Hinweise:

Das Gästebuch ist ab dem 1. Januar 2013 eingefroren, weil ich nicht regelmäßig die Einträge überprüfen möchte auf Inhalt und Sprachgebrauch. Neue Beiträge werden nicht mehr freigeschaltet und gelöscht. Deshalb hier einige Tipps:

Das letzte, noch gut funktionierende Forum zum kritischen Austausch über die NAK ist das Glaubensforum 24.

Ebenso können Sie kritisch zur NAK lesen und schreiben auf der Hp von canities.

"Der Mensch erkennt, daß es nichts nützt,/ Wenn er den Geist an sich besitzt,/ Weil Geist uns dann erst Freude macht,/ wenn er ins Gästebuch gebracht.“

Dabei sollte man sich aber an Mark Twain halten:

It is better to keep your mouth shut and appear stupid than to open it and remove all doubt

"Es ist besser man hält den Mund und erweckt den Eindruck, dumm zu sein, als ihn aufzumachen und jeden Zweifel zu beseitigen."

Eintrag vornehmen
Name:
E-Mail:
Homepage:
Sicherheitscode:
  (bitte übertragen Sie in das Feld)
Beitrag:
Smileys: ::) :) ;) :D ?:( :( :o :8 :P :[ :X :* :-/
BB-Code: fettkursivunterstrichen
Datenschutzerklärung
Ja, ich akzeptiere die Datenschutzerklärung.
HINWEIS: Ihr neuer Eintrag erscheint erst nach
Freischaltung des Eintrages durch den Betreiber.


« Vorherige123 ... 181920 ... 222324Nächste »
(355 Einträge total)

#85   beytE-Mail04.02.2012 - 02:50
ich möchte gerne etwas sagen,

durch ein fünftägiges extrem Erlebniss und stundenlangen Lesen wurden mir als NA Gläubige die Augen geöffnet. Ich stand mein halbes Leben bis hin zum Eintritt in den NA Glauben unter der Gehirnwäsche meiner NA Gläubigen Ex-Stiefmutter in jedem Bereich in meinem Leben und dass auf eine ganz systimatische Art und Weise gibt es für mich eine Hilfe, an die ich mich wenden kann,die mir bei dem Ausstieg aus der NA Gemeinde Tipps und Ratschläge geben können, einen Weg aufzeigen, den Anfang was man zuerst macht um es zu vergessen und neu zu beginnen und wie man neu beginnen soll und wie man in Zukunft mit der Frage Glauben umgehen soll, da ich weiß es gibt einen Gott.
Kommentar:
Hallo Andrea,
dein Wunsch um "Hilfe, an die ich mich wenden kann,die mir bei dem Ausstieg aus der NA Gemeinde Tipps und Ratschläge geben können, einen Weg aufzeigen" hat mich etwas überfordert, da die Hilfen, die ich geben kann, alle auf dieser HP stehen.
Im Gespräch mit meiner Frau Ulrike haben wir deshalb die Idee entwickelt, eine neue HP ins Netz zu stellen, die sich genau dieses Problems der Hilfe und Begleitung im Ausstieg annimmt. Die Verantwortung und Betreuung der neuen HP liegt in den Händen von Ulrike.

Möge dort ein reges Fragen, Schreiben und Ausstauschen stattfinden. Vor allem beteiligt euch mit Fragen oder Vorschlägen zur Gestaltung! Eine Verlinkung steht auf meiner neuen Unterseite " Hilfe und Begleitung".

#84   Fred GalkaE-Mail04.02.2012 - 00:00
Hilefreiche Literatur

Redelf von Busch:
a. Für ein befreites Leben - 52 Jesuworte
b. Christentum kann anderes sein - Befreiung aus überlebten Traditionen

Martin Schultheiss und Fabian Vogt:
Glauben ist ganz einfach - wenn man nicht muss - Anregungen für eine befreite Spiritualität

Klaus Douglass:
Glaube hat Gründe - Eine lebendige Beziehung zu Gott finden

Bart D. Ehrman:
Abgeschrieben, falsch zitiert und missverstanden - Wie die Bibel wurde, was sie ist

Peter Reiter:
Geh den Weg der Mystiker - Meister Eckharts Lehren für die spirituelle Praxis im Alltag

Lao Russell:
Gott arbeitet mit dir. Aber nicht für dich. - Eine lebendige Philosophie
Kommentar:
Fred schrieb außerdem:

Liebe Ulrike Bär-Streich, lieber Detlef Streich,

vielen Dank für Eure Artikel und Dokumente für NAK-Aussteiger und solche die es werden wollen - bewusst oder noch unbewusst.

