich mach das jetzt nicht mehr, weil es der Wille meiner Mutter ist. Das ist mein Wille geworden. Ich hab verstanden worum es geht. Jetzt mach ich das ganz selbstverständlich, das ist kein Gehorsam mehr, das ist nur gesunde Vernunft. 

NAK Glaube / Alles hat sich geändert? Nein nichts hat sich geändert!

Stap Schneider am 11.06.2017 in Chicago, USA: „Last uns fest gegründet in unserem Glauben sein, so wie es uns gelehrt wurde. Hier denke ich besonders an unsere Senioren. Es ist manchmal ein bisschen schwierig für sie geworden, weil sie denken: „Oh, die verändern alles in unserer Kirche. Ich fühle mich nicht mehr länger wohl. Alles ist anders.“ Bleibt fest im Glauben gegründet, so wie es euch gelehrt wurde. Was wurde uns gelehrt? Es gibt eine tolle Definition in unserem neuapostolischen Glauben. Es ist in den Glaubensartikeln zusammengefasst. Bitte, wenn ihr das Gefühl habt, dass sich alles in unserer Kirche geändert hat, dann tut mir den Gefallen und lest die Glaubensartikel durch und sagt mir, was wir dort geändert haben. Denn dann werdet ihr erkennen, dass sich nichts geändert hat. Es ist immer noch der neuapostolische Glaube. Wisst ihr, der Böse möchte uns schütteln und entwurzeln und uns zu der Einsicht bringen, dass dies nicht mehr unsere Kirche sei. Alles haben sie geändert. Lasst uns darüber reden, was unser Glaube ist. Er ist beschrieben in den zehn Glaubensartikeln und ich warte immer noch auf denjenigen, der zu mir kommt und mir erklärt, was nun daran keine Gültigkeit mehr hat. Lasst uns tief in unserem Glauben verwurzelt sein. Unser Glaube ist in den Glaubensartikeln beschrieben. In den neuapostolischen Glaubensartikeln. 

NAK Glaube / Was wirklich unser Glaube ist: Wir glauben an das Apostelamt

Stap Schneider am 11.06.2017 in Chicago, USA (direkte Fortsetzung): Sorry, dass ich so offen spreche, aber manchmal müssen die Dinge angesprochen werden. Lasst uns tief in unserem Glauben verwurzelt sein, besonders in den Glauben an das Apostelamt. Wir glauben an das Apostelamt und in unserem Katechismus ist beschrieben, dass das Apostelamt gesandt wurde, um die Braut Christi zu bereiten. Die Apostel sind nicht gesandt, um die ganze Welt zu bekehren. Sie sind nicht gesandt, um die Situation auf dieser Erde zu verändern. Sie haben den Auftrag das Evangelium zu verkündigen und den ganz besonderen Auftrag die Braut Christi zu bereiten. Und das Apostelamt erfüllt diesen Auftrag. Ich sage euch, an der Wiederkunft Jesu Christi wird die Braut Christi bereitet sein. So, lasst uns fest gegründet sein im Glauben – fest gegründet in dem was wirklich unser Glaube ist. Wir glauben an das Apostelamt, das den Auftrag hat, für die Wiederkunft Christi die Braut zu bereiten. Und das machen die Apostel auch. Falls jemand zu euch sagt: „Ja, aber die haben doch gar keinen Erfolg. Es sind weniger Mitglieder als früher.“ Das ist nicht die Wahrheit, aber das ist eine andere Frage. Wir waren weltweit noch nie so viele neuapostolische Christen wie heute, der Unterschied ist, dass sie heute anders verteilt sind als früher. Das Apostelamt erfüllt seinen Auftrag die Braut Christi zu bereiten und die Braut Christi wird an der Wiederkunft Jesu Christi auch bereit sein.“

AnkerNAK-Traditionsglaube / nicht stehen bleiben

05.04. 2017 in Mendoza, Argentinien: Betrachte nicht nur das, was du vor 10, 20, 30 Jahren getan hast. Was wichtig ist, ist dein Glaube von heute. Stehst du in der Entwicklung oder bleibst du wer du bist? (…) Wenn du in einer neuapostolischen Tradition stehst, dann nutze sie und bleibe nicht auf dem Level deines Urgroßvaters stehen.

AnkerNAK-Traditionsglaube / reicht nicht

21. Januar 2017 Koumra (Tschad): Wollen wir ans Ziel kommen und in das Reich Gottes eingehen, genügt ein Traditionsglaube nicht. Ein Christ und ein Kind Gottes sein will nicht heißen: „Immer zum Gottesdienst gehen, eine gewisse Anzahl Regeln beachten, dann ist alles OK, du bist gerettet. Du gehst zur Kirche, du betest jeden Tag und gibst dein Opfer, dann ist für dich alles geregelt.“ Nein, das ist nicht wahr!

AnkerNAK-Verbote der Vergangenheit

01.06.2014 Toulouse: Wenn ich mich aber weiter über das beklage, was ich gestern und vorgestern entbehren musste, wenn ich weiter die heutige Generation mit dem belästige, was wir in der Vergangenheit durchleben mussten (es war sehr schwer, wir durften dieses nicht tun und jenes war uns verboten)… Wen wollen wir dadurch motivieren? Ich sagte gestern zu den Brüdern: Es gibt einen Augenblick, an dem man mit dem Klagen aufhören soll. Es ist schrecklich, wenn man Selbstbedauern übt: man hat so viel gelitten, es war sehr schwer… 

AnkerPredigt / Schnitt der Reben 

06.12.2015 in Güstrow: Im Weinberg muss der Winzer kommen und die Äste abschneiden, damit die Reben größer werden und damit der Wein besser wird. Der Herr Jesus will reinigen, also zuerst Mal: Er bestimmt, was abgemacht werden muss; das können wir nicht bestimmen. Es kann keiner sagen, ich weiß schon, was ich machen muss. Die Gemeinde kann nicht sagen: Ach, jetzt lasst uns mal zusammen kommen und wir beten mal, um zu wissen, was wir da jetzt in der Verkündigung ändern sollen. – Das geht nicht! Der Herr Jesus ist der Meister und er bestimmt, er bestimmt, was noch abgetan werden soll, was noch gereinigt werden soll, was abgeschnitten werden soll, das bestimmt er, die Rebe nicht, er, der Gärtner. Das ist das Erste. Und wie macht er das? Zuerst durch das Wort. Das Wort reinigt und das ist die große Reinigungsaktion Gottes. Er gibt uns sein Wort und durch sein Wort sollen wir rein werden. Jetzt müssen wir uns nur die Frage stellen: Hat das Wort Gottes bei mir noch diesen Reinigungseffekt? Man könnte jetzt fünf Minuten stille halten und ein jeder für sich, sich selbst fragen: Bewirkt das Wort Gottes in mir noch die Reinigung? Stelle ich mir die Frage: Wenn das Wort vom Altar kommt und ich mich damit beschäftige oder finde ich mich einfach damit ab, das ist die Predigt, oder das ist Theorie.

AnkerPredigt / kein geistgewirktes Wort

Pfingsten 2016 : "Ja, früher haben wir so gesagt in unserem apostolischen Wortschatz: Das geistgewirkte Wort. Ja, und ich weiß, dass nicht jedes Wort, das gepredigt wird, jetzt göttliche Wahrheit ist. Das weiß ich aus eigener, persönlicher und jüngster Erfahrung. ... Also, es ist glasklar, nicht jedes Wort, das am Altar gepredigt wird, ist das Wort Gottes.

AnkerPredigt / manchmal sogar Unsinn

17.10.2017 in George, Südafrika: Jesus will nicht, dass wir glauben, dass jedes Wort, das er hier gesprochen hat, ein göttliches Wort ist, aber er möchte, dass wir vom Heiligen Geist inspiriert werden, damit der Heilige Geist in uns wirken kann, damit der Heilige Geist uns sagen kann, das war für dich, das war das Evangelium.

Es gibt einige Fehler, es kommt manchmal sogar Unsinn vor. Zumindest in Europa, vielleicht nicht in Südafrika. Aber es passiert, dass einiger Unsinn vom Altar gesagt wird. Aber für den Heiligen Geist ist das kein Problem. Der Geist sagt uns, okay, vergiss dies, aber hör zu, das war das Evangelium: hast du die Stimme Jesu Christi erkannt?

AnkerPredigt / Theologie

21.1.2018 Berlin-Brandenburg Ämtergottesdienst : Man hat mir schon mehrmals gesagt: Ja, jetzt seid ihr ganz auf Theologie, früher haben wir gepredigt aus dem Heiligen Geist, jetzt kommt ihr mit Theologie, was soll denn das! Muss man Theologie studieren, um jetzt gut zu predigen? Nein. Der Heilige Geist hat jahrelang ohne theologisches Wissen gewirkt in unserer Kirche und das ging ganz gut. Aber, ja, es hinkt ein bisschen, das Beispiel, aber, ich sage immer, es ist wie mit der Grammatik oder mit dem Schreiben.

Ich weiß nicht, wie das in Deutschland ist, in Frankreich ist das absolut katastrophal, die Leute können nicht mehr richtig schreiben. So, die schreiben Briefe, schreiben Reports, alles Mögliche, stimmt alles, man kriegt alles mit, aber es ist so unangenehm, wenn man sieht, ach, da sind so viele Fehler drin. Man kann ja auch die Botschaft so schreiben, dass sie angenehm zu lesen ist, wenn alles stimmt und wenn die Rechtschreibung stimmt, wenn die Grammatik stimmt.

Genauso ist das mit der Predigt. Natürlich kann man die Botschaft sagen und aus- richten ohne Theologie, ist aber doch viel schöner, wenn alles in der rechten Weise vorgestellt ist und wenn jeder sagt: Ja, das stimmt, da ist jetzt kein Denkfehler drin, ja, das macht Sinn, das ist in Ordnung.

Theologie im Glaubensleben ist wie Grammatik im Schreiben. Man kann ohne leben, aber es geht doch viel besser mit. Ändert an der Wirksamkeit des Heiligen Geistes nicht, aber macht einfach die Speise angenehmer zu empfangen. Der weise Haushalter macht das, der kluge Haushalter. Das ist das Eine, wie wir diese Aufgabe erfüllen können. Jetzt haben wir natürlich auch als Verwalter, haben wir ei- ne gewisse Vollmacht empfangen, eine gewisse Verantwortung empfangen und auch mit dieser Vollmacht wollen wir klug und weise umgehen und treu umgehen.

Stammapostel als Zugführer, alles ganz simpel

Zum Amtsantritt Pfingsten 2013 in Hamburg: "Am letzten Sonntag durfte ich mit dem Stammapostel (Anmerkung „Leber“) in einer Gemeinde sein und da haben die Kinder so ihre Kirche und die Gemeinde abgebildet, sie haben einen Zug dargestellt. In den verschiedenen Wagen saßen die Kinder und die Mitglieder der Gemeinde. Ganz vorne war die Lokomotive und darin war unser Stammapostel. Ja, ein schönes Bild. Aber was geschieht jetzt heute? Ja, der zuständige Lokführer geht in den Ruhestand und ein anderer kommt, ganz simpel, das ist alles. Der Zug fährt weiter, das Ziel ist unverändert. Das Ziel ist das Wiederkommen des Herrn, die ewige Gemeinschaft mit Gott. Der Weg, der dorthin führt, ändert sich nicht. Der Zugführer kann nicht irgendwo hingehen, er muss den Schienen folgen und die Schienen liegen schon dran... Der muss lediglich dafür sorgen, dass der Zug immer weiter vorwärts geht und das wird auch so sein."

AnkerTag der ersten Auferstehung / Erstlinge

28.02.2018 Yaounde (Kamerun): Das will heißen, dass Alle, die am Tag der ersten Auferstehung teilnehmen werden Erstlinge sind. Sie werden die ersten sein, die – nach Jesus – den Auferstehungsleib anziehen werden. Ihr wisst, dass Jesus nach seiner Auferstehung ganz besondere Sachen machte. Er konnte durch Mauern gehen, eines Tages war er hier, und plötzlich war er irgendwo anders. Er war von der menschlichen Schwere entbunden. Er litt auch nicht mehr unter seinen Verwundungen. Mit diesem himmlischer Körper konnte er dann zurück zu seinem Vater in den Himmel gehen.