Sie haben mir in den Jahren 2005 - 2011 sehr geholfen, auch wenn ich in den früheren Jahren schockiert darauf reagiert habe, aber Eure Worte haben ihren Weg in meine Seele gefunden. Ich war 23 Jahre AT und 20 Jahre Dirigent und Organist sowie viele Jahre Sonntagschullehrer.

2010 habe ich aufgrund der Erläuterungen zu den überarbeiteten Glaubensartikeln mein Amt niedergelegt.
Siehe: http://www.nak-norddeutschland.de/index/bezirke-gemeinden/bereich-bremen/bremen-sued/gemeinden/syke/archiv/2010/0108-amtsniederlegung-diakon-galka/

2011 bin ich aufgrund des "neuen" Kirchenverständnisses ausgetreten.

Meine religiöse Loslösung begann ganz zaghaft ab 2005. Ab 2007 wurde eine theologische Loslösung daraus, dank Freunden in Hannover-Mitte. Ende 2010 merkte ich langsam, dass eine religiös theologische Loslösung nicht ausreicht und ich meine ganze Persönlichkeit von den NAK-Prägungen befreien muss. Ich wollte nicht wieder so viele Jahre dafür brauchen und war mir auch nicht sicher, ob mir das allein gelingt.

Ich fand eine Heilpraktikerin, die logotherapeutische Beratung anbietet, habe eine Ausbildung und Gewaltfreier Kommunikation gemacht und Leo Booths Buch "Heilung von religiösem Mißbrauch und religiöser Abhängigkeit" durchgearbeitet.

Jetzt kann ich - Gott sei's von Herzen gedankt! - nach kurzer Zeit ohne Groll auf meine NAK-Zeit zurückblicken und finde in dieser Zeit auch Diamanten, die ich in dieser Zeit in mein Leben/meinen Glauben eingebracht habe und nicht die NAK. Ich besuche die NAK nicht mehr, denn ich weiß, was ich zu tun habe und brauche mir das von niemand sagen zu lassen. Gegen die Gemeindemitglieder habe ich nichts. Wegen ihnen würde ich am ehesten die NAK besuchen, aber eine NAK-Predigt und Apostellieder brauche ich nicht.

Alles was in der NAK für mich sooo wichtig war, hat keine Bedeutung mehr für mich. Ich finde alles, was ist brauche in mir selbst bzw. in Gott in mir.

Nochmals vielen Dank für Eure Unterstützung.

Liebe Grüße aus Syke (bei Bremen)
Fred Galka

#83   Detlef Streich03.02.2012 - 22:02
Passend zum Thema Kindererziehung ein neues Dokument auf der Unterseite "Kinder und Jugendliche" ganz oben:

"Wenn Kinder wegen ihres ungöttlichen Verhaltens gestraft werden müssen, dann ist es eine schlimme Sache, wenn die Eltern selbst durch ihr Benehmen dazu die Aussaat gemacht haben. (...) Das beste Mittel bei der Erziehung unserer Kinder ist die Botschaft unseres Stammapostels.
"

Quelle NAK-Amtsblatt 11, 1955 "Belehrungsstunde für Eltern"

Der Artikel kann auf der Unterseite als Download ganz gelesen werden

#82   Detlef Streich26.01.2012 - 18:33
Nachfolgend unter Kommentar ein Beitrag einer Frau, der für das Textfeld zu lang war. Sie bat mich, das Schreiben einzustellen ...
Kommentar:
Verfasserin bekannt ...

Mein Vater war versessen auf die Apokalypse. Als ich noch ein Kind war, kam er immer wieder auf neue Ideen, wie die Welt untergehen könnte. Es werde irgendwann nichts mehr zu essen geben und wir müssten alle verhungern, weil alle Pflanzen von einer Krankheit befallen würden. Wir würden irgendwann alle Mikrochips eingepflanzt bekommen und wenn wir das nicht wollten ("das Zeichen des Tieres", würden wir nichts mehr zu essen kriegen. Ich hatte damals Panik. Erst seit kurzem verstehe ich, woher diese Ideen überhaupt kamen. Er ist ebenfalls in der neuapostolischen Kirche aufgewachsen.
Meine Kindheit erinnere ich als eine Mischung aus Depressionen, Gotteswahn und Panik vor der "Welt da draussen". In der Schule verkrampfte ich mich, wenn Techno lief - die Musik des Teufels. In der Disco würde einen Jesus nicht abholen, wenn er käme. An der Fastnacht durfte ich nicht mitmachen, also sass ich als einzige ohne Kostüm da. Das Aussenseitertum hat mich durch die Schulzeit begleitet.