Tag der ersten Auferstehung / notwendige Apostelnachfolge

Das will heißen, dass wir als Erste diesen Auferstehungsleib erhalten, der von aller Erdenschwere befreit ist. Mit diesem Leib können wir in das Reich Gottes eintreten. Diese Erstlinge sind ebenfalls diejenigen, die die Braut des Lammes sind. Und das Bild dieser Hochzeit Bräutigam/Braut will heißen, dass sie die Ersten sein werden, die ganz intim mit Jesus verbunden sind. (…) Ein letzter Punkt. Um zu den 144.000 zu gehören, müssen wir den Aposteln Jesu folgen, denn durch sie können wir das Siegel des Heiligen Geistes empfangen. Durch sie empfangen wir das Heilige Abendmahl und haben völlige Gemeinschaft mit Jesus. Die Apostel haben den Auftrag, die Braut Christi zu bereiten.

Anker4.4.2016 Bahia Blanca, Argentinien: Wenn wir ins Reich Gottes eingehen möchten, dann müssen wir der Verkündigung der Apostel nachfolgen. … Gott möchte, dass wir auf den heutigen Willen Gottes hören. Und er verkündigt seinen Willen durch die Apostel und die die sie gesandt haben. So, wenn wir errettet werden möchten und Teil der ersten Auferstehung sein wollen, dann müssen wir auf die Verkündigung der Apostel hören und danach tun.

AnkerVersiegelung der Toten  / Das Leben fängt jetzt richtig an

4.11.18 in Stuttgart-Fellbach: In der unsichtbaren Kirche, in der Kirche der Gemeinde der Verstorbenen empfangen Seelen die Heilige Wassertaufe, die Heilige Versiegelung und wir, die Lebenden freuen uns darüber, auch wenn wir es nicht sehen können, wir können es im Glauben erfassen. Es geht also nicht darum, dass wir heute traurig sind, dass wir uns der Vergangenheit zuwenden, so ein Gottesdienst ist ganz zukunftsorientiert. Für die Seelen, die die Wassertaufe, die Geistestaufe empfangen ist das ein neuer Anfang eines neuen Lebens, ein Leben in Jesus Christus. Für die fängt es jetzt richtig an und gemeinsam sind wir ganz zukunftsorientiert.

AnkerVergebung / falsches Selbstmitleid

Wort zum Monat Juli 2015: Anstatt dem Nächsten zu vergeben, pflegt man seine Enttäuschung und die Erinnerung an erlittenes Unrecht. – Das Mitleid der anderen tut ja auch gut! Anstatt die Vergangenheit zu begraben, richtet man sich im Selbstmitleid ein. – Was habe ich schon alles durchgemacht!

AnkerVergebung / ohne Wiedergutmachung oder Entschuldigung

21.02.2016 Luanda, Angola: Jetzt kommt der liebe Gott und sagt: Nun verkauf du auch etwas für mich. Er verlangt nicht von uns, dass wir unser Leben geben; aber er sieht: Ach, du hast da einen Vorwurf gegen deinen Nächsten. Gib den Vorwurf auf, vergib deinem Nächsten und versöhne dich mit ihm. Da stellt sich die Frage: Sind wir frei? Oder sind wir gefangen von unserem Stolz und sagen: Nein, der soll sich zuerst entschuldigen, und dann soll er den Schaden gutmachen und dann kann ich ihm eventuell vergeben. Der Herr Jesus sagt uns: Nein, ich erwarte jetzt von dir, dass du diesen Vorwurf verkaufst und mir nachfolgst. (…) Lasst uns nicht Sklaven des Menschengeistes sein. Wir wollen von diesem Geist befreit werden und Sklaven Christi werden. 

AnkerVergebung/  Narben beim Täter

26.02.2017 Durban/ Südafrika: Jesus Christus ist der Eine, der die heilen kann, die zerbrochenen Herzens sind. Lobe den Herrn. „Und verbindet ihre Wunden.“ Wir verbinden das mit den Verletzungen durch die Sünde. Häufig benutzen wir das Bild eines Pfeils. Die Sünde tut weh und verletzt uns. Das Problem mit diesen Wunden: Die Verletzungen sind fatal. Die Bibel spricht vom zweiten Tod durch die Sünde. Man kann keine Gemeinschaft mit Gott haben, man ist nicht bei ihm. Die Verletzung durch die Sünde verursacht den Tod. Es ist Gift. Und wenn man nicht behandelt wird, erleidet man den geistlichen Tod. Man hat keine Möglichkeit in die Gemeinschaft mit Gott zu treten. Und nun kommt Gott und behandelt diese Wunde, er heilt die Verletzung durch seine Gnade und Vergebung. Er sagt: „Hab keine Furcht. Wenn du bußfertig bist, an Jesus Christus und an den Sendungsauftrag der Apostel glaubst, dann vergebe ich dir. Du musst nicht länger vom zweiten Tod leiden. Es ist, als wäre nie etwas passiert. Du bist errettet.“ Nur Gott kann das machen.  Mir gefällt dieses Bild. Wir kennen es, wenn wir eine Wunde haben und sie behandelt wird, um eine Infektion zu vermeiden. Es heilt und es ist nicht mehr ernst. Aber häufig bleibt eine Narbe zurück. Man kann es sehen. Da war die Wunde. Und wenn man darauf drückt, dann tut es unter Umständen sogar noch weh.

AnkerVergebung / Ohne Vergebung werden die Opfer zu Sündern

26.02.2017 Durban/ Südafrika: (…) Ihr versteht dieses Bild der Narbe. Man muss mit den Konsequenzen leben – in der Familie, im irdischen Leben. Wenn man etwas getan hat, Gott kann vergeben und man ist aus geistlicher Sicht errettet, allerdings bleibt eine Narbe.

Nun könnte es vielleicht sein, dass wir immer wieder auf einen Sünder zugehen und ihm sagen, dass er etwas falsch gemacht hat. Immer wieder in die Wunde drücken. Das verletzt ihn  und das tut ihm weh. Seine Erlösung ist schon gar nicht mehr in Gefahr, weil Gott ihm bereits vergeben hat, aber wir verursachen ihm Schmerzen, weil wir immer wieder die alte Geschichte hoch holen. Etwas was Gott schon vor langer Zeit vergeben hat. Der Sünder leidet, aber nicht wegen Gott, sondern wegen uns. (…) Es ist nicht unsere Aufgabe auf die Narbe der Sünde zu zeigen, oder darauf zu drücken, dass der Sünder leidet. Sonst werden wir zu Sündern und nicht mehr der andere. Dann werden wir zu Sündern aus Mangel an Nächstenliebe.

AnkerVergebung / Wille zur Vergebung und Versöhnung

24.6.2018 Passau: Es ist auch extrem schwierig vollkommen zu werden in der Vergebung. Ich habe immer ein Problem damit, wenn man so Prediger hört: Ja, du musst vergeben, sonst bekommst du keine Vergebung. Dann denke ich an diesen Fall, an jenen Fall und was man schon so gesehen und erlebt hat. Ich denke: Wenn du jetzt in dieser Haut stecken würdest: Würdest du immer noch so ernst predigen? Geschwister, das mit der Vergebung ist schon eine Riesenherausforderung. Ich möchte nicht dramatisch werden, aber wie kann man von einer Mutter verlangen: Der hat jetzt dein Kind getötet, aber du musst ihm vergeben, sonst findest du kein Heil. Wenn man so erlebt hier in Europa oder anderswo in Afrika wie die Menschen grausam getötet und gefoltert werden. Und jetzt sollten wir kommen und sagen: Du musst vergeben, sonst kommst du nicht in den Himmel und wenn du nicht vergibst, hast du keine Sündenvergebung. Also bitte, das ist bestimmt nicht die Gesinnung Jesu Christi. (…)

Ich kann mir echt nicht vorstellen, ich sage jetzt bewusst so ein dramatisches Beispiel, dass einer Mutter, die dem Mörder seines Kindes nicht vergeben kann, Gott dann sagt: Du hast keine Chance, bei mir kommst du nicht rein. Ist das unser Gottesbild? Bestimmt nicht.

Wenn aber die Mutter dafür kämpft und darunter leidet: Ich möchte gern vergeben, aber ich schaffe es nicht, wenn die so weiterkämpft bis ans Ende, da kann ich mir gut vorstellen, dass der liebe Gott sagt: Du hast es nicht geschafft, aber es war dein Wunsch, du hast dafür gerungen, komm: Ich schenke dir Gnade! Es kommt aber auch auf die Bereitschaft an. Ich habe im Katechismus nachgeguckt. Da steht das schön geschrieben, wir müssen den Willen haben zur Vergebung und zur Versöhnung. Wenn es nicht immer gelingt, wird Gott Gnade schenken.

AnkerVorschriften / Meinungen

28.12.2014, Hannover/BRD: In den Gemeinden gibt es auch verschiedene Meinungen, zum Beispiel zum Thema Musik: Das ist neuapostolisch und das nicht. Und die anderen sagen: Nein, das ist doch Altertum; das ist jetzt neuapostolisch und das nicht. Das ist nur ein Thema. Es gibt viele Themen: Musik, Blumenschmuck, Freizeitgestaltung. Oder andere: Homosexualität, Ökumene. Die einen sehen das so, die anderen so. Es ist alles gut und recht. Aber wenn es dann dazu kommt, dass eine Gruppe der anderen etwas aufzwingen will und sagt, das ist es, dann muss ich davor warnen! Ist das richtig im Sinne Jesu Christi? Sorry, das geht nicht. Auch da stehen wir im Dienst der Gemeinde. Paulus sagt ganz klar, dass es gar nicht wichtig ist, wer Recht oder wer Unrecht hat; es geht um den Aufbau der Gemeinde. Lass doch den anderen leben, wie er will …

AnkerVorschriften / Mode und Verhalten

2. April 2016 Buenos Aires: Die Regeln, die wir manchmal aufstellen, haben nichts mit unserem Heil zu tun. Wenn wir Geschwistern zum Beispiel sagen: „Tu dies und das“, und wir der Meinung sind, das sei relevant für ihr Heil. Aber es ist nur unsere eigene Meinung. Wisst ihr, in der Vergangenheit gab es seltsame Regeln —kurze Haare und noch so manches andere. Für unser Heil ist das alles nicht maßgeblich.

AnkerWerk des Teufels / seltsames Gottesbild

24.03.2019 Dessau: Man hört viel von Leid, Jesus musste sterben, er ist für uns gestorben, er ist wegen uns gestorben. Er war unschuldig, wir sind schuldig. Er ist gestorben, damit wir leben können. Das ist nicht so ganz komfortabel. Das führt natürlich dazu, dass manche sagen: Ja, die Christen glorifizieren das Leid und den Schmerz. Wenn du zu Gott kommen willst, dann musst du eben leiden. Was nicht ganz stimmt.

Viele können damit nichts anfangen, weil sich da so ein komisches Gottesbild daraus ergibt. Ja, die sagen dann: Ja ist denn Gott so dieser komische Gott, ist der beleidigt, weil die Menschen ihm nicht gehorsam waren? Und da muss doch unbedingt einer bestraft werden, damit Gott wieder gut gesinnt ist. Und jetzt musste Jesus sterben, weil Gott verletzt war, und das muss er jetzt zahlen, damit es wieder gut gemacht wird. Daraus ergibt sich schon ein seltsames Gottesbild.

Als ich mich mit diesen Gedanken beschäftigt habe, bin ich auf dieses Wort gefallen vom Johannes. Der Johannes-Brief, und der beleuchtet das in einer ganz anderen Art, er sagt da in Vers 8: Der Sohn Gottes ist erschienen, um die Werke des Teufels zu zerstören. Auch das hat mir gefallen. Jesus ist nicht gekommen, um zu leiden und sterben, er ist gekommen, um das Werk des Teufels zu zerstören! Und das können alle verstehen! Das kann jedes Kind, das in der Sonntagsschule ist verstehen. Jesus ist gekommen, der Sohn Gottes ist gekommen, um das Werk des Teufels zu zerstören. Dafür ist er gekommen.  