Ich hatte furchtbare Angst davor, dass etwas Schlimmes passieren würde, wenn ich nicht mehr an Gott glaube. Man hat immer erzählt, dass es denen schlechter gehen würde, die austreten...
Ich habe dann eine Psychotherapie begonnen. Anfangs ging ich nur donnerstags nicht mehr in die Kirche. Und irgendwann sass ich dann da in der Kirchenbank und hörte, wie der Priester gerade den Egoismus verdammte. In der Therapie wurde ich akzeptiert, wie ich war, die Therapeutin war fast sowas wie die liebevolle Mutter, die ich nicht hatte. Und als ich zum letzten Mal da sass, mit dem Bewusstsein, dass es etwas jenseits von Verurteilung und Verdammung gibt, dass es Menschen gibt, die mitfühlen und verstehen - da sah ich erst diesen krassen Kontrast. Sollte Gott nicht alle lieben? Sollte nicht genau dieser Priester da oben Verständnis und Mitgefühl predigen, statt die Menschen zu verurteilen? Ich wusste in dem Moment, dass ich nie wieder auf einer Kirchenbank sitzen würde. Auf keiner neuapostolischen. Aber vermutlich auch auf keiner anderen. Zu sehr verbinde ich mit dem Christentum die negativen Erlebnisse meiner Kindheit.

Geht es mir schlechter, weil ich ausgetreten bin? Verdammt, nein! Ich bin zum ersten Mal in meinem Leben psychisch stabil. Ich nehme zum ersten Mal meine eigenen Gefühle und Bedürfnisse wahr. Gefühle und Bedürfnisse zählen nicht allzu viel, wenn man dem Allmächtigen gegenübersteht. Erinnert mich ein wenig an eine Diktatur.
Mit dieser Kirche verbinde ich den totalen Realitätsverlust und Depressionen. Nicht alle meine Probleme sind mit der Kirche verbunden, aber sie hatte einen gravierenden Einfluss auf mich. Ich hatte nachts Träume davon, wie ich aus irgendeinem unerfindlichen Grund wieder in der Kirche war - und ich wollte raus, aber ich konnte nicht.
Vor einiger Zeit habe ich dann endlich geträumt, dass ich da raus gehe und mich dabei sogar gut fühle. Aber ich bin da noch nicht raus. Ich lese hier die Predigten auf der Seite und spüre, wie ich instinktiv darauf reagiere. Solange ich noch immer innerlich mit "vielleicht haben die doch Recht" reagiere, bin ich noch nicht aus der Kirche raus. Aber ich bin auf dem Weg zum Ausgang. Definitiv. Ich bedanke mich herzlich für diese Webseite, die mir ein weiteres Mittel in die Hand gibt, die Einstellungen und Ideen kritisch zu hinterfragen, die da immer noch in meinem Hinterkopf herumschwirren.

Ich hab meinen Weg in den buddhistischen Lehren gefunden. Der Buddha soll gesagt haben, man solle auch seine Aussagen kritisch hinterfragen. Das habe ich in der neuapostolischen Kirche nie gehört. In einer schwierigen Zeit hörte ich diese buddhistischen Podcasts. Es war nicht der "buddhistische Inhalt", der mir so half - es waren diese Menschen, die so humorvoll über menschliche Schwächen sprachen, die Mitgefühl hatten, die mir die Angst vor der Welt nahmen. Meditation ist für mich ein Weg geworden, mit meinen alltäglichen Ängsten umzugehen. Im Gegensatz zur neuapostolischen Kirche redet man sich die negativen Gefühle in der Meditation nicht einfach schön oder verdrängt sie - man stellt sich ihnen. Und man lernt, mit ihnen zu leben. Sich selbst zu akzeptieren. Die negativen Gefühle müssen nicht mal verschwinden. Traurigkeit, Wut, Angst gehören zu unserem Leben mit dazu. Und darum sollte es doch bei jeder Religion gehen. Dass wir uns selbst akzeptieren können, dass wir starke, lebensfreudige Individuen sind, dass wir unser Glück finden.

Trotzdem würde ich mich im Moment nicht in eine buddhistische Gemeinschaft hinein bewegen. Zu sehr hätte ich Angst, dass sich das wiederholt. Der Kontakt zur Realität ist das wertvollste, das ich besitze. Meine psychische Gesundheit hängt davon ab.