AnkerWerk des Teufels / Zerstörung der Gemeinschaft von Adam und Eva

24.03.2019 Dessau: Ja, was ist denn das Werk des Teufels? Da müssen wir zurückkommen, ganz an den Anfang, Paradies. Gott hat die Menschen geschaffen, Adam und Eva, und sie lebten in der Gemeinschaft mit Gott, waren mit Gott, Gott war mit ihnen. Es war alles vollkommen, ihr Glück war vollkommen. Sie hatten alles, was sie brauchten. Und jetzt kommt die Schlange. Und mit ihrem Werk. Und sagt den Menschen: Ja, Gott ist gar nicht so, wie du meinst.

Der hat euch nicht die ganze Wahrheit gesagt. Der will dir irgendetwas vorbehalten, du kannst ihm nicht so ganz vertrauen. Der hat euch nicht alles gesagt. Ihr kennt die Geschichte.

Fazit: Das Vertrauen zu Gott war zerbrochen. Die Gemeinschaft mit Gott war da-hin. Die Menschen vertrauten Gott nicht mehr und meinten: Ja, Gott hat nicht alles gesagt. Er will sich was vorbehalten. Das Vertrauen war zerbrochen. Die Gemeinschaft mit Gott war zerbrochen und in der Tat: Die Menschen hatten Gott verlassen und sind zum Teufel übergegangen. Und von nun an lebten sie unter der Herrschaft des Teufels mit all den Konsequenzen. Das Böse hatte gewonnen. Und die Menschen wurden Sklaven des Bösen. Das war das Werk des Teufels!

Und letzter Punkt: Sogar die Gemeinschaft zwischen den beiden, zwischen den Menschen war gebrochen. Nicht nur die Gemeinschaft der Menschen mit Gott. Sondern die Gemeinschaft untereinander. Die waren so perfekt zusammen. Alles ging gut. Und auf einmal haben sie sich gegenseitig angeklagt. "Nur die Eva ist schuld, die hat es gemacht!“

Und jetzt auf einmal wollte Adam über Eva herrschen. Das war ein Machtspiel. Und die Gemeinschaft zwischen den Menschen war gestört. 

Welt ist schlimm / aber Jesus ist auferstanden

14.01.2018 Köln-Süd NRW : „Ich finde das schön, wenn wir so durch eine Woche gehen, in der jeder so vieles erlebt, in der man so manches mitbekommt, was auf der Welt geschieht - ich denke nur an die letzte Woche -, wie mächtig das Treiben des Bösen ist, wie vieles an Ungerechtigkeit vorkommt, was man alles Schlimmes erlebt, was wir erleben und durchleben, und dann kommen wir zusammen am Sonntag und sagen: Trotzdem, wir glauben, Jesus Christus ist auferstanden! Er hat den Tod, das Böse, die Sünde, überwunden. Er hat recht, er behält das letzte Wort! Das ist eine wunderbare Art, die Woche abzuschließen und eine neue zu beginnen. Wir bekennen: Jesus Christus ist auferstanden!“

AnkerWetter / Gott ist dafüt verantwortlich

15.04.2018 Toronto Kanada: „Ich bin mir bewusst, dass nicht alle von uns, die heute Morgen kommen wollten, um an diesem Gottesdienst teilzunehmen, dies aufgrund der Wetterverhältnisse realisieren konnten. Aber erlaubt mir dazu etwas zu sagen: Vielleicht fragen sich manche, „Warum konnten wir an diesem Gottesdienst nicht teilnehmen?“ Natürlich können wir den Teufel nicht dafür verantwortlich machen, denn er ist definitiv nicht Herr über das Wetter. Das Wetter wird von Gott entschieden aber das macht es ein wenig schwieriger. Denn ich bin mir ziemlich sicher, dass wir alle für diesen Gottesdienst gebetet und unsere Seelen eingestimmt haben. Ihr habt auch die Lieder eingeübt und nun müssen wir feststellen, der Herr hat entschieden, dass es besondere Wetterverhältnisse gibt und viele konnten deshalb nicht kommen. Also, was läuft hier schief? Vielleicht könnte der Gedanke aufkommen, dass man vielleicht nicht genug gebetet hat oder irgendetwas falsch gemacht hat. Brüder und Schwestern, das ist definitiv nicht der Fall. Um es ganz klar zu machen: Es war der Wille Gottes. Es war nicht Deine Schuld. Niemand ist daran schuld.

 

AnkerWiederkunft Christi  nicht auf die NAK begrenzt

08. Mai 2016 Aneby: Er wird entscheiden, wer dabei sein wird. Das ist nur seine Entscheidung. Kein Mensch kann darüber verfügen, ja, wer kommt denn jetzt rein in das Reich Gottes? Sowohl bei der Wiederkunft Christi als auch bei dem Jüngsten Gericht wird er entscheiden. Mit seinen Kriterien. Da können wir gar nicht viel dazu sagen. Wir können lediglich wissen, was er von uns erwartet. Keiner kann entscheiden, der ist dabei und die nicht. Das ist nur Gottes Sache.

AnkerWiederkunft Christi / keine konkrete Heilsgewissheit in der NAK

05.04. 2017 in Mendoza, Argentinien: „Es reicht nicht aus, einfach nur neuapostolisch zu sein. Es reicht nicht aus, einfach nur zu einer neuapostolischen Familie zu gehören, um errettet zu werden. Es reicht nicht aus, einfach einen Teil der Regeln und Traditionen einzuhalten. Um errettet zu werden, bedarf es eines starken, lebendigen und festen Glaubens. Ein lebendiger und fester Glaube bringt Werke hervor und führt zu einer Wesensänderung. Darum werden nicht alle, die zur Neuapostolischen Kirche angehören in das Reich Gottes eingehen. Nicht alle, die jeden Gottesdienst besuchen, werden in das Reich Gottes eingehen. 

AnkerWiederkunft Christi / keine Zeichen der Endzeit

17.08.2014 Valencia/Venezuela: Es ist neuapostolische Tradition auf die Zeichen der Zeit zu achten. Man denkt: „Es hat noch nie so viele Erdbeben und Kriege gegeben wie heute. Das ist ein Zeichen, dass der Herr bald kommt." Ich muss zugeben, ich mag diese Denkweise nicht, weil das ein bisschen respektlos ist gegenüber den Menschen, die vor uns gelebt haben. Ich bin mir nicht sicher, ob die Verhältnisse in der Welt heute schlimmer sind als vor einhundert Jahren. Wir waren damals nicht da und können nicht mitreden. Für die Menschen die Hungersnöte, Epidemien und Kriege erlebt haben vor 100 oder 200 Jahren war es sehr schlimm. Also ist es ein Stück weit arrogant zu sagen: „Was ihr damals mitgemacht habt, war nicht so schlimm. Die heutigen Verhältnisse sind wirklich schlimm.

AnkerWiederkunft Christi / die Botschaft hat mehr Bedeutung als die Wirklichkeit

Leitgedanken 11/2018 Hrg: Stap Schneider/ Redakteur: R. Kiefer: "Folgen wir dem Beispiel der Hirten, indem wir der göttlichen Botschaft mehr Bedeutung beimessen als der wahrnehmbaren Wirklichkeit.

AnkerWiederkunft Christi / Verkündigung trotz möglicher Traumatisierung der Kinder

Leitgedanken 11/2018 Hrg: Stap Schneider/ Redakteur: R. Kiefer: „Der übernatürliche Charakter der Ereignisse, die wir verkünden (Wiederkunft Christi, Auferstehung der Toten, Entrückung der Lebenden, Tausendjähriges Friedensreich), macht unsere Predigt für einen Teil unserer Zeitgenossen schwer verständlich. Selbst in unseren Reihen raten etliche Lehrkräfte, dieses Thema mit den Kindern nicht zu besprechen, um sie nicht zu traumatisieren. (…) Wenn wir von der Wiederkunft des Herrn reden, so wirft manuns vor, werden mehr die Unterschiede als die Gemeinsamkeiten mit anderen Christen betont. Und wenn wir lehren, man müsse durch einen lebenden Apostel versiegelt sein, um zur Braut Christi zu gehören, bezichtigt man uns der Exklusivität und der Sektiererei. Wie sprechen wir von der Wiederkunft des Herrn? Dieses Umfeld soll uns nicht entmutigen, unseren Auftrag zu erfüllen, die nahe Wiederkunft des Herrn zu verkündigen.“ S. 12

AnkerWiederkunft Christi / keine objektivierbaren Zeitereignisse weisen darauf hin

Leitgedanken 11/2018 Hrg: Stap Schneider/ Redakteur: R. Kiefer: Jesus Christus kommt, wenn er es entscheidet. Es wird keine geschichtlich objektivierbaren Zeichen dafür geben. Wir können die Nähe oder Ferne dieses Geschehens nicht an den schrecklichen Ereignissen dieser Welt ablesen und sagen: „Jetzt muss der Herr kommen.“ Das einzige Zeichen ist: „Ich verkündige es euch. Ich sage es euch. Ich komme bald!“.“ S 22

AnkerWiederkunft Christi /  eine Absicherung gleicht einem Misstrauensvotum  gegen Gott

Leitgedanken 11/2018 Hrg: Stap Schneider/ Redakteur: R. Kiefer: „Und diese Zusage wird durch das Apostolat immer wieder thematisiert und bekräftigt. Hier wird der Glaube gefordert, der Glaube an das biblische Zeugnis und der an das Apostolat. An diesem Glauben, der seinen einzigen Grund in der Zusage Jesu Christi hat, wollen wir festhalten und ihn vor anderen bekennen. Jeder Versuch einer Absicherung käme einem Misstrauensvotum gegen Gottes Treue zu seiner Verheißung gleich.“ S 22

AnkerWiederkunft Christi / trotzdem Zukunft in der Mongolei

05.07.2018 Ulan-Bator Mongolei: Was uns alle interessiert, ist nicht die Geschichte, ist unsere Zukunft. Wir wollen zum Herrn kommen und deshalb kommen wir immer wieder in den Gottesdienst, um uns auf diese wunderbare Zukunft vorzubereiten. (...) Es gibt eine Zukunft für das Werk Gottes in der Mongolei. Ihr seid diese Zukunft. 

AnkerWiederkunft Christi / Du hast das Ticket schon

13.05.2018 Kirche Albstadt, Süddeutschland: Der Herr Jesus hat gesagt: „Er will euch das Zukünftige offenbaren.“ Der Heilige Geist bringt unserem Geist Zeugnis: „Du bist doch ein Gotteskind. Du hast doch das Unterpfand des ewigen Lebens bekommen. Der Herr kommt bald und er wird dich mitnehmen. Er hat dir ja heute schon ein Unterpfand gegeben. Das hast du doch schon in der Hand. Du hast doch die Sicherheit: Gott bereitet einen Platz für dich im Himmel. Du hast das Ticket schon. Du kannst da reinkommen. Du hast schon ein Vorgeschmack auf die Herrlichkeit.“ Der Geist Gottes erinnert uns daran: „Du kennst doch deine Zukunft! Du weißt, wie es weitergeht! Deine Zukunft ist das ewige Leben im Reich Gottes. Dafür hast du das Unterpfand bekommen durch die Heilige Versiegelung. Du hast diese Garantie, wenn du dir Mühe gibst, kannst du in das Reich Gottes reinkommen. Der Herr kommt bald!“ Das ist der Trost aus dem Heiligen Geist. 

AnkerWiederkunft Christi / oder „nur“ Zukunft bei Gott?