#81   Gerlinde24.01.2012 - 13:24
Überheblich wie eh und je:

Apostel Schneider am 15.01.2012 in einem Ämtergottesdienst:

„Einerseits sollen wir Zeugen sein für den Herrn in der Gegenwart (ihn und sein vergangenes und gegenwärtiges Wirken bezeugen). Aber wir sollen auch später einmal Zeugen sein können, wenn nach der Wiederkunft Jesu sich das Christentum mit allerlei Ausreden entschuldigen will. Dann sollen wir bezeugen können, dass es trotz aller subtilen Verführungskünste der Geister möglich war, Glauben zu halten.“

Ein guter Artikel über diesen "denkwürdigen" Gottesdienst bei CiD:

http://www.christ-im-dialog.de/index.php?option=com_content&task=view&id=2358&Itemid=170

#80   Steve15.01.2012 - 07:32
Eine richtig tolle, informative Seite über die NAK und es zeigt sich, dass sich NICHTS verändert hat. Selbst ein aufwändiges Facelifting, Kreide fressen und dickes Make-up können den maroden Kern nicht überdecken.

Aber: Warum die NAK so ernst nehmen, indem man sich derart intensiv mit ihr auseinandersetzt? Weit über dreißig Jahre nach meinem Ausstieg kann ich über diese armseligen 'Botschaften' nur noch herzhaft lachen...

#79   Detlef Streich11.01.2012 - 18:43
Aus einer Mail an mich, mit freundlicher Genehmigung und Wünschen für nun gar nicht mehr "Flügellahm":
Kommentar:
11.1.2012

Lieber Detlef,
ja, deine Texte haben mich schon vor Jahren bestärkt, gerade in dem Selbstverständnis, dass ich aus der Zeit unter der Käseglocke der NAK ganz schön viel mit mir verwachsenen Ballast mitgenommen habe – und der daraus folgenden Milde und Zärtlichkeit gegenüber mir selbst, die ich der erlernten Beziehungslosigkeit entgegensetzen kann. Als ich damals nach immer längerer Abwesenheit meinen Geistlichen auf einem Jugendausflug sagte, woran ich nicht mehr glauben könne, brach ich kurz darauf zusammen, übergab mich, auf dem Weg nach Hause in einem Auto erbrach ich in eine Tüte, legte mich zuhause mit Fieber ins Bett und war nach kurzem Schlaf und Anruf bei meiner Mutter gesünder als zuvor.
Heute und nach einer weiteren sehr hilfreichen Therapie-Einheit freue ich mich, dass ich mit der Familie eine Ebene fand, auf der wir zusammen leben können. Schon bald nach meinem Abschied von der NAK stellte ich gegenüber Familienmitgliedern deutlich klar, dass Wille und nicht Krankheit mich zum Verlassen brachte. So wurde mir beispielsweise ein Leitwort aus „Unsere Familie“ geschickt, und in der mit Kugelschreiber ergänzten Widmung wurde ich als „flügellahm“ bezeichnet . Ich antwortete, dass diese Metapher Krankheit und einen Mangel und ein Unvermögen unterstelle, dass die Wirklichkeit, die ich so wollte, aus Sicht derjenigen, die mich als „flügellahm“ bezeichneten, allerdings schlimmer sei: Ich war nicht etwa flügellahm, sondern hatte mir, um in dieser Metapher zu bleiben, willentlich die Flügel ausgerissen, verspürte nun blutend große Schmerzen aber ein ungleich größeres Glück, dass ich es getan hatte. Das wollte ich so und das würde auch so bleiben. Nach dieser Klarstellung näherten wir uns langsam wieder an und mittlerweile haben wir ein für mich schöneres, lebendigeres Verhältnis als zuvor.
In deinen Texten finde ich das mir damals Wichtigste wieder: Ich stand vor den Geistlichen und sagte: „Ich finde keine Anleitung, wie ich stark und MIT meinen Fähigkeiten leben kann! Ich finde keinen Bezug zu meinem echten Leben!“ Es war erstaunlich zu sehen, wie die beiden, die damals vor mir standen, ein Jugendleiter und ein Vorsteher, sehr ratlos und sehr ruhig da standen. Als wäre ich ein Erwachter und sie die Schlafenden, sich in den Schlaf Flüchtenden.
Ich bin gerne wach, mit allen Entscheidungen, allen Konflikten und , hurra! , allen Fortschritten. Im Leben außerhalb dieser Gemeinschaft fand ich überhaupt erst einen Weg. Die Pointe, die mein Leben schrieb, ist: Der vielfach erwähnte „dornige, steile Weg“ ist eine Rolltreppe mit Massagesesseln drauf, eine Rolltreppe, die sich im Kreis dreht. Einen Weg, der überhaupt so genannt werden darf, weil ich ihn beschreiten muss und daher auch so viel sehe, diesen Weg fand ich erst außerhalb der NAK.
Danke für die Mühe, Präzision und Aufrichtigkeit in deinen Texten.