In sehr vielen Eingangs- und Schlussgebeten: Wir danken dir für die Zukunft, die du für uns bereitet hast"

AnkerWiederkunft Christi / Gottes Plan für die Zukunft

16.09.2018 Merlebach, Frankreich: Ich weiß, Brüder und Schwestern, ich weiß, dass mehr als ein Bruder, mehr als eine Schwester hinsichtlich der Entwicklung der Kirche, der Entwicklung der Gemeinde sich Fragen stellen über die Zukunft. Dass man den Eindruck hat, dass der liebe Gott uns genau den wegnimmt, der uns absolut unersetzbar erscheint, genau den als das Minimum, damit die Kirche funktioniert, das strikte Minimum, damit wir unser Heil schaffen können. Und der liebe Gott sagt uns: „Nein, du musst ohne den damit zurechtkommen“.
Das ist ein schreckliches Leiden. Man hat Lust, dem lieben Gott zu sagen: „Aber es braucht wenigstens das, damit dein Plan sich erfüllen kann, es braucht wenigstens dies und das, damit die Kirche weiterleben kann“, und der liebe Gott sagt uns: „Nein, du hast es nicht mehr.“ Das ist nicht leicht, nicht wahr? (...) Wir machen uns Sorgen um das, was Gott uns zur Verfügung stellt, damit das Werk weitergehen kann. Ich mir auch, ich bin der Erste, mir diese Sorgen zu machen, glaubt mir, aber ich befinde mich in derselben Lage wie ein jeder von euch, Brüder, ich bin in derselben Lage wie jedes von euch, liebe Geschwister. Es kommt genau darauf an, dass wir Gott vertrauen.

AnkerWiederkunft Christi /  50 oder 100 Jahre ist Gott egal

16.09.2018 Merlebach, Frankreich: Aber für den lieben Gott gibt es nicht die Zeit, in der die Seelen zubereitet worden sind, ob es hundert Jahre sind oder ob sie in 50 Jahren zubereitet wurden, das spielt keine Rolle. Wir denken in Ländern, für den lieben Gott existieren keine Grenzen, er macht sich lustig darüber, Grenzen sind eine Erfindung der Menschen. Er braucht es nicht, dass es so und so viele gibt, die französisch sprechen, und so und so viele englisch und manche tshiluba, das ist für ihn überhaupt nicht wichtig, er kommt damit zurecht: „Ich habe dir gesagt, du wirst ein großes Volk sein, ich habe dir gesagt, du wirst eine Quelle des Segens für alle Welt sein, und vertraue mir, du wirst es sein. Das königliche Priestertum wird vorhanden sein, die einzige wichtige Sache für dich ist, dass du daran teilhast, bereite dich vor


AnkerWiederkunft Christi / Weitergabe der Botschaft von Generation zu Generation

16.09.2018 Merlebach, Frankreich: Durch die Jahrhunderte hindurch waren die Christen imstande, diese Botschaft weiterzutragen. Es gab Jahrhunderte, wo es in der Kirche wirklich schrecklich zuging, es war eine Angelegenheit von Menschen, von Geld, von Macht geworden. Es hat aber immer auch Gläubige gegeben, die das an künftige Generationen weitergegeben haben. Und seit 2000 Jahren ist diese Botschaft von Generation zu Generation weitergegeben worden. Und noch heute gibt es überall auf der Welt Christen, die sich für Christus einsetzen und die an diese Verheißung und diese Berufung glauben. Und wir, wir haben dieses besondere Versprechen, dass wir vom Herrn angenommen werden können und noch etwas früher eingehen können in sein Reich. 

AnkerWiederkunft Christi / nachfolgende Generationen haben trotzdem erste Priorität und sind die Kirche von Morgen

1.06.2014 Toulouse: Wir, die heutige Generation, stellen unsere Prioritäten und Bedürfnisse an zweite Stelle und geben dem Verlangen/Erwartungen der nachfolgenden Generation die erste Priorität. Man opfert sich ein wenig auf, denn die nachfolgende Generation soll sich in der Kirche wohlfühlen. Ich weiß, ich berühre hier sehr empfindliche Punkte. Würde ich aber nicht davon sprechen, wer würde es tun? Die Zukunft unserer Kirche sichern heißt: Sich selbst ein wenig in den Hintergrund stellen, ebenso eigene Bedürfnisse, eigene Ideen, Gedanken, Meinungen und Gewohnheiten, damit die nachfolgende Generation sich in der Kirche wohlfühlt. Dafür sind wir verantwortlich. Wir sind daran, die Kirche von Morgen zu baue.

12.01.2016 Yamoussoukro (Elfenbeinküste): Die Zukunft vorzubereiten, heißt, sich ganz besonders um die Jugend und die Kinder kümmern. Und ich brauche euch nicht zu erklären, was zu tun ist, um die Jugend zu motivieren. Die Jugend wird nicht so ticken wie ihre Eltern und Großeltern. Legt ihr keine unnützen Regeln auf; begnügt euch damit, ihr das Evangelium und die Liebe Jesu zu vermitteln. Lasst die Jugend und die Kinder Jesus Christus entdecken und erkennen. Sichert die Zukunft des Werkes

2. 4. 2016 Buenos Aires / Argentinien: Wir müssen uns auch um die Bedürfnisse der zukünftigen Generation und der danach Gedanken machen. Das geht am besten indem wir uns auf das konzentrieren, was für unsere Erlösung notwendig ist. Wir können von der Jugend nicht erwarten, dass sie so leben, wie wir es taten und die gleichen Regeln befolgen, die wir akzeptieren mussten. Sie leben in ihrer eigenen Zeit und werden sich anderen Herausforderungen stellen müssen.

AnkerWiederkunft Christi / Pflicht zur Weitergabe der Botschaft für Eltern

16.09.2018 Merlebach, Frankreich: Wir haben das Unterpfand des ewigen Lebens durch die Gabe des Heiligen Geistes erhalten. Haben wir das Recht zu sagen: „Aber jetzt, für uns, hier und heute ist es zu schwierig geworden“? Haben wir einen Grund, einen einzigen, dieses Versprechen und diese Berufung aufzugeben, während Generationen anderer, die viel weniger als wir hatten, die gelitten haben, nicht die Arme hängen ließen? Haben wir dazu dieses Recht? Liebe Eltern, es liegt an euch, lieber Papa, liebe Mama, es liegt an dir, diese Verheißung an dein Kind weiterzugeben, indem du sagst: „Hab Vertrauen zu Gott, er wird dich segnen. Du weißt, der liebe Gott braucht dich, damit du eine Quelle des Segens bist.“
Gib diese Verheißung weiter, gib diese Berufung weiter, bitte, ich will nicht jammern, sondern senke deine Arme nicht. All denen gegenüber, die gelitten haben, würden wir uns lächerlich machen, all denen gegenüber, die unter schlimmsten Bedingungen waren, was wir uns gar nicht vorstellen können, ob das heute das jüdische Volk ist oder die Christen: Sie konnten diese Verheißung und Berufung weitertragen.


AnkerWiederkunft Christi /  Gottes Plan in einer anderen Dimension und das mit der Braut da

30.12.18 Rheinberg: Gott verfolgt seinen großen Erlösungsplan. Ich hab das den Brüdern geschrieben ausnahmsweise mal. Also dann und wann muss man das auch mal erwähnen: Es werden jährlich über 200.000 Seelen versiegelt in der Neuapostolischen Kirche weltweit. Immerhin. Ich hab die Zahl jetzt nicht mehr genau im Kopf, aber es sind weit über 200.000 auch dieses Jahr Versiegelungen weltweit 2018.
Also ganz am Untergehen sind wir halt nicht. Er hat Großes getan. Jetzt weiß ich, kommt sofort wieder: Ja, in Afrika oder was weiß ich wo, aber hier in Deutschland nicht. (...)

So, jetzt könnte man sagen: Ja, aber was ist das mit dieser Braut da, mit dieser Sammlung der Braut? Da muss ich wieder drauf zurückkommen, Gott arbeitet in einer anderen Dimension! Das betone ich immer wieder. Für Gott hat die Zeit keine Bedeutung, Geographie auch nicht. Die Grenze zwischen Frankreich und Deutsch-land, die hat Gott nicht erfunden. Das ist für ihn bedeutungslos. Belanglos!
Ja, er sammelt die Braut, er hat in der Gegenwart gesammelt, in der ersten Christenheit. Dann war das Werk Gottes in Europa sehr stark. Er hat ja dort seine Braut gesammelt.
Jetzt sammelt er weiter in Europa, jetzt ist er aber auch nach Afrika gegangen und in andere Länder. Und wir sind hier betrübt, die haben jetzt Erfolg. Wir haben hier weniger Erfolg. Wir müssen uns bewusst sein, Gott ist über der Zeit. Für ihn ist Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft immer präsent. Er kennt dieses Zeitlimit nicht, er kennt auch die geographischen Grenzen nicht. Er bereitet sich ein Volk zu. Und das macht er in allen Zeiten. Wir sehen nur heute. Er sieht das ganz anders. 

AnkerWiederkunft Christi /  Verdammung der Anderen? Nein!

Kanada 2018 (S.48): Wir müssen uns im Klaren darüber sein, dass die Wiederkunft Christi ein weiterer Schritt im Heilsplan Gottes, aber nicht dessen Ende ist. Ich könnte nicht damit leben, wenn das so wäre. Entschuldigt, wenn ich da persönlich werde: Kann man sich vor-stellen: Wir werden errettet, aber alle anderen werden verdammt? Nein, und nochmals nein! Unmöglich! Das ist nur ein erster Schritt. Gott will uns dafür vorbereiten, dass wir im Friedensreich mithelfen können, dass alle Menschen die Frohe Botschaft hören und auch erlöst werden können. Das ist unsere Motivation, uns auf die Wiederkunft Christi vorzubereiten. Es wäre nicht schön, wenn das Motiv der Gedanke wäre: Hauptsache, wir werden errettet; die anderen sollen dann sehen, wo sie bleiben. Nein. Wir wollen errettet werden, um ein Werkzeug in der Hand Gottes zur Hilfe anderer sein zu können. Das ist eine schöne Motivation.

AnkerWiederkunft Christi /  Wenn diese Liebe groß genug ist kommt Jesus

Kanada 2018 (S.44 f): Wir wünschen uns nicht, dass der Herr kommt, weil uns vor der Zukunft graut, sondern weil wir ihn lieben und ewige Gemeinschaft mit ihm haben möchten. Das ist unser Motiv - das Motiv der Braut Christi. Wenn ich gefragt werde: „Warum erwähnen Sie die letzte Seele nicht mehr?“, dann geschieht es aus gutem Grund. Wir wollen, dass der Herr kommt, weil wir ihn lieben. Wir möchten, dass unser Nächster das Heil bekommt, weil wir ihn lieben. Wenn diese Liebe groß genug ist, wenn die Braut Christi von dieser Liebe erfüllt ist, dann wird der Herr wiederkommen, denn dann sieht er: Die Braut ist bereit.

Wiederkunft Christi /  Jedes Jahr später ist eine Ausbildungsverlängerung

31.12.2014 Herne-Wanne-Eickel, NRW: Ja, es ist wieder ein Jahr vergangen und das Kommen hat sich noch einmal um ein Jahr verzögert und - ja, Stammapostel, was sagst Du jetzt dazu - Gar nichts! Weil ich mir die Frage eigentlich so nicht stelle. Warum ist der liebe Gott noch nicht gekommen, lasst mich das mal ein bisschen umformulieren: Der liebe Gott hat mir und Dir eine Verlängerung geschenkt und ein Jahr mehr für unsere Ausbildung als zukünftige Priester, als Mitglieder des königlichen Priestertums. Er hat unsre Ausbildung um ein Jahr verlängert. Wenn man das so sieht, dann  wird's ein bisschen unbequem: dann muss ich mir die Frage stellen, was hast Du inzwischen in diesem Jahr Ausbildung gelernt? Was machst Du jetzt besser, als am Anfang dieses Jahres? Inwiefern bist Du dem Herrn Jesu ähnlicher geworden? Inwiefern dienst Du jetzt besser? Dann wird's schon ein bisschen unbequemer, nicht wahr? Ich mache mir sehr viele Gedanken: der Auftrag der Apostel ist, die Braut vorzubereiten, was bedeutet das eigentlich? Da muss doch was geschehen, das kann doch nicht so eine leere Worthülse sein, dass man so sagt: "Ach ja, ja! - wir bereiten uns vor, umfassend."

… Und noch einmal: da wird's ein bisschen unbequem und eigentlich muss ich jetzt ganz ehrlich sagen, ich bin dem lieben Gott dankbar, dass er mir ein Jahr Ausbildung mehr geschenkt hat

 


 

 


 

 

 



 

 

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