#78   Gerlinde01.01.2012 - 18:05
Neal Donald Walsh ......

ihm und seiner Trilogie: *Gespräche mit Gott* habe ich zu verdanken, dass ich trotz NAK-Vergangenheit nicht zum überzeugten Atheisten geworden bin. Seine gesamten Bücher sind empfehlenswert, auch wenn sich einiges wiederholt. Ihr könnt sie übrigens fast alle (seine Bücher) kostenfrei und erlaubt im Netz herunterladen.

Allen Lesern ein glückliches neues Jahr
Gerlinde
Kommentar:
Den Lesern sei ein Sterninterview empfohlen mit Pim van Lommel, 66. Er ist Kardiologe und Nahtodforscher. Vor kurzem ist sein Buch "Endloses Bewusstsein" (Patmos-Verlag) erschienen

http://www.stern.de/wissen/mensch/nahtod-erfahrungen-forschung-zwischen-leben-und-tod-1511460.html

Ein Zitat aus dem Interview:
"Eines der wichtigsten Konzepte der Quantenphysik besagt, dass Teilchen über eine große Entfernung hinweg augenblicklich aufeinander einwirken können. Man nennt das Nicht-Lokalität, und gemeint ist damit ein Raum, in dem es keine Materie gibt, in dem Zeit und Distanz keine Rolle spielen. Dieser nicht-lokale Raum könnte die Grundlage unseres Bewusstseins bilden. Ein Bewusstsein also, dass jenseits unseres Gehirns existiert, auch wenn dies schwer vorzustellen ist."

#77   Anita29.12.2011 - 00:35
meintest du Neal Donald Walsh ?
Kommentar:
Hallo Anita,

ja, den meinte ich - auch lesenswert im Ansatz, aber nicht dogmatisch zu nehmen ...
Vielleicht ist für deine Interessenslage "Die Kunst des Liebens" von Erich Fromm 1956 eine gute Lektüre. Er ist sozusagen der Theologe unter den Psychologen, während Tillich der psychologischste Theologe ist. ( Für mich ist dieser Denkansatz so spannend wie Schach, also weniger pragmatisch ausgerichtet.)

Hier nun einige Sätze von Fromm zum Reinschnuppern ...

Zitatzusammenstellung aus Kunst des Liebens:

Ich möchte den Leser davon überzeugen, daß alle seine Versuche zu lieben fehlschlagen müssen, sofern er nicht aktiv versucht, seine ganze Persönlichkeit zu entwickeln, und es ihm so gelingt, produktiv zu werden; ich möchte zeigen, daß es in der Liebe zu einem anderen Menschen überhaupt keine Erfüllung ohne die Liebe zum Nächsten, ohne wahre Demut, ohne Mut, Glaube und Disziplin geben kann. …

Achtung hat nichts mit Furcht und nichts mit Ehrfurcht zu tun: Sie bezeichnet die Fähigkeit, jemanden so zu sehen, wie er ist, und seine einzigartige Individualität wahrzunehmen. Achtung bezieht sich darauf, daß man ein echtes Interesse daran hat, daß der andere wachsen und sich entfalten kann. …

Das Erlebnis der Vereinigung mit dem Menschen oder, religiös ausgedrückt, mit Gott ist keineswegs irrational. Es ist ganz im Gegenteil, wie Albert Schweitzer dargelegt hat, das Ergebnis des Rationalismus in seiner kühnsten und radikalsten Konsequenz. Es beruht auf unserem Wissen um die grundsätzlichen und nicht zufälligen Grenzen unserer Erkenntnis, auf unserem Wissen darum, daß wir das Geheimnis des Menschen und des Universums nie "begreifen" werden, daß wir es aber trotzdem im Akt der Liebe "erkennen" können. …

Fürsorge, Verantwortungsgefühl, Achtung und Erkenntnis stehen miteinander in engem Zusammenhang. Sie bilden ein Syndrom von Einstellungen, die beim reifen Menschen zu finden sind, das heißt bei einem Menschen, der seine eigenen Kräfte produktiv entwickelt hat, der nur das haben will, was er sich selbst erarbeitet hat, der seine narzißtischen Träume von Allwissenheit und Allmacht aufgegeben und die Demut erworben hat, die auf einer inneren Stärke beruht, wie sie nur echtes produktives Tätigsein geben kann. …

Liebe ist nicht in erster Linie eine Bindung an eine bestimmte Person. Sie ist eine Haltung, eine Charakter-Orientierung, welche die Bezogenheit eines Menschen zur Welt als Ganzem und nicht nur zu einem einzigen "Objekt" der Liebe bestimmt. …

Wenn ich einen Menschen wahrhaft liebe, so liebe ich alle Menschen, so liebe ich die Welt, so liebe ich das Leben. Wenn ich zu einem anderen sagen kann: "Ich liebe dich", muß ich auch sagen können: "Ich liebe in dir auch alle anderen, ich liebe durch dich die ganze Welt, ich liebe in dir auch mich selbst." …

Die Liebe zu anderen und die Liebe zu uns selbst stellen keine Alternative dar; ganz im Gegenteil wird man bei allen, die fähig sind, andere zu lieben, beobachten können, daß sie auch sich selbst lieben. Liebe ist grundsätzlich unteilbar; man kann die Liebe zu anderen Liebes-"Objekten" nicht von der Liebe zum eigenen Selbst trennen. …

Erich Fromm in Haben oder Sein
»Liebe ist eine Aktivität und kein passiver Affekt. Sie ist etwas, das man in sich selbst entwickelt, nicht etwas, dem man verfällt. Ganz allgemein kann man den aktiven Charakter der Liebe so beschreiben, daß man sagt, sie ist in erster Linie ein Geben und nicht ein Empfangen. ... Zum Geben gehört, daß es auch den anderen zum Geber macht, und beide haben ihre Freude an dem, was sie zum Leben erweckt haben. Im Akt des Gebens wird etwas geboren, und die beiden beteiligten Menschen sind dankbar für das Leben, das für sie beide geboren wurde.«
»Wenn jemand nur eine einzige andere Person liebt und ihm alle übrigen Mitmenschen gleichgültig sind, dann handelt es sich bei seiner Liebe nicht um Liebe, sondern um eine symbiotische Bindung oder um einen erweiterten Egoismus. Trotzdem glauben die meisten Menschen, Liebe komme erst durch ein Objekt zustande und nicht aufgrund einer Fähigkeit. Sie bilden sich tatsächlich ein, es sei ein Beweis für die Intensität ihrer Liebe, wenn sie außer der "geliebten" Person niemanden lieben. Weil man nicht erkennt, daß die Liebe ein Tätigsein, eine Kraft der Seele ist, meint man, man brauche nur das richtige Objekt dafür zu finden und alles andere gehe dann von selbst.« - »Man könnte diese Einstellung mit der eines Menschen vergleichen, der gern malen möchte und der, anstatt diese Kunst zu erlernen, behauptet, er brauche nur auf das richtige Objekt zu warten, und wenn er es gefunden habe, werde er wunderbar malen können.«


#76   Detlef Streich28.12.2011 - 20:49
Teil 2
„Der Mut zum Sein gründet in dem Gott, der erscheint, wenn Gott in der Angst des Zweifels untergegangen ist“ D.h.: Der untergegangene Gott ist der religionsdefinierte, z.B. christliche Gott, der schon von Nietzsche totgesagt und beerdigt wurde. Aus diesem entwächst kein Mut zum Sein, sondern Angst vor der Hölle, Geländerglauben, wenig bis kein Glauben an Selbstwirksamkeit, Sündhaftigkeit von Geburt an etc. All diese Seins- und Selbstzweifel können gemeinsam mit dieser Gottesvorstellung begraben werden. Dann aber ist der Mensch wiederum nur auf sich geworfen (bei Feuerbach "Homo homini deus“), was prinzipiell nichts ausmacht und für Tillich auch keinen Unterschied bildet zu denen, die dann doch den „GOTT“ hinter dem theistischen Gott entdecken. Diesem „GOTT“ ist es egal, ob der Mensch „JA-NEIN“ zu IHM sagt, es spielt keine Rolle. ER ist im Neinsagenden und seiner Umwelt genauso wie im zu ihm Jasagenden. Hier schließt sich ein Denkbogen zu Eckhart: „Gott ist namenlos, denn von ihm kann niemand etwas aussagen oder erkennen.

Vielleicht hilft das ein wenig dem weiteren Denken auf die Spur? Ich finde das jedenfalls sehr spannend und anregend ...

#75   Detlef Streich28.12.2011 - 20:48
Liebe Anita, dann will ich mal einige kurze Erläuterungen dazu abgeben. Nicht ohne Grund sprach ich von „Brocken“ … Also:

Teil 1
Gott ist weder Objekt des Erkennens noch Partner des Handelns. D.h.: Gott kann weder begriffen werden noch erkannt, geschweige denn definiert werden. Ebenso wenig kann er manipuliert werden, also zum Handeln veranlasst, weder durch „gute Handlungen“ noch Gebete etc.
Gott kann auch nicht ein Selbst genannt werden, denn der Begriff des S. enthält Trennung von und Gegensatz zu allem, was nicht S. ist. D.h.: Gott ist mit NICHTS zu bezeichnen, schon gar nicht menschlich vergleichbar im Sinne „ER will/ ER Denkt/ ER ist traurig/zornig/lieb etc. Nicht einmal, so der Text, kann er als ein „Selbst“ bezeichnet werden, denn unser menschliches Selbst ist in der Tatsache bergründet, dass wir eine ICH-Erkenntnis haben, durch die unsere Umwelt sich als das „Andere“ darstellt. Dieses kann für Gott nicht gelten, denn Gott ist weder von uns getrennt noch Gegensatz zu uns oder irgend etwas: Er ist, laut Tillich, das Sein-Selbst, also Urgrund von alles in allem …
Dieser angenommene „Gott“ ist aber nicht der definierbare Christen- oder Religionsgott, sondern der Gott hinter allen theistischen Vorstellungen. Das bringt ihn zunächst gänzliche in die Ferne und Unvorstellbarkeit (was für einen Gott ja wohl das Mindeste ist!), rückt ihn aber wieder näher durch die Grundannahme, dass er der Grund alles Seienden (Sein-Selbst) ist. Dies ist gewissermaßen ein Paradoxon, denn er ist gleichzeitig unerreichbar, trotzdem aber von NICHTS entfernt. Und wenn nach Tillich Glaube das ist, was „uns höchst persönlich unbedingt angeht“, dann ist ER wiederum in all diesen, uns angehenden Dingen. Eine Trennung von Gott ist nach dieser Vorstellung nicht möglich, sondern, wie auch Walsh schreibt, eine menschliche Illusion.

#74   Detlef Streich28.12.2011 - 12:58
Fortsetzung Tillich:

Wenn nun die Verzweiflung unausweichlich ist, wie lässt sich der „Mut zum Sein“ gewinnen? Die göttlich-menschliche Begegnung im Sinne des Subjekt-Objekt-Schemas ist ebenso wenig erfahrbar wie die mystische Gottesbegegnung. Nur durch den „absoluten Glauben“, der über das Hindernis des Zweifels hinweg sowohl die Mystik als auch die göttlich-menschliche Begegnung transzendiert. Der absolute Glaube glaubt als Teil dessen, was mich unbedingt angeht, an „Gott über Gott“, d.h., an den Gott, der mehr ist als eine Person, mehr als etwas, womit ich mystisch verschwimmen kann und an den ich auch glauben kann, wenn ich vom radikalen Zweifel an Gott ergriffen bin. Er übersteigt den personalistischen Theismus, den Atheismus sowie die Mystik. Und so es ist ganz gleich, ob ich Theist, Atheist oder Mystiker bin, wenn ich über den absoluten Glauben am S.Selbst partizipiere.
Der absolute Glaube „ist kein Ort, wo man leben kann; er ist ohne Sicherheit, die Worte oder Begriffe vermitteln, er ist ohne Namen, ohne Kirche, ohne Kult, ohne Theologie. Aber er ist in der Tiefe von ihnen allen wirksam. Er ist die Macht des Seins, an dem sie alle partizipieren und dessen fragmentarische Ausdrucksformen sie sind. [...]

Der Mut zum Sein gründet in dem Gott, der erscheint, wenn Gott in der Angst des Zweifels untergegangen ist

#73   Detlef Streich28.12.2011 - 12:56
Als kleine Ergänzung zu Anitas sehr interessanter Darstellung des Religionsansatzes von Feuerbach mal einige dazu passende und ergänzende Brocken von Tillich (Kierkegaard wäre auch noch spannend).
Quelle der Textzusammenstellung Tillichlexikon:
http://www.dieckmannvonbuenau.de/tillich/Sein-Selbst
Gott ist weder Objekt des Erkennens noch Partner des Handelns.
Gott kann auch nicht ein S. genannt werden, denn der Begriff des S. enthält Trennung von und Gegensatz zu allem, was nicht S. ist.
Die (ontologische) Angst des heutigen Menschen ist die Angst vor Leere und Sinnlosigkeit in der Neuzeit. In dieser Angst ist sich der Mensch in seiner Existenz seines Selbst bewusst i.S. des getrennt seins von allem anderen. Trotzdem ihm aber alles andere ein „Gegenüber“ ist, ist sich das Selbst bewusst, dass es auf das blickt, was wiederum zu ihm gehört. Das Selbst ist „darin“. Da der Mensch ein Ich-Selbst hat, transzendiert er jede mögliche Umgebung. Die gegenseitige Abhängigkeit zwischen Ich-S. und Welt ist die ontologische Grundstruktur und schließt alles andere ein. S.bewahrung und S.transzendenz werden vom Menschen unmittelbar in ihm selbst erfahren. Nur wenn der Mensch sich selbst als Mensch konserviert, hat er die Möglichkeit, jede gegebene →Situation zu überschreiten.
Im Unglauben wendet der Mensch sich in seiner existentiellen S.verwirklichung seiner Welt und sich selbst zu und verliert seine essentielle Einheit mit dem Grunde von S. und Welt. . Macht der Mensch sich selbst zum Zentrum aller Dinge, desto mehr verliert es sich selbst. Es wird unfähig, sich selbst von der Welt abzugrenzen.
Verzweiflung ist der Konflikt zwischen dem, was der Mensch potentiell ist, und dem, was er aktuell ist. Diesem Konflikt kann man nicht entrinnen, weil man dem S. nicht entrinnen kann.
Leben ist Aktualisierung potentiellen Seins in dem Dreischritt: S.identität, S.veränderung, Rückkehr zu sich selbst.
Kommentar:
Die Abkürzung S. steht für "Selbst".

#72   Anita28.12.2011 - 10:59
Vielleicht ist das für den einen und die andere von euch auch interessant: Habe heute eine für mich interessante Religionsdefinition gelesen. Feuerbach ist mir neu, sein Ansatz besagt:

Urgrund für die Entstehung der Religion:
Bewußtsein (Denken) des Menschen, das sich (im Gegensatz zum Tier) durch Reflexivität auszeichnet. Das Menschliche Bewußtsein ist unendlich und bezieht sich auf das Unendliche. Religion hat ihren Ursprung im Wesen des Menschen, das durch die Unendlichkeit des Bewußtseins bestimmt ist.

Wahrheit der Religion: Religion ist das Verhalten des Menschen zu seinem eigenen unendlichen Wesen

Unwahrheit der Religion: Entzweiung des Menschen mit sich selbst: Der Mensch verselbständigt das unendliche Wesen seiner selbst zu einem von den Menschen verschiedenen Wesen.
- Der Mensch schuf Gott nach seinem Bilde
- Gott ist das entäußerte Selbst des Menschen."

Und zum Begriff des Atheismus noch eine in meiner Sicht tolle Aussage:

Keineswegs ist die Verneinung des Subjektes Gott die Verneinung der von ihm ausgesagten Eigenschaften (Liebe, Gerechtigkeit, Weisheit). Nur der ist also Atheist, der die Prädikate des göttlichen Wesens leugnet.

Das unendliche Wesen des Menschen ist bestimmt durch die Unendlichkeit, die der Vernunft, dem Willen und der Liebe des Menschen eigen ist.
Der Wendepunkt der Geschichte beruht darin, dass dem Menschen bewußt wird,

"dass der einzige Gott des Menschen der Mensch selbst ist", "Homo homini deus - das ist der Wendepunkt der Geschichte."

Feuerbachs Intention
aus Gottesfreunden - Menschenfreunde machen
aus Betern - Arbeiter
aus Kandidaten des Jenseits - Studenten des Diesseits
aus Christen - <ganze> Menschen

#71   Kai20.12.2011 - 18:00
"Komm und Lies"

Aktuelle Nachrichten.....
Es ist Ausverkauf bei der NAK !!

Dr. W.Leber hat eine Perle gefunden. Um sie zu besitzen, will er nun alles aufgeben und verkaufen !
Seine Bank hat ihm geraten, seinen Besitz zu streuen, aber nein, Dr. Leber setzt alles auf eine Perle, denn : Für die kommt er ins Himmelreich !

Nun will er all seinen Unglauben und seinen Zweifel veräußern, ebenso seine Verbitterung und Unversöhnlichkeit.
Und, zu guter letzt: seine Lieblosigkeit !!!

Nur: Wer will das denn kaufen ?

Oh, Dr. Leber! Schlimm genug, dass ein Kirchenpräsident, nach über 60 Jahren noch immer
ungläubig ist, zweifelt, unversöhnlich und lieblos ist, wie soll es denn mit dem Rest der "Großfamilie" aussehen, die ja dem Vorbild ihres höchsten Amtsträges und ihrer Leitfigur folgen soll ?

Hoffentlich findet sich bald ein lukrativer Käufer,
der in der Lage ist, einen Groß-Einkauf zu tätigen,
dann besteht vielleicht noch eine berechtigte Chance, dass aus der NAK eine tolerante Glaubensgemeinschaft wird, wie sie unten beschrieben ist !

Artikel nachzulesen in UF Nr.23





« Vorherige123 ... 181920 ... 222324Nächste »
(355 Einträge total)


Datenschutzerklärung
Kostenlose Webseite von Beepworld
 
Verantwortlich für den Inhalt dieser Seite ist ausschließlich der
Autor dieser Homepage, kontaktierbar über dieses Formular!